DerSchweiger

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    Die Reise seines Lebens

    Vic, einst ein ruhmreicher Schauspieler, ist an seinem Lebensabend angekommen. Gerne noch möchte er von seinem Ruhm als Star und Schönling schöpfen – die Realität ist aber eine andere, und zudem äußerst bitter.
    Da ereilt ihn die Nachricht, bei einem aufstrebenden Filmfestival den Ehrenpreis für sein Lebenswerk erhalten zu dürfen. Eastwood, De Niro und Co wurde in den Jahren zuvor ebenfalls diese Ehre zu teil… warum also nicht noch mal für eine Nacht zurück ins Rampenlicht?

    Burt Reynolds in seiner letzten Rolle, und hier spielt er sich irgendwie auch selbst.
    Wie es der Titel schon anklingen lässt, begibt sich Vic auf Sinnsuche und lässt die Höhen und Tiefen seines Lebens Revue passieren. Das gelingt zuweilen sehr schön, indem sie in Szenen seiner berühmtesten Rollen + Interviews eingebettet werden.
    Überrascht wird man in diesen Filmen im Grunde nie, es rührt dennoch mitanzusehen, wie versucht wird, Fehler aus der Vergangenheit gerade zu rücken.
    Zur Seite steht ihm hier die „Chauffeurin“ Lil (Ariel Winter). Ein richtiges Buddy-Feeling will hier aber irgendwie nicht wirklich entstehen.

    Insgesamt wirkt vieles in diesem Film arg konstruiert, heißt, es herrscht keine dichte Harmonie zwischen den Szenen und Erlebnissen von Vic. Das ist schon ein wenig schade.
    Ein wenig irrtiert war ich dann ob einer Szene mit Vic´s Ex-Frau. Vielleicht fehlt mir momentan gänzlich die Romantik, aber was hier geboten wird ist schon sehr starker Tobak!
    Leider zieht dieser „Moment“ für mich die Bewertung ein Stück nach unten.

    Ansonsten ist hier vom Äußeren her vieles völlig in Ordnung. Die Gäste des Filmfest haben einen süßen Reiz, die Orte auf Vic´s Reise sind hübsch gewählt und tatsächlich springt der Funke längst vergangener Tage über und man ertappt sich selbst bei „süßen Erinnerungen“ an diesen oder jenen Film.
    Der Film lässt sich Zeit und mag vielleicht langsam und langweilig wirken. Tatsächlich aber ist es eine gute Basis um die Figur Vic zu erreichen. Leider fehlt hier dann doch ein wenig Tiefe.
    Mit Lil haben wir einen Co-Star, der gelgentlich in einigen Szenen deplaziert wirkt. Sympathien konnte ich keine für sie entwickeln, auch wenn man sich viel Mühe gibt, sie als „Guten Geist“ des Films aussehen zu lassen.

    Dennoch war es eine Freude, Burt Reynolds auf dieser letzten Reise ein wenig bekleiten zu dürfen. Ein Ende ohne Worte, das dennoch alles sagt – schön.

    7/10

    #215037
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    Das 9. Opfer

    1899 wandelt ein Serienmörder mit okkultem Schlag in den Straßen von St.Petersburg. Kommissar Rostov versucht diesem auf die Schliche zu kommen und kontaktiert das Medium Olivia, die während ihrer Geisterbeschwörungsshows Kontakt zu Verstorbenen Menschen aufnehmen kann.

    Bei den russischen „Blockbustern“, die ich zuletzt gesehen hatte, fiel mir positiv auf, dass man zumindest versuchte die Dinge etwas seriöser anzugehen.
    Hier allerdings wurde wohl eine alte Konserve aufgezogen. Boah, ist das schlecht!!

    Kamera, Effekte, Szenenaufbau sind alle nahezu sehr gut – gelegentliche sinnfreie Kamerafahrten inklusive.
    Richtig schlecht ist die Story, das Drehbuch, die Regie. Wer schon bei der Eröffnungsszene die Tendenz zum Kopfschütteln erkennt, sollte schleunigst ausschalten – besser wird es nämlich nicht.
    Da hat also jemand mal was von Pentagrammen gehört („die sind eigentlich nichts böses“…), mag Sherlock Holmes und Jack the Ripper als Gegenspieler wäre doch auch ziemlich cool.
    Im Grunde kann man das ja so machen, wenn die Geschichte innerhalb ihrer Grenzen nachvollziehbar ist. Das ist sie aber in keiner Sekunde.
    Dialoge? Um Himmels Willen!! Gut möglich, dass die deutsche Synchro dabei auch etliche Patzer leistet, aber wie hier in Gesprächen das vorher ausgesprochene im nächsten Satz negiert wird, ist schon richtig übel.
    Schauspiel? Das findet in anderen Produktionen statt – stellenweise ganz schlimm anzuschauen.
    Spannung? Die wurde mal schnell unter den Teppich gefegt. Hier liegt der Fokus einzig und allein auf der Optik. Die Kulisse des alten St.Petersburg ist ganz nett, die ermorderten Frauen waren nebenberuflich Models. Kann man sich also anschauen.

    Kommt man dann aber zu dem Teil, an dem der ganze Mumpitz aufgelöst wird…. nix weiter. Sinnfrei, enttäuschend, lieblos – immer einen tieferen Sinn vorgaukelnd, Hand in Hand mit dem Belzebub.
    Das ist einfach blöd.

    2,5/10

    #215035
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    The Fanatic

    Ui, was muss ich weiter oben lesen? 01/10?!?! Olala…
    Ja, kann ich aber verstehen.

    Moose ist Filmfan durch und durch. Sein größtes Idol ist der Action Schauspieler Hunter Dunbar. Er scheut keine Hürden, um ihm einmal zu begegnen und um ein Autogramm zu bitten – so weit, so nachvollziehbar.
    Der erste Kontakt verläuft dann allerdings äußerst unglücklich. Moose drängt es also auf einen erneuten Kontakt, den Dunbar allerdings vehement ablehnt.

    Nach Überfliegen einer Inhaltsangabe dachte ich zunächst an „The Fan“ mit Robert De Niro und Wesley Snipes (nicht mehr ganz so junge Zuschauer erinnern sich vielleicht ;) ).
    Wie das nunmal mit achsoguten Absichten ist, die ein „Nein“ der Gegenseite nicht akzeptieren – auch hier wird schnell klar, dass Moose im Grunde von jemanden an die Hand genommen werden müsste.

    Travoltas Darstellung des Moose tut mir als Zuschauer beinahe schon weh, verleiht ihm aber Respekt – was tatsächlich auch der wirklich Annehmbare Grund ist, den Film anzuschauen.
    Die Story an sich ist plump, blöd und am Ende so schrecklich überzeichnet – da hätte höchstens ein anderes Ende für Zufriedenheit sorgen können. Andererseits kann man dieses auch herrlich als Interpretationsgrundlage für sämtliches Gut/Böse Bashing nutzen.

    Fred Durst ist mir als Regisseur noch nicht bewusst begegnet – hier liefert er wohl seinen dritten Film. „Charlie Banks“ kam vor einigen Jahren wohl recht gut an.
    Regie führte er auch bei sämtlichen Limp Bizkit Videos und auch bei Clips anderer Künstler wie etwa Staind, KoRn, Puddle of Mud. So weit, so gut – aber ehrlich gesagt haben mich die Videos außerhalb ihrer Musik nie wirklich vom Hocker reißen können – eher im Gegenteil.

    Was uns Durst mit diesem Film allerdings erzählen möchte, bleibt auf Dauer ein Rätsel. Bedeutungsschwer ertönt hier und da aus dem Off die Stimme von Moose einziger Freundin, die den ganzen Schlamassel im Grunde zu verschulden hat, als würden wir in die Tiefen einer unverstandenen Seele blicken.
    Dabei wird Moose so simpel wie nur was abgestellt. Autistisch, der Realität entrückt. Hunter Dunbar hingegen hat entgegen seinem strahlenden Image erhebliche Selbstzweifel und sucht Anerkennung dort, wo er sie nicht findet.
    Im Grunde hätte man aus diesen Zutaten tatsächlich etwas Gutes basteln können – Fred Durst entschied sich aber für den Vorschlaghammer – und der heißt Travolta.
    Logik, Sinnhaftigkeit? Ne, hier nicht – Hauptsache im Radio läuft Limp Bizkit :D

    Nein, der Film taugt wirklich zu nichts – leider scheint Travolta geglaubt zu haben, hier für ein Psychogramm abliefern zu können. Der „Joker“ als entfernter Verwandter grinst höhnisch vom Olymp.

    Wie gesagt, ich kann verstehen, wenn jemand das Ding gegen die Wand klatschen möchte. Auch wenn ich Travolta in vielen seiner Filme nicht mag, erlangt er hier mein Interesse – ein Jammer, dass Drehbuch und Regie im Frühstadium ihrer Pupertät stecken.

    4/10

    #214627
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    Suicide Tourist

    Max ist unheilbar an Krebs erkrankt. Als Angestellter einer Versicherungsfirma stößt er bei Recherchen zu einem zu klärendem „Todesfall“ auf das „World´s end“. Hier werden betreute Suizide angeboten.
    Unter dem Vorwand, die Recherche des Falls zu forcieren, nimmt er Kontakt mit der Institution auf.

    Irgendwie hatte ich kein „glückliches“ Händchen bei meiner Filmauswahl in dieser Woche. Dennoch bietet die Thematik Stoff zum Nachdenken und lädt zum Diskutieren ein.
    Allerdings vergreift sich der Film dann doch zu häufig in seinem Stil und man hat das Gefühl, der Regisseur wisse selbst nicht so recht, was er aus dem Stoff machen wolle: Drama, Krimi, Science-Ficition?
    Alles ein bisschen, nichts so ganz.

    Der Film hat einige sehr starke Kameraeinstellungen, die mich auch in „schwierigen“ Momenten bei Laune hielten. Auch Nikolaj Coster-Waldau macht seine Sache sehr gut – der übrige Cast hat dabei eher Statistenniveau.
    Schwierig anzuschauen sind dabei einige Zeit-/Gedankensprünge. Auch einige Szenen zu Beginn des Films sind (hoffentlich) unfreiwillig dämlich und man hat kurzzeitig das Gefühl, in den Klamauk abzudriften.

    Die Stimmung ist gedrückt, spannend wird es eigentlich nie so richtig und insbesondere zum Ende, als der Film stilistisch und inhaltlich zu entgleisen droht, schaut man öfter auf die Uhr als man glauben möchte.
    Eigentlich schade, denn hier waren alle Zutaten für einen guten Film vorhanden, aber irgendwann verliert man sich in künstlicher Tiefschichtigkeit, die überhaupt nicht von Nöten gewesen wäre (weniger ist manchmal wirklich mehr).

    Ein OK-Film, der am Ende aber doch arg enttäuscht.

    6,5/10

    #214625
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    Aniara

    Der Klimawandel hat die Erde für Menschen unbewohnbar gemacht, und so werden einige Glückliche für die Besiedlung des Mars auf den Roten Planet eingeladen.
    Auch die Aniara soll zahlreiche Passagiere in einem 3 wöchigen Flug übersiedeln, doch die Reise endet in einer Katastrohpe, als das Raumschiff Manövrierunfähig wird und ohne Antrieb + Kommunikation nach Außen in die weite Leere des Alls treibt.

    Zu Beginn begleiten wir die Mentaltrainerin Mimarobe, die für die Fürsorge der MIMA-Hall zuständig ist. Hatte die Enterprise ein Holodeck, so hat die Aniara ein MIMA – hier werden Erinnerungen der Passagiere für sie wieder lebbar.
    Mimarobe ist – wie beinahe alle Menschen an Bord – emotional überfordert und flüchtet sich vermehrt in private Audienzenn mit MIMA.

    Hin und wieder hört man, der Film sei vergleichbar mit „Passengers“ – nein, ist er nicht. Zwar gibt es eine ähnliche Prämisse, aber wer glaubt, hier vornehmlich unterhalten zu werden, der wird bald eines Besseren belehrt.
    „Aniara“ beruht auf einem Gedicht aus 1956 vom Literaturnobelpreisträger Harry Martinson und befasst sich mit dem baldigen Zerfall der menschlichen Gesellschaft und der Rückkehr zu den natürlichen „Wurzeln“ des Menschen.
    Der Film ist langsam, träge und liefert dem Zuschauer nur spärliche Informationen. Im Fokus liegt das Seelenheil der Protagonistin und deren späteren Lebenspartnerin, ein bisschen auch die der übrigen Passagiere.
    Was wie eine Kreuzfahrt ins Glück beginnt, endet wie es enden muss – und daran lässt der Film nicht den Hauch eines Zweifels.
    Dunkle und trostlose Bilder wohin man schaut, Dialoge die die Story an sich nicht weitertragen und Zeitsprünge, die nicht immer greifbar sind.

    Hier scheiden sich dann auch die Geister. Für die einen ist es langweiliger Pseydo Sci-Fi Schrott, andere sehen hier großes lyrisches Kino.
    Ich muss zugeben, dass ich beide Seiten verstehe, mich aber gleichzeitig keiner von Beiden anschließen kann.
    Hier möchte ich gar nicht mal zu sehr auf die „technischen“ Fehler des Drehbuchs eingehen – ich nehme bei Science Fiction auch Unmöglichkeiten als gerechtfertigtes Mittel an, und in der sind Laserschwertduelle ebenso akzeptabel wie einige Klöpse in diesem Film hier.
    Mir persönlich fehlt eher die Bindung zum Film. Niemand weckt hier mein Interesse, lässt mich an deren Emotionen/Gedanken/Motiven teilhaben und so verkommt ein mitleidiges „Ach du Schreck“ ganz schnell in ein kopfschüttelndes „Oh man“.

    Der Gedanke, der dem Projekt inne wohnt ist gut. Der Transfer der Thematik auf ein heimatloses Raumschiff ist im Grunde gelungen – aber in seiner Bedeutsamkeit nimmt sich der Film zu viele Längen, die so einfach nicht nötig sind.
    Weil ich schon Filme von Ari Aster kenne, stoßen mir einige „Huldigungen der Gottheit“ nicht so übel auf, wie es anderen widerfahren ist, aber auch hier ist mein Gefühl, dass der Wahl des Stils nicht wirklich glücklich gewählt ist.

    Stören kann man sich auch über die wirklich billige Kulisse (stimmt es, dass der Film in einem Kaufhaus gedreht wurde?), aber den Bonus bekommen Low Budget und/oder Indie Filme von mir.
    Inhaltlich diskutabel und deshalb wertvoll, aber in seinen Stilmitteln mir dann doch zu nüchtern und vom Zuschauer entfremdet.
    Schauspielerisch ist es an einigen Stellen schon fast eine Qual hinzuschauen – aber seien wir ehrlich, einige frühe Filme mit Tom Hanks kann man sich auch nur mit Clownsnase im Gesicht schönreden ;)

    So, und wie verbleiben wir nun damit? Ist es Kunst, oder kann es weg?
    Irgendwas von beidem.
    Möglich aber auch, dass mich die Pandemie zu sehr angreift, als dass mich ein Film mit einigen starken Parallelen begeistern könnte.

    Lichtjahre entfernt von einem Feelgood-Movie und möglicherweise für die Crew hinter den Kulissen eine Spur zu anspruchsvoll, um sie mit gegebenen Mitteln umsetzen zu können.

    5 – 6 – 7 /10

    Falls jemand von euch den Film gesehen hat, würde mich eure Meinung dazu interessieren

    #214519
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    It stains the sands red

    Nachdem ich kürzlich einige „Perlen“ auf 5Flix zum Einschlafen auswählte, fiel meine Wahl kürzlich auf „It stand the sands red“. Low Budget, Zombies, Trashigher Humor… es gibt keine bessere Einschlafhilfe.

    Nach dem obligatorisch blöden wie unnötigem „First Kill“ schien auch alles nach Plan zu laufen.
    Danach aber entwickelt sich ein Szenario, das tatsächlich etwas frischen Wind in die öde Zombiewelt haucht.

    Strippern Molly ist mit ihrem „Kunden“/Freund auf der Flucht aus Las Vegas zu einem einige Meilen entfernten Flugplatz, von wo aus sie nach Mexiko fliehen wollen.
    Es kommt wie es kommen muss und der Wagen wird mal eben im Wüstensand festgefahren.
    Als dann auch noch ein Zombie die Straße entlangwackelt und Mollys Freund verputzt, scheint es fortan nicht gut um sie zu stehen.
    Sie rettet sich mit einer Flucht durch die Wüste – lebensnotwendige Dinge wie Vodka, Koks und Tampons inklusive.
    Der Zombie nimmt die Verfolung auf – ein Glück, dass es nicht die schnelle Mutante ist ;)

    Fortan sehen wir ein aberwitziges, wenngleich auch frech von anderen Wüstenverfolgungsszenarien kopiertes Stück Film, dass nach schlechtem Start tatsächlich so etwas wie Sehgenuss vermittelt.
    Die gefundenen Mittel, den Untoten auf Distanz zu halten, selbst wenn Molly mal schlafen möchte oder sonstwie eine Pause benötigt, sind unverschämt sinnig und teils erheiternd.

    Dabei bedarf es nicht einmal großartige Schauspielkünste – die Portion Augenzwinkern in Richtung „ernsthafte“ Zombie Inszenierungen der vergangenen Jahre genügen, um mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
    Zum Ende wird es dann leider etwas dicke, aber macht nichts – die 70 Minuten davor waren ganz ok.

    Extrem nervend für mich allerdings: Sandra Schwittau als Synchronsprecherin für Molly. Auf diese Stimme reagiere ich sehr empfindlich, was mir auch tatsächlich jeden Film mit Noomie Rapace versaut (neben anderen Dingen wohl auch).

    Insgesamt betrachtet ist „It stands…“ nicht mehr und nicht weniger als das, was er sein soll: Trash.
    Zu meiner Überraschung allerdings mit wenig Kopfschütteln und Albernheiten, wie es andere überdrehte Low Budget Orgien gerne mal bieten. („Bed of the dead“ – autsch!!)
    Hatte ich zuvor einen Film der Marke „Ach du Schande“ erwartet, bekam ich einen „ach, war ganz ok“, was ihn sich tatsächlich besser anfühlen lässt, als er wirklich ist.
    Dennoch ein Extrasternchen für diese kleine positive Überraschung:

    6/10

    #214453
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    Poseidon Inferno – Die Höllenfahrt der Poseidon

    Während einer Silvesterkreuzfahrt erreicht den Kapitän die Nachricht eines nahen Seebebens. Der dadurch ausgelösten Wasserwand kann er nichts entgegenstemmen und so kentert der Luxusdampfer.
    Kopfüber im Wasser, kurz vor dem Untergang, versuchen eine handvoll Überlebender den Schiffsrumpf zu erreichen – nur dort kann sich eine Rettung ermöglichen.

    Ich sage es mal frei raus: Ich bin großer Freund der Katastrophenfilme der 70er Jahre, und hier haben wir den Besten. (Erdbeben folgt dicht, Flammendes Inferno ebenfalls in Tuchfühlung)
    Gene Hackman, Shelley Winters, Ernest Borgnine, Red Buttons, Roddy McDowall, Leslie Nielson u.v.a. in Haupt- und Nebenrollen – und niemand aus dieser Starriege kann sich sicher sein, das rettende Ende zu erreichen.

    Spannend, fesselnd, dramatisch und glaubwürdig im Umgang miteinander in dieser bunten Gruppe. Kein CGI (ich liebe es!!), handgemachte Effekte (da schenke ich das Modelschiff im übergroßen Pool, das durch die Wellen getrieben wird) und Schausspieler, die an und über ihre Grenzen gehen.
    Es benötigt keine Tonnen an Kunstblut, keine Nahaufnahmen von Sterbenden Helden, kein unnötiges RummsBumms im Katastrophenmoment… diese Filme zeigen mir, warum ich mit vielen modernen Panikfilmen wenig anfangen kann. (Man halte diesen Film oder „Flammendes Inferno“ an z.B.“Skyscraper“… vielleicht mag mir hier der eine oder andere folgen).

    Bei diesen Filmen schweben mir noch immer die Worte einer meiner jungen Kolleginnen durch den Kopf: „Alle Filme vor 2000 sind doch heute kalter Kaffee und totlangweilig“…
    „Poseidon Inferno“ zeigt, dass gute Katastrophenfilme zugegeben ihren Reiz aus der Katastrophe an sich ziehen, diese aber nicht als Selbstzweck genutzt wird sonder einen Rahmen bildet, um darin eine äußerst spannende und äußerst gut gespielte Geschichte zu erzählen.

    Abschließend: Das ist kein Bashing gegenüber „neueren“ Filmen. Mir ist bewusst, dass ich nicht für jeden Trend offen bin und dazu zählen mitunter CGI Gewitter. Insofern soll es jeder haben, wie er mag – und in diesem Fall mag ich eben alten Käse :D

    10/10

    #214450
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    Die Chaoscamper

    Nachdem ich meiner Frau mit „The Stand“ arg auf den Fuß gestiegen bin, musste ich versuchen, die Sache wieder ins filmische Lot zu bringen ;) Sie mag Robin Williams (ich zugegeben auch – allerdings in anderen Filmen als sie) und wir beide kannten diesen Film noch nicht.
    Also los

    Bob ist überarbeitet und erntet nicht den erhofften Lohn. Sein Chef möchte ihn aufs Abstellgleis stellen, seine Familie hat sich von ihm entfernt. Ein Urlaub auf Hawaii soll die Wogen glätten, doch dann kommt dem Familienglück Bobs Job in die Quere.
    Anstatt Sonne und Strand soll es nun quer durchs Land mit einem geschmacklosen Wohnmobil gehen. Nach außen soll es ein zusammenführender Familientrip sein, tatsächlich aber verheimlicht Bob mit dieser Aktion seine beruflich letzte Chance.

    Klingt merkwürdig? Mir geht es zumindest so – aber geschenkt.
    In den ersten Minuten macht Robin Williams dann auch alles richtig. Liebevoller Familienvater, erschöpfter Arbeitnehmer, resignierter Ehemann.
    Dann sein Auftritt mit dem Camper – ab hier zwei Möglichkeiten: ein Film über die Probleme innerhalb der Familie, die durch den Trip zutage kommen (und mit dem teils guten, giftigen Humor der ersten Minuten transportiert hätte werden können), oder eine launische Ode an alle Camper der USA (mit quälend schlechten Pointen und Figuren, die keinerlei Humor in die Geschichte tranportieren können).

    Man entschied sich für Letzteres… eieiei
    Williams, der (für mich) dankenswerterweise keine Gaga-Gugu Grimassen vollführt, obgleich das äußerst dünne Drehbuch vermutlich gerade auf die Karte gesetzt hatte, rettet viele Momente mit zynischem Grinsen und Humor, was in einem anderen „Klima“ schön gefruchtet hätte. Leider will (oder kann) von den übrigen Darstellern so wirklich niemand mitziehen – selbst die Camperfamilie aus der Kitschkiste erscheint erschreckend blass und undefiniert.

    Ja sicher, es soll eine Komödie sein, und viele Szenen sind einfach so dumm und blöd, dass man hofft, Chevy Chase würde demnächst zusteigen und Herrn Williams rettend zur Seite stehen.
    Doch niemand tut ihm den Gefallen und für eine one-man-show fehlt sowohl das Script, als auch der Wille, es so umzusetzen.

    Tja, was bleibt übrig? Das Wichtigste zuerst: Meiner Frau hat er solide gefallen – da kann ich mir bald wieder eine filmische Arschbombe erlauben.
    Mir persönlich bleibt das starke Szenendoppel zu Beginn in Erinnerung und der eine oder andere gute Auftritt von Robin Williams. Von den vielen „Gags“, die das Drehbuch bereit hält, zünden ehrlich gesagt nicht eine handvoll. Und auch wenn Komödie für mich nicht heißt, dass man sich vor Lachen nicht mehr halten kann… mehr als zwei, drei Schmunzler sollten dann vielleicht drin sein.

    Schade, hier hat man einiges liegen gelassen.

    5/10

    #214448
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    Der wunderbare Mr. Rogers

    Der Journalist Lloyd fühlt sich beruflich zu Hohem berufen. Auch zu Hause scheint alles nach dem Prinzip „Bilderbuch“ zu klappen – Frau und Kind stellen sich hinter seine beruflichen Ambitionen an.
    Doch anstatt einer Granate von Story, soll er als nächsten Auftrag 400 anerkennende Worte über Mr. Rogers schreiben.
    Eine Lobeshymne auf einen Mann aus dem Kinderfernsehen? Dort ist Mr. Rogers seit Jahren zu sehen, wie er Generationen von Kindern die Welt mit all ihren Facetten zu erklären versucht.

    Mit diesen raschen „Knick“ in der Karriere wird dem Zuschauer deutlich, dass Lloyd von heiler Welt meilenweit entfernt ist. Auch Mr. Rogers, der Lloyd für ein Interview zur Verfügung steht, entgeht dies nicht…

    „It´s a beautiful day in the Neighborhood“ heißt es zu Beginn und wir werden unversehens in die Szenerie einer Kindersendung eingeladen. Ein toller Start und man sieht sogleich: Tom Hanks hat wieder eine Rolle gefunden, die ihn kleidet wie womöglich keinen Anderen.

    Rogers war mir vor diesem Film nicht bekannt, aber er scheint ein „Heiliger“ der amerikanischen TV Unterhaltung zu sein. Gut möglich also, dass mir als nicht US-Zuschauer einige „Aha“Effekte flöten gehen, aber sei´s drum;
    „Der wunderbare Mr. Rogers“ ist ein Film, der den offenen Zuschauer zur Selbstreflektion einlädt, was unumwunden die große Stärke des Films ist.
    Denn nüchtern betrachtet ist der Plot an sich schon 100x woanders gesehen worden. Die Stilmittel sind andere, doch die Fragen, die Lloyd gestellt werden und die Erkenntnisse, die er daraus zieht, sind so wundersam dann doch nicht.
    Tatsächlich fühlt es sich über einige Strecken hinweg wie ein besser US-TV Film an. Musikalisch regnet es Rosen und an Tragik, Liebe, Vergebung und dem Lieben Gott mangelt es in keiner Sekunde.

    Das ist für mich kein Negativkriterium – eine ähnliche Tonart fand ich kürzlich bei „The Secret“ auch recht ansprechend. Allerdings werde ich mit der Beziehung von Lloyd und Rogers nicht wirklich warm – selbst nach der beeindruckenden Restaurant Szene springt der Funke, der im Film unbestritten zu existieren scheint, nicht überzusprüngen.
    In seinem Stil ist der Film absolut stimmig und mitunter mitreißend, die Wendungen zum Ende sind für mich als entferter Zuschauer dann doch zu sehr TV Logik (auch wenn alles so passiert sein soll) als dass ich meine Taschentücher aus der Schublade hätte ziehen müssen.

    Dennoch hat „Der wunderbare Mr. Rogers“ nicht zuletzt wegen Tom Hanks etwas ganz Besonderes. Der Film bzw. dessen Botschaft wirkt nach und macht nachdenklich.
    Dabei ist der Plot tatsächlich beinahe nebensächlich.

    8/10

    #214022
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    The Stand (2021)

    Ich glaube, ich habe mich hier schon mehrmals als „Fan“ des King geoutet. Natürlch kenne ich den Roman, war seinerzeit nahezu erschlagen von dem, was mir dort vorgesetzt wurde. Auch der TV-Film aus 1994(?) ist mir in positiver Erinnerung, auch wenn ich ihn seit vielen Jahren nicht mehr gesehen habe (eine Neusichtung könnte möglicherweise an seinem Kultfaktor rütteln – dennoch werde ich es demnächst nachholen).
    Wir dürfen hierbei nicht vergessen, dass TV Produktionen schlicht und einfach ein anderes Dasein fristeten als heutzutage – für heutige Sehgewohnheiten dürfte „The Stand 1994“ möglicherweise unerträglich erscheinen. (so geht es mir, wenn ich heute die „Outer Limits“ schaue, die ich seinerzeit geliebt habe)

    Zum Inhalt muss man – denke ich – nicht viel sagen: Ein Killervirus breitet sich auf der gesamten Erde aus und lässt nur eine handvoll Menschen lebend zurück. Hier verfolgen wir das Schicksal einiger Menschen, die entweder in die guten Hände Mutter Abigails gelangen oder den Verlockungen Randall Flaggs erliegen.

    Meine Frau erwiderte die Serienwahl mit den Worten „Hast du einen Knall?“ Sicher, das Timing ist nicht wirklich gelungen um sich kurzzeitig aus dieser Welt tragen zu lassen, allerdings war mein Argument nicht ohne! („Mein Starzplay Abo läuft nächste Woche aus“) Punkt. Also los…

    Problem Nr.1 und oftmals ein Unlösbares: Eine King Verfilmung misst sich mit der Vorlage. Für viele King Leser oftmals der Todesstoß einer jeden Verfilmung. Natürlich muss man berücksichtigen, dass King nicht nur Volltreffer geschrieben hat („Puls“ ist als Film deshalb so schlecht, weil auch der Roman eher überflüssig und kaum lesenswert ist).
    Jüngere King Gassenhauer haben mich in der Summe eher enttäuscht als überrascht, wobei der schlechte „It 2“ immer noch ansehnlicher gelungen ist als der filmische „Schlag in die Fresse“ „Der dunkle Turm“.
    Vor Sichtung bin ich sozusagen auf alles vorbereitet, also lassen wir uns mal überraschen…

    Optisch ist hier im Grunde nicht viel zu bemängeln. Dafür, dass es eine TV Produktion ist, gelingt sie in seinen Szenenbildern oftmals sehr gut. Der Genuss lässt bei einigen fragwürdigen CGI Momenten nach, aber wer „jüngere“ Staffeln der Walking Dead gesehen hat (glaube, ab Staffel 6 wurde es in Punkto „Effekte“ richtig übel), der wird hier noch freudig in die Hände klatschen.

    Weiter müssen wir uns bewusst werden, dass wir in den 2020ern angekommen sind. Die Figuren des Romans werden selbstverständlich nicht als jene übernommen, die sie dort sind. Der weiße Larry Underwood, der zum Entsetzen seiner Mutter „Nigger Musik“ macht, wird in der Serie zum Schwarzen. Ralph Brentner wird zur Frau, ebenso der Richter.
    Soweit, so üblich. Hier ärgert es mich aber nicht sonderlich (anders als bei Holly Gibney, die in „The Outsider“ nicht wiederzuerkennen war) – Roman Puristen finden hier allerdings Schelte auf dem Servierteller.

    Beim weiteren Schauen stolpert man natürlich über die Darsteller. Stu Redman etwa, der 1994 noch kantig von Gary Sinise verkörpert wurde. Hier arg glatt und sanftmütig interpretiert von James Marsden. Kein großes Minus, wenngleich ein „Aber“ im Hinterkopf bleibt.
    Frannie Goldsmith hingegen ist mir in der alten Fassung ebenso unsympathisch wie in der Neuen. Corin Nemec hat natürlich den „Parker Lewis“ Bonus in seiner 94er Darstellung von Harold Lauder, wenngleich Owen Teague sowohl optisch als auch mimisch die klar bessere Interpretation liefert.
    So ging es mir eine Weile mit vielen Charaktären, was mir zugegeben das Eintauchen in die Serie für einen Moment verwehrte.
    Abschließend noch ein Wort zu Randall Flagg: Mit seinem Auftauchen war ich ähnlich enttäuscht wie nach dem ersten Auftritt von Neegan in TWD. Das ist also der Leibhaftige? Na gut. Eine vielschichtigere Darstellung hätte ich mir allerdings doch gewünscht, insgesamt bleibt die Figur Flagg lahm und leblos. Die Motivation nach New Vegas zu „flüchten“ vermag man nach Betrachten der Serie weniger der Figur Flagg´s zusprechen, sondern vielmehr dem Aufrechterhalten der Alten Ordnung mitsamt seinen Sünden. Leider, LEIDER(!!) wird hierauf in der Serie kaum bis gar nicht der Fokus gesetzt. Dieser Ort ist böse, weil dort der Böse lebt und natürlich weil die Menschen dort öffentlichen Sex haben. So einfach kann es manchmal sein, ich als Zuschauer vermisse hier aber eindeutig Tiefe, die hier bestenfalls am Rande angedeudet wird.

    Ganz anders in Boulder, welches als post-apokalytisches Ideal in flachen Hierachien präsentiert wird. Natürlich interpretiert man auch hier meist zwischen den Bildern, doch ist die Entstehung und das Wachsen der Freien Zone recht ausgiebig präsentiert – wobei New Vegas von Anfang an eine ruhelose Partyhölle ist.

    Hat man sich von all dem freigemacht, bekommt man mitunter sehr gut aufgebaute Szenen. In einigen Momenten trifft man sehr passend den Punkt.
    Die Figuren werden gemäß ihrer Gewichtung in der Serie eingeführt und charakterisiert (oder, wie bei Frannie, auch nicht). Und hier kommen wir zu einem Problem der Serie:

    Wie erzählt man eine Geschichte? Ich bin bekennender Gegner von Rückblenden. Hier und da können sie eine unerwartete Wendung begründen, und ja, es gab auch Fälle, in denen eine Rückblende sehr gut genutzt wurde. Zugegeben hat die letzte Szene der ersten Folge durchaus ihren Reiz.
    Hier bestehen allerdings Folge 1 bis 3 beinahe ausschließlich aus Rückblenden. Sehr ärgerlich zudem, dass vorher mächtig damit gespoilert wird, wer den folgenden Rückblick überlebt und wer nicht. Spannung aufbauen geht anders.
    Ein Zwischenspiel der Charaktäre, die Beziehungen untereinander und zueinander müssen so auch nicht wirklich begründet oder erzählt werden – wir sehen zu Beginn, dass zwei Männer gute Kumpels sind und erfahren im Rückblick, wie sie sich begegnet sind. Boah, das zieht mir fast die Schuhe aus.

    Bis sich dieses Stilmittel irgendwann in den Hintergrund gespielt hat, sind die Fronten geklärt und man weiß ohne nähere Betrachtung auch schon, wer aus der Reihe tanzen wird.
    Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass man trotz doppelt so langer Laufzeit im Vergleich zur Erstverfilmung weniger zu erzählen vermochte.
    Ja, wichtige Szenen sind weiterhin vorhanden, aber irgendwie stimmt die Gewichtung in der Inszenierung nicht wirklich.
    Irgendwann kommt es dann auch zur finalen Konfrontation und die entwickelt sich als recht spannungsarme Geschichte.
    Der besondere Clou: Die Serie endet mit Folge 8 – für Folge 9 schrieb King ein neues, erweitertes Ende. Warum? Das weiß nur er selbst alleine. Folge 9 – so viel sei verraten – ist überflüssig und nichtssagend.
    Nach der finalen Konfrontation, die schon spannungsarm verpuffte, soll nun eine zweite Konfrontation stattfinden. Der Schuss geht aber, wie erwähnt, nach hinten los.

    Sehr gelungen finde ich den Soundtrack. Da kennt jemand Sigur Ros und wagt es auch, Radiohead einzubauen. Hut ab, und dann passt es auch noch ganz nett in die Szene ;)
    Ja, einige Szenen bleiben tatsächlich guter Erinnerung und den Mix aus gezeigtem und nicht gezeigtem Tod finde ich sehr gelungen.

    „The Stand“ lässt sich im Grunde gut anschauen. Wer den Roman liebt und mehrfach gelesen hat, sollte aber keine sehr hohen Erwartungen haben.
    Wer frei davon eine spannende, gut erzählte Story erwartet, der wird nur zum Teil bedient.
    Meine Frau brachte es nach der letzten Folge dann doch ganz auf den Punkt „Das war´s jetzt? Irgendwie enttäuschend.“
    Zuerst wollte ich hier ein Veto einlegen, ließen sich die Folgen doch recht flüssig nacheinander schauen – aber mit ein wenig Abstand komme ich leider zu keinem anderen Schluss.
    „The Stand“ hat mit seinen Vorraussetzungen (9 Folgen zu 50 Minuten) viele Möglichkeiten. Leider weiß man zwischendurch nicht wirklich, wie man den Kern der Vorlage umsetzen soll / will und es häufen sich Szenen, die im weiteren Verlauf mehr als nichtig erscheinen.

    Ich möchte hier nicht behaupten, die 94er Fassung sei dem hier überlegen (wie anfangs erwähnt glaube ich, dass auch diese Adaption heute eher mild belächelt wird – wenn man sie denn je ernst genommen hat) aber die eigentliche Geschichte des Kampfes zwischen Gut und Böse kommt hier viel zu kurz. Damit fehlt es mir nicht an Action und Kabumm, sondern das Aufbauen und spürbar machen einer Bedrohung, was im gesamten Serienverlauf in kaum einer Szene gelingt.

    M O N D – so schreibt man Jammerschade.

    5/10

    #214015
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    The Secret – Traue dich zu träumen

    Miranda (Katie Holmes) ist nach dem Tod ihres Mannes alleinerziehende Mutter und kämpft sich mehr schlecht als recht durch den Alltag. Ihre Kinder sind arg genervt davon, untersützt wird sie von ihrem Chef und Freund (Jerry O´Connell) und ihrer Schwiegermutter – auch wenn sie darüber mehr genervt als dankbar ist.
    Dann wird sie in einen Unfall mit Bray (Josh Lucas) verwickelt und die Dinge scheinen sich zu ändern…

    Ich kenne die literarische Vorlage nicht (auch wenn sie bei uns im Regal steht *hüstel*) und vielleicht lässt mich das den Film positiver erleben, als wenn ich mit dem Roman vertraut gewesen wäre.
    Katie Holmes mochte ich mir eigentlich nie gerne ansehen, aber hier wirkt sie tatsächlich sympathisch auf mich.
    Natürlich darf man von diesem Film keine Tiefe erwarten – die Handlung und das Ende erklären sich quasi nach 5 Minuten von selbst, aber mir machte er über lange Strecken Spaß.
    Möglicherweise auch, weil Mirandas Freund/Chef nicht der übliche Arsch und Ausnutzer weiblicher Schwächen ist, sondern im Grunde ein netter Typ zu sein scheint. Natürlich stinkt er gegen den Übermensch Bray ab – der wartet auch sogleich mit lebensverändernden Weisheiten auf.
    Diese – so viel sei verraten – erfüllen sich tatsächlich, jedoch ohne aktives Zutun Mirandas, bzw. durch einen wesentlichen Wandel ihrer persönlichen Sichtweise.
    Im Grunde ist „Liebe“ ihr Motiv, Bray (und ich vermute, der Roman ebenfalls) möchte jedoch etwas anderes vermitteln.

    Sei es wie es sei, „The Secret“ ist ein typischer Film für Momente, in denen man in Kuscheldecke auf dem Sofa sitzt und den warmen Kakao auf dem Tisch stehen hat (um mal arg in die Klischeekiste zu greifen :D), aber mir hat er tatsächlich gut getan.
    An den großen des Genres („Die Brücken am Fluss“, „Message in a bottle“) kann man sich hier in keiner Sekunde messen, aber macht nichts.
    Schön, nicht zu kitschig, nicht zu schwarz/weiß (ausgenommen der Überfigur Bray) und mit nachvollziehbaren Problemen behaftet lässt sich „The secret“ gut anschauen.

    7/10

    #214013
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    @derschweiger

    Sputnik

    1983 misslingt eine russische All-Rückkehr und die Kapsel (oder das Raumschiff?) stürzt ab. Der übelebende Kommandant kann sich nur bruchstückhaft an die Ereignisse erinnern. In einem abgelegenem Forschungslabor soll er mit Hilfe einer Psychologin untersucht werden…

    Ich gebe zu, der Trailer hat mich überhaupt nicht abholen können. Sah für mich zu sehr nach „Alien“ oder „Life“ aus, als dass ich Interesse daran entwickeln würde.
    Dann neulich doch gestreamt und anfangs wurde ich sehr angenehm überrascht.
    Dass das russische Kino in Sachen Optik nicht weit hinter Hollywood zurückliegt, ist schon länger bekannt. Die Darsteller in tragenden Rollen können sich in der Regel auch sehen lassen (auch wenn einige Gesichter in sehr vielen Produktionen auftauchen).
    Ich hatte leider aber auch oftmals mit den Tücken der Drehbücher zu kämpfen, die allzu oft mehr in die Geschichte hereintragen wollten, als es nötig und sinnig war. „Attraction“ fällt mir hier spontan ein, der viele gute Elemente besitzt, aber durch seinen undurchsichtigen ZickZack an Verhalten, Motivation und Fokusierung der Darsteller öfter die Richtung wechselte als man bis 3 zählen konnte.

    Dieses Problem hat „Sputnik“ dann leider auch.
    Die Dialoge schrammen manchmal haarscharf am Trash vorbei (spätestens ab der Mitte des Films kann man kaum noch zuhören), die Geschichten hinter den Geschichten sind… nun ja… soll es Dramatik sein? Ich glaube, die Hintergründe, Flashbacks etc zünden selbst dann nicht, wenn man sich mit einer der Figuren „anfreundet“.
    Ich konnte während des Films keinen „Bezug“ zu einer der Figuren entwickeln, sie waren mir alle schlicht egal -wie gemacht eigentlich für einen aus 10 mach 1 Horror, aber das will der Film ja gar nicht sein.
    Dazu noch die laissez faire Haltung des führenden Generals in der Forschungsstation… da kann ja jeder machen, was er will. Schlimm, wenn er dann zum Ende plötzlich seinen „Rang“ raushängen lässt.

    In der Summe ist „Sputnik“ gut anzusehen. Die Optik des Aliens (so viel darf ohne Spoiler womöglich verraten werden?) ist solala, dafür sind die Settings gut gesetzt. Mit der Dauer möglicherweise zu dunkel, aber das Genre verpflichtet scheinbar dazu.
    Die Darsteller agieren innerhalb ihrer Rollen gut. Abzüge gibt es für das Drehbuch (große Twists, die keine sind) und die teils schlechten Dialoge.
    Dennoch schaue ich weiterhin gerne mit Neugier, welche Entwicklung das russische (science fiction) Kino noch machen wird. Einige Titel sind wahrlich vielversprechend, allerdings noch mit einer argen naiven Erzählweise.

    6/10

    #213237
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    @the-lion-king
    von den genannten Filmen kenne ich tatsächlich nur Tokarev – den fand ich so wie die jüngeren Mel Gibson „Rache One-liner Filme“ – ganz ok, natürlich weit entfernt von Glanzzeiten. (Aber da zeigen inzwischen auch ganz andere Kaliber, dass nach dem Ruhm und Können vergangener Tage nur noch die schnelle Kohle gemacht werden will).

    „Die Farbe aus dem All“ kitzelt mich tatsächlich sehr, auch weil ich die Vorlage von Lovecraft sehr mag. Hörte aber auch, dass man es mit der Umsetzung nicht ganz so genau genommen habe… ich werde es hoffentlich noch erfahren können :)

    Gerade sehe ich, dass „Joe“ und „Mandy“ auf prime laufen – werde einen von beiden heute noch schauen :D

    #213222
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    @derschweiger

    Running with the devil

    Auf dem Weg von Venezuela nach Amerika werden regelmäßig eine große Menge Kokain gestreckt. Der Boss des betroffenen Kartells (einfallsreich: „The Boss“) möchte dem auf die Spur kommen und schickt „The Cook“ [Cage] auf „verdeckte“ Mission um herauszufinden, wo die Sache hakt.
    Gleichzeitig bekommen Drogenermittler in den USA Wind von der Sache…

    Habe ich neulich noch erwähnt, seit langem keinen annähernd guten Nicolas Cage Film gesehen zu haben (wobei ich zugegeben auch keine Darstellersuche wähle), wird sich nach diesem Film an meiner Meinung nicht viel ändern. Zwar agiert er hier nicht mit schrecklich deplazierter Mimik und/oder Theatralik (The Watcher, Primal, Kill Chain) oder schlicht gelangweilt (The Trust, Frozen Ground), sondern bringt den Film recht solide zu Ende (immerhin.)
    Begünstigt wird die Sache womöglich dadurch, dass er nicht der Hauptcharakter ist, sondern die übrigen Darsteller in Nebenhandlungen ebensoviel Zeit „zur Entfaltung“ bekommen, wie er.

    Ein Blick auf das Cover lässt eine actiongeladene Story vermuten, tatsächlich aber ist es eine langatmige Erzählung über den Handelsweg von Kokain aus Südamerika in die USA.
    Hier und da wird jemand erschossen, erliegt dem Rausch der Drogen oder wird anderswie um die Ecke gebracht – von Action braucht man hier aber nicht reden.

    Mit Leslie Bibb als US-Agentin haben wir einen weiteren Charakter, der nicht wirklich negativ auffällt, aber leider auch nicht positiv. Keinerlei Nuancen im Spiel und das plumpe Overacting in einer Trauerszene… puh.

    Einen Ausreißer nach unten gibt es derweil doch, und der kommt nicht gänzlich unerwartet: Lawrence Fishburne als konstant berauschter Oberdealer. Da stimmt irgendwie gar nichts.

    Schaut man also Cage Filme nur noch deshalb, weil er die Augen groß aufreißt, Grimassen zieht und mit Sabber im Mund herumplärrt, dann ist man hier definitiv falsch. Mich hat das tatsächlicher eher beruhigt.
    Jedoch ist „Running with the devil“ ohne jedwede Idee geschrieben worden. Da findet man mehr Spannung bei den „Mighty Ducks 3“, den ich kürlich mit meiner Tochter geschaut habe.

    5/10

    #213092
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    Red Tails

    Nochmal 2. Weltkrieg – wieder Amis gegen Nazis… aber auch Ami gegen Ami.
    Eine „schwarze“ Fliegereinheit wird 1944 in Italien geparkt, weil offizielle Studien belegen, dass Schwarze auf Grund ihrer Genetik für den erfolgreichen Einsatz im Krieg ungeeignet sind.
    Einige Piloten der Einheit kämfpen jedoch für gewichtigere Einsätze, die sie sich dann auch mit gewagten+erfolgreichen Einsätzen verdienen.

    Für Zeiten, in denen Schwarze nicht mal an der selben Haltestellen stehen durften wie Weiße (wobei die entwürdigende Diskriminierung natürlich noch schlimmere Szenarien aufwies) erhalten wir hier ein ziemlich aufgeräumtes Meinungsbild. Differenzen zwischen schwarz und weiß werden eher am Rand behandelt (um am Ende in großen Szenen der Versöhnung „auszuarten“), was zugegeben nicht Story des Films ist… aber die Einstellung und Perspektive der Fliegerjungs konkretisieren könnte.

    Tatsächlich will man hier sehr viel reinpacken – Heldenepos, heldenhafter Tod, heldenhafte Flucht, heldenhafte Liebe, heldenhafte Standhaftigkeit gegenüber rassistischen Vorgesetzten…
    Heldenhaft deshalb, weil der Score derart stümperhaft und uninspiriert eine Fanfare des Heldenmuts nach der Anderen vom Stapel reißt, ganz ungeachtet der jeweiligen Szene, in der sie eingesetzt wird. Da kommt die selbe Hiphip-Hurra Fanfare beim verheißungsvollen Aufstieg des Luftgeschwaders, beim Tod einiger Kameraden und natürlich beim Überbringen der schlechten Nachricht an die „Hinterbliebene“ Italienerin (oh jemine).

    Gelingt es, die gräßliche musikalische Untermalung auszublenden, dann hat man einen Film ohne Höhen und Tiefen, mit Stereotypen vom Reißbrett und einer eher wirr zusammengeschusterten Gesamtstroy. Filme über klassischen und modernen Rassismus in den USA gibt es ja zu Hauf, und inmitten dieser Masse ist „Red Tails“ irgendwo im Mittelfeld zu finden.
    Hier wird nicht angeklagt, aber auch nicht wirlich mitgefiebert. Nicht, weil es „Schwarze“ sind, die da teilweise abstürzen, sondern weil die Charakterzeichnung definitiv nicht stattgefunden hat.
    Ein gutes Motiv allein macht leider keinen guten Film – dennoch auch hier:

    Flutscht ganz gut, wenn man nebenbei puzzelt, bügelt, die CD Sammlung neu sortiert…

    5/10

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