Heute habe ich mir folgenden Film angesehen…. (2026)
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hal9000b vor 2 Tagen, 5 Stunden.
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26. Januar 2026 um 01:57 #257539
Hamnet [Sneak Preview]
Die Scheinwerfer tauchen in die dunkle Landstraße und trotz der Aussicht auf die kargen und kalten Felder fühlt man sich beschwingt. Tänzelnd im Fahrtwind räkelen sich die Abgasse des Wagens in der frierend kalten Luft. Die Lichter der Stadt laden ein, grüßen freundlich und versprechen, dass nun wieder alles gut ist.
Wochenlang in kleinere Säle gesteckt kam es dieses Mal zur Rückkehr in den Saal 6. Ein herzliches Hallo am Einlass, ein beinahe überschwengliches High-Five an der Snackbar. Wieder ein schöner Plausch mit den Kinofreunden vor dem Filmstart und eingepackte Schokolade, die mir während des Films angeboten wurde. Ob ich etwas davon haben möchte? Danke, nach den Nachos nehme ich gerne ein Stück, sagte ich dann.
Doch die Hoffnung ist manchmal nur ein Blatt im Wind, und fliegt einen wilden Tanz hin und her. Mit etwas Pech, sieht man es niemals zu Boden fallen. Nach 20 Minuten verabschieden sich die Freunde – für so einen Quark hat man heute nichts übrig – und mit ihnen ging auch die versprochene Schokolade… Wäre es doch bloß das einzige Drama des Abends gewesen.England, irgendwann Ende des 15. Jahrhunderts. Ein junger Mann muss für die Schulden des Vater gerade stehen und gibt den Kindern des Gläubigers Unterricht. Öde, die sind so dumm! Er schaut aus dem Fenster, sieht eine Frau, rennt zu ihr und will alsbald ran an den Speck. Weil sie nichts Besseres zu tun hat (hätte sie zwar schon, aber man ist auch zu dieser Zeit Rebell) sagt sie „Ja“. Will ist spitz und müsste sie eigentlich heiraten, um so richtig ran zu kommen. Er erklärt ihr das Dilemma, denn die Eltern beider Liebenden würden dies nicht gutheißen.
Zum Glück hat sie eine Idee und wird postwendend schwanger. Fall gelöst? Ja.
Der Ehe folgen drei Kinder. Will, der gerne Geschichten schreibt, fühlt sich aber unglücklich. Um das nötige Geld für den Unterhalt zu verdienen, soll er handwerklich tätig werden. Igitt, so geht das nicht.
Alkohol wird sein treuester Zuhörer, Agnes – seine Frau – fühlt seinen Schmerz. Und so schickt sie ihn nach London, wo er Geld erwirtschaften soll. Frei im Geiste, Geschichten erzählend, spielend – die Familie gelegentlich besuchend.Und während in London die Pest tobt, stirbt jemand zu Hause.
Agnes tobt, wo war Will! Will ist untröstlich, geht zurück in die Stadt (die Trauer zahlt das Leben eben nicht), Agnes ist von Sinnen.
Dann, nachdem sie ihre Ehe aufgegeben hat, erfährt sie von einem Schauspiel, dass Will geschrieben hat. Sicher eine dieser Komödien, für die sie keinen Sinn hat. Ihr Bruder überzeugt sie aber, sich das Stück anzuschauen…Über „Hamnet“ hatte ich schon das Eine oder Andere gehört und war gut 90 Minuten lang darüber überrascht, dass die Geschichte hinter Will beinahe geheim gehalten werden will. Zwar verrät er sich dem Zuschauer bereits in den ersten Minuten, das große „Oho“ erfährt der Zuschauer dann aber erst zum Ende hin.
Das ist durchaus ok, die Story will ja im Grunde etwas anderen erzählen… dachte ich.Es gibt diese Filme, die von Sekunde eins an laut in den Saal brüllen, dass sie Kunst sind und unbedingt als Kunst betrachtet und bewertet werden wollen. Eine Frau im roten Kleid (sie trägt im Film nichts anderes) liegt im grünen Wald an einem alten Baum. Dort klafft ein tiefes Erdloch – dunkel und bedrohlich tönt die Filmmusik an diesem Ort.
Etwas Schweres liegt in der Luft. Ist es die Bürde der Frau, die allerorts als „Tochter einer Waldhexe“ gerufen wird?
Sie liebt die Natur, fühlt sich ihr verbunden und findet dort ihren Frieden.
Will und die Familie „zwingen“ sie aber in ein Haus. Die tragende Kraft der Liebe erlischt und wird einzig durch die Kinder aufrecht gehalten. Wie einst ihre Mutter ihr alles über Kräuter und Düfte der Natur beibrachte, ist sie nun Lehrerin der Kinder.
Jede Szene wird minutenlang ausgeschöpft. Bildgewaltig, dröhnende Musik im Hintergrund, und der Film schreit „Kunst!“.
Erzählerisch hat „Hamnet“ nichts zu bieten. Geschaffen werden wohl drei oder vier Kernszenen, um die sich das Drehbuch kreist. Man verlässt sich darauf, dass sie in ihrer „Wahrhaftigkeit“ den Zuschauer über alle Längen des Films hinweg tragen lässt. Sie sind ein Schrei, ein Ausrufezeichen! „Seht – das wird noch wichtig!“.
Und tatsächlich geschehen Dinge, die den Ton des Erzählten brechen. Führten die Bilder, die von unheilvollen Klängen begleitet wurden, nun in eine Geistergeschichte?
Man möchte es uns erzählen und leider auch, welches Werk Will in London, umgarnt von Trauer, geschrieben hat.„Sein, oder Nichtsein“ weint er, an einer Klippe stehend. Dunkel liegt das Wasser der Themse vor ihm – ein Schritt, und es wäre getan. Drama, ruft es. Drama, spielt es. Drama, klingt es. Und doch sind diese Szenen seltsam verzerrt.
Das Ding an der Kunst ist, dass sie gefallen will, auch wenn sie vorgibt, es nicht zu wollen.
Kunst kann hässlich sein, den Betrachter verletzen oder verärgern. Und doch will sie gesehen werden.Dieser Film ist Kunst im wahrsten Sinne. Keine Erzählung, einzig ein Gefühl – dieses Gefühl, wenn man zahlreiche Emotionen in einen Topf schmeißt und sie vermengt.
Und nun, wo wir das wissen, erkennen wir das Dilemma: Der große Knall am Ende ist das Ziel. Alles führt alleine hierhin – jedes Wort, jedes Lächeln und jede Träne zuvor sind nur abgegeben worden, um hier die Summe des Ganzen betrachten zu können.
Was hier im Londoner Freilufttheater etwa 20-30 Minuten lang gezeigt wird, ist allergrößtes Kino! Bildgewaltig, schauspielerisch on Top. Die Inszenierung ist eine reine Wucht und zeigt die große Kraft der Kunst.
Die Wunder, die eine Geschichte auslösen kann.
Jessie Buckley verdient alleine für ihr Schauspiel inmitten der Menschenmenge einen Oscar! Joe Alwyn – eine kleine Nebenrolle im Film – spielt die, dem Schauspiel titelgebende Hauptfigur, als ginge es um sein Leben. Wer war doch gleich Will?… Paul Mescal?… ab hier könnt ihr ihn vergessen. Eine Nebenrolle wird zum Star, trägt ein Kunstwerke aus der Werkstatt ins Rampenlicht, begeistert die Menge und weiß zu bewegen.Hier gibt es auch das innigste (vielleicht weil einzige?) Zusammenkommen von Will und Agnes, obwohl sie sich auf einer jeweils anderen Seite der Erzählung wiederfinden. „Sieh mich an!“
Die Statisten in dieser Szene fügen sich wie im Guss in die Szenerie ein. Agnes sticht farblich in ihrem roten Kleid hervor, die übrigen Menschen neben und hinter ihr durch Gefühl und Hingabe.
Das Bühnenbild, das zuvor eher beiläufig in eine Szene eingebaut war, wird zu einem Portal für Agnes und die Kinogäste.
Und wenn der Vorhang fällt, darf kein Auge trocken sein – so will es der Film und so arbeitet er hartnäckig darauf hin.Nehmen wir also diese 30 Minuten, dann sind wir irgendwo bei 10 oder 11/10. Kein bisschen weniger.
Das große Drama hinter diesem Drama aber ist der Film in den 90 Minuten davor.
Ziellos verlieren sich die (wirklich meist wunderschönen Bilder und Kameraeinstellungen) Abschnitte des Films. Dabei will man vorangegangenes Aufgreifen und es bedeutsam auf ein neues, künstlerisches Niveau heben.
Die Sehnsucht nach der Natur und das Haus als Gefängnis – hier wächst großes Unglück.
Leider auch in erzählerischer Weise. Timing und Tonalität sind ein wildes Durcheinander.Will, der große Dramaturk, der Welten mit seinen Worten schaffen kann, wird als Witzfigur eingeleitet. Agnes, die naturverbundene Schönheit als Flüchtige vor gesellschaftlichen Konventionen ist der berechnende Gegenpart. Liebe will gezeigt werden. Liebe soll durch den Wald und die Zimmer des Hauses wehen… wir glauben, es zu sehen – doch Bild, Ton und Regie möchten es nicht konkretisieren.
Ich mag es im Grunde, wenn sich Dinge Zeit nehmen und nicht alles Offensichtliche ausgesprochen werden muss. Hier schlägt man aber einen merkwürdigen Weg ein, es darzustellen. Die Liebe wird zum Klamauk, das Drama grenzt stellenweise an Fremdscham, der Tod grüßt in seiner Optik die erste Staffel von Stranger Things.
Man kann es natürlich mögen. Und natürlich mag ich „Hamnet“ wegen der prachvollen Bilder. Und doch zeigt er zu viel von dem, was nicht gezeigt werden braucht. Erzählerisch zu dünn für das, was hier hinter gehaltvollen Bildern versprochen wird.
Und letztlich die Erkenntnis, dass alles zuvor nur einen einzigen Grund hatte: „Bitte weinen!“ Nicht subtil, nicht verspielt – mit Pauken und Trompeten. Dabei möchte man auch gerne vergessen, worum es im echten Stück des Künstlers geht, das hier aufgeführt wird.
Retten wird sich der Film damit, indem man die Deutung des Stücks aus Agnes Sicht interpretieren lässt.
Die Frau eines der größten Künstlers der Menscheit, so will uns die Geschichte erzählen, hat keinerlei Sinn für Erzählung vs. Wirklichkeit, Theater, Schauspiel und den gespiegelten Gefühlen, die hieraus hervorgehen.
Dieser Aspekt rettet über gewaltige Schwächen in den beiden ersten Dritteln möglicherweise hinweg – kann sie aber nicht vertuschen.„Hamnet“ schreit Kunst und die Academy findet Gehör. Nominiert für 8 Oscars wird man sicher den einen oder anderen mitnehmen.
Tatsächlich wäre ich arg verwundet, wenn Buckley keinen Preis hierfür erhalten würde…. aber bei den Oscars liege ich ja jedes Jahr gründlich daneben
Eigentlich 6/10, aber das Finale ist dann doch genau das, was ich mir vom Kino erhoffe.
7/10, auch weil ein dünner Groschenroman selten so schön gezeichnet wurde.26. Januar 2026 um 08:55 #257541Like a complete unknown (Disney+)
Ist es jemandem schon aufgefallen, dass Filme über Musiker wirklich gut funktionieren? Ring of Fire, Ray Charles, Bohemian Rhapsody… alle gut.
Der hier auch. Erzählt wird der Karrierebeginn von Bob Dylan. Enigmatisch, einsam, hochtalentiert, distanziert ist er. Eine Flamme der Folk-Bewegung, die mehr war als eine Musikrichtung, möchte er gar nicht sein, wird dazu aber gemacht. Bis zu seiner Rebellion und dem Wechsel zur E-Gitarre.
Das ist alles schön anzusehen. Die Schauspieler sind gut. Das Setting grandios. Musik muss man nicht drüber sprechen. Hat mir gut gefallen.8 / 10 Sonnenbrillen
29. Januar 2026 um 18:41 #257586Primate (2025)
Um es kurz zu machen: Was für ein beschissener Film, ich kann es echt nicht anders sagen!
Inzwischen kann man nichts mehr auf Trailer geben, der durchaus vielversprechend aussah.
Wer sich viel Affentheater um Nichts sparen will, dem empfehle ich bei Genre-Klassikern wie Link – Der Butler (1986) oder Der Affe im Menschen (1988, aktuell bei Prime Video verfügbar) zu bleiben.
29. Januar 2026 um 18:49 #257588Die Kinder von Windermere (2020)
Hunderte jüdische Kinder konnten 1945 dem Wahnsinn in den Konzentrationslagern der Nazis entkommen und danach in England am friedlichen Lake Windermere zur Ruhe kommen. Ihnen wird der deutschstämmige Kinderpsychologe Oscar Friedmann (Thomas Kretschmann) zur Seite gestellt, der ihnen dabei helfen soll, über die traumatischen Erlebnisse hinwegzukommen. Gemeinsam erleben die über 300 Kinder erstmals einen idyllischen Alltag, beinahe frei von Angst, Gewalt und Erniedrigung. Im Mittelpunkt der Schar stehen Arek Hershlikovicz (Tomasz Studzinski), Ben Helfgott (Pascal Fischer), Ike Alterman (Jakub Sprenger), Sala Feiermann (Anna Maciejewska), Salek Falinower (Jakub Jankiewicz) und Sam Laskier (Marek Wroblewski). Doch das Grauen ist lange nicht vergessen. Und die Kinder registrieren erst nach und nach, was ihren Familien widerfahren ist.
Ein packender Film nach einer wahren Geschichte von 300 Kindern, die den Holocaust überlebt haben und 1945 nach England gebracht werden.
Der sehr bewegende Film – vor allem das Ende – ist bei uns nie physisch erschienen (nicht mal auf DVD), ist aber in der Mediathek verfügbar.
Bei all dem medialen Müll von Dschungelcamp bis Trash TV war es gestern Abend eine Wohltat, mal wieder Anspruchsvolles im Fernsehen geboten zu bekommen und das werbefrei. Danke 3sat!
https://www.3sat.de/film/spielfilm/di...
10/10 Geschichtsstunden
31. Januar 2026 um 02:23 #257609Send Help (2026)
Der Name Sam Raimi als Regisseur wird sicher viele neugierig gemacht haben, mich auch.
Und ich muss sagen, Send Help kommt echt locker daher.
Gewalt und Komik sind auf gleichem Level und wenn man alles auf der Leinwand mit einem gewissen Augenzwinkern betrachtet, dann steht einem lustigen Kinoabend nichts mehr im Weg.Für mich war das so eine Mischung aus Robinson Crusoe trifft auf Revenge (2017).
Sam Raimi kommt schnell zur Sache und die knapp zwei Stunden Spielzeit vergehen wie im Flug.
Erwartet nicht zu viel Tiefgang bei den Charakteren und zu viel Sinn bei der Story, dann funktioniert Send Help finde ich am besten.
Kein Film der lange in Erinnerung bleiben wird, aber er unterhält in seinem Rahmen bestens.Jetzt freue ich mich umso mehr auf Evil Dead Burn im Juli, wo Sam Raimi als Produzent mit dabei ist.
7/10 Wildschweine
2. Februar 2026 um 09:35 #257672Stranger Things – Staffel 5 (Netflix)
Ich habe mir alle Bewertungen in diesem thread zur letzten Staffel nochmal durchgelesen. Und obwohl ich häufig zu ähnlichen Ergebnissen kommen, geht es hier weit auseinander. Ich fand das Ende super. Es stimmt, dass die meisten Serien am Ende schwächeln. Aber selbst Stephen King strauchelt oftmals am Ende. Ist halt nicht so einfach. Hier wird aber alles rund zu Ende erzählt. Jede Person bekommt Zeit. Das ist ein schöner Abschied. Nicht nur zwischen den Charakteren sondern auch der Zuschauer von ihnen. Die vielen Tränen sind da ganz natürlich. Die Serie wurde zuallererst als Nostalgie auf die 80er gedreht. Da haben die Filme ein gutes Ende. Der Böse wird besiegt, die Guten leben glücklich weiter. Das änderte sich dann in den 90ern, wenn Charaktere durch Ängste und Probleme und Schicksalsschläge mehr gravitas erhalten. Hier, in den 80ern, läuft eine Nancy mit der dicken MG rum. Da wird dann auch nicht drüber nachgedacht, dass sie Dutzende Soldaten erschießt. So ist es halt. Und der Wechsel zur nächsten Generation in der letzten Szene war genial.
Die Produktion als solche war großartig. Tricks top. Sound mega auf der Anlage.
Ich finde es schade, dass es vorbei ist. Der Abschied war schön.9 / 10 Tränen
3. Februar 2026 um 15:09 #257697The Night Manager – Staffel 2 (Prime)
Der Night Manager eines Hotels in Kairo wird angeworben, um den inneren Kreis eines Waffenhändlerrings zu infiltrieren.
Creator David Farr serviert uns fast 10 Jahre nach Staffel 1 ein furioses Comeback & das in seiner Konsequenz
noch brutaler, wendungsreicher & erneut mit einem fantastischen Duo in Form von Tom Hiddleston & Hugh Laurie.Das, was vor allem hängen bleibt, ist das nahezu schockierende Ende, was man in der aktuellen Serienwelt
nur noch sehr selten erlebt. Nicht immer ist es sinnvoll ein Finale immer berechenbar & vorhersehbar zu gestalten.The Night Manager wird getragen von Tom Hiddleston, der auch bereits in Staffel 1 zum heimlichen Star wurde.
Die Figur ist perfekt auf ihn abgestimmt. Mit seinem Charme verzaubert er nicht nur seine Bösewichte.Hinzu kommt ein Hugh Laurie, der abermals den fiesen und absolut unsympathischen Part mit Leichtigkeit übernimmt.
Dieser Wahnsinn, dieser Wille, diese Überzeugungskraft und die gesamte Durchtriebenheit seines Charakters ist einschüchternd.In den Nebenrollen ist ebenfalls Olivia Colman wieder dabei, die neben Camila Morrone & Diego Calva den Cast stimmig abrundet.
The Night Manager lebt von seiner Spannung, dem Katz- & Mausspiel und seiner Story, die bis zum Ende hochgehalten wird.Optisch sieht das alles klasse aus. Kolumbien als neues Land macht einiges her & das Setting wirkt recht abwechslungsreich.
In Grundzügen erinnert die Serie an den noch brutaleren & unterschätzten Bruder Gangs of London.Wer Tom Hiddleston als Schauspieler mag & auch mal ein unvorhersehbares Ende bevorzugt, der hat mit dieser Serie eine gute Zeit.
8.5/10 Intrigen
3. Februar 2026 um 15:13 #257699Rental Family
Sehr schöner Film, der einen so richtig schön mitnimmt und die Zeit vergessen lässt.
Sicher nichts für die Sammlung, aber einfach ein schöner Filmabend.7 / 10 Empfehlung
4. Februar 2026 um 11:56 #257714Fallout – Staffel 2 (Prime)
Nach einer Atomkatastrophe vor 200 Jahren sind die Menschen in Schutzbunker geflohen. Als einer der Bunker überfallen wird,
verlässt eine junge Frau ihr Zuhause, um nach ihrem entführten Vater zu suchen. Unterwegs hat sie viele skurrile Begegnungen.Neben The Last of Us & Arcane für mich eine der besten Videospielumsetzungen der letzten Jahre.
Showrunner Graham Wagner hat es verstanden der Serie Leben einzuhauchen & die Reihe zu ehren in einem anderen Format.Fallout sieht wahnsinnig authentisch aus. Viele bekannte Orte, Charaktere, Fraktionen und das immer noch so
faszinierende Setting von Fallout gehen in der Serie in Verbindung mit dem Game eine wunderbare Symbiose ein.Die Serie beeindruckt mit der gelungenen Verknüpfung dreier Handlungsstränge in den verschiedenen Umgebungen.
Das Ergebnis ist ein unterhaltsames & actionreiches Abenteuer mit interessanten Weiterentwicklungen der Hintergrundstory.
Manchmal vielleicht etwas überzeichnet & zu viel Humor, aber Geschmäcker sind verschieden, und mich hat es nicht zu sehr gestört.Der astreine Look überzeugt, die starken Charaktere & auch die lebendige Welt trägt viel zum Wohlfühlfaktor bei.
Mir hat die 2. Staffel fast sogar noch ein Stück mehr gefallen.Ella Purnell & Walton Goggins rocken die Serie und zählen zu den absolut besten Castentscheidungen der Serie.
Wenn sich Setting, Soundtrack & Atmosphäre die Hände geben, dann wird auch das härteste Gamerherz dahinschmelzen.8.5/10 Todeskrallen
4. Februar 2026 um 20:04 #257721Send Help (Kino)
Zwei Kollegen stranden auf einer verlassenen Insel – die einzigen Überlebenden eines Flugzeugabsturzes.
Auf der Insel müssen sie alte Konflikte überwinden und zusammenarbeiten, um zu überleben.Send Help wirkt wie eine wilde & sehr gehaltvolle Mischung aus Cast Away & Misery.
Etwas Humor mit Augenzwinkern, gepaart mit Survivalelementen & zeitweise brutaleren Einstellungen.Er wirkt wie eine tickende Zeitbombe. Der Film startet in seinen ersten 20 Minuten eine schlichte Einleitung,
geht dann über zu spannenderen Themen & nimmt zum Ende hin nochmal richtig Fahrt auf und endet bittersüß & überraschend.Regisseur Sam Raimi überzeugt nach durchwachseneren Produktionen (Locked, Boy Kills World, 65 & Evil Dead Rise)
hier auf ganzer Linie und findet mit Rachel McAdams + Dylan O’Brien zwei klasse Schauspieler, die ihre Sache sehr gut machen.Vor allem, wenn der Film seinen sarkastischen Humor auspackt, dann muss man einfach mitlachen.
Optisch sieht das alles okay aus, wenn man mal die teilweise grauenhaften Effekte ausblenden kann,
dann punktet der Film mit seinem Inselsetting, dem unberechenbaren Genremix & dem überraschenden Twist am Ende.All das, was der gute M. Night Shyamalan fast in jedem Film versaut, das funktioniert hier wunderbar.
08/10 Schweine
6. Februar 2026 um 15:20 #257784Sneak Preview Doppelpack
Manchmal schaut man Filme und geht leicht achselzuckend raus.
So geschehen bei:
PrimateEin Haustieraffe eines taubstummen Autors bekommt Tollwut und mordet wild rum.
Storytechnisch in wenigen Sekunden erzählt (wie z.B. „Cujo“ auch), muss aber nicht zwingend was heißen.
In diesem Fall wird man aber schon in den ersten zwei Minuten darüber informiert, dass der Film bitte nicht gut werden darf! Wenn eine Prämisse nicht viel Raum (Haha, Wortspiel) lässt, dann ist Figurenzeichnung von etwas höherer Bedeutung.
Die schmeißt man aber mit großer Freude direkt über Bord, also ab ins futuristische Wohlstandshäuschen an einer steilen Klippe…
Gut, Papa geht zur Arbeit, Teenies allein zu Haus (und mal schnell die Stecher aus dem Flugzeug eingeladen… zum Glück!) und schwups sabbert der Affe stark auffällig und hat Gefallen daran, anderen wehzutun.
Ein kluger Satz („Ihr müsst das Vieh töten!“) wird empört weggewischt. Schade, dass Cassandra für den Vorschlag zur effektiven Problemlösung nicht entschädigt wird.Der Trailer suggeriert, dass die Gruppe nun im Pool verharren muss, während das wilde Vieh herumschleicht und mit Mord und Totschlag droht. Das Konstrukt wird dann aber nach wenigen Minuten aufgelöst und es kommt zur üblichen wie willkürlichen und wenig überraschenden Hatz durch das Haus.
Michael Myers Gedenkmotive inklusive.Die Kills sind blutig und explizit. Das ist durchaus zu begrüßen. Weil drumherum aber wenig seriös mit dem Thema umgegangen wird, ist es am Ende auch schon wieder für die Füße.
Blöde Dialoge, unsympathische Figuren (ohne Ausnahme), ein Affe, der wie ein psychotischer Serienkiller agiert und nicht wie ein reißendes Tier… ach, Chance verpasst.
Dann lieber den Uraltstreifen „Cujo“ anschauen. Da ist der Hund noch Hund und bedrohlich genug…4/10
Und wenn mann dann glaubt, schlimmer geht kaum mehr, dann wird eben ein Konsolenklassiker verwurstet.
Return to Silent HillNun der dritte Teil der Reihe. Teil 1 fand ich seinerzeit stark, glaubte später, er sei vielleicht doch ncht gut gealtert und durfte bei einem Neusichtung vor einigen Jahren feststellen, dass er immer noch gut funktioniert.
Teil 2 hatte für mich keinen besonderen Sehwert – nun kommt aber der Regisseur und Spielliebhaber von Teil 1 zurück und kloppt noch die letzten Ansätze guten Gelingens in die Tonne.
Manmanman – der Film ist zum Brüllen schlecht!!Ein Junkie bekommt eine Nachricht seiner Ex – er soll sie an ihrem gemeinsamen Platz besuchen.
Gesagt, getan. Im „beschaulichen“ Städtchen Silent Hill geraten die Dinge jedoch rasch aus dem Ruder und die Gute will irgendwie nicht da sein, wo sie zu erwarten gewesen wäre…Manchmal geht man sicher an einen Film ran und überlegt: Wie könnte ich das Thema spannend und packend umsetzen?
Hier scheint man sich gedacht zu haben: Erfolgsformel? Ohne mich!Eine Szene im Hier und Jetzt, dann eine Rückblende, eine Szene im Hier und Jetzt, eine Rückblende… Man, das ist übel anzuschauen.
Setzt man vielleicht noch voraus, dass man das kultige und beliebte Spiel im Kern der Story verfilmen könnte… hier stimmt vorne und hinten nichts.
Monster und Kreaturen erscheinen ohne jedweden Zusammenhang, der Kerl guckt und stottert, läuft um eine Kurve – manchmal bleibt die Bedrohung bestehen, manchmal wartet dort eine Neue und die Alte ist dann vergessen und verschwunden.
Dialoge auf übelstem Kopfschmerzniveau.
Eine Verletzte wird im Verrotzt-heruntergekommenem-Krankenhaus auf eine versüffte Liege gelegt – in irgendeinem Schrank kommt Verbandszeug zum Vorschein – „Ich geh mal gucken – Du bist hier sicher!“, nachdem man minutenlang vor diversen Kreaturen davongerannt ist.
Ein Mädchen sitzt auf einer Mauer, davor Kisten und Tonnen zusammengestellt, damit man dort leicht rauf kommt.
Er schaut „Wie bist du denn da rauf gekommen?“ und ist sichtlich fassungslos. Eieieiei…. Halt doch bitte den Mund!Was in den Games wohl noch schräg, bedrohlich und mystisch-verwirrend daherkommt und man Angst hat, mit seiner Figur falsch abzubiegen, spaziert man hier durch potthässliches CGI Setting. Viecher kommen, oh renn mal durch die Menge… nichts passiert. Natürlich nicht, denn dass das nicht real ist, wird ja schon in Minute 1 offensichtilich gemacht.
Warum will der Typ seine Ex finden? Weiß er selbst nicht.
Warum begegnen ihn diese „Menschen“… weiß man nicht genau, bis es dann dummdämlich aufgelöst wird.Pyramid Head ist für eine Sekunde bedrohlich, dann wird arg offensichtlich gezeigt, um wen es sich dabei handelt. Macht er Sinn für die Story? Nicht eine Sekunde lang.
Einzig Positiv: Eine Metamorphose der Ex und ein – kurz gezeigtes – Sexmonster.Man weint am Ende still in sich rein, reagiert pampig und beleidgt, weil der Film / Plot so viel Potential hat und nichts davon mitgenommen wird. Das Ding kann man auf altes Hellraiser-Niveau bringen – verzichtet aus Lustlosigkeit(??) aber darauf.
Das Schauspiel ist unterirdisch! Schlimm! Ganz schlimm!!
Asylum Filme haben mehr Finesse und Liebe zum Detail ais dieser Rotz.Und das Schlimmste: Ich bin nicht mal Fanzocker der Spiele – einzig Teil 1 hatte ich mal in der Konsole.
Man hörte vorab schon Schlimmes… aber hey, wenn David Hain einen Film schlecht findet, muss das ja nichts heißen.
Hinterher weiß man: Man kann nicht laut genug vor diesem Film warnen.Geschenkt ist für die vergeudete Zeit noch zu teuer.
2/10
7. Februar 2026 um 04:03 #257787@derschweiger Da haben wir Primate ja ähnlich schlecht gefunden.
Ehrlich gesagt fand ich das Affentheater so schlecht, dass ich hier in meiner kurzen Kritik vom 29. Januar erst gar keine Punkte vergeben habe.
@the-lion-king Bei Send Help waren wir ja quasi gleicher Meinung.
Bei mir waren es am 31. Januar allerdings „nur“ 07/10 Wildschweine auf der einsamen Insel. ;-)7. Februar 2026 um 08:35 #257792Ich kann momentan nichts Gegenteiliges zu den bisherigen ausführlichen Kino-Rezensionen sagen, weil sie den Nagel auf den Kopf treffen.
Meine bisher größte Enttäuschung in diesem Jahr war Return to Silent Hill. Diesen 3. Teil hätte es einfach nicht gebraucht und es war pure Lebenszeitverschwendung. Der Trailer hatte so viel Potenzial und dann fährt man den Streifen mit Anlauf gegen die Wand.
Mein bisheriges Kino-Highlight in diesem Jahr ist ganz klar The Housemaid. Ich finde ihn so gut, dass ich ihn mir morgen ein zweites Mal ansehen werde. An zweiter Stelle kommt Send Help.
7. Februar 2026 um 15:32 #257799The Wrecking Crew (Prime)
Nach dem mysteriösen Tod ihres Vaters treffen sich die entfremdeten Halbbrüder Jonny und James wieder.
Ihre Suche nach der Wahrheit deckt Geheimnisse auf, die ihre Familie zu zerstören drohen.The Wrecking Crew ist ein netter & spaßiger Buddy No-Brainer geworden, bei dem nicht viel hängen bleiben wird,
außer die durchaus sehenswerte Performance von Dave Bautista & Jason Momoa, die den Film insgesamt sehr auflockern.Es wirkt wie ein Film, der sich alle Ideen aus bekannten Genrevertretern zusammenmischt & am Ende vieles sein will,
aber irgendwie dadurch auch sein Gesicht verliert.Immerhin keine (Voll)Katastrophe wie Mercy, Primate & Return to Silent Hill. Man erspart sich die volle Zeitverschwendung.
Der Soundtrack hat mir an einigen Stellen noch sehr gefallen, Hawaii als Setting ist immer wieder klasse,
die Action ist zu großen Teilen gut inszeniert. Am Ende überwiegt die Chemie von Momoa & Bautista als Rettungsanker.6.5/10 Strände
7. Februar 2026 um 18:02 #257802Code 3 (Prime)
Ein Sanitäter, der durch seinen Beruf völlig ausgebrannt ist, zwingt sich zum Rücktritt
– doch zuvor muss er noch eine letzte 24-Stunden-Schicht absolvieren, um seinen Nachfolger einzuarbeiten.Code 3 ist ein Drama als Kritik am medizinischen Gesundheitssystem – Ehrlich, authentisch & sehr makaber.
Regisseur Christopher Leone schafft es dem Zuschauer hier ein Einblick & Blickwinkel in den Job als
Rettungssanitäter zu geben, welcher selbst den neutralsten Menschen so schnell nicht mehr loslassen wird.Die Geschichten sind abwechslungsreich gestaltet. Da ist alles dabei, was das harte Arbeitsleben mit sich bringt.
Vor allem das sympathische Trio bestehend aus Rainn Wilson, Lil Rel Howery & Aimee Carrero zeichnen Code 3 aus.Auch die Ansicht von einem betreuenden Arzt mit Nebendarsteller Rob Riggle bleibt im Gedächtnis.
Alles gescheiterte Persönlichkeiten gezeichnet von einem miserablen Gesundheitssystem mit all seinen Schicksalen.Code 3 öffnet Augen, hegt Bewunderung für die Leistung des Personals & dient dennoch als hervorragende Kritik am System.
08/10 Sirenen
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