DerSchweiger

Verfasste Forenbeiträge

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  • #223007
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    @derschweiger

    „The Movies“ habe ich zum Jahreswechsel verschlungen – wenn ich es nicht mit einer anderen Movie-Zeitreise-Doku verwechsle. Mein Augenmerk lag zunächst auf den Folgen von Beginn bis 70er Jahre
    Schönes Konzept, dass ich auch bei den umfassenderen Dokus „The 70´s“ und „The 80´s“ sehr mag.

    „Boyhood“ ist doch auch mit Hawke, oder? Für den Film fand ich noch keinen optimalen Zugang. Als ich ihn das erste Mal schauen wollte, gefiel es mir nicht – vielleicht sollte ich ihm wieder eine Chance geben (ist bei mir aber auch zugegeben völlig in Vergessenheit geraten)

    #222946
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    @derschweiger

    @hal9000b

    Schön, dass Du den Film gefunden hast. Mich hat der Film auch sehr gefesselt. Wie Du schon sagst, viele andere in meinem Bekanntenkreis können damit nichts anfangen – die Chemie passt da nicht.
    Auf die Fortsetzung darfst Du Dich freuen, die finde ich noch stärker als diesen hier.
    Danach bin ich auf Deine Meinung vom „Finale“ (Teil 3) gespannt…

    #222753
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    @derschweiger

    Goliath – Staffel 4

    Hurra, Billy McBride ist zurück!! Zwar hat ihn sein letzter Fall arg zugesetzt und die Spuren davon sind (wie in den vorherigen Staffeln) surreal eingewebt. Das fällt mir zugegeben manchmal schwer anzuschauen – insbesondere die Drogenfahrten in Staffel 3 fand ich schlicht ätzend – doch stellen diese Bilder nunmehr das wahre Innenleben unseres Billy dar.

    Einen Fall gibt es auch dieses Mal zu lösen: Wie immer groß, allmächtig und scheinbar unüberwindbar stellt sich der Gegner in Pose. Hier darf es nun J.K.Simmons sein, der ein süchtig machendes Schmerzmittel für Jedermann im Gepäck hat. Geht so gar nicht!

    „Goliath“ besticht erneut durch eine kluge, spannende und sorgfältige Erzählweise. Effekthascherei sucht man hier vergebens, dafür wird beinahe jedem Charakter in dieser Serie ausreichend Platz zur Entfaltung gegeben.
    Neben Thornton und Simmons spielt Nina Arianda erneut großartig. Haley Joel Osmont in einer kleinen Hauptrolle (oder große Nebenrolle?) fesselt ebenso wie Bruce Dern.

    Das Thema an sich betrifft mich nicht, aber das betrifft zum Glück auch Morde, und so kann auch dieses Thema für mich spannungspotential liefern.
    Bereits in der ersten Folge wird aufgezeigt, in welchem Dilemma die „Gute Seite“ steht, denn von den gezeigten Intrigen spüren sie nichts. Nimmt es Spannung, wenn wir schon sofort wissen, wer mit wem welches Bündniss eingeht? Ja und nein.
    Es ein bisschen wie „Derrick“ gucken. Der Mörder ist meist in den ersten Minuten bekannt – es folgt die Reise zur Verhaftung und im besten Fall ein Gefühl der Tiefe für die Figuren (inklusive Täter).
    So gern ich Derrick schaue, Billy kann er nicht das Wasser reichen. Das Gespann Thornton / Arianda spielt wieder mit den verschiedenen Empfindungen und Nähen, die man zum Thema gewinnen kann. Um zu verstehen, dass Billy McBride nicht der coole und überhebliche Staranwalt ist, muss man tatsächlich ganz vorne beginnen. Und es ist schön, dass ihm in jeder Staffel eine Entwicklung zur vorherigen Staffel gegönnt wird.
    Lächeln sieht man ihn in der letzten Staffel z.B. sehr selten – wenn man versteht, warum es so ist, erkennt man die Tiefe der Figuren.

    Wer keine Bindung zu den Figuren finden kann, wird diese Serie wohl als spannungsarm und langweilig empfinden – für mich ist Goliath aber immer wieder als Serie positiv aufgefallen, die sich keinem Trend beugt und ihre Figuren spürbar leben lässt.
    Bis zum Ende… mit Schrecken habe ich gelesen, dass es die letzte Staffel sein wird.
    Ein Jammer!

    8/10

    #222751
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    @derschweiger

    Son

    Eine Mutter und ihre Beziehung zu ihrem Sohn, der scheinbar anders als andere Jungs ist. Um zu erfahren, was da wohl im Argen liegt, muss man eine Weile zuschauen.

    Das habe ich nicht ungerne gemacht, aber die sinnvoll gut aufgebaute Mutter/Sohn Beziehung verliert sich dann zu sehr im filmischen Kauderwelsch.
    Die eingestreuten Thriller Elemente verlieren ihre Bedeutung im Grunde mit der Erkenntnis, was denn mit dem Jungen nicht stimmen könnte. Ab hier könnte nur die Horror-Schiene sinnhaftig gelingen, aber das misslingt völlig.
    Das Konstrukt, das sich Hintergrundstory der Mutter nennen soll, ist blöd wie nur was…das vorherige Zusammenspiel der Figuren wird dabei bedeutungsschwer in die Tonne getreten, ohne aber auch nur eine Regung zu erziehlen.

    Gut gemeint, nicht gut gemacht. Ich mag ja Horror, der in dieser Art gestrickt ist, aber „Son“ macht es weder erzählerisch noch bildlich gut bzw. spannend.
    Gehört eindeutig in die Kategorie „Horrorfilm, bei dem man gut quatschen kann“ – da mir jemand zum Quasseln fehlte, ging wohl auch der Reiz des Ganzen an mir vorrüber.

    4,5/10

    #222749
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    @derschweiger

    Hot Summer Nights

    1991 stirbt Daniels Vater. In unkontrollierter Trauer bringt er seine Mutter an ihre Grenzen, die ihn dann kurzerhand für die Sommerferien zu seiner Tante ins sonnige Cape Cod schickt. Und dieser Sommer, wird ihn dort „zum Mann (bzw. Erwachsenen)“ machen – wie es so schön in der Inhaltsbeschreibung steht.

    Das Prime-Bildchen zum Film hat mich ehrlich gesagt nicht fangen können, die durchweg positiven Meinungsbilder machten mich dann aber doch neugierig.
    Tatsächlich konnte mich „Hot Summer Nights“ bis fast zum Ende packen. Dabei weiß ich gar nicht mal so genau, warum. Die drei Hauptdarsteller agieren für sich ordentlich bis sehr gut, ihre Beziehung untereinander kann ich aber nicht so richtig spüren. Da hat es ein wenig an guter Chemie gefehlt, dennoch funktionieren die Szenen recht gut.
    Egal ob nun der romantische Part, die Momente des Aufeinandertreffens zweier „Außenseiter“ oder die (wie so oft) filmisch geschönte Drogenwelt – es wirkt innerhalb des Erzählstrangs plausibel, jedoch bleibt beim Zuschauen das Gefühl, als würde ich eine gespielte Doku sehen.

    Prominent wird das Jahr 1991 beworben, das Lebensgefühl und die Unbekümmertheit im Sonnenscheinv(sind die 80er schon wieder out??)…davon erlebt man tatsächlich kaum etwas, würde der an einigen Stellen zu aufdringlich eingespielte Soundtrack den Zuschauer/Zuhörer nicht mit aller Macht darauf stoßen lassen.

    „Hot Summmer Nights“ sieht gut aus, hat in den ersten 15 Minuten eine gelungene Einführung (die so leider auch schon oft gesehen wurde) und nimmt die jeweiligen Gefühlsmomente des Trios zum Anlass, um immer wieder Tempo einzustreuen.
    Nachvollziehbar ist es dennoch nicht immer und warum der „große Sturm“ bereits zu Beginn als bedeutungschwerer Grund des finalen Dramas herhalten muss… ja klar, Symbolhaftigkeit. Aber es ginge doch vielleicht mit weniger ausgestreckten Fingern „Da seht! Seht!! Der Sturm im Kontrast zur sonnigen Seite!!“ Ja, ach so.

    Der Erzählform des Films kommt man dann auch zum Ende auf die Schliche. Ist tatsächlich nett, aber eine spürbare Bindung zur Handlung kann sie auch nicht aufweisen.

    Das klingt alles wieder nach Mimimi, und ja, so richtig werde ich damit nicht warm. Warum mir der Film dann doch gut gefallen hat, wissen nur die Götter ;)
    Nein, ernsthaft: Der Hauptdarsteller Cast (wenngleich ohne gefühlte Bindung zueinander) ist gut anzusehen, das erzählerische Tempo ist gut gewählt, die Gefühlswelten der Figuren sind nachvollziehbar und man beschönigt dumme Taten nicht als „naive Handlungen, die nochmal ausgebügelt werden konnten“. Das ist einerseits sehr stark, auch wenn einige erzählerischen Tiefen (wenn man sie so nennen will) bei dieser Form des Endes auf der Strecke bleiben.
    Aber vielleicht ist es diese Unvollkommenheit, die es lebhaft macht.

    Für mich eine positive Überraschung.

    7/10

    #222747
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    The Apartment – Willkommen im Alptraum

    Sarah strebt eine Karriere im Mode-Bussiness an, ist zerstritten mit ihrem Vater und hat einen Job, in dem sie Überstunden machen muss (Schreck lass nach!). Auf der Suche nach einer neuen Wohnung bewirbt sie sich für ein Appartmant in einer familiär anmutenden Community. Als sie den Zuschlag erhält, ist die Freude groß. Doch die Nächte sind furchtbar gruselig… ob sie sich mit dem schnuckeligen Nachbar trösten kann??

    Zugegeben, das klingt recht einfallslos und man vermutet auch bald, was da möglicherweise im Busch sein könnte (besonders wenn man innerhalb des letzten Jahres einen ähnlich anmutenden Film über ein Seniorenheim gesehen hat…).
    Nur ist es leider wie so häufig: Die Idee könnte eine große Nummer in Serien wie „Twillight Zone“ und Konsorten sein, will aber als großer Film funktionieren.

    Nicole Bryden Bloom als Sarah macht insbesondere ab der Hälfte des Films eine gute Figur, stößt aber auch durch das wenig hergebende Drehbuch an ihre Grenzen.
    Alle anderen Darsteller sind nunmal da, stören nicht – bringen aber auch keinerlei Highlights in den Film.

    Mir schien es während dem Schauen, als wenn sich der Regisseur über die Makel des Drehbuchs bewusst war, sie aber mit Szenenbildern und Kameraeinstellungen zu kaschieren versuchte.
    Das ist leider nicht gelungen. Die Kamera ist hierfür immer zu dicht an den Personen, insbesondere an Sarah, dran. Kluge, interpretationswürdige Szenen entstehen in keiner Sekunde, aufkommende Dramatik wird schwuppdiwupp unter den Teppich gekehrt und im klassischen bloody-thriller-Stil zur Strecke gebracht.

    Das funktioniert für ein schmerzloses Anschauen, aber haften bleibt irgendwie gar nichts. Sämtliche Figuren bleiben maximal oberflächlich und auch Sarahs Wandlung innerhalb der Community beäugt man bloß mit mildem Interesse. Das hätte stark gezeichnet werden können, hätte aber andererseits auch mehr Sorgfalt im Drehbuch verlangt.

    Unter dem Strich bleibt dem Zuschauer eine Mahnung: Augen auf bei der Wohnungssuche!!

    5/10

    #222600
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    (Fear) The Walking Dead – Finale Season(s)

    Vor ein paar Jahren meldete ich mich vom Sehbetrieb, was dieses Serien-Universum betrifft, offiziel ab.
    Dann schrieb mir eine Freundin im Winter und meinte, ich solle da nochmal einen Blick riskieren – die Serienwelten gehen in die letzte Runde, da könnte was passieren…

    Vorher ließ ich mich grob auf den aktuellen Stand bringen (entweder hatte sie es eilig, oder es gab nicht viel zu erzählen) und dann wagte ich es doch nochmal.

    Ab hier: Vorsicht!! Wer die Folgen des letzten Herbst/Winter nicht gesehen hat, wird hier einige Spoiler mitgeteilt bekommen.
    Noch vorischtiger: Ich habe mich nicht im Guten von der Serie getrennt, möglicherweise bin ich dem Gegebenen nicht objektiv genug und der Ton ist nicht immer wohlwollend.
    Ich versuche, mich kurz zu fassen…

    The Walking Dead – Season 11.1

    OK, die Dinge änderten sich also. Zuerst mal das Gute: Rick und Michonne sind nicht mehr da dabei. Gefällt mir zunächst recht gut. „Baby“ Judith ist nun Nachwuchs-Sheriff – finde ich putzig, leider hat die Serie aber nie ein richtig glückliches Händchen mit Kinderdarstellern. Maggie ist zurück (ihr Fehlen ging an mir vorbei, daher völlig emotionslos zur Kenntniss genommen) und Negan ist jetzt ein „Guter“.
    Daryl und Carol sind noch dabei, der Rest ist gefühlt egal.
    So startete ich also unter neuen Voraussetzungen in den ersten Teil des Staffelfinales und am Ende von 8 Folgen bleibt unter dem Strich: Ist halt so wie immer.
    Von Fans und Kritikern wird die Staffel bisher über den grünen Klee gelobt, die Staffeln davor scheinen nicht das höchste Niveau gehabt zu haben.

    Dinge, die mich vorher zu sehr störten, sind allerdings beibehalten worden. Es gibt in jeder heiklen Szene den „Trottel des Tages“, der im Momenten der Stille wahlweise Dinge durch die Gegend wirft oder bei Kilometer freier Sicht, von einem auf dem Boden liegenden Walker gefressen wird. Manmanman, aber der Running-Gag scheint ein must-have zu sein.
    Die Stories an sich scheinen toterzählt. Wie oft trifft die Crew andere Gangs, leistet sich einen Trashtalk um dann am Ende die Hütten abzubrennen (bevorugt die Eigenen). Hier kommt Daryl also wieder in den Genuss, eine andere Gang kennenzulernen. Gottgeführt, weil der eigene Priester kein Interesse an seinem Herrn und Hirten mehr hat. Soll hier ein Charakterkonflikt erzeugt werden? Dann aber gähnende Langeweile.
    Dialoge und Szenen die ins Nichts führen. Dabei mochte ich einst die Folgen, in denen die Charaktäre etwas mehr Tiefe erhielten. Daryl und Beth in der Hütte? Großartig! Da war der spätere Tod von Beth tatsächlich ein harter Schlag.
    Heute weiß man, wie einst bei Star Trek: Kommmt ein Nebendarsteller auffällig oft ins Bild gelaufen, ist es ziemlich sicher seine letzte Folge.

    Dann sehen wir das Commonwealth und ach, hatten wir nicht schon mal Woodbury? OK, damals lief keiner in Stormtrooper Outfit durch die Straßen, aber das Städtchen aus der 3. Staffel verhieß ähnlich gute Zeiten.
    Ganz egal, welche Ordnung hier nun herrsch: Kenner der Serie werden es möglicherweise ahnen – Die Stadt wird von unserer Gang auch noch kaputt gemacht. Warum? Finden wir noch raus, aber irgendwer wird schon so richtig böse sein (denn im Walking Dead Universum gelingt es nur den Bösen, eine Oase mit funktionierender Infrastruktur und langfristig gesichertem Wohlstand auf die Beine zu stellen).
    Spannend? Zugegeben: Ja, das hier hat Potential, wenn man es dann hoffentlich nicht zu plump in die Tonne haut.

    Was tatsächlich gut gelungen ist: Maggie ist nun der Wolf im Schafspelz. Was ihr in Folge nach meinem Abschalten wohl alles widerfahren ist? Es tat ihr nicht gut, moralisch wird sie sich bald nicht mehr über Erzfeind Negan stellen dürfen (Schüsse in den Rücken der „Feinde“ waren zumindest nie seins). Wie sich das nun gestaltet, wenn der alte Kern der Crew damit konfrontiert wird, verspricht Spannung. Hier, und nur in diesem Kontext, fehlt tatsächlich Rick. Das hätte ein wirklich bitteres Finale werden können, wenn sich die Beiden dann im Kampf gegenüber stehen würden. Aber wir haben ja noch Judith dafür in der Hinterhand ;)

    Ja, lässt man das erste Drittel des Finales auf sich wirken, dann kann hier noch spannende Momente geschrieben werden. Weiterhin ein (zu) großes Manko ist die Fülle an Figuren, die plötzlich wichtig werden und mehr und mehr in die Folgen reingeschrieben werden.
    Die Serie wird noch mit großen Verlusten aufwarten dürfen, aber ob dieser (Over?)Kill dann auch wirklich sinnig gestaltet wird, oder bloß Effekhascherei werden wird, bleibt abzuwarten.
    Mein Tip: Von den übrig gebliebenen „Big Playern“ wird es Negan nicht lebendig ins Ziel schaffen. Dazu Eugene, aber ist er inzwischen Big genug?

    Fear the Walking Dead – Staffel 7

    Ist das tatsächlich auch die letzte Staffel? Möglich, ein Comeback-Crossover mit der Mutterserie halte ich aber für schwierig.
    Wieder eingestiegen in die Serie bin ich tatsächlich mit Staffel 7, den Bumms aus Staffel 6 habe ich damit verpasst.
    Für mich ist das OK, hat FTWD hatte ohnehin nie eine kontinuierliche Stimmung halten wollen. Das Apokalyptische Fallout Szenario ist dann also irgendwie die Sahne auf der Kirsche, oder so.
    Aber was haben wir hier? Zum Glück kaum noch jemanden aus Season 1! Die Bilder, die Szenengestaltung, das Tempo (wenngleich auch mit zu viel Bremse) und die damit einhergehenden Möglichkeiten liegen inzwischen im höhren Niveau als TWD. Einzig mit den Charaktären will man nicht so richtig warm werden. In jeder Staffel drehen sich eine oder mehrere Personen emotional und deutungschwer im Kreis, in der nächsten Staffel dann gefühlt anders herum.
    Bestes Beispiel hierfür (wieder einmal) Victor. Hui, jetzt ist er also der ultimative Bösewicht (natürlich mit einem Paradies unter seinen Füßen, während unsere Helden im nuklear verstrahlten Outland herumgeistern!!)…ach ne, je näher es der Halbzeit geht, kommen ihm doch Zweifel, und Tränen, und Mimimi…
    Man lobt ihn ja als einen Charakter, der aus jeder Situation seinen Vorteil ziehen kann. Mag sein, aber jedes Mal nach dem selben Schema? Irgendwann haben auch die guten Figuren aufgehört, sich zu entwickeln, bzw. werden zu Personen geschrieben, die als ihr böser/guter Zwilling agieren, bloß um die Story voranzutreiben. Das könnte hier für Alicia zutreffen. Nun gut, lebenden Toten will man das noch verzeihen.

    Tatsächlich aber stört mich hier, wie einfach man sich aus den jeweiligen Situationen befreien kann. Eine Atombombe schlägt ein und schwuppdiwupp hat jeder unserer „Guten“ eine komplette Strahlenschutzausrüstung zur Hand? Ja echt? Cool!
    Eine insgesamt gute Tonalität wird dann mit einer Nonsense-Folge völlig aus ihren Stukturen gerissen. Wrestling mit Zombies? Cool? …
    Das Dilemma mit dem aufgeblähten Cast hat man hier nicht, und doch bläht man die Folgen auf, als müsste man 100 Personen unterbringen müssen. Erzählerisch wird hier zu oft auf die Bremse getreten, ein Spannungsgefühl will sich mir nicht einstellen, eher ein „Mach mal hin jetzt!“. In anderen Momenten werden gute Stilmittel bis zur Ermüdung wiederholt („Blick aus der Maske heraus“).
    OK, das spricht dann wohl auch dafür, dass ich kein großer Freund dieses Unviersums werde.

    TWD: World beyond

    Nach Angaben meiner Freundin war eine Sichtung der ersten Staffel nicht zwingend nötig, das steigert die Lust auf die Serie dann zugegeben nur minimal.
    Staffel 2 (und auch letzte Staffel?) soll einige dringende Fragen des Walker-Universums aufklären – eine Rückkehr von Rick sei nur durch diese Serie möglich…?
    Nun gut, kurz gesagt: Was Staffel 2 bisher zu zeigen hatte, war dann doch recht blöd.
    Dabei gab es durchaus vielversprechende Themen, Szenen und Motive. Anstatt sich darauf zu fokusieren, und dabei möglicherweise auf die Hälfte des Casts verzichten zu müssen und das Setting um zahlreiche Nebenschauplätze zu reduzieren, darf man im klassischen Mutterserien-Ton mit ansehen, wie die Guten die Behausungen der Bösen kaputt machen (die wiederum – ihr werdet es erraten – in mutmaßlicher vorapokalyptischer Ordnung bei fließendem Wasser, Strom und Heizung leben, währen die Guten… ach!!).
    Gut? Nein!
    Kommt Rick zurück? Mir egal.. andererseits gäbe es so doch die mögliche Konfrontation mit Maggie?

    Ich muss zugeben: So richtig kalt lässt mich das zuletzt Gesehene nicht. Dafür war ich zu lange mit Freude und Spannung dabei, ehe sich ständig wiederholende Dummheiten in den Drehbüchern überhand nahmen.
    Dennoch glaube ich, dass man sich zwischenzeitlich zu sehr in die Irre geschrieben hat – das kommende Ende scheint dann aber für Vieles entschädigen zu wollen. Es drohen große Bumms, traurige Tode und der Sieg der Guten?
    Tatsächlich bin ich ein wenig hin und her gerissen: Der große Wurf ist die Serie nicht mehr. Auch die Ableger schwächeln zu oft, als dass man es als „sehr gut“ bezeichnen könnte.
    Und doch läuft es auf Momente hinaus, die Spannung und einen gewissen Kick versprechen. Ob das alles so eingehalten werden kann? Da habe ich zugegeben Zweifel.
    Als Nicht-Leser der Comics habe ich keine Idee, was da noch alles kommen könnte. Aber wahrscheinlich wird man ein Ende wählen, das nicht Dem der Comics entspricht.

    Egal wie: Ich habe Rolands Gang in den Dunklen Turm (Stephen King) überwunden, das kann selbst dieser Kosmos hier nicht mehr toppen ;)

    Fazit: TWD Mittelteil des Finales hat begonnen. Ich werde mir es aber am Stück, bzw. in kürzeren Abständen anschauen. Das Spannungspotential, die jeweilige Folge unbedingt schauen zu müssen und dann Spaß daran zu haben, darüber zu rätseln, wie es in der nächsten Folge weitergehen könnte, ist nicht mehr gegeben.
    Hier glaube ich noch an eine „OK“ Wendung.

    FTWD kann ich mir als Serie für Nebenbei vorstellen. Mit der Wahl der Bilder macht man gute Arbeit, der Rest wird dann beim LP/CD Sortieren seine Dienste leisten können.

    World Beyond kann dann bleiben, wo es bis vor Kurzem für mich war: Außerhalb meines Kenntnisbereichs.

    Falls hier Anhänger der Serie über meine Unkenntniss die Hand vor die Stirn schlagen, bitte ich um Nachsicht. Das anzuschauen ist irgendwie wie der Sex mit der Ex von vor einigen Jahren. Kurz nochmal spannend, ein optimistischer Blick in die gemeinsame Zukunft kann es jedoch nicht hervorrufen (zumindest stelle ich mir die Situation so vor ;) )
    Dass ich seither 3 oder 4 Staffeln „verpasst“ habe, mag dazu führen, dass ich jetztige Hauptfiguren nicht als solche erkenne – mag aber auch am stellenweise beliebigen Storytelling liegen.

    Wie geht es euch mit dem Serienkosmos? Weiterhin gut oder schon immer doof? Oder wird es erst jetzt richtig spannend?

    Sorry dafür, dass es hier etwas länger wurde, aber der „Gedanke“ musste dann mal raus – und wird oben genannter Freundin dann auch bei Zeiten um die Ohren gehauen :D

    TWD: 5/10 (gutes Konflikt- und Storypotential vorhanden)
    FTWD: 6/10 (in der Summe gefühlt etwas blöder, dafür stimmen öfter Tempo und fast immer Bild)
    WB: —

    #222242
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    @derschweiger

    Ach so… dann muss ich mich mal näher damit auseinandersetzen. Für mich klingt jeder Kanal irgendwie nach Abo, habe da völlig den Überblick verloren, wo wer was anbietet. Bin daher eigentlich auch nur (wenn überhaupt) über meine jetzigen Abos im Bilde.

    Aber ja, die Neusichtung verschiebe ich definitv auf ein andermal, gibt noch den einen oder anderen Titel, den ich die nächsten Wochen zuerst schauen möchte.

    #222227
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    @fkklol

    Ja, es war „The Loft“ auf filmtastic :)
    Dass es ein Remake ist, wusste ich gar nicht – danke für den Hinweis. Wäre ja nicht das erste Mal, dass der frische Anzug aus US nicht unbedingt der Bessere ist.

    Mit der „Zweitsichtung“ nehme ich mir dann Zeit, bis er irgendwo frei zu schauen ist

    #222209
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    @derschweiger

    The Loft

    Fünf verheiratete Männer teilen sich ein Loft, um sich dort heimlich mit ihren Geliebten zu treffen. Sofern die Terminabsprachen untereinander eingehalten werden, sollte das doch eine prima Idee sein.
    Als eines Tages eine tote Frau im Bett aufgefunden wird, ist der Trubel natürlich groß.
    Wie konnte das passieren, und wer war es? Und warum?

    Vorweg: Hitchcock hätte mit weniger Nebenschauplätzen und mehr Kammerspiel sicherlich etwas Großartiges daraus basteln können – diesem Film gelingt es nicht wirklich, durchgängig die Spannung aufrecht zu halten.
    Dafür dienen dann Rückblenden, persönliche „Ehemomente“ der einzlnen Männer und die eine oder andere Liebelei als auflockerndes Mittel.
    Das funktioniert zugegeben recht passabel, auch wenn ich kein allzugroßer Freund von Rückblenden bin.
    Das Motiv, um das hier eine Story gesponnen wird, ist dann am Ende doch eher mau, aber das Gefühl hat man schon zur Mitte des Films. Wirklich nachvollziehbar ist es nicht.

    Dennoch ist der Film keine Gurke. Das Tempo ist gut, die Darsteller wissen in den meisten Momenten zu gefallen. Schwierig war für mich, den Wirbel um die „Femme Fatale“ nachzuempfinden, aber da hat ja jeder andere Vorlieben.
    Einige Szenen hätte man sich schenken können und der Twist nach dem Twist ist dann wieder mindestens Einer zu viel.

    Insgesamt war „The Loft“ nett anzuschauen und hat mich zu später Stunde immerhin nicht einschlafen lassen ;)

    6/10

    #222207
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    Modern Love

    Entstanden aus persönlichen Geschichten einer Kolumne der New York Times sieht man hier verschiedene Episoden über das Glück und Drama der Liebe.

    Staffel 1

    Gezeigt werden unterschiedliche Menschen in unterschiedlichen Situationen mit verschiedenen Facetten des Themas Liebe.
    Das klingt möglicherweise abschreckend, aber die Tonalität der Geschichten ist in den meisten Fällen sehr angenehm anzuschauen und ein toller Kontrast zu meinen üblichen Sehgewohnheiten ;)
    Bermerkenswert: Auch wenn nicht immer alle Happy sind / bleiben, lies mich jede Episode mit einem optimistischen Lächeln zurück.
    Hervorheben würde ich die Episoden „Nimm mich so, wie ich bin, wer auch immer ich bin“, „Ihre Ein-Personen-Welt“ und „Das Rennen wird schöner, wenn es sich seiner letzten Etappe nähert“.
    Die übrigen Folgen sind auch auf einem guten Niveau, und auch wenn es mitunter arg dialoglastig ist, sind die Gespräche doch immer angenehm anzuhören.

    Staffel 2

    hat mich zugegeben weniger gefangen.
    „Die Straße des Lebens“ hat sich bei einer Laufzeit von 36 Minuten tatsächlich wie eine Stunde angefühlt. Obendrein war sie sehr einseitig und vorhersehbar.
    Andere Folgen sind weiterhin auf einem starken Niveau (Inhalt + Gefühl), etwa „Eine zweite Umarmung, mit weit geöffneten Herzen und Augen“ oder „Von Eulen und Lerchen“.
    Zwei Folgen sprechen direkt ein jüngeres Publikum an. „Bin ich…? Das Quiz“ trifft den Zeitgeist und ist gut gespielt… nimmt mich aber leider nicht so mit wie Staffel 1 oder die zwei guten Folgen der Staffel 2.

    Dann haben wir „Im Wartezimmer entfremdeter Eheleute“ und „Fremde im Zug“, die mir schon beinahe unsympatisch sind. OK, bei „Fremde im Zug“ kann ich beim Thema Covid nicht anders – da fehlt mir zugegeben die Objektivität.

    Dennoch wirkt Staffel 2 wie wenn eine Band ein Album mit B-Seiten veröffentlicht (nennen wir es mal „Reload“). Da lassen sich sicher einige Perlen finden, aber in der Regel hat es einen Grund, warum die Tracks keine A-Titel sind.
    Hier sieht man deutlich, warum diese Geschichten keinen Einzug in Staffel 1 finden konnten.

    Staffel 1 daher 7,5/10
    Staffel 2 „leider“ 5/10

    Doch weil hier das Gute überwiegt, insgesamt 7/10

    #222205
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    Der Rausch

    Vor einiger Zeit habe ich von diesem Film gehört und war interessiert, wie man das Thema denn umsetzen werde.

    Martin ist Lehrer… und die Luft ist raus. Die Bindung zu den Schülern hat er verloren, sein Unterricht ist öde, und auch seine Frau verliert die Lust an der Ehe (bzw. ihm).
    Während einer Party sprechen seine Freunde darüber, dass ein finnischer Philosph (?) die These aufstellt, der Mensch sei nur bei einem konstanten Promillegehalt von 0,5 zu Bestleistungen fähig.
    Prompt treten Martin uns seine Freunde einen Selbstversuch an.

    Der Gedanke scheint gar nicht so abwegig, wenn man sich daran erinnert, welch muntere Abende / Stunden man selbst im angeheiterten Zustand verbracht hat.
    Allerdings scheint die Theorie auch seine Lücken zu haben… vielleicht erinnert sich hier jemand an einen Vollrausch, der gar nicht so sexy im Abgang war.

    Der Film zeigt dankenswerterweiße, dass die Medaille Alkohol zwei Seiten hat. Beide werden eindringlich und fesselnd inszeniert und man ist gewillt, über das Pro und Contra von Alkohol (in mehr als geringen Mengen) zu diskutieren.

    Mads Mikkelsen macht in vorderster Front einen klasse Job. Großartige Darstellung der verschiedenen Gefühlsmomente, deren Folgen jederzeit nachvollziehbar sind.
    Auch der Rest vom Cast macht die Sache sehr gut.

    Amazon listet den Film u.a. in der Kategorie Comedy… so weit würde ich nicht gehen, auch wenn einige Szenen im anfänglichen Rausch erheiternd sind. Über allem hängt aber ständig (zumindest für mich) eine dunkle Wolke. „Der Rausch“ funktioniert daher möglicherweise besser als Drama.

    Zwei Stunden, die fesseln und beinahe im Flug vergehen – ein Finale, das die Gemüter spalten könnte.
    (Ein Happy End sehe ich hier nicht, aber ich verstehe, wenn andere anders empfinden).

    Ein mutiger Film mit interessanten Sichtweisen. Wird in naher Zukunft nochmal geschaut!

    8/10

    #222200
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    @hal9000b

    Deinen Argumenten kann ich gut folgen und ja, Sheriff ist die bessere Bezeichnung seines neuen Jobs… vor lauter Meckern habe ich das so schon gar nicht mehr mitbekommen ;)
    Tatsächlich wechselt die Serie schon hin und wieder den Ton. Nach dem Massaker bei den Sandleuten drückt er ja auch ziemlich aufs Gas (und trifft dabei natürlich auch die falsche Entscheidung… aber immerhin nachvollziehbar).

    Wenn ich mir die vielen guten Nostalgiemomente rauspicke, dann kommt die Serie tatsächlich ein bisschen besser weg, aber insgesamt überwiegen für mich die Stirnklatscher.

    Und auch wenn 4,5 hart klingt/aussieht – das ist für mich immer noch Mittelmaß, also noch „OK“. Vielleicht sind wir ja doch nicht so weit auseinander, wie unsere Punkte es ausdrücken mögen :)

    #222161
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    @derschweiger

    The Book of Boba Fett

    Schon seit einiger Zeit dämmerte mir, dass für mich alten Herren im Grunde nur Episode IV bis VI einen fest Platz in meinem Filmherz behalten werden. Die Prequels nehme ich mit, auch wenn es hier schon viel Grund zum Meckern gibt.
    Auf die Sequels hatte ich mich seinerzeit zwar gefreut, spätestens ab Episode VIII aber jede Hoffnung auf weitere Freude in dieser weit, weit entfernten Galaxie aufgegeben.

    Das heißt natürlich nicht, dass es anderen auch nicht gefallen wird… und seitdem Marvel aus jedem Namen drei Filme + xy Crossover/United/wasweißich Filme aus dem Hut zaubert, will man mit der Marke Star Wars scheinbar nicht hinten anstehen.
    „Roque One“ hielt ich noch für gut, „Solo“ ist Quatsch und andere Serien (das meiste ist wohl Anime) habe ich seit jeher gemieden.
    Mich interessiert zugegeben die Geburt,Kindheit, Schulzeit und möglicherweise mehrfache Todeszeiten eines (z.B.) Darth Maul nicht – selbst schuld, wird man sagen.

    Den Mandalorianer habe ich mal eingeschaltet, aber irgendwie keinen Zugang finden können (vielleicht schlechtes Timing, vielleicht auch s.o.).
    Nun gut, für mich gibt es ein Leben ohne Marvel, da wird es auch ohne Star Wars gehen…

    Dann kam „Book of Boba Fett“ und genaugenommen weiß ich gar nicht, warum ich eingeschaltet habe… vermutlich aber eine durchaus gute Erinnerung an die Original Trilogie. Zwar hatte Boba da keine große Screentime, zum Kult hat es dennoch gelangt und seinen Slpastick Tod hatte ich seit jeher ein wenig bedauert.

    Nun öffnet sich also eine neue Tür und „Tadaa“ – Boba lebt!

    Ab hier vorsicht! Spoiler und eigene Meinungen können folgen…

    „The Book of Boba Fett“ setzt einige Hebel in Gang, die mir ein schönes Wiedersehensgefühl wecken. Ja, das Setting mag ich, diese Alienrasse hat mir gefallen… oh, da war Luke auch schon mal… Familie Hutt ist auch dabei, ach, als wäre man nie weg gewesen.
    Das passiert teils in angenehmer Weise, in anderen Momenten wirkt es aber zu aufgesetzt und blöd.

    Nach der vierten Episode dachte ich, „Was ist das denn für ein Klamauk?“.
    Zunächst: War die Figur des Boba Fett schon immer ein Trottel? Sorry dafür, aber möglicherweise DER Kopfgeldjäger der Galaxie stellt sich hier in einigen Szenen derart verblödet dar, dass es schon weh tut.
    Seine Android-Freundin hilft ihm zum Glück erklärend aus, wenn er mal wieder irgendwas nicht kapiert oder einfach Unsinn erzählt… oder tatsächlich im Wartezimmer des Bürgermeisters (autsch) Platz nehmen will. Das sehe ich durchaus als Schwäche in der Umsetzung.
    Dann aber: (Und vielleich schon mal sorry, falls ich da etwas falsch verstehe) Wer hatte die Idee Temuera Morrisson als Schauspieler auftreten zu lassen? Also ohne Helm. Dieses Nicht-Schauspiel ist stellenweise kaum zu ertragen.
    Dazu darf er selten dämliche Sätze raushauen („Geh und mach viele Babys“ ist vielleicht ein ewiges Highlight im Star Wars Kosmos) und in Szenen agieren, für die er auch nicht zwingend das Alter, bzw. die Physis hat.

    Lange fragte ich mich, ob es allein an ihn liegt, dass mir die Serie nicht gefällt… aber tatsächlich habe ich auch arge Probleme mit der Sprache und der Nähe zu unserem Alltag, die hier vorgestellt wird. Vielleicht sehe ich das zu kritisch und/oder habe die OT in besserer Erinnerung als sie eigentlich ist, aber mir ist, als würde man da „gewählter“ mit den Worten umgehen, die gesprochen werden dürfen.

    Fragen über Fragen (z.B. Warum will Boba seine Rüstung aus dem Maul zaubern, wenn er mit ihr rausgeflogen kam?, Kümmert sich niemand in der Serie um Sicherheitslücken?, Wie glaubt Boba, sämtliche Gangsterbosse zu besiegen, wenn er nur eine handvoll Leutchen um sich hat – die dann zu allem Überfluss in Krisensituationen auch nicht wissen, was sie tun sollen…)

    Im Grunde wollte ich da mit der Serie aufhören (wohin der Weg geht, war mir derart egal, weil es absolut spannungsarm inszeniert ist), dann schaltete ich aber doch noch Folge 5 an und fragte mich, ob ich nicht versehentlich die Serie gewechselt hatte. Ne, war alles richtig so. Eine Folge ohne Boba Fett – und schwups ist sie die Beste bisher.
    Folge 6 hinterher, und was ein schönes Wiedersehen. Hat die Serie Luke, R2D2 und Co gebraucht? Eigentlich nicht, aber wenn auch diese Folge positiv aus dem Brei der 7 Folgen heraussticht läuft mit der eigentlichen Serie etwas schief.
    Ich will Folge 6 auch nicht besser bewerten als sie ist, das ganze Spektakel hätte man auf 10 Minuten straffen können, aber zugegeben: Das „Ach, das kenne ich daher, das habe ich hier gesehen… etc etc) funktioniert wie geschmiert und hinterlässt Spuren.

    Dann kommt es zum Finale und tja… Boba ist halt wieder am Start. Gründe, die nach 5 Minuten keine Gründe mehr sind (Schutz der Bevölkerung um dann die halbe Stadt in Trümmer zu hauen), ein Inszenario, das bloß aus Schnipseln vom Reißbrett stammen kann… Spaß macht es mir keinen.

    Nun kann man ja entgegnen, dass hier die Leuterung eines Kopfgeldjägers zum liebenden und schützenden Oberhaupt einer Stadt gezeigt werden sollte… aber dann ist man meiner Meinung nach völlig am Thema vorbeigerannt.

    Tja, was also hat es gebracht? Boba Fett wird für mich der 3 Minuten Kopfgeldjäger der OT bleiben, diesen Schmarn versuche ich schnellstmöglich zu vergessen.
    Optisch läuft dagegen vieles gut, auch das Schwelgen in Erinnerungen an einigen Schauplätzen gefällt mir.
    Der Serie an sich hat es kaum geholfen, eine gute Geschichte zu erzählen.

    Tatsächlich hätte ich mich hinterher gefreut, wenn ich die Serie gemeinsam mit einigen Freunden geschaut hätte um den Unfug bei einem Schluck Bier und ganz viel Gelächter genießen zu können. (Hat der/die das jetzt wirklich gesagt? Warum tut er/sie nun das?)
    So war es tatsächlich arg ernüchternd und unfreiwillig erheiternd.

    Sorry, wenn das nun der Weg ist, den man mit Star Wars gehen möchte (Episode 9 schlug ja ein ähnliches Kapitel auf), dann bleibe ich eingesperrt in Wohlgefallen mit meinen Episoden IV-VI und nehme die Isolation von sämtlichen neuen Scharmützeln aus diesem Kosmos mit Freude in Kauf – ging ja auch vor Boba Fett ganz gut.

    Sorry dafür, dass ich mich hier so auslasse, aber selten hat mich eine Serie bei anfangs hohen Erwartungen so ratlos zurückgelassen.
    -Und wenn die Sänfte nicht zerbrochen ist, spaziert Familie Hutt noch heute-

    4,5/10

    #221964
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    Die Serie hatte ich letztes Jahr entdeckt und in einem Wasch geschaut. Köstlich! Staffel 2 kommt da leider nicht mehr ran.
    Wer „Libero“ mag, wird Wull lieben :)

    Netter Blick in vergangene Zeiten, schön dass Amazon auch solche Sachen im Programm hat

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