DerSchweiger

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    Solo Mio [Sneak Preview]

    Matt macht seiner großen Liebe Heather einen Antrag. Die Hochzeit mitsamt Honeymoonpaket führt nach Rom.
    Alles könnte so schön sein… stünde die Braut dann auch zur rechten Zeit vor dem Altar.
    Aber sie hat kalte Füße bekommen, ist fort und blockt Matt auch bald auf ihrem Smartphone.

    Dieser ist verzweifelt, traurig und möchte seinen Aufenthalt gerne verschieben. Nicht möglich, leider.
    Also nimmt er das gebuchte Paket wahr – nur sitzt er alleine auf einem Tandem, während die übrigen Paare der Tour mitleidig auf ihn schauen.
    Zufällig lernt er in einem Cafe (man ahnt zum Ende, es sei das einzige Cafe in Rom) Gia kennen.
    Sie ist eine Italienerin wie aus dem Bilderbuch: Voller Leben, unbekümmert, offen, kontaktfreudig.
    Matt ist verwirrt, sammelt in Folge aber seine Sinne.
    Heather scheint bald vergessen…

    Kevin James ist zurück bei dem, was er gut kann. Tollpatschig und unbeholfen in Szene gesetzt und gefilmt erinnert einiges an seine „King of Queens“ Zeit. Der Humor ist allerdings ein anderer, auch wenn mit den gesetzten Sidekicks in der einen oder anderen Szene ähnlicher Klamauk erzeugt werden will.
    Die Rechnung, in Richtung von Schenkelklopfer zu zielen, geht nicht auf.
    Der eine oder andere Witz sitzt, hierfür sorgt in allererster Linie Nicole Griaudo als Gia.
    Mit ihr erhält der Film Leben, Temperament, Wärme und Humor.

    Insgesamt eine sehr harmlose Komödie (was ich sehr wohlwollend aufgenommen habe), in der nicht jeder Charakter gut gewählt und bei Weitem nicht jeder Witz zündet. Eine Chemie zwischen Matt und Gia kann man leider mehr erahnen als spüren, was für keinen großen Zauber sorgen kann.
    Die Kulissen sind stark eingefangen, insbesondere die Bilder der Toskana sind schön getroffen.
    Storytechnisch kommt man zu holprig daher, die Episoden greifen nicht richtig ineinander. Dabei hat man einige gute Ideen am Start, auch der Plottwist ist überraschend. Aber leider fehlen sowohl der Erzählung als auch dem Inhalt die nötige Harmonie.

    Dennoch gut anzuschauen, tendenziel ein Freitag-Abend-Wohlfühlfilm auf dem Sofa.

    6/10

    #261262
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    Whistle [Sneak Preview]

    Chrys ist neu in der Stadt. Nach dem Tod ihrer Mutter lebt sie nun bei ihrem Cousin (scheinbar auch frei von Eltern) und bekommt sofort am ersten Schultag Stress. Nach einem Scharmützel mit dem Basketball-Schul-Bullie folgt Nachsitzen. Zuvor findet sie in ihrem Spind ein seltsames Objekt, was sich zunächst der Direktor der Schule an sich nimmt – ehe es dann über einen Umweg wieder bei der neu gebildeten Clique ankommt.
    Im Rausch der Sinne bläst Ellie in das Objekt und ruft damit unbewusst den Tod aller Anwesenden herbei.

    Ich schicke es vorweg: Besonders Storyintensiv ist der Film nicht. Dabei hätte die Prämisse tatsächlich etwas Besonderes versprechen können. Denn der Tod kommt in der Gestalt, derer die jeweile Person ursprünglich zum Opfer gekommen wäre. (Bsp. Wäre jemand im hohen Alter gestorben, stünde dort ein alter Geist). Stark im Grunde nur eine Sterbeszene, die für mich als einzige im gesamten Film eine gewisse Dramatik spürbar machte.
    Der Rest drumherum verabschiedet sich in kreativer Art, die auch in einem der Final Destination Filme hätte passen können.

    Um dem Ganzen auf die Schliche zu kommen gibt es eine übelst miese „Ich erzähle euch mal, um was es hier geht“ Szene… eieiei, da hätte jemand besser mit der Clique nachgesessen und am Drehbuch gearbeitet.
    Weitere Lücken folgen, sinnig ist nicht alles.
    Ein Charakter kommt auch tatsächlich nur deshalb vor, damit man jemanden nicht leiden kann und froh ist, wenn dieser für das Happy End dran glauben soll.
    Vorausschaubar, aber noch OK.
    Wir bekommen Anleihen an Flatliners, Shining und besagtem Final Destination.
    Die Kills sind teils blutig und explizit – ein spürbarer Impact ist aber nur in einer Szene vorhanden.

    Insgesamt fühlt sich alles nach 90er Jahre Franchise an. Gothic Girl in neuer Schule… blablabla.
    Mein Highlight im Film ist die Plattensammlung von Chrys – feine Sachen dabei!

    „Whistle“ ist nichts Besonderes, aber auch kein Reinfall. Solide, spürbar besser anzuschauen als die letzten Horrorfilmchen in den Sneaks der vergangenen zwei Jahre.
    Wichtiger Hinweis: Bleibt beim Abspann sitzen: Mittendrin kommt die finale Szene. („Wahrheit oder Pflicht“ lässt grüßen)

    5,5/10

    #260462
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    Nürnberg [Sneak Preview]

    Inzwischen wird vor der Sneak bereits die Laufdauer des Film verraten. Bei Filmen zwischen 90 und 110 Minuten Länge wohl eher kein Problem – bei 150 Minuten lässt sich dann doch schneller erraten, was da auf einen zukommt.
    Sei´s drum: Durch den Verzicht am Trailerschauen gesegnet, wusste ich nichts über den Versuch, die Nürnberger Prozesse erneut aufzuwärmen.

    In den ersten Minuten war die Freude dann auch recht groß. Russell Crowe als Hermann Göring, über zwei Stunden Laufzeit… ja, was soll da schief gehen? Tja, das will ich euch hier verraten…

    Der Krieg ist für Deutschland verloren, da ergibt sich Göring den Amerikanern.
    Anders als seine hochrangigen Kollegen wählt er nicht den Freitod und sieht zunächst auch keinerlei Gefahr, großen Schaden zu erleiden.
    Die Amerikaner indes haben große Pläne. Es soll ein Exempel statuiert werden, ein gesamtes Volk gehört an den Pranger!
    „Geht nicht!“, heißt es – mit dem üblichen Dehnen des Erlaubbaren aber dann doch.

    Doch die Prozesse sind gar nicht mal so sehr das Thema. Denn Rami Malek als Psychologe Douglas Kelly soll als Arzt getarnt Göring und die übrigen Inhaftierten im Blick behalten – niemand soll sich durch einen Freitod seiner Verantwortung entziehen können.
    Inwieweit seine Erkenntnisse aus den Gesprächen mit Göring letztlich ein Verhör beeinflussen, will in diesem Film erzählt werden.

    Ich sag´s mal so: Der Deutsche Film hat einen schwierigen Ruf, zumal meist die plumpen Titel den Weg in die Werbung finden. Qualität landet in der Niesche. Außer: Wir drehen einen Film über den Krieg oder die Aufarbeitung der Nachkriegszeit.
    Der Deutsche Nazifilm ist voll mit Details, mit Charaktären und Graubereichen. In „Nürnberg“ sucht man so etwas verzweifelt im gesamten Film. Exemplarisch für mich eine – möglicherweise – unscheinbare Szene: Der Amerikanische Anwalt erhält in seinem Büro eine wichtige Nachricht und ist aufgeregt. So weit, so verständlich. Aber: Das Zimmer ist geflutet mit Papieren auf, unter, neben dem Tisch. Kisten mit Dokumenten stapeln sich, es ist ein einziges Chaos.
    Aber: In keinem Moment des Films wird gezeigt, wie anstrengend und umfangreich alleine das Zusammentragen von verräterischen Dokumenten und Zeugenaussagen gewesen ist. Stattdessen wird während ein paar Drinks mehr oder weniger klug dahergeschwätzt – schwuppdiwupp steht der Gerichtssaal und die Gefangenen werden auf die Anklagebank gesetzt.

    Ja, der Film möchte hier keinen Fokus drauf legen und nein, das ist keine gute Idee.
    Doch dämlich und beinahe fahrlässig ist die Entscheidung, Göring und Kelly in teils philosophische Gespräche zu verwickeln. Gezeichnet wird ein Bild eines Menschen, der im Grunde „bloß“ Dienst nach Vorschrift leistete. Die Amerikaner als Moralapostel taugen nur insofern, dass sie den Krieg gewonnen hätten. Man lässt Göring erklären und deuten – dabei hat er oberflächlich tatsächlich den einen oder anderen Punkt.
    Schlimm, ganz schlimm! Als nächstes bekommen wir einen Film über den Tierliebhaber Hitler, der an der verbotenen Liebe zu Eva Braun zu zerbrechen droht…. wer kotzt mit mir?

    Crowe spielt großartig. Die Kritiken zu seiner Darstellung, die mich bis hierhin erreichten klangen in etwa so: „Er spricht nicht flüssig Deutsch, und wenn er später ins Englische wechselt spricht er zu gut Englisch als dass es Göring tatsächlich getan hätte…“ Deutsche Detailverliebtheit wenn es um die eigene Vergangenheit geht.
    Interessiert hier aber wirklich nicht!

    Ärgerlicher dagegen das Spiel von Rami Malek. Eindimensional, einfältig, manchmal deplaziert. Er glaubt zu wissen, es ginge hier um etwas Großes…
    Auch die Tonalität des Films lässt gelegentlich aufhorchen. Irritiert bin ich über den stellenweise eingestreuten Humor bei einigen Szenenwechseln. Als sich z.B. zwei Menschen über einen Plan austauschen, kommen sie zu dem Schluss: „Wir werden hoffentlich keine Probleme bekommen“. Die folgende Szene beginnt mit „Wir haben Probleme!“…. ja, ok. Als eine Reporterin an Kelly herantrit und gemeinsame körperliche Ertüchtigung im Austausch von Informationen erbittet, schließt sie mit: „Erzählen Sie mir alles!“ – Schnitt: Eine Zeitung zeigt die Überschrift „Psychologe erzählt Reporterin alles!“.

    Klingt hier natürlich weniger witzig als im Film. Es lädt zum Schmunzeln ein, und doch beobachten wir die Menschwerdung von Göring.
    Dass er zum Ende mit Kellys Taschenspielertrick seinen Freitod zelebrieren darf, ist dann noch die Krönung.
    Freilich war sein Suizid ein großer Knall vor seiner geplanten Hinrichtung – der Film zeigt dabei weniger das Drama um die Bedeutsamkeit der misslungenen Vollstreckung des Urteils und lässt ihn beinahe dabei zurück, wie er uns eine lange Nase macht.

    Wer das in diesem Film so nicht lesen kann, den beglückwünsche ich ausdrücklich. Diese Sicht und Tonalität wirken für mich falsch.
    Unabhängig davon haben wir einen handwerklich soliden Film, der wenig Tiefe in die Entstehung der Nürnberge Prozesse bringt und Schauspiel im Standartmodus bietet (immerhin, es geht natürlich deutlich schlimmer!).
    Crowe spielt Göring stark und weckt den Hauch von Sympathie, Ramik und der Rest sind auch dabei.
    Es fehlt der Blick auf das Detail. Gerade weil es vergleichsweise starke Filme und Serien zum Thema gibt, kann „Nürnberg“ hier nicht punkten.

    Und doch lädt der Film zum Nachdenken und miteinander Austauschen ein.
    „Beim nächsten Mal kommen sie nicht in Uniform. Wir werden sie nicht erkennen, aber sie werden da sein!“
    Diese Stärke aus dem Finale zeigt der Film leider zu wenig.

    5/10

    #260425
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    American Sweatshop [Sneak Preview]

    Daisy hat einen Scheiß-Job: Sie muss sich gemeldete Videos auf Social-Media Plattformen anschauen und entscheiden, ob sie gelöscht werden oder doch drauf bleiben dürfen (manchmal entscheidet nur eine Kleinigkeit).
    Das spielt ihr auf Dauer übel mit, und auch ihre Kollegen im Büro leiden ob der täglichen Berieselung an menschlichen Unanständigkeiten.
    Eines Tages aber bekommt sie einen Clip zugespielt, der für sie über die Grenze des Erträglichen hinausgeht.
    Für sie steht fest: Mit Löschen alleine ist die Sache nicht erledigt.

    Das klingt nach einem handelsüblichen Rache-Thriller, in dem die junge Frau unbekannte Peiniger ausmachen muss um sie dann ihrer gerechten Strafe zuteil werden zu lassen.
    Hier entscheidet man sich aber für einen komplett anderen Weg. Entlang der Erwartungshaltung des Zuschauers werden Szenen generiert, in denen man häufig ahnt, was folgen wird – nur um dann überrascht festzustellen, dass Drehbuch und Regie keck eine lange Nase machen.
    Auf der anderen erzählerischen Ebene möchte man das seelische Drama der Videomoderatoren beschreiben. Jeder hat seinen eigenen Umgang mit den häufig sehr harten Clips: Einer flüchtet in ständigen Sarkasmus, die andere sucht ihr Seelenheil im Sex, ein Anderer weint und unsere Heldin kifft.

    Dabei wird die Daisy als maximal unsympathisch gezeichnet. Eine Folge des zu häufigen Konsums an menschlichen Gewaltexzessen? Man will sich nicht entscheiden, eiert plan- und ziellos herum, stellt einen Tümpel auf dem Firmengelände nebst Alligator(!!) immer wieder ins Zentrum des Bildes.
    Das Einzige, das bedient wird, ist die Sehnsucht, einen erzählerischen Strang fortzusetzen.

    Dabei wäre es plump zu glauben, man möge uns Zuschauer den Spiegel vor die Nase halten. Möchten wir sehen, wie Daisy anonyme Männer ihrer Taten überführt, sie womöglich selbst quält und tötet?
    Ne, dazu fehlt die erzählerische Grundlage.
    Spannender wäre das Drama um die Personen im Videocenter gewesen. Diese werden aber nur höchst oberflächlich angedeutet.
    Die Chefin des Ganzen (Christiane Paul) darf dabei blöde und sinnfreie Sprüche in die Kamera blöken.

    Nichts hat Substanz, da sitzt die fein gesetzte Ohrfeige gegen den Zuschauer am Ende leider auch nicht mehr.
    Nicht geplagt von schrecklichen Snuff-Erlebnissen, sondern von gähnender Langeweile und einer Story, die zielgenau ins Nichts gesetzt wird, führen dazu, dass man sich im Anschluss eine der Kompensationsstrategien der Darsteller für sich genehmigen möchte.

    ´Schlimm´ wäre noch wohlwollend – belanglos trifft es gut.

    3/10

    #259691
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    Normal [Sneak Preview]

    Die Kleinstadt Noral in den USA steht nach dessen Tod ohne Sheriff da. Ulysses soll hier aushelfen, bis ein neuer Sheriff gewählt ist.
    Dabei ist er der übliche, in sich gekehrte Held: Ein Ereignis aus der Vergangenheit lässt ihn nicht schlafen, er ist stoisch und unaufgeregt, bemerkt einige Ungereimtheiten, will am Ende aber auch nur seine Ruhe.
    Mit der ist es dann aber bald vorbei, denn die örtliche Bank wird überfallen.
    Als Ulysses mit den Räubern verhandeln will, eröffnet die Stadt das Feuer auf ihn.
    Was ist denn nun hier los?

    Ja, Quatsch ist los, was sonst :D
    Das kann man verzeihen, handelt es sich doch um einen modernen „Hirn aus, Spaß an“ Klopper. Dabei etwas bodenständiger als der lausige „Nobody 2“ und somit angenehmer anzuschauen.
    Hier und da möchte man mit etwas Tiefe aufwarten, zwei oder drei Figuren Charakter verleihen, aber das passt so nicht ganz in den Film. Während wir darüber trauern sollen, wenn sich die Tochter des verstorbenen Sheriffs nun selbst das Leben nehmen möchte, sollen wir darüber lachen, wie anderen Menschen ins Auge oder sonstwohin geschossen wird, Leichen quer durch die Kleinstadt fliegen… gut, gehört sicher dazu.
    Hier entstandene Logiklücken werden leider nicht geschlossen, dafür mit einem mehr als absurd geführten Finale beendet.
    Wer kommt denn auf so eine Idee!! :D
    Immerhin kommt es überraschend und wird konsequent zu Ende gespielt.

    Das Ganze schreit natürlich nach Fortsetzung. Den Einen freuts, dem Anderen ist es egal.

    Eigentlich auf dem selben Niveau wie „Ready or not 2“, aber weil hier der Hingucker fehlt:

    5/10

    #259688
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    Ready or not 2 [Sneak Preview]

    Teil 1 habe ich damals auch schon in der Sneak schauen dürfen. Ich kann mich erinnern, ihn in Teilen als sehr OK empfunden zu haben, störte mich aber an dem Klamauk, den die wirre Familie an den Tag legte.
    Egal, die Kritiken mochten den Film – ein erfrischendes Lebenszeichen des Horrors in den 2000ern.

    Die Kritiken, die ich vorab zu Teil 2 hören konnte, waren da wenig wohlwollend. Zu lang, zu nervig, zu viel Platz, miese Story…
    ja, an der Story wird es wohl liegen… ;)

    Grace hat ihre Hochzeitsnacht überlebt und kommt ins Krankenhaus. Allerdings nicht als Heldin, vielmehr als kommende Angeklagte in einem Mordprozess.
    Doch Zeit für schwere Gedanken bleibt nicht, denn unverhofft taucht ihre verhasste Schwester Faith auf.
    Unterdessen brodelt es in der Unterwelt, denn mit dem Auslöschen der Familie Domas ist nun der Platz an der Seite des Teufels frei geworden. Einige konkurrierende Familien treffen nun aufeinander, um Grace dieses Mal im Versteckspiel schlagen zu können….

    Ja, an der Story muss es liegen, dass dieser Film nicht als besonders gut bewertet kann [um im selben Atemzug „They will kill you“ zu loben].
    Aber es stimmt, einen Oscar wird das Drehbuch nicht bekommen.
    Dabei punktet er aber mit anderen, nicht unwesentlichen Faktoren, was das Genre betrifft.
    Während sich ein „They will kill you“ augenscheinlich selbst nicht ernst nehmen will, reibt man sicher erstaunt die Augen, wenn hier einige Darsteller ihre Rollen annehmen.
    Samara Weaving und Kathryn Newton funktionieren gut in der Opferrolle. Die Übeltäter sind stellenweise auch gut verkörpert, wobei natürlich auch die üblichen „Hahaha – was ein Trottel“-Bösewichte an Bord sein müssen. Einiges will clever wirken, zeichnet aber doch bloß gewohnte Klisches ab. Beispiel: Ein Charaktertausch der beiden jugendlichen Erben hätte mit einem Augenzwinkern mehr Finesse vermitteln können. OK, so ist der asiatisch anmutende Typ eben ein Konsolenjunkie…
    Ein arger Kritikpunkt ist dann der Umgang der Schurken mit ihren Waffen. Da wird wie im „A-Team“ wild rumgeballert, ohne ein „Aua“ zu erzeugen. Der Scharfschütze trifft auf freiem Feld das still sitzende Opfer nicht, der coole Teenie ballert mit einer MG aus 5 Metern Entfernung überall hin, nur nicht in die Richtung der Gesuchten.
    Das ist auf Dauer sehr sehr ärgerlich, denn man spürt sogleich, dass dieses Waffenarsenal zu keiner Zeit eine Bedrohung werden wird.
    Bedrohlicher sind dann die Faustschläge eines Ganoven, und hier hat der Film eine seiner Stärken.
    Shawn Hatosy und Sarah Michelle Gellar als Geschwisterpaar, dass seinen Platz an der Seite des Teufels wähnt. Zunächst kauzig, dann mit einem Anflug von Bedrohlichkeit, die es für einen solchen Film eben doch benötigt.
    Die berüchtigte Pfefferspray-Szene zur Mitte ist tatsächlich eine schöne Idee und toll umgesetzt.
    Ebenso der eine oder andere Moment zum Ende.
    Es endet dann selbstredend ohne Überraschungen, bietet aber doch einige Hingucker – Die Suche nach dem Ring und der Einmarsch der Braut. Malerisch und teils sehr schön anzuschauen!

    Man möchte dann auch tatsächlich die Mängel des Drehbuchs vergessen, insbesondere die gemeinsamen Szenen der sich nicht mögenden Schwestern. Zu lange Dialoge, die ins Nichts führen (und die selbstredend kein Schurke für sich nutzen möchte). Eigentlich ein Jammer, der dann aber auch mit Szenen wie z.b. an der Waschmaschine aufgefangen werden kann.

    Ready or not 2 ist für mich mehr Überraschung als Enttäsuchung. Besserer Cast, mehr Finesse im Szenenbild, ein bildschönes Finale. Und wenn Schauspieler dann auch mal gelgentlich so tun, als wären sie vor der Kamera die Figur, die sie verkörpern sollen… ach, mach ich mal besser kein Fass auf ;)

    6/10

    #259540
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    How to make a killing [Sneak Preview]

    Tatsächlich kaum der Rede wert.
    Dazu kommt, dass ich mit Glen Powell nicht nur nichts anfangen kann – er erscheint in den allermeisten Filmen als überaus schleimig und fehlplaziert.
    So auch hier:

    Mary ist schwanger. So weit, so gut. Ihr Vater Whitelaw findet das aber suboptimal.
    Das Kind muss weg. Weil Mary das nicht will, muss eben sie weg.
    Klingt nach einem ganz normalen Dienstag – die Familie Redfellow ist aber stinkreich.
    Und weil Mary nun auch keinen Support ihres Vaters erhält, wächst ihr Sohn Becket in einem mittelklassischem Umfeld auf.
    Golf soll er trotzdem lernen, und dort verliebt sich der heranwachsende Teenie in die wohlhabende Julia.
    Nun wird Mary krank und auf dem Sterbebett gibt sie Becket einen guten Rat: Er soll sich das Leben holen, das ihm zusteht. Zuvor wurde er darüber informiert, dass er in der Familie Redfellow erst dann erbberechtigt ist, wenn alle anderen Verwandten tot sind.

    Tja, das sind aber eine ganze Menge – da hat Becket noch ein paar Jahre Wartezeit vor sich… es sei denn, er nimmt das Schicksal seiner Verwandten selbst in die Hand.

    Schwarzhumorig will man hier sein. Keck und verspielt. Mit einem Augenzwinkern über die Superreichen gelästert, sie (hier gurndlos) verteufelt und wenn sie dann sterben, erwawrtet man Beifall.
    Ganz schlimme Message – vor allem, wenn so ein Schleimbolzen wie Powell erklärt, warum das unbedingt notwendig sei.
    Selbst dann, wenn er mit einem Top-Job ein Penthouse in Stadtzentrum beziehen kann, ist es ihm nicht genug. Das Geld der Anderen ist sein Antrieb – die Zufriedenheit mit sich selbst und dem Erreichten, das den wenigsten Menschen auf der Welt vorbehalten bleibt, ist ihm nicht genug.
    Wenn er dann am Ende über das missglückte Happy-End labert, ist es ohnehin egal. Sympathien konnte er keine gewinnen, die von ihm als „böse“ dargestellte Gegenspielerin ist dabei lange Zeit im Recht.

    Selbstverständlich darf eine quere Romanze nicht fehlen. Wer kennt es nicht? Man besucht seinen Cousin, trifft dort dessen Freundin und die ist sofort spitz auf einen. Und dann sagt der Cousin, dass er Kinder hasst und dabei will sie doch unbedingt welche haben – ja, sie habe ihn schon lange verlassen wollen. Sein Tod sei dann der passende Augenblick dafür…. manmanman!

    Die Figur des Becket hätte gerne intensiver beleuchtet werden können. Hassenswert, gefühlskalt, ignorant.
    Seine Wahnvorstellung, das Geld Anderer stünde ihm alleine zu und deswegen müssten sie alle sterben, ist nicht nur völlig Gaga, sie zeichnet auch überspitzt Teile der (ewigen) Neidgesellschaft wieder.
    Doch anstatt andere zu ermorden, arbeiten normale Menschen eben täglich um sich ein gutes Leben aufzubauen – fernab von Penthousewohnungen, Schlössern und Traumkarren. Warum Becket also nicht als den Kranken Mann zeichnen, der er ist? (Oder der so von seiner Mutter erzogen wurde? Wobei hier interpretiert werden darf… hat sie ihm zu den Morden geraten?)

    „Das Geheimnis meines Erfolgs“ kam mir die Tage in den Sinn. Da macht sich ein Bauernjunge auf den Weg, sich in der großen Stadt den Traum von Geld und Reichtum zu erfüllen. Ganz so einfach ist es dann nicht und ihm müssen eine Menge Dinge misslingen, ehe er zu einer Einsicht gelangt. Ein, wie ich finde, unterschätzter Film der 80er Jahre.
    Das Geheimnis heutiger „Eat the Rich“ Fantasien im Kino ist, dass es nie zu Konsequenzen kommt. Es stellen sich auch keine spürbaren Hürden in den Weg. Höchstens, dass sich der Reichen-Killer zwischen zwei Frauen entscheiden muss.
    Man kommt davon, immer, irgendwie. Ist ja auch gut so! Wenn andere das Geld haben, dass ich eigentlich gerne hätte, ist das schon OK.

    Ganz ganz schlimme Botschaft und eine misslungene Chance, diese Charakterisierung als fehlgeleitet darzustellen.
    Glen Powell bleibt dabei eine Fehlbesetzung: Weder romantische Momente, noch (zunächst skrupelbehaftete) Morde stehe ihm gut zu Gesicht.
    Empörung, Erleichterung, Hass…. Junge Junge, der kann gar nichts!
    Aber eine Rolle füllen wollen, die zumindest von alle dem einen Hauch Darstellung benötigt.

    Der Rest des Cast darf mitmachen, weil Powell aber auch Produzent ist, gilt die Bühne ihm allein.
    Schäbig, von vorne bis hinten.

    Als Film an sich vielleicht noch mit 5/10 ausreichend gut bewertet, der Hauptdarsteller startet bei mir aber immer mit -1, somit 4/10

    #259285
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    Ihr kennt das Gefühl doch sicher: Da schaut man „Kill Bill 1“, „The Raid“ oder ähnliche Filme, wo es zu einem furiosem Kampf kommt, in dem übermäßig Gemetzelt wird. Die Grenzen der Physik oder der generellen Logik sind hier gerne außer Kraft gesetzt und alle Brüllen“ Boah, warum kann der Rest vom Film nicht auch so sein!“
    Tja, allen, denen es nun so geht, empfehle ich Folgendes:

    „They will kill you“
    Asia lässt ihre junge Schwester im Stich und lässt sie bei ihrem gewaltsamen Vater zurück. Der Lohn dafür sind ein paar Jahre Gefägnis.
    Wieder auf freiem Fuß will sie ihre Schwester aus den Händen des Bösen befreien, nur um festzustellen, dass sie nun Angestellte in einem noblen Hotel ist.
    Schwups stellt sie sich dort vor und bekommt den Job als Zimmermädchen.
    Doch noch bevor der erste Arbeitstag beginnt, eskalieren die Dinge….

    Nach einem kurzen Einstieg, in der uns die Hauptfigur tendenziel unsympathisch näher gebracht wird, geht es auch schon bald los. Erste Mutmaßungen über einen düsteren Horrorfilm keimen auf, bevor nach den ersten 5 Minuten des Kill und Gore klar wird: Das soll komisch sein!
    95 Minuten dauert der Spaß, davon sind locker 70 Minuten mit Kills, Blut, geköpfte und um übrige Gliedmaßen befreite Menschen
    gefüllt. Was nach fünf Minuten noch etwas Heiterkeit aus der Szenerie ziehen lässt, stumpft nach weiteren zehn Minuten deutlich ab um dann die übrige Stunde gähnende Langeweile hervorzurufen. Zumindest bei mir, denn eben genannte Szenen sind für mich nicht die Highlights der jeweiligen Filme – tatsächlich mag ich „Kill Bill 2“ lieber als den Ersten.
    Wer aber auch mit Filmen ohne Inhalt klarkommt, solange die Köpfe rollen, der kann hier bedenkenlos reingehen.
    Vielleicht lässt sich als Referenz noch am Ehesten „Ready or not“ heranziehen, wobei dieser sich noch um eine Story und Dialoge bemüht hat.

    Positiv hervorzuheben ein Wiedersehen mit Patricia Arquette. Und ob man den Teufel so versaut darstellen muss wie in diesem Film geschehen… nun ja ;)
    Schauspielerisch darf man eigentlich nichts erwarten (und wird somit nicht enttäuscht), optisch macht das Ding dann aber doch einiges her. Interessante Kamerabilder, die dann mit zu langem Klamauk wieder zunichte gemacht werden.
    Aber gut: Niemand wird leugnen wollen, dass hier der Spaß an erster Stelle stehen soll. Meinen Geschmack trifft er nicht, wird hier aber sicher das ein oder andere positive Feedback entlocken.

    4/10

    #259283
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    Sneak Kompakt:

    „Marty Supreme“: Egoistischer und selbstverliebter Mann möchte in einer Randsportart der Beste der Welt werden und geht dafür über Leichen. Ein schrecklicher Film mit schrecklichen Charaktären. „Anora“ lässt grüßen. Wildes Gebrülle, Geplärre, ein Drehbuch, das von einem Grundschulkind hätte erzählt werden können… Und dann nimmt man eine tatsächlich existierende Person und dichtet ihr so einen Murks an. Filmisch dennoch Top, Gwyneth Paltrow ist eine Wucht.
    Weil ich hier, anders als bei „Anora“, keine Möglichkeit zur Interpretation sehe, schlicht 4/10

    „Monsieur Robert kennt kein Pardon“: Ich mag Clavier sehr, auch wenn seine Filme nicht immer der große Hit sind. Das trifft so leider auch auf Monsieur Robert zu. Ein Lehrer nimmt Rache an seinen ehemaligen Schülern, die er für den Verlust seiner großen Liebe verantwortlich macht. Die erste Racheepisode ist dann noch sehr stark, pointiert, krawallig wild und nimmt damit satirisch viele lärmende Vertreter aufs Korn – bei den übrigen Racheplotzt schwächelt nicht nur das Drehbuch, sondern auch die Darsteller um Clavier herum. Schade, schade… 4/10

    „Good luck, have fun, don´t die“: Große Freude, als der Irre aus der Zukunft in das Cafe kracht – tatsächlich ein Film, den ich mir heimlich auf die WUnschliste gesetzt hatte. Tatsächlich macht er sehr viel Spaß, verletzt mit seinem Humor auch das eine oder andere Gemüt, weiß aber leider in zwei Momenten nicht wirklich, den Ton zu halten. Weil es im Grunde aber auch ein Episodenfilm ist, von denen zwei „Rückblenden“ eigentlich „Black Mirror“ Folgen sind – auch der Hauptplot ließe sich in eine 45 Minuten Episode pressen. Macht nix, ist trotzdem gut. Ohne Happy End mit einem Lächeln aus dem Kino – gibt es auch nicht so oft. 7/10

    „Shelter“: Als jemand, der mit Jason Statham nicht viel anfangen kann, bin ich mit dem Beitrag durchaus zufrieden. Fans mögen sich nun darüber empören – „Der knallt doch gar nicht richtig!“.
    Stimmt. Eine halbe Stunde „Charakterbildung“ auf einer Insel mit Leuchturm, wo ein junges Mädchen verarztet werden muss. Als dann aber eine staatliche Spezialeinheit anrückt, ist die Wutz am Rennen. Hier kommt es gelegentlich zu wortkargen Auseinandersetzung. Die Kills passieren ohne großes Tada, und auch ansonsten ist das Gekloppe nicht Triebfeder des Films. Inhaltlich bestenfalls solide (man glaubt, die Story so, oder so sehr ähnlich, schon vorher erzählen zu können) und mit einem Statham, der hier keine „Beekeeper“-Sprüche braucht.
    5/10

    #258050
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    Sneak Doppelpack

    Dead of Winter

    Was macht man mit Filmen, die man vergessen hat, bevor der Abspann zu Ende ist?
    Man vergisst auch man ganz schnell, darüber zu schreiben ;)

    Vor gut zwei Wochen gesehen und festzustellen ist, dass Menschen, die Fernsehkrimis mögen (WaPo Brandenburg oder so) voll auf ihre Kosten kommen werden. Jeder Hauch von Spannung wird binnen Sekunden fallen gelassen – keine Sorge!!
    Zunächst aber leichte Verwirrung: Emma Thompson – das riecht nach Drama.
    Na ja, irgendwie ist es das auch…

    Barb will zum Eisfischen. Nicht, weil sie es möchte, sondern weil sie es muss. Diese „herzzerreißende“ Geschichte erfahren wir in störenden Rückblenden. Weil es aber Winter ist, dichter Wald und kein Handyempfang den Weg zum Ziel stören, muss sie jemanden um Rat fragen.
    Dabei bemerkt sie an einer abgelegenen Hütte Blutspuren im Schnee. „Ein Reh“ heißt es. „Ja“, sagt sie.

    Ab hier geschehen wundersamme Dinge: Der Herr, von dem sie den Weg zum See erfahren möchte, rennt minuten später einer gefesselten jungen Frau hinterher, schießt wild um sich und brüllt ihr lautstark hinterher. Alles natürlich in bester Sichtweite zu Barb, die mitten auf dem zugefrorenem See sitzt. Später entdeckt sie die junge Frau im Keller der Hütte, schmiert eine Botschaft ans Fenster, verlässt den Ort und stampft durch den meterhohen Schnee zurück zum See.
    (Augenscheinlich sind das nur wenige Meter, bei dem ständigen Hin und Her, dass sich die Figuren hier immer und immer wieder antun).
    Sie baut eine tödliche Falle vor ihrem Zelt, sabotiert die Hütte der Entführer (weil die ja auf dem Weg zum See sind, während sie auf dem selben Weg zurück zum Haus war) und gerät dann doch immer wieder in den Schlamassel.

    Der Plot ist im Grunde nicht auszuhalten. Klar, was würde man selbst in solcher Situation machen?… aber das ist so unspannend eingefangen wie eine einstündige Aufnahme vom Eisfischen.
    Weil die Prämisse irgendwie doch bedrohlich wirkt (entführte junge Frau, bewaffnete und zum Töten bereite Entführer, eine Heldin im gesetzten Alter) muss Entlastung her.
    So zaubern wir Barb verniedlichende Eigenschaften zu. Sie weiß immer und in jedem Augenblick, wie sie die Dinge lösen kann – nur macht der Körper nicht ganz mit. Wenn es schnell gehen soll, muss also vorher noch umständlich die Brille aus der Tasche geholt und aufgesetzt werden, es entstehen schrullige und sinnfreie Konversationen mit Opfer und Täter, und immer zwickt und zwackt etwas unangenehm. Gut ist, dass die Entführer selbst auch stark gehandicapt sind.

    Das alles will man möglicherweise mit ähnlicher Frische darbieten wie jüngst in „Thelma – Rache war nie süßer“, scheitert aber hinlänglich an Personenzeichnung, Dramaturgie und Motivation.

    So viel dazu, und eigentlich auch schon zu viel.
    Zufällig auf 3Sat reingezappt sagt man „Ach ja, war mal was anderes (als WaPo)“, und gut. Für das Kino verschenkt.

    4/10

    Beim nächsten Besuch dann höflich beim Einlass nachgefragt: „Taugt das heute was?“ – „Der wird klasse!“, hieß es.
    Also mit frohen Mut ins Kino!

    Cold Storage

    Der Trailer versprach ja durchaus humorigen Trash. Blut, Gedärm, Geschrei und Lacher, wenn Menschen sterben – bin ich ja total heiß drauf!
    Zum Glück ist er diesbezüglich nicht ganz so abartig wie „Toxic Avenger“, der Humor entsteht doch häufig mit Hilfe der Hauptdarsteller.
    Was bald auffällt: Hier will man eigentlich nur auf die Kacke hauen – inhaltlich möchte man nichts anbieten. Das ist ok, und hierfür ist er auch gut genug.

    Eine missglückte NASA Expedition bringt einen tödlichen Pilz auf die Erde. Zwar wird er in einem Hochsicherheitslabor untergebracht – dieses wird aber ein paar Jahre später als Storage-Center genutzt. Macht absolut Sinn!
    Teacake und Naomi spüren in ihrer Nachtschicht einen versteckten Alarm auf und möchten dem Ganzen auf die Spur kommen. Der Storage-Verwalter indes möchte die Nacht nutzen, und mit Hilfe von ein paar fiesen Rockern Fernseher aus den Lagern zu stehlen.
    Letztlich aber wird auch eine Militäreinheit auf das Dilemma aufmerksam. Logisch: Der Chef will da nichts gemacht wissen – sicher Fehlalarm, was soll da schon sein. Zum Glück gibt es die engagierte Mitarbeiterin, die sich über Regeln hinwegsetzt und Liam Neeson um Hilfe bittet.
    Der ehemalige Agent ist aber inzwischen in die Jahre gekommen – es fällt nicht mehr so leicht wie einst, die Welt zu retten…

    Beim Casting hat man Neeson sicher gefragt, ob er sich vorstellen könne, jemanden per Telefon exakte Anweisungen zum weiteren Vorgehen geben zu können. Dabei stets um die Umwelt der bedrohten Person wissend und wie sich alles entwickeln wird. Zum Ende der Hinweis: Cool bleiben, ich bin bald da!
    „Ja“, wird er gesagt haben.
    Und ob er auf beengten Raum den fiesen Typen mal richtig hart in die Rippen boxen könnte?
    „—-„, ja gut, dann ballerst Du mit einem Gewehr.
    Deal!

    Das Zusammenspiel der Figuren funktioniert in Teilen recht gut. Dafür sind sie auch möglichst simpel gestrickt.
    Lässt man sich auf die Dämlichkeit des Plots ein, kann man hin und wieder seinen Spaß haben.
    Es spritzt CGI Blut an allen Ecken und Enden, CGI Tiere, die sich durch CGI Umgebungen bewegen – man, ist das hässlich!
    Aber auch das könnte als Plan verstanden werden.

    Zur Mitte des Films drängen sich dann auch Anleihen an „Planet Terror“ auf. Der war ja genauso Gaga (und meiner Meinung nach auch nicht gut!).
    Überraschend ist hier zugegeben nichts, der eine oder andere Gag funktioniert aber doch recht gut. An einem ist auch Neeson beteiligt, ansonsten fällt er so gut wie nicht ins Gewicht.
    „Kopf aus, Spaß an!“ funktioniert bei mir leider nicht so häufig – hier hat es zu Teilen aber geklappt.

    Auch hier benötigt man nicht viele Worte. Wer sich vom Trailer abgeholt gefühlt hat, wird bekommen was er wünscht.
    Zudem erfahren wir auch, was sich Männer sonst noch beim geöffneten Mund einer Frau wünschen – herzallerliebst ;)

    Bleibt mir in Summe positver im Gedächtnis als vermutet.

    6,5/10

    #257784
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    Sneak Preview Doppelpack

    Manchmal schaut man Filme und geht leicht achselzuckend raus.
    So geschehen bei:

    Primate

    Ein Haustieraffe eines taubstummen Autors bekommt Tollwut und mordet wild rum.
    Storytechnisch in wenigen Sekunden erzählt (wie z.B. „Cujo“ auch), muss aber nicht zwingend was heißen.
    In diesem Fall wird man aber schon in den ersten zwei Minuten darüber informiert, dass der Film bitte nicht gut werden darf! Wenn eine Prämisse nicht viel Raum (Haha, Wortspiel) lässt, dann ist Figurenzeichnung von etwas höherer Bedeutung.
    Die schmeißt man aber mit großer Freude direkt über Bord, also ab ins futuristische Wohlstandshäuschen an einer steilen Klippe…
    Gut, Papa geht zur Arbeit, Teenies allein zu Haus (und mal schnell die Stecher aus dem Flugzeug eingeladen… zum Glück!) und schwups sabbert der Affe stark auffällig und hat Gefallen daran, anderen wehzutun.
    Ein kluger Satz („Ihr müsst das Vieh töten!“) wird empört weggewischt. Schade, dass Cassandra für den Vorschlag zur effektiven Problemlösung nicht entschädigt wird.

    Der Trailer suggeriert, dass die Gruppe nun im Pool verharren muss, während das wilde Vieh herumschleicht und mit Mord und Totschlag droht. Das Konstrukt wird dann aber nach wenigen Minuten aufgelöst und es kommt zur üblichen wie willkürlichen und wenig überraschenden Hatz durch das Haus.
    Michael Myers Gedenkmotive inklusive.

    Die Kills sind blutig und explizit. Das ist durchaus zu begrüßen. Weil drumherum aber wenig seriös mit dem Thema umgegangen wird, ist es am Ende auch schon wieder für die Füße.
    Blöde Dialoge, unsympathische Figuren (ohne Ausnahme), ein Affe, der wie ein psychotischer Serienkiller agiert und nicht wie ein reißendes Tier… ach, Chance verpasst.
    Dann lieber den Uraltstreifen „Cujo“ anschauen. Da ist der Hund noch Hund und bedrohlich genug…

    4/10

    Und wenn mann dann glaubt, schlimmer geht kaum mehr, dann wird eben ein Konsolenklassiker verwurstet.

    Return to Silent Hill

    Nun der dritte Teil der Reihe. Teil 1 fand ich seinerzeit stark, glaubte später, er sei vielleicht doch ncht gut gealtert und durfte bei einem Neusichtung vor einigen Jahren feststellen, dass er immer noch gut funktioniert.
    Teil 2 hatte für mich keinen besonderen Sehwert – nun kommt aber der Regisseur und Spielliebhaber von Teil 1 zurück und kloppt noch die letzten Ansätze guten Gelingens in die Tonne.
    Manmanman – der Film ist zum Brüllen schlecht!!

    Ein Junkie bekommt eine Nachricht seiner Ex – er soll sie an ihrem gemeinsamen Platz besuchen.
    Gesagt, getan. Im „beschaulichen“ Städtchen Silent Hill geraten die Dinge jedoch rasch aus dem Ruder und die Gute will irgendwie nicht da sein, wo sie zu erwarten gewesen wäre…

    Manchmal geht man sicher an einen Film ran und überlegt: Wie könnte ich das Thema spannend und packend umsetzen?
    Hier scheint man sich gedacht zu haben: Erfolgsformel? Ohne mich!

    Eine Szene im Hier und Jetzt, dann eine Rückblende, eine Szene im Hier und Jetzt, eine Rückblende… Man, das ist übel anzuschauen.
    Setzt man vielleicht noch voraus, dass man das kultige und beliebte Spiel im Kern der Story verfilmen könnte… hier stimmt vorne und hinten nichts.
    Monster und Kreaturen erscheinen ohne jedweden Zusammenhang, der Kerl guckt und stottert, läuft um eine Kurve – manchmal bleibt die Bedrohung bestehen, manchmal wartet dort eine Neue und die Alte ist dann vergessen und verschwunden.
    Dialoge auf übelstem Kopfschmerzniveau.
    Eine Verletzte wird im Verrotzt-heruntergekommenem-Krankenhaus auf eine versüffte Liege gelegt – in irgendeinem Schrank kommt Verbandszeug zum Vorschein – „Ich geh mal gucken – Du bist hier sicher!“, nachdem man minutenlang vor diversen Kreaturen davongerannt ist.
    Ein Mädchen sitzt auf einer Mauer, davor Kisten und Tonnen zusammengestellt, damit man dort leicht rauf kommt.
    Er schaut „Wie bist du denn da rauf gekommen?“ und ist sichtlich fassungslos. Eieieiei…. Halt doch bitte den Mund!

    Was in den Games wohl noch schräg, bedrohlich und mystisch-verwirrend daherkommt und man Angst hat, mit seiner Figur falsch abzubiegen, spaziert man hier durch potthässliches CGI Setting. Viecher kommen, oh renn mal durch die Menge… nichts passiert. Natürlich nicht, denn dass das nicht real ist, wird ja schon in Minute 1 offensichtilich gemacht.
    Warum will der Typ seine Ex finden? Weiß er selbst nicht.
    Warum begegnen ihn diese „Menschen“… weiß man nicht genau, bis es dann dummdämlich aufgelöst wird.

    Pyramid Head ist für eine Sekunde bedrohlich, dann wird arg offensichtlich gezeigt, um wen es sich dabei handelt. Macht er Sinn für die Story? Nicht eine Sekunde lang.
    Einzig Positiv: Eine Metamorphose der Ex und ein – kurz gezeigtes – Sexmonster.

    Man weint am Ende still in sich rein, reagiert pampig und beleidgt, weil der Film / Plot so viel Potential hat und nichts davon mitgenommen wird. Das Ding kann man auf altes Hellraiser-Niveau bringen – verzichtet aus Lustlosigkeit(??) aber darauf.
    Das Schauspiel ist unterirdisch! Schlimm! Ganz schlimm!!
    Asylum Filme haben mehr Finesse und Liebe zum Detail ais dieser Rotz.

    Und das Schlimmste: Ich bin nicht mal Fanzocker der Spiele – einzig Teil 1 hatte ich mal in der Konsole.
    Man hörte vorab schon Schlimmes… aber hey, wenn David Hain einen Film schlecht findet, muss das ja nichts heißen.
    Hinterher weiß man: Man kann nicht laut genug vor diesem Film warnen.

    Geschenkt ist für die vergeudete Zeit noch zu teuer.

    2/10

    #257539
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    Hamnet [Sneak Preview]

    Die Scheinwerfer tauchen in die dunkle Landstraße und trotz der Aussicht auf die kargen und kalten Felder fühlt man sich beschwingt. Tänzelnd im Fahrtwind räkelen sich die Abgasse des Wagens in der frierend kalten Luft. Die Lichter der Stadt laden ein, grüßen freundlich und versprechen, dass nun wieder alles gut ist.
    Wochenlang in kleinere Säle gesteckt kam es dieses Mal zur Rückkehr in den Saal 6. Ein herzliches Hallo am Einlass, ein beinahe überschwengliches High-Five an der Snackbar. Wieder ein schöner Plausch mit den Kinofreunden vor dem Filmstart und eingepackte Schokolade, die mir während des Films angeboten wurde. Ob ich etwas davon haben möchte? Danke, nach den Nachos nehme ich gerne ein Stück, sagte ich dann.
    Doch die Hoffnung ist manchmal nur ein Blatt im Wind, und fliegt einen wilden Tanz hin und her. Mit etwas Pech, sieht man es niemals zu Boden fallen. Nach 20 Minuten verabschieden sich die Freunde – für so einen Quark hat man heute nichts übrig – und mit ihnen ging auch die versprochene Schokolade… Wäre es doch bloß das einzige Drama des Abends gewesen.

    England, irgendwann Ende des 15. Jahrhunderts. Ein junger Mann muss für die Schulden des Vater gerade stehen und gibt den Kindern des Gläubigers Unterricht. Öde, die sind so dumm! Er schaut aus dem Fenster, sieht eine Frau, rennt zu ihr und will alsbald ran an den Speck. Weil sie nichts Besseres zu tun hat (hätte sie zwar schon, aber man ist auch zu dieser Zeit Rebell) sagt sie „Ja“. Will ist spitz und müsste sie eigentlich heiraten, um so richtig ran zu kommen. Er erklärt ihr das Dilemma, denn die Eltern beider Liebenden würden dies nicht gutheißen.
    Zum Glück hat sie eine Idee und wird postwendend schwanger. Fall gelöst? Ja.
    Der Ehe folgen drei Kinder. Will, der gerne Geschichten schreibt, fühlt sich aber unglücklich. Um das nötige Geld für den Unterhalt zu verdienen, soll er handwerklich tätig werden. Igitt, so geht das nicht.
    Alkohol wird sein treuester Zuhörer, Agnes – seine Frau – fühlt seinen Schmerz. Und so schickt sie ihn nach London, wo er Geld erwirtschaften soll. Frei im Geiste, Geschichten erzählend, spielend – die Familie gelegentlich besuchend.

    Und während in London die Pest tobt, stirbt jemand zu Hause.
    Agnes tobt, wo war Will! Will ist untröstlich, geht zurück in die Stadt (die Trauer zahlt das Leben eben nicht), Agnes ist von Sinnen.
    Dann, nachdem sie ihre Ehe aufgegeben hat, erfährt sie von einem Schauspiel, dass Will geschrieben hat. Sicher eine dieser Komödien, für die sie keinen Sinn hat. Ihr Bruder überzeugt sie aber, sich das Stück anzuschauen…

    Über „Hamnet“ hatte ich schon das Eine oder Andere gehört und war gut 90 Minuten lang darüber überrascht, dass die Geschichte hinter Will beinahe geheim gehalten werden will. Zwar verrät er sich dem Zuschauer bereits in den ersten Minuten, das große „Oho“ erfährt der Zuschauer dann aber erst zum Ende hin.
    Das ist durchaus ok, die Story will ja im Grunde etwas anderen erzählen… dachte ich.

    Es gibt diese Filme, die von Sekunde eins an laut in den Saal brüllen, dass sie Kunst sind und unbedingt als Kunst betrachtet und bewertet werden wollen. Eine Frau im roten Kleid (sie trägt im Film nichts anderes) liegt im grünen Wald an einem alten Baum. Dort klafft ein tiefes Erdloch – dunkel und bedrohlich tönt die Filmmusik an diesem Ort.
    Etwas Schweres liegt in der Luft. Ist es die Bürde der Frau, die allerorts als „Tochter einer Waldhexe“ gerufen wird?
    Sie liebt die Natur, fühlt sich ihr verbunden und findet dort ihren Frieden.
    Will und die Familie „zwingen“ sie aber in ein Haus. Die tragende Kraft der Liebe erlischt und wird einzig durch die Kinder aufrecht gehalten. Wie einst ihre Mutter ihr alles über Kräuter und Düfte der Natur beibrachte, ist sie nun Lehrerin der Kinder.
    Jede Szene wird minutenlang ausgeschöpft. Bildgewaltig, dröhnende Musik im Hintergrund, und der Film schreit „Kunst!“.
    Erzählerisch hat „Hamnet“ nichts zu bieten. Geschaffen werden wohl drei oder vier Kernszenen, um die sich das Drehbuch kreist. Man verlässt sich darauf, dass sie in ihrer „Wahrhaftigkeit“ den Zuschauer über alle Längen des Films hinweg tragen lässt. Sie sind ein Schrei, ein Ausrufezeichen! „Seht – das wird noch wichtig!“.
    Und tatsächlich geschehen Dinge, die den Ton des Erzählten brechen. Führten die Bilder, die von unheilvollen Klängen begleitet wurden, nun in eine Geistergeschichte?
    Man möchte es uns erzählen und leider auch, welches Werk Will in London, umgarnt von Trauer, geschrieben hat.

    „Sein, oder Nichtsein“ weint er, an einer Klippe stehend. Dunkel liegt das Wasser der Themse vor ihm – ein Schritt, und es wäre getan. Drama, ruft es. Drama, spielt es. Drama, klingt es. Und doch sind diese Szenen seltsam verzerrt.
    Das Ding an der Kunst ist, dass sie gefallen will, auch wenn sie vorgibt, es nicht zu wollen.
    Kunst kann hässlich sein, den Betrachter verletzen oder verärgern. Und doch will sie gesehen werden.

    Dieser Film ist Kunst im wahrsten Sinne. Keine Erzählung, einzig ein Gefühl – dieses Gefühl, wenn man zahlreiche Emotionen in einen Topf schmeißt und sie vermengt.
    Und nun, wo wir das wissen, erkennen wir das Dilemma: Der große Knall am Ende ist das Ziel. Alles führt alleine hierhin – jedes Wort, jedes Lächeln und jede Träne zuvor sind nur abgegeben worden, um hier die Summe des Ganzen betrachten zu können.
    Was hier im Londoner Freilufttheater etwa 20-30 Minuten lang gezeigt wird, ist allergrößtes Kino! Bildgewaltig, schauspielerisch on Top. Die Inszenierung ist eine reine Wucht und zeigt die große Kraft der Kunst.
    Die Wunder, die eine Geschichte auslösen kann.
    Jessie Buckley verdient alleine für ihr Schauspiel inmitten der Menschenmenge einen Oscar! Joe Alwyn – eine kleine Nebenrolle im Film – spielt die, dem Schauspiel titelgebende Hauptfigur, als ginge es um sein Leben. Wer war doch gleich Will?… Paul Mescal?… ab hier könnt ihr ihn vergessen. Eine Nebenrolle wird zum Star, trägt ein Kunstwerke aus der Werkstatt ins Rampenlicht, begeistert die Menge und weiß zu bewegen.

    Hier gibt es auch das innigste (vielleicht weil einzige?) Zusammenkommen von Will und Agnes, obwohl sie sich auf einer jeweils anderen Seite der Erzählung wiederfinden. „Sieh mich an!“
    Die Statisten in dieser Szene fügen sich wie im Guss in die Szenerie ein. Agnes sticht farblich in ihrem roten Kleid hervor, die übrigen Menschen neben und hinter ihr durch Gefühl und Hingabe.
    Das Bühnenbild, das zuvor eher beiläufig in eine Szene eingebaut war, wird zu einem Portal für Agnes und die Kinogäste.
    Und wenn der Vorhang fällt, darf kein Auge trocken sein – so will es der Film und so arbeitet er hartnäckig darauf hin.

    Nehmen wir also diese 30 Minuten, dann sind wir irgendwo bei 10 oder 11/10. Kein bisschen weniger.
    Das große Drama hinter diesem Drama aber ist der Film in den 90 Minuten davor.
    Ziellos verlieren sich die (wirklich meist wunderschönen Bilder und Kameraeinstellungen) Abschnitte des Films. Dabei will man vorangegangenes Aufgreifen und es bedeutsam auf ein neues, künstlerisches Niveau heben.
    Die Sehnsucht nach der Natur und das Haus als Gefängnis – hier wächst großes Unglück.
    Leider auch in erzählerischer Weise. Timing und Tonalität sind ein wildes Durcheinander.

    Will, der große Dramaturk, der Welten mit seinen Worten schaffen kann, wird als Witzfigur eingeleitet. Agnes, die naturverbundene Schönheit als Flüchtige vor gesellschaftlichen Konventionen ist der berechnende Gegenpart. Liebe will gezeigt werden. Liebe soll durch den Wald und die Zimmer des Hauses wehen… wir glauben, es zu sehen – doch Bild, Ton und Regie möchten es nicht konkretisieren.

    Ich mag es im Grunde, wenn sich Dinge Zeit nehmen und nicht alles Offensichtliche ausgesprochen werden muss. Hier schlägt man aber einen merkwürdigen Weg ein, es darzustellen. Die Liebe wird zum Klamauk, das Drama grenzt stellenweise an Fremdscham, der Tod grüßt in seiner Optik die erste Staffel von Stranger Things.
    Man kann es natürlich mögen. Und natürlich mag ich „Hamnet“ wegen der prachvollen Bilder. Und doch zeigt er zu viel von dem, was nicht gezeigt werden braucht. Erzählerisch zu dünn für das, was hier hinter gehaltvollen Bildern versprochen wird.
    Und letztlich die Erkenntnis, dass alles zuvor nur einen einzigen Grund hatte: „Bitte weinen!“ Nicht subtil, nicht verspielt – mit Pauken und Trompeten. Dabei möchte man auch gerne vergessen, worum es im echten Stück des Künstlers geht, das hier aufgeführt wird.
    Retten wird sich der Film damit, indem man die Deutung des Stücks aus Agnes Sicht interpretieren lässt.
    Die Frau eines der größten Künstlers der Menscheit, so will uns die Geschichte erzählen, hat keinerlei Sinn für Erzählung vs. Wirklichkeit, Theater, Schauspiel und den gespiegelten Gefühlen, die hieraus hervorgehen.
    Dieser Aspekt rettet über gewaltige Schwächen in den beiden ersten Dritteln möglicherweise hinweg – kann sie aber nicht vertuschen.

    „Hamnet“ schreit Kunst und die Academy findet Gehör. Nominiert für 8 Oscars wird man sicher den einen oder anderen mitnehmen.
    Tatsächlich wäre ich arg verwundet, wenn Buckley keinen Preis hierfür erhalten würde…. aber bei den Oscars liege ich ja jedes Jahr gründlich daneben ;)

    Eigentlich 6/10, aber das Finale ist dann doch genau das, was ich mir vom Kino erhoffe.
    7/10, auch weil ein dünner Groschenroman selten so schön gezeichnet wurde.

    #257537
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    A house of dynamite [Netflix]

    Bei aller Sehnsucht nach den 80er (und inzwischen wohl auch 90er) Jahren und dem Suchen nach dem Wohlfühlgedanken aus der guten, alten Zeit, war es wohl auch nur eine Frage der Zeit, ehe man sich daran erinnerte, dass früher doch nicht immer alles Top war.
    Nun fühlt man sich politisch an die Wand gestellt – Der Russe, der Ami, der Chinese möglicherweise auch… ach, hätte Australien doch nicht so strenge Einreiseregularien…

    Aus irgendeinem U-Boot wird eine Atomrakete in Richtung der USA gestartet. Was sich anfangs wie eine Übung anfühlt, wird schnell ernst. Nun kann sich zeigen, wofür man ewig auf Zack bleiben musste, dicke Wälzer mit Grundlagen zur Handhabung beim atomaren Ernstfall wollen nun studiert werden. Wer tut was, und wer gibt welchen Befehl?
    Hektisch umkreist man die rettende Idee – wir fangen die Rakete mit eigenen Raketen ab. Bumm im Himmel, alles gut! Was bei großen Himmelskörpern im Grunde (fast) immer gelingt, sollte doch hier ebenfalls zum Wohlgefallen führen.
    Im Hintergrund entstehen die Fragen nach dem „Wer war es?“. Ein Telefonat mit dem Russen führt zum Ergebnis „Er sagt, er war es nicht.“ Gut, muss man so hinnehmen.

    Das Gute an dem Film ist gleichzeitig auch sein Problem. Der Vorgang wird dreimal wiedergespielt. Dreimal aus einer jeweils anderen Perspektive. Die Spannung flacht dabei beim zweiten Erstählstrang schon merklich ab, beim Dritten hilft dann auch bloß das starke Schauspiel. Wenn der Minister zum letzten Mal mit seiner (unwissenden) Tochter telefoniert ist das stark inszeniert.
    Dabei wollen aber nicht alle Episoden und Figuren so richtig greifen. Und damit schwächt sich auch der gefühlte emotionale Knall immer wieder ab.
    Das Szenario an sich ist erschreckend. Gut 80 Jahre nach der ersten Atombombe haben wir immer noch kein Mittel. Wenn sie einer abfeuert, scheint es eben so zu sein.

    Am Ende bekommen wir keine Auflösung. Schlägt das Ding tatsächlich ein? (Zuletzt hofft man immer noch auf einen Systemdefekt). Schäden, Folgen… bekommen wir nicht mit.
    Das ist sehr gut, denn hier wird es anderes erzählt.

    Am Ende fühlte es sich ein wenig an wie „Civil War“. Man ist Zuschauer, fühlt sich unwohl und hat keinerlei Figur zum Mitfiebern. Von Kritikern nicht gemocht (das hat man mit Civil War wohl ebenfalls gemeinsam) halte ich ihn für einen der besseren Filme, die uns auf Netflix präsentiert werden.
    Sicher kein Meilenstein der Filmgeschichte, aber gut genug, um gesehen werden zu wollen.

    6,5/10

    #257391
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    Die progressiven Nostalgiker [Sneak Preview]

    Da rollt man beim Buchen des Tickets schon genervt mit den Augen – wieder wird die Sneak in zwei kleine Säle gepresst. Nur mit etwas Platzglück sitzt man nicht wie die Sardine in der Dose. Dazu bei der Verlosung ein provokant gröhlender Zeitgenosse… ach, das wird sicher ein Traum!

    Die Familie Dupuis lebt die Bilderbuch Vorortromantik der späten 50er Jahre in Frankreich. Er arbeitet als Angestellter einer Bank und bewilligt Kredite – bzw. lehnt sie ab, wenn jemand mit obskuren Ideen kommt. [Möbel zum Selberzusammenbauen? IKEA? So was wird keine Zukunft haben!]
    Sein Chef betrachtet es mir Argwohn, der daraus resultierende Stress wird dann zu Hause aber urplötzlich nicht mehr abgefangen. Die Tochter ist Schwanger (Papa ist der eher dümmliche Nachbarsjunge) und Frau Dupuis hat plötzlich eine Waschmaschine!
    Raus mit dem Ding – doch dabei passiert es: Durch einen Stromschlag wachen Mutter und Vater am selben Ort, im selben Haus, in einer anderen Zeit auf.

    Es ist 2025 und beide müssen sich mit einigen Veränderungen arrangieren. Das löst Verwunderung bei der Nachbarschaft, der Arbeit und den eigenen Kindern aus… denn für sie ist es so, als wäre es nie anders gewesen.

    Zeitreise ist immer Gaga. Mal will man es philosophisch betrachten, gerne auch abenteuerlich, sozialkritisch oder schlicht komödiantisch.
    Man entscheidet sich, zum Glück, allein auf Letzteres. Dabei werden sowohl Vorzüge der „guten alten Zeit“ herausgearbeitet, als auch die positiven Errungenschaften des Heutzutage. Der Zuschauer ist eingeladen, sich mit einer der beiden Hauptfiguren zu identifizieren, denn als Vater Dupuis ganz offensichtlich seine Probleme mit den vielen Veränderungen hat, kann Mutter Dupuis nicht genug davon bekommen.

    Dabei entstehen zahlreiche, aberwitzige und wirklich komische Momente. Wenn Herrn Dupuis dann nachts der logische Schluss kommt, wie man wieder zurück in die Vergangenheit gelange, ist es so lustig wie zuckersüß.
    Aber auch Mutter Dupuis „erster“ Arbeitstag ist gespickt mit tollen Pointen.

    Beide haben eine zeitlang mit der Situation zu knappern, wissen aber auch, dass sie nicht auffallen dürfen (Klapse!) Die Momente, in denen sie wesentliche Veränderungen als auch Errungenschaften in Erfahrung bringen, sind besonders hervorzuheben.
    Und als man letztlich einen mutmaßlichen Weg zurück ins alte Heim gefunden zu haben glaubt, schlägt das Schicksal seine Kaprioelen und bringt mindestens eine Person zum Umdenken.

    Beginnend als klassische, französische Komödie, die mit heiteren Tonfall daherkommt und sich auch vor derben Scherzen nicht scheut, bekommt hier eine tragische wie nachdenklich stimmende Note.
    War früher alles besser? Alte Menschen könnten ja darauf schwören (ich zugegeben manchmal auch).
    Aber dabei ist doch heute alles besser, oder?… Eben alles eine Frage der Perspektive.

    Didier Bourdon als Vater macht hier richtig Spaß. Klar, er ist ja erprobt in komödiantischen Stoffen.
    Elsa Zylberstein als Mutter ist sensationel. Der Hingucker in jeder Szene. Situationskomik, banale Lacher, tiefgründiger Wortwitz… all das gelingt ihr mit Leichtigkeit und lässt ihre Figur als zentrales Thema des Films dastehen.

    Der Film wird keine Preise gewinnen, das ist ok. Aber hinsichtlich sehr sehr vieler schlechter Komödien (Meine Güte, wenn ich da an diesem „Hochzeit auf der Insel und Schurken wollen da einbrechen aber die FBI Undercover Trauzeugin kloppt die alle mit ach so witzigen Sprüchen nieder“-Film vom letzten Jahr denke…) ist das hier pures Gold!
    Wer sich dem französischem Humor zugewandt fühlt, sollte hier mehr als einen Blick riskieren. Das wird euch sehr gefallen.
    Wer aber lieber tiefsinnig lacht (Lächle mal mit deinen Brustwarzen!), der wird hier empört die Nase rümpfen.

    8/10 weil oftmals richtig witzig. Dazu richtiger Film zur richtigen Zeit, bombastische Hauptdarstellerin, schöne Ideen und wer krtisch hinterfragt, wird auch nach diesem Film eine philosophische Diskussion eröffnen können.
    Toll!

    #257389
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    Stranger Things (Netflix)

    […}

    8von10 Spinnenbeine

    Ich äußere mich mal mit Null Ahnung, weil ich schon bei Season 3 keine Lust mehr auf die Serie hatte. Für mich ab da leider zu viele erzählerische Schwächen, die ein teils gut gelaunter Cast nicht wettmachen konnte.
    Weil Du es hier aber ansprichst, und was mich über die vielen Besprechungen der finalen Season (und insbesondere der letzten Folge) überrascht hat: Was die Duffer Brüder in vielen Punkten zu Fragen hinsichtlich Story, Figuren etc. auftischen ist wirklich abenteuerlich. Da fragt man sich, ob sie überhaupt Interesse oder einen Überblick über ihre eigens geschaffene Welt haben…
    Einerseits erfrischen, so etwas heutzutage noch zu erleben, andererseits könnte es für Fans der Serie auch sehr enttäuschend sein, wenn die Schöpfer eher achselzuckend über Plots der Serie sprechen. „Warum hat sich x nicht auf den Kampf vorbereitet?“ Duffer: „Vielleicht hat x nicht damit gerechnet, dass jemand kommt….“ uiuiui :D

    Weil Dir die vorherigen Staffeln sehr gut gefallen haben, macht man es eben wie bei anderen Serien – die letzte Staffel gibt es dann eben nicht ;) (bzw. Es gibt nur 3 Indiana Jones Filme :D)

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