DerSchweiger
@derschweiger
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24. Juli 2026 um 13:23 #262162
Exit 8 [Sneak Preview]
Ein junger Mann in einer japanischen U-Bahn erlebt einen normalen Weg zur Arbeit. Vollgestopfter Abteil, ein schreiendes Baby, ein das Baby anschreiender Mann, In-Ear-Kopfhörer und gut.
Dann erreicht ihn ein Anruf seiner Ex-Freundin: Sie ist schwanger.
Oh je, was ist zu tun?Der junge Mann will die Station verlassen und stellt nach einigen Abbiegungen fest, dass er sich im Kreis zu laufen scheint.
Und an der selben Ecke erscheint ihm immer wieder der selbe Mann.
Dazu Hinweise an einer Tafel: Wenn Du eine Anomalie siehst, kehre um. Siehst du keine Anomalie, gehe weiter. So würde er der Ausgang letztlich erreichen.Tja, und muss man nur noch überlegen, was denn eine Anomalie sei und was nicht….
Die Nummer basiert wohl auf einem Videospiel. Das wird hoffentlich ein wenig spannender sein

Nun ist die Prämisse ja nicht völlig neu, das Setting dagegen schon.
Das wirkt erfrischend anders. Aber: Ohne wirkliche Highlights und/oder Wendungen dreht sich auch das Aufmerksamkeitsniveau des Zuschauers im Kreis. Gelegentlich stattfindende Dialoge sind wohl nur reingeschrieben, damit irgendwas gesagt wird.
Figuren verändern ihre Verhalten – das mag mal erklärt sein, mal nicht.
Die Auflösung am Ende wird im Grunde schon vor der Hälfte des Films ins Gesicht des Zuschauers geschrien.Wie das nun aber mit dem Zick-Zack um Exit 8 zusammenhängt?….
Die Soundkulisse ist gut und druckvoll. Das Schauspiel ist minimalsitisch, die Story verpufft in Belanglosigkeit.
Der eine oder andere Jumpscare darf nicht fehlen, dazu einige Kreaturen, die wohl auch nur mitmachen dürfen, damit es etwas bedrohlicher wirkt.Im Grunde gibt es auch nichts weiter zu erzählen. Für die Sneak ok, wenn auch arg ermüdend.
Vielleicht eine Überlegung zum Kinotag für 5,- EUR, ansonsten wartet auf den Stream.Gut gemeint, gut gefilmt, ohne Inhalt präsentiert.
5/10
13. Juli 2026 um 21:01 #262091Obsession [Sneak Preview]
Ich wusste von dem Film nichts. Hier und da wurde gemunkelt, der sei geil! Genial! Musste sehen!
Na ja, wird wohl wieder so ein romantisch-traumatisierter Film für Heranwachsende sein…Bear will was von Nikki. Dabei steht doch ganz offensichtlich Sarah auf ihn.
Im Grunde aber weiß man nicht, warum er auf Nikki, nicht auf Sarah steht – Bear ist ein Kauz. Verschludert, „Liebe“ scheint für ihn nur ein Wort zu sein.
Als sich seine Katze an seinen Tabletten totfrisst ist er wohl traurig. Weiß man aber nicht genau, denn er war vorher auch traurig.
Danach sowieso.Als ihm Nikki irgendwie die Tür zu seinen Gefühlen öffnen möchte, schlägt er sie vehemmt zu. Wünscht sich im Anschluss aber, dass sie ihn über alles liebe.
Tja, und da haben wir es: Die Geister, die ich rief… oder ganz banal: Das Sams hat es doch auch schon längst erklärt. Überlege gut, wie du deine Wünsche formulierst!Gut, ist jetzt dumm gelaufen und Nikki liebt Bear nun über alles auf der Welt. Solange der Sex gut ist, ist ja alles in Ordnung, Sobald sie aber komisch wird, exzessiv ihrer Eifersucht frönt und ohne Bear nichts mit ihrem „Leben“ anzufangen weiß, scheint Bear nicht mehr ganz so fein damit zu sein.
Ob man den Wunsch noch irgendwie verfeinern könne? Fragt er die Wunschhotline.
Natürlich nicht!
Geht dann ein Storno?….. Merkste selbst, oder?„Obsession“ hat sehr starke Szenen, die mich richtig erschreckt haben. Der Moment, wo Bear mit Nikki in der Hotline sprechen darf… Wahnsinnig gut!
Nikkis Betteln in der Nacht. Das sind intensive Momente, die nicht viel drumherum benötigt hätten.
Man will aber das „Ist das krass“ Pedal bis ganz unten durchtreten, und dann wird es eben blutig.
Die Szene im Auto ist dann im Kontext tatsächlich einer der Schwächsten Momente des Films.
Über die Nummer mit der Katze bin ich mir nicht schlüssig. Je nach sichtweise halte ich sie für wertvoll, oder aber für totalen Murks. Zum Glück wird es im Film nicht erklärt, insofern kann ich damit noch gut leben.Die erste Hälfte des Films empfand ich als schrecklich dunkel. Nicht dieses sehr gute Dunkel, in denen eine Bedrohung wächst, sich versteckt oder etwas Ungewisses hinterlässt.
Klar wird das ein Stilmittel sein. Kann man mir auch sicher plausibel erklären – die Methotik mag ich trotzdem nicht
Vor Drehbeginn hat man sicher Inde Navarrette zur Seite genommen und gefragt, ob sie so ähnlich performen könne wie eine Mia Goth. Sie so:“Mia wer?“
Und da stecke ich nun in einem Dilemma. Man baut viele Szenen wunderbar auf, lässt im Hintergrund Dinge geschehen, die mich beinahe begeistern. Ein Moment beim „Jungsabend“ ist pures Filmgold und die erste Phase, in der Nikki noch Widerstand leistet, ist sehr stark.
Der Rest ist dann Fratzentheater, Overacting. Mia Goth kann das fast genauso gut – auch dort mag ich es nicht.Tja, was nun? Ich könnte wieder über mein Unbehagen sprechen, dass ich beim Anschauen von toxischen Beziehungen habe („Together“ schaue ich (nicht nur) aus diesem Grund kein zweites Mal mehr an). Oder, dass man dieses dramatische, beängstigende Szenario als Einladung für humorvolle Untertöne nutzen will… manmanman.
Wie bei „Nightborn“ geschrieben: Damit kann mich kein Film vollends gewinnen – im Zweifel eher verlieren.„Obsession“ hat gute Momente, ein Thmea, das im Grunde tot ist und einen Hype, der auch aus seinen niedrigen Produktionskosten hergeleitet wird.
Und ja, das ist nicht hoch genug zu bewerten. Nicht eine Millionen Dollar soll der Wumms gekostet haben! Wenn das nun das Modell der Zukunft sein wird, bin ich mit Vorfreude dabei. Dass der Film dabei (auch Abseits der Dunkelheit) nicht immer gut aussieht, nehme ich dann gerne in Kauf.Verstehe ich den Hype? Ja.
Kann ich ihn teilen? Naja…
Nehme ich dann noch das Gelaber von Regisseur und Hauptdarsteller ins Gewicht, senkt es meine Freude noch weiter.
Und wer sich seriös als junges Talent mit frischen Ideen verwirklichen möchte, der dreht als nächstes natürlich ein Franchise, dass eigentlich so gut wie nie und überhaupt viel zu wenig verfilmt wurde: Texas Chainsaw Massacre.
„Halloween“ war wohl zu Mainstream
– kleiner Spaß :).Abschließend: „Obsession“ greift kein neues Thema auf und weiß es nicht mit vielen Inhalten zu versehen. Stattdessen verlässt man sich auf teils ungewöhnliche Momente (Ja, einige sind gut) und dem Over-the-Top Schauspiel der Hauptdarstellerin.
Gut? OK.
Bester Horrorfilm… hoffentlich nicht.6/10
13. Juli 2026 um 20:18 #262089Nightborn [Sneak Preview]
Man könnte doch ein so einfaches Leben haben:
Irgendwann muss doch irgendjemand mit der Idee dieses Films zu anderen Menschen gegangen sein um sie darauf aufmerksam zu machen und möglicherweise Kaptal für die Verwirklichung zu generieren.
„Das ist ein Film über ein postraumatisches Kapitel nach einer Empfängnis. Die Frau leidet sehr, das Baby wird von ihr als Monster markiert und es gibt ganz viel Blut!“
„Aha, ein Horrorfilm also?“
„Nein, ein Drama mit humoristischen Einflüssen. Und ganz viel Blut“.
„Ach so…. hm….“
„Und es gibt ganz viel toxische Männlichkeit!!“
„Ah… sag das doch gleich! Wie viel Geld brauchst Du dafür?“….Saga und Jon ziehen in das alte (und verfallene) Haus ihrer Großmutter. Raus aus London, rein aufs Land.. in den Wald.
Beiden gefällt der Ort so gut, dass sie beim Spaziergang im Wald gefühlsduselig werden und Saga geschwängert wird.
Irgendwie scheinen die Bäume vor Ort gesteigertes Interesse an dieser Aktion zu haben… könnte aber auch nur ein Eindruck sein
Saga bekommt das Baby, ein Junge, stark behaart und vermutlich hässlich wie nur was (man weiß es nicht, denn der Running Gag des Films ist es, das Gesicht des Babys nie zu zeigen).
Papa liebt den Jungen, Mama nicht.
Sie hasst ihn. Nennt ihn „Das Ding“.
Baby zeigt auch bald, dass es von Mama und Papa nichts wissen will. Es will nur im Wald schlafen.
Dann häufen sich die Merkwürdigkeiten, was in absurden Fütterungen mündet.
Weil das Baby nur schreit und Mama im Grunde nur zurückschreit, würde Papa gerne etwas ändern.
Aber das ist toxisch! Und wie es mit Schurken in „horror-angehauchten“-Filmen ausgeht… na ja.Immerhin kann man „Nightborn“ nicht vorwerfen, wie andere Filme zu funktionieren. Der Film ist laut (75% des Films hört man das Baby – häufig gemeinsam mit der Mutter – plärren. Geschreie ohne Ende, das dann auch die Dialoge verschluckt.)
Muss man mögen, ich konnte irgendwann darüber hinweg hören.
Aber was ist nun das Böse mit dem Baby? Die Haare? Das Schreien?
Hier wird es gaga. Ja, ist horrorüblich.In Summe erinnert er ein wenig an die 90er Stephen-King-C-Movies. Blut, Absurditäten und Humor, der irgendwie Keiner ist.
All das findet man hier auch. Dazu eine „schlüssige“ Auflösung, die völlig aus dem Nichts kommt.
Schauspielerisch darf man hier nicht viel erwarten. Wenn man bei „Hamnet“ das starke Schauspiel einer in Trauer und Verzweiflung aufgehenden Frau sehen konnte, bekommt man hier die „Asylum“-Variante des Ganzen.Das Blut spritzt munter und seit „Ugly Stepsister“ fand ich keinen Kinofilm mehr so eklig wie diesen. Nicht allein wegen den Effekten, sondern auch durch das Einwirken der Figuren.
Die Effekte sind gut, das Finale ist Schrott, dazwischen hat man viel Klamauk.Verutlich besonders wertvoll, weil er die traumtisierende Phase nach einer Geburt spiegelt und den Mann als alleinigen verantworlichten für die Misere darstellt. (Logo, von irgendwem kommt ja der Samen…. böse!)
Bei Ruptert Grin (Ron aus Harry Potter) schnippt man zu Beginn noch mit dem Finger „Ach, der!! Guck, kenn ich“
Außer zwei ordentlichen Szenen bekommt er aber auch nur die Möglichkeit, dümmlich in die Kamera zu schauen.
Ist wohl Kunst, was weiß ich.Warum heutzutage aber alles in (sarkasitsichen) Humor gebettet werden muss, will ich nicht ganz verstehen. Schnell kamen mir Kaliber wie „Der Feind in meinen Bett“ aus längst vergessenen Zeiten in den Sinn, in denen dieses, oder ein ähnliches Thema, aufgearbeitet wurde, ohne dass man sich dabei totlachen sollte.
„Together“, „Ugly Stepsister“, „Obsession“, „Nightborn“ haben was gemeinsam. Wichtige Themen unserer Gesellschaft (sofern man die unbedingt als Basis eines Films sehen möchte) werden auf verschiedene Art schaurig erzählt… aber man soll doch bitte auch drüber lachen können. Weil…?
2/10
28. Juni 2026 um 22:44 #261929The Furious (Kino)
Wer ernsthaft an The Furious etwas auszusetzen hat, der hat auch Filme wie The Raid 1+2, The Night Comes for Us,
The Shadow Strays, Headshot, City of Darkness, The Man from Nowhere & Old Boy in der Vergangenheit nicht genossen.Stimmt in meinem Fall, und ich fühle mich nicht schlecht dabei

Power Ballad – Der Song meines Lebens [Sneak Preview]
Häufig lese ich nach dem Kinobesuch auch mal, was die „Profis“ über den Film denken, den ich geschaut habe. Dazu der eine oder andere Podcast (wenn der Typ mit der Kappe auch mal einen Film korrekt zusammenfasst, höre ich gespannt zu)… und gelegentlich reibe ich mir die Augen.
Geht hier Einigen sicher hin und wieder genauso
Mit dem Veriss auf Filmstarts kann ich hier aber nicht mitgehen.Rick ist Frontman einer Hochzeitsband, die mit launigen Coversongs auftritt. Man lebt das alte und ewige Rockerimage – Jeans, Lederjacke, Sonnenbrille – gelegentlich dann die Lesebrille.
Bei einer Hochzeit werden sie vom Brautpaar gebeten, einen Freund mit auf die Bühne zu lassen. Mache man eigentlich nicht so, erklärt Rick – aber weil Danny ein ehemaliges Mitglied einer Boy-Band ist, macht man eine Ausnahme.
Der Gig funktioniert, man freut sich über die Werbung auf Social Media und zufällig tauschen sich Rick und Danny spät am Abend über ihr Musikerleben aus. Es wird getrunken, gekifft, gejamt…Die Wochen vergehen, ehe Rick entsetzt feststellen muss, dass einer seiner Songs, die an jenem Abend gemeinsam gespielt wurden, in den Charts auftaucht. Ohne die Nennung seiner Mitwirkung.
Das ist mies, gemein, ungehobelt!
Weil es kein Demo des Songs gibt, will auch niemand so recht glauben, dass ein solcher Welthit von Rick stammt – der aber möchte die Dinge klarstellen….Jetzt kann man es so machen, wie manch ein Kritiker und den Film als Komödie betrachten. Vorab: Damit werdet ihr nicht glücklich!
„Power Ballad“ ist ein insgeheim stiller Film, der im Grunde auch nur dann funktioniert, wenn man sich irgendwie an die Figur von Paul Rudd binden kann. Mir gelingt es wunderbar, seine Motive sind für mich nachvollziehbar.
Das, was das Drehbuch daraus macht, muss man dann aber wirklich schlucken wollen.
Aber in welchem Film ist dann denn nicht so…Das heitere Miteinander im Film kippt in eine emotionale Schieflage, der ausgeglichene Rick ist nicht mehr wiederzuerkennen.
Danny indes feiert ein Megacomeback mit einem Song, von dem wir glauben sollen, dass er ein Hit sei. Hier bietet sich das größte Manko des Films: Ein Musikfilm, bzw. ein Film über einen Song und dieser klingt wie KI.
Schlecht.
Im übrigen klingt jeder erdachte Song in diesem Film nach Mist. Da sitzen Rick und Danny mit 100 Instrumenten in der Suite und jeder Song, den sie einspielen, klingt wie der Andere. „Boa, wie geil!“ jaulen sie sich zu.
Der Zuschauer muss es irgendwie glauben – kann es aber nicht, denn die Songs, die auf den Hochzeiten gecovert werden, sind echte Hits und man spürt sofort, warum das so ist.Abgesehen hiervon bekommen wir aber eine handvoll liebevoll gebastelte Charaktäre, eine Story, die mit einigen Ausnahmen plausibel und nachvollziehbar wirkt (insbesondere das „Was macht der Ideenraub mit mir?“).
Gefilmt wird sehr klassisch, hell, gibt den Figuren Zeit, sich darzustellen.Dass „Power Ballad“ leider nie bei echten Größen wie „Once“, „Mitten ins Herz“, „Can a Song save your life?“ mithalten kann, lässt sich verzeihen. Dass Regisseur John Carney aber einen solch miesen Song als Hit basteln lässt (und gleichzeitig bei „once“ einen wirklichen Weltklasse Song präsentieren konnte) ist hart.
Sehr schön die Verneigung zum Klassiker „Once“, sehr schlecht Ricks Problemlöseversuch.
Weil der Cast aber die Geschichte meist sehr gut tragen kann und die Coversongs sehr schön eingebettet sind, hat man einen Film zum Mitwippen und Mitfiebern.
Kein großer Wurf, lässt sich Sonntag Nachmittag aber schön auf dem Sofa anschauen.6,5/10
17. Juni 2026 um 21:59 #261769The Furious [Sneak Preview]
So richtig unglücklich war ich in den vergangenen Wochen nicht aus der Sneak gegangen – auch wenn so gut wie kein richtig guter Film lief, trotzdem kann ich mich nur schwer an einige Filme erinnern.
„Weißte noch, der „Blabla?““, unterhält man sich in der Wartezeit vor dem Film. „Ne, den hab ich nicht gesehen.“
„Der lief vor drei oder vier Wochen!“…. achjo….Trotz aller Loblieder, Best-Movie Empfehlungen und „den gucke ich 5x im Kino!“ in Podcast und Co wird mir dieser Film nicht sehr lange im Gedächtnis bleiben.
Frevel, wie kann er nur!!
„Papa“ ist ein Mann ohne Vergangenheit. Stumm dazu. Dafür hat er eine Tochter, die ihre Ferien bei ihm verbringen darf. Seine Frau und ihre Mutter ist tot, sie lebt bei den Großeltern. Warum er nicht zu ihnen ziehen würde? …..
Man mag sich, doch wenn sie an diesem Karate / Kung Fu / Kickboxer Dingsbums aus Holz trainieren soll, schleicht sich schlechte Laune ein.
Die wird auch nicht besser, als Papa mit Tochter zum Friseur geht. Die Situation eskaliert („Mit langen Haaren siehst du Scheiße aus“) und sie läuft davon.
Cool bleiben, Papa – die Friseuse eilt ihr schon hinterher.
Aber obwohl sie nur eine handvoll Sekunden nach dem Kind aus dem Laden eilt, ist es auf der leeren Straße enteilt. Ein humpelnder Junge bittet um ihre Hilfe, denn sein Bruder sei von einem Auto angefahren worden.
Wir lernen: In Südostasien regeln Kinder die Verkehrspannen.Tochter wird entführt, Papa bekommt es zum Glück mit, es gibt Haue, die Schurken kommen mit der Tochter davon, Papa ruht kurz aus und kloppt sich dann den Weg zu seiner Tochter frei.
Inhalt darf man in diesem Film tatsächlich nicht erwarten. Sinnhaftigkeit ohnehin nicht.
Was man bekommt ist Gekloppe, Gehüpfe, Getanze. Sicher, für etwas anderes schaut man sich diese Filme nicht an.
Und im Gegensatz zu jüngeren „Du kannst auf mich schießen, aber ich besiege dich mit einem Löffel“ Beiträgen aus Rom oder dem Valentinstaggedöns ist hier Substanz spürbar.
Augenscheinlich wurde auch nur der Choeograph ausreichend bezahlt. Das Drehbuch lieferte ein Chatbot, die Kamerafahren erscheinen mir veraltet (oder ist das auch so ein Retro-Trend?). Mit Wohlwollen können wir über Schauspiel reden – aber wie gesagt, für so einen Fierlefanz geht keiner in den Film.Bis etwa zur Hälfte hat mich das auch gut unterhalten können. OK, hat ganz viel von „Taken“, macht aber nix. Beeindruckend, wie schnell Papa mit Sandalen rennen kann, später mit Scherben im Fuß.
Und das führt mich auch gleich zum absoluten „Ach, hör auf!“: Die Typen hier sind alle aus Gummi.
Oder Superhelden ohne Kostüm und blauer oder grüner Farbe im Gesicht.
Bei allem minuten-, wenn nicht stundenlangem Gekloppe, gibt es für die Typen keine spürbaren Folgen (außer, das Drehbuch braucht sie nicht mehr). Mehrere Schläge mit einem Vorschlaghammer auf Rücken und Kopf… kein Problem. Messerstiche in sämtliche Körperpartien…. juckt mal kurz, dann geht es weiter.
50 Schurken stürmen auf einen Kerl… hier baut man traditionel auf 80er Jahre Logik: Alle bitte nacheinander, sonst wirds unfair!Das Schauspiel der Kinder ist fast schlimm, die Dialoge im Ganzen noch schlimmer.
Die Oberschurken kommen allesamt aus der Filmhistorie.
Im letzten Drittel liebäugelt man dann sogar mit dem jüngsten „Dracula“, „Jason lives“, „Assault on precinct 13“ und irgendwelchem Superhelden Quatsch. Absturz aus dem fünften Stock? Kein Problem, weiter gehts!
Aber dann den Gegner mit einer Fahrradpedale ausschalten… eieiei.Da verkenne ich sicher den Humor. War bei Bud Spencer und Terence Hill doch früher nicht anders. Man guckt ja nicht wegen der Story, sondern weil die zwei irgendwelche Halunken vermöbeln und sich irgendwelche Sprüche zuwerfen.
Alles ok. Mit Spencer/Hill bin ich aufgewachsen, bin da also befangen. Mit solchem Klamauk habe ich aber keinen Vertrag und schäme mich nicht, es nicht gut zu finden.Hochachtung für das Einstudieren der Kämpfe, aber es langweilt mich ab der Hälfte des Film sehr.
„The Furious“ wird vielen Menschen Spaß machen – mir dann aber leider nicht.
5/10
10. Juni 2026 um 22:09 #261687Good boy [Sneak Preview]
Tommy ist ein Arschloch! Drogen, Gewalt, Beleidigungen am laufenden Band. Man hasst ihn bereits nach zwei Minuten.
Und als ich schon glaubte, es könnte so etwas wie „Anora“ aus männlicher Perspektive werden, nimmt er doch eine bessere Wendung.Denn nach einer durchzechten Nacht wacht Tommy im Keller eines fremden Hauses auf. Dort begrüßt ihn Chris, der sich vorgenommen hat, Tommy zu einem sozial kompatiblen Menschen zu entwickeln.
Neben Chris wohnen dort auch seine Frau Kathry und ihr gemeinsamer Sohn Jonathan (Sonnenschein). Eine Putzfrau spielt auch irgendeine Rolle…Vielleicht hilft es, nicht zu viel über den Film zu erfahren. Tatsächlich wurde ich in dem einen oder anderen Moment auf dem falshcen Fuß erwischt. Das ist zwar nicht superduper, aber ich mag es, den Verlauf nicht gefühlt nach 10 Minuten erahnen zu können.
Alles erinnert irgendwie an „Cloverfield Lane“ und „Clockwork Orange“. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass man hier qualitativ nicht in die Nähe beider Filme gelangt.
Muss man aber nicht, denn zum nebenher wegschauen ist der Film absolut ok.Unlogisch, wirr, unzusammenhängend und schwups tauchen Figuren auf, die dann auch augenblicklich wieder weg sind. Der Impact soll aber nachhallen… gähn!
Einige Momente sind so schräg, dass sie verängstigend sein könnten – man umschifft es jeweils mit einem merkwürdigen Unterton der die Szenen aber einfach nur schräg wirekn lässt. Tendenz unfreiwillig komisch.
Dabei gibt es einige „Aha“ Effekte im Film… Lässt man sie aber liegen, dann hilft es nicht viel.Geguckt, gelacht, sich an den Kopf gefasst und Lust gewonnen, sich nochmal mit Kubrick zu beschäftigen. Könnten Bonuspunkte sein, ich verzichte aber.
Gefilmt ist es auch hier im soliden, genreüblichen Licht. Kamera und Schauspiel gut bis unauffällig.
Sympathien werden für keine der Figuren entwickelt und das killt in der Regel jeden Film (natürlich gibt es Ausnahmen).Kein Murks, aber ich kann nichts richtig Gutes finden, dass hier erwähnt werden müsste.
4/10
10. Juni 2026 um 21:47 #261685Verflucht normal [Sneak preview]
Schottland in den 80er Jahren: John steht vor einem Schulwechsel – die weiterführende Schule ruft. Oder eben das, was man in Schottland besucht.
Dazu ist er der große Torwartstar in seiner Jugendliga. Ein Scout der Rangers (oder Celtics?) hat sich bereits angekündigt.
Damit nicht der Eindruck entsteht, ihm würde es an etwas mangeln: Am ersten Schultag macht er auch gleich ein Mädchen klar.Doch dann verändert sich alles. Was zunächst als nervöses Zucken und Stottern beginnt, endet in einer Krankheit, die zu jener Zeit nicht bekannt ist. Heute kennen wir es es als Tourette-Symptom.
Seine Schulzeit ist im Eimer, er ist der Außenseiter, seine Eltern trennen sich, er muss vor dem Kamin essen, weil er durch seine Ticks „gerne“ das Essen ausspuckt.
Zwanzig Jahre lang lebt er mit harten Medikamenten und gefühlsarmer, distanzierter Mutter.
Bis ihm zufällig ein ehemaliger Schulfreund über den Weg läuft. Durch ihn und dessen, vom Tode gezeichneten, Mutter erfährt er zum ersten Mal Verständnis und Unterstützung.Inhaltlich glaubt man, er folgt dem üblichen Muster und wird dabei doch überrascht.
Das ist stark, überwältigend und tatsächlich auch zum Lachen – was inhaltlich natürlich völlig falsch und deplaziert ist.Robert Aramayo spielt John ab seinen frühen 20ern. Und er ist eine Wucht! Stark! Bisher (für mich) die beste Perfomance des Jahres. Der restliche Cast ist gut, aber außer des Freundes Mutter drängt sich kaum jemand in den erweiterten Fokus.
Alles toll? Leider nein.
Irgendwann in der Mitte des Films droht er, seinen Weg zu verpassen. Klar, das wahre Leben Johns will erzählt sein, er hatte viel Drama erfahren müssen. Mit zwei Stunden ist der Film dann aber auch 15-20 Minuten zu lang.
Nicht, dass die Episoden nicht passen würden…. schwer zu erklären: Es greift nicht ordentlich ineinander.Und doch ist der Film gespickt mit großartigen Szenen – etwa die, wo er zu einer jungen Frau ins Auto steigt, die ebenfalls am Tourette erkrankt ist.
Schwarzhumorig möchte man in einigen Momenten sagen, dass jemand wie John heutzutage auf Berlins Straßen nicht sonderlich auffallen würde – geschweige denn, dass ihm jemand Gewalt antun könnte.Klassisch, schlicht und unaffällig gefilmt. Alles ist gut erkennbar. Keine Experimente mit den Kamerafahrten und on Top Portishead im Soundtrack.
Tja, was willste mehr?
Wie erwähnt, ein wenig zu lang und zu fahrig in der späten Mitte. Und letztlich noch das komische Gefühl, in einem Drama zu sitzen, und sich dabei humorvoll unterhalten zu fühlen. (Das ist aber mein persönliches Dilemma)8/10
28. Mai 2026 um 23:57 #261528Freitag-Abend-Wohlfühlfilm. Das habe ich mir gemerkt. Finde ich super treffend.
Danke für die Blumen

Mich hat On Swift Horses gut unterhalten & auch hier sollte jeder mal wieder seine eigenen (Seh)erfahrungen machen.
Schön zusammengefasst, da fühle ich mich tatsächlich abgeholt. Bei mir hat der Film damals in der Sneak nicht zünden können. Aber ich bin immer über andere Sichtweisen gespannt …
In the grey [Sneak Preview]
Tja, und da sitzt man wöchentlich immer mit seiner Portion Nachos und Getränk vor dem Kinosaal, wartet, bis die Trailer und Ticketverlosung zu Ende gehen und bespricht mit einer Portion Vorfreude einige Möglichkeiten.
98 Minuten waren ausgerufen… klingt beinahe nach Horror?Der Neue von Guy Ritchie also…
Großes Hurra im Saal – eine durchgestylte, obercoole Gangsterstory scheint gewiss.
Tatsächlich bin ich ein Freund von „Snatch“, werde aber müde, wenn ein Stilmittel immer und immer und immer und immer wiederholt wird. „The Gentlemen“ lief seinerzeit in der Sneak und ich fand ihn noch ok, vielmehr aber aus der Überraschung heraus, dass mit Colin Farrell und Hugh Grant zwei starke Schauspieler Esprit in den Film bringen konnten.Nun also sollen Jake Gyllenhall, Henry Cavill (sein Argylle liegt mir noch schwer im Magen) und Rosamund Pike zeigen, wie cool sie sind. Das gelingt, zumindest für jene, die sich dafür begeistern können.
Sophia (Eiza Gonzales = auch supercool!) führt ein besonderes Finanzbussiness: Sie holt sich von Unternehmen / Kriminellen Geld zurück, dass sie von anderen Geldgebern geliehen und nicht zurückgezahlt haben.
Nun geht es um eine Milliarde Dollar, die der Schurke (mitsamt eigener Insel und den Globus umfassenden Firmenkonstrukten) lieber für sich einbehält.
Mit den Mitteln der Justiz und einem Team obercooler und obernerdiger Menschen will sie das Geld für Bobby (Pike) zurückholen.Hier kommen Bronco und Sid ins Spiel, die mit ihrem Team vorab die Insel ausspähen, Fluchtmöglichkeiten erfassen, Fallen und Fluchtfahrzeuge bereitstellen und einen Hangar voll Waffen hinstellen. Sollte die diplomatische Auseinandersetzung misslingen, müssen nämlich andere Arguente ins Gefecht ziehen.
Es geschehen Dinge, ohne zu überraschen. Der Plot wird mit Stimmen aus dem Off erzählt, mit Bildchen hingekritzelt, jeder kommende Gang wird lang und breit erklärt… warum hier warum jetzt was dann…. blablabla.
Mimik findet in keinem Gesicht statt. Cool ist man hier. Saucool, obercool, die coolste Sau der Welt.
Man beleidigt sich cool, macht sich cool über seine Kollegen lustig, reagiert cool auf die Tode von Teammitgliedern, tötet cool, flieht cool… Sly und Arnie hätten hier noch eine Menge lernen können.Es strengt an, es nervt. Sagt eine coole Sau: „Gib mir 1 Milliarde!“, sagte die andere coole Sau: „Ich gebe dir 800 Millionen!“, „Du gibst mir 1 Milliarde“, „Ich gebe dir 800 Millionen“…. Genausogut hätten sie „Eene Meene Miste, es rappelt in der Kiste“ und „Eene Meene Meck, und du bist weg!“ fabulieren können.
Was gesagt wird ist egal. WIE es gesagt wird, ist der Hit!Inhaltlich flach, schauspielerisch nicht existent, Style bis unter die Zimmerdecke, Krawall und Bums ab der Hälfte des Films.
Der Obercoole und superfiese Gangsterhandlanger schafft es, Menschen – ohne dabei hinzuschauen – auf Meter hinweg in den Kopf zu schießen – später schießt er mit einem Raketenwerfer und ähnlichem Kaliber kilometer weit an einem Auto vorbei.
Es ist, gerade hier, schlicht zum Kotzen!Aber: Zum Hingucken, zum Nichtdenken, und um sich unberührt fühlen zu können, ist der Film richtig gut.
Mit 98 Minuten war er mir persönlich zu lang, die letzte Episode ist Gaga, die Musik erzwingt das Gefühl von „Och schade, dass gerade diese Person sterben musste…“ hat man ihn/sie aber länger als 10 Sekunden zuvor gesehen?Mir fällt es schwer. Klar, es ist jung, hipp, unbekümmert und einfach nur Style.
Das kann anderen natürlich sehr gefallen, soll es auch! Meine Kinofreunde gingen sehr zufrieden nach Hause, ich fand ihn „OK“5/10
14. Mai 2026 um 23:07 #261264Solo Mio [Sneak Preview]
Matt macht seiner großen Liebe Heather einen Antrag. Die Hochzeit mitsamt Honeymoonpaket führt nach Rom.
Alles könnte so schön sein… stünde die Braut dann auch zur rechten Zeit vor dem Altar.
Aber sie hat kalte Füße bekommen, ist fort und blockt Matt auch bald auf ihrem Smartphone.Dieser ist verzweifelt, traurig und möchte seinen Aufenthalt gerne verschieben. Nicht möglich, leider.
Also nimmt er das gebuchte Paket wahr – nur sitzt er alleine auf einem Tandem, während die übrigen Paare der Tour mitleidig auf ihn schauen.
Zufällig lernt er in einem Cafe (man ahnt zum Ende, es sei das einzige Cafe in Rom) Gia kennen.
Sie ist eine Italienerin wie aus dem Bilderbuch: Voller Leben, unbekümmert, offen, kontaktfreudig.
Matt ist verwirrt, sammelt in Folge aber seine Sinne.
Heather scheint bald vergessen…Kevin James ist zurück bei dem, was er gut kann. Tollpatschig und unbeholfen in Szene gesetzt und gefilmt erinnert einiges an seine „King of Queens“ Zeit. Der Humor ist allerdings ein anderer, auch wenn mit den gesetzten Sidekicks in der einen oder anderen Szene ähnlicher Klamauk erzeugt werden will.
Die Rechnung, in Richtung von Schenkelklopfer zu zielen, geht nicht auf.
Der eine oder andere Witz sitzt, hierfür sorgt in allererster Linie Nicole Griaudo als Gia.
Mit ihr erhält der Film Leben, Temperament, Wärme und Humor.Insgesamt eine sehr harmlose Komödie (was ich sehr wohlwollend aufgenommen habe), in der nicht jeder Charakter gut gewählt und bei Weitem nicht jeder Witz zündet. Eine Chemie zwischen Matt und Gia kann man leider mehr erahnen als spüren, was für keinen großen Zauber sorgen kann.
Die Kulissen sind stark eingefangen, insbesondere die Bilder der Toskana sind schön getroffen.
Storytechnisch kommt man zu holprig daher, die Episoden greifen nicht richtig ineinander. Dabei hat man einige gute Ideen am Start, auch der Plottwist ist überraschend. Aber leider fehlen sowohl der Erzählung als auch dem Inhalt die nötige Harmonie.Dennoch gut anzuschauen, tendenziel ein Freitag-Abend-Wohlfühlfilm auf dem Sofa.
6/10
14. Mai 2026 um 22:53 #261262Whistle [Sneak Preview]
Chrys ist neu in der Stadt. Nach dem Tod ihrer Mutter lebt sie nun bei ihrem Cousin (scheinbar auch frei von Eltern) und bekommt sofort am ersten Schultag Stress. Nach einem Scharmützel mit dem Basketball-Schul-Bullie folgt Nachsitzen. Zuvor findet sie in ihrem Spind ein seltsames Objekt, was sich zunächst der Direktor der Schule an sich nimmt – ehe es dann über einen Umweg wieder bei der neu gebildeten Clique ankommt.
Im Rausch der Sinne bläst Ellie in das Objekt und ruft damit unbewusst den Tod aller Anwesenden herbei.Ich schicke es vorweg: Besonders Storyintensiv ist der Film nicht. Dabei hätte die Prämisse tatsächlich etwas Besonderes versprechen können. Denn der Tod kommt in der Gestalt, derer die jeweile Person ursprünglich zum Opfer gekommen wäre. (Bsp. Wäre jemand im hohen Alter gestorben, stünde dort ein alter Geist). Stark im Grunde nur eine Sterbeszene, die für mich als einzige im gesamten Film eine gewisse Dramatik spürbar machte.
Der Rest drumherum verabschiedet sich in kreativer Art, die auch in einem der Final Destination Filme hätte passen können.Um dem Ganzen auf die Schliche zu kommen gibt es eine übelst miese „Ich erzähle euch mal, um was es hier geht“ Szene… eieiei, da hätte jemand besser mit der Clique nachgesessen und am Drehbuch gearbeitet.
Weitere Lücken folgen, sinnig ist nicht alles.
Ein Charakter kommt auch tatsächlich nur deshalb vor, damit man jemanden nicht leiden kann und froh ist, wenn dieser für das Happy End dran glauben soll.
Vorausschaubar, aber noch OK.
Wir bekommen Anleihen an Flatliners, Shining und besagtem Final Destination.
Die Kills sind teils blutig und explizit – ein spürbarer Impact ist aber nur in einer Szene vorhanden.Insgesamt fühlt sich alles nach 90er Jahre Franchise an. Gothic Girl in neuer Schule… blablabla.
Mein Highlight im Film ist die Plattensammlung von Chrys – feine Sachen dabei!„Whistle“ ist nichts Besonderes, aber auch kein Reinfall. Solide, spürbar besser anzuschauen als die letzten Horrorfilmchen in den Sneaks der vergangenen zwei Jahre.
Wichtiger Hinweis: Bleibt beim Abspann sitzen: Mittendrin kommt die finale Szene. („Wahrheit oder Pflicht“ lässt grüßen)5,5/10
7. Mai 2026 um 22:47 #260462Nürnberg [Sneak Preview]
Inzwischen wird vor der Sneak bereits die Laufdauer des Film verraten. Bei Filmen zwischen 90 und 110 Minuten Länge wohl eher kein Problem – bei 150 Minuten lässt sich dann doch schneller erraten, was da auf einen zukommt.
Sei´s drum: Durch den Verzicht am Trailerschauen gesegnet, wusste ich nichts über den Versuch, die Nürnberger Prozesse erneut aufzuwärmen.In den ersten Minuten war die Freude dann auch recht groß. Russell Crowe als Hermann Göring, über zwei Stunden Laufzeit… ja, was soll da schief gehen? Tja, das will ich euch hier verraten…
Der Krieg ist für Deutschland verloren, da ergibt sich Göring den Amerikanern.
Anders als seine hochrangigen Kollegen wählt er nicht den Freitod und sieht zunächst auch keinerlei Gefahr, großen Schaden zu erleiden.
Die Amerikaner indes haben große Pläne. Es soll ein Exempel statuiert werden, ein gesamtes Volk gehört an den Pranger!
„Geht nicht!“, heißt es – mit dem üblichen Dehnen des Erlaubbaren aber dann doch.Doch die Prozesse sind gar nicht mal so sehr das Thema. Denn Rami Malek als Psychologe Douglas Kelly soll als Arzt getarnt Göring und die übrigen Inhaftierten im Blick behalten – niemand soll sich durch einen Freitod seiner Verantwortung entziehen können.
Inwieweit seine Erkenntnisse aus den Gesprächen mit Göring letztlich ein Verhör beeinflussen, will in diesem Film erzählt werden.Ich sag´s mal so: Der Deutsche Film hat einen schwierigen Ruf, zumal meist die plumpen Titel den Weg in die Werbung finden. Qualität landet in der Niesche. Außer: Wir drehen einen Film über den Krieg oder die Aufarbeitung der Nachkriegszeit.
Der Deutsche Nazifilm ist voll mit Details, mit Charaktären und Graubereichen. In „Nürnberg“ sucht man so etwas verzweifelt im gesamten Film. Exemplarisch für mich eine – möglicherweise – unscheinbare Szene: Der Amerikanische Anwalt erhält in seinem Büro eine wichtige Nachricht und ist aufgeregt. So weit, so verständlich. Aber: Das Zimmer ist geflutet mit Papieren auf, unter, neben dem Tisch. Kisten mit Dokumenten stapeln sich, es ist ein einziges Chaos.
Aber: In keinem Moment des Films wird gezeigt, wie anstrengend und umfangreich alleine das Zusammentragen von verräterischen Dokumenten und Zeugenaussagen gewesen ist. Stattdessen wird während ein paar Drinks mehr oder weniger klug dahergeschwätzt – schwuppdiwupp steht der Gerichtssaal und die Gefangenen werden auf die Anklagebank gesetzt.Ja, der Film möchte hier keinen Fokus drauf legen und nein, das ist keine gute Idee.
Doch dämlich und beinahe fahrlässig ist die Entscheidung, Göring und Kelly in teils philosophische Gespräche zu verwickeln. Gezeichnet wird ein Bild eines Menschen, der im Grunde „bloß“ Dienst nach Vorschrift leistete. Die Amerikaner als Moralapostel taugen nur insofern, dass sie den Krieg gewonnen hätten. Man lässt Göring erklären und deuten – dabei hat er oberflächlich tatsächlich den einen oder anderen Punkt.
Schlimm, ganz schlimm! Als nächstes bekommen wir einen Film über den Tierliebhaber Hitler, der an der verbotenen Liebe zu Eva Braun zu zerbrechen droht…. wer kotzt mit mir?Crowe spielt großartig. Die Kritiken zu seiner Darstellung, die mich bis hierhin erreichten klangen in etwa so: „Er spricht nicht flüssig Deutsch, und wenn er später ins Englische wechselt spricht er zu gut Englisch als dass es Göring tatsächlich getan hätte…“ Deutsche Detailverliebtheit wenn es um die eigene Vergangenheit geht.
Interessiert hier aber wirklich nicht!Ärgerlicher dagegen das Spiel von Rami Malek. Eindimensional, einfältig, manchmal deplaziert. Er glaubt zu wissen, es ginge hier um etwas Großes…
Auch die Tonalität des Films lässt gelegentlich aufhorchen. Irritiert bin ich über den stellenweise eingestreuten Humor bei einigen Szenenwechseln. Als sich z.B. zwei Menschen über einen Plan austauschen, kommen sie zu dem Schluss: „Wir werden hoffentlich keine Probleme bekommen“. Die folgende Szene beginnt mit „Wir haben Probleme!“…. ja, ok. Als eine Reporterin an Kelly herantrit und gemeinsame körperliche Ertüchtigung im Austausch von Informationen erbittet, schließt sie mit: „Erzählen Sie mir alles!“ – Schnitt: Eine Zeitung zeigt die Überschrift „Psychologe erzählt Reporterin alles!“.Klingt hier natürlich weniger witzig als im Film. Es lädt zum Schmunzeln ein, und doch beobachten wir die Menschwerdung von Göring.
Dass er zum Ende mit Kellys Taschenspielertrick seinen Freitod zelebrieren darf, ist dann noch die Krönung.
Freilich war sein Suizid ein großer Knall vor seiner geplanten Hinrichtung – der Film zeigt dabei weniger das Drama um die Bedeutsamkeit der misslungenen Vollstreckung des Urteils und lässt ihn beinahe dabei zurück, wie er uns eine lange Nase macht.Wer das in diesem Film so nicht lesen kann, den beglückwünsche ich ausdrücklich. Diese Sicht und Tonalität wirken für mich falsch.
Unabhängig davon haben wir einen handwerklich soliden Film, der wenig Tiefe in die Entstehung der Nürnberge Prozesse bringt und Schauspiel im Standartmodus bietet (immerhin, es geht natürlich deutlich schlimmer!).
Crowe spielt Göring stark und weckt den Hauch von Sympathie, Ramik und der Rest sind auch dabei.
Es fehlt der Blick auf das Detail. Gerade weil es vergleichsweise starke Filme und Serien zum Thema gibt, kann „Nürnberg“ hier nicht punkten.Und doch lädt der Film zum Nachdenken und miteinander Austauschen ein.
„Beim nächsten Mal kommen sie nicht in Uniform. Wir werden sie nicht erkennen, aber sie werden da sein!“
Diese Stärke aus dem Finale zeigt der Film leider zu wenig.5/10
6. Mai 2026 um 22:50 #260425American Sweatshop [Sneak Preview]
Daisy hat einen Scheiß-Job: Sie muss sich gemeldete Videos auf Social-Media Plattformen anschauen und entscheiden, ob sie gelöscht werden oder doch drauf bleiben dürfen (manchmal entscheidet nur eine Kleinigkeit).
Das spielt ihr auf Dauer übel mit, und auch ihre Kollegen im Büro leiden ob der täglichen Berieselung an menschlichen Unanständigkeiten.
Eines Tages aber bekommt sie einen Clip zugespielt, der für sie über die Grenze des Erträglichen hinausgeht.
Für sie steht fest: Mit Löschen alleine ist die Sache nicht erledigt.Das klingt nach einem handelsüblichen Rache-Thriller, in dem die junge Frau unbekannte Peiniger ausmachen muss um sie dann ihrer gerechten Strafe zuteil werden zu lassen.
Hier entscheidet man sich aber für einen komplett anderen Weg. Entlang der Erwartungshaltung des Zuschauers werden Szenen generiert, in denen man häufig ahnt, was folgen wird – nur um dann überrascht festzustellen, dass Drehbuch und Regie keck eine lange Nase machen.
Auf der anderen erzählerischen Ebene möchte man das seelische Drama der Videomoderatoren beschreiben. Jeder hat seinen eigenen Umgang mit den häufig sehr harten Clips: Einer flüchtet in ständigen Sarkasmus, die andere sucht ihr Seelenheil im Sex, ein Anderer weint und unsere Heldin kifft.Dabei wird die Daisy als maximal unsympathisch gezeichnet. Eine Folge des zu häufigen Konsums an menschlichen Gewaltexzessen? Man will sich nicht entscheiden, eiert plan- und ziellos herum, stellt einen Tümpel auf dem Firmengelände nebst Alligator(!!) immer wieder ins Zentrum des Bildes.
Das Einzige, das bedient wird, ist die Sehnsucht, einen erzählerischen Strang fortzusetzen.Dabei wäre es plump zu glauben, man möge uns Zuschauer den Spiegel vor die Nase halten. Möchten wir sehen, wie Daisy anonyme Männer ihrer Taten überführt, sie womöglich selbst quält und tötet?
Ne, dazu fehlt die erzählerische Grundlage.
Spannender wäre das Drama um die Personen im Videocenter gewesen. Diese werden aber nur höchst oberflächlich angedeutet.
Die Chefin des Ganzen (Christiane Paul) darf dabei blöde und sinnfreie Sprüche in die Kamera blöken.Nichts hat Substanz, da sitzt die fein gesetzte Ohrfeige gegen den Zuschauer am Ende leider auch nicht mehr.
Nicht geplagt von schrecklichen Snuff-Erlebnissen, sondern von gähnender Langeweile und einer Story, die zielgenau ins Nichts gesetzt wird, führen dazu, dass man sich im Anschluss eine der Kompensationsstrategien der Darsteller für sich genehmigen möchte.´Schlimm´ wäre noch wohlwollend – belanglos trifft es gut.
3/10
19. April 2026 um 19:54 #259691Normal [Sneak Preview]
Die Kleinstadt Noral in den USA steht nach dessen Tod ohne Sheriff da. Ulysses soll hier aushelfen, bis ein neuer Sheriff gewählt ist.
Dabei ist er der übliche, in sich gekehrte Held: Ein Ereignis aus der Vergangenheit lässt ihn nicht schlafen, er ist stoisch und unaufgeregt, bemerkt einige Ungereimtheiten, will am Ende aber auch nur seine Ruhe.
Mit der ist es dann aber bald vorbei, denn die örtliche Bank wird überfallen.
Als Ulysses mit den Räubern verhandeln will, eröffnet die Stadt das Feuer auf ihn.
Was ist denn nun hier los?Ja, Quatsch ist los, was sonst

Das kann man verzeihen, handelt es sich doch um einen modernen „Hirn aus, Spaß an“ Klopper. Dabei etwas bodenständiger als der lausige „Nobody 2“ und somit angenehmer anzuschauen.
Hier und da möchte man mit etwas Tiefe aufwarten, zwei oder drei Figuren Charakter verleihen, aber das passt so nicht ganz in den Film. Während wir darüber trauern sollen, wenn sich die Tochter des verstorbenen Sheriffs nun selbst das Leben nehmen möchte, sollen wir darüber lachen, wie anderen Menschen ins Auge oder sonstwohin geschossen wird, Leichen quer durch die Kleinstadt fliegen… gut, gehört sicher dazu.
Hier entstandene Logiklücken werden leider nicht geschlossen, dafür mit einem mehr als absurd geführten Finale beendet.
Wer kommt denn auf so eine Idee!!
Immerhin kommt es überraschend und wird konsequent zu Ende gespielt.Das Ganze schreit natürlich nach Fortsetzung. Den Einen freuts, dem Anderen ist es egal.
Eigentlich auf dem selben Niveau wie „Ready or not 2“, aber weil hier der Hingucker fehlt:
5/10
19. April 2026 um 19:37 #259688Ready or not 2 [Sneak Preview]
Teil 1 habe ich damals auch schon in der Sneak schauen dürfen. Ich kann mich erinnern, ihn in Teilen als sehr OK empfunden zu haben, störte mich aber an dem Klamauk, den die wirre Familie an den Tag legte.
Egal, die Kritiken mochten den Film – ein erfrischendes Lebenszeichen des Horrors in den 2000ern.Die Kritiken, die ich vorab zu Teil 2 hören konnte, waren da wenig wohlwollend. Zu lang, zu nervig, zu viel Platz, miese Story…
ja, an der Story wird es wohl liegen…
Grace hat ihre Hochzeitsnacht überlebt und kommt ins Krankenhaus. Allerdings nicht als Heldin, vielmehr als kommende Angeklagte in einem Mordprozess.
Doch Zeit für schwere Gedanken bleibt nicht, denn unverhofft taucht ihre verhasste Schwester Faith auf.
Unterdessen brodelt es in der Unterwelt, denn mit dem Auslöschen der Familie Domas ist nun der Platz an der Seite des Teufels frei geworden. Einige konkurrierende Familien treffen nun aufeinander, um Grace dieses Mal im Versteckspiel schlagen zu können….Ja, an der Story muss es liegen, dass dieser Film nicht als besonders gut bewertet kann [um im selben Atemzug „They will kill you“ zu loben].
Aber es stimmt, einen Oscar wird das Drehbuch nicht bekommen.
Dabei punktet er aber mit anderen, nicht unwesentlichen Faktoren, was das Genre betrifft.
Während sich ein „They will kill you“ augenscheinlich selbst nicht ernst nehmen will, reibt man sicher erstaunt die Augen, wenn hier einige Darsteller ihre Rollen annehmen.
Samara Weaving und Kathryn Newton funktionieren gut in der Opferrolle. Die Übeltäter sind stellenweise auch gut verkörpert, wobei natürlich auch die üblichen „Hahaha – was ein Trottel“-Bösewichte an Bord sein müssen. Einiges will clever wirken, zeichnet aber doch bloß gewohnte Klisches ab. Beispiel: Ein Charaktertausch der beiden jugendlichen Erben hätte mit einem Augenzwinkern mehr Finesse vermitteln können. OK, so ist der asiatisch anmutende Typ eben ein Konsolenjunkie…
Ein arger Kritikpunkt ist dann der Umgang der Schurken mit ihren Waffen. Da wird wie im „A-Team“ wild rumgeballert, ohne ein „Aua“ zu erzeugen. Der Scharfschütze trifft auf freiem Feld das still sitzende Opfer nicht, der coole Teenie ballert mit einer MG aus 5 Metern Entfernung überall hin, nur nicht in die Richtung der Gesuchten.
Das ist auf Dauer sehr sehr ärgerlich, denn man spürt sogleich, dass dieses Waffenarsenal zu keiner Zeit eine Bedrohung werden wird.
Bedrohlicher sind dann die Faustschläge eines Ganoven, und hier hat der Film eine seiner Stärken.
Shawn Hatosy und Sarah Michelle Gellar als Geschwisterpaar, dass seinen Platz an der Seite des Teufels wähnt. Zunächst kauzig, dann mit einem Anflug von Bedrohlichkeit, die es für einen solchen Film eben doch benötigt.
Die berüchtigte Pfefferspray-Szene zur Mitte ist tatsächlich eine schöne Idee und toll umgesetzt.
Ebenso der eine oder andere Moment zum Ende.
Es endet dann selbstredend ohne Überraschungen, bietet aber doch einige Hingucker – Die Suche nach dem Ring und der Einmarsch der Braut. Malerisch und teils sehr schön anzuschauen!Man möchte dann auch tatsächlich die Mängel des Drehbuchs vergessen, insbesondere die gemeinsamen Szenen der sich nicht mögenden Schwestern. Zu lange Dialoge, die ins Nichts führen (und die selbstredend kein Schurke für sich nutzen möchte). Eigentlich ein Jammer, der dann aber auch mit Szenen wie z.b. an der Waschmaschine aufgefangen werden kann.
Ready or not 2 ist für mich mehr Überraschung als Enttäsuchung. Besserer Cast, mehr Finesse im Szenenbild, ein bildschönes Finale. Und wenn Schauspieler dann auch mal gelgentlich so tun, als wären sie vor der Kamera die Figur, die sie verkörpern sollen… ach, mach ich mal besser kein Fass auf

6/10
7. April 2026 um 19:04 #259540How to make a killing [Sneak Preview]
Tatsächlich kaum der Rede wert.
Dazu kommt, dass ich mit Glen Powell nicht nur nichts anfangen kann – er erscheint in den allermeisten Filmen als überaus schleimig und fehlplaziert.
So auch hier:Mary ist schwanger. So weit, so gut. Ihr Vater Whitelaw findet das aber suboptimal.
Das Kind muss weg. Weil Mary das nicht will, muss eben sie weg.
Klingt nach einem ganz normalen Dienstag – die Familie Redfellow ist aber stinkreich.
Und weil Mary nun auch keinen Support ihres Vaters erhält, wächst ihr Sohn Becket in einem mittelklassischem Umfeld auf.
Golf soll er trotzdem lernen, und dort verliebt sich der heranwachsende Teenie in die wohlhabende Julia.
Nun wird Mary krank und auf dem Sterbebett gibt sie Becket einen guten Rat: Er soll sich das Leben holen, das ihm zusteht. Zuvor wurde er darüber informiert, dass er in der Familie Redfellow erst dann erbberechtigt ist, wenn alle anderen Verwandten tot sind.Tja, das sind aber eine ganze Menge – da hat Becket noch ein paar Jahre Wartezeit vor sich… es sei denn, er nimmt das Schicksal seiner Verwandten selbst in die Hand.
Schwarzhumorig will man hier sein. Keck und verspielt. Mit einem Augenzwinkern über die Superreichen gelästert, sie (hier gurndlos) verteufelt und wenn sie dann sterben, erwawrtet man Beifall.
Ganz schlimme Message – vor allem, wenn so ein Schleimbolzen wie Powell erklärt, warum das unbedingt notwendig sei.
Selbst dann, wenn er mit einem Top-Job ein Penthouse in Stadtzentrum beziehen kann, ist es ihm nicht genug. Das Geld der Anderen ist sein Antrieb – die Zufriedenheit mit sich selbst und dem Erreichten, das den wenigsten Menschen auf der Welt vorbehalten bleibt, ist ihm nicht genug.
Wenn er dann am Ende über das missglückte Happy-End labert, ist es ohnehin egal. Sympathien konnte er keine gewinnen, die von ihm als „böse“ dargestellte Gegenspielerin ist dabei lange Zeit im Recht.Selbstverständlich darf eine quere Romanze nicht fehlen. Wer kennt es nicht? Man besucht seinen Cousin, trifft dort dessen Freundin und die ist sofort spitz auf einen. Und dann sagt der Cousin, dass er Kinder hasst und dabei will sie doch unbedingt welche haben – ja, sie habe ihn schon lange verlassen wollen. Sein Tod sei dann der passende Augenblick dafür…. manmanman!
Die Figur des Becket hätte gerne intensiver beleuchtet werden können. Hassenswert, gefühlskalt, ignorant.
Seine Wahnvorstellung, das Geld Anderer stünde ihm alleine zu und deswegen müssten sie alle sterben, ist nicht nur völlig Gaga, sie zeichnet auch überspitzt Teile der (ewigen) Neidgesellschaft wieder.
Doch anstatt andere zu ermorden, arbeiten normale Menschen eben täglich um sich ein gutes Leben aufzubauen – fernab von Penthousewohnungen, Schlössern und Traumkarren. Warum Becket also nicht als den Kranken Mann zeichnen, der er ist? (Oder der so von seiner Mutter erzogen wurde? Wobei hier interpretiert werden darf… hat sie ihm zu den Morden geraten?)„Das Geheimnis meines Erfolgs“ kam mir die Tage in den Sinn. Da macht sich ein Bauernjunge auf den Weg, sich in der großen Stadt den Traum von Geld und Reichtum zu erfüllen. Ganz so einfach ist es dann nicht und ihm müssen eine Menge Dinge misslingen, ehe er zu einer Einsicht gelangt. Ein, wie ich finde, unterschätzter Film der 80er Jahre.
Das Geheimnis heutiger „Eat the Rich“ Fantasien im Kino ist, dass es nie zu Konsequenzen kommt. Es stellen sich auch keine spürbaren Hürden in den Weg. Höchstens, dass sich der Reichen-Killer zwischen zwei Frauen entscheiden muss.
Man kommt davon, immer, irgendwie. Ist ja auch gut so! Wenn andere das Geld haben, dass ich eigentlich gerne hätte, ist das schon OK.Ganz ganz schlimme Botschaft und eine misslungene Chance, diese Charakterisierung als fehlgeleitet darzustellen.
Glen Powell bleibt dabei eine Fehlbesetzung: Weder romantische Momente, noch (zunächst skrupelbehaftete) Morde stehe ihm gut zu Gesicht.
Empörung, Erleichterung, Hass…. Junge Junge, der kann gar nichts!
Aber eine Rolle füllen wollen, die zumindest von alle dem einen Hauch Darstellung benötigt.Der Rest des Cast darf mitmachen, weil Powell aber auch Produzent ist, gilt die Bühne ihm allein.
Schäbig, von vorne bis hinten.Als Film an sich vielleicht noch mit 5/10 ausreichend gut bewertet, der Hauptdarsteller startet bei mir aber immer mit -1, somit 4/10
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