DerSchweiger

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    Anora [Sneak Preview]

    Sicherlich ein Film, der spalten wird. Einige Filmportale werfen hier schon die Oscars um sich, das Publikum der Sneak gestern Abend hatte immerhin höfliches (Aus)Lachen zu bieten.

    Ani („Scheiß auf Anora!“) arbeitet als tanzende Prostituierte in einem Rotlichtclub. Ihr Handwerk, und das ihrer Kolleginnen, wird in den ersten Minuten intensiv „beleuchtet“. Hier trifft Ani dann eines Abends auf Vanya, einen russischen Milliadärssohn. Er mag ihren Akzent, sie sein Geld – es gibt Sex hier, Sex da, oben, unten und von hinten.
    Nach einer gemeinsamen Silvesternacht bietet er Ani an, sie exklusiv für eine Woche buchen zu wollen. (Hoppla, hatten wir so einen Film nicht schon?)
    15.000 Dollar gibt sie vor, er kontert „Du bist dumm, ich hätte Dir 30.000“ gegeben. Tada… so sprechen junge Liebende offenkundig miteinander.
    Die Woche vergeht mit viel Sex, Drogen und Computerspielen. Dann macht Vanja Ani einen Heiratsantrag – er möchte dadurch Amerikaner werden und der Heimkehr nach Russland entgehen, wo sein Vater möchte, dass er nun arbeiten soll.

    Nach der Hochzeit dann aber das böse Erwachen: Vanjas Eltern sind nicht sonderlich begeistert über den Unsinn ihres Sohnes und heuern drei armenische Aufräumer an, die Ehe annullieren zu lassen.
    Dabei haben sie aber die Rechnung ohne Ani gemacht, die sich strikt weigert, sich von ihrem „liebenden“ Ehemann scheiden zu lassen.

    Mit 140 Minuten ist der Film übertrieben lang. Dabei schaut man locker die ersten vierzig Minuten gefühlt eine Zusammenreihung von Ticktock Videos über die Liebeslust junger Menschen mit unendlich viel Geld in der Hosentasche an (kein Neidgedanke!).
    Das ist zuweilen unerträglich anzuschauen. Dazu oute ich mich als konservativen Ticktock, Twitch, X Nichtnutzer, kann mich also in dieses Stilmittel nicht einfinden. Menschen mit modernerem Zeitgeist haben da möglicherweise ihre Freude – wenn das nichts nutzt, dann zumindest die meist unbekleideten jungen Damen – und ja, an der Stange können die offensichtlich was.

    Und hier kommen wir zum zweiten Dilemma: Das Schauspiel wirkt, als hätte man die Personen tatsächlich aus diesen Rotlichtkabinen geholt. Kann man ja machen, dann wirkt es immerhin authentisch – schlimm wird es aber, wenn gefühlte 45 Minuten des Films lose improvisiert wirken. Ganz schlimmes Laientheater!

    Der Film ändert sich, als Vanja und Ani zu Hause aufgesucht werden und es für beide deutlich beragab zu laufen scheint.
    Tatsächlich hatte ich ab hier große Hoffnung: Was, wenn es die Typen ernst meinen?
    Tatsächlich aber zieht hier nun Klamauk ein, stellenweise aber auch netter und passender Humor. Plötzlich wird Ani ein Charakter. Spürbar aber unendlich nervig und realitätsverweigernd.
    Die „Gauner“ sind Stereotype, die auf Dauer des Films keine Entwicklung erfahren dürfen. Einzig Igor darf etwas Tiefe präsentieren.
    Die übrigen 100 Minuten wird sich quer durch den Film geflucht, geschrien, gekratzt, gekotzt, geflucht, geschrien…. usw. Authentisch? Ja, mag sein.

    Die Moral von der Geschicht´ finde ich tatsächlich spannend eingefangen.
    Spoiler!! Wenn Vanja Ani fragt, was sie an ihm gut findet und sie erwidert, dass es einzig sein Geld sei, dann drückt der zwanzig Sekunde später folgende Heiratsantrag mitsamt ihrem „JA“ ziemlich genau die Wertvorstellung beider Charaktäre aus (Ich würde nicht so weit gehen, und hier eine generelle Gesellschaftskritk zu unterstellen – aber vielleicht lebe ich auch nicht nah genug am Millieu um mich hierzu glaubhaft äußern zu können).
    Dass Ani in Folge jedem ins Gesicht schreit, dass es keine Fake-Ehe (Stichwort: Greencard), sondern eine Liebeshochzeit gewesen sei, macht sie zu einem der absurdesten Hauptcharakätere der vergangenen Jahre. Als ihr der armenische Gauner ihre Realitätsflucht sehr treffend vor die Augen hält, weiß sie sich nur mit unbeherrschtem Schreien zu helfen.

    Spoiler Ende!!

    Das Ende des Films spiegelt dann Anis Absurdität auf dem Punkt, bietet aber zugleich den bestmöglichen Abschluss für diesen Film. Allein hierfür ein Damunen hoch!

    Für alles dazwischen benötigt man extreme Ausdauer (was eigentlich gegen die Zielgruppe Ticktock sprechen müsste?). Das Wackeln mit dem nackten Hinter und das laszive Streicheln der eigenen Brüste hat für einen Film dieser Art dann leider nicht genügend Substanz. Ein, für mich, unangenehm anstrengender Film, bei dem ich mir mehr als einmal gewünscht hätte, dass man doch bitte ein Ende finden werde.
    Brechen wir es auf „Pretty Woman 2024“ runter, kann man es als Karrikatur des romantischen Denkens „Ich kaufe mir eine Frau“ betrachten.
    Ähnlich wie bei „Catperson“ ist für mich das Zuschauen der Protagonistin schwer auszuhalten. Dabei dieser merkwürdige Fokus, als solle man sich bloß mit ihr Identifzieren und „zu ihr halten“ zu sollen. Beides ist für mich unmöglich.

    Ist der Film also doch zu empfehlen? Kommt eben immer auf den eigenen Fokus an. Wer sich nicht daran stört, dass jedes zweite Wort (mindestens) ein Fuck, Scheiß, F***e, Sch****e, Schw*****l ist, dann gewinnt man möglicherweise daran.
    Story? Ja, die klingt tatsächlich besser, als sie eingefangen ist.
    Kamera, Schnitt? Puh! Ich finde es sehr anstrengend.
    Sympathie mit den Charaktären? Wenn die Gauner als die einzigen Menschen mit Anstand gezeichnet werden, ahnt man vielleicht, worauf das alles hinausläuft. Kann man mögen.

    Vielleicht möchte man mit dme Film ja etwas Wichtiges und Richtiges ansprechen (Geld allein fickt nicht gut), über die Machart lässt sich gewiss streiten.
    Über zwei Stunden lang vom Hauptcharakter genervt zu werden, lässt hinterher kaum Hurra-Rufe erschallen.
    Diskussionswürdig ist der Film allemal, das möchte ich ihm anerkennen und freue mich von Zuschauen zu lesen, die hier einen Oscar-Kandidaten erkennen.

    Keine Wertung, denn je nach Sicht- und Herangehensweise komme ich auf alles zwischen 2 und 6,5 von 10

    #246000
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    Weekend in Taipei [Sneak Preview]

    Drehbuch: U.a. Luc Besson
    Ich sag mal was ketzerisches: Der letzte Film von ihm, den ich mir mit Genuss anschauen konnte, war „Leon“. Dazwischen immerhin noch achtungserfolge wie „Johanna von Orléans“ und „Das fünfte Element“. Alles andere ließ mich kalt, bzw. ärgerte mich.

    Das große Dilemma an „Weekend in Taipei“ ist dann auch tatsächlich das nicht existierende Drehbuch, bzw. eine Handlung, die dem Zuschauer keinen Hauch von Überraschung gönnt.
    Diese liest sich so: Milliardär Kwang führt ein großes Unternehmen und verhökert für die bessere Portokasse eine Menge Drogen. Sein Stiefsohn Raymond erfährt, dass durch Kwangs Unternehmen viele Delphine sterben. Um sich dafür zu rächen, stibizt er Papas Notizbuch, in dem alle Drogenfahrten dokumentiert sind und lässt sie einem amerikanischen Agenten zukommen.
    Dieser Agent, John, kommt aus einem verhunzten Undercover-Einsatz, in dem man immerhin einige von Kwangs Drogen sicherstellen konnte. Als Belohnung darf John sich ein Wochenende ausruhen – woraufhin er den Flieger nach Taipei nimmt, um Kwang vor Ort dingfest zu machen. Dort trifft er auf eine verschollen geglaubte Liebe….

    Nach dem Einstieg in den Film glaubt man, es mit einem fröhilchem Klopperfilm zu tun zu haben. Gesunde Härte trifft Witz und Klamauk. Nicht mein bevorzugtes Genre, aber für die Sneak kann man sich damit anfreunden.
    Dann kommt das oben erwähnte Drehbuch ins Spiel und die Dinge, die in Folge geschehen sind von absurd bis auweia trefflich beschrieben. Keine der Figuren bekommt eine Rolle, die über stichwortgebende Gags hinausgeht, gekloppt wird relativ wenig, dafür etwas mehr geballert. Wenn aber 10 Supergauner mit Maschinengewehren ein Hotelzimmer zerlegen und der Held des Films ohne Kratzer davon kommt, lohnt sich das innerliche Abschalten.
    Eine Lovestory ohne jedwede Emotionalität, ohne Tiefe und ohne Ausblick. Ein Comic-relief Kind, das eigentlich nur nervt und mit saudummen Aktionen glänzt. Ein emotional gebeutelter Held, der durch die Liebe wieder Sinn im Leben findet – es aber in keiner Sekunde glaubhaft auf die Leinwand spielen kann / darf.
    Einzig der Gauner weiß in einigen Szenen zu gefallen, darf dann aber auch nicht mehr sein, als der übliche Hohlkopf-Gauner aus Bud Spencer Filmen.

    Optisch weiß Einiges zu gefallen – insbesondere wenn man darüber nachdenkt, seinen nächsten Urlaub ein Taipei zu verbringen, lohnt sich ein Anschauen.
    Der Soundtrack will clever sein, haut sich aber in einigen Momenten selbst in die Pfanne.
    Außer der amüsanten Anfangssequenz sucht man vergeblich nach Spannung, Drama oder Humor.

    Insofern: Geliefert wie bestellt – wer aber mit allen Besson Filmen bestens unterhalten wird, der sollte mal einen Blick riskieren.

    4/10

    #245810
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    Rebel Ridge [Netflix]

    Terry möchte für seinen Cousin eine Kaution hinterlegen, um ihn aus der Haft nehmen zu können. Auf dem Weg dorthin wird der POC Opfer eines rassistischen Angriffs der örtlichen Polizei und verliert hierdurch sein Geld.
    Den Angriff lässt er über sich ergehen, erbittet am folgenden Tag aber sein Geld zurück. Polizeichef Burnne macht ihm aber klar, dass Terry´s Alternative derart aussehe: Raus hier und raus der Stadt!
    Mit Hilfe der Gerichtssekräterin Summer möchte er einen Weg finden, das Geld rechzeitig einzuzahlen um seinen Cousin vor dem Transfer ins Gefängnis zu bewahren…

    Die anfängliche Polizeigewalt ist für den normal denkenden Zuschauer schwer zu ertragen. Ein Polizeiwagen rammt einen Fahrradfahrer und nimmt diesen später aus. Dass dieser nicht verprügelt und verhaftet wurde, solle er bitte danken.
    Dass Terry dies nicht auf sich sitzen lassen möchte, ist klar. Und nach der ersten Konfrontation mit Don Johnson als Polizeichef ahnt man: Gleich gibt´s Haue!

    Weit gefehlt. Terry plant den Weg des gewaltfreien Widerstands und schmiedet einen Plan, der seine Gegner möglichst wenig verletzten soll – so was wie ein Anti-Rambo.
    Dabei wirken die Zutaten ähnlich wie beim großen Vorbild. So ist Terry ein Ex-Marine, allerdings ohne Auslandseinsatz. Ihm wird böse zugespielt (später erfährt man aber, dass er es nicht unbedingt persönlich nehmen muss *hüstel*) und er muss sich wehren.

    Stark hierbei ist der Konflikt zwischen Aaron Pierre und Don Johnson (sein Alter steht ihm gut!). Leider wird hier nicht das volle Potential rausgeholt. Alles andere kann man sich angucken, auch wenn die Story um Gerichtsdame Summer zu viel ist.

    Wer Spaß daran hat, wenn weiße Hillbilly-Cops eine Geballert bekommen, der wird hier mitunter enttäuscht werden.
    Zwei- dreimal fliegen die Fäuste, es wird auch mal geschossen und ein bisschen Blut darf auch tropfen – und doch bleibt Gewalt das allerletzte Mittel der Wahl des Fahrradfahrenden Marines.

    „Rebel Ridge“ ist in Summe ein Wortlastiger Thriller, dessen Spannung weniger aus der Aufdeckung eines bösen Übels oder dem Herausfinden, wer der Mörder sei entstammt. Vielmehr fragt man sich, was sich Terry denn einfallen lässt, um den Cops ans Bein zu pinkeln und gesund die Stadt verlassen zu können.
    Liest sich wenig und ist es auf gut 135 Minuten auch.
    Das übliche Netflix-Übel: Gefühlt jeder Film ist zu lang.
    So auch Rebel Ridge. Um 15 Minuten und einem Nebenschauplatz gekürzt, hätte er schneller durchgezischt und wäre vielleicht auch ein wenig angenehmer im Gedächtnis geblieben.

    Was allerdings auch nach 135 Minuten bleibt: Zwei starke Hauptdarsteller. Die Story drumherum ist solala in Richtung dünn. Dafür hat Aaron Pierre mit seiner Leistung sicher eine Bindung zum Publikum aufbauen können, was alleine für die notwendige Spannung zum Durchhalten garantiert.
    Wer mehr Spaß daran haben möchte: Sehr gerne!
    Für mich, trotz kritisch klingender Worte, eine positive Netflix Überraschung.

    6,5/10

    #245808
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    Thelma – Rache war nie süßer [Sneak Preview]

    Thelma ist 93 jahre alt und lebt allein, seit ihr Mann vor einiger Zeit verstorben ist. Ihr Enkel Danny hilft ihr im Alltag bei Allerweltsproblemen, etwa dem Aspielen von Video- oder Sounddateien aus Emails.
    Alles ist gut, soweit die Dinge für 93 Jahre alte Menschen eben gut sein können. Man hört schwer, bewegt sich langsamer, hat Wehwehchen etc.
    Eines Tages wird sie dann aber Opfer des Großeltern-Tricks. Ein Anrufer gibt vor, ihr Enkel stecke in Schwierigkeiten – 10.000 Dollar würden das Problem umgehend lösen.
    Da vom Rest der Familie nicht erreichbar ist, wird das Geld gezahlt.
    Thelmas Familie ist empört! – Darüber, dass sie den Weg zur Post alleine und zu Fuß gemacht habe. Was da hätte passieren können! Man könne sie so nicht mehr leben lassen….

    Mit Hilfe ihres Freundes, der in einer Seniorenanlange wohnt, will Thelma den Betrügern auf die Schliche kommen und ihr Geld zurück erhalten. Zum Glück hat sie noch die Adresse der Gauner, an deren Adresse sie den Umschlag geschickt hat…

    „Thelma“ ist ein kleiner Roadmovie quer durch die Stadt. Die Action und das Tempo sind überschaubar und laden zum Schmunzeln ein. Das Zusammenspiel von Thelma und ihrem Freund Ben sind das Highlight des Films. Ob die Beiden letztlich ihr Ziel erreichen werden, bleibt lange ungewiss – aber es macht Spaß, ihnen bei ihrer Reise zuzuschauen.

    Thelmas Familie ist das Stichwortgebende Ensemble an schrulligen Charaktären, die im Film kein einziges Mal aus ihrer Rolle fallen. Das ist ok, so sind einige „Gags“ zwar vorhersehbar, aber treffsicher.

    Zwar sind die Personen hier nicht so übertrieben wie z.B. in „A great place called home“, aber die Art, wie hier mit dem Charaktären umgegangen wird, ist ähnlich. Man gibt ihnen Würde und Selbstbestimmtheit, auch wenn Thelma Letzteres in Frage stellt. Dazu das Recht, sich selbst zu entwickeln – oder es nicht zu tun.
    Die Schwächen der Personen liegen auf der Hand und es wäre ein Leichtes, diese im übertriebenen Humor bloß zu stellen. Das wird vermieden – natürlich auf Kosten einiger Lacher.

    „Thelma“ weiß in einigen Passagen mit stillen Szenen zu beeindrucken. Der Flur im Seniorenheim zeigt Bilder zum Schmunzeln, lassen aber auch einen Kloß im Hals stecken.
    Wer Senioren öde findet, wird hier vermutlich nicht sehr viel Freude haben. Wer einen teils stillen, teils engagierten humorvollen Film anschauen möchte, der darf einen Blick riskieren.
    Schauspielerisch weiß zwar nur Richard Roundtree als Ben zu überzeugen (leider inzwischen verstorben), auch wenn June Squibb für ihre Rolle als Thelma selbstredend über den Klee gelobt wird. (Für mich ok, aber hinter Roundtree anzusiedeln).
    Alles andere passiert, weckt den einen oder anderen Schmunzler und leisen Lacher, steht aber nie über dem letzten Aufzucken der Unabhängigkeit einer alternden Person.

    6,5/10

    #245568
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    Transformers One [Sneak Preview]

    Wer mich vorige Woche gefragt hätte, wie ich zu den Transformers stehe, dem hätte ich gesagt; „Gar nicht“.
    Den ersten Film hatte ich mir zwar angeschaut und hier und da schmunzeln können, aber alles danach wurde mir zunehmend dumm. Ich habe es nunmal nicht so mit Superhelden.
    Ob sich meine Meinung nach dem Film geändert hat?….

    In einer weit weit entfernten Welt schwirrt ein Planet (eigentlich ein Energiegeflecht?): Cybertron.
    Dort leben und schuften unter unroboterlichten Bedingungen Bot-lose Transformer. Einst regiert von Prime-Bots, die aber seit einen kriegerischen Konflikt mit einer fremden Rasse verschollen sind. Seither ist man auf der Suche nach der Matrix, damit auf Cybertron wieder das Energon fließen kann. Dieses muss nun aber unter schwerer Arbeit aus dem Inneren des Planeten gebrochen werden.
    Aufpasser Sentinel Prime wird durch seine Suche nach der Matrix wie ein Held verehrt und organisiert ein Transformer Wettrennen, was den Pöpel bei Laune halten soll.

    Orion Pax und D-16 nehmen unerlaubt an dem Rennen teil, weil sie allen Bot-Losen zeigen wollen, dass auch sie etwas erreichen können, wenn sie nur daran glauben… Wer ahnt es: Die Sache geht schief und schwups gerät man in Verbannung.
    Dort findet man was, will es zeigen, wird bei der Flucht erwischt, flieht weiter, strandet, findet, wird überrascht, BummKawumm

    Wie gesagt, mit Transformers hatte ich nie etwas an Hut. Gespielt hatte ich mit M.A.S.K., für die globigen Roboter konnte ich mie begeistern. So war die Story dann also völliges Neuland für mich. Zuschauer, die tiefer in der Szene stecken, werden schon ab Szene eins wissen, was passiert und wer sich am Ende kloppen wird… für mich kam es dann ein wenig überraschend.

    Überraschend war auch, dass der Film zu unterhalten wusste. Verpackt als Zeichentrick für das jüngere Publikum (Dialoge und Witze lassen nur diese Vermutung zu), kann man bei einigen Szenen ganz nett zuschauen.
    Actionsequenzen werden Einigen die Tränen der Freude in die Augen treiben, mir war das zu schnell und zu grell – also war ich über die Momente froh, in denen die Roboter ihre „zwischenmenschlichen“ Beziehungen pflegen.
    Optisch ist die Welt der Roboter meist gut gelungen, hier und da staunte ich über das gesamte Szenenbild, wenn es denn auch mal länger als zwei Sekunden anzuschauen war.

    Dialoge und Witze die jeder verstehen kann bei einer OK-Synchro. Ich kenne die Sprecher nicht, aber ich befürchte, hier und da waren keine „Ausgebildeten“ am Start. Sei´s drum, für jemanden der nichts erwartet hat, war es völlig OK.

    Kurz, weil mir die gesamte Welt und Thematik einfach zu gaga ist: Als Zeichentrick funktionieren die Transformer überrschend gut.
    Den einen oder anderen Schmunzler gab es dazu, Roboter mit Gefühlen muss man aber mögen müssen.

    6/10

    #245497
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    So sehr ich diesen Joker mochte & immer noch liebe, so sehr habe ich Angst & ein mulmiges Gefühl vor Teil II.

    Sehe ich genauso. „Joker“ ist für mich, mit all seinen Interpretationsmöglichkeiten, als Einzelfilm fabelhaft. Jeder Versuch, etwas hinzuzufügen (ja, jetzt findet er doch endlich die große Liebe), verwässert [mutmaßlich] ein meist stimmiges Bild des ersten Teils.
    Wenn dann der Regisseur jahrelang verlauten lässt, er habe kein Interesse an einer Fortsetzung… schreit nicht unbedingt nach Filmklassiker.

    #245437
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    Never let go (Sneak preview)

    Hier dann ein Film, den Blumhouse offensichtlich gerne machen würde, es aber aus verschiedenen Gründen nicht gänzlich auf die Matte bringen kann.

    Mama lebt mit ihren beiden Söhnen (10 Jahre alt?) alleine im Wald. Und das aus gutem Grund: Das Böse hat die Welt beseelt und die Menschen in fiese Monster verwandelt. Sie leben im Schutz des Hauses, an das drei Seile geschnürt sind. Mit Hilfe derer können sie tagsüber den Wald betreten und nach Essen schauen. Doch wehe, Das Seil verliert den Kontakt zum Haus (oder der Mensch den Kontakt zum Seil).
    Mama macht kein Geheimnis daraus, schon andere Familienmitglieder getötet zu haben, weil diese ohne Seil die Außenwelt betreten hatten und das Böse ins Haus bringen wollten.
    Inwieweit leidet sie unter einer Psychose, oder ist es tatsächlich so, wie sie sagt?

    Klingt alles auch irgendwie nach Shyamalan, aber keine Sorge: Der Film hier ist gut!
    Nicht zwingend wegen der Prämisse, die auch innerhalb der Familie hinterfragt wird. Die erste Hälfte des Films macht man hier zu wenige Schritte nach vorne im Herausfinden des Mysteriums und man tritt zu oft auf der Stelle.
    Schauspielerisch wird hier aber die volle Kanone geliefert. Ein besonders großer Fan von Halle Berry war ich zugegeben nie, aber hier liefert sie ab. Auch ihre zwei Söhne werden intensiv und stets glaubhaft dargestellt.
    Und das muss so sein, wenn man ein Kammerspiel mit wenig Figuren aufzieht. Die Atmosphäre ist top, die Kulisse sehr stark gefilmt. Das Kinderzimmer weckte bei mir Erinnerungen an „From“, was mich vielleicht etwas mehr verzauberte, als es „nüchtern“ passiert wäre.

    Schräge Ideen, merkwürdige Momente, und immer bleibt die Belastung in und um die Familie herum spürbar.
    Zur Mitte des Films gibt es einen dicken Paukenschlag und ab da zieht das Tempo erheblich an. Als Zuschauer fühlt man sich beim „Aha! Hab ich mir doch gedacht“ erwischt… aber ist es denn wirklich so?

    Alexandre Aja lüftet das Geheimnis nicht besonders geschmackvoll, aber dem Grundton des Films entsprechend. Sowas mag ich, und wer hinterher Lust auf Interpretationen hat, wird hier vergnügte Augenblicke haben.

    Auch hier wird das Rad nicht neu erfunden, und doch weiß Aja, wie man die Stimmung und Spannung aufrecht erhält. Sich wiederholende Momente werden möglicherweise etwas zu sehr ausgereizt, was den Film etwa fünf Minuten zu lang macht.
    Und doch kommt man zufrieden aus dem Film heraus (sofern man sich mit Horror / Mystery anzufreunden weiß).
    Und um ehrlich zu sein: Der Cast trägt eine Story, die lange Zeit dünn wie Zeitungspapier scheint. Weniger Sorgfalt in der Wahl der Darsteller, und hier hätte auch eine miese Nummer entstehen können.

    Leider nie so atmosphärisch wie „The Witch“ (weil hier auch Familie im Wald und so…), aber bei weitem besser und schöner anzuschauen, was lange Zeit im Mystery-Grusel Sektor gezeigt wurde.

    Alexandre Aja´s nicht zwingend herrvoragende Filmographie wird hier mit einem besseren Titel erweitert. Natürlich nicht so hart wie „High Tension“ oder „The Hills have eyes“, dafür besser als „Horns“ und (weil mir das Setting besser gefällt) leicht über „Crawl“.
    Doch vorsicht: Der im Film vorgestellte Horror wird in dieser Form nicht ganz ausgespielt! Aber halb so wild, wenn Schauspiel und Atmosphäre top passen.

    7/10

    #245435
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    Heute mal Eindrücke von den vergangenen Sneak Previews. Einmal Blumhouse, und einmal ein Film, den Blumhouse gerne gemacht hätte…

    Speak no evil (2024) (Sneak Preview)

    Das in London lebende Paar ist noch finanziel gut ausgestattet, beruflich geht es bei beiden aber den Bach runter. Auch das 12jährige Töchterchen will nicht so schnell erwachsen werden, wie es Herr Papa gerne hätte – schlechte Stimmung und Penisbilder eines Arbeitskollegen auf dem Smartphone der Ehefrau sind das Ergebnis.
    Zum Glück hatte man im Sommerurlaub ein superkauziges Paar aus den Niederlanden kennengelernt. Ach, waren die frisch und frei Schnauze. Sorgten sich nicht darum, was man über sie und ihr extrovertiertes Gehabe denken möge… ja, wenn es mal richtig schlecht läuft, ist es gut, solche Typen im Umfeld zu haben.

    Also nix wie ins Auto, ab aufs Land und schwups lässt sich die streng vegetarisch lebende Ehefrau ein Stück Fleisch in den Mund schieben (Ups – nicht falsch verstehen! Wir reden hier von Gänsefleisch).
    Das ist aber nur der zarte Anfang, denn die Urlaubsbekanntschaft hat noch zahlreiche andere Knaller auf Lager. Einige davon scheinen dem Londoner Paar zu gefallen, andere sind aber wirklich schräg.
    Nun gut, eigentlich weiß ja jeder, wie es weiter geht…. und da habe ich persönlich so meine Problemchen.

    Na klar, es stellt überspitzt die Frage, wie weit man es ertragen darf, ehe man auch nach den Gesetzen der Höflichkeit seinen Unwillen äußert. Dennoch halte ich das hier gezeigte für nicht zeitgemäß, jedenfalls nicht in dem hier vorgestellten Szenario.
    Aber OK, wäre es anders, hätten wir keinen Film (ob das nun tragisch wäre oder nicht, entscheidet jeder für sich).

    Schiebt man diese Gedanken zur Seite – auch wenn er alle fünf Minuten neu geweckt wird – hat man einen soliden Thriller. Da stimmt doch irgendwas nicht? Der geliebte Sohn… wird wirklich geliebt? Oder nicht?
    Alle 15 Minuten kommt man des Rätsels Lösung ein Stückchen näher, das – auch wenn man das Original (so wie ich) nicht gesehen hat – gar nicht wirklich überraschend um die Ecke kommt.

    James McAvoy als ADHS Verdächtiger Papa vom Land weiß hier sehr zu gefallen, auch wenn er sehr nah an der Grenze zum Overacting spielt, sie mit Ausnahme von ein oder zwei Szenen aber nie überschreitet.
    Auf der anderen Seite spielt Mackenzie Davis als Ehe hinterfragende Frau, die ihrem Mann immer wieder den Marsch blasen muss. Innerhalb dieser toxischen Familienbeziehung weiß sie es, Gefühle auf die Leinwand zu bringen.
    Selbstverständich ist ihre Figur auch an dümmlichen Teilen der Handlung beteiligt, aber wie eingangs erwähnt: Was soll´s.
    Der übrige Cast spielt ok, wobei die beiden Kinderdarsteller wegen dieser Limits nicht angegangen werden sollten. Als begleitender Bestandteil der Handlung agieren sie solide und bringen die Handlung dann weiter, wenn es so sein soll.

    Der Rest agiert durchschnittlich gut (was nicht schlecht ist!), bleiben aber nach dem Abspann kaum in Erinnerung.

    Der Film sieht in seinen Szenen teils sehr gut aus. Dunklere Momente im Landhaus sind als dunkel zu erkennen, und doch sieht man, was da alles passiert. Die Gewaltspitze zum Ende ist überschaubar, was ich im Grunde nicht kritisieren möchte.
    Stirnklatscher bei „Horror“typischen Momenten sind auch hier garantiert, dämpfen die Stimmung aber nur minimal. Dafür gibt es einen kuriosen Brüller im Finale, der vielleicht gar nicht als humorvolle Note eingesetzt wurde, aber genauso funktionierte. Großartig!

    Das Ende vom Lied: Ja, kann man gucken. Auch wenn man hier mit dem Großen Bruder „Eden Lake“ und Konsorten mitspielen möchte, gelingt es zu keiner Sekunde. Andere Filme sind mit weniger auffälligen Macken der handelnden Personen (in meinen Augen) gewichtiger und spürbarer. Hier hat man einen Sommerurlaub, der irgendwie in die Hose geht. Kann passieren.

    Jene, die das Original aus 2022 nicht gesehen haben, werden möglicherweise Spaß daran haben können. Wer das Original gesehen hat, wird im letzten Drittel einige Dinge schmerzlich vermissen. Einen Schlag in die Magengrube sucht man vergebens.
    Ob ich, nach Kenntniss über den Ausgang des Originals, diese Entscheidung ebenfalls kritisieren möchte, stelle ich zunächst in Frage. Die Auflösung hier ist im Grunde so egal wie der Film, wusste er jedenfalls nie, mich in einen Zustand des Schreckens zu versetzen (dafür wurde auch Abseits des Originals einfach zu viel aus der Konserve gefischt).

    Ein Totalausfall wie das Remake von „Martyrs“ ist es hier allerdings auch nicht.
    Kann man gucken, liefert aber für den „Hype“, der um diesen Film gemacht wird, zu wenig ab.

    5+/10

    #245201
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    Ugly – Verlier nicht Dein Gesicht (Netflix)

    Die Ressourcen der Erde werden knapp, Konflikte entstehen… blablabla, kennt man ja alles.
    Der Clou: Bei der Lösung der Konflikte fiel den Menschen auf, dass all ihre Sorgen und Probleme verschwinden, wenn sie schön sind. Also legt man folgenden Beschluss: Jeder Mensch wird zu seinem 16. Geburtstag einer kompletten Schönheitsoperation unterzogen. Als schöner Mensch gelangt man dann auch aus den Ghettos in die Beletage der Glücklichen und Zufriedenen. (Wen wundert´s: Der Tag scheint dort einzig aus Party und Spaß zu bestehen).

    Wer nun sagte „Geil“, der sollte schnellstens einschalten. Wer zweifel hat…?

    Telly und Peris sind 15 und stehen kurz vor ihrer Umwandlung. Beide versprechen sich, auf der anderen Seite (oder wie man das da nennt) wiederzuerkennen und dort weiter zusammen zu sein. „Woran erkenne ich dich?“ fragt er sie. Sie: „An meinen goldenen Augen, passend zu meinen goldenen Haaren.“ Wie er denn aussehen werde? „Ich behalte meine Narbe, daran erkennst du mich sicher“.
    Aus Neugier möchte Telly ein paar Tage später sehen, wie Peris aussehen mag und begibt sich in die, für sie, verbotene Zone.
    Oha, dann erwischt und geflüchtet, wobei sie Hilfe von Shay erhält.
    Sie hält nichts von der Umwandlung und will auch Telly dazu ermutigen, sich der Umwandlung zu entziehen.
    Ab hier das Gewohnte: Shay weg, Telly soll sie finden, sonst gibt es keine Umwandlung… Finden, Kämpfen Uh´s und Ah´s, Ende.

    Mutig die Ansage, dass alle Probleme der Menschheit gelöst werden, indem man sie „verschönert“. Uiuiui, aber na gut. Stellt sich dann bloß die Frage, wer welches Schönheitsideal ausgibt. Indem man diese Menschen dann auch alles andere als schön darstellt, macht es in Folge einfach, als Zuschauer mit der „richtigen“ Seite mitzufiebern.
    So sind die „hässlichen“ Menschen dann aber leider mindestens gut aussehend. Chance verpasst, aber man will es ja auch ohne Störgeräusche weggucken.

    Und im Grunde kann man den Film auch nur mit dieser Herangehensweise schauen (Obacht: Alter Mann ist nicht die Zielgruppe!). In vielen Momenten sieht der Film ganz ok aus, tritt aber zu keiner Sekunde aus den Schatten der Panem/Divergent Filme heraus.
    Alles geschieht nach Schema-F, nichts überrascht und selbst die Protagonistin weiß jeden lebensveränderten Umstand binnen Sekunden zu verinnerlichen und danach zu handeln.
    Die Effekte sind oft unterirdisch, insbesondere die Hover-Board Fahrten sind gruselig anzuschauen. Neben Krieg und Ressourcenmangel gibt es Dank Schönheit in der Zukunft dann auch keine Grenzen der Physik mehr. Passt schon, ist ja Science Fiction.

    Sicher kann man hier Fragen für den Deutschunterricht der 8.-10- Klasse notieren und diese ausdiskutieren lassen. Als Erwachsener lächelt man schlicht über die Prämisse. Der dann hier entstehende Konflikt ist dann grob konstruiert und schlicht ein „Muss“ um zu unterstreichen, wer böse ist und wer nicht.

    Gut möglich, dass er der Zielgruppe (ab 14?) gut gefallen kann. Allein der wild und kaum passende Soundtrack spricht dafür.
    Den Film zu bewerten ist somit irgendwie unfair, denn für mich ist er nie und nimmer gemacht.

    #245144
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    Beetlejuice Beetlejuice (Sneak Preview)

    „Beetlejuice“ habe ich damals natürlich geschaut und gar nicht mehr so oft wiedergeschaut. Tatsächlich bloß 1-2 mal. Und trotzdem bleiben die Bilder im Kopf. Der Dämon Beetlejuice ist zeitlos, auch dank der hemmungslos wilden Darstellung Keatons, dazu das sehr skurille Setting, der Clash von normal und „Gothic Underground“. Böser, teils grenzüberschreitender Humor.
    Tim Burton war damals eben noch gut (weil unverbraucht).

    Nach dem Trailer hatte ich schlimme Erwartungen. Ein Best-of der damaligen Gags und dazu seine Muse Ortega als Publikumsmagnet der jüngeren Generation. Aber wie ist er denn nun?….

    Die Story, grob zusammengefasst, ist an sich richtig gut: Beetlejuice macht sich in die Hose, weil seine Ex (und gleichzeitig Grund seines Todes) in der Totenwelt Jagd auf ihn macht um ihn seiner Seele zu entledigen.
    In der Welt der Lebenden haben drei Generationen an Frauen ihren ewigen Zank miteinander, der aber Zusammenhalt erfordert, als die Jüngste in ernsthafte Gefahr gerät.
    Lydia Deetz (Geisterseherin aus Teil 1) benötigt in Folge die Hilfe von Beetlejuice, der hier zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen glaubt. Befreiuung von seiner Ex und endlich die Hochzeit mit Lydia.

    Leider, und das vorweg, muss man sich am Ende diese Story zusammenbasteln. Burton schafft es nicht, diese Elemente in ein stimmmiges, erzählerisches Ganzes zu packen.
    Dabei verlässt er sich (zum Glück) auf die phantastische Welt der Toten, in der wir sogleich einen Charakter aus Teil 1 wiederfinden werden. Viele handgemachte Effekte bringen einen Riesenspaß, Burton spielt den titelgebenden Dämon wieder mit großem Spaß und enormer Präsenz auf der Leinwand (auch wenn seine Screentime arg begrenzt ist – dennoch länger als in Tel 1, glaube ich).
    Das CGI bei seiner Ex (Monica Belluci) funktioniert noch ok, spätestens aber dann, wenn man das leider sehr schlechte Design des „Cops“ Willem Dafoe sieht.

    In der Welt der Lebenden verlässt man sich auf den „Selbstläufer“ Ryder/Ortega – zwei Generationen Goth Stars. Wow, muss doch reichen!
    Im Grunde OK, hätten die zwei denn eine glaubhafte Bindung. Hier kommt eben das arg limitierte Spiel Ryders als größeres Ärgernis ins Spiel. Ortega selbst macht ihre Wednesday, hier und da ergänzt durch ein Lächeln. Ihre emotionalen Szenen müssen dann auch mit Hilfe von Dialogen erklärt werden – das ist leider etwas dünn.
    Catherine O´Hara zeigt beiden dann, wie sich Skurilität und Emotionalität im Schauspiel vereinen lässt. Großartig ihr Moment im stillen Zwiegespräch mit Ryder.
    Selbst eine Belluccie mit nur zwei Minuten Screentime wickelt das Duo mit links um den kleinen Finger.

    So haben wir dann von vier Hauptdarstellern zwei, die groß abliefern. Das kann einen Film tragen, würde man nicht so viele Nebenfiguren einbetten wollen. Hier hetzt man dann von einem Stichwort zum Nächsten. Schräg mutet hier tatsächlich Vieles an, aber sie fügen sich leider nicht in den Rahmen ein. Am ehesten hätte noch Arthur Conti in den Film integriert werden sollen. Leider dient er auch nur als „Türöffner“ um dann sang- und klanglos zu verschwinden. Justin Theroux als Ryders Partner spielt auch sehr gut, ist aber leider ohne wirklichen Inhalt geschrieben.

    Tolle Momente paaren sich hier mit zahlreichen Skip-Momenten – das ist schade. Im Gedächtnis bleibt dann am Ehesten eine sehr schön inszenierte Hochzeit. Eine Totenwelt die wieder sehr schön anzuschauen ist, dazu einige sehr nette Pointen.
    Die Probleme liegen in der Welt der Lebenden. Zu weitläufig die Szenerie, zu wenig Charme, absolut keine spürbare Bindung der Personen untereinander. Hier spielt das Original ganz klar in einer anderen Liga.
    Und das ist es dann auch, was den Film nicht zünden lassen will. Ryder kann den Film nicht tragen, Ortega ist ihr da keine große Hilfe und die, die es könnten, sind beinahe eher Sidekicks.

    Bildgewaltig ist man hier unterwegs, und allein mit dem Intro zeigt Burton, dass er es doch noch drauf haben könnte. Der Humor ist nicht mehr so grenzwertig wie damals, böse ist man auch zu keiner Sekunde.
    Dafür gibt es genügend Szenen, in denen man Spaß haben kann, der große Brüller ist dann aber auch nicht dabei.
    Ob der Film das junge Publikum abgreifen kann? Im Kino gab es viel Geschwätz, zwei junge Herrschaften vor mir verbrachten die Zeit dann auch nahezu konstant am Smartphone. Natürlich auch nur eine Momentaufnahme – mag woanders natürlich gänzlich anders aussehen.

    Wieder viel Blabla für wohlwollende
    6/10

    #245037
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    Sleeping Dogs – Manche Lügen sterben nie (Sneak Preview)

    Ex Cop Roy leidet an Alzheimer und unterzieht sich einer neuen, alternativen Behandlung – in der Hoffnung, seine Erinnerung wieder erlangen zu können.
    Ein Puzzle soll helfen, sein Gehirn wieder auf die Sprünge zu helfen.
    Nun erreicht ihn beim erfolglosem Puzzlen ein Anruf aus dem Gefängnis. Ein vor 10 Jahren geständiger und zum Tode verurteilter Mann bittet Roy um ein Gespräch. Weil er sich an nichts erinnern kann, macht sich Roy also auf dem Weg.
    Der Mann erzählt ihm nun, dass kürzlich ein Mann Recherchen über den Mordfall aufgenommen habe um sie für einen Roman zu nutzen. Roy solle doch mal bitte mit ihm sprechen…

    Ab hier will der Film kreativ sein, Wendungen und Wirrungen einbauen, die der Zuschauer unmöglich(!!) vorhersehen könne. Tatsächlich aber ist man nach knapp 20 Minuten des Rätsels Lösung sehr nah, denn Hinweise um mögliche Twists werden lautstark in die Kamera gesprochen – bei Bedarf auch mehrfach. Clever!

    Die Versatzstücke des Films ähneln in vielen Belangen Vorbildern des Film Noir, erreicht sie aber zu keiner Sekunde. Schöne Bildideen werden durch teils miese Kameraarbeit zunichte gemacht.
    Russell Crowe als Roy ist dann auch leider der Einzige im Bund der Schauspieler, die hier ein bisschen Motivation mitgebracht haben. Er macht es zu keiner Sekunde so gut wie in seiner Prime (Beautiful Mind), aber immer noch ok. Er hält den Zuschauer bei Laune, auch wenn früh dämmert, was da eigentlich Sache ist.

    Alle anderen Figuren / Darsteller sind maximal eindimensional in ihrer Tiefe und ihrem Können. Die Gefühle eines nicht unwichtigen Nebendarstellers müssen dann auch mal aus dem Off erklärt werden – sein Schauspiel hätte es uns nie verraten können.
    Man schweift in eine schlecht erzählte Menage-a-trois ab, in denen dann auch der Schnitt zuweilen wirklich deplaziert wirkt.

    Es passt ins Bild, dass so gar nichts ins Bild passen will – bis man dann eine Auflösung serviert bekommt, bei der man sich fragt, wofür man bitte 110 Minuten lang hergehalten wurde.

    Und doch (jetzt wird es witzig) lässt sich der Film ganz gut weg gucken, trotz einiger Längen im letzten Drittel. Sei es meinem Wohlwollen gegenüber Crowe zugrunde liegen, vielleicht auch dem Plot, der zwar schwergewichtig daherkommen möchte, aber Federleicht durch das Bild fliegt.
    Menschen sterben und es ist völlig egal, ein(e) Mörder(in) fliegt auf und … naja, hatte ich schon angedeutet.

    Inhaltlich murks, schauspielerisch mit viel Luft nach oben (gegen „Something in the Water“ aber immer noch großes Kino!), Bild+Schnitt an einigen Stellen auffallend hastig dahingekleckert.
    Dagegen ein Crowe, der zumindest die Sympathie für den Film aufrecht erhält. Wer mit ihm als Schauspieler nichts anfangen kann, der sollte dann besser einen weiten Bogen machen.
    Da verabschiedet sich ein weiterer, ehemals Großer des Kinos, in belanglose Rollen (gut, die Miete will ja weiterhin bezahlt sein + wenn es Starthilfe für neue Regisseure sein soll, kann ich dafür immer noch den Daumen heben)

    4/10

    #244921
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    @shane54 Ja stimmt, daran kann ich mich erinnern :)
    Und wo ich es nochmal lese: „Bringt noch 2-3 Sprüche zum Klimawandel, das lässt uns seriös wirken!“

    #244916
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    Something in the Water (Sneak Preview)

    Meg und Kayla sind ein Paar. Während einem nächtlichen Nach-Hause-Weg durch die dunklen Unterführungen nahe Manchesters werden die zwei Opfer einer Clockwork-Orange-Frauen-Gang. „Iieeh! Lesben!“ Zack Bumm wird Meg verprügelt.
    Die Zeit vergeht, Meg findet trost bei einer Selbsthilfe-App „Atme tief ein, atme aus“ (was, entgegen der Erwartung aus dem Trailer, ausschließlich hier gezeigt wird) und fliegt zur Hochzeit einer Freundin in die Dominikanische Republik.
    Dort begegnet sie (welch Zufall) der ebenfalls eingeladenen Kayla. Stress liegt in der Luft, doch am Ende der ersten Taxifahrt ist offensichtlich, dass die Kluft doch nicht so tief ist, wie sie vermittelt werden will.

    Dennoch ist die hochzeitsgesellschaft um Cam, Lizzy und Ruth äußerst bemüht, Meg und Kayla wieder „zusammen zu bringen“.
    Kurzerhand werden sie am Strand einer einsamen Insel ausgesetzt. „Wir warten auf der anderen Seite“ – tja, und damit ist im Grunde beinahe die gesamte Dramaturgie des Films erzählt.
    Nachdem die zwei in Rekordzeit wieder zueinander gefunden haben, schwimmen sie auf die andere Seite der Insel (wozu auch laufen?) um dort mitanzusehen, wie Ruth (knietief im Wasser stehend) von einem weißen Hai das Bein zerissen bekommt.

    Es folgen die üblichen handwerklichen Zutaten: Ab ins Boot, Boot geht kaputt, ab ins Wasser, Hai kommt, Mensch geht, Mensch redet, Hai kommt wieder…
    Ab und an trifft man einen Vetreter des Genres, der gut anzuschauen ist. Meine letzten Bekanntschaften waren allerdings eher mäßig (The Requin, Shark Bait und Im Wasser der Seine).
    Something in the Water weiß hier aber zielsicher eine weitere Grenze zu unterschreiten.
    Ähnlich wie in „Shark Bait“ sind die Charaktäre schwer auszuhalten. Das Schauspiel ist grottig! Das Drehbuch scheint in großen Teilen aus „Dann lauft ihr am Strand – vielleicht fällt euch ja was ein, dass man da sagen könnte“ oder „Du bist die immer witzige – lass dir doch in jeder Szene mal einen coolen Spruch einfallen!“
    Gesagt, getan… und das taugt wirklich gar nichts.

    Als die verbleibenden Mädels im Wasser treiben ist doch eigentlich der Moment, wo man um die Figuren bangt und hofft. Hier nicht eine einzige Sekunde. Wer nicht gefressen wird und trotzdem stirbt, hat merkwürdige Motive dies zu tun.
    Und am Ende siegt die Liebe über den tollwütigen Hai.

    86 Minuten dauert der Zauber und ließ mich zweimal auf die Uhr schauen. Eieiei, ich würd ja gern – aber sowas sollte kein Lob erfahren.
    Ach doch: Die DomRep sieht schön aus, hier und da gibt es ein Bild, das wirklich gut eingefangen ist. Ende des Guten.

    2/10

    #244914
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    It ends with us – Nur noch ein einziges Mal (Sneak Preview)

    Lily ist kürzlich nach Boston gezogen, um dort ihren Traum von einem eigenen Blumenladen zu verwirklichen. Auf dem Dach eines Hochhauses lernt sie Ryle kennen. Gutaussehend und, wie sich schnell heraus stellt, reich. Nach kurzem Geplänkel bittet er sie kurzerhand um Sex, sie „Nein!“, er „Doch“, sie „Ja gut….“ Die Weichen sind gestellt, auch wenn Ryle kurzerhand zu einer Not-OP ins Krankenhaus gerufen wird.
    Es kommt, wie es kommen muss: Lily kauft einen kleinen Laden, schwuppdiwupp taucht die quirlige, reiche und gelangweilte Allysa auf, die den Laden auch hätte kaufen wollen… ach, dann arbeitet sie doch einfach für Lily.
    Einen weiteren Zufall gefällig?
    Allysas Bruder ist… tadaa!! Ryle will diesen Zufall natürlich nutzen, um Lily klar zu machen. Die zeigt sich ihm stets aufreizend, lieblich flirtend und herausfordernd. Dass sie ihn nicht „will“ glaubt niemand im Kino.
    Dann will sie ihn doch, heiratet ihn und trägt durch tragische Unfälle im Haushalt stets markante Wunden mit sich.

    Niemand mag so recht glauben, dass sie tatsächlich bloß die Treppe runtergefallen sei… und als Lilys Jugendliebe unverhofft auftaucht, scheint das große Gefühlschaos komplett zu sein…

    Gewalt in der Beziehung / Ehe hat man schon in dem einen oder anderen Film gesehen. Mal besser, mal schlechter.
    „It ends with us“ will mit den Großen tanzen, das macht die Optik von Minute eins an klar.
    Und tatsächlich: Blake Lively als Lily und Justin Baldoni als Ryle funktionieren sehr gut miteinander. Und vermutlich weil man glaubt, nur der Pöbel sei zu Gewalt fähig, ist hier alles auf Hochglanz poliert, alle sind reich niemand muss sich um irgendwas Sorgen machen.
    So glatt wie die Fassade, so platt sind dann leider auch die Dialoge. Uiuiui… das tut in der einen oder anderen Szene schon beinahe weh. Dabei ist Lily in ihrer Sprunghaftigkeit schwer zu verfolgen. Aber das kann man durchaus als Pluspunkt verbuchen.
    Die innere Zerissenheit, den eigenen Partner nicht der gezielten Gewalt zu verdächtigen und es möglicherweise besser zu wissen, gibt für Außenstehende nunmal immer ein merkwürdiges Bild ab.

    „It ends with us“ hat einige Wendungen, die tatsächlich gut komponiert sind, ruht sich aber zu sehr auf dem üblichen RomCom Feeling aus. Dass Lilys Jugendliebe als ritterlicher Retter zur Seite springt ist leider fad, auch wenn hier die Beziehung beider zueinander glaubhaft gespielt wird.

    An den Schauspielern liegt es also nicht, dass „It ends with us“ nicht final zünden will.
    Für den Faktor RomCom sind die Pointen nie auf dem Punkt, selten humorvoll, ständig konstruiert. Für das sensible Thema „häusliche Gewalt“ glaubt man zwar viel Zeit zu investieren, legt dabei aber zu sehr den Fokus auf Lilys Wahrnehmung (was im Grunde noch OK ist), um anschließend den „Oha“ Moment seicht und „Lasst uns doch alle Freunde sein“-mäßig ausklingen zulassen.
    Geschichten die das Leben schreibt? Ja, wahrscheinlich.
    Aber wie macht man im Kino aufmerksam und rüttelt auf? Oberflächlich, ohne Blick in die Tiefe, jedes Aua schick und stylisch aufwertend? Auch vielleicht.
    Mir „gefallen“ in diesem Zusammenhang dann doch lieber Kaliber wie „Der Feind in meinem Bett“ u.a. – wobei ich aber auch zugeben muss, dass dieses Genre nicht mein Bevorzugtes ist.

    „It ends with us“ ist schön anzusehen, bietet über sehr weite Strecken Videoclip-Ästhetik vom Feinsten. Die drei Hauptdarsteller funktionieren gut und glaubhaft – einzig die Dramaturgie und das Storytelling sind arg verbesserungswürdig.
    Final kein Totalausfall, aber ein Film mit verschenktem Potential.

    6/10

    #244369
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    Cuckoo (Sneak Preview)

    Vor dem Filmstart fragte eine Kinomitarbeiter das Publikum, ob man bisher mit der Filmauswahl zufrieden sei. Einige Befürworter, viele mit dem Tenor „Naja…“. Ob die nächsten Filme denn besser sein sollten? Ja gut, das kann ja schwer ernst gemeint sein ;)
    Als regelmäßiger Sneaker bekomme ich bei solchen Ansprachen Schmetterlinge im Bauch. Wird der Film heute ein Spezieller sein?
    Schauen wir mal….

    Nach dem Tod ihrer Mutter gelangt Gretchen aus den USA zu ihrem Vater in den Bayrischen Wald. Dieser hat seit Jahren eine neue Familie, der neben seiner Frau auch eine (stumme) Tochter zugehört.
    Das findet Gretchen überhaupt nicht lustig. Dazu kommt der übergriffig wirkende Herr König, der der Familie einen Bungalow auf seinem Wellness-Kur-Wasauchimmer-Komplex bereitstellt.
    Ehe sie es sich versieht, ist Gretchen auch schon für den Empfangsbereich des Ressorts angestellt… und schwuppdiwupp scheinen sich merkwürdige Dinge aufzutun.

    Schicken wir es vorweg: Skurrile Typen gibt es hier an jeder Ecke. Damit muss ich mich dann so langsam anfreunden – hier gelingt es mir tatsächlich etwas besser als in Filmen der jüngeren Vergangenheit.
    Die Story an sich ist Quatsch mit Soße, aber völlig ok, solange sie sich irgendwie treu bleibt. Das gelingt den guten Horrorfilmen dann ja schon, „Cuckoo“ hat hier aber leider arge Probleme mit dem Drehbuch und den Dialogen (meine Herren, sind die unterirdisch!!!).
    Inszenatorisch ist der Film dagegen sehr häufig eine Augenweide!
    Das Schwarz der Nacht ist dunkel und ohne Flecken. Die inszenierten Schreckmomente sind recht häufig großartig inszeniert –
    man schaue sich die Szene auf dem Fahrrad an! Auch der (leider zu wenig) inszenierte Schrecken am hellen Tag ist teils wunderschön dargestellt. Einzig lässt man hier das finale Timing vermissen. So schwirren düstere Momente leider allzu schnell in „Hahaha“-Momente über. Und ja, das kann gelingen, aber plump reinplaziert ist dann leider keine gute Lösung.
    Auch die „Verkleidung“ des Monsters ist – milde gesagt – ulkig.

    Gretchen ist dann in Summe auch die einzige „lebende“ Figur im Film. Ihre Entwicklung ist (mit einigen Ausnahmen) stimmig und nachvollziehbar. Besonders schön ihre Reaktion, als Herr König den Eltern esoterischen Dummbatz erzählen möchte und sie diese darauf aufmerksam machen möchte, dass hier absoluter Quatsch vom Stapel gelassen wird.
    Das kann man gerne auch als „Meta“ betrachten. Ich nehme es aber ihrer Figur ab und mochte den Moment sehr.
    Auas tun Gretchen weh, eine Eigenart, die es auch nicht immer zu sehen gibt.

    Das Aber: Dialoge, die schon beinahe schmerzen. Eine Exposition zu Beginn des Films, die schlechter nicht sein kann (vielleicht ja auch „Meta“, nur kann ich das hier nicht wirklich erkennen). Ein Kuddelmuddel an „Wendungen“ und Verbündeten. Der Showdown ist das leider wirklich sehr schlecht – obwohl: Nehmen wir die Figuren, ihre Dialoge und die „Wirrungen“ als humorvolle Note, dann ist diese eben überspitzt entgegen der Erwartungen gesetzt. Clever? Kann sein, ich mag es einfach nicht.

    Mit gut 100 Minuten ist der Film nur ein wenig zu lang. Einige, sich wiederholende Effekte, hätten gestrafft werden dürfen, die eine oder andere Szene hätte auch gestrichen werden können.
    In Summe bin ich mit der Darstellung des Films zufrieden. Hunter Schafer als Gretchen rockt die Nummer, alle anderen bleiben mindestens eine Niveaustufe drunter (Dan Stevens als Herr König vielleicht ausgenommen, wenn man seine Parodie annehmen möchte).
    Teils fühlte ich mich in der Schreckensbildung an „From“ erinnert, das Niveau des Horrors (zumindest aus Staffel 1) wird hier trotz guter Tendenzen nicht erreicht (weil es eben in Summe kein Horror sein soll?).

    5,5/10

    Zurück zur Anfangsfrage: Sollen in Zukunft „bessere“ Filme laufen? Kann ohnehin kein Mensch beantworten. Man stelle sich vor, es hätte seinerzeit „Dune (2)“ gelaufen… damit wäre ich nicht glücklich geworden.
    Andererseits denke ich immer noch Freude an Perlen wie „The Peanut Butter Falcon“, die ich ohne die Sneak vermutlich nie gesehen hätte. Insofern: Alles gut, auch wenn mich die wenigsten Filme vor Freude aus dem Sitz holen.
    Und solange Sch****e wie „Doggystyle“ nur alle Schaltjahre läuft, geht man ja auch immer mit Freude hin.

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