DerSchweiger

Verfasste Forenbeiträge

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  • #150772
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    Black and Blue

    Alicia, ehemalige Kriegsveteranin, tritt ihren Dienst bei der Polizei in New Orleans an. Dort wird sie aufgrund ihrer Hautfarbe (natürlich) sofort zum krassen Außenseiter; von den bulligen, weiße Cops gehasst. Auf der anderen Seite darf sie aber auch keine Sympathien von ihren Kindheitsfreunden erwarten, die noch immer im Ghetto New Orleans vegetieren (dafür aber die dicksten Karren fahren), schließlich ist sie nun eine „Blaue“.
    Tja, bei so viel Unverständnis darf Alicia nun auch keine Hilfe erwarten, als sie unvermittelt eine Gruppe Cops erwischt, wie sie einige Kleinkriminelle ermorden. Eine Meldung bei der Polizeiwache erntet… nun ja, ihr ahnt es schon.

    Der Plot ist tatsächlich wenig aufregend, die Spannung auch eher mittelmäßig, aber immerhin spielt Naomie Harris in ihrer Rolle glaubhaft. Zwar muss sie auch durch sämtliche Klischees, die je ein „Schwarzer Cop in weißer Welt“ Film zu bieten hat. Gute Momente wie etwa Alicias Flucht vor den Killer-Cops im schwarzen Viertel werden jedoch schnell vom Tisch gewischt, schließlich soll es ja Knallen.

    „Black and Blue“ hätte tatsächlich richtig ordentlich werden können, hätte man dieses blöde Katz-und-Maus Spiel nicht bis zum Exzess getrieben und insbesondere zum Ende nicht so sehr mit Krawall versehen. Zur Krönung bekommt der Film ein Ende, dass einem die Hände an die Stirn klatschen.
    So ist der Film aber trotzdem allemal wert, einer Heimkino-Sichtung empfohlen zu werden.

    5/10

    #150770
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    Zombieland 2: Doppelt hält besser

    Nur kurz: Wer schon beim (miesen) Trailer Tränen lachen konnte, wird genau dieses in Filmlänge erhalten. Für alle Anderen ist es ein bemühtes, verkrampftes und zu 99% unwitziges Versuchen, Personenkult möglichs cool auf die Leinwand zu bringen. Klar, dass Eisenberg, Harrelson und Stone jede Menge Spaß hatten, das scheint für den Zuschauer jederzeit spürbar, aber etwas mehr als eine Wiedersehensfreude mit dummen Gags und Gelegenheitszombies (überall leere Straßen, es sei denn, man benötigt welche – dann kommen die in Scharen aus dem Nirgendwo [ja, erinnert tatsächlich an die großartige Dramaturgie aus TWD :D]) bekommt man in keiner Sekunde geboten.
    Unterstützt wird das Trio von Zoe Deutsch, die zwar Talent aber eine grottige Rolle bekommen hat, um das „Fehlen“ von Abigail Breslin zu kompensieren, die jedoch für die Gestaltung des „Plots“ des Films herangezogen wird.

    Das darf ich sagen, weil mir Teil 1 auch nur ca. bis zur Hälfte gefallen hat – danach hatte ich tatsächlich nicht mehr Lust, ihn ein zweites Mal zu sehen. Teil 2 nun agiert weit unter dem Humor aus dem „Original“, aber immerhin gibt es Mähdrescher, Pisa und einen Monstertruck!

    3/10

    #150580
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    Hier mal ein paar Eindrücke von Serien, die ich zuletzt gesehen habe:

    Mindhunter Season 2

    Staffel 1 fand ich großartig, die hier nun erweiterteten Elemente („Live“ Killer Suche, private Probleme) bringen den einen oder anderen Spannungsmoment mit hinein, verwässern aber das eigentlich sehr spannende Grundthema. Die Balance einiger Nebengeschichten scheint mir nicht ganz schlüssig (für die offensichtliche Homosexualität eines Hauptcharkters hätte es durchaus eine Folge weniger geben können, die angedeutete sexuelle Frustration eines anderen Mitglieds dagegen ist glücklicherweise nicht im Detail erörtert -> dazu die Tragödie im Hause Tech, die ihre Wurzeln in Staffel 1 hat und für mich das interessanteste Dilemma Beruf vs. Privatleben mit sich bringt aber sich in ihrer Gewichtung der Erzählung nicht ganz wirklich treu bleibt).
    Bestärkte Staffel 1 in erster Linie durch Dialoge und das Zusammenwirken der Hauptcharaktäre, so liegt dieses Klasseelement nun eher hinter den Ermittlungsversuchen bei den „Atlanta Child Murders“. Das ist ok, wenn man etwas mehr Tempo in der Serie haben möchte – zugegeben wäre eine 2. Staffel die sich ausschließlich auf Interviews der Serienkiller (hier tatsächlich eine beinahe unnötige Auseinandersetzung mit Manson) vermutlich zu wenig des Guten, aber mir scheint die Würze der neuen Elemente der Serie nicht völlig zu schmecken.
    Dennoch bleibt „Mindhunter“ eine Serie, die großartig zu unterhalten weiß und sich wohltuend von vielen Krimi/Thriller Serien abhebt.

    7,5/10

    Stranger Things 3

    Ich gebe zu, schon von Staffel 1 kein allzugroßer Freund der Serie gewesen zu sein. Staffel 2 brachte hier keine wirkliche Weiterentwicklung und Staffel 3 unterbietet das Ganze dazu in beinahe beschämender Form. Hier sieht man, was passiert wenn eine gute Idee durch die Melkmaschine der Industrie gejagt wird.
    Gibt es was Neues zu erzählen? Nein?… Dann packen wir doch mal das Monster richtig raus und lassen es auf den Putz hauen. Die Splittung der Gruppe hingegen wirkt authentisch, man entwickelt sich weiter – anderes Tempo, andere Interessen… aber leider gibt es zu viel Husch-Husch durch unterirdische Megalabore, Aufeinandertreffen mit dem bösen Monster und den noch böseren Russen (Ja ok, kalter Krieg – die Prämisse ist in Ordnung, aber wo Staffel 1 noch augenzwinkernd die Themen der 80er aufgriff, ist es in Staffel 3 eine platte Kopie dessen, was wir damals im Kino und TV schauen durften).
    Für mein Empfinden hat sich Stranger Things sehr weit von seinem Ursprung entfernt, was andererseits natürlich nicht verwundert, wenn man bedenkt, dass eine beende Geschichte zwanghaft weitererzählt werden will/muss.
    Staffel 4…. die Aussichten sind düster

    5/10

    Goliath Staffel 3

    Staffel 1 war großartig, Staffel 2 trotz leichter Längen auch sehr gut – die dritte Staffel hatte nun wieder Potential, richtig groß zu werden, aber leider hat man sich in der ersten Hälfte der Season entschieden, die Kuh aufs Eis zu schicken. Sicher scheint, dass die Figur des McBride erzählt zu sein scheint, und ich begrüße es, dass nun nicht aus dem Nirgendwo neue, absurde Charakterzüge oder „Fehler“ der Vergangenheit auf ein einprasseln… stattdessen sind es Drogen, die ihn arg benebeln und den Zuschauer exzessiv daran teilhaben lassen. Dennis Quaid als Gegenpart macht seine Sache toll, aber vieles um die beiden Protagonisten herum ist müßiger Klamauk und Absurdes mit der Keule (die adoptierten Zwillinge – ja, „herrliche“ Momente!! Drogen-Indianer, der im Grunde nur für das Finale der vorletzten Folge benötigt wird).
    Tatsächlich gibt es in dem ganzen Drogengedöns eine(!!) Szene, die für die Story bedeutsam ist. Alles Weitere zu diesem Thema ist lästig, grell, unsinnig – ebenso wie McBrides zwischenzeitliche Reise ins Ödland.
    Die zweite Hälfte der Staffel zeigt dann aber wieder, warum die Serie im Grunde stark ist. Thornton als McBride ist großartig, so einfach kann es manchmal sein. Sein Kanzleigespann lässt hier leider den Schwung vermissen, den sie noch in den beiden ersten Staffeln haben, aber ein Wiedersehen macht dennoch Freude.
    Ich bin hier hin- und hergerissen, denn ich mag diesen „David“, der sich immer wieder einem „Goliath“ stellt und dabei auch persönliche Verluste erleiden muss.
    Es menschelt auch hier sehr, was großartig ist – aber wenn Drogen ein belustigendes Element sind, bin ich raus (nicht, weil ich Drogen nicht mag – sondern weil mir die „Ästhetik“ gehörig auf den Senkel geht).

    Spitzenvorraussetzungen, Thornton weiterhin in Top-Form aber eine halbe Season, die mehr oder weniger für die Tonne (oder Spritze) ist. Man man man, das ärgert mehr als das Auftreten einer Figur aus Staffel 1.

    6,5/10

    #150521
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    Hier mal rasch die Eindrücke der letzten drei Sneak-Sessions:

    47 Meters down: Uncaged

    Der Hai ist los! Dieses Mal ein Riesenbrocken, der vor langer Zeit in eine versunkene Ruinenstadt eingedrungen sind. Zu blöd, dass der Mensch das Gebiet für sich neu entdeckt hat und es sowohl aus historischer als auch aus touristischer Sicht zu katalogisieren versucht.
    Die vier weiblichen Störenfriede werden dann auch alsbald von den gierigen Allesfressern genauer unter die Lupe genommen…

    Nichts Neues an der Front der Hai-Slasher. Das Setting ist durchaus mal etwas anders, stellenweise optisch sehr gut in Szene gesetzt. Dramaturgie, Plot und „Schauspieltalent“ (man beachte mal Stallones Tochter) erden den Zuschauer dann doch recht schnell.
    Das Highlight des Films, die Haie, werden glücklicherweise meist gut dosiert in Szene gesetzt.
    In der Summe ganz OK, aber wie beinahe alle Tiere-sind-Killer Filme lässt mich das völlig kalt.

    5/10

    Halloween Hunt

    Puh, was ist denn das? Irgendeine Mischung aus „Saw“ und „Escape room“ vielleicht?
    An einem Halloween Abend fassen eine Gruppe Heranwachsender den Entschluss, in ein gruseliges Gespensterhaus einzukehren. Hätten sie mal besser nicht gemacht, denn die unter schaurigen Masken versteckten Schausteller sind nicht auf die Unterhaltung ihrer Gäste aus…

    Optisch weiß „Halloween Hunt“ hier und da tatsächlich zu gefallen. Schön fand ich das meist handwerklich anmutende Ambiente (kein Multimillionen und durch technischen Overkill auffallendes Setting), die eine oder andere Szene hatte durchaus Spannungspotential. Doch bald weicht der interessante Ansatz dem Genreüblichen „Lauf oder Stirb“ Schema. Sehr schade, weil ab hier völlig belanglos. Da helfen auch die Masken hinter den Masken nichts mehr.

    Für einen Halloween Abend zu gebrauchen….

    5/10

    Scary Stories to tell in the dark

    Auch die gestrige Sneak stand im Einfluss der Halloween Nacht. Ovredal und del Toro entführen uns in ein amerikanisches Kleinstädtchen der 1960 Jahre. Der Vietnamkrieg ist noch ein Aufruf zum Heldentum, dem junge Männer nur allzu gerne folgen.
    Für eine kleine Gruppe Außenseiter ist es das letzte gemeinsame Halloween, ehe die Wege der Highschool sie vermutlich außeinanderreißen wird (oder man einfach zu alt für Trick or treat ist – wer weiß das schon)
    Ein verlassenes und verwunschenes Haus bietet ein gruseliges Ambiente und gleichzeitig Unterschlupf auf der Flucht vor den örtlichen Haudegen. Hier wurde vor vielen Jahren ein Mädchen hinter den Mauern eingesperrt und immer wenn Kinder kamen um sich von ihr eine Geschichte erzählen zu lassen, verschwanden diese kurz darauf auf Nimmerwiedersehen.

    Ja, klingt supergut ;) Ovredal wurde jüngst für sein „Autopsy of Jane Doe“ ziemlich gefeiert (warum, erschließt sich mir nicht gänzlich) und del Toro hat ja ohnehin ein Händchen für Fantastisches. Hätte toll werden können, aber es ist in der Summe tatsächlich nur altbacken. Lobend hervorzuheben ist möglicherweise, dass einige Gruselfiguren handwerklich aussehen und nicht frisch aus dem Computer entsprungen scheinen, aber in der Summe ist es sowohl optisch wie auch inhaltlich eine Enttäuschung.
    Das beliebte „Stranger Things“ Schema (eine Handvoll Teenies, die in phantastische und unglaubliche Gefahren geraten, dabei trotz ihrer Unterschiedlichkeit stets beste Freunde sind und dem größten Schrecken auch mit einer Prise Humor begegnen) wird hier zum x-ten Mal durchgekaut.
    Von der Gruppe bleibt vielleicht noch die Hauptdarstellerin in Erinnerung, dies aber möglicherweise mehr ihrer Brille geschuldet als ihrer tatsächlichen Präsenz.
    Der übliche Plot – Ene mene meck, und du bist weg – bietet keinerlei Raum für Überraschungen. Einzig Monsterfetischisten erlangen möglicherweise ein Spannungsgefühl hinsichtlich der möglichen Optik des nächsten Monsters aus der Kiste.
    Einmal weggenickt und trotzdem nichts verpasst.

    Für Halloween taugt es ebenfalls, aber da erschien mir „Halloween hunt“ tatsächlich einen ticken unterhaltsamer.

    4,5/10

    #150044
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    Midsommar

    Donnerwetter: Die Rückkehr!

    So, für alle, die es nicht wissen: Ari Aster ist der heißeste, neue Scheiß im Horror. Punkt!
    Glaubte ich zumindest gehört zu haben – „Hereditary“ gefiel mir zugegeben gut, das Nonplusultra des Horror konnte ich da aber nicht erkennen. Inwiefern „Midsommar“ hier in das selbe Horn bläst, gilt es nun zu erfahren.

    Dani, die einen persönlichen Schicksalsschlag erleiden musste, wird von ihrem „Noch“Freund Christian eingeladen, ihn und seine Kumpels nach Schweden zu begleiten, wo sie die Zeremonien der Sommersonnenwende begleiten möchten.
    Sie willigt ein und bald finden sie sich in einer entlegenen Kommune, wo die Gemüter der Bewohner ebenso immerhell sind wie das Tageslicht um sie herum.
    Doch es scheint hinter dem immerfrohen Getue ein Geheimnis zu stecken.

    Leider kommen auch hier leichte Spoiler vor!
    (Die nach Sichtung des Trailer allerdings nicht schwer ins Gewicht fallen)

    Nach der dunklen Einleitung geht es ins helle Schweden. Visuell ist „Midsommar“ ein Augenschmauß! Farben, Szenenaufbau, Hintergründe – so wünsche ich mir einen Film.
    Wer Interesse am „Aster Interpretationsschauen“ hat, der wird auch hier seine helle Freude haben. Alleine die Spiegelmomente in der 20minütigen Einleitung laden zum Diskutieren ein.

    Der Plot indes ist rasch erzählt und weißt keinerlei Unterschiede zu Vetretern der „Freitag der 13.“ Reihe oder ähnlichen Machwerken auf.
    Tatsächlich stört dies ein wenig (mich zumindest), aber Optik und Ton übertrumpfen ohnehin alles, was inhaltlich geboten werden soll.
    „Schreckmomente“ gibt es einige, jedoch sind sie gepaart mit Szenen, die den Schatten des Unheils bereits 10-15 Minuten vorher auswerfen. Man wird quasi mit ungutem Gefühl weitergetrieben um dann ungeschönt (aber effektvoll) zum jeweiligen Schreckensklimax geführt.
    Besonders in den Momenten, die sich viel Zeit zum nächsten Höhepunkt nehmen, ist der Film bockstark! Das Resultat sind dann auch 150 Minuten Spielzeit – so viel Zeit muss mal sein.
    Dazu kommen die genreüblichen Schrecken aus dem Dunkeln oder auch mal der rasche Knüppel aus dem Sack. Im Zusammenspiel mit den anderen Szenen sind sie wie ein Eintreten in eine andere Welt – was künstlerisch wie erzählerisch durchaus berechtigt ist.

    „Midsommar“ wird zum philosophieren einladen, zum „Hast du das in der Szene gesehen – und dann als blablabla“ natürlich auch – aber Hand aufs Herz. Die Story ist straight und wer den Trailer gesehen hat, weiß schon ab Minute 1 wie die Nummer ausgehen wird. Die vom Regisseur gestreuten Interpretationsmöglichkeiten sind möglicherweise als BonBon zu verstehen. Denn darstellerisch hat der Film tatsächlich seine Schwächen.
    Florence Pugh als Dani ist sowohl optisch wie auch in ihrer Präsenz eine Wucht (natürlich geschmacksache!), dahinter stinkt der Cast aber gehörig ab. Sehr gut funktionieren die Figuren der Kommune, die ihre Tänzchen ungerührt darbieten und sich auch sonst für allerhand Fremdschämmomente nicht zu schade sind.

    An dieser Stelle mal angemerkt: Für die Sneak taugt der Film leider nicht – bzw. fällt es dem Publikum schwer, sich auf fremdländische Traditionen einzulassen. Schwedische, leicht dissonante Folklore aus dem Off sind tatsächlich nicht jedermanns Sache – an einigen Stellen kann es zu Lachern der Entrüstung oder verkannten Tradition kommen (was der Stimmung des Films leider nicht gerecht wird).
    Hiervon möchte ich aber die Inszenierung des letzten Viertels aussparen, denn hier wird tatsächlich Einiges geboten, das man nur schwer ertragen kann. Der Nakedei-Kult aus „Hereditary“ ist dagegen ein leises Flüstern.

    Neben Pugh will im Grunde nur noch William Jackson Harper gefallen, dessen Interesse an der nordischen Kultur und den Runen unterschiedlicher Epochen erst die Reise nach Schweden ermöglichte. Seine Reise in die Gemeinschaft ist die einzig glaubwürdige (nehmen wir das unbedarft hereingestolperte und schicksalgelenkte Dazukommen von Dani mal aus) aus der Gruppe. Welche Rolle der Student und „Fremdenführer“ Pelle innehat ist im Grunde schon beim ersten Kennenlernen klar.

    Aber Aster möchte nunmal nicht mit einer gewitzten Story überraschen, sondern ein Fest zelebrieren. „Midsommar“ ist ein Rausch der Sinne, untersützt durch den beinahe ständigen Drogenkonsum der Figuren.
    Das Betreten der Kommune ist zu schön um wahr zu sein (man denke da an die Frauen von Steppford) – tja, und am Ende ist es so, wie es ist.
    Punkt. Aus.

    An einigen Stellen kam ich nicht umhin mich zu fragen, ob Aster den Zuschauer und Kritiker nicht bewusst Eine mitgibt und sich hinterher vor Lachen auf dem Boden krümmt, wenn er die vielen Interpretationen und zukunftsweisenden Kniffe zu hören bekommt. Sowohl das Zeichnen der Hauptfiguren als auch der Rabatz am Ende sprechen eher dafür, dass er schauen möchte, wie weit er gehen kann, bis jemand die Hand hebt.
    Ari Aster abzufeiern halte ich für verfrüht. Inhaltlich haben weder „Hereditary“ noch „Midsommar“ etwas überraschend Eigenständiges. Er geniert sich nicht, Motive zu stehlen und sie in seine Visionen von Film einzubauen.

    Die Bild- und Tongewalt (ja, Gewalt), sind enorm und haben mich hier tief beeindruckt.
    Plots und Twists sind mir dann aber doch zu effekthascherisch eingebaut (Aus der Erde ragendes Bein) – sie etwas mehr zu verstecken würde mir tatsächlich besser gefallen.
    Ohne also auf den Personenkult Aster aufzuspringen zeige ich mich von „Midsommar“ positiv überrascht.
    Inhaltliche Schwächen werden mit dem (beinahe quälend) langen Szenenaufbau zerstreut, ohne dabei (für mich) langweilig zu werden.
    Eine starke Hauptdarstellerin, die den Film mit Hilfe der nebendarstellenden Kommune (wobei die Kommune an sich natürlich der „Hauptcharakter“ des Films ist) stemmt. Ein dahinter stark abfallender Cast (der war in Hereditary tatsächlich deutlich besser) verdirbt dabei hin und wieder die Stimmung.
    Blendet man zudem aus, dass hier viel Augenwischerei betrieben wird, dann hat man mit „Midsommar“ tatsächlich einen Horrorfilm, der nachwirkt.

    P.S. Drogen töten!
    8(,5)/10

    #150042
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    ES – Kapitel 2

    Donnerwetter! Binnen einer Woche durfte ich zwei Vertreter des Horror im Kino bestaunen und erlebte dabei zwei Überraschungen.

    Angefangen mit ES. Die Story sollte hinlänglich bekannt sein: Der Club der Verlierer trifft sich anlässlich des erneuten Erwachens von ES in Derry ein. Es gilt nun auf ein Neues, den Clown zu besiegen – dieses mal möglichst für alle Zeiten.

    Der Clou, Teil 1 ausschließlich auf der Zeitebene der Kids zu drehen, ging völlig auf. Das Zusammenspiel der Figuren, die Glaubwürdigkeit und Angst vor den verschiedenen Formen von ES war für mich toll inszeniert. Die Stimmung gelungen und auch die nötige Zeit zum Reifen und Begreifen der Figuren war gegeben.

    Vor dem Lösen meiner Kinokarte machte ich mich auf einen langen Abend gefasst, denn 170 Minuten habe ich im Kino selten einem Film geschenkt. Bedenken hatte ich keine, Teil 1 funktionierte herrvorragend und wenn nun im zweiten Teil ebensoviel Zeit auf Charakterzeichnung liegt, dann kann das wirklich klasse werden.
    Leider sitze ich nun noch einige Tage später hier und überlege, was ich von dem Gesehenen halten soll.

    „ES 2“ ist nicht wirklich langweilig – wobei eine strenge Warnung an alle rausgehen sollte, die bereits Teil 1 als zu lahm und unspektakulär empfanden.
    Dass man für den Film einige Punkte des Buches gestrichen oder verändert hat, kann ich nachvollziehen. Leider störe ich mich sehr an dem Cast.

    Ab hier einige Spoiler!

    Auch wenn für mich klar ist, dass all jene, die Derry verließen, die Erinnerungen an das Grauen ihrer Kindheit vergessen haben, sollten sie sich doch untereinander ihrem Alter entsprechend verhalten können. Klar kann gefrotzelt werden, aber Erwachsene mit dem Geiste eines 12jährigen… das hat mich in der Restaurant Szene arg gestört. Leider wurde hier nie die Kurve genommen – der Club der Verlierer bleibt sich im Grunde bis zum Ende fremd.
    Zwar möchte man mit Worten und Erklärungen das Gegenteil beweisen, aber es entsteht nie ein Gefühl für Harmonie, Verbundenheit oder unterschwellige Liebe. Alles, was man an Interaktionen bemerkt, wirkt stark gekünstelt und im Grunde so, als hätte es einen Teil 1 nie gegeben.

    Pennywise mochte ich im ersten Teil sehr, hier wird er in meinen Augen beinahe vernachlässigt. Zwar werden die Herrschaften in alle Windesrichtungen verstreut um ihren Talisman zu finden, der am Ende einer gruseligen (?) Begegnung mit dem Grauen wartet, doch gerade diese Momente verpuffen ohne jede weitere Wirkung.
    Ich weiß gar nicht, ob das (gewollt) schlechte CGI dabei eine Rolle spielt – die Szenen reihen sich aneinander und im Grunde weiß man schon vorher, wie das Ganze ausgehen wird – zumal ES in diesen Situationen gar keine körperliche Bedrohung darstellt.
    Die Ängste und Traumata, die die Erwachsenen seit ihrer Begegnung mit ES in sich tragen, sollen so zwar visualisiert werden – eine spürbare Präsenz haben sie aber in keiner Szene davor oder danach – insofern taugt der ganze Spuk auch nur für die Gallerie.

    So geht es mir mit vielen Details des Films, die mir womöglich gar nicht so ins Gewicht fallen würden, hätte es a) keinen Teil 1 gegeben und b) ich das Buch nie gelesen.
    Die Einführung des Erwachsenen Henry Bowers hat auch so seine Tücken (wer denkt nicht an seinen Sturz in Teil 1 und wundert sich über seine Unversehrtheit in Teil 2?) – die Flucht und das mögliche Gewicht seiner Rolle in der Geschichte sind durch den Film äußerst fragwürdig gehalten. Dass er das vermenschlichte Werkzeug von ES ist, wird hier arg vernachlässigt – eine menschgewordene Bedrohung für die Gruppe zu keiner Zeit spürbar.

    ES 2 nähert sich in seiner Erzählform der des Buches. Die vielen Rückblenden sollen so ein Gefühl des Deja vu geben und erkennen lassen, dass die Erwachsenen nun womöglich etwas zu verlieren haben (Familie, Karriere) und nicht mit der selben „Unbekümmertheit“ in das Abenteuer stürzen. Soweit möglicherweise der Plan, und ich bin mir unsicher, ob es nun die Darsteller oder der Regisseur verhunzt haben.

    Das Finale ist spannungsarm zum gehtnichtmehr, warum und wieso nun dieses Ritual Abhilfe schaffen soll… nun ja.
    Klar gibt es hier eine Romanvorlage, aber wenn man das Wesen des „ES“ im Finale beinahe grundlegend zu der im Buch ändert, warum dann nicht auch den Ritus des Besiegens?
    Den tatsächlichen Todesschlag für das Wesen ist dabei derart rasch ins Spiel geworfen, dass es mich als Zuschauer stark geärgert hat. Warum kann man diese Erkenntnis denn nicht im Verlauf des Films reifen lassen? Stattdessen wird es Spruchreif für die letzte Minute des Films aus dem Hut gezaubert – ja, blöd für die Armen Seelen, die inzwischen abdanken mussten.
    Selbstredend müssen auch hier Tatmotive nochmals verbal wiederholt werden („Es tötet Monster, wenn du daran glaubst“) – als hätte der Regisseur das Gefühl, der Zuschauer würde sich nach 2 1/2 Stunden nicht mehr an das erinnern können, was mal inhaltsschwer erklärt wurde.

    Einzig die Änderung dem Skateboardjungen fand ich gelungen – dass Bill nun erneut das Gefühl haben muss, „Schuld“ am Tod eines Jungen zu sein, finde ich nicht verkehrt.

    „ES 2“ wäre ungachtet seines Vorgängers und der Romanvorlage möglicherweise ein solider – nun ja – Grusler.
    Ich kann mir nur schwer erklären, wie man die Nummer derart ausbremsen und gegen die Wand fahren konnte.
    Inhaltlich ist es durchaus in Ordnung, aber darstellerisch sehr stark an die B-Horror Filme der 80er angelehnt. Die Inszenierung erhält keine Veränderung (schade, da nun 27 Jahre ins Land gingen und man den Schrecken auch mehr an das jetzige Leben der Zielgruppe hätte anpassen können), die Schreckmomente sind nicht vorhanden weil stumpf 1:1 aus Teil 1 geklaut (wo die Atmosphäre und Glaubwürdigkeit des Schreckens jederzeit nachvollziehbar waren).

    Sehr schade und eine (für mich) faustdicke Überraschung. Mit guten Willen und dem King Bonus kommt die Nummer hier tatsächlich nur hauchdünn über Mittelmaß hinaus.
    5,5/10

    #149953
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    @derschweiger

    The Kitchen: Queens of Crime

    (Ups, hier spoilert es!)
    Kathy, Ruby und Claire sind allesamt Ehefrauen dreier irischer Einwanderer im Hell´s Kitchen der 70er Jahre. Bandenkriminalität prägt die Stimmung des Viertels und so verwundert es nicht, dass alsbald alle drei Herren nach einem missglückten Ladendiebstahl für drei Jahre hinter Gittern kommen.
    Der nun aufgestiegene Kleinbandenboss möchte für seine „Familie“ Unterstützung leisten, doch seine Mutter (die hinter den Kulissen die Fäden der Bande zieht) hasst ihre Stieftochter Ruby aufgrund ihrer Hautfarbe. Zudem läuft das Geschäft mit den Schutzgeldern schlecht – immer mehr Ladenbesitzer verweigern die Zahlung.
    Für die 3 Damen wird schnell klar: Hier muss gehandelt werden!
    Mit Schwung, weiblicher Leichtigkeit und Heiterkeit und natürlich dem richtigen Näschen für die richtigen Sprüche fließt auch schon bald das Schutzgeld und einer finanziel gesicherten Zukunft sollte nichts im Wege stehen… wären da nicht die Juden und ein italienischer Mafiosi aus Brooklyn…

    Als ich Melissa McCarthy auftreten sah, befürchtete ich schon einen „Furz-Pups-Kacka“ Klamauk, zumal Unterstützung in Form von Tiffany Haddish angedroht wird.
    Das Gute vorweg: Eine Komödie ist es nicht.
    Ein guter Film leider auch nicht.
    Die Prämisse, dass drei Gattinnen von Kleinkriminellen (zu faul, für das Schutzgeld zu schützen, zu blöd, um Schnaps zu klauen) im Bandenmillieu aufsteigen und schon bald einen Paten in die Tasche stecken wollen, ist zugegeben gewöhnungsbedürftig. Allerdings gibt es ja auch Perlen der Filmkunst wie etwa „Once upon a time in America“, „Good Fellas“ oder „Casino“ die ähnliche Aufstiege möglich machen.
    Was läuft hier also schief?
    Frauen, die in einer Männerdominierten Kriminellenwirtschaft auch mal die Zügel in die Hand nehmen, können durchaus interessant dargestellt werden – hier setzt man aber auf die Nummer unbedarft und zuckersüß.
    Sorry, aber erpresste Ladenbesitzer geben ihren „Dienstleistern“ freudig ein High-Five? Dazu natürlich der imposante Aufstieg der Damen umrahmt von einem zeitnahen stylishem Song innerhalb von 2 Minuten.

    Zwar hat der Film auch tolle Momente (Schmuck in Form von Schutzgeld), aber im Grunde ärgert man sich über blöde Charakterzeichnungen und einem Plot, der wirklich keinerlei Kreativität erkennen lässt.
    Dazu kommt Nicht-Schauspielerin Haddish, die zwar keine „Pffff“-Grimassen äffen muss/darf, aber das sie in diesem Bereich arg limitiert agiert, kann sie nicht verbergen. Sehr ärgerlich, dass sie ab der Hälfte des Films aus „Twistgründen“ mehr und mehr alleinige Screentime bekommt.
    McCarthy, die mir bisher nur in „St. Vincent“ positiv auffallen konnte, macht hier tatsächlich einen soliden Eindruck. Als Hauptfigur ist sie aber überfordert – was zugegeben auch am schlechten Drehbuch und der noch schlechteren Charakterzeichnung ihrer Figur liegt.

    Dritte Dame im Bunde ist Elizabeth Moss, die in der ersten halben Stunde mit exakt zwei Gesichtsausdrücken auffällt. Hinten raus darf sie dann aber tatsächlich die womöglich interessante Rolle der Drei spielen, bekommt hierfür allerdings auch die wenigste Zeit zur Verfügung.

    Die Optik des Films ist gut, das Flair der 70er Jahre ist gut eingefangen – Dialoge und Slang womöglich nicht ganz.
    (Kann ich aber zugegeben nur schwer beurteilen ;) )
    Die Inszenierung der Kills ist branchenüblich, der unvermeidliche Headshot auf der Toilette darf hier natürlich nicht fehlen.
    Die Erzeugte Spannung wirkt in jeder Minute geküstelt, die Auflösung ist dann auch tatsächlich arg blöde und endet dann tatsächlich im weiblichen Friede,Freude,Eierkuchen.

    Dass sich der Film dann doch recht schmerzfrei zu Ende schauen lässt, macht ihn zugegeben weniger schlimm als möglicherweise geschildert, aber wagt man den Vergleich mit den großen Herrenrunden des Genres, dann hilft auch der Frauenbonus nicht mehr viel.

    Fazit: Idee gut, plot arg ausbaufähig. Dazu mit Haddish eine „Schauspielerin“, die Keine ist aber eine McCarthy in seriöser Form, was ihr wahrlich besser steht als ihre Knuddel-Comedy Rollen.
    Einige Clous in den Nebensträngen (aber leider auch Momente, die wirklich „wehtun“), eine gute Optik, solider Soundtrack – streamen für lau sollte drin sein.

    4/10

    #149829
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    Ready or not – Auf die Plätze, fertig, tot

    Grace ist überglücklich! Sie heiratet ihre große Liebe Alex, der seinerseits als Kind der Le Domas Familie einigen Reichtum erfahren durfte. Großvater (wenn ich nicht irre) Le Domas machte Karriere mit dem Erfinden und veröffentlichen von Spielen. Das Vermögen sowie einige merkwürdige Traditionen wurde in die kommenden Generationen mit übernommen.
    Kaum hat das Brautpaar die Eheschließung hinter sich gebracht, wird es in den Spielsaal der Familie geladen, wo sie ein zufällig gewähltes Spiel (aus einer mystischen Box) spielen werden. Erst wenn dies geschehen ist, wird Grace in die Familie aufgenommen.

    Der Zufall möchte, dass die Familie mit ihr Verstecken spielen muss. Der besondere Clou: Die Finder müssen die Braut töten. Überlebt Grace die Nacht, wird andererseits der Familie Böses zustoßen… sagt man sich.

    Somit ist der gesamte Plot im Grunde erzählt. Als Grace von ihrem Unglück erfährt, sind auch bald die ersten Opfer zu betrauern.
    „Ready or not“ bewegt sich irgendwo zwischen Angst und Humor. Alleine die überzeichneten Charaktäre der Le Demas Familie machen früh deutlich, dass man es nicht allzu ernst nehmen wird.
    Dennoch wird mit ihnen nicht zu spaßen sein. In ihren Ambitionen sind sie konsequent wobei dann insbesondere die Art und Weise des Ablebens einiger Figuren zum schmunzeln oder Schenkelklopfen einladen (je nachdem, wie man es mag).
    Grace indes zeigt ehrlichen Ehrgeiz, die Flucht zu ergreifen. Ihre Szenen der Angst und der Schmerzen sind durchaus Horrorfähig. Begegnen sich die Familienmitglieder untereinander ist dabei der Humorfaktor überwiegend („Google sag: Wie benutzt man eine Armbrust?“)

    Der Humor ist dabei, mit Ausnahme einer handvoll Szenen, nicht allzu plump und der Spannungsfaktor solide (Ob Grace die Nacht überleben wird, ist tatsächlich nicht sicher). Das Setting (altes Familienanwesen, ausladender Garten mit angrenzendem Wald) ist beliebig wie uninteressant. Das Zusammenspiel der Charaktäre ist durchschnittlich – im Grunde lebt der Film von der Performance von Samara Weaving, die als Braut optisch zwar keine Pluspunkte sammelt, dafür im mehr und mehr zweckentfremdeten Brautkleid zunehmend intensiver agiert.

    Bleibt noch das Finale und hier werden einige ein lautes „Hurra“ rufen, während andere beklagen, hätten sie doch schon vorher abgeschaltet.
    Insgesamt gefällt mir der Film tatsächlich etwas besser als andere jüngere Horrorkomödien wie „Happy Deathday“ oder dieser Flaschendrehen Spukfilm, kann mich am Ende jedoch auch nicht völlig zufrieden entlassen.

    6/10

    #149572
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    Little Monsters

    David vermisst seine Band „God´s Sledgehammer“, die es seit Jahren nicht mehr gibt. Depressiv, Agressiv und äußerst infantil bricht er sich einen Weg durch sein Leben. Seine Freundin will das so nicht mehr mitmachen und setzt ihn vor die Tür. Zuflucht findet er bei seiner Schwester und deren Sohn Felix („Ich komme aus dem Reagenzglas!“).
    Auch hier treibt er sein Unwesen und ist kurz vor dem Rausschmiss, bis er Felix Grundschullehrerin Miss Caroline kennenlernt.
    Um ihr zu imponieren (und selbstredend um sie rumzukriegen) springt er als Aushilfe für einen Klassenausflug in den Streichelzoo ein.
    Zu dumm, dass auf der dort benachbarten Militärbasis ein Zombievirus außer Kontrolle gerät und sehr bald Untote auf dem Weg zum Tierpark sind.

    Von dem Film habe ich zuvor weder Ankündigungen noch Trailer gesehen, also ging ich die erste halbe Stunde davon aus, eine mäßig witzige „Vom Saulus zum liebenden Familienmensch“-Komödie serviert zu bekommen. Die ersten Gags sind überhaupt keine und auch im weiteren Verlauf ist man oftmals am Fremdschämen, wobei einige Gags doch zum Schmunzeln einladen.
    Etwas spaßiger wird es, wenn David seinen Neffen in die Schule begleitet und dabei arg respektlos mit den Rüpeln umgeht, die Felix übel mitspielen.

    Tja, und dann kommen Zombies.
    Als „Dawn of the Dead“ ein Remake erfuhr, es zu „28 days later“ (auch „28 weeks konnte man sich ansehen“) und anderen Untotenfilmen kam, war ich zugegeben ein großer Freund dieser „Kunst“.
    „The walking Dead“ avancierte rasch zu einer gern gesehen Serie… aber wie bei fast allem ist dann auch mal die Luft raus, weil alles relevante a) erzählt und b) persifliert wurde.
    Insofern verliert „Little Monsters“ nach Minute 30 somit auch jedes sehenswerte Element. Werden die Kids das Massaker überleben? Juckt hier niemanden, weil die optische Bedrohung zu keiner Zeit eine spürbare ist (da kann im Gänsemarsch durch die Horde gelaufen werden und niemand wird auch nur am Schnürsenkel berührt).
    Zwar gibt es den einen oder anderen liebenswerten Moment, z. B. wenn Miss Caroline das Dilemma als ein Spiel ausgibt und sich jederzeit bemüht, den Kindern den Schrecken zu nehmen.
    Leider bietet sie außer einer Ukulele keine weiteren Alternativen an…. und das langweilt schon arg beim 2. Song.

    Zwar sind einige der Kleinen recht süß in ihren Rollen (außer Felix. Irgendwie hofft man, dass er unter den Traktor gerät) aber das Fehlen an Dramaturgie, Wortwitz, von mir aus ein Gefühl der Bedrohung oder Beklemmung macht das Ganze zu einem Kinderfilm mit hohem Gore-Faktor.
    Wenn das gewollt ist, dann Hut ab vor dem Mut, willentlich gegen die Wand zu fahren.

    „Little Monsters“ kann man getrost vergessen: Inhaltlich wie schauspielerisch nicht der Rede wert – zudem ein Unterhaltungswert gegen Null.

    2/10

    #149453
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    @derschweiger

    Good Boys

    Die Jugend ist was Feines, hat aber auch seine Tücken – ganz besonders, wenn man als 12 jähriger auf die Junior High wechselt. Ab jetzt heißt es „Cool sein“ oder …

    So gesehen haben Max, Thor und Lucas noch einiges an Arbeit vor sich. Die drei sind unzertrennbare Freunde, die Beanbag-Boys und mächtig auf zack… glauben sie.
    Rasch wird Max zu einer coolen Knutschparty eingeladen, zu der auch seine große Liebe kommen wird. Zu dumm: Er weiß nicht, wie man küsst. Die Mission für die Freunde ist also klar!

    Hier haben wir nun ein Coming-of-age Abenteuer der humorvollen Art und der Film macht tatsächlich richtig Spaß.
    Zwar sind die Gags nicht neu, vieles hat man zuletzt auch in Erwachsenen-Sex-Klamotten erlebt und sich peinlich berührt und fremdschämend vom Bildschirm abgewandt.
    Hier passt es aber sehr schön zusammen, denn auch wenn hier alle Jungs (und ein paar Mädels) mächtig cool sein wollen / sollen, so führen die aufgeschnappten Wahrheiten und Weisheiten der Erwachsenen zu recht putzigen Situationen, in denen die Jugendlichen jedoch stets Warmherzig präsentiert werden.
    Sicher, inhaltlich darf man keine Freudenrufe anstimmen, aber die Situationskomik und der Wortwitz innerhalb der Truppe passt.

    Nachdem mir Seth Rogen bei „Long Shot“ erstmals auffällig wurde (scheinbar schaue ich ohne Mithilfe der Sneak keine relevanten Komödien), fiel mir hier tatsächlich der Grundton „seines“ Humors auf.
    Wie erwähnt: Mit dem wissenden Blick auf die naiven Jungs ist es teilweise zum Kugeln – sehe ich einem 40 jährigen dabei zu, wie er ein ein Kondom für einen Luftballon (o.ä.) hält, dann gelingt der Witz dort irgendwie nicht so richtig.

    „Hey, Stranger Things, verpisst euch!“ – hier kommen die Good Boys :)

    7/10

    #149452
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    Bad times at the el royal (USA 2018)
    Der Film konnte mich von an nicht abholen, so dass ich nach etwa 40 Minuten ausgeschaltet habe. An sich wäre das eine klare Wertung, aber vielleicht sollte ich ihm bei Gelegenheit nochmal eine Chance geben, da ich zum Zeitpunkt des Schauens nicht voll bei der Sache war.
    – ohne Wertung

    Ähnlich ging es mir. Hinterher war ich von den mächtig guten Kritiken überrascht.
    Handwerklich zwar oftmals recht gut gemacht, aber mir lag da die gesamte Zeit ein großer Makel auf dem Gemüt, der mich auch entnervt ausschalten ließ: Man möchte so sein, wie Tarantino.
    Jede Kamerafahrt, jedes Szenenbild, viele leere Dialoge, die aber irgendwie mächtig cool wirken sollen… Selbiges Stilmittel nervt mich tatsächlich schon beim „Meister“ (ist er aber tatsächlich noch soooo gut wie man meint?).

    Auf eine Wertung möchte ich mich ebensowenig einlassen – scheinbar verkenne ich hier Tiefe und große Filmkunst :(

    #149203
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    Crawl

    Alexandre Aja und Sam Raimi tun sich zusammen und liefern Tier-Terror der alten Schule.

    Haley ist Meisterschaftsschwimmerin und überaus ehrgeizig. Dies resultiert aus dem harten Training von ihrem Vater Dave, der ihr schon früh klar machte, dass Verlieren kein Spaß sei.
    Nach einem verlorenen Trainingsschwimmen könnte die Stimmung bei Haley kaum schlechter sein, da erfährt sie, dass ein Hurricane auf die Küste Floridas zuzieht. Dort lebt ihr Vater, doch der reagiert nicht auf die Anrufe seiner älteren Tochter Beth.
    Allen Warnungen zum trotz macht sie sich auf, ihn zu suchen und aus dem Krisengebiet herauszuholen.

    Sie findet ihn mit einer grässlichen Bisswunde in der Schulter und gebrochenem Bein im Keller seines Hauses. Doch nicht nur die heranziehenden Fluten machen den beiden Sorgen – durch das Abwassersystem sind Alligatoren in den Keller eingedrungen und stellen eine unkalkulierbare Bedrohung dar.

    Mehr will uns „Crawl“ nicht sagen und irgendwie könnte das auch funktionieren. Spannung und gut gesetzte Pausen vorausgesetzt. Spannung ist durchaus subjektiv, also möglicherweise für den einen oder anderen zu finden – Pausen bietet der Film jedoch keine.
    Immerhin: So bleibt es recht kurzweilig.
    Lässt man sich darauf ein, dass man mehrfach von einem 2,5 Meter Alligator gepackt werden kann und munter weiterleben darf, dann kann der Film durchaus Spaß machen. (Aber nur dann!)

    „Crawl“ wird keinerlei Preise gewinnen und er wird möglicherweise auch nicht lange im Gedächtnis der Zuschauer bleiben. Wer auf coole Unterwasserszenen mit Blut und Gedöns steht, wird hier durchaus seine Freude haben können. Das Drehbuch besteht im Grunde aus „ganz coolen Szenen“ (Stell dir vor, du bist im Bad und ein Alligator kommt rein ;) ), mehr darf man hier nicht erwarten.

    Entgegen meiner Befürchtung tat der Film beim Schauen nicht so weh, ging rasch vorbei und bemüht auch nicht den Anspruch, lange in Erinnerung bleiben zu wollen.
    Twists gibt es keine, Überraschungen bleiben ebenso fern – klassischer Tier-Terror.
    Im Genrebereich kann er vielleicht punkten (die Bilder sind soweit völlig in Ordnung, sehen wir vom CGI Helikopter am Ende mal ab), die scheinbare Unsterblichkeit seiner Protagonisten könnte dabei aber des Guten zu viel sein.

    Seit „The Shallows“ habe ich keinen vergleichbaren Film gesehen, vielleicht erhält der Film also durch meine Unerfahrenheit den einen oder anderen Punkt zu viel.

    5/10

    #149202
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    Killerman

    Moe ist Geldwäscher im Auftrag eines Undergrundbosses. Gemeinsam mit seinem Kumpel Skunk (gleichzeitig Neffe vom Boss Petrico) soll er 10 Deals in 10 Tagen durchführen. Nun scheint das selbst für einen geübten Geldwäscher fast zu viel des Guten zu sein, aber die Aussicht auf einige 100.000 Dollar erleichtern die Entscheidung.

    Als dann einer der Deals verschoben werden muss, bekommt Skunk große Lust darauf, das nun nicht gewaschene Geld in einen Drogendeal zu investieren. Junge, da kann man nicht verlieren – 500.000 Dollar mit einem Deal! Da man die Gegenpartei nicht kennt, scheint es sowieso eine komplette Superidee zu sein.
    Doch zu aller Überraschung geht die Nummer schief. Zwar behält man Geld und Drogen, doch hat man nun korrupte Polizisten und einen übellaunigen Gangsterboss gegen sich. Zu allem Überfluss: Moe verliert sein Gedächtnis und scheint für die kommenden Tage keine große Hilfe zu sein…

    Im Grunde kann man die Nummer nicht schön reden. Klar, die Gier nach Geld vernebelt mal schnell die Sinne – so etwas passiert in beinahe jedem Gangsterfilm, also geschenkt. Nun haben wir aber die Prämisse mit dem Gedächtnisverlust, die so irgendwie gar nicht ins Bild passen will. Gejagt werden die zwei so oder so, anfallende Entscheidungen und Opfer können so schwer emotionalisiert werden, was hier aber ständig passiert.
    Der Film eiert um ein Thema herum, das so eigentlich keines ist und präsentiert zum Ende einen Twist, der wahlweise auflachen oder resigniert die Hand an die Stirn kleben lässt. (Immerhin erfahren wir im vorletzten Dialog des Films wer oder was der/ein „Killerman“ ist…. )

    Schauspielerisch sind wir irgendwo im soliden B-Movie Bereich, also Luft nach oben aber nicht zwingend branchenunüblich. Dazu dunkle Bilder, viel Schatten, einiges an Gelbfilter – in manchen Szenen passt es recht gut, in anderen wünscht man sich als Zuschauer eine Taschenlampe um zu sehen, was nun passieren mag.
    Die Dialoge klingen oft improvisiert (und werden in 80% aller Fälle mit einem „Ey“ oder „Oy“ eingeleitet. Die Länge des Ausrufs signalisiert die Stimmungslage des Charakters – so entfällt das lästige Mimenspiel) und das Drehbuch hätte genausogut auf einen Bierdeckel passen können.

    Ich würde gar nicht mal sagen, dass man hieraus etwas besseres hätte machen können. Im Grunde passt so auch alles recht gut ins Bild.

    3,5/10

    #149135
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    Nos4a2

    Es ist ein Weilchen her, dass ich Joe Hill´s „Christmasland“ gelesen habe. „Blind“ und „Horns“ hatten für mich jeweils einen guten Start, wurden aber schnell öde.
    „Christmasland“ ist aber anders – so anders, dass ich oftmals glaubte, den großen Papa dort gelesen zu haben.

    Nun hat also Amazon den Roman „exklusiv“ mit Hilfe von AMC und Jami O´Brien (Fear the walking dead) ins Programm genommen. Staffel 1 zeigt im Groben (so viel sei verraten) die erste Hälfte des Romans. Um die Geschichte also zu Ende erzählt zu bekommen, darf Staffel 2 produziert werden… es sei denn, der Zuschauer macht dem einen Strich durch die Rechnung.

    Vic hat keine schöne Jugend. Ihr Vater ist dem Alkohol sehr zugewandt, ihre Mutter – mit ihm im Dauerstreit – macht bei aller verbaler Zuwendung keinen Hehl daraus, dass sie Vic wohl eher als Last betrachtet.
    Da hilft auch Vic´s zauberhafte Fähigkeit nichts, mit Hilfe ihres Motorrads verloren gegangene Dinge wiederzufinden.

    Charlie Manx ist ebenfalls zauberhaft talentiert, allerdings in Verbindung mit seinem Rolls Royce Wrath, der ihm ewige Jugend verleiht. Seine übersinnlichen Fähigkeiten erkennen außerdem „Kinder in kommenden Notsituationen“, die er von ihren Eltern befreit und sie ins Christmasland bringt – da, wo jeden Tag Weihnachten ist.
    Das klingt ja noch ganz nett, doch auf dem Transfer dorthin verwandeln sich die Kinder in scharfzähnige, nach Fleisch lüsternden Unwesen.

    Bald treffen sich die Wege von Vic und Charlie – und wer ahnt es: es könnte persönlich werden!

    Die Freude über die Serie war im Grunde groß. „Christmasland“ ist kein überaus blutiger Horrorschocker, und selbiges sollte man von der Serie auch nicht erwarten.
    Mich als Leser hat dann aber mehr das Verändern der Prämisse und der Chronologie gestört. Klar, viele Leser sagen, das erste Drittel des Romans sei zäh – aber hier findet man den nötigen Einstieg in die Charaktäre, um sie im eher Handlungsarmen Plot mit Interesse und Spannung begleiten zu können.

    „Nos4a2“ mach aus dem Kind Vic eine Jugendliche. Statt einem Fahrrad nutzt sie ein Motorrad und auch sonst sind relevante Ereignisse wahlweise früher oder später angesiedelt. Weil TV nunmal anders funktioniert als ein Buch, kann es ja auch in Ordnung sein, allerdings können diese Veränderungen keinerlei Tempo, Tiefe oder Unterhaltungswert in die Geschichte bringen.
    Schaupsielerisch bewegt man sich in etwa auf dem 80er Jahre King-Niveau – will heißen: 2-3 gute Darsteller, andere funktionieren noch irgendwie und der Rest ist hölzern agierendes Beiwerk.

    Kurzum: Die Story bringt schon einiges an Spannungspotential, hier hat man aber versucht husch husch viele bedeutende Ereignisse rasch abzuhandeln um daraus einen „Spannungsfaktor“ zu erhalten, der auf die 2. Staffel hoffen lassen soll.
    Bei mir hat das leider viel zu selten funktioniert. Außer einer (löblich unattraktiven) Vic, dem Handlanger Bing und mit Abstrichen einem Charlie Manx bleibt kaum etwas haften.
    Optisch ist soweit alles einwandfrei, nehmen wir die Szenerie in und um das Christmasland mal aus – früher hat man doch auch irgendwie Schnee glaubhaft auf die Leinwand gebracht, warum muss man dann heute ständig schlechte CGI dafür nehmen?

    Meine Erwartungen (in Anlehnung an die sehr gute Vorlage) waren hoch, entsprechend tief konnte man fallen. Nos4a2 ist kein Totalausfall, aber zäh und stellenweise arg zusammenhanglos. Spannung sucht man vergebens – aber so entfällt zumindest die Wartezeit auf Staffel 2.

    4,5/10

    #148948
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    Halloween (2018)

    Michael Myers befindet sich seit 40 Jahren in einer psychiatrischen Hochsicherheitsanstalt und wurde von inzwischen 50 Psychologen untersucht und mit beinahe ebenso vielen Diagnosen versehen.
    Bevor Nr. 51 antanzen kann, soll Myers nun in ein Hochsicherheitsgefängnis überführt werden.
    Doch der Bus erleidet einen Unfall, in dessen Folge Michael entkommen kann und nun nach Haddonfield zieht, wo er noch eine offene Rechnung zu begleichen hat.

    40 Jahre sind nach dem Original-„Slasher“(?) vergangen und der Zuschauer wird aufgefordert, sämtliche Fortsetzungen zu vergessen. Dem kommt man tatsächlich gerne nach und die Prämisse (mit Ausnahme der 40jährigen Forschungssituation) ist durchaus in Ordnung. Wer nach Logiklöchern sucht, wird diese finden – schon in der Ausgangslage stecken einige verborgen.
    Sei´s drum, deswegen schaut man sich einen Film wie „Halloween – 40 Jahre später“ sicher nicht an.

    Interessant ist dabei die Entwicklung der damaligen „Scream-Queen“ Jamie Lee Curtis zur lauernden, emotionslosen Nichte Michael Myers, die keine Ruhe verspüren wird, ehe er nicht das Zeitliche gesegnet haben wird (und wir wissen – trotz Erinnerungsverbot an die Fortsetzungen – wie schwierig sich das gestalten kann).

    Halloween kopiert sich glücklicherweise nicht vollständig selbst, auch wenn zahlreiche Zitate an das Original nicht zu leugnen sind. Ein Transfer einer 40 Jahre alten Geschichte in das „Hier und Heute“ ist auch nicht immer einfach zu meistern, und möglicherweise ist die Anpassung an den Kill-Hype dann doch etwas misslungen.
    Sicher ist Myers im Original auch kein Kind von Traurigkeit, aber das Gemetzel hier ist mir dann doch etwas zu viel – oftmals eine Szene für ein „Oha, der ist ja böse!“, aber ohne jeden Mehrwert für den Film. Dass Laurie inzwischen über das böse Blut Myers weiß, muss in der Form nun nicht zwingend bestätigt werden.
    Innerfamiliäre Konflikte werden aufgezeigt und im Rahmen eines Horrorfilms wohl auch ausreichend behandelt (weniger Stereotyp wäre aber schön gewesen).

    Schön fand ich dabei die Optik des Films. Auch einige Kamerafahrten, die Myers gelegentlich nicht als zentrale optische Bedrohung sondern als Spiegelung in einer Fensterscheibe o.ä. zeigt, finde ich sehr schön.

    Spoiler: Dass nun auch Kinder und nicht bloß Teenies ermordet werden, lässt aufhorchen – aber leider fühlt es sich nie richtig passend an.
    Spoiler Ende

    Sicher ist: Wenn man schon einige Jahre Seherfahrung im Horror-Serienkiller Bereich hat, dann weiß „Halloween“ inhaltlich zu keiner Sekunde zu überraschen (evtl. mit Ausnahme des „Spoiler“). Optisch und klanglich völlig in Ordnung. Leider ist der Film nicht völlig rund, oder meine Erwartungshaltung war dann doch zu groß.

    Tatsächlich finde ich im direkten Vergleich das „Zombie“ Remake unheilvoller und tiefgründiger als diese Fortsetzung.
    „Halloween 1978“ ist für mich ein Klassiker im Grusel/Horrorgenre, auch wenn jüngere Generationen heute wohl eher müde darüber lächeln werden [ähnlich wie die Kids in „Child´s play“, als sie das „Texas Chainsaw Massacre“ schauen].
    Hier nimmt man die Vorlage ernst und bemüht sich, diese glaubhaft und spannend ins Moderne zu tragen.
    Lässt man einige unsägliche Evergreens des Spannungskinos weg (hier: Schaufensterpuppenszene) und vermengt sie mit „realem“ Terror, dann erhält der Film tatsächlich eine größere Bedeutung.
    So wird dem Zuschauer tatsächlich kaum Neues geboten (außer der Alterung der Laurie) – einfach „Halloween“, nur 40 Jahre älter.

    5,5/10
    (Weil Michael Myers aber mein liebster klassischer „Killer“ ist und die Maske weiterhin furchteinflößend wirkt, gerne auch 6/10)

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