DerSchweiger
@derschweiger
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21. Oktober 2026 um 19:47 #263182
Sacrifice [Sneak Preview]
Ein Film, über den ich zum Glück zuvor nichts gehört hatte!
Milliardär Ben veranstaltet eine Charity Party irgendwo auf Griechenland. Nachdem die Erde ihrer Rohstoffe beraut wurde, will man davon abkehren und sich dem Grund des Ozeans widmen.
Geile Idee, alle TikTok Hipster spenden Applaus.
Der ebbt auch dann nicht ab, als ein ortsansässiger Kult die Veranstaltung stürmt und die Anwesenden als Geisel nimmt.
Benötigt werden ein „Vater“, eine „Braut“ und ein „Held“. Ziel ist es, den Weltuntergang abzuwenden.Die Kamera und Bildgestaltung sind ein Genuss! Nahezu jede Szene ist klug und prächtig aufgebaut. Weitläufig, leer und voller Details.
Das Schauspiel ergibt sich der gewählten Tonalität des Films – schwarzhumorig soll es sein.
Als die Anführerrin des Kults zunächst voller Überzeugung die Bühne stürmt, kippt die Stimmung schnell, nachdem sie keinen „Helden“ sehen kann.Als Grotesque, oder Parabel über die (gefühlte) Medienhysterie, wird sich der Film nicht viele Freunde machen.
Beim Verlassen des Kinos gab es auffällig viel Kopfschütteln und schmähgesänge.
Der Humor verbleibt auch in dramatischen Szenen – etwas, das ich häufig anfeinde.
Hier stimmt für mich die Tonalität, deswegen eher Daumen rauf.An Punkten verliert „Sacrifice“ anhand einiger Längen in seiner Erzählung und zweier „Erklärbär“-Szenen, die mich grob aus der Szenerie gerissen haben.
Optisch ein Leckerbissen, schauspielerisch sehr stark. Banderas habe ich spielt dabei vorneweg. So gut!
Ein paar Längen schmälern den Genuss. Den Humor muss man mögen und ich verstehe es, wenn jemand sagt, er könne mit dem Film nichts anfangen.Vielleicht in seiner Art vergleichbar mit „Bugonia“. Wer das schon Gaga fand, wird auch hier keinen Spaß haben.
Mir gefallen beide. Abzüge in der B-Note machen „Sacrifice“ für mich dann zu einem überdurchschnittlich guten Film.7/10
21. Oktober 2026 um 19:23 #263180Beware Boiuna [Sneak Preview]
„Sie entscheidet, wer stirbt und wer lebt!“, so der Mythos über eine Dschungel-Göttin.
Was die nun mit dem Film überhaupt zu tun hat…Lena ist Bootsfrau auf einem medizinischem Kutter, mit dem ein Arzt und zwei Studenten ein paar Medikamente an die Dorfbewohner am Flußlauf verteilen.
Eines Tages begegnen sie einem Trupp Scouts, die nach geeigneten Orten zur Hebung von Rohstoffen suchen.
Darf nicht sein, auch wenn es völlig legal ist.
Das Drehbuch macht auch keinen Hehl daraus, wer hier die wirklichen Bösewichte sind und so soll die Studentin von einem angetrunkenen Scout angemacht werden (nachdem sie das Boot der Scouts sabotieren wollte…).
Lena ist ganz Frau und tötet ihn.
Dessen Bruder findet das irgendwie doof und verfolgt die nun flüchtigen Bootsfahrer.Weil das nicht spannend genug ist, muss Lena gleichzeitig auf der Suche nach ihrem Bruder sein. Dazu kommt beim nächsten Stop die große Bedrohung einer riesen-riesen-Riesenschlange, die mal alles und jeden auffrisst, der ihren Weg kreuzt.
Klar, zunüchst die Schurken… als dann auch die lebensrettendenen Menschen verputzt werden, stutzt der Zuschauer dann doch.Es wird hin und her gerannt, ein Einheimischer kennt eine Abkürzung, obwohl der Weg ins Versteck doch eigentlich kurz sei…
kurz darauf gibt es einen Einheimischen weniger.
Ach, das alles ist Quatsch.
Immerhin konsequenter Quatsch, aber auf Dauer nur schwer anzuschauen.Das vielleicht größte Problem: Man erkennt keinerlei Dimensionen. Wie weit sind sie in den Dschungel eingedrungen, wie viel Zeit ist vergangen, wie weit liegt Dorf A von Dorf B entfernt? Die Kamera fährt immer wieder zielsicher über dichte Bäume hinweg und sofort weiß der Zuschauer… „Ah, hier!“
Schauspielerisch solides Creature-Feature-Niveau, die Effekte noch OK, die Kulissen gut, aber ohne Impact.
Ziellos, hirnlos, langweilig.
3/10
30. September 2026 um 21:44 #262983Hope [Sneak Preview]
In der Nähe des südkoreanischen Städtchens Hope brennt der Wald. Sämtliche Einsatzkräfte sind dorthin bestellt, um die Flammen einzudämmen.
Beom-Seok als Lokalpolizist soll die Stellung halten.Als er einigen Jägern begegnet, die eine zerfleischte Kuh gefunden haben, glaubt er zunächst, der Tiger sei los.
Ist er aber nicht, denn zurück im Hafenstädtchen wird ihm schnell bewusst, dass etwas Größeres und Gefährlicheres sein Unwesen treibt.Als gelegentlicher Zuschauer von koreanischen Sci-Fi und Horrorfilmen ahnte ich, dass bei einer Lauflänge von 158 Minuten die eine oder andere Kröte zu schlucken sei.
Umso überraschter war ich über die ersten 45 Minuten.
SO geht die Einführung in einen Katastrophen-/Monster-/Sonstwasfilm!!
Zerstörung, als wäre Godzilla durchmarschiert. Blut, zerfetzte Körper, eingeschlagene Köpfe. Hier und da huscht ein Überlebender über die Straße. Explosionen und ein Dschungel an kleinen Gassen, der eine große Palette an Schauplätzen anbietet.
Man ahnt schnell, was hier vorgeht – aber man lässt sich Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen.Das ist wirklich hervorragend und hat mich in den Bann gezogen. Die eine oder andere humorvolle Note sitzt gut. Inmitten des Horrors darf auch mal aufgelacht werden. Nicht (nur), weil die Figuren sich wie Idioten benehmen – man glaubt, sich in der einen oder anderen Situation selbst zu erkennen.
Als dann der Plot die Deckung verlässt, ahnt man schnell: „Das könnte schief gehen!“
Tatsächlich driftet der Film danach ab. Das CGI Monster muss man mögen können. Weil zuvor sehr vieles nach praktischen Stunts aussah, wirkt der CGI Verfolgungs-Overkill dann herb enttäschend.
Im weiteren Verlauf des Films wird das dann auch nicht besser – im Gegenteil.Der Humor nimmt zu, die Gags lassen den Zuschauer vermehrt zweifelnd die Hand an die Stirn fahren.
Immerhin (und so kenne ich das aus meinen zuletzt gemachten Korea-Sehgewohnheiten): Man zieht die Story konsequent durch und ist sich für Nichts zu schade.
Dass die Figuren ihre charakterlichen Eigenschaften beinahe sekündlich wechseln, will man zunächst verdrängen. Gegen Ende wird das dann aber doch sehr unangenehm.Und wenn man glaubt, der Film gehe dem Ende zu, wird eine ganz neue Wendung auf den Tisch geknallt. Man glaubt es kaum!
Und auch die wird ohne jedwede Ironie weitergesponnen.Eigentlich kaum zu fassen: Die ersten 45 Minuten fesseln und lassen das Publikum beinahe sprachlos zurück, nach weiteren fast zwei Stunden liegt das Publikum lachend in den Sitzen. Kein „Haha, die Nackte Kanone war aber witzig!“, sondern „Man, was war das für ein Scheiß!“.
Andere Länder, andere Sehgewohnheiten. Das ist OK.Mit Außnahme der Kreaturen im Film war das CGI auch völlig im Rahmen, die Kamera toptoptop, die Kullissen sehr stark.
Die Schauspieler…. ja, mal so, mal so. Man hätte sich vielleicht festlegen sollen, ob da jemand der coole Draufgänger oder der tollpatschige Clown ist – beides auf einmal wirkt anstrengend.Wer sowas wie „The Wandering Earth II“ mag, wird sich hier verlieben.
Ich staune über die kuriose Vielfalt und muss zugeben, dass mir das locker eine halbe Stunde zu viel war.6/10
30. September 2026 um 21:24 #262981Eiserne Wildnis – Heart of the beast [Sneak Preview]
Die schlechte Nachricht: Wieder Kinosaal 5.
Die gute Nachricht: Ich hatte eine Zweierreihe für mich alleine.Geahnt hatten wir es schon vorher: Könnte dieser Neue mit Pitt und dem Hund sein.
Tatsächlich kam es so, die Freude darüber war bei mir begrenzt.Und dann kam es eben, wie es kommen musste:
Brad Pitt hat einen Flugzeugabsturz, sein treuer Begleiter und Militärhund a.D. müssen sich nun 57 Milen durch die Wildnis schlagen. Da gibt es den See, den dichten Wald, wilde und bedrohliche Tiere, eine Schlucht über einen reißenden Bach, ein Sumpf, bergauf und bergab.
Die Verpflegung geht aus, Brad ist zunächst an der Schulter, später an weiteren Stellen malträtiert.Der Hund macht Hundedinge und irgendwie kommt man dem Ziel, einer befahrenen Straße, näher.
Diese „Mann schlägt sich mit Hund durch die Welt“ Geschichten versuche ich nach Möglichkeit zu meiden.
Einmal, weil ich mit Hunden nicht viel anfangen kann, zum anderen sind die Storys im Kern immerdieselben.
Neu hier: Ein alter Mann (J.K. Simmons) warnt Brad vor einem Sturm – der fliegt am folgenden Tag dann mal eben direkt hinein.Wahrlich kein schlechter Film, aber er hat mich in keiner Sekunde bewegt und mit Spannung versorgt.
Einzig (und das ist nicht kleinzureden) die vielfältigen Naturaufnahmen lassen genauer hinschauen.
Zu viele Flashbacks und ein Ende mit Pathos und viel Fanfaren.Für mich ein typischer „Sonntags auf dem Sofa“ Film.
5/10
30. September 2026 um 21:14 #262979Es gibt die Zeiten, da versucht man, so viel Routine wie möglich aufrecht zu erhalten. In einigen Bereichen fällt es schwer, den Sneak Besuch habe ich trotzdem nicht abbrechen lassen – auch wenn wir zuletzt in den kleinen Saal 5 gepfercht wurden.
Pressure [Sneak Preview]
Man stelle sich vor, der D-Day hätte wegen schlechtwetter nicht stattfinden können. War tatsächlich so.
Was ich mal als (sehr interessante) Randnotiz einer Doku über die Invasion der Alliierten erfahren durfte, wurde hier auf Spielfilmlänge ins mögliche Detail ausgespielt.James Stagg wird ins Büro zur Offensive gegen die Nazis berufen. Als bester Meteorologe Großbritaniens soll er das Wetter für den geplanten D-Day vorhersagen. Ihm zur Seite steht Irvin Krick, der bei vorherigen Militäroffensiven das Wetter punktgenau vorhergesagt hatte.
Während Krick Sturm und hohe Wellen vorausahnt, widerspricht Krick – Das Wetter werde super!
Brandon Fraser als Eisenhower soll nun eine Entscheidung darüber treffen, ob angegriffen wird, oder nicht.Der Film ist durchaus spannender als ein Wetterbericht, ist aber schnell wieder vergessen. Die Darsteller machen ihre Sache ok, eine ganz starke Frau an der Front darf nicht fehlen und ein bisschen Familiendrama muss auch noch rein.
Handwerklich alles gut, inhaltlich aber eher eine Schlaftablette.5/10
12. September 2026 um 11:53 #262648Runner [Sneak Preview]
Da steht man vor dem Kinoplakat und grübelt: Owen Wilson in einem Actionfilm? Dazu ein Alan Ritchson… Wer soll das sein?
Tosender Applaus beim Filmstart lässt mich glauben, etwas übersehen zu haben.Hank ist ein Deluxe-Paketbote. Das will man humorvoll in den ersten Minuten vorstellen… na gut. Tragisch wird es bestimmt auch, denn er hat ein Foto eines Mädchens an der Sonnenblende kleben (Grübel).
Nächster Einsatz: Hol ein Paket am Flughafen ab und bring es ins Krankenhaus. Klar.Am Flughafen staunt er dann nicht schlecht: Er bekommt nicht nur ein Paket (mechanische Kühlung mit Spenderniere), sondern auch den Boten dazu. Ben ist ein ins Alter gekommener Hallodri, der aber immer noch mühelos eine Stewardess klar machen kann. Trotzdem nimmt er seinen Auftrag ernst. Die Niere soll in ein 80km entferntes Krankenhaus, damit ein junges Mädchen vor dem sicheren Tod gerettet werden kann.
Hank stutzt: Sein Auftraggeber sprach von einer 15 minütigen Fahrt.Bald wird klar: Nicht nur das Mädchen hat ein gesteigertes Interesse an der Niere – auch bewaffnete Männer in schwarzen Autos würden gerne die Kiste mit nach Hause nehmen.
Hank und Ben finden das doof, Gauner Damian ist mit dem Widerstand nicht einverstanden.Es knallt, es fetzt, es wird gelacht.
Und tatsächlich funktioniert es hier überraschend gut. Die Härte ist wohl dosiert und effektiv, der Humor sitzt häufig punktgenau. Die Chemie zwischen Hank und Ben erschließt sich alleine durch Wilsons Schauspiel (zurückhaltend). Hank indes ist der 80/90er Actionheld, der muskolös und grimmig schauend das Gute tut.
Ist auch heute noch ein schönes Thema.Das ewige Hin und Her im Film ist dabei beinahe nervig. Erinnert stark an diverse Games (Um die Mission abzuschließen, brauchst du das… das bekommst du bei xy…. xy gibt es dir aber erst, wenn du das holst…. das bekommst du bei yz….), das herausgenommene Tempo zur Mitte (um Emotionen zuzulassen) ist unerklärlich. Die Zeit rennt… aber man schlendert schwatzend durch einen Park. Fehlt nur, dass sie sich zum Eisessen niederlassen – die Sonne scheint so schön.
Über die Halunken erfahren wir auch nur, dass sie böse Rocker sind. Und irgendwas mit Drogen – weiß jeder, aber man kommt nicht an sie ran.
Inhaltlich also völlig mau.Und doch ist er überraschend unterhaltsam. Action und Humor treffen hier meinen Geschmack, das erzählerische Tempo ist fein (wenngleich sie im Kontext der Story nicht wirklich passen will), das kranke Mädchen macht durch emotionale Erpressung klar, wohin die Niere am Ende kommen soll…
Während Statham und Co mit unsinnig und aberwitzigen Actionkapriolen sich selbst viel zu ernst nehmen, scheint hier auch etwas Ironie durch.
Das Bild ist häufig schön hell, in Raumszenen aber merkwürdig dunkel (Das kann aber auch an unserem Kino liegen, irgendwie erscheinen mir zuletzt alle Filme tendenziel zu wenig ausgeleuchtet).Eigentlich ein Film, der bei 5/6 Punkten liegen dürfte – ich gehe aus persönlicher Laune völlig inhaltsfrei auf
7/10Hat einfach irgendwie Spaß gemacht.
12. September 2026 um 11:13 #262646Lifehack [Sneak Preview]
Da sitzt man also in der Vorstellung und staunt nicht schlecht über das schlechte Bild. Kurz darauf dann der „Aha“Effekt: Es handelt sich um einen Desktop-Movie.
Kann man mögen, aber in meinen Augen gehört eine Menge Anstrengung und Spannung in so einen Film, um mich bei Laune zu halten.
Einer der besseren Vertreter des Genre ist für mich „Searching“, den ich als gut betrachte. Ansonsten hat mich bis hierhin nichts Ähnliches richtig gefallen können.
Dann wäre es dieses Mal doch sicher eine gute Gelegenheit…?Vier Teenager begegnen sich online in einem Spiel und erkennen, dass sie alle gelangweilt von ihrem Leben und dem anstehenden Leistungsdruck (Geld verdienen) sind. Zunächst aber werden nur Games gehackt, bis jemand auf die Idee kommt, sie seien zu clever für das konventionele Leben.
Zum Glück sieht man einen Artikel über einen reichen Mann. Er hatte die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt und ist nun reich.
Skandal!
Sein Geld soll deren Geld sein – ist doch nur fair!
Mit einem zwei-Minuten-Hack holt man sich von ihm Bitcoins im Wert von 100.000 Dollar. Für den Einstieg fein… aber sie haben dabei die Intelligenz des „TikTok-Töchterchens“ unterschätzt…..Wie schon erwähnt, sieht der Film richtig Scheiße aus. Klar, authentisch wenn die vier jungen Helden teils wie die Flodders vor dem Bildschirm sitzen. Die geöffneten Fenster, Streams, etc. helfen mir als Zuscher nicht die Bohne. „Ich hacke jetzt das“ (Tiptiptip), „Ich hole das Passwort hier“ (Tiptiptip), „Ich lasse jetzt sein Smartphone über meine SIM laufen“ (Tiptiptip).
Gleichzeitig sieht man dann irgendwelche Zahlen aufploppen.Die Botschaft ist klar, und mein Problem hiermit: Damit komme ich nicht klar.
Filme, in denen es keinen einzige Sympathiefigur gibt, sind für mich in aller Regel schwer anzuschauen (ja, auch bei Tarantino gelingt mir das nicht so gut). Die Rotzlöffel hier sind nahezu unerträglich, der Reiche Mann ist natürlich äußerst böse, denn er protzt mit seinem Reichtum (Buuuuh!!) und weil das nicht reicht, hat er doch bestimmt eine Leiche im Keller? (Hat ja jeder, der Geld besitzt).Am Ende die Moral von der Geschicht: Kotz
Unabhängig von der schlimmen Message, ist „Lifehack“ langweilig und anstrengend anzuschauen (Letzteres muss nicht zwingend negativ zu bewerten sein). Schauspiel kannst du in dem Format ohnehin beinahe vergessen.
Das war nix.3/10
29. August 2026 um 22:25 #262527Mutiny
Ihr kennt das: Manchmal ist der Kopf voll mit Dingen, die beschäftigen etc. Dann sitzt du in der Kinolounge und hoffst, dass nichts kommt, dass zum Nachdenken anregt.
Zu Hause bin ich für „Kopf-aus-Filme“ offener als im Kino… aber manchmal ist es eben so.Cole Reed ist ehemaliger….
Ach, tut ja auch nichts zur Sache. Jason Statham ist so ein Statham Typ, der Statham Sachen machen muss.
Dieses Mal auf einem Containerschiff, 20 Schurken und einer Blondine, die tough ist und dann auch gehauen werden darf.Die 90 Minuten gehen im guten Tempo vorbei, es gibt Haue, Knallereien und eine Story, die keinen Bierdeckel ausfüllt.
Also alle Wünsche erfüllt!Das Schauspiel des Hauptcast ist solide. Statham als Statham passt, der weibliche Sidekick ist auch gut aufgehoben. Beim Oberschurken fängt es schon an, nachzulassen. Alle anderen, die mal irgendwie ins Bild huschen, scheinen Verwandtschaft im Geschäft zu haben und so an die Rollge gekommen zu sein.
Ganz ganz übel ist Chaneil Kular: Ich glaubte zuerst, er sei der Sohn eines Sponsors, der eben mal „zeigen“ möchte, was er so vor der Kamera „kann“ (Nichts! Nichts!!). Tatsächlich aber wird er als britischer Schauspieler gelistet, der auch schon Film- und Serienerfahrung aufweißt. Huihuihui….Kurz: Wer Statham will, bekommt hier Statham. Wer es mag, wird sich freuen.
4/1021. August 2026 um 14:32 #262449One night only [Sneak Preview]
Die USA in naher Zukunft: Außerehelicher Sex ist verboten. Damit es mit der Kontrolle dieser Verordnung auch klappt, bekommt jeder Mensch einen Biosensor eingesetzt, der die Behörden sofort darauf hinweißt, wenn sich mindestens ein Single dem Verkehr nähert. Geschieht das dann auch noch ohne Verhütung… uiuiui!
Warum, weshalb, wird zwar erklärt, als sich chinesische Medien über diese Form der Überwachung informieren (einer der wenigen gelungenen Gags), ich war aber irgendwie abgelenkt.Um den Verzicht des Sex nicht in andere Kanäle leiten zu müssen, wird es einmal im Jahr erlaubt, dass sich Singles näher kennenlernen dürfen.
Die Vorfreude ist groß, Kondome und Gleitgel werden auf dem Markt bei mindestens 50 Dollar gehandelt, man macht sich mehr oder weniger schick – aber mal ehrlich: In dieser Nacht kommt jeder ans Ziel.Jeder?
Vor besagter Nacht führt Owen seine Verlobte fein aus (Sushi), was sie wenig begeistert. Prompt teilt sie ihm auch mit, dass sie den jährlichen Verkehr nicht mit ihm, sondern mit dem Nachbarn ausüben möchte.
Seiner rosigen Aussichten beraubt, taumelt Owen nun schwermütig durch die Straßen der Stadt – wo kann er denn nun Druck ablassen?
Dabei trifft er auf Allie, deren Freundin rasch ihren Prinzen gefunden hat und sie nun allein gelassen in der übervollen Bar stehen bleibt. Offerten hat sie genug, aber sie sucht den richtigen Mann. Sex soll kein Akt sein, es soll eine Verbindung zum gewählten Mann herstellen, intensivieren….
Immer wieder treffen die beiden aufeinander, stets nach skurril gescheiterten Stelldicheins.
Das ist mal zum Schmunzeln, mal nicht.
Die richtig guten Gags erscheinen im Hintergrund: Das Plakat von Go´s und No-Go´s eines Singles im Polizeirevier ist sehr gelungen.Man hört oft, dass Monica Barbaro und Callum Turner eine wahnsinnig tolle Chemie verbinde, die den Film besonders liebenswert mache. Fühle ich so nicht. Einzig Barbaro weiß ihre Figur glaubhaft zu spielen – Turner will der unscheinbare, naive und Herz über Sex Typ sein, gleichzeitig aber auch der Supersexy Macker, dem alle Frauen sehnsüchtig hinterherlechzen.
„One night only“ ist trotz seiner Thematik äußerst zahm. Zwar fallen in einigen Szenen links und rechts im Bild einige Figuren in Wollust übereinander her, verharren dabei aber zu oft in der klassischen Umarmung-Knutsch-Pose. Den Witz will man daraus generieren, wo die Menschen nun plötzlich miteinander zu tun haben. Und (hihihi) auch alte Menschen möchten es machen (hihihi).
Trotz aller erzählter Freizügigkeit ist der Film äußerst prüde. Nicht, dass ich enttäuscht darüber bin, zu wenig gesehen zu haben – die Figuren wirken hierdurch nicht mehr ogranisch und das Blabla drumherum ist dann eben nur Gerede.
Das Ende treibt meine Feststellung dann auch in seinen Höhepunkt. Kann man machen.Letztlich wird man den Gedanken nicht los, hier ein Prequel zu „The Purge“ gesehen zu haben. Wie sonst will man die ewige Abstinenz kanalisieren können

„One night only“ ist einerseits leichtfüßig, oberflächlich und in Momenten humorvoll. Die eigentliche Absurdität der Prämisse hätte man aber besser beim Aufzeigen des Alltags von Singles zeigen können. Hierauf hat man vollständig verzichtet.
Die Message bleibt auch so klar: Sex braucht kein Mensch.5,5/10
15. August 2026 um 22:03 #262374Ja, lässt sich mit Brick eigentlich gut vergleichen. Die Dialoge sind hier zwar weniger peinlich, aber völlig nichtssagend und ins Leere laufend.
Auf Netflix bin ich im weitesten Sinne noch mit den Dokus zufrieden – die liefern immerhin, was sie versprechen
14. August 2026 um 23:13 #262322The End of Oak Street [Sneak Preview]
Auch hier hatte ich einmal den Trailer anschauen „müssen“. Große Erwartungen hatte ich irgendwie nicht, das Setting erschien mir zu sehr geklaut.
Anfang der 80er Jahre lebt die Familie Platt in der Oak Street. Eine Klischeebehaftete Straße, jeder kennt jeden, man winkt sich beim Zeitung reinholen, man droht, den Nachbarhund zu töten, wenn er noch einmal in den Garten macht.
Doch scheinbar ist die glückliche Fassade am Bröckeln. Vater Greg schwänzt das Straßenfest um ein paar Lieferungen zu machen (er möchte ein wenig dazu verdienen). Mama Denise ist angesäuert.
Tochter Audrey und Sohn Brian spüren die Schwingungen und vermuten, dass es nicht gut enden wird.
Dabei scheint sich Greg mit allergrößter Mühe am Familienfrieden zu klammern.Mit der Zeit geschehen wundersame Dinge, ehe die Oak Street durch ein gewitterähnliches Phänomen in den Schlamassel gezogen wird.
Es beginnt für alle urplötzlich der Kampf um das Überleben und das Aufrechterhalten von Hoffnung.Wie erwähnt habe ich nicht so viel von dem Film erwartet. Nach gut 15 Minuten saß ich aber seelig lächelnd im Kinosessel und freute mich, eine so runde, stimmige und lebendige Einführung zu sehen.
Die Figuren, die Szenerie, die Nachbarschaft, Hobbies und Interessen, zwischenmenschliche Beziehungen… all das wird gezeigt, ohne es frontal in die Kamera zu erklären.
Die Kamerafahrten sind über den gesamten Film hinweg ein Traum, einige Szenen wahrlich hervorragend eingefangen.
Jede Figur erhält einen Charakter, darf ihn zeigen und ausleben ohne dass die Story oder eine der Figuren „eingreifen“ muss.
Man verliert auch nicht viele Worte der möglichen Erklärung, es gibt keinen Erklärbär.Mit Ewan McGregor und Anne Hathaway hat man einen Cast, der ohnehin wissen sollte, wie Filme funktionieren (obwohl ich „Obi Wan“ nur schwer verzeihen kann).
Für mich ist aber die Tochter, Maisy Stella der heimliche Hingucker. Ihre Breite an glaubwürdig gezeigten Gefühlen ist enorm. Sehr starke Szene im Auto in der Garage, und insbesondere im letzten Drittel mein „Anker“ des Films.Die Prämisse ist natürlich Quatsch. Aber liebenswerter Unfug. Das Gefühl der 80er Jahre, in denen Science Fiction mit Herz gefilt wurde, ließ mich kaum los.
In einigen Augenblicken glaubt man auch, einen alten Spielberg Film zu sehen. Als Greg einen Zaun entlang flüchtet ist das wie eine Zeitreise in die Epoche, in der ich Filme zu lieben lernte.
Insofern bin ich wohl auch emotional befangen.
Häufig erwähne ich eine hanebüchene Story und zucke gelangweilt mit den Schultern. Das kann man hier genauso gut machen – ich verstehe jeden, der den Film als schlechten Klon anderer Genreklassiker versteht.Für mich ist im Film aber auch das Anerkennen der jeweiligen Regeln wichtig. Durch das Dilemma wird hier niemand zum heimlichen Superstar, keine Girlpower rettet den Tag, der Junge erreicht mit seinem Herz auch nicht Lösung des Problems, das andere mit rationalen Gedanken zu analysieren versuchen.
Die Familie bleibt eine normale Familie. Trifft Entscheidungen, die einerseits natürlich den Plot vorantreiben – andererseits aber auch völlig nachvollziehbar erscheinen.Die Effekte in der Nacht sind sehr stark. Am Tag zeigen sie die eine oder andere Schwäche, bleiben aber insgesamt auf einem sehr starken Niveau.
Selbstverständlich kann man den Film an einigen Stellen schnell auseinandernehmen.
Mich hat er aber schon zu Beginn an die Hand genommen und nicht mehr losgelassen. Höchstens in den letzten fünf Minuten.
Eine Szene im letzten Drittel erwischte mich dann unverhofft und ich glaube, ich saß mit offenem Mund da. Passiert kaum – eher so gut wie nie.Mein Kinofreund schnaufte am Ende empört „Sarah Connor“ Crossover mit einem berühmten 90er Jahre Franchise.
Ja, ich verstehe, was er gesehen hat.
Ich sah eine Harmonie in der Story und Umsetzung, wie ich sie schon lange nicht mehr erlebt habe.Als Filmbewertung natürlich keinen Groschen wert, aber so ist das manchmal

[9/10]
14. August 2026 um 22:46 #262320The Last House [Netflix]
Sind diese langen Trailer, in denen beinahe alles verraten wird, Fluch oder Segen?
Auf Youtube bin ich zufällig auf eine Trailerparade der kommenden Horrorfilme gestoßen und habe mal einen Blick riskiert.
Tatsächlich wurde dort die Lust auf zwei Filme geweckt. Gemischte Gefühle hatte ich dann bei „The last House“.
Die eine Hälfte des Trailers versprach ein spannendes Setting, die zweite Hälfte präsentierte dann aber Bilder, auf die ich eher weniger Lust hatte.Eine Familie lebt in ihrem maroden Haus. Der Verkauf steht auch, insbesondere weil Papa Jason kein Geld nach Hause bringt.
Dennoch soll auch dieses Jahr Weihnachten gefeiert werden. Das war Mama Anns Idee – sie verkauft es aber als „das hast du den Kindern versprochen!“.
Sofort weiß ich, dass die Frau wenig Sympathiepunkte bei mir gewinnen wird
Ein Unwetter zieht auf, es regnet. Als man anschließend das Haus verlassen möchte, stellen Mama, Papa, Tochter und Sohn fest, dass sich weder Türen noch Fenster öffnen lassen.
Auch das mutwillige Zerstören von Fensterscheiben führt zu nichts. (An dieser Stelle dachte ich an den Kamin… aber wer bin ich schon.)
Gefangen im eigenen Haus schaut man zu den Fenstern der Nachbarn, winkt freundlich irritiert. Wird schon werden – spätestens als eine Nachbarin vom Joggen zurück kommt und verspricht, Hilfe zu holen.
Hilfe wird aber keine kommen und das Haus bleibt auf lange, lange Zeit verriegelt.
Wir beobachten nun die Familie bei ihrem „Kampf“ ums Überleben….Hier kommen die gefürchteten Worte „Hätte, wäre, wenn… dann…“ ins Spiel. Gefangen im eigenen Haus, mysteriöse Umstände – das klingt doch nach etwas, das mit etwas Spannung umgesetzt werden kann.
Louis Letterier als Regisseur lässt sich aber auf keine solchen Spielchen ein.Spannungsarm, eine Familie, die sich selbst eher kühl und emotionslos gegenübersteht, ein Mysterium, das erst dann greifbar wird, wenn alles zu spät ist.
„The last House“ ist langweilig.
Dinge passieren, dann passiert nicht wirklich was. Szenen, die uns zeigen sollen, wie die Familie nun zusammenwächst… ja ne,
hier wirkt nichts organisch, gewachsen, emotional.Punkten kann der Film im Grunde nur das Gefühl, ein Kammerspiel zu sehen. Das Haus ist gut eingefangen – auch wenn es in den jeweiligen Szenen größer wirkt, als es sein dürfte.
Die meisten Effekte gelingen gut, die Begründung des Lockdowns ist unfug, die damit einhergehenden „Figuren“ strahlen dann auch nicht die Bedrohung aus, die man hätte erwarten können.Man ist geneigt zu sagen: Typischer Netflix Kram. Ob man guckt oder nur zuhört – macht fast keinen Unterschied.
4/10
14. August 2026 um 22:28 #262317You, me, Italy [Sneak Preview]
Gefühlt waren die letzten Sneak Filme eher mau (den Großartigen „The Invite“ ausgenommen) und dann steckte ich vorige Woche im Dilemma. 21 Uhr Sneak, 21:30 Terminator… Trailer, Verlosung, Hiphip Hurra und schwups ist es bei der Sneak auch mal locker 21:40 Uhr ehe es losgeht.
Die Überraschung wollte ich mir noch gönnen… Halle Bailey… OK, genug gesehen
Nicht, weil ich sie nicht ausstehen könnte (ich kenne keinen ihrer Filme), aber wenn ich abwägen muss: romantische Komödie mit einer Amerikanerin in Italien oder Arnie als Killer aus der Zukunft: Was hättet ihr gewählt?The Terminator [Best of cinema]
Tja, was will man sagen. Dürfte hier im Forum schon jeder mindestens einmal geschaut haben.
Anders als @shane54 war ich vom Sound eher unterwältigt. Zumindest die Lautstärke hätte man ein wenig hochdrehen können – insbesondere die Gefechtsszenen in der Zukunft klangen eher kompakt als breit. In den Dialogen absolut fein, am Bild gab es nichts zu meckern.
Die Action auf den Punkt, keine drei Rollen rückwärts und keine Bratpfanne, zum Abwehren von Kugeln. 80er Jahre Klischee-Cops dürfen nicht fehlen.
Das einige Effekte nach mehr als 40 Jahren nicht mehr Top-aktuell aussehen, ist hier vollends zu verschmerzen.
Ein Klassiker und möglicherweise ein Film meiner persönlichen Top10.9/10
30. Juli 2026 um 22:52 #262203The Invite [Sneak Preview]
Es bleibt sexy.
Joe und Angela verbindet ein Problem: Sie sind miteinander verheiratet.
Er arbeitet sichtlich unglücklich an einer Musikschule, hat Rückenprobleme und wird mit „Zieh die Schuhe aus!“ zu Hause begrüßt. Sie scheint ihrerseits auch nicht glücklicher.Da trifft es sich auch nicht gut, dass Angela die Nachbarn zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen hat. Joe ist außer sich – sind sie doch diejenigen, die ihm mit ihren ständigen Sex und lautstarken Orgasmen seinen Schlaf rauben.
Dass sich der Abend dann doch ganz anders als geplant entwickeln wird, sollte jedem klar sein….Ein Kammerspiel in bester „Gott des Gemetzels“ Manier. Ein Thema, dass einerseits eine besondere Tiefe aufweist, andererseits aber mit einer recht mauen Verführungsszene kurzzeitig den Spaß zu nehmen scheint.
Über den Plot mag ich nicht viele Worte verlieren. Nicht, dass allzuviele Spoiler warten würden – sich die Chemie unterhalb der Figuren zu erarbeiten sollte aber als wertvolles Instrument für den Zuschauer zur Verfügung stehen.Der Film sieht richtig gut aus. Der Blick auf die Figuren, auf die Szenen. Farben, Licht… super!
Die Positionierungen der Figuren zueinander ist nach dem Intro bis etwa zum letzten Drittel des Films großartig.
Der Cast ist stark gewählt, Olivia Wild übernimmt neben der Hauptrolle auch die Regie.Ihre Darstellung der Angela ist ein purer Genuss. Vielfältig, emotional, tiefgründig. Seth Rogen erscheint als Ehemann dagegen beinahe eindimensional. Sein Korsett aus Frust und Zynismus wird er auf Dauer des Films nur selten ablegen können.
Penélope Cruz fügt sich unaufgeregt in das Ensemble. Meist stoisch, gelegentlich keck und verführerisch. Die Bandbreite ist gut, in Summe aber wie bei Rogen in zweiter Reihe angesiedelt.
Scenestealer des Films ist Edward Norton!
Alleine mit seiner Präsenz erhält der Film ein ganz neues Niveau. Wo in anderen Filmen durch Geschrei und Grimassen eine preisverdächtige Darstellung vermutet wird, zeigt er hier, dass sehr gutes Schauspiel dann doch ein ganz anderes Niveau hat.
Nicht nur der Blick, das verschmitzte Lächeln – der Gang, seine Körperhaltung, jede Geste auf den Punkt.Auch wenn das Thema ein oder zweimal in den Klamauk abdriften möchte, ist er der Anker, der gemeinsam mit Wilde das Drama hinter der Fassade aufzeigt.
Die beste Filmschemie zweier Figuren untereinander, die ich seit langem gesehen habe!Zum Schluss lässt ihn das Drehbuch leider ein wenig im Stich, schmälert seine Leistung aber in keinster Weise.
Während der Film mit einem Knall zu Enden droht, gibt es noch eine leise, abschließende Szene.
Jedes Wort zu viel hätte sie zunichte machen können; man endet hier aber mit der perfekten Note.
Sehr sehr stark!Warum nun keine Top-Empfehlung?
Die Dialoge, insbesondere im ersten Drittel, sind mir zu sehr „So sprechen wir eben heute in allen Filmen miteinander“. Dieses gezwungen komisch wirkende Erzählen, bei dem nie ein Satz zu Ende gesprochen wird, weil […]
Das zeichnet die Gastgeber leider nicht sehr schmeichelhaft – aber vielleicht ist es eine Form des Wortwitz, die ich einfach nicht verstehe oder teilen kann.
Mit dem Auftreten der Gäste zieht dann etwas Niveau in die Dialoge ein, es wächst, wirkt nebensächlich aber trifft den Punkt des Moments.
Wilde und Norton gehört die Bühne, Cruz hat ihre starken Momente – Rogen „darf“ dann auch mitmachen. Zu sagen, er hätte nicht auch wichtige Momente bekommen, wäre gelogen: Diesen Szenen fehlt aber schlicht der bleibende Eindruck.Das Thema als Spiegel der persönlichen Haltung sich selbst und seinem Partner gegenüber ist gewitzt, in mindestens zwei Momenten aber zu sehr auf „Hihihi, er hat Sex gesagt“ unlustig getrimmt.
Mit 7/10 glaube ich, den Film zu hart abzustrafen, bei 8/10 fehlt mir das durchgängige Niveau.
Vielleicht wächst er aber noch (etwa bei einer Zweitsichtung?).Bis dahin: 7,5/10
30. Juli 2026 um 21:22 #262201Chéri, ich komme! Die Erfindung der Lust [Sneak Preview]
Hin und wieder kommen ja Filme ins Kino, die die Erfindung eines prägenden Gegenstands zeigen. Das kann mal spannend sein (Erfindung der Zeitmaschine), dann aber auch mal zäh – wenn z.B. ein neues tragbares Telefon o.ä. erfunden wird.
Gerne macht man dann die im Zentrum stehenden Figuren kauzig oder stellt ihnen eine Person als Comic Relief zur Seite. Der spannungsarme Plot, kann dann immerhin so angeheitert werden…Fanny hat ein Problem: Sie bekommt keinen Höhepunkt. Nie! Niemals jemals!
Das bringt sie gegenüber ihrer Sexualtherapeutin zur Sprache. Sie lässt sie ihr Dilemma lauthals herausschreien – das volle Wartezimmer nimmt es belustigt zur Kenntnis.
Nun aber das Problem: Sie soll es ihrem Mann gegenüber zur Sprache bringen. Der aber steckt in einer Midlife-Krise, ist arbeitssuchend und ohnehin leicht reizbar.
Schnell wird ihm klar: Er ist schuld daran! Was soll er tun?Rasch werden verschiedene Spielzeuge ausprobiert, ein Swingerclub besucht… am Ende muss wohl Toms Erfindergeist zum Ziel führen.
Das ist stellenweise tatsächlich witzig. Etwa in dem Moment, als Fanny die ersten Spielzeuge ausprobieren möchte und Tom ins Schlafzimmer platzt. Einiges ist albern, anderes geht in Richtung Fremdscham.
Der Nebenplot des Films – der geplante Hausverkauf (weil Papa kein Geld verdient, aber er will nicht verkaufen, aber die Tochter sagt, er soll verkaufen, also lädt sie interessierte Käufer ins Haus ein, aber da ist doch gerade das Thema „Höhepunkt“ und Hihihi, da platzt die in komische Momente rein) ist bloß Stichwortgeber für eine eher gute und eine unangenehme Szene.
Aus den Figuren wird nicht all das herausgeholt, was möglicherweise drinnen gewesen wäre.
Gut, vielleicht hat sich das reale Paar bei der Verfilmung ihrer „Lebensgeschichte“ für diese Inszenierung eingesetzt.Spannend ist es dann zum Ende auch nicht, wenn Fanny das erfundene Produkt in der französischen „Höhle des Löwen“ vorstellt. Ja, wird es denn ein Erfolg?? Wer eine Partnerin zu Hause hat, wird die Antwort schnell erahnen.
„Chéri, ich komme“ ist putzig, locker, unaufgeregt – und kurvt gekonnt um mein Humorzentrum vorbei.
Zwei, drei Momente haben mich gut abholen können, in anderen Szenen hatte ich mir mehr Impact erhofft.OK, kann man gucken. Zu Hause – spart das Geld für andere Kinofilme
5/10
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