The-Lion-King

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    His & Hers Miniserie (Netflix)

    Eine Journalistin untersucht einen Mord in ihrer Heimatstadt und stößt dabei auf einen verdächtigen Detektiv.
    Jede Geschichte hat zwei Seiten – einer lügt.

    Diese Miniserie ist ganz großes Kino & meiner Meinung nach noch besser als Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery & Task zuletzt.

    Das Whodunit Genre bekommt eine neues Comeback & schafft es auch hier ganz falsche Spuren & Fährten zu legen und
    zieht dadurch genau seine Faszination über die gesamte Laufzeit. Ich dachte am Ende von Folge 1 bereits dem Täter
    auf die Schliche gekommen zu sein & war mir sicherer als bei anderen Genrevertretern zuvor. Betonung auf „Dachte“ !!!

    Creator William Oldroyd schafft in His & Hers zu großen Teilen an die Serie Ozark zu erinnern.
    Sei es der Look, die Versteckspiele oder die geschickt platzierten Täuschungsmanöver. Ich fühlte mich wieder wie zu Hause.

    Hinzu kommt ein hervorragend besetzter Cast, der mit Jon Bernthal & Tessa Thompson ein Duo bietet, das großartig aufspielt.
    Zum erweiterten Cast gehören u.a. noch Pablo Schreiber, Marin Ireland, Rebecca Rittenhouse, Sunita Mani & Jamie Tisdale.

    Ich konnte einfach nicht abschalten bei der knackigen Laufzeit von ca. 40 Minuten je Folge. Genau dafür liebe ich Miniserien.
    Es wird schnell etwas auf den Punkt gebracht, aber die letzten 20-25 Minuten der Gesamtauflösung sind die positive Überraschung.

    09/10 Whodunit

    #257299
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    La cocina (Mubi)

    Das Leben in der Küche eines New Yorker Restaurants, in dem sich Kulturen aus aller Welt während der Mittagszeit vermischen.

    Wer die Serie The Bear liebt, der wird auch mit La cocina seine pure Freude haben.

    Ein Film über das (Über)leben an einem multikulturellen Arbeitsplatz zwischen Angst, Zweifel, Wut, aber auch der Suche nach Hoffnung.
    Vor allem die Performance von Raúl Briones & Rooney Mara sind richtig stark und untergraben die Zweiklassengesellschaft.

    Das Bildformat & der schwarz-weiß Look sind ein wichtiger Teil der Inszenierung: Es wechselt zwischen dem engen
    4:3-Format (fast quadratisch, wie ein TV) innerhalb der Küche, um Enge und Isolation zu betonen, und dem breiteren
    16:9-Format (oder 1,85:1), wenn die Charaktere die Küche verlassen, was ein filmischeres Gefühl vermitteln soll.

    Dieser Wechsel verdeutlicht die klaustrophobische Atmosphäre des Arbeitsplatzes im Gegensatz zur Außenwelt,
    aber auch während den Pausen der Darsteller lernt man andere Seiten kennen – wächst oder entfernt sich noch weiter voneinander.

    Am Ende zeigt La cocina wie aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird, obwohl der Fehler ganz wo anders lag. Regisseur Alonso
    Ruizpalacios zeigt hier das schwierige Leben von Immigranten, die eigentlich nur auf der Suche nach einem längeren Aufenthalt sind.

    7.5/10 Auswege

    #257297
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    Bird (Mubi)

    Bailey lebt mit seinem Bruder Hunter und seinem Vater Bug, der sie allein in einem besetzten Haus im Norden von Kent
    großzieht. Nach einem Streit haut er ab und trifft auf den sonderbaren Bird, der zu ihrem engsten Vertrauten wird.

    Bird ist ein recht außergewöhnliches Coming of Age Drama geworden, das am Ende sogar mit kleinen Fantasy-Elementen überrascht.

    Regie führt Andrea Arnold, die man u.a. durch die Serie Big Little Lies und den Film American Honey kennt.
    Die Symbolik von Vögeln, deren Eigenschaften & Rolle im Leben wird hier als Stilmittel genutzt und geschickt implementiert.

    Bug ist arbeitslos, und seine neuste Geschäftsidee ist der Verkauf eines halluzinogenen Schleims, den er aus einer
    importierten Kröte namens „the“ gewinnt. Klingt verrückt, ist es auch, aber gerade dadurch bricht Bird das typische Sehverhalten.

    Bird zeigt vernachlässigte Familienverhältnisse, die aufgrund von Gewalt, Drogen & Verwahrlosung immer weiter abdriften.
    Das alles verleiht Bird eine authentischen Grad, der immer wieder zwischen Hilflosigkeit, Wut & purer Freude taumelt.

    Gerade die Figur von Franz Rogowski bietet genug Spielraum, um ihn zu hinterfragen & selbst zu reflektieren.
    Ist er nur ein merkwürdiger Außenseiter oder vielleicht nur eine Einbildung. Das alles kann der Zuschauer für sich entscheiden.

    Zum Cast gehören die talentierte Nykiya Adams, der verrückte Barry Keoghan & der deutsche Underdog Franz Rogowski.
    Besonders dieses Trio macht das insgesamt sehr überzeugend und verleiht Bird einen besonderen Touch, der sich abhebt.

    7.5/10 Spannungen

    #257293
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    Greenland 2: Migration (Kino)

    Die überlebende Familie Garrity muss die Sicherheit des grönländischen Bunkers verlassen und sich auf
    eine gefahrvolle Reise durch die dezimierte gefrorene Einöde Europas begeben, um eine neue Heimat zu finden.

    Kleiner Tipp: Behaltet den 1. Teil in guter Erinnerung, denn besser wird es nicht mehr.
    Teil 2 tritt auf der Stelle. Er versucht krampfhaft noch eine halbwegs glaubwürdige Story zu erzählen, scheitert damit aber.

    Ich denke es hat einen Grund, das außer der letzte Twisters kein neuer guter Katastrophenfilm die Leinwand erblickte.
    Auf der Streamingseite gab es 2025 immerhin mit The Lost Bus einen hervorragenden Vertreter, der aber nicht im Kino lief.

    Greenland 2 ist keine Vollkatastrophe wie Geostorm oder Moonfall zuletzt, aber vielleicht einer der Durchschnittsfilme 2026.
    Ric Roman Waugh hat eigentlich mit Shot Caller gezeigt, was er drauf hat. Nur Gerard Butler reicht hier einfach nicht aus.

    Top Empfehlungen meinerseits wären Take Shelter, The Wave, The Impossible, The Day After Tomorrow oder Snowpiercer.

    05/10 Kometen

    #257290
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    Sirât (Mubi)

    Zusammen mit seinem Sohn begibt sich ein Vater auf die Suche nach der verschwundenen Tochter
    in der Wüste Marokkos und erfährt eine spirituelle Reise durch Schmerz, Stille und Ekstase.

    Sirât ist ein sehr spezielles Werk, getragen von Techno Beats & markerschütternden Ereignissen mit immenser Ausdruckskraft.

    Regisseur Oliver Laxe schafft hier eine Welt & Kombination aus Bildern, Musik & Schicksalen, die man so oft nicht
    zu Gesicht bekommt. Wenn man die tosende Musik auch mal etwas leiser stellt, stört es auch die Nachbarn nicht so sehr.

    Diese Techno Beats sind aber eben auch ein markantes Stilmittel. Am Anfang wundert man sich noch bei der Einführung,
    was das hier werden wird, aber nach den ersten 15-20 Minuten flimmert dann auch erst der Titel über den Fernseher.

    Nicht ohne Grund. Von hier an erlebt man eine Reise, die man nur schwer verkraften kann & die auch etwas mit dir macht.
    Das kann man mögen, muss man aber nicht. Ich verstehe aber die Hingabe für dieses Projekt & das merkt man in jeder Einstellung.

    Sirât punktet mit seiner exzentrischen Musik, den tollen Landschafsaufnahmen & seiner Story, die zeitweise einfach einschlägt.
    Auch die Verwendung von recht unbekannten Charakteren macht Sirât noch mehr zu einem unbeschriebenen Blatt.

    7.5/10 Schmerzen

    #257280
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    Rental Family (Kino)

    Ein amerikanischer Schauspieler in Tokio findet neuen Sinn durch eine ungewöhnliche Arbeit bei einer
    „Mietfamilien“-Agentur, wo er Ersatzrollen für Fremde spielt.

    Rental Family ist ein wahnsinnig tiefgehender Film geworden mit einer berührenden Message. Man lacht, weint,
    schmunzelt & hat einfach eine wunderbare Kinozeit. Das Gefühl zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein.

    Regisseurin Hikari, bekannt durch die Netflix Serie Beef, schafft hier ein so herzensguten Film, bei dem eigentlich
    niemand auf der Strecke bleiben kann. So viele Momente, die sich in dein Gehirn einbrennen werden, weil sie so toll sind.

    Rental Family punktet mit einer herzergreifenden Story, starken Schauspielern und toll eingefangenen Momenten & Aufnahmen.
    Brendan Fraser spielt sich auch nach The Whale noch viel weiter in mein Herz. Er muss es gar nicht mehr erobern.
    Der Mann hat so eine Ausstrahlung, so eine schauspielerische Gabe & so ein gutes Händchen mit seiner Filmauswahl.

    Wie in Rental Family mit dem kleinen, gebrochenen Mädchen & dem älteren Mann umgegangen wird, lässt einfach jedes Eis sofort
    schmelzen. Rental Family geht ins Ohr & ins Herz und wird sich so vermutlich noch lange in meiner Top 10 2026 von Filmen halten.

    09/10 Ersatzrollen

    #257252
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    The Mastermind (Mubi)

    In einer beschaulichen Ecke von Massachusetts um 1970 versucht sich der arbeitslose Tischler JB Mooney als
    Amateur-Kunstdieb und plant seinen ersten großen Coup. Doch der Plan geht schief und sein Leben gerät aus den Fugen.

    The Mastermind besticht mit seinem 70er Jahre Vintage-Look, einem starken Josh O’Connor & lebt von seiner
    musikalischen Untermalung. Selten konnte man ein Filmtitel am Ende der Sichtung mit so viel Ironie versehen, wie hier.

    Man könnte sagen der Film ist trist, langsam & schmucklos, aber gerade dadurch weckt er bei mir eine gewisse Faszination.
    So wirkt selbst der Raub fast als Nebenprodukt, der an der ganzen bodenständigen Umsetzung eigentlich ein Highlight sein sollte.

    Regie führt bei The Mastermind Kelly Reichardt. Neben Hauptdarsteller Josh O’Connor sind auch Alana Haim & Bill Camp dabei,
    die beide aber leider nur sehr wenig Screentime bekommen haben, obwohl hinten ihren Figuren noch so viel Potenzial steckte.

    Ganz am Ende fehlt dem Film etwas Selbsterkenntnis. Er geht zu Ende, lässt aber leider zu viele relevante Fragen offen. Schade !

    07/10 Hinweise

    #257250
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    After the Hunt (Prime)

    Eine College-Professorin befindet sich an einem persönlichen und beruflichen Scheideweg, als ein
    Starschüler einen ihrer Kollegen beschuldigt & ein dunkles Geheimnis aus ihrer eigenen Vergangenheit droht.

    Aufmerksam wurde ich in der Vergangenheit beim Trailer als beim Regisseur der Name Luca Guadagnino fiel.
    Der Mann hat immerhin Call Me by Your Name, Suspiria, Bones and All, Challengers & Queer zuletzt gemacht.

    Vielleicht war gerade deswegen auch meine Erwartungshaltung etwas höher als bei anderen namhaften Kollegen.

    Call Me by Your Name finde ich immer noch teils überbewertet. Suspiria mutig, exzentrisch, aber durchaus gelungen.
    Bones and All fand ich frisch, provokant & speziell. Queer etwas zu eindimensional & Challengers ist mein absoluter Liebling.

    After the Hunt stellt spätestens nach dem Trailer klar, um was es sich handeln wird. Auf welche Seite stellt man sich,
    welche Motive & Indizien werden hervorgezaubert und ist man am Ende noch der gleichen Meinung wie zu Beginn von After the Hunt.

    Die Frage steht & fällt mit der recht prüden, verklemmten und sehr philosophischen Inszenierung.
    Ich mag ausufernde Gespräche, wenn sie intelligent umgesetzt & auch bis zum Ende immer wieder neue Erkenntnisse schaffen.

    Der Cast ist durch die Bank gut besetzt mit u.a. Julia Roberts, Ayo Edebiri & Andrew Garfield.
    Vor allem aber der brillante Nebendarsteller Michael Stuhlbarg hat mich erneut wieder umgehauen mit seiner Performance.
    Michael Stuhlbarg ist pures Geld. Ihn sieht man sonst eher am Serienhimmel leuchten z.B. in Your Honor, Dopesick & The Staircase.

    After the Hunt macht mit seinem aufklärenden Ende immerhin allen Fragzeichen den garaus. So ist er immerhin dahingehend konsequent.

    07/10 Guadagnino’s

    #257240
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    A House of Dynamite (Netflix)

    Im Mittelpunkt dieses fesselnden Dramas stehen die Mitarbeiter des Weißen Hauses, die sich mit
    einem drohenden Raketenangriff auf Amerika auseinandersetzen müssen, während die Spannungen eskalieren.

    Ein schockierendes Szenario, welches so nahbar erscheint, weil es kaum näher an der aktuellen Zeit sein könnte.
    Kathryn Bigelow (Detroit, Zero Dark Thirty & The Hurt Locker) gelingt hier ein Drahtseilakt, der nicht einfach war.

    Die ersten 30 Minuten zeigen eine allgemeine Ausgangslage von mehreren, betroffenen Personen.
    Im Anschluss werden nochmal speziell 3 Leute näher beleuchtet, um uns das Ausmaß mehr und mehr ins Gedächtnis zu rufen.

    Gerade diese Entscheidung macht alles noch steiniger, waghalsiger, aber eben auch nachvollziehbarer durch die
    unterschiedlichen Ansichten, Entscheidungen und Schlussfolgerungen, die zu keinem Zeitpunkt leicht gefallen sind.

    A House of Dynamite besticht mit einem sehr gut Cast. Hier sind u.a. Idris Elba, Rebecca Ferguson, Jared Harris,
    Gabriel Basso, Tracy Letts, Jason Clarke, Brian Tee, Willa Fitzgerald, Renée Elise Goldsberry & Greta Lee mit dabei.

    Die gesamte Thematik ist äußerst heikel & fast schon ein halbes Wunder, das so etwas filmisch durchgewunken wurde.
    Das „Ende“ wird einigen missfallen, anderen vielleicht mehr zusagen. Persönlich hätte ich mir wenigstens einen Ausgang gewünscht.

    Hier verpasst man etwas mit voller Konsequenz auszumalen, aber vielleicht wurde hier auch regelrecht ein „Stop it“ gefordert.
    Man weiß nie wie weit Freiheiten bei Regie, Drehbuch und den Autoren am Ende des Projektes gegangen sind. Es wirkt etwas seltsam !

    08/10 Einschnitte

    #257228
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    She Rides Shotgun („Die Rache der Polly McClusky“) (Prime)

    Als er nach langer Zeit endlich aus dem Gefängnis entlassen wird, muss der ehemalige Neonazi Nate seine Tochter
    Polly beschützen, nachdem ihre Mutter und Stiefvater von seiner ehemaligen Gang Aryan Steel brutal ermordet wurde.

    Ein richtig starker Thriller, der dank guter Buchvorlage & dem Duo Taron Egerton und Ana Sophia Heger auf ganzer Linie überzeugt.

    Regie führte Nick Rowland (Calm with Horses, Ripper Street & Floodlights) nach einem Drehbuch von Ben Collins,
    Luke Piotrowski und Jordan Harper, basierend auf dessen 2017 veröffentlichten gleichnamigem Roman „Die Rache der Polly McClusky“.

    She Rides Shotgun startet durch wie eine nie endende Rakete, die am Ende sogar nochmal härter einschlägt, als erwartet.
    Ein Film alter Schule, der sich auf seine Stärken konzentriert & dir nicht ständig alles erklären muss.

    Die Story hat ein bis zwei überraschende Wendungen, 2 hervorragende Schauspieler, die in ihrer Rolle komplett aufgehen,
    und ein Erzähltempo, dass dich ganz locker die 2h Laufzeit erleben lässt, als wären gefühlt erst 90 Minuten vorbei.

    Ein absoluter Geheimtipp & ein erneuter Beweis, das Taron Egerton ein verdammt guter Schauspieler (geworden) ist.
    Ob in Kingsman, Carry-On, Tetris, In with the Devil, Rocketman oder Eddie the Eagle. Seine Leistung ist immer top.

    08/10 Einschläge

    #257226
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    September 5 (Netflix)

    Während der Olympischen Spiele 1972 in München muss ein amerikanisches Fernsehteam über das Geiseldrama mit
    israelischen Sportlern berichten.

    Gegen den Widerstand der eigenen Nachrichtenabteilung berichtet das ABC-Sports-Team Live über die 21-stündige Geiselnahme.
    Gerade gegen Ende wird es äußerst spannend, denn es geht darum die Unwahrheitheit von der Wahrheit anhand von Beweisen zu trennen.

    Nach Hell & Tides liefert Regisseur Tim Fehlbaum hier wohl seine bisher beste filmische Leistung ab.

    Er zeigt ohne viel Fingerzeigen auf Personen, das der verlängerte Arm der Gesellschaft, die Medien, auch nur ein Instrument
    sind, welche am schnellsten versuchen an wichtige Informationen zu kommen, um Zuschauerzahlen in die Höhe zu treiben.

    Das Attentat zeigte schon damals die Gier nach neuen Informationen und dem Willen nach eindeutiger 100%iger Aufklärung.
    Daran hat sich bis heute nichts geändert, denn aktuelle News aus unserer Welt schockieren täglich noch mehr als damals schon.

    Der Blick hinter die Kulissen eines Senders und der Umgang mit so einer Thematik kann schon mal auf den Magen schlagen.
    Keine leichte Kost, aber der Cast um Leonie Benesch, Peter Sarsgaard, John Magaro & Ben Chaplin machen es etwas erträglicher.

    07/10 Ereignisse

    #257200
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    Ballad of A Small Player (Netflix)

    Als er von seiner Vergangenheit und seinen Schulden eingeholt wird, trifft ein Glücksspieler, der sich
    in Macau versteckt hält, auf einen Gleichgesinnten, der vielleicht der Schlüssel zu seiner Rettung ist.

    Nach Im Westen nichts Neues & Konklave liefert Edward Berger mit Ballad of A Small Player erneut einen sehr starken Film ab.

    Vieles hängt aber auch mit der fantastischen Performance von Colin Farrell zusammen.
    Das wirkt fast wie ein Mix aus The Penguin, John Sugar & The Card Counter mit Oscar Isaac.

    Optisch hat der Film einige bildgewaltige Aufnahmen parat, das ganze Setting wirkt stimmungsvoll & die Musik untermalt das alles
    ebenfalls sehr klasse. Die Thematik reißt dich nicht vom Hocker, das übernimmt dann die konsequente Umsetzung & Inszenierung.

    08/10 Karten

    #257184
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    The Woman in the Yard (WOW/Sky)

    Ramona, die einen Autounfall überlebt hat, bei dem ihr Mann ums Leben kam, muss sich und ihre Kinder vor den
    düsteren Prophezeihungen einer rätselhaften Frau beschützen, die eines Tages im Vorgarten der Familie auftaucht.

    So gut die eigentliche Prämisse ist, verpufft das ganze ziemlich schnell zu einer leichten, filmischen Katastrophe.

    Ich weiß nicht, was mit Regisseur Jaume Collet-Serra hier los war, aber nach überzeugenden Filmen in der
    Vegangenheit mit u.a. Carry-On, The Shallows & vielen L. Neeson Filmen, war das hier doch sehr schlechte Kost.

    Ich ahnte, was vielleicht in der Botschaft liegen könnte, welche ja spätestens im Wikipedia Eintrag zu finden ist,
    aber das alles mag vielleicht noch etwas nachvollziehbar klingen, aber das überträgt sich einfach nicht auf den Zuschauer.

    Dafür fehlt es an Atmosphäre, Schauwerten und einem besonderen Merkmal, dass den Film von so vielen anderen Genrevertretern
    unterscheiden sollte. An den wenigen Schauspielern liegt es nicht, denn mit Danielle Deadwyler ist ihr Part gut besetzt.

    Vielleicht hatten wir aber auch 2025 mit Bring her back, Weapons & Together einfach ein zu starkes Horrorjahr.

    04/10 Grundstücke

    #257182
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    Karate Kid: Legends (Netflix)

    Nachdem er mit seiner Mutter nach New York City gezogen ist, kämpft Kung-Fu-Wunderkind Li Fong damit,
    die Vergangenheit hinter sich zu lassen, während er versucht, sich in sein neues Leben einzufügen.

    Ein solide inszenierter Karate Kid Ableger, der die Reihe nicht mit Füßen tritt, sondern gekonnt erweitert.

    Jonathan Entwistle, bekannt durch die Serien I Am Not Okay with This & The End of the F***ing World,
    schafft hier eine schöne Reunion von Film- & Seriencharakteren in Form von Ralph Macchio & Jackie Chan.

    Die Story ist nettes Beiwerk, hier und da werden ein paar Kämpfe eingestreut, etwas flottere Musik eingespielt
    & New York dient hier als große Plattform. Das alles funktioniert, auch dank dem jüngeren Duo Ben Wang & Sadie Stanley.

    Deren Entwicklung fühlt sich recht organisch an und macht Karate Kid: Legends so etwas menschlicher.
    Sehr gut gefallen hat mir auch Joshua Jackson, der den Vater von Sadie Stanley spielt. Eine nette Sidequest zum Auflockern.

    Insgesamt eine ordentliche Umsetzung, die das Rad nicht neu erfindet, aber durchaus für einen unterhaltsamen Abend sorgen kann.

    07/10 Roundhouse-Kicks

    #257175
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    Der schlimmste Mensch der Welt (Prime)

    Julie, eine Frau, die durch die unruhigen Gewässer ihres Liebeslebens navigiert und darum kämpft,
    ihren Karriereweg zu finden, was sie dazu bringt, einen Blick darauf zu werfen, wer sie wirklich ist.

    Nachdem mich Sentimental Value 2025 so begeistern konnte, war es Zeit einen weiteren Joachim Trier Film nachzuholen.

    Der Film trägt den Untertitel „Julie (in 12 Chapters)“, ist entsprechend in zwölf Kapitel eingeteilt, eingebettet in
    einen Prolog und einen Epilog, und begleitet Julie über mehrere Jahre durchs Leben und ihre romantischen Verstrickungen.

    Ein Film zwischen Melancholie, etlichen Schlägen in die Magengrube, aber nie dem Verlust & Blick für positive Veränderungen.
    Das wird unterstrichen von der einfühlsamen & zu jeder Zeit sympathischen Rolle von Renate Reinsve, die auch hier brilliert.

    Allein die „Matrix“-ähnliche Zeit, bei dem die Zeit still steht, hat den Umstand im besten Sinne perfekt eingefangen.
    Währenddessen die Horrortrips dann mit Zeitlupen ausgeschmückt worden sind. Insgesamt sehr stimmige Stilmittel !

    Der schlimmste Mensch der Welt ist ein typischer Trier Ableger, der dich (zer)bricht, wie ein auf den Boden fallendes Glas.
    „Dennoch sei der Film das prägnante Portrait einer Generation, die vor ihren vielen Möglichkeiten zurückschrecke.“

    8.5/10 Veränderungen

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