Heute habe ich mir folgenden Film angesehen…. (2026)

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Dieses Thema enthält 87 Antworten und 8 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Profilbild von Shane54 Shane54 vor 10 Stunden, 32 Minuten.

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    Hangover 1-3 (Netflix)

    Eigentlich mag ich es nicht Filme zusammen zu besprechen. In dem Fall geht es wohl ganz gut. Die Trilogie schließt nämlich mit ihrem dritten Teil ordentlich ab und Teil 1 und 2 sind eh fast identisch.
    Wohl jeder kennt die Filme. 3 Freunde und ein Schwager feiern in Teil 1 und 2 Junggesellenabschied. Beide Male entarten sie im epischen Ausmaß. Das ist zwar meistens zum Fremdschämen und der verpönte Fäkalhumor spielt groß auf. Aber oftmals trotzdem zum Todlachen. Teil 3 will dann neue Wege gehen und ist eher eine Coen‘sche Satire aber schafft es Figuren aus Teil 1 und 2 Lebewohl zu sagen.
    Zumindest 1 ist ein echter Klassiker geworden.

    Hangover 1 9/10 Carlosse, Hangover 2 8/10 Mönche, Hangover 3 6,5/10 Giraffen

    #257250
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    After the Hunt (Prime)

    Eine College-Professorin befindet sich an einem persönlichen und beruflichen Scheideweg, als ein
    Starschüler einen ihrer Kollegen beschuldigt & ein dunkles Geheimnis aus ihrer eigenen Vergangenheit droht.

    Aufmerksam wurde ich in der Vergangenheit beim Trailer als beim Regisseur der Name Luca Guadagnino fiel.
    Der Mann hat immerhin Call Me by Your Name, Suspiria, Bones and All, Challengers & Queer zuletzt gemacht.

    Vielleicht war gerade deswegen auch meine Erwartungshaltung etwas höher als bei anderen namhaften Kollegen.

    Call Me by Your Name finde ich immer noch teils überbewertet. Suspiria mutig, exzentrisch, aber durchaus gelungen.
    Bones and All fand ich frisch, provokant & speziell. Queer etwas zu eindimensional & Challengers ist mein absoluter Liebling.

    After the Hunt stellt spätestens nach dem Trailer klar, um was es sich handeln wird. Auf welche Seite stellt man sich,
    welche Motive & Indizien werden hervorgezaubert und ist man am Ende noch der gleichen Meinung wie zu Beginn von After the Hunt.

    Die Frage steht & fällt mit der recht prüden, verklemmten und sehr philosophischen Inszenierung.
    Ich mag ausufernde Gespräche, wenn sie intelligent umgesetzt & auch bis zum Ende immer wieder neue Erkenntnisse schaffen.

    Der Cast ist durch die Bank gut besetzt mit u.a. Julia Roberts, Ayo Edebiri & Andrew Garfield.
    Vor allem aber der brillante Nebendarsteller Michael Stuhlbarg hat mich erneut wieder umgehauen mit seiner Performance.
    Michael Stuhlbarg ist pures Geld. Ihn sieht man sonst eher am Serienhimmel leuchten z.B. in Your Honor, Dopesick & The Staircase.

    After the Hunt macht mit seinem aufklärenden Ende immerhin allen Fragzeichen den garaus. So ist er immerhin dahingehend konsequent.

    07/10 Guadagnino’s

    #257252
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    The Mastermind (Mubi)

    In einer beschaulichen Ecke von Massachusetts um 1970 versucht sich der arbeitslose Tischler JB Mooney als
    Amateur-Kunstdieb und plant seinen ersten großen Coup. Doch der Plan geht schief und sein Leben gerät aus den Fugen.

    The Mastermind besticht mit seinem 70er Jahre Vintage-Look, einem starken Josh O’Connor & lebt von seiner
    musikalischen Untermalung. Selten konnte man ein Filmtitel am Ende der Sichtung mit so viel Ironie versehen, wie hier.

    Man könnte sagen der Film ist trist, langsam & schmucklos, aber gerade dadurch weckt er bei mir eine gewisse Faszination.
    So wirkt selbst der Raub fast als Nebenprodukt, der an der ganzen bodenständigen Umsetzung eigentlich ein Highlight sein sollte.

    Regie führt bei The Mastermind Kelly Reichardt. Neben Hauptdarsteller Josh O’Connor sind auch Alana Haim & Bill Camp dabei,
    die beide aber leider nur sehr wenig Screentime bekommen haben, obwohl hinten ihren Figuren noch so viel Potenzial steckte.

    Ganz am Ende fehlt dem Film etwas Selbsterkenntnis. Er geht zu Ende, lässt aber leider zu viele relevante Fragen offen. Schade !

    07/10 Hinweise

    #257276
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    Masterminds (Prime)

    Was für ein Zufall mit dem Namen :-)
    Hier handelt es sich um eine Komödie. Wer Filme wie „Dumm und dümmer“ mag, ist genau richtig. Interessanterweise gründet er wohl auf einer wahren Geschichte.
    Eine Gruppe nicht ganz heller Leute raubt ein Lager einer Geldtransportfirma aus. 17 Mio. Dollar. Das FBI ist ihnen auf der Spur.
    Ist nicht Shakespeare aber auch nicht Müll. Man kann lachen und die Chemie zwischen den Darstellern funktioniert. Viel besser aus erwartet und bewertet.

    7,5 / 10 Kontaktlinsen

    #257278
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    ❄️ Kleiner Tipp für Filme im Schnee aus meiner Sammlung bei dem aktuellen Wetter. ☃️

    IMG-8429

    #257280
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    Rental Family (Kino)

    Ein amerikanischer Schauspieler in Tokio findet neuen Sinn durch eine ungewöhnliche Arbeit bei einer
    „Mietfamilien“-Agentur, wo er Ersatzrollen für Fremde spielt.

    Rental Family ist ein wahnsinnig tiefgehender Film geworden mit einer berührenden Message. Man lacht, weint,
    schmunzelt & hat einfach eine wunderbare Kinozeit. Das Gefühl zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein.

    Regisseurin Hikari, bekannt durch die Netflix Serie Beef, schafft hier ein so herzensguten Film, bei dem eigentlich
    niemand auf der Strecke bleiben kann. So viele Momente, die sich in dein Gehirn einbrennen werden, weil sie so toll sind.

    Rental Family punktet mit einer herzergreifenden Story, starken Schauspielern und toll eingefangenen Momenten & Aufnahmen.
    Brendan Fraser spielt sich auch nach The Whale noch viel weiter in mein Herz. Er muss es gar nicht mehr erobern.
    Der Mann hat so eine Ausstrahlung, so eine schauspielerische Gabe & so ein gutes Händchen mit seiner Filmauswahl.

    Wie in Rental Family mit dem kleinen, gebrochenen Mädchen & dem älteren Mann umgegangen wird, lässt einfach jedes Eis sofort
    schmelzen. Rental Family geht ins Ohr & ins Herz und wird sich so vermutlich noch lange in meiner Top 10 2026 von Filmen halten.

    09/10 Ersatzrollen

    #257290
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    Sirât (Mubi)

    Zusammen mit seinem Sohn begibt sich ein Vater auf die Suche nach der verschwundenen Tochter
    in der Wüste Marokkos und erfährt eine spirituelle Reise durch Schmerz, Stille und Ekstase.

    Sirât ist ein sehr spezielles Werk, getragen von Techno Beats & markerschütternden Ereignissen mit immenser Ausdruckskraft.

    Regisseur Oliver Laxe schafft hier eine Welt & Kombination aus Bildern, Musik & Schicksalen, die man so oft nicht
    zu Gesicht bekommt. Wenn man die tosende Musik auch mal etwas leiser stellt, stört es auch die Nachbarn nicht so sehr.

    Diese Techno Beats sind aber eben auch ein markantes Stilmittel. Am Anfang wundert man sich noch bei der Einführung,
    was das hier werden wird, aber nach den ersten 15-20 Minuten flimmert dann auch erst der Titel über den Fernseher.

    Nicht ohne Grund. Von hier an erlebt man eine Reise, die man nur schwer verkraften kann & die auch etwas mit dir macht.
    Das kann man mögen, muss man aber nicht. Ich verstehe aber die Hingabe für dieses Projekt & das merkt man in jeder Einstellung.

    Sirât punktet mit seiner exzentrischen Musik, den tollen Landschafsaufnahmen & seiner Story, die zeitweise einfach einschlägt.
    Auch die Verwendung von recht unbekannten Charakteren macht Sirât noch mehr zu einem unbeschriebenen Blatt.

    7.5/10 Schmerzen

    #257293
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    Greenland 2: Migration (Kino)

    Die überlebende Familie Garrity muss die Sicherheit des grönländischen Bunkers verlassen und sich auf
    eine gefahrvolle Reise durch die dezimierte gefrorene Einöde Europas begeben, um eine neue Heimat zu finden.

    Kleiner Tipp: Behaltet den 1. Teil in guter Erinnerung, denn besser wird es nicht mehr.
    Teil 2 tritt auf der Stelle. Er versucht krampfhaft noch eine halbwegs glaubwürdige Story zu erzählen, scheitert damit aber.

    Ich denke es hat einen Grund, das außer der letzte Twisters kein neuer guter Katastrophenfilm die Leinwand erblickte.
    Auf der Streamingseite gab es 2025 immerhin mit The Lost Bus einen hervorragenden Vertreter, der aber nicht im Kino lief.

    Greenland 2 ist keine Vollkatastrophe wie Geostorm oder Moonfall zuletzt, aber vielleicht einer der Durchschnittsfilme 2026.
    Ric Roman Waugh hat eigentlich mit Shot Caller gezeigt, was er drauf hat. Nur Gerard Butler reicht hier einfach nicht aus.

    Top Empfehlungen meinerseits wären Take Shelter, The Wave, The Impossible, The Day After Tomorrow oder Snowpiercer.

    05/10 Kometen

    #257297
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    Bird (Mubi)

    Bailey lebt mit seinem Bruder Hunter und seinem Vater Bug, der sie allein in einem besetzten Haus im Norden von Kent
    großzieht. Nach einem Streit haut er ab und trifft auf den sonderbaren Bird, der zu ihrem engsten Vertrauten wird.

    Bird ist ein recht außergewöhnliches Coming of Age Drama geworden, das am Ende sogar mit kleinen Fantasy-Elementen überrascht.

    Regie führt Andrea Arnold, die man u.a. durch die Serie Big Little Lies und den Film American Honey kennt.
    Die Symbolik von Vögeln, deren Eigenschaften & Rolle im Leben wird hier als Stilmittel genutzt und geschickt implementiert.

    Bug ist arbeitslos, und seine neuste Geschäftsidee ist der Verkauf eines halluzinogenen Schleims, den er aus einer
    importierten Kröte namens „the“ gewinnt. Klingt verrückt, ist es auch, aber gerade dadurch bricht Bird das typische Sehverhalten.

    Bird zeigt vernachlässigte Familienverhältnisse, die aufgrund von Gewalt, Drogen & Verwahrlosung immer weiter abdriften.
    Das alles verleiht Bird eine authentischen Grad, der immer wieder zwischen Hilflosigkeit, Wut & purer Freude taumelt.

    Gerade die Figur von Franz Rogowski bietet genug Spielraum, um ihn zu hinterfragen & selbst zu reflektieren.
    Ist er nur ein merkwürdiger Außenseiter oder vielleicht nur eine Einbildung. Das alles kann der Zuschauer für sich entscheiden.

    Zum Cast gehören die talentierte Nykiya Adams, der verrückte Barry Keoghan & der deutsche Underdog Franz Rogowski.
    Besonders dieses Trio macht das insgesamt sehr überzeugend und verleiht Bird einen besonderen Touch, der sich abhebt.

    7.5/10 Spannungen

    #257299
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    La cocina (Mubi)

    Das Leben in der Küche eines New Yorker Restaurants, in dem sich Kulturen aus aller Welt während der Mittagszeit vermischen.

    Wer die Serie The Bear liebt, der wird auch mit La cocina seine pure Freude haben.

    Ein Film über das (Über)leben an einem multikulturellen Arbeitsplatz zwischen Angst, Zweifel, Wut, aber auch der Suche nach Hoffnung.
    Vor allem die Performance von Raúl Briones & Rooney Mara sind richtig stark und untergraben die Zweiklassengesellschaft.

    Das Bildformat & der schwarz-weiß Look sind ein wichtiger Teil der Inszenierung: Es wechselt zwischen dem engen
    4:3-Format (fast quadratisch, wie ein TV) innerhalb der Küche, um Enge und Isolation zu betonen, und dem breiteren
    16:9-Format (oder 1,85:1), wenn die Charaktere die Küche verlassen, was ein filmischeres Gefühl vermitteln soll.

    Dieser Wechsel verdeutlicht die klaustrophobische Atmosphäre des Arbeitsplatzes im Gegensatz zur Außenwelt,
    aber auch während den Pausen der Darsteller lernt man andere Seiten kennen – wächst oder entfernt sich noch weiter voneinander.

    Am Ende zeigt La cocina wie aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird, obwohl der Fehler ganz wo anders lag. Regisseur Alonso
    Ruizpalacios zeigt hier das schwierige Leben von Immigranten, die eigentlich nur auf der Suche nach einem längeren Aufenthalt sind.

    7.5/10 Auswege

    #257301
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    His & Hers Miniserie (Netflix)

    Eine Journalistin untersucht einen Mord in ihrer Heimatstadt und stößt dabei auf einen verdächtigen Detektiv.
    Jede Geschichte hat zwei Seiten – einer lügt.

    Diese Miniserie ist ganz großes Kino & meiner Meinung nach noch besser als Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery & Task zuletzt.

    Das Whodunit Genre bekommt eine neues Comeback & schafft es auch hier ganz falsche Spuren & Fährten zu legen und
    zieht dadurch genau seine Faszination über die gesamte Laufzeit. Ich dachte am Ende von Folge 1 bereits dem Täter
    auf die Schliche gekommen zu sein & war mir sicherer als bei anderen Genrevertretern zuvor. Betonung auf „Dachte“ !!!

    Creator William Oldroyd schafft in His & Hers zu großen Teilen an die Serie Ozark zu erinnern.
    Sei es der Look, die Versteckspiele oder die geschickt platzierten Täuschungsmanöver. Ich fühlte mich wieder wie zu Hause.

    Hinzu kommt ein hervorragend besetzter Cast, der mit Jon Bernthal & Tessa Thompson ein Duo bietet, das großartig aufspielt.
    Zum erweiterten Cast gehören u.a. noch Pablo Schreiber, Marin Ireland, Rebecca Rittenhouse, Sunita Mani & Jamie Tisdale.

    Ich konnte einfach nicht abschalten bei der knackigen Laufzeit von ca. 40 Minuten je Folge. Genau dafür liebe ich Miniserien.
    Es wird schnell etwas auf den Punkt gebracht, aber die letzten 20-25 Minuten der Gesamtauflösung sind die positive Überraschung.

    09/10 Whodunit

    #257306
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    The Last Viking (Kino)

    Ein aus dem Gefängnis entlassener Bankräuber muss das Gedächtnis seines traumatisierten Bruders freisetzen,
    um gestohlene Beute zurückzugewinnen.

    Eine herrlich schwarzhumorige Komödie, die so auch nur von Skandinavien kommen kann. Mitten ins Herz !

    Man nehme Anders Thomas Jensen auf dem Regieposten & ergänze seine Story mit 2 der beliebtesten
    Schauspieler des Landes – Mads Mikkelsen + Nikolaj Lie Kaas. Und man erhält das, was man so sehr liebt.

    Eine wunderschön vielschichtige Story, die zwischen der Krankheit, dem Leben & den Auswirkungen einhergeht.
    Mal wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort und eben auch im richtigen Kino mit den richtigen Zuschauern.

    Keiner, der gestört hat, alle waren oft am lachen, aber auch mal am schlucken, denn die Story hat einige Überraschungen parat.
    Manchmal geht sie in eine Richtung, die man nicht unbedingt erwarten konnte, kehrt dann aber wieder in den Normalmodus zurück.

    Auch die Idee Anfang & Ende mal etwas anders zu gestalten war eine kluge Idee, um das Thema Wikinger & Unterschiede darzustellen.

    Wer Mads Mikkelsen als Schauspieler mag & skandinavischen Produktion etwas abgewinnen kann, der hat hier eine sehr gute Zeit.
    King’s Land, Helden der Wahrscheinlichkeit, The Salvation & Adams Äpfel von Anders Thomas Jensen kann ich ebenfalls empfehlen.

    08/10 Wikinger

    #257310
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    Le Samourai (Disc)

    Ende der 60er drehte Melville diesen Krimi (Neo-Noir klingt vielleicht interessanter) über einen Killer, den die Polizei und seine Auftraggeber jagen. Die Story ist gut und die Inszenierung auch. Der einsame Samurai hat halt was. Aber wodurch der Film zu einem Klassiker wurde ist Alain Delon. Der kaltlose, von der Welt entrückte Killer ist sein Meilenstein. Die Rolle seines Lebens und seine stahlblauen Augen sind genau dafür geschaffen worden.

    9 / 10 Fedoras

    #257320
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    28 years later [Netflix]

    Ganze 28 Jahre ist zwar nicht her, dass der Wutvirus über England hinwegzog, aber lange genug, um genüsslich in Nostalgie zu schwelgen.
    „28 days“ mochte ich damals sehr, „28 weeks“ ließ für mich einiges vermissen, obwohl der Einstieg in den Film saustark war.
    „28 years“ hätte ich persönlich nicht gebraucht, als er bei den meisten Zuschauern aber sehr gut ankam, war ich doch verhalten neugierig.

    Europa hat das Wutvirus also besiegt, die Briten bleiben mit dem Zeugs exklusiv auf ihrer Insel zurück. Kein Mensch kommt hin, kein Mensch verlässt sie. Irgendwie spannend, aber für mich nicht völlig stimmig. Sei´s drum, es bildet nun also die Prämisse für eine Deindustralisierung einer Gesellschaft. Man geht mit Pfeil auf Bogen auf Jagd, natürliche Ressourcen sind rar, man lebt in Kommunen, in denen jedem alles gehört.
    Dazu ein stark maskulines Gehabe: Um den Sprung vom Jugendlichen zum Erwachsenen zu schaffen, muss man einen Virusträger getötet haben.
    Ein Vater kann nicht warten, und nimmt seinen erst zwölfjährigen Sohn mit vor die schützenden Tore der Gemeinschaft.
    Möglicherweise wird hier nicht alles nach Plan laufen…

    Den – im Grunde nichts verratenden – Teaser mit dieser Radionachricht fand ich stark. Im Film verpufft die hiermit umgesetzte Sequenz leider beinahe völlig. Auch das viel gelobte Teletubie-Intro schafft keinen so intensiven Sprung in die Geschichte, wie es sein Vorgänger geschafft hat. In Erinnerung bleibt das eine Mädchen, dass hier schauspielerisch das Highlight des Films bringt (ich hoffe, dass sie nicht in tatsächlicher Angst dort saß).
    Alles andere, aber insbesondere die zentrale Frage, ob eine Koexistenz von Mensch und Virusträger möglich sei, liest sich spannender, als es umgesetzt wird.
    Starke Momente werden postwendend mit Quatsch gekontert. Flucht ins alte Haus = stark, das Erlegen der verfolgenden „Zombies“ hinterlässt dann schon ein Geschmäckle und wie es der Zufall so will, stürzt dann Stunden später der Dachboden ein, in dem sich beide versteckt halten.

    Die üblichen Zombie-Krankheiten werden auch hier genüsslich durchgeführt. Die Viecher kommen nur dann in Scharen, wenn man es in Punkto Spannung benötigt. „Sei leise!“ heißt es zu Beginn, später laufen dann sämtliche Personen, teils lautstark, in ständiger Konversation miteinander rum.
    Sicher nur Kleinigkeiten, aber mich stören sie leider.

    Insgesamt ist es hier spannender, die kritischen Bezüge zur britischen und europäischen Politik zu suchen. Die hier gewählte Tonalität muss man dann auch mögen, um es richtig gut zu finden.
    Stark das Beenden eines Erzählstrangs zum Ende, nur schade, dass zuvor wenig bis keine Bindung zu den Figuren aufgebaut werden konnte. Das war rücklickend auch eine der Schwächen der Vorgänger, also im Grunde keine böse Überraschung.

    Wieviele Iphones beim Filmen genutzt wurden, interessiert mich eher am Rande. Ähnlich wie bei diesem IPhone Film in der Irrenanstalt zählt für mich dann doch mehr der Inhalt.
    Wer an der Optik der Kills seine Freude hat, dem sei sie gegönnt. Ich finde sich nicht potthässlich, aber sie faszinieren mich in keiner Sekunde (ja, Technikbanause ;) ).

    Schauspielerisch solide, teils sehr schöne Bilder (davon hätte ich mir tatsächlich mehr erhofft), gute Schicksalsbildung – aber leider auch etwas Ballast, der hier nicht reingehört hätte.
    Gut, es folgen zwei Fortsetzungen und am Ende wird man sagen: „Da guck! Deswegen war 28 years doch wichtig!“. Zu bewerten ist er jetzt aber alleinstehend.

    Nicht der anfangs befürchtete Totalausfall, aber leider auch nicht so stark, wie ich es hätte hoffen können.

    6/10

    #257322
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    Rental Family [Sneak Preview]

    Andere Länder, andere Sitten. Hier kommt die Kuh auf den Grill, woanders streift sie als Heiligtum durch die Gassen. Man könnte es sich einfach machen und die Dinge dann so zu akzeptieren, wie sie sind – oder man mischt sich schlicht ein. Das gibt es schon seit Jahr und Tag, manchal offensiv, manchmal schleichend.
    Wie aber kann da ein trauriger Amerikaner helfen?

    Phillip hat es nicht leicht. Seine Schauspiel- und Werbekarriere in Japan hat ein Ende gefunden. Unglücklich und vereinsamt zieht von einem Casting zum Anderen – alles ohne Erfolg.
    Dann aber bekommt er die Chance, als trauriger Amerikaner zu brillieren. Einsatzort: Eine Beerdigung.
    Dieses Engagement vermasselt er, bekommt in Folge aber weitere Chancen, sich zu beweisen.
    Denn eine örtliche Vermittlerfirma bietet den Menschen Tokyos allerhand Dienstleistungen an: Eine Frau möchte das Land verlassen, will ihre Familie aber nicht entehren, indem sie es „alleine“ macht. Kurzerhand kommt es zur fingierten Hochzeit mit Phillip. Frau glücklich, unwissende Eltern glücklich, Phillip traurig.

    Die Lage scheint sich nicht zu verbessern, als er obendrauf das Angebot bekommt, einen alternden Schauspieler als Filmjournalist zu interviewen. Seine Tochter möchte nicht, dass der Vater das Gefühl habe, vergessen zu sein.
    Etwas kniffeliger dann die Rolle als Vater. Eine alleinerziehende Mutter möchte ihre Tochter an einer Eliteschule anmelden. Der Haken: Für Alleinerziehende kein Einlass. Also wird ein Vater gebucht – und damit die Tochter sich nicht verplappert, wird ihr vorgegaugelt, Phillip sei ihr tatsächlicher Vater.

    Dass es nicht alleine ein Job bleibt, ist völlig offensichtlich.
    Und hier kommen wir in ein künstlerisches Dilemma.
    Die Story an sich, die Figuren, Begebenheiten, das Setting und vor allem Brendan Fraser funktionieren bis zum letzten Drittel des Films wunderbar. Geht man den Film anfänglich mit etwas Humor an, stellt man plötzlich fest, wie traurig das alles eigentlich ist.
    Traurige Menschen benötigen Hilfe von traurigen Menschen, die ihnen etwas Glück, Respekt, oder andere Emotionen „schenken“.

    Wenn Phillip bei der Prostituierten seiner Wahl liegt und sie ihm offenbart, dass er durch sein Engagement den Menschen näher komme als sie in ihren Diensten, ist das schon ein starkes Stück.
    Und diesen Ton trifft man sehr häufig.
    Das ist wunderbar, schmerzhaft, trostlos und stellenweise in sehr schöne Bilder gepackt (insbesondere der spätere Ausflug Phillips mit einem seiner „Klienten“ ist prächtig anzuschauen).

    Werden die Dinge überzeichnet? Schwer zu sagen, wenn man nicht selbst dort lebt, aber mit meiner Tochter habe ich z.B. einen Bericht darüber gesehen, wie Männer eine „Freundin“ buchen, um gemeinsam Eis essen zu gehen. Abendkurse über den Dialog mit Frauen („Schau sie an, wenn sie spricht.“ „Reagiere mit einem Lachen, wenn sie etwas witziges sagt“…). Einsame Menschen buchen Dienstleister, um für eine halbe Stunde in den Arm genommen zu werden. Menschen buchen Angebote, wo man ihnen das Weinen beibringt, andere lassen sich VR-Programme gestalten, in denen sie mit der KI Variante ihres verstorbenen Kindes zusammenkommen können.
    Das klingt allerhand, scheint aber kulturell gefestigt zu sein.

    Eine möglichst nüchterne Betrachtung der Szenerie wäre (meiner Meinung nach) das klar bessere Statement gewesen. So wird zum Ende arg westlich auf die Umstände geschaut und, mit locker aus der Hüfte geschossenen Lösungen, das Leben der Menschen bereichert.
    Ja, wenn es dann so einfach wäre….

    An diesem Punkt verliert mich der Film leider völlig. Das kurieren einer „kranken“ Gesellschaft mit Kalendersprüchen ist nicht das, was dieser Film verdient hätte.
    Dass durch das „Geschenk“ von Würde, Aufmerksamkeit etc. auch der unwissend „Beschenkte“ möglicherweise geschädigt wird, sollte eine Beobachtung sein. Und wenn man denn mit der westlichen Keule kommen möchte, erlaubt doch bitte einen Dialog mit der fernöstlichen Kultur. Sind wir gesellschaftlich so viel reicher?

    Gepaart mit den teils wunderbaren Szenen hätte ein unaufgeregter, aber „ehrlicher“ Ausgang der Geschichte hart treffen und lange in Erinnerung bleiben können.
    Alles was am Ende bleibt, ist dann ein Culture-Clash „Ziemlich beste Freunde“ und „Plötzlich Papa“ Anstrich.
    Wer es am Ende Happy mag, der wird sich freuen.
    Mich hat es leider verärgert.

    Dennoch, für lange Zeit sehr einprägsame Bilder und Momente: 7/10

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