[Review] Sega Mega Drive Mini

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1 Mini vs Original

Einleitung

Als die Amerikaner die Welt beherrschten…

Das Atari VCS (Video Computer System) von 1977 gilt als größter Schritt in der Geschichte der elektronischen Spiele. Das VCS verwendete ausschließlich austauschbare Spielmodule und gründete damit die Milliarden-Industrie der Unterhaltungs-Software. Das erkannten auch andere Hersteller und wollten etwas vom großen Kuchen abhaben. Doch sie waren zu gierig… Und so entstanden weitere Konsolen mit austauschbaren Modulen und Spiele im Überfluss. Spiele, die nicht jeder brauchte. Aus Lizenzspielen wurden schnell Lizenzgurken. In den Spielhallen ein Hit wurde “Pac-Man“ auf dem Atari VCS zum technischen Desaster. Flackernde Sprites und Klötzen-Grafik machten das Spiel fast ungenießbar. Noch schlimmer traf es “E.T. the Extra-Terrestrial“, dessen Entwicklung nur fünf Wochen in Anspruch nahm und pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 1982 fertig gestellt sein sollte. Viele Kunden fühlten sich verarscht. Das Vertrauen in der Industrie verschwand. Der Markt wurde regelrecht von minderwertiger Software überschwemmt. Was dann geschah, dürfte den meisten von uns bekannt sein. 1983 brach der Markt in sich zusammen und die goldene Ära der Videospiele war vorbei. Dann war es eine Zeit lang still…

Im Westen nichts neues

Die Rettung kam aus Japan. Das FamiCom (Family Computer) feierte in Japan große Erfolge. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis Nintendo es auch auf dem westlichen Markt versuchte. Doch im Westen war der Markt tot. Atari lehnte eine Vermarktung in den Vereinigten Staaten ab und so versuchte Nintendo seine Konsole selbst an dem Mann zu bringen. 1985 führte Nintendo mit dem Entertainment System (kurz NES) Lizenzen für Software-Entwickler und Qualitätskontrollen ein. Das “Original Nintendo Seal of Quality“ steht heute auf jedem Nintendo-Produkt. Auch sah die Konsole grundlegend anders aus und sollte durch ihr eckiges Design und dem geschlossenen Gehäuse mehr an einem Videorekorder als an einer Spielkonsole erinnern. 1987 tauchte noch ein zweiter japanischer Hersteller auf und wollte ebenfalls im westlichen Markt mitmischen, der sich langsam zu erholen schien. Sein Name: Sega (abgeleitet von ServiceGames). Das Master System blieb jedoch weit hinter den Erwartungen und im Schattendasein von Nintendo zurück. Nintendo kontrollierte fast den gesamten Markt und bindete Software-Entwickler, wie Capcom und Konami per Vertrag an sich. Das war auch der Grund warum sich Sega an einer neuen Konsole versuchte.

2 Original Japan

1988: Stolz präsentierte Sega auf seiner neuen Konsole ein fettes 16-Bit-Logo. Der Name Mega Drive stand für Kraft und Geschwindigkeit und sollte Arcade-Qualität in den heimischen Wohnzimmern bringen. Aus markenrechtlichen Gründen wurde der Mega Drive in den USA jedoch “Genesis“ (altgriechisch für “Schöpfung“) genannt. Bis dato war es die leistungsstärkste Spielekonsole auf dem Markt.
Als Nintendo merkte, dass die Verkaufszahlen des NES langsam zurück gingen und Sega schon einen guten zeitlichen Vorsprung hatte, versuchten sie sich auch an einer neuen Konsole. Zunächst als abwärtskompatibles Gerät bedacht, wurde es auf dem Namen Super Nintendo Entertainment System (oder kurz SNES) getauft. Die Namensverwandtschaft zur Vorgänger-Konsole NES erinnert noch an die geplante Abwärtskompatibilität, die aber später wieder verworfen wurde. Was blieb ist jedoch der langsamere 8/16 Bit-Prozessor mit 3,58 Mhz. Und genau hier punktet der Mega Drive auf.
Der Mega Drive ist eine waschechte 16 Bit-Konsole und mit einem pfeilschnellen (zumindest für damalige Verhältnisse) Motorola 68.000 (7,67 Mhz) Prozessor ausgestattet. Somit war der Mega Drive doppelt so schnell als das Super Nintendo und Bewegungen mit hohem Sprite-Aufkommen (insbesondere bei Shootern, wie Gunstar Heroes und Contra Hard Corps) liefen flüssiger ab.

3 Contra Hard Corps

Nintendo hatte seinen Klempner und Sega „Alex Kidd“. Alex begleitete das Master System schon zu Anfangszeiten und wurde mit jedem Teil schwächer. Spätestens nach dem fünften und letzten Teil der Reihe (Alex Kidd in the Enchanted Castle) war die Luft draußen. Ein neuer Held musste her. Sega begab sich auf der Suche nach einem neuen Maskottchen, der auch gleichzeitig die technische Überlegenheit des Mega Drives demonstrieren sollte. Mit pfeilschnellem Scrolling (das Tempo, dass Sonic so ausmacht) und hohem Sprite-Aufkommen (die Ringe, die Sonic nach jedem Treffer verliert) ist das Spiel perfekt.

Der Mega Drive ist bis heute die erfolgreichste Sega-Konsole und verkaufte sich weltweit über 30 Millionen mal. Besonders in Europa und Brasilien, wo Nintendo noch keine Vormachtstellung hatte, war der Mega Drive sehr erfolgreich.
Anders als Nintendo war Sega zudem auch sehr experimentierfreudig. Und so brachte das japanische Traditions-Unternehmen auch diverse Erweiterungen (Mega CD, 32x) und Variationen (Multi Mega, Nomad) auf dem Markt.

Mit den nachfolgenden Konsolen “Saturn“ und “Dreamcast“ hatte Sega weniger Glück – was zum einen an dem Preis (der Saturn war mit 749 DM ein gutes Stück teurer als die PlayStation) und zum anderen an dem eher schlechten Marketing lag. Nicht immer zielte die Werbung auf die Vorzüge einer Konsole ab und verbrannte so unnötig Geld. Die Dreamcast litt zudem unter einem nervigen Lüfter und einem zu lauten Laufwerk. Zudem war der Controller undurchdacht und klobig. Für eine Speicherkarte (quasi ein Mini-Game Boy mit Display und Buttons) und dem Rumble Pack fielen zusätzliche Kosten an. Nach dem missglückten Weihnachtsgeschäft 2000 kündigte Sega den Produktions-Stop der Dreamcast an und zog sich aus dem Hardware-Geschäft zurück. … An dem Erfolg des Mega Drives konnte Sega nie wieder anknüpfen.

Das Comeback im Mini-Format

Nachdem Nintendo mit seinen beiden Mini-Konsolen (NES und Super Nintendo) große Erfolge feierte und Sony mit viel Missgeschick auch mit mischte, war es nur eine Frage der Zeit, bis sich der Sonic-Konzern wieder zurück meldete. Denn die Idee ist simpel, aber einfach genial – und der Mega Drive hat das Zeug dazu! Bisher verteilte Sega immer nur Lizenzen an Fremdfirmen, die sich dann an einer Mini-Variante versuchten, aber nie das gewünschte Ergebnis brachten. Der Mega Drive Flasback von ATGames orientierte sich zwar am Design der Original Konsole, war aber nicht so Detail-verliebt und auch die Verarbeitungsqualität konnte nicht wirklich überzeugen. Zudem war die Emulation der Spiele miserabel. Tonaussetzer und Input-lag schmälerten das Spielvergnügen. Zu den insgesamt 82 Spielen gesellten sich nicht nur Mega Drive Spiele, sondern auch welche von Master System, Game Gear und Co hinzu. Insgesamt ist die Spielauswahl eher bescheiden und lässt Perlen, wie “Wonder Boy“ und die “…of Illusion“-Reihe vermissen.

Erste Konsole seit 21 Jahren

Gut 30 Jahre nach Einführung des Mega Drives in Japan ist es nun endlich soweit. Mit dem Mega Drive Mini bringt Sega endlich wieder eine Konsole auf dem Markt – und das 21 Jahre nach dem Dreamcast-Release! Die Wiedergeburt einer unvergessenen Konsole ist wunderbar gelungen. Die kleine Konsole ist bis aufs kleinste Detail seinem großen Bruder nachempfunden worden und lässt durch sein einzigartiges Design alte Erinnerungen wieder aufleben. Der Controller ist zum Glück nicht geschrumpft und seinem großen Vorbild ebenbürtig. Dank seiner ergonomischen Haptik liegt er (auch für größere Hände) immer noch hervorragend in der Hand und war bereits anno 1988 seiner Zeit weit voraus. Das Kabel ist jetzt auch ein gutes Stück länger geworden und nicht mehr ganz so steif, wie beim Original. Jetzt könnte man natürlich meckern, warum Sega keine 6-Button-Controller mit beigepackt hat. Aber auch hier erkennt man wieder die Detailverliebtheit des Herstellers. Der 6-Button-Controller erschien erst 1993 in Verbindung mit dem Mega Drive 2. Die erste Ausführung des Mega Drives wurde hierzulande schon immer mit einem 3-Button-Controller ausgeliefert.
Dennoch muss man nicht auf einen guten 6-Button-Controller verzichten. Der Versand-Riese Amazon.de bietet einen guten, wenn auch nur lizenzierten 6-Button-Controller für 19,99€ an.

Die Konsole ist hervorragend verarbeitet und an jedes kleinste Detail wurde gedacht. Der Lautstärkeregler lässt sich verschieben – ist aber natürlich ohne Funktion, da der eigentliche Ton über dem HDMI-Anschluss ausgegeben wird. Demnach ist auch der Kopfhörer-Anschluss direkt darunter nur angedeutet. Das hat bei der Original-Konsole den Hintergrund gehabt, dass über der AV-DIN-Buchse kein Stereo-Ton ausgegeben werden konnte. Der regelbare Kopfhörer-Ausgang gab den Stereo-Ton direkt an einer vorhandenen Stereo-Anlage weiter. Als nettes Gimmick lässt sich auch der Modulschacht an der Mini-Konsole öffnen und selbst die Abdeckklappe für den Erweiterungsport (zum Anschluss eines Mega CD) lässt sich entnehmen. An der linken Seite habe ich sogar exakt 19 Lüftungslamellen gezählt – eben genau wie beim Original – und diese haben die Aufgabe, dass sie auch tatsächlich Wärme abgeben und somit funktional sind.

Der Controller gleicht dem Original wie ein Ei dem anderen. Zum Vergleich habe ich hier einen japanischen Controller mit beigelegt. Die EU-Variante hat aber auch einen hell-grauen Start-Button. Selbst die Anordnung der Schrauben auf der Rückseite sind identisch. Einzig mir aufgefallene Veränderung (Verbesserung) ist, dass das Steuerkreuz nun matt bzw. etwas angeraut ist und sich insgesamt auch etwas besser navigieren lässt. Die 3 Feuerknöpfe hingegen sind mir ein bisschen zu laut, während der Druckpunkt insgesamt ganz gut ist.

Die Ähnlichkeiten zum Sonic-Bundle-Karton von 1992 sind erstaunlich. Teilweise sind sogar die Schriftzüge identisch.

Lieferumfang

– Sega Mega Drive Mini Konsole
– 2x Mega Drive USB-Controller
– Highspeed HDMI-Kabel
– Mini-USB-Kabel (für die Stromversorgung)
– Bedienungsanleitung

Maße der Konsole (BxHxT): 154x39x116mm (Original Mega Drive ca. 280x70x211mm)
Länge des Controller-Kabels: 2 Meter (Original Controller: ca. 1,5 Meter)

Stromversorgung

Ein Netzteil liegt der Mini-Konsole (wie auch schon bei Nintendo und Sony) nicht bei. Da viele moderne Fernseher heutzutage über einen USB-Port verfügen, lässt sich die Konsole auch direkt am Fernseher anschließen und mit Strom versorgen – das hat sich wahrscheinlich auch Sega gedacht und auf eine Beilage verzichtet.
Da aber nicht alle Fernseher bereit sind, ihre Energie mit dem kleinen schwarzen Kasten zu teilen, werden wahrscheinlich einige von Euch um den Erwerb eines USB-Netzteils (5-10€) nicht herum kommen. Bei externer Stromversorgung benötigt Ihr ein USB-Netzteil mit mindestens 1000mA (darf auch höher sein) und exakt 5 Volt.

Die Spiele

Folgende 42 Spiele sind bereits auf der Konsole (EU-Modell) vorinstalliert:
– Alex Kidd in the Enchanted Castle
– Alisia Dragoon
– Altered Beast
– Castle of Illusion (Mickey Mouse)
– Castlevania: The New Generation
– Columns
– Comix Zone
– Darius
– Dr. Robotnik’s Mean Bean Machine
– Dynamite Headdy
– Earthworm Jim
– Ecco the Dolphin
– Eternal Champions
– Ghouls ’n Ghosts
– Golden Axe
– Gunstar Heroes
– Kid Chameleon
– Landstalker (kpl. Deutsch)
– Light Crusader (kpl. Deutsch)
– Mega Man: The Wily Wars
– Monster World IV
– Phantasy Star IV: The End of the Millennium
– Probotector
– Road Rash II
– Shining Force
– Shinobi III: Return of the Ninja Master
– Sonic Spinball
– Sonic the Hedgehog
– Sonic the Hedgehog 2
– Space Harrier 2
– Street Fighter II: Special Champion Edition
– Streets of Rage 2
– Strider
– Super Fantasy Zone
– Tetris
– The Story of Thor (kpl. Deutsch)
– Thunder Force III
– ToeJam & Earl
– Vectorman
– Virtua Fighter 2
– Wonder Boy in Monsterworld (Monsterworld 3)
– World of Illusion (Mickey Mouse & Donald Duck)

Ganze 42 Spiele haben es auf der Mini-Konsole geschafft – darunter auch Erstveröffentlichungen, wie Darius und Tetris. Hier hat das hauseigene M2-Team, das sich bereits für viele Portierungen verantwortlich zeigte, wieder hervorragende Arbeit geleistet.
Die meisten Spiele laufen in Original 60Hz. Nur einige wenige Titel, wie z.B. “Space Harrier 2“ schaffen es nicht ganz so schnell. Aber auch das ist eben Original und war auch schon immer so gewesen.
Insgesamt ist die Emulation als sehr gut anzusehen. Nur eine minimale Eingabeverzögerung bleibt zu beanstanden.

Wie schon bei den Mini-Konsolen von Nintendo, Sony und Co wurde auch hier wieder versäumt, eine elektronische Bedienungsanleitung zu den jeweiligen Spielen beizupacken. Wer Spiele wie „Sonic the Hedgehog“ noch nie gespielt hat, wird sich vielleicht wundern, warum er den Looping schafft – ohne zu wissen, dass es dafür eine „Spin Dash“-Attacke gibt (im Stand runter drücken und wiederholt den Sprung-Button drücken). Kenner würden sich wahrscheinlich gleich heimisch fühlen, während Neulinge sich evtl. überfordert fühlen und sich mit der Materie erst vertraut machen müssen. Aber das macht eben auch den Reiz einer neuen (alten) Spielkonsole aus. :-)

Insgesamt kann sich die Spiele-Auswahl wirklich sehen lassen. Allen voran die grandiosen Mickey and Donald Spiele, die nun zum ersten mal in einer Compilation dabei sein dürfen. Aber auch die beiden Wonder Boy-Spiele: Monsterworld 3 und Monsterworld 4 sind mit von der Party. Letzteres sogar in der lokalisierten englischen Version, das nie offiziell fürs Mega Drive erschienen ist. Außerdem zum ersten mal dabei: “Mega Man: The Wily Wars“. Eine Ansammlung der ersten 3 Mega Man Spiele fürs NES in aufgehübschter 16 Bit-Optik und mit zusätzlichen Levels. Besonders lobenswert ist jedoch der Re-release von “Tetris“, welches noch vor Veröffentlichung aus dem Programm genommen wurde, da die Rechte bei Nintendo lagen (Tetris war damals in Verbindung mit dem Game Boy ein Mega-Seller). Irgendwie haben es dann doch noch einige wenige Exemplare (man munkelt von 10 Stück) nach draußen geschafft. Eine Version tauchte sogar 2011 auf eBay auf und wurde für umgerechnet 11.000€ versteigert (der Sofort-Kaufpreis lag sogar bei 1.000.000 US-Dollar). Neben der Rarität war sicher auch eine Original-Unterschrift des Tetris-Schöpfers “Alexey Pajitnov“ ausschlaggebend für diesen utopischen Preis.
Die Version fürs Mega Drive Mini hingegen orientiert sich nicht direkt an der Mega Drive-Adaption sondern eher an einer Automaten-Vorlage.

Leider lässt die Spiele-Auswahl auch einige Perlen vermissen. Während Sonic 3 noch in älteren Compilationen vorhanden war, ist es jetzt aus lizenzrechtlichen Gründen nicht mehr dabei. Als bekennender Sega-Fan liegen einige Musikrechte immer noch beim bereits verstorbenen Michael Jackson. Auch das fordernde aber wunderschöne Aladdin, dessen Adaption auf dem Mega Drive besser aussah, als auf dem Super Nintendo, und auch spielerisch mehr überzeugen konnte, ist nicht mit dabei. Und das ist wirklich schade. Ebenso fehlt auch “Quackshot starring Donald Duck“, der Arcade-Hit “Outrun“ und der Zelda-Klon “Soleil“. Ein Fußball-Spiel sowie die Wüsten-Strategie “Dune 2“ hätten der Auswahl aber sicher auch nicht geschadet. Dune 2 ist der Vorläufer von “Command & Conquer“ und beeindruckte 1992 mit deutscher Sprachausgabe.

Dafür hat Sega aber an etwas gedacht, was sonst keiner zuvor geschafft hat. Hält man den Start-Button einige Sekunden lang gedrückt, erscheint eine Qicksave-Option, von der aus man auch ins Hauptmenü navigieren kann – und das ganz bequem und ohne aufzustehen. Dabei stehen jedem Spiel 4 Speicherslots zur Verfügung. Das dürfte insbesondere bei fordernden Spielen (schade, dass Aladdin nicht dabei ist) oder welche mit nur einem Speicherslot (Wonder Boy in Monsterworld) zur Gute kommen.

Kleiner Tipp am Rande:
Stellt man die System-Sprache auf “japanisch“ ein, werden sämtliche Spiele in der japanischen Original-Version angezeigt. Aus “Probotector“ wird “Contra Hard Corps“ samt menschlichen Gegnern und bei “Sonic the Hedgehog“ bewegen sich plötzlich die Wolken, während sie in der westlichen Fassung still sind. Bei einigen Spielen (Sonic 2, World of Illusion) gibt es sogar leichte Veränderungen im Levelaufbau. … Mir persönlich haben die japanischen Cover schon immer besser gefallen, aber das Gimmick ist einfach genial! :-)
Achtung: Wer der japanischen Sprache nicht mächtig ist sollte sich vorher die Menüpunkte merken!

Bild & Ton

Ähnlich wie bei den beiden Nintendo Mini-Konsolen gibt es auch hier verschiedene Bild-Modi. Die Menü-Strukturierung ist jedoch grundlegend anders aufgebaut.
Insgesamt gibt es 2 Bild-Modi (Original 4:3 und Vollbild 16:9), die mit einem zusätzlichen Retro-Filter per C-Button zugeschaltet werden können.
Wie man es vielleicht vermuten mag, simuliert der Retro-Filter einen klassischen Röhren-Fernseher-Look aus längst vergangenen Tagen: Farben und Kontrast werden herunter gedreht und Scanlines hinzugefügt. Dadurch wirkt das Bildgeschehen insgesamt „schwammiger“. Allerdings ist das für meinen Geschmack doch etwas zu „schwammig“ geraten, so dass ich ihn schnell wieder deaktiviert habe.
Der Original 4:3-Modus dagegen ist gestochen scharf, mit hohem Kontrast und kräftigen Farben. Um das Original-Seitenverhältnis beizubehalten wird ein seitlich leicht eingeschränktes Bildverhältnis gegeben.
Der Vollbild 16:9-Modus streckt das Bild zusätzlich und füllt somit moderne 16:9 Bildschirme aus. Doch das Rad ist dann nicht mehr rund, sondern oval. ;)

Wer mag, kann noch ein Hintergrundmotiv hinzufügen, dann wird aus den schwarzen Seitenrändern ein buntes Spektakel. Vielleicht zu Bund und zu irritierend für meinen Geschmack, was zudem auch leicht vom Spielgeschehen ablenken könnte. Insgesamt ist die Auswahl aus insgesamt 2 Hintergrundmotiven doch sehr marginal (beim Super Nintendo Mini waren es immerhin 12). Zudem wirken die auch nicht sonderlich schön, sondern eher störend. Da bevorzuge ich doch lieber den klassischen Schwarz-Look.

Der Ton wirkt etwas gedämpft und kommt dem klassischen Mega Drive doch erstaunlich nahe. Hier wirkt nichts künstlich aufgepeppt. Die Synthesizer-Klänge fetzten und die Stimmen kratzen immer noch, so wie man es eben vom Mega Drive gewohnt ist.

Andere Versionen

Der Sega Mega Drive Mini erschien nahezu weltweit in verschiedenen Variationen.
Die JP, US und EU-Version unterscheiden sich optisch und inhaltlich voneinander. Die australische Version ist mit der EU-Version identisch.

Wer mag, kann seinen Mini Mega Drive noch mit einem Sega CD und einem 32x-Aufsatz aufrüsten. Diese sind zwar ohne Funktion und dienen ganz allein der Optik, machen aber das System (dank Mini-Spiel-Modul) komplett.

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Konkurrenz

Jedes Jahr pünktlich zum Weihnachtsgeschäft wird eine neue Mini-Konsole auf dem Markt gebracht. Anfangs noch als nettes Gimmick für Sammler und Fans gedacht, entpuppt sich die Mini-Reihe mittlerweile zum beliebten Franchise.
Nachdem überraschenden Erfolg des “Nintendo Classic Mini NES“ folgte ein Jahr darauf das “Nintendo Classic Mini Super Nintendo“. Aus den anfänglich kleinen Fehlern hat Nintendo schnell gelernt und legte noch einen zweiten Controller mitsamt längeren Kabel bei. Ein weiteres Jahr darauf folgte Sony mit der “PlayStation Classic“. Auch die Konsole konnte optisch sehr überzeugen, fiel aber inhaltlich gnadenlos durch. In diesem Jahr war dann endlich Sega an der Reihe und versuchte mit einem besseren Preis und einer größeren und gut durchdachten Spiele-Auswahl das ganze noch mal zu toppen. Insgesamt packt Sega 42 Spiele auf seine Mini-Konsole und überbietet somit die Konkurrenz um Längen. Die Zahl 42 mag vielleicht auch ein Seitenhieb auf Nintendo sein. Nintendos jüngste Mini-Konsole, das Super Nintendo, brachte es gerade mal auf 21 Spiele – also genau die Hälfte mit der der Mega Drive nun aufwarten kann. Vielleicht versucht Sega jetzt zumindest in der Mini-Variante wieder Boden gut zumachen, was ihnen in den frühen 1990er Jahren (als ewiger Zweiter) nie gelungen ist. Mit mehr Detailverliebtheit und deutlich längerem Controller-Kabel ist Ihnen das zumindest jetzt auch ansatzweise gelungen. Die Spiele-Auswahl mag wie so oft Geschmackssache sein. So hat jede Konsole seine ganz eigenen Exklusiv-Titel, die auch heute noch begeistern können.

Einziger Wermutstropfen wäre vielleicht, dass der Mega Drive Mini ganz normale Kunststofffüße aus Hard-Plastik hat. Beim Original waren sie gummiert und auch bei Nintendo (Gummi) und Sony (Filz) sind sie ihren Originalen nachempfunden worden.

Persönliches Fazit

Mit ihrer aktuellen Konsole scheint Sega wieder alles richtig zu machen. Das Design des Mega Drive ist einfach zeitlos und weis auch in der Mini-Variante zu gefallen. Die Verarbeitung ist top und orientiert sich dank seiner Detailverliebtheit 1:1 an das Original.
Mit einem fairen Preis, großartiger Spiele-Auswahl und einer hervorragenden Verarbeitung schafft es der kleine Riese auf dem wohlverdienten Sieger-Treppchen.

Pro:

+ Top Verarbeitung, exakter Nachbau des Originals
+ hervorragende Emulation
+ 42 vorinstallierte Spiele
+ viele großartige Spiele
+ einige Spiele kpl. in Deutsch
+ inkl. japanische Original-Versionen
+ Multiplayer möglich
+ 2 Bildmodi: Original 4:3 + Vollbild 16:9, inkl. Retro-Filter
+ 2 Controller beiliegend (exakter Nachbau des Originals)
+ Controller kompatibel mit Windows-PC
+ langes Controller-Kabel
+ Start-Knopf ersetzt Reset-Button
+ Original Sega (kein „Lizenz-Schrott“)

Kontra:

– zu starker Retro-Filter
– nur 2 langweilige Hintergrundbilder
– keine elektronische Bedienungsanleitung zu den Spielen
– keine zusätzlichen Spiele installierbar
– USB-Netzteil (1000mA/5V) muss separat erworben werden

Wo kaufen?

Der Sega Mega Drive Mini ist am 04. Oktober 2019 zu einem Preis von 79,99€ (UVP) erschienen. Bei Media Markt, Saturn und Amazon hat sich der Preis jedoch relativ früh schon auf 72,99€ eingependelt. Media Markt Club Mitglieder konnten sich die Konsole bereits zum Release-Tag zu einem Vorteilspreis von 65,69€ sichern. Der 10%-Vorteilsrabatt kam durch die Club-Tage zustande.
Da die derzeitige gute Verfügbarkeit nicht den Eindruck einer strengen Limitierung macht, dürfte sich in der nächsten Zeit (Black Friday?) wieder eine gute Chance anbahnen.

SEGA Mega Drive Mini (Konsole)
Plattform: Electronic Game, Sega Genesis

Amazon.de Preis (automatisch aktualisiert): EUR 72,99
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@schnitzel | Deals: 362    Hot Votes erhalten: 3690    Kommentare: 3008
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20 Kommentare

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  1. Profilbild von Slif3r

    @slif3r | Deals: 36    Kommentare: 561
    (Community: Profil | An Slif3r senden: Nachricht / Bonuspunkte)

    Glückwunsch zum Neuzugang in deiner Sammlung + Danke für die ausführliche Rezension :thump_up:

  2. Profilbild von The-Lion-King

    @the-lion-king | Deals: 1517    Kommentare: 6559
    (Community: Profil | An The-Lion-King senden: Nachricht / Bonuspunkte)

    Danke für die ausführliche Review, aber der ganze Mini Hype juckt mir Null in den Fingern.

    Naja wenigstens hat man mit der Nintendo Online Family Mitgliedschaft jetzt SNES & NES Games
    mit dabei. Damit bin ich bestens bedient. F-Zero & The Good Old Mario Kart :D :love: :lol:

  3. Profilbild von ralf55

    @ralf55 | Deals: 158    Kommentare: 5833
    (Community: Profil | An ralf55 senden: Nachricht / Bonuspunkte)

    Jawoll! :thump_up:

  4. Profilbild von Traumwandler

    @traumwandler | Deals: 5    Kommentare: 1535
    (Community: Profil | An Traumwandler senden: Nachricht / Bonuspunkte)

    Danke für die schöne Review! :D :thump_up:

  5. Profilbild von hal9000b

    @hal9000b | Deals: 15    Kommentare: 2183
    (Community: Profil | An hal9000b senden: Nachricht / Bonuspunkte)

    Klasse Review! Hätte direkt Lust eine zu kaufen.
    Noch paar Infos zu lohnenden Spielen aus dem 42 Fundus fände ich hilfreich. Die meisten kenne ich überhaupt nicht.

  6. Profilbild von MarcusDD

    @marcusdd | Deals: 5    Kommentare: 2023
    (Community: Profil | An MarcusDD senden: Nachricht / Bonuspunkte)

    Eine wirklich grandiose Mega Review :thump_up: Super Arbeit und vielen Dank dafür. Der Sega ist schick, auch wenn ich vorerst beim SNES Mini bleibe.

  7. Profilbild von AK Bear

    @akbear | Deals: 6    Kommentare: 105
    (Community: Profil | An AK Bear senden: Nachricht / Bonuspunkte)

    Bei der ausführlichen Anleitung kann man nur ein TOP geben.Meines Erachtens auch recht objektiv geschrieben,was sehr angehenehm ist (aber du hast ja scheinbar auch alle Minis zum Vergleich).

  8. Profilbild von schnitzel

    @schnitzel | Deals: 362    Kommentare: 3008
    (Community: Profil | An schnitzel senden: Nachricht / Bonuspunkte)

    Die besten Mega Drive Spiele (…by schnitzel :D )

    Castle of Illusion (1990)
    Ein Frühwerk auf dem Mega Drive und einer der besten Disney-Spiele aller Zeiten! Nicht zu schwer, nicht zu leicht und eine (für damalige Verhältnisse) wunderschöne Grafik. 2013 erschien sogar ein Remake für PS4, Xbox360 und PC.

    World of Illusion (1992)
    Nur zwei Jahre später erschien die grandiose Fortsetzung World of Illusion. Diesmal ist Mickey nicht allein, sondern hat Verstärkung in Form der quasselnden Ente mit gebracht. Je nachdem für welche Spielfigur ihr euch entscheidet; ob mit Mickey oder Donald oder beide zusammen (2-Spieler-Simultan-Modus), verändert sich der Spielverlauf. Aufgrund des niedrigen Schwierigkeitsgrades und des Passwortsystems, ist das Spiel auch für Anfänger bestens geeignet. Ich hab das Passwortsystem allerdings nie benutzt, da man es auch so mühelos und ohne großen Zeitaufwand beenden kann.

    Tiny Toon Adventures (1993)
    Konami war damals bekannt für seine hochkarätigen Spiele und scheute auch vor teuren Lizenzgebühren nicht zurück. Jedes System, egal ob auf Game Boy, NES, Super Nintendo oder Mega Drive bekam ein eigenes Tiny Toon-Spiel spendiert. Auf dem Mega Drive erinnert das Spiel ein bisschen an Super Mario Bros. 3. So gibt es z.B. eine Oberwelt-Karte mit alternativen Abzweigungen, versteckte Geheimgänge in den Levels, eine Speicherfunktion und Mörchis. Sobald man 100 Stück davon gesammelt hat, gibt es ein Extra-Leben. Auf dem Super Nintendo spielte sich Tiny Toons grundlegend anders. Für mich gehört Tiny Toon Adventures zu einer der besten Jump`n Runs, das leider immer zu wenig Aufmerksamkeit bekommt und in keiner Compilation bislang dabei war.

    Virtual Racing (1994)
    Nintendo hat es mit Star Fox vorgemacht: Dank eines zusätzlichen Chip auf dem Modul wurde aus den altbewährten 2D-Konsolen (einfache, aber für damalige Verhältnisse beeindruckende) 3D-Polygon-Grafiken heraus gezaubert. Damals noch untexturiert und nackt. Virtual Racing sollte ursprünglich 279 DM kosten, wurde aber schon kurz nach Release offiziell auf 199 DM runter gesetzt. Heute bekommt man ein gut-erhaltenes und komplettes Exemplar schon für unter 30€. Später erschien noch eine überarbeitete “Deluxe Version“ auf dem gefloppten Mega Drive-Aufsatz “32x”, mit mehr Strecken und mehr Fahrzeugen.

    Desert Strike / Jungle Strike / Urban Strike (1992-1994)
    Hab die Spiele nie gespielt, aber sie gehören zum Mega Drive, wie Final Fantasy zum Super Nintendo. Dank der schnelleren CPU laufen die Helikopter-Spiele flüssiger als auf dem Super Nintendo.

    Vectorman 1+2 (1995+1996)
    Segas Antwort auf Donkey Kong Country, …wenn auch nicht ganz so gut. Ein Spätzünder auf dem Mega Drive mit gerendeter Grafik. Eigentlich ein gutes Spiel, erschien aber viel zu spät – als die 16 Bit-Ära schon fast vorbei war. Im gleichen Jahr erschien auch Resident Evil und Tomb Raider für die PlayStation.

    Red Zone (1994)
    Ähnlich wie die Strike-Reihe, aber mit richtiger Vectorgrafik. Das Spiel ist kpl. in 3D gehalten und erlaubt sogar Söldner-Ausflüge zu Fuß. Auch das Intro kann sich sehen lassen und vermittelt ein beklemmendes Gefühl des kalten Krieges.

    Toy Story (1995)
    Gibt es zwar auch auf dem Super Nintendo – ist aber technisch ein absolutes Meisterwerk! Die 2D-Levels sind sehr abwechslungsreich und komplett in 3D gehalten. Es gibt sogar im späteren Verlauf ein 3D-Labyrinth ala Doom (nur ohne Gewalt). Leider auch bockschwer. 32 Mbit.

    Pocahontas (1996)
    Auch diese Disney-Umsetzung erschien relativ spät fürs Mega Drive, …und das sieht man dem Spiel auch irgendwie an. Wunderschöne feingezeichnete Grafiken in einer natürlichwirkenden ländlichen Umgebung, wie man sie nur selten auf dem Mega Drive gesehen hat. Dank der kurzen Spielzeit (inkl. Passwort-Funktion) und dem niedrigen Schwierigkeitsgrad auch für Anfänger geeignet. (Pocahontas war mein letztes Mega Drive Spiel, welches ich mir erst 2017 zugelegt habe)

    Super Street Fighter 2 (1993)
    Der letzte Teil der 16 Bit-Prügel-Orgie ist auch eines der besten „Hau-drauf“-Spiele fürs Mega Drive. Mit 40 Mbit galt es auch lange Zeit als größtes Mega Drive-Spiel, bis es 2010 von Pier Solar abgelöst wurde. In der Regel hatten Mega Drive und Super Nintendo-Spiele nur 8-16 Mbit. Einige Ausnahmen vermachten dann auch mehr (z.B. Donkey Kong Country, 32 Mbit). … Pflichtkauf für Beat´n´Up-Fans und Sammler der 16-Bit-Konsole!

    Dune 2 (1992)
    Noch bevor Command & Conquer erschien, brachten die Westwood Studios dieses EchtzeitStrategie-Spiel heraus. Zudem ist es auch das erste Videospiel mit deutscher Sprachausgabe!

    Mega Man – The Wily Wars (1994)
    Einer der seltensten Spiele fürs Mega Drive. Es sind allerdings auch Reproduktionen im Umlauf, die das Zocker-Vergnügen ein bisschen günstiger machen. The Wily Wars beinhaltet die ersten 3 Mega Man-Spiele des NES in überarbeiteter Form. Heute ein begehrtes und teures Sammler-Stück!

    Sonic 1-3 (1991-1994)
    Niemand war so cool wie Sonic. Der blaue Igel mit seinen roten Turnschuhen zeigte eindrucksvoll, was der Mega Drive auf dem Kasten hatte und avancierte zum schnellsten Jump´n´Run-Helden aller Zeiten. Dank der schnelleren CPU waren auch schnellere Levelabschnitte ganz ohne Ruckeln möglich und sollte Mario (das Super Nintendo war nur halb so schnell) eins das Fürchten lehren. Sonic & Knuckles hatte sogar eine Lock-Up-Funktion, in der es durch Aufstecken von Sonic 1, 2 oder 3 möglich war, den neuen Charakter Knuckles zu spielen. Dadurch war es insbesondere bei Sonic 3 möglich, völlig neue Levelabschnitte zu begehen. Die Kombination Sonic 3 & Knuckles sollte ursprünglich 1 Spiel sein, wurde aber aufgrund von Speicherproblemen auf zwei separaten Modulen verteilt.

    Landstalker (1992)
    Was dem Super Nintendo sein Zelda war, war dem Mega Drive sein Landstalker. Ein isometrisches Action-Adventure mit gewöhnungsbedürftiger Steuerung. Inkl. dt. Texte und Batteriespeicher. Es gab auch noch weitere erwähnenswerte Action-Adventures, wie Soleil und Story of Thor. Beide verfügen über dt. Bildschirmtexte und eine Batterie-Speicherfunktion. Letzteres sieht aber auch grafisch einfach umwerfend aus (zumindest für Mega Drive-Verhältnisse).

    Shinnig Force 1+2 (1992+1993)
    Strategie-RPG ala Fire Emblem. Der 2. Teil soll in allen Belangen besser sein, als der Erste. Und der Erste war schon nicht schlecht. Sehr textlastig, aber leider nur in englischer Sprache. Batterie-Speicher.

    Lemmings 1+2 (1991+1993)
    Einzigartiges Spielkonzept, abseits des Mainstream (die 16 Bit-Genration war ja bekannt für seine Jump´n´Run-Vielfalt ;) ). Der zweite Teil hat eine Passwort-Funktion und ist weitaus umfangreicher.

    Theme Park (1994)
    Nicht die beste Version, aber ein erwähnenswerter Titel auf dem Mega Drive. Wirtschaftssimulationen und Aufbauspiele gibt es nur wenige auf Segas 16-Bitter. Passwort-Funktion.

    Gunstar Heroes (1993)
    Die Vorzeige-Ballerorgie auf dem Mega Drive, wäre auf dem Super Nintendo wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen. Hab´s nie gespielt, da mich das Genre nie interessiert hat. Soll aber gut sein. Pflichttitel fürs Mega Drive!

    Comix Zone (1995)
    Bockschweres Comic-Beat´n Up, dass mit seinem einzigartigen Grafik-Konzept heute noch seinesgleichen sucht. Das Spiel ist wie ein Comic aufgebaut. Wirklich sehr originell gemacht.

    Shinobi 1-3 (1989-1993)
    Die einen finden es gut, …ich finde es langweilig. Gehört aber sicher zu eines der besseren Spiele fürs Mega Drive. Schicke Grafik und cooler Sound, aber keine Speicherfunktion.

    Wonderboy in Monsterworld (1991)
    Vom einfachen Jump´n´Run-Helden zur ausgeklügelten Action-Adventure-Ikone. Wonderboy hat eine Menge Veränderungen durchgemacht. Und das tat dem Wunderknaben auch sichtlich gut. Dragons´s Trap (PCE: Dragon´s Curse) und Monsterworld 3 zählen zu den besten Teilen des Serien-Helden. Während erstgenanntes bereits ein Remake spendiert bekommen hat, ist Monsterworld einzig und allein auf dem Mega Drive erhältlich (die abgespeckte Master System Version mal außen vorgenommen). Hier kam auch zum ersten mal die Ocarina zum Einsatz, bevor sie später von Nintendo in Zelda: Ocarina of Time (1998) wieder verwendet wurde. Der 6. und letzte Teil der Reihe (Monsterworld IV) erschien ausschließlich nur in Japan und ist heute ein begehrtes Sammlerstück.

    Misadventure of Flink (1994)
    Bereits mit Puggsy hat Psygnosis schon ein glückliches Händchen bewiesen. Flink sieht mindestens genauso gut aus und spielt sich auch hervorragend. Leider hat man vergessen hier eine Passwortfunktion hinzuzufügen. Erschien ausschließlich in Europa und ist heute ein gesuchtes Sammlerstück.

    Lost Vikings (1993)
    Ein Jump´n Run mit Knobeleinlagen, dt. Bildschirmtexten und Passwort-Funktion (erschien zu erst auf dem Super Nintendo und später dann fürs Mega Drive). Ziel des Spiel ist es, die drei Wikinger zum Level-Ausgang zu führen. Dabei ist jede Menge Geschicklichkeit, Knobelei und Teamwork gefragt, denn nur zu dritt können sie es schaffen den Ausgang zu erreichen. 1-2 Spieler. Der zweite Teil erschien ausschließlich nur für Super Nintendo und der PlayStation.

    Rolo to the Rescue (1992)
    Ähnlich wie bei den Lost Vikings handelt es sich auch bei Rolo to the Rescue um ein Knobel-Jump ´n´Run – jedoch mit mehr Jump´n´Run-Einlagen. Auch hier ist Teamwork gefragt. Insgesamt gibt es 4 tierische Helden, die sich gegenseitig zum vorankommen unterstützen müssen. Insgesamt gibt es über 100 Levels und eine Oberwelt-Karte, die wie ein Puzzle nach und nach zusammengesetzt wird. Leider hat man auch hier wieder vergessen, eine Speicherfunktion hinzuzufügen. Die ElectronicArts-Module sahen grundlegend anders aus, als die typischen Mega Drive-Module. warum das so war, habe ich bis heute nicht begriffen.

    Another World (1991)
    Another World habe ich erst sehr spät kennen und schätzen gelernt. Es ist ein sehr außergewöhnliches und schönes Spiel, dass mit seinem einzigartigen Grafikkonzept für eine gute Atmosphäre sorgt und selbst heute noch überzeugen kann. Dank Passwort-Funktion, fair gesetzte Rücksetzpunkte und unendlich Continues kann man es auch rasch durchgespielt.

    Aladdin (1993)
    …ist sicher einer der schönsten Spiele fürs Mega Drive, welches sich zudem auch stark an der Film-Vorlage hält – gespickt mit jeder Menge Gags. Die Super Nintendo-Variante von Capcom war nicht so schön und lag auch bewertungstechnisch unter der Mega Drive-Adaption.

    Gauntlet IV (1993)
    In der Spielhalle ein Hit und auf dem C64 legendär: Gauntlet erschien auf über 20 Plattformen! Der 4. Teil erschien exklusiv fürs Mega Drive und kann sich ebenfalls gut sehen lassen. Als einer der ganz wenigen Mega Drive-Spiele hat es einen 4-Spieler-Simultan-Modus und eine Passwort-Funktion.

    Pier Solar (2010)
    Nach über 10 Jahren erschien mit Pier Solar wieder ein Mega Drive Spiel. Mit 64 Mbit Modulkapazität war es auch das größte überhaupt. Das Spiel gibt es in mehreren Bildschirmsprachen, einschließlich Deutsch, und wurde direkt über der Hersteller-Seite angeboten. Dank der großen Nachfrage und dem Erfolg erschienen später auch aufgepeppte Umsetzungen für Dreamcast, Xbox360/One, Playstation 3+4, Vita, WiiU und PC. Das Original ist und bleibt aber die Mega Drive-Version.

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      @schnitzel | Deals: 362    Kommentare: 3008
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      @hal9000b …anbei mal meine persönliche Zusammenstellung für die besten Mega Drive Spiele. :D
      Leider haben es nicht viele auf dem Mega Drive Mini geschafft, aber was ich auf jeden Fall empfehlen kann sind „Castle of Illusion“ und „World of Illusion“ (auch zu zweit genial), sowie „Wonder Boy in Monsterworld“ und „Monsterworld IV“. …und wer weiß, vielleicht gibt es sogar bald die Möglichkeit, dass man zusätzliche Spiele drauf zu packen. 8)

    • Profilbild von hal9000b

      @hal9000b | Deals: 15    Kommentare: 2183
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      Wow. Hast du das heute getippt oder bereits gespeichert gehabt? Das ist enorm. Herzlichen Dank!

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      @schnitzel | Deals: 362    Kommentare: 3008
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      Nein :D …das hab ich schon abgespeichert gehabt. Bin nur nochmal kurz drüber gegangen.

  9. Profilbild von nakedchef

    @nakedchef | Deals: 0    Kommentare: 187
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    MIr persönlich gefiel „damals“ Zero Tolerance noch sehr gut. 3D/Ego Shooter sind und waren zwar nie so mein Ding, aber dieses Spiel war damals der Grund, mich für das Mega Drive und gegen das SNES zu entscheiden.

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      @schnitzel | Deals: 362    Kommentare: 3008
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      Zero Toleranz habe ich auch noch in meiner Sammlung, …hab es aber schon lange nicht mehr gesehen…, und Bloodshot.
      Es soll sogar ein Duke Nukem 3D auf Segas schwarzer Kiste geben.

  10. Profilbild von Andy1974

    @andy1974 | Deals: 10    Kommentare: 598
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    Gods und Story of Thor waren damals auch super auf dem Mega Drive.

  11. Profilbild von nakedchef

    @nakedchef | Deals: 0    Kommentare: 187
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    Ich empfand „Story of Thor“ als die erwachsenere Variante von Zelda. Hat schon ordentlich Spaß damals gemacht.

  12. Profilbild von schnitzel

    @schnitzel | Deals: 362    Kommentare: 3008
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    Was mich an Story of Thor so ein bisschen abschreckt, sind die Prügel-Einlagen. … Ich gebe dem Spiel aber gerne noch mal ein Chance …irgendwann. … Auch Soleil würde ich mal gerne wieder spielen. So inhaltlich kann ich mich gar nicht mehr an das Spiel erinnern. Ich weiß nur, dass es damals Spaß gemacht hat.

  13. Profilbild von schnitzel

    @schnitzel | Deals: 362    Kommentare: 3008
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    Schön, dass diese Review doch noch die 100 Grad geschafft hat und schon anfängt zu brennen. :-) :thump_up: … Hab mit Fotos und allem drum und dran knapp 20 Stunden dafür gebraucht. :p

  14. Profilbild von berlinhimmel

    @berlinhimmel | Deals: 92    Kommentare: 543
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    Gelungene Review mit viel Background.

    Bei mir gab es auch mal so eine heiße Konsolenphase, nachdem ich mich von der Nintendowelt etwas lösen konnte und mir dann auch mal eine Playstation (1) zugelegt habe neben einem Nintendo 64 und div. Gameboys (Pocket, Color, Advanced)
    Aber ein echtes Highlight war für mich dann die Dreamcast gewesen. Eine Konsole mit der man auch in das Internet konnte. Als dann noch Shenmue rauskam… War das ein echter Augenschmaus für die damalige Zeit. Hatte mir auch div. Zubehör gekauft wie eben die Speicherkarte mit dem Display oder die Tastatur.

    Meine vorerst letzte Konsole war dann die erste XBox. Danach löste sich meine Konsolensucht langsam in Luft auf.
    Irgendwann bekam ich dann eine ausgediente PS3 geschenkt, die ich aber am Ende mehr für BluRays genutzt habe um ein weiteres Abspielgerät im Schrank zu sparen. Seit wenigen Monaten ist es nun eine PS4. Ich denke aber öfter an die alten Konsolen zurück. Mal sehen wann ein N63 Mini rauskommt. Ich glaub da kann ich dann nicht mehr wiederstehen. Genial währe auch, wenn sie dann noch den transparenten farbigen Look hätten wie damals. Wobei ich die dunkle Konsole hatte, die transparenten Modelle kamen ja erst später auf den Markt und ich hatte damals den N64 schon zum Marktstart.

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