DerSchweiger

Verfasste Forenbeiträge

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  • #141462
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    @derschweiger

    Ready Player One hat mich schon im Trailer nicht packen können (was heutzutage allerdings auch kein wirkliches K.O. Kriterium ist – oder andersherum ;) )
    Allerdings kann ich mit der Thematik nicht allzuviel anfangen und sehe die deutlich schlechteren Kritiken bei den Usern, denen ich in Punkto Film hier da etwas häufer folge :)

    Ein Film, der vielleicht nicht ganz so sehr polarisiert und mir vorige Woche in der Sneak präsentiert wurde:

    Searching

    David – alleinerziehender Vater einer Tochter im Teeniealter – hat aktuell ein leichtes Problem mit ihr. Sie bringt und bringt den Müll einfach nicht raus.
    Er wird dabei nicht müde, es ihr via Facetime (faceview, facepalm… was weiß ich – ich bin zu alt um das alles zu verstehen), whatsapp, messenger etc mitzuteilen.
    Nachdem er eines Nachts drei Anrufe seiner Tochter überhört, stellt er später fest, dass sie offensichtlich abgehauen ist. Nachdem er die Polizei einschaltet und die hochdekorierte Ermittlerin Rosemary nimmt sich seinem Fall an.
    Während sie „offline“ die Ermittlungen aufnimmt, wählt David die Recherche via sociale Netzwerke. Dabei knackt er ihre diversen Accounts um zunächst herauszufinden, wer die Freunde seiner Tochter sind und mit wem sie zuletzt Kontakt hatte.
    Nach zermürbenden Bemühungen kommen die ersten Ergebnisse und sie versprechen nichts Gutes!

    Ein Thriller, der schnurgerade den Weg von einem Plottwist zum nächsten nimmt. Das ist hier und da etwas holprig, am Ende allerdings mit einem kleinen „Oha“ Effekt versehen, der mir allerdings ein wenig quer im Magen liegt.
    Der Clou des Films ist allerdings, dass wir die meiste Zeit auf Davids Laptopbildschirm schauen. Den telefonierenden David beobachten wir durch die aktivierte Webcam. So erlebt der Zuschauer zwar einige Schauplätze, ohne dabei „mitgehen“ zu müssen.
    Das wirkt am Anfang noch ein wenig mühsam, mit Dauer des Films aber ebenso interessant. Hier und da wird das Konzept durch Überwachungskameras, Nachrichtenstreams etc. durchbrochen – der grundsätzliche Schauplatz Desktop bleibt aber unberührt.

    Wäre der Film nicht an den Laptop gebunden, so wäre er möglicherweise an einigen Stellen langatmig geworden. So aber hat der Film mit etwa 100 Minuten Laufzeit auch nur gefühlt 5 Minuten zu viel.
    Sehr stark in diesem Konzept das „Intro“ – eine Bilder- und Videoshow die dem Zuschauer vor Augen führt, wie David zum alleinerziehenden Vater wurde. Und dank dieser 4-5 Minuten ist man ihm schon sehr nah.

    Andere Charaktäre in diesem Film bleiben blass bis gefühlt nicht Existent. Auch wenn hin und wieder Videos von David´s Tochter gezeigt werden, bleibt sie gefühlt nie Bestandteil des Films. Das Zusammenspiel von David und Rosemary via Webcam etc. ist gut.
    Man darf allerdings auch nicht darüber hinweg sehen, dass John Cho den Film als verzweifelter Vater den Film quasi alleine trägt – und das durchaus sehr gut!

    Mangels fehlender „Mitspieler“ und dem Gefühl, dass einem der Verbleib der vermissten Tochter mehr oder weniger egal erscheint, bleibt am Ende außer John Cho tatsächlich nicht viel im Gedächtnis.

    Ein Film also, der während dem Schauen durchaus zu unterhalten weiß, im Abgang dann aber deutlich an Format verliert.
    Dennoch – gute Unterhaltung wird belohnt:

    6/10

    #141255
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    @derschweiger

    Resident Evil – The Final Chapter

    Eigentlich wollte ich ihn doch nicht sehen, dann lief er gestern doch im TV und … ist der schlecht!!…

    #141254
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    @derschweiger

    Book Club – Das Beste kommt noch

    Diane Keaton, Jane Fonda, Mary Steenburgen, Candice Bergen, Andy Garcia, Don Johnson, Craig T. Nelson, Richard Dreyfuss, Alicia Silverstone… ja, das ist ein Feuerwerk an Altstars (und eine, die es vermutlich nicht mehr werden wird), das doch möglicherweise gute Laune versprühen kann?
    Ich wage mal einen argen Spoiler: Alicia Silverstone darf in der vorletzten Szene des Films ihren ersten von zwei Sätzen sprechen – großartig! Spätestens hier erfährt man, warum man sie in den letzten Jahrzehnten nicht mehr zu sehen bekam.

    Vivian, Diane, Carol und Shanon sind vier langjährige Freundinnen, die sich einmal im Monat zu ihrem Buchclub treffen und dabei über einen romantischen Roman sprechen.
    Da bis auf Vivian alle Teilnehmerinnen fernab der körperlichen Liebe leben, möchte diese ein wenig Schwung in die Truppe bringen. „50 Shades of Grey“ heißt das Zauberwort und Huhuhu… alte Frauen reden nun über Sex – wie ulkig!

    Tatsächlich schaut es sich wie eine Mischung aus Golden Girls und Sex in the City. Nichts passiert, das Schauspiel ist (gemessen an dem Cast, das sich da vorstellt) teilweise grottig (Diane Keaton!!! Um Himmels Willen… sie tut einem schon beim Zusehen leid). Zwar haben wir ein Wiedersehen mit einigen Darstellern, von denen wir wussten, dass wir ihre Filme mal mochten – dabei aber vergessen haben, dass sie immer noch welche machen ;) – aber das ist es wohl auch, was dem Film zum Verhängnis wird.
    Ja, das Thema bietet nichts, und wer dann mit einiger Vorfreude um Mitternacht im Kino sitzt, der läuft durchaus Gefahr, mittendrin einzunicken (so geschehen und leider weiß ich nicht, warum zwei der vier Damen im Mittelteil ein Drama mit ihrer neuen Liebschaft erleben).

    Ein Feel-Good-Movie in der wir die gespielte Freundschaft der vier Damen genießen dürfen, dahinschmelzen, wenn Andy Garcia mit Silberblick von seinem schönsten Kuss schwärmt und Don Johnson so cool und lässig durch das Set läuft, als sei Miami Vice erst gestern abgedreht worden. (Und ja, Don mag ich immer noch!!)

    Jeder der hier genannten Darsteller hat Filme in der Hinterhand, die ich gut bis großartig finde. Es ist dabei auch nicht das Verkennen des Alters (die Zeit bleibt nunmal nicht stehen) – es ist diese schlimme Seichtigkeit, die zuletzt mehr und mehr im Film vorkommt. Tiefe und Dialoge kann man häufig ohnehin vergessen, wenn (Alt-)Stars ihr Stelldichein geben dürfen. Es fehlt mir da ein wenig an Wertschätzung gegenüber dem Publikum. Sicher gibt es Menschen, die sich auch eine Doku über Diane Keatons Alltag im Alter anschauen möchten (inklusive Shopping tour etc) und das möchte ich auch nicht verdammen – aber muss denn ein Film ein derartiges Niveau wiedergeben?
    Ich bedaure es jedenfalls sehr.

    Book Club mag in den USA ein Hit sein und auch hierzulande durchaus positiv aufgenommen worden sein – aber so wenig ich „Sex in the City“ etwas abgewinnen konnte, wirkt auch dieser Film auf mich fad und altbacken.
    Für eine Komödie zu unlustig, für ein Drama zu wenig ernsthaft. In der Mitte dazwischen gibt es nichts außer Langeweile – leider, leider :(

    3/10

    #141252
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    @derschweiger

    Mile 22

    Vorletzte Woche dann ein Film, der aufgrund des Cast ein wenig aufhorchen ließ. Gegen Filme mit Mark Wahlberg konnte ich mich in jüngster Vergangenheit nicht unbedingt beschweren. Neugierig war ich auf Lauren Cohan, die in den letzten Staffeln von TWD als eine der wenigen Figuren mit Potential fernab ihrer Möglichkeiten abliefern musste.

    James ist Kopf einer Spezialeinheit, die dann zu „Rate“ gerufen wird, wenn in Krisengebieten diplomatische Bemühungen nicht fruchten und man einem Waffenkonflikt aus dem Weg gehen möchte.
    James und sein Team erhalten den Auftrag, in einem asiatischem Land Standorte für radioaktives Material zu beschaffen, das in falsche Hände zu gelangen droht.
    Der erste Einsatz geht dann dank Alice´ Informant in die Hose und die Aufregung von Regierungsseite ist entsprechend groß. Dann jedoch taucht der asiatische Agend Li auf, der sämtliche Standorte auf einem verschlüsselten Datenträger mit sich führt, in der Botschaft auf. Er verlangt den Transfer in die USA ehe er das Kennwort nennen möchte.
    Besonderer Clou: Der Datenträger zerstört sich in alter Agentenmanier nach 8 Stunden von alleine.

    Neben der gebotenen Eile sind es nun Mitglieder der asiatischen Regierung, die es James und seiner Gruppe schwer machen, den Auftrag zu lösen. Diese verlangen eine Rückgabe Li´s, was aus amerikanischer Sicht selbstredend nicht in Frage kommt.
    So wird der Transfer von der Botschaft zum Startplatz des Flugzeugs trotz 22 kurzer Milen zu einem langen und beschwerlichen Weg, den vermutlich nicht alle bis ins Ziel schaffen…

    Kurzum: Ein Film der nicht wehtut, der aufgrund seiner Erzählweise auch das „überraschende“ Ende vorweg nimmt und vielleicht einen größeren Aha-Effekt verhindert. Dieser ist in abgeschwächter Form tatsächlich vorhanden, ist jedoch (wie so oft) arg konstruiert.
    Waffengeklirre trifft auf Asiatisches Faustgeballer. Hier darf Iko Uwaís zeigen, wie man mit Handschellen an eine Barre gefesselt zwei bewaffnete Staatskiller beseitigt. Minutenlanges Gekloppe und Knochenbrechen inklusive – wer es mag, darf einen Blick darauf werfen.
    Es bleibt aber ein Film, den man in seinen Facetten schon diverse Male gesehen hat und somit keinerlei Freudensprünge zulässt. Zu viel Routine, zu wenig Geschichte – dabei wird tatsächlich versucht, James und Alice eine Hintergrundgeschichte und damit einige Facetten zu bieten.

    Dass Mark Wahlberg trotz Schwächen in Punkto Drehbuch und Dramaturgie gut aussehen kann, ist seiner gewachsenen Präsenz zu verdanken. Diese fehlt Lauren Cohan gänzlich, und so wirkt sie, als fühle sie sich in ihrer Rolle noch unwohler als bei ihrer Maggie in TWD.
    Zwar scheint es, als möchte man mit diesen zwei Figuren so etwas wie Mitgefühl und Spannung beim Zuschauer zu erzeugen, doch dieser Effekt verpufft hier gänzlich.

    Mile 22 ist nicht schlecht, aber auch nicht richtig gut. Irgendwas in der Mitte – kostenloses Streamen bei Amazon und hinterher ist die Neugier gestillt (meine Sehempfehlung). Es hätte schlimmer kommen können, und das bewerte ich als positiv ;)

    5/10

    P.S. und SPOILERWARNUNG und fern vom Thema:
    Maggie und Rick verlassen TWD? Grundsätzlich erfreut mich das, aber durch den Verlust meines Hoffnungsschimmers in der vergangenen Staffel lässt mich das auch schon wieder kalt…

    #141251
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    @derschweiger

    @sascha74 @peda

    Da winke ich mal aus der Ferne zu :D Hatte gestern auch ein wenig verwundert geguckt, als beide Filme mit der gleichen Wertung aufliefen (hätte den einen etwas höher eingestuft, den anderen ein wenig nach unten ;) ), aber die Meinungsvielfalt bereichert dieses Forum doch auch.
    Bevor ich dann noch meine jüngsten Sneak Erfahrungen poste, noch meine Gedanken zur Zukunft-Trilogie: Teil 1 in Harmonie, Zusammenspiel und Spiellaune großartig, Teil 2 mit kultigem Blick in die Zukunft (leider hat Michael J. Fox hier ein paar Rollen zu viel spielen dürfen) und Teil 3 konnte mir beim letztjährigen Marathon tatsächlich am besten gefallen. Lag vielleicht auch daran, dass ich die letzten zwei Jahre gerne Western geschaut hatte :)

    Dann aber mal weiter im Text:

    Breaking in – Rache ist ein Mutterinstinkt

    Tja, da haben wir wieder mal ein Musterbeispiel für großartige deutsche Filmtitel. Leider trifft dies beinahe besser als der Originaltitel.

    Schaun fährt mit ihren Kindern in das Haus ihres Vaters, der vor Kurzem bei einem Überfall ermordet wurde, um es zu räumen und schließlich zu verkaufen. Da sie kein gutes Verhältnis zueinander hatten, weiß sie nicht, was sie dort erwawrten wird.
    Das Haus des Vaters entpuppt sich dann als High-Tech Festung, in der sicher nicht mal eine Maus unbemerkt auf das Grundstück gelangen könnte – Einbrecher doch sicher erst recht nicht…?
    Doch die Koffer sind noch nicht einmal ausgepackt, schon kommt es zu einem Einbruch, bei dem Shaun´s Kinder als Geiseln gehalten werden. Shaun indes hatte das Glück, während des Einbruchs draußen zu sein und schmiedet nun Pläne, ihrerseits in das Haus zu gelangen um ihre Kinder zu befreien. Sie hegt berechtigte Zweifel daran, dass die Gauner ihre Kinder laufen lassen, sobald sie den Safe mitsamt den erhofften Millionen Dollar gefunden haben.

    Der Film bietet eine Gaunerbande wie aus dem Bilderbuch. Da ist der Empathie vorgaugelnde Boss, der seinen Opfern gerne mal Honig um den Mund schmiert, um dann eine Minute später cholerisch durch das Haus zu toben.
    Es gibt den irren ex-Sträfling, der nicht abgeneigt scheint, neben dem Geld auch Erfahrungen als Killer mitzunehmen.
    Dann noch der sanfte Hausexperte, der schon während des Einbruchs seine Zweifel am Vorhaben kundtut.
    Zuletzt noch der leicht impulsive und handlungsoriente Schuft, der allerdings recht schnell Bekanntschaft mit Shaun schließen darf.

    Shaun selbst äußert sich in den ersten fünf Minuten eher Technikfern, weiß aber mit dem Einschalten sämtlicher Sicherheitsstufen durch die Einbrecher, die ihrerseits die Handbücher der Haustechnik gelesen zu haben scheinen, sofort intuitiv und zielstrebig einen Plan zu schmieden, um ins Haus zu kommen und ihre Kinder zu retten.
    Was dem Zuschauer dabei geboten wird, ist teils imposant und beeindruckend – Bruce Willis wäre selbst zu besten Die Hard Zeiten neidisch gewesen.
    Das eine Frau durchaus ruppig mithalten kann ist für mich gar nicht so schlimm. Die Art und Weise, in der ein „Mutterinstinkt“ geweckt und inszeniert wird, halte ich doch für arg überzogen.

    Von den Darstellern wurde ich zu keiner Sekunde abgeholt, was bei dieser Art Film auch nicht zwingend nötig ist. Das Setting ist vielversprechend, die Interaktion zwischen den Gaunern und zwischen Gauner und Mutter ist voll mit Klischees, platten Sprüchen und bleibt stets arg vorhersehbar.
    Auch das ist nicht zwingend schlecht, aber irgendwie ist es doch so überzeichnet, dass man im Grunde nur bei fliegenden Haien mehr lachen muss.
    Schade eigentlich, denn dabei guckt Gabrielle Union so richtig grimmig von allen Plakaten herab.

    3,5/10

    #140835
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    @derschweiger

    Penny Dreadful – Season 1-3

    Leichte Spoilergefahr

    Im Juni habe ich die Serie für mich entdeckt und nach der ersten Folge geriet ich sogleich ins Schwärmen. Zwar konnte Season 1 das Niveau nicht derart hoch halten und auch die Masse an Figuren der klassischen Horrorliteratur, die hier teils mit-, teils nebeneinander agieren, haben mich doch etwas gestört.
    Nachdem man sich aber daran gewöhnen konnte, fuhr die Serie lange Zeit stabil im oberen Mittelfeld der Serienunterhaltung – (Vielleicht auch in der unteren Spitze – ich weiß es nicht genau).

    Dass ich für die letzten vier Folgen der Serie beinahe 4 Wochen benötigte, sagt leider einiges über den Werdegang von Penny Dreadful aus.
    Schon kurz vor Ende der zweiten Staffel machte sich Ernüchterung mit einer Portion Enttäuschung breit. Vieles von dem, das zuvor „versprochen“ war, konnte nicht eingehalten werden. Stattdessen gab es einige Füller-Folgen, die der Serie weder Fortschritt noch Tiefe gaben und es stand zu befürchten, dass die teils nebeneinander erzählten Handlungsstränge, nicht ineinandergreifen würden.

    Zum Ende bin ich zwar erleichtert darüber, dass es keinen finalen Showdown mit sämtlichen Charaktären und möglicherweise den üblichen Bekehrungen (Saulus zu Paulus etc.) gab, die Art und Weise jedoch, wie die Serie zu Ende gebracht wurde, empfand ich als überhastet.
    Sicher ging man davon aus, in eine 4. Season gehen zu können, was aufgrund rückläufiger Zuschauerzahlen dann doch korrigiert wurde (glücklicherweise), und so wird dann eben zu Ende gerattert, für was man möglicherweise noch vier, fünf Folgen mehr in Hinterhand vermutet hatte.

    Sei´s drum. Penny Dreadful bleibt im Gedächtnis, weil sie großartige Schauspieler bietet (Timothy Dalton! Eva Green!! und Josh Hartnett sind im Hauptcast großartig, ergänzt durch Harry Treataway (Dr. Frankenstein) und Rory Kinnear (Frankensteins Monster Nr. 1) )
    Auch der Nebencast ist teilweise sehr schön anzusehen, insbesondere hat mir Simon Russel Beale als kauziger und hinterschlagener Mr. Lyle große Freude bereitet.
    Das Setting ist teils eine Augenweide, die Atmosphäre in weiten Teilen der Serie schlüssig und stets greifbar – so stelle ich mir Gruselserien vor.

    Hinzu kommen einige Folgen, die so schnell nicht mehr aus dem Gedächtnis gehen. Großartig performt, toll geschrieben und in Szene gesetzt (Die Nachtwandler / Der gefallene Engel).
    Dafür leider auch Episoden, die so gar nicht ins Bild zu passen schienen – häufig ist dabei Dorian Gray mitsamt Liebschaft enthalten. Sicher kann man das Ende dieser Erzählepisode (und der Niederlage von Frankensteins Braut) im Einklang mit dem Ende von Vanessa zu einem „Großen Ganzen“ philosophieren, aber dazu fehlt mir zuvor der erzählerische Mut, dieses wirklich spürbar zu machen.

    So bleiben einige Erzählstränge stets im Verdacht, als mögliche Spin-Off Türöffner herzuhalten (was der darstellerischen Klasse jedoch nie gerecht werden würde). In meinen Augen werden Dorian Gray und insbesondere Dr. Jekyll eher als Beiwerk oder Stichwortgeber verwendet. Die Bildgewaltige Optik, die zu Beginn für Dorian Gray genutzt wird, wirkt später jedoch abgenutzt. Mir fehlt hier die – wenn auch mal kurz angedeutete – Isoliertheit und Verzweiflung des Charakters.
    Wenn man so etwas einbaut, dann doch bitte mit Format – welches bei dem „Drachen“ (Dracula) leider gänzlich flöten ging. Da bietet Samuel Barnett als Renfield eine weitaus größere Performance als der zweieinhalb Staffeln lang herbeigesabbelte Fürst der Dunkelheit oder sowas. Man man, das hat mich bei Neagon in TWD schon tierisch geärgert, hier bekommt eine für die Serie immens wichtige Figur ein deart schlechtes Drehbuch, dass man glaubt, plötzlich eine andere Serie zu schauen.

    Das ist im Grunde auch das Fazit der dritten Staffel, die durch ihren Ausflug in die USA (warum nochmal war das so wichtig? Böser Vampir wird liebender Vampir???) zu entgleiten drohte um zurück in London dann jedoch tatsächlich mit einigen Schrammen in die Zielgeraden zu torkeln.

    Betrachte ich die ersten Folgen der Serie, bin ich tatsächlich enttäuscht darüber, was hier am Ende zusammengeschustert wurde.
    Dass Eva Green ab Staffel 2 die Hauptperson sein musste, kann ich noch zum Teil nachvollziehen, leider verliert Penny Dreadful hier auch etwas an Eigenständigkeit.

    Nun bin ich etwas unschlüssig, denn die Serie bot tatsächlich viele Folgen lang tolle Unterhaltung und Momente, die in Erinnerung bleiben – andererseits weißt sie insbesondere zum Ende eine Sprunghaftigkeit aus, die vielleicht bei „Rote Rosen“ verträglich scheint, hier aber nur am großartig gesetzten Fundament rüttelt.
    Dazu tolle Schauspieler, denen man woanders möglicherweise gerne wieder begegnen möchte und ein Serienformat, dass glücklicherweise kein Alltag in der Serienlandschaft ist und somit auch nachhaltiger wirkt.

    Leider bleibt aber auch ein Geschmäckle, spätestens nachdem klar wird, dass die mythologische Linie der ersten Staffel keine Fortsetzung erfahren würde, statt dessen eben eine Zunahme an Banalitäten.

    Die damaligen 6,5 für die erste Staffel werde ich ein wenig nach oben korrigieren, das Gesamtfazit für Penny Dreadful bleibt fürs erste aber die Enttäuschung über das Verwehrte.

    6,5/10

    #140787
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    Action Point

    D.C. betreibt in den 80er Jahren einen runtergekommenen Vergnügungspark, in dem es keine Regeln und aufgrund der maroden Gerätschaften viele Gefahren für die Besucher gibt. Das junge Volk vom Land scheint es indes nicht zu beeindrucken, bzw. es hat sich nicht gänzlich herumgesprochen, denn zwischen allerhand alkoholisierten Hallordris tauchen immer wieder bestürzte Mütter auf, die den katastrophalen Zustand des Parkes monieren (fast scheint es, als seien sie mit verbundenen Augen an der Kasse vorbeigegangen – aber was nimmt man zugunsten des Plots nicht alles hin).
    Als ein professioneller Vergnügungspark in der Nachbarschaft eröffnet und dabei die Besucherzahlen in D.C.´s Park zurückgehen, muss eine Lösung her.
    Wie es bei Knoxville eben Programm ist, lautet das Motto: Weg mit den Bremsen und allem, was im Ansatz an Sicherheit erinnert.

    Umgarnt wird die Story noch von einer Vater-Tochter Geschichte, in der ein zerrüttetes Verhältnis repariert werden will.

    Von Jackass und Konsorten habe ich seit jeher einen Bogen gemacht. Was an stürztenden Skatern, brennenden Fürzen, betrunkenen Tieren und sprüngen von Häuserdächern humorvoll sein soll, entzieht sich mir gänzlich. Der Schrecken zu Beginn des Films war demnach groß, aber in „Action Point“ zeigt sich Johnny Knoxville realtiv zahm.
    Alles erinnert ein wenig an „Kindsköpfe“, ausgelassener Spaß jenseits der Vernunft. Über Dialoge und darstellerische Leistung muss man kein Wort verlieren, das sollte beim Teilnehmerfeld selbstredend sein, dennoch ging mir der Film deutlich weniger auf den Senkel als zuletzt „Destination Wedding“.
    Großer Pluspunkt: Es wird soetwas wie eine Rahmenhandlung gesponnen.
    Die Idee des maroden Vergnügungsparks, der aufgrund der neuen Konkurrenz den Betreiber in den Ruin zu treiben scheint, ist ja nicht neu, aber bietet dennoch Raum für gute Momente.
    Diese sind hier im Film zwar nicht vertreten, aber „es hätte ja sein können…“ ;)

    3/10

    #140672
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    @the-lion-king
    @sascha74

    Ich hatte „Ghostland“ im März in der Sneak gesehen und habe ihm zunächst 5/10 gegeben. Sehr verwirrend fand ich den Film mit seinen Zeit-/Phantasieebenen zwar nicht , dafür hatte ich nach anfänglichem „Ach ja, so wirds ausgehen!“ tatsächlich einen Oha-Effekt bekommen.
    Ich hatte festgestellt, dass mir diese Art Film nichts mehr ist. In meinen Augen glaubhaft und intensiv gespielt, den Mangel an Dialogen und das Plus an Würgen und Schreien empfand ich als authentisch – und ich glaube, daran störe ich mich persönlich. Das Leid von Menschen in einem Drama kann ich gut mitnehmen und finde es häufig auch sehr gut, das hier geht mir dann doch zu nahe um es gut finden zu können.
    Darüber hinaus war die Ressonanz (schallendes Gelächter bei Vergewaltigung und Würgen) des Publikums schrecklich [vielleicht auch deshalb ein Punkt weniger in der Gesamtwertung]

    Wirklich sauer spielten mir allerdings die Bösewichte auf. Die waren mehr Charikatur als Sinnhaftig, aber vielleicht ist das ja auch der Kunstgriff, den der Regisseur einbauen wollte. Wären sie etwas seriöser in Szene gesetzt worden, wäre das Grauen (für mich) etwas heftiger gewesen.

    Ich verstehe jene, die den Film mögen und die, die ihn nicht abkönnen. Tendenziell bin ich bei den Nichtmögern, was aber daran liegt, dass mir dieses Torture-Rape-Genre inzwischen gänzlich fern geworden ist

    #140147
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    @derschweiger

    Destination Wedding

    Schlimmer geht irgendwie immer, auch wenn ich nach diesem Film nicht weiß, was ihn noch unterbieten soll. (Außer gewollt schlechtem B/C/D-Trashfilmen ->fliegende Haie lassen grüßen)

    Frank und Lindsay sind auf eine Hochzeit eingeladen, und schon bei ihrem ersten Aufeinandertreffen am Flughafen fliegen verbal die Fetzen. Man mag sich nicht, das ist eindeutig und unwiderrufbar.
    Zu dumm, dass sie dann auch noch im Flieger nebeneinander sitzen, im Hotel direkt aneinander grenzende Zimmer haben und beim Hochzeitsessen die einzigen Gäste an ihrem Tisch sind.
    Und wenn man sich nichts zu sagen hat, dann redet man trotzdem.
    Irgendwas.
    Und hört nicht mehr auf.
    Es kommt, wie es kommen muss – Hund und Katz kommen zusammen (oha, wird doch hoffentlich kein Spoiler sein!!).

    Der Film kommt in den Kritiken überraschend gut weg, Vergleiche mit den großartigen „Before sunrise“ und „Before sunset“ werden bemüht („Before midnight“ hat mir leider nicht mehr gefallen) und lassen sich aufgrund des Storykonstrukts nicht verleugnen.
    Wo die Qualität des Films hergeredet werden soll, kann sich mir leider nicht erschließen.

    Ich wage mal den Vergleich: Ethan Hawke und Julie Delpy haben in der „before“ Reihe harmoniert, ihr Aufeinandertreffen, ihre Gespräche und ihr Werdegang waren glaubhaft und einfühlsam.
    Bei „Destination Wedding“ hat der Zuschauer das Gefühl, dem Betriebsausflug einer integrativen Einrichtung für Erwachsene beizuwohnen. Nicht bloß das arg narzistische und mit Ticks behaftete Filmpaar darf bis zum Fremdschämen Handicaps zur Schau stellen – auch relevante Gäste der Hochzeit werden derart dumm und fern einer respektvollen Darstellung zur Schau gestellt, dass man den Regisseur am liebsten schütteln möchte.
    Stellenweise glaubt man, Szenen aus einem Helge Schneider Film zu sehen -> womit wir bei „gewolltem Trash“ sind.

    Dass Keanu Reeves (noch dämlicher spielend als in „Bill & Ted“) und Winona Ryder (schrecklich, dieses „Schauspiel“!!) keine Ernsthaftigkeit in ihren Rollen oder gar dem Projekt sehen, ist offensichtlich. Was die Intention des Drehbuchschreibers und Regisseurs war, bleibt mir unklar.

    Ein Film, der einziger Dialog sein soll – wobei beide Protagonisten die erste Hälfte des Films gar nicht mal miteinander sprechend sonder vielmehr sich gegenseitig ungefragt an den Kopf werfen, was sie schreckliches über den jeweils anderen denken.
    Soll vielleicht witzig sein. Oder entlarvend. Oder der Gesellschaft den Spiegel vorhalten – oder gar schlicht unterhalten?
    In meinen Augen, kann er davon gar nichts.
    So dreist und sozial unvermögend wie seine Charaktäre – und komme mir jetzt keiner mit „Sehgewohnheiten abseits des Mainstreams“ oder so. Man kann das Anderssein rechtfertigen, aber Qualität kommt dadurch keine ins Haus.

    Einer der dümmsten Filme, die ich bisher schauen „durfte“.
    0/10

    #140050
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    Ein Lied in Gottes Ohr

    Bevor ich meinen Frust über „Penny Dreadful“ auslasse, kommt mein Eindruck der jüngsten französischen Komödie, der ich in der vergangenen Sneak beiwohnen durfte.
    Eine Komödie aus Frankreich bekommt bei mir meist einen Bonuspunkt für die stille Vorfreude – hier wird man jedoch recht schnell geerdet, obwohl die Idee an sich durchaus Potential besitzt.

    Produzent Nicolas steht privat wie beruflich mit dem Rücken zur Wand. Nach einem Seitensprung ist zwischen ihm und seiner Frau Eiszeit, seine Vorliebe für experimentelle Musikprojekte bringt die Chefin der Plattenfirma auch nicht zu Begeisterungsstürmen, zumal die erwarteten Verkaufszahlen stetig rückgängig sind.
    Tja, würde er mit dem Mainstream gehen, könne er binnen 30 Tagen einen Verkaufsschlager produzieren, der zudem die Arenen in Paris/Frankreich füllen werde… hätte er da nur den Mund nicht so voll genommen.

    Nach langem Überlegen kommt ihm die Idee, ein Musikprojekt aus einem Rabbi, einem Priester und einem Iman zusammenzustellen, die gemeinsam für mehr Menschlichkeit und Respekt voreinander in musikalischer Form „predigen“ dürfen.
    „Coexister“ startet jedoch nicht wie erhofft, also müssen branchenübliche Tricks her um in den Medien Aufmerksamkeit zu gewinnen.

    Ja, was hätte man hier zaubern können – und insbesondere den Franzosen hätte ich es zugetraut.
    Was hier jedoch geboten wird ist meist eine zwanghafte Suche nach Pointen, wo eigentlich keine sind. (Die offensichtlichen und Guten sind dabei häufig nebenbei zu bemerken).
    Die Reibereien zwischen den drei Glaubensrichtungen ist mitunter unterhaltsam anzuschauen, insbesondere das Radiointerview der drei und die Freude des Iman über Louis de Funes als „Rabbi Jacob“ sind herrlich.
    Jedoch bieten Motivation und „Spannungsaufbau“ keinen Grund zum Mitfiebern. Glücklicherweise bietet der Humor auch keinen Grund zum Fremdschämen – der Puffer ist aber zugegeben nicht sehr groß.
    Schade ist es insbesondere für die Darstellerriege, die stets gut aufgelegt agiert und zu deutlich mehr imstande gewesen wäre.

    Schade, schade – ein paar gute Lacher sind dennoch am Start.
    4,5/10

    #139951
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    I Kill Giants

    Teenie Barbara ist in Eile, denn ein Riese ist im nahen Wald aufgetaucht und droht ein kleines Küstenstädtchen zu zerstören. Glücklicherweise ist sie ihrer Gabe bewusst und kontrolliert täglich von ihr gelegte Pfärten um rechtzeitig gewarnt zu sein. Dass ihr jedoch niemand glauben möchte, sollte gewiss sein.
    Die neu zugezogene Sophia interessiert sich an dem Schaffen Barbaras und nach einem eher schlechten Start freunden sich beide an.
    Doch bei aller Freude ist Barbara eins gewiss: Der Riese wird sich die nehmen wollen, die ihr am wichtigsten sind.

    Kautzig ist sie ja schon, Madison Wolfe als Barbara. Sie und das etwas behäbige Drehbuch machen es dem Zuschauer nicht sonderlich leicht, in den Film einzusteigen. Der Kontrast zwischen der „realen“ Welt der Erwachsenen und Mitschüler und die von Fallen gespickten Wege Barbaras, ist nicht immer klar erkennbar.

    Ohne „BFG“ oder „7 Minuten nach Mitternacht“ gesehen zu haben, vermute ich mal, dass man hier in eine ähnliche Richtung schwenken möchte. Jedoch will der Riese keine Freundschaft, sondern Zerstörung.
    Zur Auflockerung (oder für ein besseres Verständnis zum Konflikt zwischen Barbara und ihren Mitmenschen) wird noch eine Episode mit einer Schulpsychologin eingestreut, die bei mir jedoch nicht zünden wollte.
    Sicher zeigt sich ihre Bedeutung im letzten Viertel des Films, für sinniger hätte ich aber eine ausführliche Schilderung der Freundschaft zwischen Barbara und Sophia gehalten.

    Gelobt wird die CGI des Films, welche ich eher als die große Schwäche des Films ausmache. In Punkto Dramaturgie und Inszenierung geht man keine neuen Wege, was ich als solches auch gar nicht negativ bewerten möchte. Zudem fehlt ein „märchenhafter“ Look, was die Ereignisse alltagsnah darstellt.
    Ohne die Comicvorlage zu kennen, war ich tatsächlich etwas mehr als die Hälfte des Films auf ein anderes Ende gefasst. Nicht sehr von weit von meiner Annahme, jedoch emotional intensiver entpuppt sich das Grauen um Barbaras Alltag.

    „I Kill Giants“ setzt nach meinen Geschmack leider den falschen Schwerpunkt, ist durchaus zäh aber dennoch intensiv, wenn man sich auf Barbara und ihre Welt einlassen kann.
    Es fehlt die offensichtliche Erklärung zu Beginn des Films, was vielleicht auch begründet, warum binnen 20 Minuten der halbe Saal gelehrt war.
    Vielleicht lockt der Film auch mit falschen Erwartungen, denn ein Fantasyfilm ist er ganz und gar nicht. Vielmehr ein Drama um eine Kindheit, die von einem auf den anderen Tag zu Ende zu sein scheint.

    6,5/10

    #139590
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    Schneemann

    Ich weiß noch, dass ich den Trailer im Kino recht ansprechend fand und es bedauerte, ihn nicht in der Sneak gesehen zu haben. Nun auf sky geschaut und stark ernüchtert zurück geblieben.

    Bei einem Krimi ist es durchaus sinnig, im Vorfeld so wenig wie möglich darüber zu lesen – wenn ich hier reinschreibe, wer der Mörder ist, wird man aber nach 5 Filmminuten sagen: „Ja, wer denn sonst?“
    Dazu zwei weitere Problemchen: Michael Fassbender spielt etwas unter Niveau und Rebecca Fergusen ist mir zu beliebig (was per se kein Negativkriterium ist, hier fehlt aber im Film das Besondere – und das bleibt leider nur ein abgesägter Kopf auf einer Schneekugel).
    Mögliche Spannung verliert der Film durch seine fahrige Erzählweise.
    Sehr gut geht leider anders (dann lieber zum 20. mal einen Hitchcock Krimi schauen).

    Und dann noch mit dem 7. Fall des Kommisars starten… vielleicht habe ich aber auch andere Filme über Harry Hole verpasst, will ich gar nicht ausschließen.
    Dennoch ist Hole ein gebrochener Charakter, und allein das will/darf Fassbender nicht darstellen. Und damit beraubt man sich dessen, was die Story möglicherweise richtig in Schwung gebracht hätte.

    Nun gut, so ist das eben.
    Da erfreut man sich schöner Aufnahmen der skandinavischen Winterlandschaft – besser als nichts ;)
    Auch gemessen an den etwas höheren Erwartungen:
    4/10

    #139588
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    @derschweiger

    Ich fand die Auflösung allerdings etwas zu abrupt und früh eingebaut und hätte mir auch gewünscht, dass das nur stückchenweise gezeigt wird.

    Meine Rede, habe ich genauso empfunden

    #139516
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    @derschweiger

    @derschweiger
    Schön, dass du die Serie ebenfalls positiv rezensiert, auch wenn nicht ganz so überschwenglich wie ich vielleicht.

    Der übersinnliche Faktor hat mir an sich sehr gefallen, alleine weil die Buchvorlage dies so vorgegeben hatte und mir diese schon extrem gut gefiel. Aber… du hast recht, wenn du andeutest, dass die Geschichte auch ohne diesen Faktor mehr als genug Format hat.

    Das tatsächlich eine zweite Staffel kommen soll, beängstigt mich ein wenig, da die Geschichte beendet ist. Habe lediglich die kleine Hoffnung, dass „The Terror“ in seinem eigentlichen Wort evtl. die Überschrift für nicht folgende Grusel/Drama-Anthologien sein soll. Hast du weitere Infos ?

    Habe ich die Tage irgendwo gelesen, müsste da nochmal googeln. Tatsächlich hat die neue Staffel nichts mit „unserer“ Terror gemeinsam, vielmehr geht es um eine unheimliche/feindliche Kreatur, die im/um den Zweiten Weltkrieg eine amerikanisch-japanische Gemeinde in Kalifornien in Angst und Schrecken versetzt.
    Das unheimliche Element bleibt also bestehen, ob dann möglicherweise ein Kriegsschiff den Namen Terror erhält, wird sich noch zeigen müssen.
    Für meinen Teil liest sich das jedoch erstmal nicht überzeugend – leider.

    Zu der Bedrohung im Eis: Ich habe hinterher gelesen, dass die Romanvorlage ebenfalls dieses Element nutzt. Das ist durchaus ok, aber da nimmt man die Hirngespinste der damaligen Zeit doch etwas zu sehr als bare Münze.

    Falls Du ebenfalls ein Freund von Clive Barker bist (ich glaube, wir haben hier mal über King gesprochen): Da ist doch tatsächlich ein Serienremake von Cabal geplant ist. Herr Barker sei außer sich vor Freude, ich hätte mir da lieber andere Romane in Serienformat vorstellen können (das – meiner Meinung nach – zu Unrecht unterbewertete „Galileo“ fällt mir dazu ein). Dennoch schön, ein Lebenszeichen von ihm zu hören :D

    #139507
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    The Terror

    Eine Serie über die Franklin-Expedition aus 1845, in der man versuchte, zum ersten Mal die Nordwest-Passage zu durchsegeln und noch unerschlossenes Land zu kartografieren.
    Bis heute ranken sich viele Rätsel um diese Expedition, ob die Serie jedoch tatsächlich versucht, diesen Fragen auf die Spur kommen, bzw. unterhaltsam Theorien aufzustellen, sei mal dahingestellt.

    Die erste Folge ist großartig. Klaustrophobisch, dreckig, mit den Gewalten der Natur ringend und tatsächlich sah man die Männer mal frieren. Als die beiden Schiffe Erebus und Terror dann im Packeis stecken bleiben fällt der erste packende Punkt flach. Die Weite und Leere der Arktis wird zwar großartig in Bildern umgesetzt, ab hier setzt man (meiner Meinung nach) jedoch leider auf das falsche Pferd.
    Die Gefahr lauert nämlich nicht (allein) unter den gestrandeten Männern (so ein Lagerkoller ist schon übel, da kann allerhand passieren, und dann kommt noch der Hunger dazu) – das Grauen lebt im Eis.
    Eigentlich schade und ab Folge 2 war da ein leichtes innerliches Zusammensacken bei mir zu spüren. Warum denn bloß damit um die Ecke kommen?
    Mag sein, dass die Literaturvorlage das selbe Thema bedient, mir fehlt da jedoch der etwas aufgeklärte Umgang mit dem Thema, wohl wissend, dass die Herren damals einen anderen Wissenhorizont hatten.
    Wer es gesehen hat, mag ahnen worauf ich hinaus möchte.

    Nichtsdestotrotz weiß „The Terror“ in vielen anderen Dingen zu überzeugen. Die Darsteller sind klasse ausgewählt. Zwar bleiben Spannung und Mitfiebern auf einem überschaubaren Niveau, dafür sind einige Zusammenhänge und Wirkungsstränge stets plausibel und gelegentlich für den Zuschauer schonungslos dargestellt.

    Mir persönlich wird hier etwas zu viel mit Rückblenden gearbeitet – die braucht es tatsächlich nicht. Motivation und Argumentation der handelnden Personen ergibt sich wahlweise aus ihrem Rang oder wurde in Dialogen geschildert. Diese Art Lückenfüller hat das ohnehin wenig hohe Tempo noch etwas mehr gezügelt.
    Dabei ist die Beharrlichkeit in der Erzählweise gar nicht mein Kritikpunkt – ich mag es, wenn es schlüssig dargebracht wird.

    „The Terror“ ist gut, sicher eine der besten Serien, die ich in diesem Jahr schauen konnte/wollte, aber leider bleibt das Übersinnliche übersinnlich und – wie @sascha74 einmal anmerkte – die Kälte kommt ab Folge 3 gar nicht mehr als Gegenstand der Gefahr rüber. Da ist etwas Luft nach oben, nach unten aber glücklicherweise noch viel mehr.
    Ein Geheimtip allemal, schön anzuschauen!
    Warum man nun „The Terror Season 2“ ankündigt und es so gar nichts mit dieser Serie zu haben soll, erschließt sich mir nicht.
    Sei´s drum:

    7/10

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