Antwort auf: Heute habe ich mir folgenden Film angesehen…. (2017)

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DerSchweiger
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@derschweiger

American Assassin

Vince Flynn, bzw. dessen „Nachfolger“ Kyle Mills, mussten einige Romane veröffentlichen, ehe Mitch Rapp auf die Leinwand durfte.
Ob dies nun zwingend nötig war, steht gänzlich auf einem anderen Papier.
Als ausgewiesener „Unfriend“ von „Bourne“ hätte ich den Film wohl nie freiwillig ausgewählt.
So nahm man mir in der Sneak die Entscheidung ab.

Kurz nachdem Mitch seiner Freundin einen Heiratsantrag machte, wird diese durch Terroristen ermordet. Mitch überlebt verwundet und fortan gezeichnet. Seine Trauer verbirgt er hinter einer Mauer aus Hass und Gewalt, die er nutzen möchte, um böse Menschen daran zu hindern, zukünftig mehr böse Dinge tun zu lassen.
Klingt absolut einleuchtend und nachvollziehbar.
So erlernt der junge Mann binnen 18 Monaten die arabische Sprache sowie sämtliche kulturell wie religiös bedeutsamer Inhalte, die ihm kurz vor einem erteiltem Auftrag abgefragt werden.

Seine Jagd auf islamische Terroristen bleibt vom CIA nicht unbemerkt, und schon bald darf/soll Mitch an einem Bootcamp für zukünftige Anti-Terror-Agenten teilnehmen, das vom kochenharten Stan Hurley geleitet wird.
Dieser möchte dem ruppigen Mitch auch schon zu Beginn Manieren beibringen, dies gelingt ihm jedoch nicht gänzlich.

So kommt es, wie es kommen muss und schon bald muss Mitch in einer Mission das Zünden einer Atombombe verhindern…

Im Grunde weiß ich gar nicht richtig, was ich von dem Film halten soll.
Es ist zugegeben nicht mein Genre, aber ich fürchte, das ist nicht der einzige Grund, warum der Film missfällt.
Wenn der Film tatsächlich dazu dienen soll, die Wandlung Mitch´s von einem Studenten (oder so) zu einem 1A CIA Killer dazustellen, dann hat man hier das Thema klar verfehlt.

Der Zuschauer wird hier völlig vor vollendete Tasachen gestellt, was per se nicht schlecht sein muss. Allerdings gibt der Streifen nichts weiter her.
Wer auf knallharte Action steht wird hier zu wenig bekommen, wer auf feine Dialoge oder eine gut gezeichnete Story steht, wird mit dem Einschlafen kämpfen.
Gründe und Motivationen sind hier beinahe gänzlich an den Haaren herbeigezogen (warum der Schurke nach dem Offenlegen seines Motivs nun mit dem Wurf der Bombe droht, kann ich immer noch nicht verstehen).

Zudem schwankt der Film zwischen schonungslosem Töten und zweifelhaftem „Am Leben lassen“. Irgendwie hat man hier vor Beginn der Dreharbeiten keine Gedanken daran verschwendet und so kommt ein Hü und Hott daher, dass mehr ärgert als erfreut.

Alles in allem ein solider Agenten Film (Thriller wäre zu viel des Guten), der Fans des Genre jedoch wenig beglücken dürfte (was allerdings eine Einschätzung aus der Ferne darstellt – wie gesagt, bin ich dem Genre doch recht fremd).
Michael Keaton zeigt weniger, als er kann – ich fürchte, Dylan O´Brien wird mehr abverlangt als er (schon?) zu leisten ist.

4,5/10