DerSchweiger
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23. Juni 2017 um 12:46 #124078
Logan – The Wolverine
Gestern in der Spätvorstellung Logan für 2,50 EUR mitgenommen und einen großartigen Abschluss einer guten Kinowoche (Alien: Covenant – 6 / Der Duellist – 8 / Logan – ??) erhalten.
Ich muss dabei vorweg schicken, dass ich außer X-Men 1+2 keinen weiteren Titel aus diesem Comic-Universum geschaut habe (Woverine habe ich seinerzeit gemieden, weil ich den Charakter im Grunde nie leiden konnte)… tja, und nun mein gefeierter Held? Wie kommt´s?Die Ausgangslage des Films gefällt mir sehr gut – fast alle Mutanten sind tot, Logan dümpelt als depressiver und alkoholsüchtiger Chauffeur sein Dasein und Professor X vegetiert mit Anflügen von Demenz in einem stillgelegten Wassertank. (Hier meine einzige auffallende Wissenslücke: Wieso lebt Prof. X wieder? Der war doch in einem der ersten X-Men Filme gestorben)
In der Pflege des alten Mannes wird er von einer Art Nosferatu (sehr schön hierzu der Wortwitz des später auftauchenden Ganoven) unterstützt.
Eine Liga der Antihelden, wie sie in guten Büchern steht.
Als Logan gebeten wird, die gezüchtete Mutantin Laura in das mutmaßliche El Dorado für Mutanten zu begleiten, nimmt er den Auftrag bloß des Geldes wegen an – sehr schöne Ausgangslage und ein klares Statement des Einzelgängers.Das Erzähltempo des Films ist großartig, bis auf die Kämpfe gegen X-24 gibt es keine allzugroßen Comic-Endgegner-Unarten zu betrachten und auch die Fähigkeiten anderer „Menschen mit besonderen Vorzügen“ sind sehr sparsam eingesetzt.
In den dann doch häufig aufkommenden Konflikten wird knapp und kompromisslos zu Werke gegangen. Niemand fliegt mal eben 100 Meter durch die Luft, um am Ende schlimmstenfalls ein Loch im Hemd zu haben – hier ist schnell Schluss mit Lustig.
Splapstick oder blöden Humor sucht man hier vergebens und in der Summe erhält man einen düsteren Road-Movie mit übernatürlichen Anleihen.
Weitere Pluspunkte verdient sich der Film in den Szenen, in denen der Dreier eine Nacht bei einer Farmerfamilie verbringen darf. Die Sehnsucht des Prof. nach einem sorgenfreien „normalen“ Leben wird in kurzen Worten vermittelt, aber (auch zuvor im Hotelzimmer) großartig in Szene gesetzt.
Einzig Logan kann sich der hoffnungsvollen Stimmung nicht anschließen.Hier werden Pointen gesetzt, die ich in vielen Filmen vermisse („Festhalten!“ und der Zaun steht dennoch), die Stimmung der Hoffnungslosigkeit wird im Grunde bestenfalls durch Prof. X´s Sehnsucht nach Normalität verwässert und zu keinem Zeitpunkt wird von dieser Marschrichtung abgelassen.
Meine Begleitung war der Meinung, das Logan´s depressive und ablehnende Darstellung etwas zu überzogen sei, ich fand sie auf den Punkt genau richtig.
Einzig Boyd Holbrook hätte etwas mehr Tiefe in seine Rolle bekommen dürfen, der Ganove wirkt auf lange Sicht doch etwas blass. (Aber weniger ist manchmal mehr – ich kann mich erinnern, das kürzlich bei einem anderen Film angemerkt zu haben)Ich weiß nicht, ob Freunde „klassischer“ Comicverfilmungen oder Meet&Greet Streifen á la Batman vs. Superman vs. Thor mit Unterstützung von Iron Man und Wonderwoman und und und… ihre Freude an diesem Streifen haben.
Mich hat der Film jedoch bestens unterhalten und ich erlaube mir sogar, ihn distanziert vom X-Men Kosmos zu betrachten (was in meinen Augen wohl auch die größte Stärke des Films ist).
Gegen Ende hat er zwar eine kleinere Länge, aber das unromantische und unsentimentale Ende rundet das Filmerlebnis ab.9/10
22. Juni 2017 um 08:57 #124013Der Duellist
Die Sehgewohnheiten des Giessener Studenten sind schon eigenartig. Da wird in der Sneak mal schnell der Saal verlassen, bevor auch nur drei Sätze gesprochen wurden.
Schuld war diesmal ein Film, der u.a. durch die Russische Filmförderung finanziert wurde und dazu (Oh Graus! Man wird zuhören müssen) das Setting um 1860 in der damaligen russischen Hauptstadt St. Petersburg präsentiert.Ein Film, dessen Erzählklima (mich) sehr an „Taboo“ erinnert. Ein mürrischer, sehr in sich gekehrter Protagonist, sucht seinen Weg zur Wiederanerkennung des Adeltitels einer Familie.
Der ehemalige Offizier Jakolev verdient sich seinen Lebensunterhalt mit dem Führen von Duellen, indem er (dem Gesetz der Ehre folgend) gebrechliche Adlige in ihren Duellen vertritt.
Zu Gute kommen ihm hierbei seine zirkusreifen Fähigkeiten mit dem Revolver, dazu die nötige fehlende Furcht vor einer Niederlage.
Um auf Nummer Sicher zu gehen, weiß sein „Manager“ Mittel und Wege, um elegant aus der Affäre zu geraten, sollte der Duellgegner sehr heikel gewählt sein.In Kreisen des russischen Militär- und Adelstandes kursieren jedoch Gerüchte über den Duellisten, der seine Gegner auch dann zu töten weiß, wenn sie ihm unbekannt sind (ein Frevel gegen jede Ehre).
Ist Jakolev etwa nicht der, für den man ihn hält? Welche Rolle spielt dabei der dubiose Graf Beklemishev?Ein etwas komplexer Film, der auch mit der ungewohnt anmutenden Namenslandschaft der russischen Zarenlandschaft aufwartet und mitunter die Aufmerksamkeit des Zuschauers benötigt.
Die russische Hauptstadt wird schön (und schmutzig) in Szene gesetzt, die Kostüme schön anzusehen und die Geradlinig- und Kompromisslosigkeit in Fragen von Leben und Tod, hinterlassen einen sehr positiven Eindruck.
Dazu bietet er einen kleinen Einblick in die Freizeitgestaltung russischer Adliger jener Zeit (Fahrradfahren im Pit war der Renner).
Inmitten der gefühlten Kaltherzigkeit darf (leider) eine Romanze nicht fehlen. Die Dreiecksgeschichte wird zwar erst im letzten Drittel des Films intensiviert, auch trägt sie den Film in keine neue Richtung, doch wird sie zuweilen recht unglücklich in Szene gesetzt.
Für mich allerdings der einzig gravierende Kritikpunkt an diesem Film.In der Summe eine sehr schöne Überraschung zur Wochenmitte.
Wer die ausholende Form der Dialoge des 18. Jahrhunderts mag (oder wenigstens ertragen kann), dazu die Bildsprache á la „Taboo“ zu schätzen weiß, bekommt hier einen Film, der sich wohltuend von der Comicüberschwemmung und Dialogmonstern wie „Fick dich, Motherfucker! – Fick dich einmal mehr, Motherfucker!“ abzuheben weiß.
Ich fühlte mich bestens unterhalten – der Reaktion des Sneak Publikums entnehme ich aber mal die Prognose, dass es nicht jedermanns Geschmack sein wird.8/10
21. Juni 2017 um 19:15 #123999Alien: Covenant
…
AMEN!!! Lobpreiset den Herrn der gerne Schweigt.
<noscript>
</noscript>Danke, danke
Aufgrund meines wöchentichen Redeflusses müsste ich mich eigentlich in Mr. Sneak umbenennen
21. Juni 2017 um 14:17 #123988Alien: Covenant
Ich hab mich lange nicht getraut, den Film anzuschauen. Gestern wurde ich dann doch nochmal angesprochen und ich sagte zu (bei der Hitze geht man gerne mal in klimatisierte Kino
)Nachdem der Humbug, Prometheus habe nix mit Alien zu tun (Haha!) nun auch mit dem Filmtitel ad absurdum geführt wird, ist die Erwartung beim geneigten Kinogänger und Kenner der Meilensteine „Alien(s)“ entsprechend gestiegen.
Zuvor sei noch angemerkt, dass mich der Vorgänger „Prometheus“ zwiegespalten zurückgelassen hatte. Die Frage nach Gott oder einem anderem „Schöpfer“ und die sich angedeutete Suche nach ihm, fand ich sehr interessant. Leider hatte man sie mit der altbekannten Alien-Mixtur (Übrig bleibt nur Eine) verwässert.„Covenant“ versucht nun also die Brücke zwischen Prometheus und Alien zu bauen – in dieser Hinsicht scheitert er leider aus erzählerischer Sicht.
Auch hier finde ich die Grundidee als solche gar nicht schlecht – es ist nicht das erste Mal, dass wir einen Androiden erleben, der seinen eigenen Weg gehen möchte.
Die Art und Weise, wie diese dann präsentiert wird, ist doch leider zu effekthascherisch.
Weniger wäre hier, meiner Meinung nach, mehr gewesen.*spoiler*
warum muss man in Rückblenden zeigen, wie David die Urzivilisation (und Schöpfer seines Schöpfers) des Planeten infiziert? Nachdem die Crew den seltsam anmutenden Landeplatz betritt, sieht man noch die Spuren der Vernichtung – kann man das nicht besser in Dialogen klären?Android gegen Android mutet im körperlichen Konflikt dann doch zu sehr nach Terminator an und wirkt in diesem Filmkosmos merkwürdig albern und deplaziert.
Die zweite Hälfte des Films versucht sehr viele Fragen zu beantworten (auch Fragen, die nicht gestellt wurden??), das urprüngliche Thema „Woran glaubst du“ wird auch hier nur als Stichwortgeber genutzt.
Schade, schade!!
So sieht man dann doch wirklich nichts Neues, außer vielleicht der Tatsache, dass das Ur-Alien einer Freundschaft zu seinem „Schöpfer“ nicht abgeneigt gewesen wäre?? (LOL)Das Tempo, das in der Entwicklung der Geschichte und dem Prozess zwischen Infizierung und Ausbrechen der Fremdkörper angeschlagen wird, ist aberwitzig.
Mal ehrlich: Inzwischen vermute ich, dass der Facehugger aus „Alien“ irgendeine Altersschwäche oder ähnliches besaß, da hat es doch einige Wochen gebraucht, ehe es ausbrechen konnte und schließlich heranwachsen konnte (auch in Teil 3 war der Wachstumsprozess durch irgendwelche Alien-Demenz stark verzögert – oder wie?)Liebhabern des ursrünglichen Alien-Kosmos wird hier dann doch etwas arg an den Kopf gestoßen. Fassbenders Spiel ist leider auch nicht so imposant wie noch in „Prometheus“, aber ja, so ist das, wenn man immer noch mal eins draufsetzen will, obwohl es doch eigentlich schon gut ist…
Braucht es noch einen weiteren Film vor „Alien“? Eigentlich nicht, das Thema ist durch und inzwischen arg absurd. Der Mythos der unbekannten Herkunft des Monsters wird zudem auch zerstört (den einen stört es mehr, den anderen weniger).
Als Fazit: Der Film ist keine Gurke, aber er macht auch nicht satt.
6/10
(Wäre ich streng, müsste ich wegen der peinlichen Duschszene noch zwei Punkte abziehen. Was bitte soll denn der Mist? -> bestenfalls als humorvolle Homage an 80er Jahre slasher-Kino zu betrachten, und selbst dann nicht „Witzig“)18. Juni 2017 um 17:19 #123760Gone Baby Gone (Kein Kinderspiel)
Ein vierjähriges Mädchen verschwindet spurlos. Nach drei Tagen erfolgloser Recherche heuern Verwandte des Kindes das Privatdetektiv-Paar Patrick und Angela an, das sich beim Aufspüren von untergetauchten Kleinkriminellen einen Namen gemacht haben.
Die mit dem Fall betraute Polizei ist mit der unverhofften Unterstzützung nicht gänzlich glücklich, doch können Patrick und Angela den Fall in eine neue Richtung wenden… denn die Mutter des verschwundenen Kindes, verheimlicht etwas Bedeutungsschweres.Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht genau, warum ich den Film über Prime gewählt habe. Weder Story noch Hauptcast laden wirklich zum Schauen ein, aber gut – kostet ja „nix“

Tatsächlich hat der Film einige Momente, die an sich interessant sind und mich mit leichter Freude weiterschauen ließen. Schnell wird aber auch klar, dass sich das Thema „Kindesentführung“ in ein etwas Anderes entwickelt, um es dann gegen Ende wieder spektakulär in den Mittelpunkt zu stellen.
Drogen, verquere Cops und ein sich auseinanderentwickelndes Detektivpaar stehen im Mittelpunkt des 2stündigen Streifens. Twist hier, Oha-Effekt dort, am Ende wird noch eins draufgesetzt und letztlich soll der Zuschauer mit der Frage zurückgelassen werden, ob Recht nicht auch mal im Sinne der Moral gestreckt werden solle.Zum Nebenherschauen hat der Film ganz gut gepasst, er wird (bis auf einem Moment) nicht durch laute Musik oder lärmendes Geballer unterbrochen. Die Story erträgt man im Grunde dadurch, indem man weiß, dass die Dinge nicht so sind wie sie scheinen – und das hilft dabei, die gewählten Storytwists eben nicht als Solche zu erkennen.
80 Minuten hätten bei dem Film auch gelangt, der Unsinn, den Entführer in der Nähe zu finden und es dabei über vier Ecken herausgefunden zu haben… puh…3/10
15. Juni 2017 um 20:43 #123700Du neben mir
Großer Andrang in der Sneak, tolle Trailer vor dem Film und letztlich ein Teenie-Drama der bittersüßesten Sorte.
Als ich den Titel las, dachte ich zunächst an Nicolas Sparks; hinterher wünschte ich mir, es wäre so gewesen.Die 18jährige Maddie lebt von der Außenwelt isoliert (dafür in einem Haus mit großen Fenstern). Der Grund dafür ist eine sehr seltene und komplizierte Form eines Immundefekts (SCID). Schon die kleinste Bakterie könnte ihren Tot bedeuten.
So exisitiert die Welt um sie herum in Form von Internet, Fernsehen, Büchern und den einzigen Menschen Mama (und Ärztin), Krankenschwester, sowie Tochter der Krankenschwester.
Jede von ihnen betritt das Haus durch eine Desinfektionsschleuße…Eines Tages zieht nebenan eine neue Familie ein und Maddie fällt dabei sofort der etwa gleichaltrige Olly auf. Als sich ihre Blicke durch das große Fenster treffen, wird dem Zuschauer Angst und Bange, bei der Gewissheit, wohin der Film sich bewegen wird.
Tatsächlich aber sind die ersten etwa 30 Minuten des Films die Stärksten an ihm (sofern wir „stärkste“ nicht als stark verstehen). Das erste Kennenlernen via Whatsapp (oder Whatsever) ist nicht ungewöhnlich. Der erste versuchte Besuch Olly´s wird kurzerhand von der Mutter an der Schleuße niedergeschmettert (auch hier ahnt man, was sich wie entwickeln könnte), also funktioniert der Kontakt zueinander bloß via Handy oder Internet. Eine Slapstick-Einlage von Kinderzimmerfenster zu Kinderzimmerfenster darf hier auch nicht fehlen. Schnell merkt man, dass sich beide Hauptdarsteller nicht zu schade sind, sich zum Affen zu machen.Nachdem für beide der Kontakt via sozialem Netzwerk eindeutig zu wenig ist, wendet sich das Stimmungsbild des Films.
Bis hierhin hat man ein Thema mit Potential, das in seiner Erzählform jedoch massive Patzer aufweißt (Zeitsprünge von einigen Tagen oder Wochen kann der Zuschauer nur erahnen, wenn Maddie zwischendurch ihre kurzen Gedanken in ihrem Blog wiedergibt).
Für die Liebe und den einzigen perfekten Tag ist Maddie bereit, alles zu opfern… ja, und ab hier braucht man Nerven wie Stahlseile.
Szenen zum Fremdschämen reihen sich aneinander, die Dialoge sind derart übel und unsinnig, dass man glaubt die Theater AG der 9-Klasse hätte sie geschrieben (ok, wäre es so, würde ich sie andersherum dafür loben -> bitte nicht falsch verstehen).
Das ohnehin schon hohe und Zeitleugnende Erzähltempo wird nochmals erhöht, für die 18 jährige Maddie, die in ihrem Leben noch keinen Fuß vor die Tür gesetzt hat sind Dinge wie Flugzeug und Urlaub Buchen, Check-In, Check-out, usw. usf. das Normalste der Welt. Allein in diesen Momenten (endlich die Welt außerhalb des Fensters erLEBEN zu können) hätte man etwas Großes schaffen können. Präsentiert wird es (ihr ahnt es schon) im 2 Minuten HuschHusch Tempo, wichtig sind ja andere Dinge… ja, wenn sie dem Zuschauer auch nur halb so wichtig wären wie den 18 jährigen Verliebten.
Klar, für die zwei sind diese Stunden das Größte der Welt. Aber mal ehrlich: Wer von uns würde die erste große Liebe seiner Tochter / seines Sohnes filmen und dann ins Kino bringen? Hierfür fehlt es eindeutig an zu Vielem – zuallerst und am schmerzlichsten an einer gesunden Erzählstruktur und dem Setzen eines Themenschwerpunktes.
Ob dem Zuschauer nun tatsächlich der Mächtige und unausweichliche „Oh nein! Das darf nicht sein!“ Moment erwartet, sei mal dahingestellt. Der aufmerksame Zuschauer, der innerlich darum fleht, etwas mehr Hintergrund in die Geschichte zu bekommen, errät recht schnell, wohin die Reise gehen wird.
Schockierend? Hätte so sein können, wird es aber nicht. Warum? Erzähltempo, fehlende Tiefe der Figuren / Handlung / Hintergründe, fehlendes Festlegen auf einen Plot (Krankheit – Leben mit der Krankheit – Sehnsucht nach dem Leben ohne Krankheit… etc. -> es wäre doch so Vieles möglich gewesen)Was bleibt ist ein Teeniedrama, das sich vermutlich so wichtig nimmt, wie es einst „Love Story“ mal war, bis auf zwei oder drei sehr gelungene Szenen ist es aber nur ein dahingerotztes „Hab mal was von SCID gehört, aber darum soll´s ja nicht gehen“-Filmchen. Viele mögliche Höhepunkte werden qualvoll banal dargestellt, ein WOW-Effekt, der den ersten WOW-Effekt noch toppen soll und am Ende doch keiner ist.
Im Grunde steht es über allem: Ein Film, der ein Guter sein will und es doch nicht ist.Wie anfangs erwähnt: Hätte Herr Sparks seine Hände im Spiel gehabt, ich wäre hinterher ein Glücklicher Zuschauer gewesen (vermutlich…
)Nicht ganz sooo langweilig wie „Loving“, im Verhunzen von Potential in diesem Jahr jedoch unerreicht!
2/10 (OK, der Badeanzug hebt den Film auf 3/10)
8. Juni 2017 um 12:23 #123439Monsieur Pierre geht online
Bei der gestrigen Sneak wurden wir an der Cocktailbar darauf aufmerksam gemacht, dass eine Komödie laufen würde. Schockschwerenot! Es starten doch demnächst zwei deutsche Komödien!! Also schnell die doppelte Portion gekauft um den Frust erträglicher zu machen…
Das war aber gar nicht nötig, denn wenn wir über Komödien aus dem europäischen Ausland sprechen, dann können wir auch darauf hoffen, dass sie unterhaltsam sind. Die Erwartungshaltung an diesen französischen Film waren demnach etwas höher.Der (nicht unbedingt vom Erfolg verwöhnte) angehende Schriftsteller Alex lernt in einer Nacht Julliette kennen und lebt fortan mit ihr zusammen. Zu dumm, dass sie aus Geldmangel bei ihrer Mutter leben.
Diese möchte nicht darauf hoffen, dass ihm der Durchbruch gelingt, sondern offeriert ihm einen Nebenjob bei ihrem Vater, der doch bitte den Schritt in die Moderne wagen und sich einen Computer zulegen soll.
Dieser lebt seit dem Tod seiner Frau zurückgezogen und am Rande der Verwarlosung in seiner Wohnung. Die neue Welt des Internets bietet ihm einen reizvollen Blick auf eine Datingbörse, die er fortan mit der einen oder anderen Schwindelei zu nutzen weiß.
Als ein Treffen mit einer Internetliebelei ansteht, bittet er Alex um Hilfe…Pierre Richard und Yaniss Lespert glänzen in dieser warmherzigen und pointierten Komödie über die Irrungen und Wirrungen der Liebe. Zwar wird hier mit schamlosen Lügen gegenüber der potentiellen Wunschpartnerin sehr generös umgegangen, das hindert den Zuschauer jedoch nicht daran, seine Freude am Spiel sämtlicher Beteiligten zu haben.
Die Story ist an einigen Stellen vorhersehbar, was bei Filmen diesen Genres aber nicht verwundern sollte.
Der erreichte Klimax beim Aufeinandertreffen aller Beteiligten in Großvaters Wohnung ist einfach köstlich.
Wahre Schenkelklopfer bleiben erspart, Witze, die unter die Gürtellinie gehen oder gar Fäkalgeruch verstreuen sucht man hier vergeblich (Gott sei Dank!!!). Hier liegt der Fokus tatsächlich auf Großvater Pierre, der zwischen Hoffen und Realitätssinn seiner neuen Liebe frönt und seinem Enkel in Spe, der auf der Suche nach seiner beruflichen Erfüllung ist und Pierre einen heiklen Gefallen tun soll.Für solche Filme liebe ich die Sneak.
8/106. Juni 2017 um 22:10 #123388Der Mandant
Anwalt Haller erziehlt mit unortotoxen Methoden des Öfteren ein gutes Ergebnis für seine (meist schuldigen) Klienten. Das ist im Justiz-Apparat natürlich nicht immer gern gesehen.
Der nun behandelte Fall scheint anfangs leicht zu lösen, würde Haller im weiteren Verlauf nicht über einen Fehler seiner Vergangenheit stolpern…Ganz viel Matthew McConaughey und ein bisschen Ryan Phillipe tragen den Film, der inhaltlich nun nicht wirklich das Gelbe vom Ei ist, in seiner Darstellung allerdings zu überzeugen weiß.
Dabei darf McConaughey jedoch nicht in der Missgunst des Zuschauers stehen – er ist der stete Fixpunkt des Films, trägt ihn mit seiner Rolle (durch eine zugegeben sehr seichte Drehbuch-Vorgabe) ohne Probleme und erstickt aufkeimende Ambitionen von Ryan Phillipe – der den notorisch narzisitischen Millionärssohn spielen darf – mit einem Wimpernschlag. Dass auch andere Schauspieler am Projekt beteiligt waren, will einem der Abspann verdeutlichen (will heißen: da bleibt niemand sonst im Gedächtnis hängen)Dennoch (oder gar: weil ich das Spiel von McConaughey zu schätzen weiß) weiß der Film zu unterhalten, birgt den einen oder anderen Schmunzler und die Wendung verspricht auch einiges an Spannung.
Am Ende ist es dann doch Massenware, aber das war im Grunde nicht anders zu erwarten.7/10
6. Juni 2017 um 21:59 #123387The Green Inferno
Ich muss zugeben, dass nicht jeder Horror- und Terrorhype der 70er/80er an mich gegangen ist. Von den vielen Kannibalen-Filmen wusste ich, habe aber bloß einen oder zwei gesehen („Mondo Cannibale“? Kann das sein??)
Damit ist mal klargestellt, dass es sich nicht um mein liebstes Genre handelt – die Idee, ein weiteres Relikt der (Kino)Urzeit neu zu beleben, fand ich grundsätzliches nicht verkehrt. Nun steht Eli Roth ja auch in Verdacht, in Punkto Horror ein „glückliches“ Händchen zu haben…. bei den Filmen, die ich von ihm gesehen habe, muss ich aber voran schicken, dass ich seine Herangehensweise zu schätzen weiß, sie aber leider nie konsequent zu Ende gebracht wurden.
Ähnliches wird ihm auch hier zum Verhängnis.Die Optik des Films biedert sich an die Sehgewohnheiten des modernen Horror-Slasher-Fans an, die Dialoge hingegen sind in Art und Inhalt ähnlich trashig wie die der Originale. Die Handlung an sich ist auch schnell erzählt: Öko-Aktivisten wollen die Vertreibung eines Eingeborenenstammes im Regenwald verhindern. Leider erleben sie auf dem Weg zu ihrer Mission einen Helikopterabsturz und lernen fortan die Gastfreundschaft des Kannibalenstammes kennen.
Spätestens ab hier wird mit 08/15 Manier durch den Film gemetzelt. Originalität mangelware – der Gore-Gehalt (für jene, die tatsächlich gesteigerten Wert darauf legen) liegt dann doch unter dem, was man erwarten dürfte.Das, was in Folge geschieht ist im Grunde ein Zombieaufguss in der Dschungelvariante. Und zieht man erst diesen Vergleich, dann hat der Film gänzlich verloren (wobei das Thema „Zombie“ zuletzt ja auch mehr Murks als Glanz verbreiten konnte).
Mit Nachos, Bier und Kollegen kann man hier sicherlich seinen Spaß haben. Alleine ertappt man sich jedoch dabei, das Rauschen des Windes in den Bäumen vor dem Fenster intensiver zu verfolgen als den Film.
Was soll´s.3/10
1. Juni 2017 um 10:40 #123201Loving
Ein Film über die noch herrschende Rassenunruhe der amerikanischen 50er/60er Jahre, in der Richard und Mildred Loving eine in Virginia verbotene Mischehe eingehen und fortan die Härte der Rechtsprechung erfahren müssen.
Schaut man den Trailer, glaubt man, einen Film vom Typus „Der Butler“ zu erhalten. Tatsächlich plätschert das Machwerk vor sich hin ohne auch nur den geringsten Spannungsbogen aufzubauen (eigentlich unglaublich, wenn man sich das Thema und die Folgen betrachtet).
120 Minuten Film genügen dem Macher scheinbar nicht, die wahre Geschichte der „Heldin“ Mildred Loving zu erzählen, die mit einer Klage vor dem obersten Gerichtshof 10 Jahre nach der Urteilssprechung („Schuldig, eine verbotene Mischehe eingegangen zu sein“) Wegweisendes für die Liberalisierung farbiger Menschen in Amerika geleistet zu haben.Der Film weiß im Grunde nicht, wohin er will. Ist es ein Biopic? Dafür liegt der Focus merkwürdigerweiße zu sehr auf Richard Loving, der stoisch und äußerlich gefühlsarm seinen, vom Gesetz, vorgeschriebenen Lebensweg fortsetzt, während die hin und wieder in Szene gesetzte Mildred „hinter seinem Rücken“ die Fäden für eine Klage vor dem obersten Gerichtshof zieht…
Es gibt viele Stellen im Film, an denen man durchaus Spannung und/oder Emotionen beim Zuschauer hätte wecken können, jedoch verzichtet man gänzlich darauf und so erscheinen 120 Minuten wie eine Ewigkeit. Vielleicht soll es auch Zweck des Films sein, schließlich musste das Ehepaar Loving auch eine gefühlte Ewigkeit auf ihr Recht warten.
Das Beste sei am Ende erwähnt: Vor der Sneak wurden gratis Likörflaschen ausgeteilt (wohl wissend, dass man das Publikum bei Laune halten will?? ;D), dazu zwei Freikarten für die nächste Sneak gewonnen. Yipieh!!
Insofern ein gelungener Abend, auch wenn der Film im Grunde nichts dazu beigetragen hat.Aufgrund einiger schöner Aufnahmen und angesichts der Bedeutung des Themas immerhin
3,5/1029. Mai 2017 um 21:46 #123069The Purge – Election Year
Teil 1 hatte ich vor einigen Jahren geschaut und als ganz OK abgetan. Teil 2 ging irgendwie an mir vorbei und nun präsentierte sich mir Teil 3 als „Election Year“ getarnte Variante der Purge.
Tja, was will man haben? Im Vorfeld hatte ich gelesen, dass der Film zu sehr storylastig sei und dabei die eigentliche Purge in den Hintergrund gerate… ja, wie?
Über die Sinnhaftigkeit einer solchen Themenreihe möchte ich mal gar nicht eingehen, vielmehr betrachte ich „Election Year“ mal als dystopische Fantasie. Aber auch hier mag der Film nicht funktionieren.
Die Darstellungen der Hinrichtungen und Präsentationen der Leichen werden wie ein Videoclip gestaltet. Das mag faszinieren, mir drängt sich bei solchen Bildern aber immer wieder auf, dass man im Grunde nur diese Szenen zeigen wollte und irgendwie eine Story darum herum bauen musste.
Sprüche wie „ich tötete meine Mutter weil ich sie nicht mehr ertragen konnte“ runden das Ganze ab.
Die Story an sich glänzt mit Will-Dich-Schnappen / Laufe-weg / Schnappe Dich fast / laufe-weg / Schnappe-Dich…-Muster. Überraschungen sind (auch Dank des Kinotrailers, den ich voriges Jahr gefühlte 100x schauen durfte) rar gesät.Ich kann verstehen, dass die Reihe ihre Fans hat. Da ich aber schon in Teil 1 das Gefühl hatte, dass eine glänzende Idee eher effekthascherisch aufgebaut wird, zähle ich mich selbst nicht dazu.
Sehr viel belangloser kann ein Film nicht auf mich wirken, daher noch gut gemeinte4/10
25. Mai 2017 um 20:53 #122866Das Belko Experiment
Abseits der kolumbianischen Hauptstadt Bogota liegt im Nirgendwo die Firma Belko. Hier hat man sich gern, kommt mit einem Lächeln zur Arbeit und genießt den Flirt mit der Kollegin, die einen abgrundtief hasst

Bis eines Morgens sämtliche einheimischen Mitarbeitern der Zutritt zum Firmengelände verwährt wird und just eine neueingestellte Latina ihren Dienst beginnt („Waren Sie schon beim Arzt? Der Chip dient nur Ihrer Sicherheit!“)
Natürlich hat sie sich den Chip nicht einsetzen lassen, was im weiteren Verlauf des Films nicht unerheblich ist.Kurz nachdem sämtliche Angestellte ihre Büros betreten und ihre Einzeiler zum Kennenlernen losgelassen haben, kommt aus den Lautsprechern die Aufforderung, binnen 30 Minuten drei Menschen zu töten. Egal wie, ansonsten sterben 6 zufällig gewählte Menschen.
Natürlich hält man das für einen Scherz, bis die Firma mit einer nie gekannten Metallierung dicht gemacht wird.
Das anfängliche Zögern, sich an die Spielregeln zu halten, verliert sich just, als einigen Mitarbeitern wie aus dem Nichts die Köpfe explodieren.
Stehen die Moral und die Werte der Menschlichkeit über dem Ziel, das Spiel als Sieger zu beenden?Die Story gab es schon gefühlte hundert mal, ob nun in „Mean Guns“, „Die Todeskandidaten“, „Battle Royal“, „Panem“ etc, etc.
Schön an den Film war die Gradlinigkeit, in der er präsentiert wird. Zwar gibt es Momente, in denen sich über die Unmenschlichkeit des geforderten Handelns diskutiert wird, aber im Grunde bleibt nicht viel Zeit zum Quasseln, denn überlebenswillige Menschen haben die Hatz bereits eröffnet.
Es gibt zudem keine (ok, eine Ausnahme!) „Oh Gott, was macht der/die denn jetzt?“ Momente, keinen Superhelden mit Megakräften, keine Wonderwoman, die vom Mauerblümchen zur Killerin mutiert… hier entfalten sich die Charaktere stets glaubhaft und bleiben dieser Linie treu.
Das Ende setzt mir einen „Gag“ zu viel drauf, aber alles in allem ein recht gesunder Action-Slasher-Panic Movie, der mir häufig Freude bereitet hatte, obwohl ich dem Genre im Allgemeinen nicht mehr viel abgewinnen kann. Der Gore Faktor ist jederzeit vernünftig dosiert, nicht zu viel und nicht zu wenig.
Meine Begleitung indes war etwas erschüttert… ganz zarte Seelen sollten ihn vielleicht nicht ohne Begleitung schauen
8/10
23. Mai 2017 um 18:59 #122757The Reach – In der Schusslinie
Eigentlich bin ich kein Freund davon, Filme im regulären TV Programm zu schauen. Gestern passierte es, dass ich nach „Hart aber fair“ (bekommt das Format eigentlich auch mal wieder Inhalte??) kurz auf ZDF schaltete und dort den Anfang von „The Reach“ zu sehen bekam.
Nach dem fatalen Fehlschuss entwickelt sich der Film zunächst sehr spannend, bringt dann aber eine eher merkwürdig anmutende Idee ins Spiel. OK, was macht ein Milliardär eben aus Lust am Thrill in der Wüste
Michael Douglas meistert seine Rolle im Großen und Ganzen ganz gut, leider tut ihm das Drehbuch in einigen Szenen keinen sonderlich großen Gefallen (Dynamit-Szene)In der Summe leider ein wenig unausgegoren, einige Szenen hatten mehr Potential intus, andere wiederum erschienen mir unnötig und lang.
Das Finale (sofern man es als Solches bezeichnen möchte) rattert dann mal eben völlig emotionslos dahin. Irgendwie toll, dass es keinen klassischen Showdown Held vs. Schurke gibt, aber das war dann doch eher nix.
Für einen Montagabend, an dem man ohnehin nicht schlafen konnte, war der Film völlig in Ordnung.
Kein großes Kino, kein großer Murks – aber auch nichts, das man unbedingt bewerben müsste.5/10
20. Mai 2017 um 20:27 #122573Taboo (Staffel 1)
Der totgeglaubte Afrikaheimkehrer James Delaney erscheint unverhofft in London, um dort das Erbe seines verstorbenen Vaters anzutreten. Neben einer Schiffshandelsgesellschaft weckt insbesondere ein Stück Land an der Nordwestküste Amerikas das Interesse der East India Company, die es für Handelsstrategische Zwecke benutzen möchte.
Da sich James aber weigert, der Company das Land zu verkaufen, macht er sich diese zum Feind. Doch scheint es, als sei ihm der offene Konflikt sehr gelegen.Düster, schmutzig und dazu mystische Anleihen. Andeutungen von übersinnlichen Fähigkeiten des Protagonisten, ein Schiffsuntergang, ein afrikanisches Trauma und die inzestuöse Verbindung zu seiner Halbschwester lassen den Zuschauer oftmals an den Motiven und Zielen des James Delaney rätseln.
Zumindest ging es mir so, denn die Grenzen zwischen Homecoming Thriller und Mystery geraten hin und wieder ins Wanken.Anfangs gerät die Serie in Gefahr, zu einer One-Man-Show des Tom Hardy zu mutieren, doch einige Nebenrollen wachsen in die Serie hinein und können ihre zarten Spuren hinterlassen. Am meisten beeindruckt war ich wohl von Franka Potente, die als abgewrackte Hure sehr heruntergekommen und authentisch spielt.
Einige recht explizite Gewaltsszenen runden das Serien“spektakel“ ab.Zunächst: Ich habe die Serie nicht ungern gesehen, kann aber gar nicht so sehr fest machen, woran es lag. Das Eigenbrödlerische und stets mürrische auf Vergeltung sinnende Spiel des Tom Hardy bröckelt zum Ende der Serie (glücklicherweise), wirkliche Klarheit darüber, wohin die Serie denn nun wirklich möchte, konnte ich aber nicht erkennen.
Setting, Schmutzfaktor (ja, das Tabu der schmutzigen Fingernägel wurde tatsächlich gebrochen!) und die Chemie zwischen den einzelnen Charakteren hat mir ganz gut gefallen.
Eine Empfehlung kann ich jedoch nicht dafür aussprechen – ich wüsste ehrlich nicht, welchen Genrefan die Serie denn gefallen könnte. Aufgrund seiner Klarheit liegt hier die ebenfalls im Kolonialzeitalter angesiedelte „Turn“ in meiner Gunst klar vorne.
Eine zweite Staffel darf man sich gerne verkneifen, irgendwie ist so gut – und Schluss
6/10
18. Mai 2017 um 23:51 #122498Kong – Skull Island
Der Trailer verriet bereits, dass man das Thema King Kong ein klein wenig anders angehen würde, als es die vorhergegangenen Verfilmungen taten; machte neugierig – weckte aber auch gewisse Befürchtungen.
Das Gute Vorweg: Der Film unterhielt besser als erwartet!
Man nimmt sich Zeit, die Charaktere und Umstände zum Aufbruch zur geheimnisumwogenen Insel zu schildern und sorgt damit beim Eintreffen der Helikopter am Zielort für einen schönen „oha“ Effekt.
Im weiteren Verlauf verliert sich der Film leider in einem beinahe dämlichen Hide & Run um einen Weg von der Insel zu finden.
Sehr schön finde ich die Begegnung mit den Eingeborenen, die Vorstellung Kongs als „König“ der Insel ist in diesem Rahmen sehr gelungen.
Das ständige Dahinraffen der Crew im altbewährten Monster vs. Mensch Kosmos ist wenig innovativ, aber es stört an vielen Stellen auch nicht.Ich glaube gelesen zu haben, dass die Darstellung Kongs im hohen Maße gelobt wurde (weit realistischer als jener von Peter Jackson). Mich persönlich hat die Präsentation des Urzeit-Affen massiv gestört. Meine Güte, das Vieh überragt in der Helikopter Szene sämtliche Berge um dann 5 Minuten später völlig von der Bildfläche zu verschwinden. OK, der Plot weißt auf unterirdische Höhlen hin, die Tore zur Urzeit seien (oder so ähnlich)… aber dennoch, das geht nicht. Auch die auftretenden Gastmonster können ob ihrer absurden Größe nicht erschrecken sonder wirken beinahe peinlich.
Das große Plus der vorangegangen Verfilmungen war immer eine Identifikation mit dem Riesenaffen, der ob seiner Monstrosität erschreckend menschliche Züge aufweißt.
Dieser (überaus wichtige) Aspekt wird in dieser Variante gänzlich ignoriert. Zwar will man in zwei, drei Szenen hervorheben, dass Kong durchaus in der Lage ist zu reflektieren, wer ihm nun gut oder böse gesinnt ist, aber am Ende ist es dem Zuschauer doch völlig egal, ob er abgeschossen wird oder nicht.Kong weißt unter dem Strich viele gute Elemente auf, verhunzt ein mögliches sehr gutes Ergebnis aber in einer schlampigen Darstellung (optisch wie inhaltlich) des Titelgebers. Der obligatorische Hinweiß auf die Fortsetzung nach dem Abspann – zugegeben jedoch mit einem kleinen Gänsehaut-effekt bei der Vorstellung eines weiteren Urzeit-Kult-Monsters – passt dabei ganz gut ins Bild.
Kong ist wahrlich kein schlechter Film, gemessen an seinen Vorgängern kann er ihnen jedoch nie (oder nur ganz selten) das Wasser reichen. Inhaltlich gibt es einige Abweichungen, die dem Film und dem Unterhaltungswert durchaus gut taten, aber ich kann meine Enttäuschung über den Affen nicht verbergen.
Leider bloß 6/10
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