DerSchweiger

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    Highlander

    Vorige Woche durfte ich in der Klassiker-Reihe unseres Kinos den „Highlander“ zum ersten Mal auf großer Leinwand schauen.
    Die Vorfreude war groß, war er doch in meiner Jugend einer meiner liebsten Filme. Dazu ein bisschen Bammel, ob der Film in der Erinnerung möglicherweise besser wegkommt als er denn wirklich ist (ich habe ihn seit vielen Jahren nicht gesehen).

    Zur Handlung ist wahrlich nicht viel zu sagen: Connor Macleod ist unsterblich (was ihm in seinem ersten Leben in den schottischen Highlands noch nicht bewusst ist). Überall auf der Welt verteilt leben sie, die Unsterblichen, mit dem Ziel, dass einer alle anderen besiegt und somit die gesammelte Macht der Unsterblichkeit in sich zu tragen.
    Joa…. hinterfragt man das nicht, klappt das Ganze auch ganz gut ;)
    Nach seinem ersten Tot und dem Erwecken der Unsterblichkeit, wird Connor von Ramirez trainiert, ehe es Jahrhunderte später zum großen Finale in New York kommen wird.

    Ich bin ehrlich, den Film kann ich nicht fair bewerten. Zu groß sind meine Erinnerungen an die ersten 10-15 mal, die ich den Film gesehen hatte. Handlung, Logik, Dialoge… vieles ist ein Tanz auf der Rasierklinge, und wäre es eine aktuelle Produktion oder gar eine Neuverfilmung, würde ich vermutlich kein gutes Haar daran lassen.
    Lamberts Schauspiel als „Highlander“ hatte ich zugegeben etwas besser in Erinnerung (ich glaubte, dies sei der einzige Film, in dem er schauspielere), dass Sean Connery seine Rolle nicht sehr ernst nahm, lässt sich auch nicht wirklich verschweigen.
    Dennoch sind die Nebenrollen für einen 80er Jahre Fantasy-Trash-Film erstaunlich gut geschrieben und in Szene gesetzt. Hier und da ein paar Schräubchen im Drehbuch gedreht, und das Ding hätte richtig gut sein können.

    Dass die Effekte nicht den heutigen Sehgewohnheiten entsprechen, sollte selbsterklärend sein. Dennoch sind einige davon erstaunlich gut gealtert.

    Kurz und knapp: Wer heutzutage jemanden, der den Film noch nicht gesehen hat, vermitteln möchte, dass er ein großer Klassiker ist, der wird gute Argumente suchen müssen.
    Dennoch ist „Highlander“ trotz aller Schwächen ein großartiges Produkt einer Zeit, in der ich das Kino mehr und mehr für mich entdeckte und auf ewig einen Platz in meinem Filmherzen haben wird.
    Wer sagt, der Film ist schlecht hat möglicherweise recht… aber dem würde ich öffentich nie zustimmen ;)

    Kopf-ab-Nostalgie Pur – das kann man nicht bewerten, bloß lieben :D

    #227865
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    Obi-Wan Kenobi

    Als die Serie rauskam, wollte ich von links und rechts nichts über die darüber wissen und möglichst unbefangen an die Sache rangehen.
    Wie schon bei „The Book of Boba Fett“ hier noch kurz der Hinweis: Star Wars Episode IV-VI sind drei meiner Allzeit-Klassiker, Lieblingsfilme, Filme, über die man stundenlang reden kann und es dabei nicht langweilig wird.
    Episode I-III konnte das Feeling nicht mehr einfangen, bescherte aber ein zähes wie nachvollziehbares Prequel zur klassischen Trilogie (von mir nicht geliebt und weihterhin eher mit Argwohn betrachtet), Episode VII – IX… ne.

    Der Star Wars Overkill hat dann irgendwann dazu geführt, dass ich kaum noch etwas Neues anschauen wollte, und erst bei „Boba Fett“ hellhörig wurde – war er doch eine meiner liebsten Star Wars Sammelfiguren, mit denen ich als Kind spielte.
    Die Serie ist großer Murks, ohne Nostalgie-Brille funktioniert sie nicht.
    Eine „neue Hoffnung“ hatte ich dann doch irgendwie bei Obi-Wan.

    1. Ewan McGregor
    2. Ewan McGregor
    3. Obi-Wan Kenobi

    Da kann doch nichts schief gehen!!

    Obi-Wan lebt versteckt vor dem Imperium auf Tatooine. Als gebrochener Mann arbeitet er in einer (Gammel)Fleischfabrik und wirft gelegentlich einen weit, weit entfernten Blick auf den jungen Luke Skywalker.
    Als er dann hört, dass Leia von Kopfgeldjägern auf Alderaan entfürt wurde, begibt er sich für ihre Rettung in große Gefahr – wird er auf dieser Reise doch gefordert, sein geheimes Jedi Leben zu offenbaren.

    Tatsächlich ist es nicht ganz das, was ich mir von der Serie erhofft hatte, aber OK. Es wurde ja oftmals krtisiert, dass beinahe alle neuen Star Wars Szenarien auf Sand und Dünen spielen, von daher ist ein Blick in neue Welten durchaus wünschenswert.
    Nicht wünschenswert dagegen ist ein schlimmes Schauspiel Abseits von Ewan McGregor und Hayden Christiansen (wenn er denn in Vaders Kostüm steckt), ein ebenso schlimmes Drehbuch, dummdämliche Sprüche und Dialoge…. man könnte beinahe glauben, es sei Spaceballs-Die Serie.

    Zwar hat die Serie durchaus starke Momente (die Aufeinandertreffen von Obi-Wan und Vader, aber auch Obi-Wan im vernünftigen Dialog mit Leia oder Lars), was mir hier und da das Herz höher schlagen ließ.
    Dann aber kommen da Klamauk Nummern hinzu, bei denen ich fast nicht glauben konnte, sie gesehen zu haben (Hat schon mal jemand eine dämlichere „Verfolgungsjagd“ gesehen, als die bei Leias Entführung? Ich meine, außerhalb des Benny Hill Kosmos). Egal auf welcher Welt, von denen einige zugegeben recht stark aussehen, irgendwo lauert immer mindestens ein dummer Moment, Charakter, Spruch… sucht es euch aus.

    Beinahe schlimmer als diese Patzer finde ich dass zwischen all diesen Figuren Obi-Wan mehr oder weniger bloß der Stichwortgeber ist. Entscheidungen treffen zumeist andere, die sind aber allesamt weniger glücklich als die von Obi-Wan selbst.
    Auch das ist ja irgendwie ok, wenn man sich denn irgendwann in dieser Mini-Serie auf einen Kurs hätte einigen können.
    Nicht nachvollziehbare Meinungsänderungen binnen Sekunden (oder sogar im selben Satz!! Meine Güte), kein Fokus auf ein zentrales Thema der Reise und so weiter und so fort.

    So blöd es klingt: „Boba Fett“ war inhaltlich vielleicht sogar die bessere Serie, scheiterte aber dermaßen schlimm am Unschauspiel des Hauptdarstellers. Hieraus zieht „Obi-Wan Kenobi“ im Grunde die einzige Strahlkraft. Ewan McGregor ist in solchen Rollen des gebrochenen und/oder leidenden Mannes beinahe unschlagbar. Warum man eine Serie mit solcher Stärke einem vorlauten Kind und einer „Dritten Schwester“, deren selten dämliche Motivation sich mir immer noch nicht erschließt herschenkt, mag ich nicht nachvollziehen.

    Wäre es irgendeine Sci-Fi Serie, würde ich nicht viele Worte verlieren und hätte vermutlich nach Folge 2 nicht mehr eingeschaltet. Hier haben wir aber eine Figur, die mir im Star Wars Kosmos viel bedeutet und deren Darstellung für die Zeit zwischen Episode III und IV eigentlich ein Selbstläufer hätte werden können….
    Nun denn, man entscheidet sich, das allerjüngste Publikum gewinnen zu wollen, was aus kaufmännischer Sicher vermutlich auch sinnig ist… wieder einmal zu sehen, wie lieblos eine Figur der klassischen Trilogie in die Tonne getreten wird, stößt mir dann aber doch übel auf.
    Dann zeigt doch lieber die vielen Abenteuer des jungen Luke und der jungen Leia, da weiß man doch gleich, was einen erwartet.

    Sogar Monate später kann ich mich nur schwer beruhigen.

    Knocked out – keine Wertung

    #227742
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    Diener der Dunkelheit

    Auf Amazon wird der Film als Nachfolger zum „Nebelmann“ beworben. Zunächt dachte ich da an den zähen „Schneemann“, aber nein, den „Nebelmann“ kenne ich tatsächlich nicht.
    Ob man ihn vorher gesehen haben muss, weiß ich gar nicht einzuordnen.
    Ist hier etwa der selbe Detektiv am Start?

    Vor 15 Jahren wurde Samantha auf dem Weg zur Schule entführt, sie wurde nie gefunden.
    Dann wird eine entführte Frau wird gefunden und in ein Krankenhaus gebracht. Dort erzählt sie einem Profiler von ihrer harten Zeit in einem labyrinthähnlichen Verlies, in der sie „Saw“Light Momente durchleben musste.
    Alles spricht dafür, dass es sich um Samantha handelt…

    Das Auftauchen Samanthas bringt den sterbenskranken Detektiv Jakob dazu, die damals aufgenommen Spuren nochmals zu verfolgen. Was hatte er damals übersehen?

    Häufig werden in Beschreibungen die Filme „Saw“ und „Donnie Darko“ genannt – beides halte ich tendenziell irreführend. Weil im Fall der Entführung von einem Mann mit Hasenkopf gesprochen wird, macht es doch keinen Darko Film. Ebenso der „Saw“ Vergleich: Samantha wird im Labyrinth „aufgefordert“ Rätsel zu lösen. Mit jedem gelösten Rätsel erhält sie eine Belohnung.
    So ist Saw? Dann habe ich da was verpasst :D

    Ja, ne – ich weiß schon, man sucht etwas, das dem optischen ein wenig ähnelt. Warum bei den Ermittlungen von Jakob dann kein „Sin City“ Vergleich fällt… ich will es dann nur mal so gesagt haben ;)

    Der Film ist etwas zäh, das muss man so sagen. Das macht ihn nicht grundsätzlich schlecht.
    Einige Szenen wirken etwas wirr, manche fast komisch überzogen.
    Möglicherweise punktet der Roman mit der Tiefe ihrer Figuren und den doppelten und dreifachen Böden der Handlung. Im Film wird zumindest ein Twist recht früh klar. Ein Zweiter eröffnet sich dann erst mit der letzten Szene. Bringt das einen „Holla Wow“ Effekt? Bei mir zugegeben nicht wirklich.
    Andererseits kann ich aber auch verstehen, wenn manch ein Zuschauer das Besondere an diesem Film sieht.

    Schauspielerischt sind wir irgendwo im oberen Mittelmaß. Das ist ok – sieht man dabei aber Dustin Hoffman so agieren, wie er agiert, dann ist es eher traurig.
    In der Summe ein „OK“ Film, der die Breite eines Thrillers zu nutzen versucht.
    Inwieweit die Rechnung aufgeht, entscheidet der Zuschauer für sich selbst. Ein Meisterwerk konnte ich nicht entdecken (dafür fehlt es schon alleine an der schauspielerischen Leistung (OK ungleich Meisterwerk!) ), der Doppeltwist dagegen ist gut. Im Roman möglicherweise effektiver als im Film.

    7/10

    #227740
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    „Don´t look up“

    Wow, ein Katastrophenfilm mit Star-Besetzung durch fast alle Rollen hinweg…

    Die große Debatte um den Film hatte ich zum Start verpasst, ich wusste also gar nicht, in welche Richtung der Zuschauer getrieben wird.
    Was ich in der Vermutung eines Endszenario-Dramas begannt, entpuppt sich also recht bald als Satire.
    Kann man machen, zumal vor Abschluss des Films Covid nicht zwingend allen Menschen auf der Welt ein Begriff war.
    So entpuppen sich einige „überzeichnete“ Figuren und „behämmerte“ Entscheidungen / Slogans als tatsächliche Inhalte unseres aktuellen Zeitgeistes. Da kann das Lachen schon mal im Halse stecken bleiben.

    Inhaltlich ist der Film simpel gestrickt: Ein Meteorit nimmt Kurs auf die Erde und wird mit ihr in ein paar Monaten kollidieren. Die Menschheit muss gewarnt werden, so viel ist klar! Nur – niemand will es hören.

    DiCaprio und Jennifer Lawrence spielen unglaublich stark – alleine ihre jeweiligen Szenen sind es wert gesehen zu werden.
    Drumherum dann das übliche Überzeichnen von Figuren und Unglaublichkeiten. 2,5 Stunden lang wird man hier durch den Film gezwungen, Vieles wiederholt sich (und macht es in Summe nicht besser), anderes wirkt erschreckend blass/billig.
    Da hätte es durchaus scharfzüngiger zu Werke gehen können, aber vielleicht trifft ja auch dies den Zeitgeist.

    Sehr stark sind die Momente, in denen der Film auch Drama erlaubt – und in denen einer der reichsten Männer der Welt, der führend in der Entwicklung künstlicher Intelligenz ist, die Bühne betreten darf.
    Ein Jonah Hill ist hingegen nur dafür da, um Jonah Hill zu sein. Auch Meryl Streep möchte überzeichnen, macht es aber plump und ideenlos.
    Ja, es ist Satire, aber wir sind doch auch nicht bei einer Figurenzeichnung wie in Sketch History.

    Nun ja, mit 2,5 Stunden ist mir persönlich der Film zu lang, auch weil viele böse Gags einfach nicht zünden wollen. Die starken Plots und Momente muss man sich beinahe alleine erarbeiten, was den Film dann doch auch wieder etwas wertvoller erscheinen lässt.

    Für mich dann doch einer der Filme, der nicht richtig wusste, wohin mit der Menge der Stars (wobei einige tatsächlich dezent agieren – bravo!), welchen Ton man annehmen möchte und wie man Gags mit hartem Biss erzählt.

    Fazit: Lawrence und DiCaptio saustark, der ein odere andere Charakter weiß auch zu gefallen – die Story bietet eine große Bühne nur ersetzt betrunkenes Gröhlen eben keine Oper.

    5/10

    #227737
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    The Sadness

    Ach, was hat man nicht schon alles über den Film gehört… der Härteste Film blabla. Bei „Sowas hast du noch nicht gesehen!“ bin ich häufig skeptisch, nun ist der Film aber per Prime zu streamen und ich habe mal einen Blick riskiert.

    Im Grunde ist „The Sadness“ nicht anders als jeder andere Day 1 Zombie / Virus Horror. Zumindest in seiner Grundstruktur. Allerdings geht der Film hier und da einen Schritt weiter als es meist üblich ist.
    Etwas säuerlich stößt mir der moralische Zeigefinger in Punkot „korrektes Verhalten während einer Pandemie“ auf, aber gut – wer in Zeiten von Covid einen „Killer Virus Film“ raus haut, der muss diese Parallelen eben ziehen.

    Dass die Menschen keine Untoten sind, sondern eher animalisch/bestialisch mutieren ist solala. Irgendwie fehlt mir dann die ultimative Bedrohung – streng genommen müssten die Viecher ja vielfältiger zu töten sein als mit „Du musst das Gehirn beschädigen“.
    Der Haken, sie sind dabei ähnlich flott unterwegs wie im „Dawn of the Dead“ Remake.

    Selbstredend wird hier nicht mit CGI gegeizt, aber die praktischen Effekte machen dann doch wieder den Unterschied. Gut in Szene gesetzt, für den Augenblick gelegentlich verstörend.
    Dass die Mutierten dann auch ein gesteigertes Interessen an „Verkehr“ haben wusste ich zunächst nicht so richtig einzuordnen. Im Sinne der Natur ist es aber auch irgendwie nachvollziehbar – der Mensch ist ja nicht fürs Töten allein geboren.

    „The Sadness“ erzählt eine ´Mann sucht Frau in Day 1 Situation´ und macht es meist konsequent. Die üblichen Kopfschüttler gehören dazu, dann aber wieder einige Einfälle, die in westlicheren Studios vermutlich gestrichen worden wären.
    Ja, hart ist der Film, blutig und nicht immer etwas für zartbesaitete.
    Hebt er sich dennoch von anderen Filmen des Genres ab? Na ja… der Zeitpunkt des Release hätte besser nicht sein können, allein dadurch bleibt er in Erinnerung.
    Aber alles Blut, Geschrei und Gedöns bleibt nicht sehr nachhaltig hängen. Dafür fehlt ein bisschen das Abholen des Zuschauers. Jedenfalls hatte ich in keiner Szene ein ähnlich beklemmendes Gefühl wie einst bei „Dawn“. Die Szene in der U-Bahn hätte so eine sein können, aber die wird dann doch eher als zynischer und blutiger Ausruf in Richtung „Mein Ich in den digitalen Medien“ genutzt. Eigentlich ein Jammer, wenn der Ton des Films doch meist ein sehr ernster sein will und dann mit Horror-Pups-Kaka Witz um die Ecke schleicht.

    Entschädigt wird der Zuschauer dann aber am Ende mehr als üblich. Da die Bindung zum Film aber nicht sehr intensiv war, verpufft der Effekt bei mir allerdings auch wieder rasch – wenngleich der Daumen nach der letzten Szene rasch nach oben ging.

    „The Sadness“ kann gut geschaut werden, ist aber (für mich) nicht unbedingt der Harte Kram, für den er verkauft wird. Hat man mal „Irreversible“ geschaut, dann übersteht man einige Szenen hier fast unbeschadet – was den Film hier natürlich nicht zum Feel-Good-Movie werden lässt.
    Einige konsequent erzählte Handlungsstränge sind durchaus positiv zu vermerken – wer dann aber eh nur wegen Blut und Gore reinschauen möchte, der wird hier eben auch seinen Genuss rausziehen können.

    6,5/10

    #227568
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    @Die_Runde ;)

    Mit Grusel- und Horrorfilmen bin ich zuletzt auch häufiger auf die Nase gefallen (auch wenn mir „We are all dead“) etwas frischer vorkam und mich zu einem „+“ verleiten ließ.

    Wenn derzeit ein Horrorfilm gehypt wird, bin ich sehr skeptisch – mir scheint, als hätten die „Hyper“ vom klassischen Horror nichts gehört und all die „neuen“ Ideen seien ja so wahnsinnig toll.
    Ich mochte z.B. „Midsommar“ im Kino sehr, starker Soundtrack und viel fürs Auge. Ich glaube, das Heimkino wird dem nicht gerecht werden (zumindest habe ich ihn in all der Zeit nicht nochmal geschaut), aber selbst damals hatte ich das Gefühl, dass sich Herr Aster an vielen Ideen anderer (klassischer) Filme bedient.
    Das macht er zugegeben geschickter als irgendwelche Menschen, die den x-ten Texas Massacre Reboot aufziehen wollen (tatsächlich jüngst ein neues Sequel entdeckt – Schreck lass nach!) und sich offensichtlich keine große Mühe geben wollen.
    „It follows“ ist für mich ein Beispiel dafür, dass man ohne viel Blut, Effekte etc. etwas Nachhaltiges auf die Leinwand werfen kann.
    Der Film ist natürlich auch nicht jedermanns Geschmack, aber ich war sehr positiv überrascht und die üblichen Horror-Plot-Holes wurden generös verziehen.
    Für mich zählen natürlich wachsende Atmosphäre und eine Geschichte (!), der man folgen möchte. Allein Letzteres wird ja – wie jüngst erwähnt – einfach auf einen Bierdeckel oder Handrücken gezimmert, Hauptsache die Effekte drummherum rumsen und bumsen.

    Dennoch sehe ich in den zuletzt geschauten Horrorfilmchen (auch wenn weiterhin viel Ausschuss dabei ist) wieder etwas Licht am Horizont – einige liefern netten, frischen Wind ohne dabei leugnen zu wollen, was sie da treiben.
    Vielleicht bin ich aber auch nur etwas entspannter beim Filmeschauen geworden ;)

    Schön, die kurze Diskussion hierüber gelesen zu haben und ebenso schön, dass man hier weiterhin auch anderer Meinung sein darf. (Wenn ich da andere Filmseiten anschaue, bleibt einem ja fast die Spucke weg).

    #227004
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    „All of us are Dead“

    In Südkorea bricht auf einer Schule ein schlimmer Virus aus, der den infzierten sogleich in einen Zombie verwandelt.
    Rasch breitet sich die Gefahr auf die naheglegene Stadt aus. Das Militär ist unterwegs und die Dinge entwickeln sich, wie sie sich überlicherweise entwickeln… oder nicht ganz?

    Die ersten zwei Folgen haben es mir nicht leicht gemacht, dran zu bleiben (bevor man fragt, wie ich Resident Evil schauen konnte: Es gab nach dem Urlaub eine CD- und Plattensammlung zu sortieren ;) ). Eine oder mehrere Personen gehen über einen Flur, irgendwo kommt ein grunzender Mitschüler aus einer Tür geschlichen, beißt jemanden, man rennt, rutscht prallt gegen Wände und flüchtet in ein Zimmer.
    Nächste Szene, eine oder mehrere Personen gehen über einen Flur…
    Zugegeben, wie soll es wohl sonst zugehen, aber gefühlt zwei Stunden lang eine Szene mit anderen Personen und anderen Fluren (von mir aus auch der Schulhof) zu zeigen und den Plot dann erst in der dritten Folge beginnen zu lassen, ist schon mutig.
    Wobei: Lest mal „The Stand“, in den ersten 200 Seiten sterben Menschen, mehr Inhalt gibt es kaum und es funktioniert – insofern, kein Vorwurf an diese Herangehensweise, aber dann sollten sich die Kills / Bites doch irgendwie unterscheiden lassen.

    Ab Folge drei begleiten wir mehrere Gruppen überlebender Schüler, die einen Weg nach draußen suchen – bzw. auf die Befreiung durch das Militär warten.
    Diese Geschichten funktionieren überraschend gut. Hier wird keinem Teenie ein Weltwissen von Nobelpreisträgern in sämtlichen Preiskategorien verliehen – sie sprechen, wie man nunmal miteinander spricht.
    Manchmal „nervt“ es, aber hey – es sind Kinder!

    Dazu werden Fragen gestellt und beantwortet, die in solchen Filmen niemals thematisiert werden (dürfen) – z.B. Was macht man, wenn man auf Toilette muss und mit 10 Mitschülern im Klassenzimmer gefangen ist? Drinnen wird es peinlich, draußen hast du dann aber schnell andere Sorgen.
    Das fand ich tatsächlich erfrischend und komisch, es wird sympathisch aufgelöst und so geht man mit anderen Fragen des Alltags inmitten eines Zombieangriffs um.
    Da bietet die Serie tatsächlich mal neue Perspektiven.
    Bei den vielen Nebenplots gibt es einige spannende, andere sind dann aber auch eher Füller.
    Immerhin steuert es auf ein gemeinsames Ende zu, nicht jeder überlebt und bis zum Ende weiß man nicht, wer es ins Ziel schaffen wird. Das ist wohltuend, auch wenn hier in einigen Szenen der jeweilige Kill aus Ballaballa Situationen entsteht, wo man mal rasch den Kopf schütteln möchte.
    Großer Pluspunkt: Die Zombies sind immer eine Bedrohung!!

    Dennoch: „Die zweite Staffel ist offiziel bestätigt“… ach man :/

    7/10

    #227002
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    Resident Evil (Die Serie)

    Dann haben mich die Zombies doch erwischt :D
    Ich bin kein Die-hard Fan der Games, auch wenn mir 1-2 Teile große Freude gemacht hatten (ich war eher im Silent Hill Kosmos unterwegs), den ersten RE Kinofilm fand ich seinerzeit auch noch ok… aber dann wurde es ja nur noch gaga.
    Den Reboot habe ich nicht gesehen, in der Summe also ohne großes Vorwissen in dieses Endzeitentstehungsszenario eingestiegen.

    Zwei Teenie-Schwestern ziehen mit ihrem Vater – ein bedeutender Mann bei Umbrella – nach New Raccoon City.
    Es kommt, wie es wohl so ist: Die eine Schwester wird von ihren Mitschülerinnen bereits am ersten Tag geliebt, die andere selbstredend gehasst. Warum? Joa…
    Natürlich tickt die Eine dann aus, während die Andere sich noch cool dumme Vorwürfe gefallen lässt, dann rasten beide aus, dann wieder nur eine usw.
    Am Ende geht die Welt unter.
    Inmitten der Zombiewelt möchte eine der Schwestern die Zombies erforschen, was sie ziemlich schlecht macht, aber aus Gründen des Fachkräftemangels wohl dennoch als die Nummer 1 der Zombieforschung des gebildeten Teils der Überlebenden gilt.
    Sie wird entführt, befreit – Peng Bumm, die klugen Überlebenden werden von den militärischen Überlebenden entdeckt – Peng Bumm und so weiter.

    Tja, man stelle sich vor, die Welt ist von Zommbie überflutet und die einzige Geschichte, die erzählt wird, ist die von zwei Menschenstämmen, die sich gegenseitig abballern. Wofür dann Zombies, Umbrella etc.? Klar, bringt Zuschauer, und so hat man mich ja auch vor die Glotze gezerrt.
    Zu danken ist hier aber niemanden. Als ich glaubte, weniger Inhalt, Tiefe und Charakterbleiche als in „World Beyond“ wird es in diesem Genre nicht mehr geben können, wurde ich hier eines Besseren belehrt.
    Schrecklich, einfach schrecklich was hier an Charaktären und auch Schauspielern auf den Zuschauer losgelassen wird.
    Wenn man sich denn nur hierüber aufregen könnte… ein äußerst nerviger, unpassender Soundtrack, der immer dann eingesetzt wird, wenn er am wenigsten Sinn ergibt.
    Eine Tonalität, die mit Resten von auf dem Flohmarkt liegengelassenen Endzeit-Comics begründet zu sein scheint.
    Zunächst schlimmes Teenie-Drama („Ich bin eine dumme Kuh“, „Nein, ich bin eine dumme Kuh“ – „Du bist eine dumme Kuh!“, „EY!!“), dann natürlich Horror wie man ihn noch nie in Horrorfilmen gesehen hat (hüstel hüstel) und schwuppdiwupp entdeckt der Autor seine komödiantische Seite und bringt ein paar Folgen lang ein ziemlich unlustiges, albernes und peinliches Kasperletheater aufs Papier.
    Die Erzählweise ist schlimm – wird in der Zombiezukunft ein drei-Sätze-Dialog zu Ende gebracht, springt man schnell in die Vergangenheit, erzählt irgendeinen Schmarn, springt in die Zukunft, in die Vergangenheit… ewig so weiter.
    Zugegeben kenne ich viele Filmfans, die Rückblenden als geniales erzählerisches Mittel empfinden – das dürfen sie natürlich auch so betrachten. Für mich sind Rückblenden häufig ein Mittel, wenn die Story sich in einer Sackgasse verliert und man nicht so recht weiß, wie man da rauskommen soll. Rückblick – Blick nach vorne – Huch, die bedrohliche Situation wurde ja inzwischen gelöst, ein Glück!
    So platt sich das hier anhören mag, so penetrant wird einem hier dieses Hin und Her um die Ohren gehauen, dass man dem Plot irgendwann ohnehin nicht mehr folgen möchte.

    Besser wäre es, denn was die Serie hier erzählen will ist – milde gesagt – überflüssig.
    Unglaublich, dass eine düstere und bedrohlich anfühlende Szenerie aus den alten Games (ja, ich kenne nicht alle, vielleicht sind die späteren Titel ja auch so geartet) nicht ansatzweise dunkel und bedrohlich verfilmt werden kann.

    Zombies waren neben den Zenobiten meine liebsten Horrorfiguren gewesen – seit Jahren aber wünsche ich mir, dass mal Schluss mit denen ist. Da wird alle 5 Jahre vielleicht eine brauchbare Idee gezeigt – und nein, die finde ich nicht in The Walking Dead ;)

    Puh, bin ich angefressen… ;) Da hilft hoffentlich eine andere Zombie-Serie…

    1/10

    #227000
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    Fear Street: Teil 1 – 1994

    Durch meine Tochter haben wir vorübergehend wieder Netflix. Vermisst habe ich es zugegeben nicht, jetzt wo es aber wieder da ist, kann man ja den einen oder anderen Blick riskieren.

    Mal schnell in den Horror-Bereich geschnuppert und neben gefühlt 1 Million Zombie-Titeln dann mal was für Killer-Liebhaber.

    In Shadyside läuft ein Supermarktangestellter Amok und tötet sieben Menschen, anschließend sich selbst.
    Unterdessen bläst Deena Trübsal, denn ihre Freundin hat sie verlassen und ist zu allem Überfluss auch noch nach Sunnyvale umgezogen. In ihrem Alltag wird sie zudem von ihrem jüngeren, chatsüchtigen Bruder genervt.
    Als (ehemalige?) Cheeleaderin nimmt sie an einer Trauerfeier im Rahmen eines Footballspiels zwischen Sunnyvale und Shadyside teil.Dort sieht sie, wie ihre Ex sich von einem Typen begrapschen lässt.
    Es kommt wie es kommen muss („Du dumme Kuh“ – „Selber dumme Kuh“), was letztlich in einem Autounfall auf der Heimfahrt nach Shadyside gipfelt.
    Dieser löst einen alten Fluch aus und noch in dieser Nacht, bekommt Deena Besuch von einem Maskierten Mann mit Messer – was aber nicht der letzte Serienkiller der nächsten Tage sein sollte…

    Ohne jedwede Erwartung bin ich den Film angegangen und hätte ihn beinahe nach 10 Minuten wieder beendet.
    Ich mag ja starke Soundtracks, manchmal löst ein gewählter Song ja auch das passende Nostalgie-Gefühl aus… hier schien es, als wäre das Drehbuch nach einer Auswahl von (sehr guten) 90er Songs geschrieben worden zu sein.
    Sehr aufdringlich und nervig.
    Dann aber fängt sich das Spektakel und es wird eine Geschichte erzählt. Eine zugegeben wirre Geschichte, aber völlig OK – so war es eben früher ;)

    Das Wichtigste: Der Film macht durchaus Spaß. Er nimmt sich selbst nicht vollends ernst, wird dabei aber keine unspaßige Parodie, sondern erzählt Konsequent einen Murks, über den man hier tatsächlich hinweg sehen kann.
    Das gelingt wohl deshalb, weil die zusammenhängende Gruppe lange Zeit zusammenbleibt und störende Personen von „Außen“ nur sehr knapp vorkommen.

    Nun wird dieser Film 2 Fortsetzungen mit sich bringen, ich frohlocke zugegeben nicht sooo sehr, aber vielleicht findet sich die Zeit, sich den beiden Filmen noch anzunehmen.

    Ja super, ein Film der eigentlich nicht ernst zu nehmen ist – der aber zugleich eine positive Überraschung darstellt.
    Starker Soundtrack, wenn auch sehr oft sehr falsch plaziert.

    7/10

    #226820
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    American Boogeyman: Faszination des Bösen

    Ted Bundy, wenngleich schon hingerichtet, ist einfach nicht tot zu kriegen. Schon wieder ein Film über ihn und seine Morde…
    was im Grunde gar nicht sooo ärgerlich ist: als Freund von True-Crime bin ich dieser Thematik offen gegenüber.
    Wenn man am Ende dieser Nummer aber sagen wird, dass im Vergleich dazu „Extremely Wicked“ (selbes Thema, andere Herangehensweise) als nicht ganz so schlecht aufzuwerten ist, dann läuft einiges schief.

    OK, in Sachen Produktion, Schauspiel, Setting bewegen wir uns arg nah an Asylum-Niveau, insofern sollte man zu Beginn nicht allzu streng an die Sache herangehen. Wenn man das akzeptiert, ist man über die hölzernen, dümmlichen und vom kleinem 1×1 der Drehbuchschule inspirierten Dialoge auch wenig erschüttert.
    Zu Beginn ist man auch relativ bemüht, die Morde vor der ersten Verhaftung nach wahren Begebenheiten aussehen zu lassen.
    Leider bleibt es hier bei den Bemühungen – die Figur Bundy wird hier auch nicht im Geringsten in seinen vielen Facetten angedeutet – tatsächlich scheint es, als würde hier ein x-beliebiger Michael Myers Klon mit einem VW Käfer durch die Gegend gurken.
    Irrtümlicherweise glaubt man, die Morde Bundys blutig auszuschmücken würden dem Horror der Figur gerecht werden.

    Eingebettet in das „lustige“ Morden erleben wir diletantische Ermittlungsmaßnahmen. Im Abspann wird dann Kathleen McChesney als erste FBI Agentin genannt, die mit ihrem Einsatz die etablierte Rolle der Frau in Polizeiarbeiten aufbrach und den Weg für weitere Frauen in diesem Beruf ebnete.
    Schaut man sich ihre Rolle im Film an, mag man das alles kaum glauben. Das es zu Beginn nicht einfach ist, Bundy auf die Spur zu kommen, ist ja tatsächlich so gewesen. Ob allein der vorherrschende Sexismus in amerikanischen Polizeibehörden dafür verantworlich ist, wage ich aber zu bezweifeln.

    Nun wird Bundy also verhaftet, er bricht aus… und spaziert unbehelligt auf einem Campus herum. Spätestens hier pfeift das Drehbuch auf „nach wahren Begenheiten“ und lässt Bundy im finalen Akt als blutlechzenden Killer durch ein Studentinnenwohnheim metzeln. Gut, gemezelt hat er hier ja, aber das während der Tat eine Polizistin vor Ort gewesen sein soll, die voller Eifer ihren FBI-Kollegen zum Parken weggeschickt hat, ist einfach nur saudumm erzählt.
    Schließlich will sie ihn vor Ort stellen. Tja, und wenn ein Cop oder eine Copin für ein derart „beherztes“ und „zielgerichtetes“ Eingreifen befördert wird, dann verstehe ich die Welt nicht mehr.

    Sei es, wie es ist – der Film ist eine Gurke. Realitätsnah bleiben einige Sequenzen seiner Täterhistorie und die Namen der Opfer. Ob und wie McChesney tatsächlich an den Ermittlungen beteiligt war, weiß ich zugegeben nicht. In der Form, in der sie hier dargestellt wird, kann sie jedenfalls nicht abgelaufen sein.

    Spoiler: Und wenn Bundy dann nach den letzten Morden einen Meter vor der Polizistin steht, „unsichtbar“ wird und in aller Seelenruhe durch die folgende Polizistenschar schlendert, ist entgültig Schluss mit lustig!

    Den Horror der realen Bundy Morde erspürt dieser Film in nicht einer Sekunde. Grund dafür ist der blasse, als bloßer Killer mit introvertiertem Lustempfinden gezeichnete Mörder. Durch Sex mit Puppen wird er nicht als schrecklicher Killer „unter uns“ gezeichnet, sondern bloß als Lachfigur in einem unterdurchschnittlichem Slasher Film.

    Have you seen this man? Ich lach mich schlapp!!

    1/10

    #226816
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    Bone Tomahawk

    Ich weiß, dass ich den Film vor Jahren mal angefangen hatte zu schauen – aus irgendwelchen Gründen hatte ich ihn aber nicht beendet.
    Bis vor Kurzem glaubte ich, er habe mir nicht gefallen.

    Purvis beschädigt eine rituelle Gedenkstätte von Indianern, die sich dann an ihm rächen werden. Neben Purvis verschleppen sie die Ärztin Samantha und den Debuty Rick.
    Der am Bein verwundete Mann von Samantha will den Indianern mit Hilfe des Sherrifs und weiteren Freiwilligen hinterher jagen.

    Ketzerisch könnte man sagen, viel mehr passiert in den kommenden zwei Stunden auch nicht.
    Tatsächlich gefällt mir der Weg zum Bau der etwas anderen nativen Einwohner ganz gut. Wir lernen die Charaktäre kennen, freunden uns mit ihnen an – oder man lässt es bleiben ;)
    Je nachdem wie sehr man sich den Herren verbunden fühlt, umso intensiver wird dann das Finale.
    Schon als ich den Film vor Jahren anschauen wollte, hielt sich das Gerücht, dass der er ziemlich hart sein solle.
    Nun gut, mit der Zeit haben sich die Gewaltorgien ja schon beinahe im Mainstream etabliert, so richtig erschrecken will es mich dann auch nicht mehr.
    Was mir allerdings gefällt ist, dass der erählerische Ton kaum verändert wird. Auch im großen Gemetzel nimmt man sich Zeit, lässt die Kamera „stehen“. Nichts verwackelt, nichts wird bespritzt… eine Wohltat für das Auge.

    Dennoch: Wenn der Kern des Films dieses „Geslashe“ ist, dann ist das Vermitteln von Tiefe beinahe vergeudete Zeit.
    Am Ende fühlte ich mich über den Großteil des Films sehr gut unterhalten – das Gekloppe zu Beginn und am Ende nimmt man dann eben irgendwie mit.

    Unter dem Strich womöglich ein Film, der nicht sehr viele Zuschauer glücklich zurücklassen wird.

    7/10

    #226040
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    The Ice Road

    Eine abgelegene Diamantenmine stürzt ein, die vielen überlebenden Arbeiter wollen gerettet werden. Bei der drohenden Sauerstoffknappheit bleibt nicht viel Zeit, also wird eine „Ice Road Firma“ (oder wie nennt man die Sparte?) damit beauftragt, die nötigen Bohrer so schnell wie möglich ans Ziel zu bringen. Der Haken (wer ahnt es nicht?) – der kürzeste, und damit schnellste Weg führt über das allmählich auftauende Eis im Norden.
    Der Trip wird somit nicht nur ein Rennen gegen die Zeit, sondern auch gegen den Tod.

    Ja gut, wenn man mal nicht weiter weiß, dann holt man eben Liam Neeson aus der Kiste. Passt schon irgendwie.
    Tatsächlich hatte ich anfangs auch ein überraschend gutes Gefühl bei dem Film (die letzten Filmchen von Neeson hatten zu viele Längen, als dass sie irgendwie gut gewesen sein könnten). Das Intermezzo in der Mine ist mir etwas zu dick aufgetragen – schade, dass es den ganzen Film über durchgeboxt wird.
    Dagegen die „Vorgeschichte“ von Mike und seinem Bruder mit geistigem Handicap war gut in den Fokus gesetzt. Auch der Antrieb, einen schnellen Job zu haben und nicht „Ich werde alle Menschen retten, koste es was es wolle!!“ kam bei mir sehr gut an.
    Dann geht das kleine Team also auf die Ice Road und just als ich glaubte, einen schönen Charakteraufbau mit einigen Unwegbarkeiten vorgesetzt zu bekommen, rutscht der Film auf dem Eis aus.

    Dass ich kein bedingungloser Freund von CGI bin, muss ich möglicherweise nicht betonen. Wenn man sich nun anschaut, was hier an Computereffekten auf Film gerotzt wird, gibt es wohl kein Argument, das mich milde stimmen könnte.
    Meine Güte, da ist man ja plötzlich auf „Sharkanado“ Niveau.
    Nach gemächlichem Aufbau geht es dann auch holladihopp weiter, ein Bumms folgt dem Nächsten – eine gut klingende Geschichte wird nun mit groben Unfung unter das Eis gekloppt.

    Jedes weitere Wort hierüber ist auch schon zu viel… bis zum Ende belanglos, blöd, optisch eine Zumutung. Vor lauter an die Stirn klatschen verpasst man einiges der tiefgreifenden Dialoge… gut so.

    Da guckt man sich dann doch lieber die Dokus in irgendwelchen Mittagsprogrammen an.

    3/10

    #226038
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    Night Sky (Staffel 1)

    Irene und Franklin genießen ihren Lebensabend. Zu Hause in einem beschaulichen Städtchen, aber auch verfolgt von Schatten der Vergangenheit.
    Trost/Hoffnung/Ablenkung bietet da ein geheimer Bunker hinter ihrem Keller. Dorthin ziehen sie sich an manchen Abenden zurück um auf einen fremden Planeten zu reisen.
    Ein Raum, der wie ein Wohnzimmer mit Blick auf fremde Sterne und Monde eingerichtet ist. Draußen waren sie noch nie, wie auch – sie sind ja keine Astronauten.
    Eines Tages aber erfahren sie, dass sie nicht als Einzige von diesem Raum wissen…

    Ach, was war das ein schöner Start. Sissy Spacek und J.K. Simmons harmonieren wunderbar, sitzen mit Ehrfurcht aber auch Gewohnheit da und betrachten sich den Himmel einer fernen Welt. Wo kommt das Ding her, wo führt es hin, warum ist es da?
    Erstmal nicht so wichtig – es ist da und neben diesem wundersamen Raum erleben wir die Rentner, wie sie sich mit ihren neuen Nachbarn herumschlagen.
    Nach und nach lernen wir weitere Menschen kennen, weit weg in Mexiko. Wie das zusammenpasst? Tja, da sind wir am Haken der Geschichte.
    Warum nicht eine kurze Geschichte (Mini Serie) über den kleinen Kosmos Rentner, Nachbarn und fremder Planet? Weil es sonst keine Verschwörungstheorien, Twistgeplänkel, künstlich erzeugte Thriller- und Dramaelemente geben könnte.
    Ach, was wäre das schade gewesen…. ne, ernsthaft. Alles nach Folge 1 fühlt sich für mich irgendwie unrund an. Gewiss hat man bei der Inhaltsbeschreibung und dem Bildchen eine (Wunsch-)Vorstellung, worum es denn gehen könnte. Da ist es nicht immer schön, wenn der Hase in eine andere Richtung läuft.
    Was in Folge möglicherweise mehr stört als die künstlich gestreckte Handlung, sind zahlreiche Huschhusch-Kopf-aus Momente, die den Figuren und der Geschichte nicht gerecht werden können.

    Ganz sicher möchte ich niemanden den Spaß an der Serie nehmen, aber ab Mitte Folge 2 weiß man im Grunde schon, wie die letzte Folge aussehen wird (möglicherweise den einen Toten mehr oder weniger).
    Da hilft auf Dauer das sympathische Spiel von Spacek und Simmons nicht aus. Der Rest macht mit, erreicht aber nie die Leichtigkeit der vermeintlichen Protagonisten. Das sieht alles irgendwie lustlos aus (insbesondere die „Tiefe“ zwischen Mutter und Tochter).
    Fragen beantwortet diese Staffel übrigens kaum eine (ein vermeintlich Verstorbener wird gar nicht mehr thematisiert, obwohl man doch eigentlich über ihn stolpern müssste…), es soll nun mal ein Appetithäppchen auf Staffel 2 und Folgende sein.

    Man soll ja niemals nie sagen, aber nach vielversprechendem Start hat mich die Serie nicht wieder zurückholen können. Die neuen Fragen, die sich aufdrängen, wollen ja möglicherweise auch in den Hintergrund geschoben werden… Night Sky 2 darf gerne kommen, ich schaue dann eben was anderes ;)

    4,5/10

    #226034
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    Severance (Apple+ TV)

    Eine Serie hatte ich mir dann noch bei Apple ausgesucht. Eigentlich sprachen mich Inhalt und das Werbebild nicht an, andernorts hörte ich aber auch, dass man hier vermutlich die beste Apple+ Serie schauen werde…

    Mark arbeitet in einem Unternehmen in der Macrodatenverarbeitung. Das kleine Team ist bestens aufeiander abgestimmt, bis er die Nachricht bekommt, ab sofort Abteilungsleiter zu sein. Prima! Erste Aufgabe: Die neue Kollegin Helly ins Team aufnehmen…

    Kein Spoiler, denn mit diesem Wissen wirbt die Serie: Alle Angestellten im unteren Bereich der Firma haben sich operativ das private Bewusstsein vom Beruflichen trennen lassen. Das bedeutet, dass der Outie (der Private) keinerlei Erinnerungen und Gedanken an seine Arbeit hat, und sich voll und ganz den Irrungen und Wirrungen des Lebens widmen kann.
    Der Inie (der Arbeiter) verlässt gefühlt niemals das Büro, hat keinerlei Erinnerungen an sein privates Leben (Frau, Kind, Glück und Pech…) und widmet sich vollumfänglich der bedeutsamen Arbeit in einem grellweißen, menschenleeren Labyrinth aus Gängen, Fluren und verlassenen Büroräumen.

    Die erste Folge beginnt für mein Empfinden etwas zäh – das Ambiente, in dem wir uns befinden spricht mich nicht an und weckt zunächst auch keinen Forscherinstinkt.
    Dann lernen wir mehr und mehr die vier Menschen im Büro kennen und die Geschichte beginnt sich zu entwickeln. Pikant: Wir erfahren bis zur letzten Folge nur über das Privatleben von Mark. Das soll mich als Zuschauer möglicherweise näher an die Figur bringen, aber am Ende vom Tag ist Mark der Charakter, der mir am meisten egal ist.
    Spannender dagegen ist Helly, die etwas Probleme damit hat, sich von ihrem Outie getrennt zu befinden. Die Dynamik, die ihre Figur einbringt ist verständlich und treibt die Stroy voran.
    Die übrigen Kollegen, die zu Beginn als treue Lemminge dargesellt werden, bekommen mal und mal mehr Tiefe – etwas, das man Mark irgendwie nicht schenken wollte.

    Optisch holt mich die Serie nie ab. Das klinisch sterile Arbeitsumfeld soll natürlich Unbehagen erwecken (da kann doch etwas nicht stimmen…), befinden wir uns dann in der äußeren Welt, ist alles irgendwie dunkel und wirkt nicht recht real. Viele Szenen erinnern mich dabei an jüngere Sci-Fi Mystery Serien wie „Black Box“, in der die Gegenwart oder nahe Zukunft in dystopischen Anleihen gezeigt werden will.
    Tatsächlich aber scheinen wir uns im Hier und Jetzt zu befinden. Möglich, dass ich da etwas verpasst habe, aber im Grunde ist es auch egal. Wahrscheinlich soll es so auch in 30 Jahren noch aktuell wirken.

    Tja, eigentlich klingt es, als würde es mir nicht passen, was ich da gesehen habe – aber tatsächlich hat die Story einen guten Spannungsbogen, bringt einige Aha-Effekte, die nicht plump auf Effekthascherei gemünzt sind und lässt dem Zuschauer Raum, sich ebenfalls Fragen zu stellen und die Figuren beim Erforschen zu begleiten.
    Der Cast ist ok, da haut mich tatsächlich keiner richtig vom Hocker, aber bis auf Mark und vielleicht noch Harmony (Filialleiterin ?) fällt niemnand negativ ab.
    Dafür birgt die Story einigs an Spannungspotential, ohne dabei an den Fingernägel kauen zu müssen.
    Einige Szenen sind durchaus nachhaltig inszeniert, was mir die Büroclique durchaus intensiver im Gedächtnis halten lässt, als einen texanischen Fußballtrainer oder irgendwelche Mond / Marsastronauten.

    Staffel 2 scheint so sicher wie das „Amen“ in der Kirche – wird aber außerhalb meines Probemonats stattfinden und wird mich auch ehrlich gesagt nicht weiter interessieren.
    Warum, wenn die letzte Folge doch mit einem fiesen Cliffhanger endet? Weil die Katze aus dem Sack ist und ich mir schon ausdenken kann, wie die nächsten Folgen inhaltlich gestrickt sein können.
    Dennoch fühlt es sich gut an, die Serie auf diesem Weg zu verlassen. Das Hier ist soweit geklärt…ich komme damit gut zurecht :)

    7,5/10

    #225863
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    Shining Girls (Apple+ tv)

    Kirby wurde vor Jahren Opfer eines grausamen Angriffs, den sie gerade so überlebt. Seither (oder auch schon davor?) verändert sich ständig ihre Realität. Mal nur in wenigen Details, dann aber auch gravierend.
    Schwer, sich darin zurechtzufinden und erst recht, als seelisch verletzte Person mentale Stärke zu behalten.
    Ein aktueller Mord ähnelt stark den von ihr erlittenem Angriff, so wittert sie eine eine Chance, dem Täter (und der wechselnden Realität) auf die Schliche zu kommen.
    Hilfe erhält sie von einem Reporter und Kollegen. Die Wandlungen machen nicht halt, der Mörder scheinbar auch nicht…

    Eine schwierige Serie, in die man sich erstmal reinschauen muss. Der erste Zugang fiel mir nicht leicht, aber mit Elisabeth Moss´ Hilfe gelingt es dann irgendwann.
    Trotzdem bleiben die Folgen lange sperrig. Der Killer soll natürlich Angst und Schrecken beim Zuschauer erzeugen… gelingt so semi.
    Ab Folge 6 widmet man sich ihm intensiver und plötzlich wird daraus eine gefühlt andere Serie. Tatsächlich macht es mir bei Folge 6-8 mehr Spaß zuzuschauen. Das Tempo ist nicht dramatisch höher, aber das, was passiert erscheint zumindest greifbar.

    Optisch ist die Serie einwandfrei. Da sieht fast jede Szene stark aus.
    Mit Folge 8 rutschen wir dann mit einem Cliffhanger in die wohl kommende Staffel 2… ja, ist ok. Die Herangehensweise der Serie gefällt mir auf Dauer nicht ganz – da werden sicher „moderne“ Sehgewohnheiten angesprochen, also ist das auch kein Beinbruch.
    Insgesamt, weil mir die letzten Folgen tatsächlich gut gefallen haben:
    7/10

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