Antwort auf: Heute habe ich mir folgenden Film angesehen…. (2018)

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DerSchweiger
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@derschweiger

Gringo

Mögt ihr eigentlich die Beatles?
Harold hat einen durchaus schlechten Tag. Zunächst erfährt er, dass seine Frau sein gesamtes Geld verprasst hat (und sich dabei Geschäftsfrau im teuren Luxusbüro schimpft) und er somit pleite ist. Und als sei das noch nicht genug, erfährt er von seiner anstehenden Entlassung (natürlich ohne Abfindung).
Mit seinen Chefs Richard und Elaine soll er aber vorher noch ein mexikanisches Werk zur Herstellung von Marihuana-Pillen besuchen um „Ungereimtheiten“ im Verkauf des Rohstoffs zu lösen.
Dort beschließt er, sich entführen zu lassen um eine Lösegeldzahlung aus der „Entführungs-versicherung“ des Unternehmens zu erhalten – bloß dumm, dass diese gekündigt wurde.

Der Trailer zeigt einen rasanten und witzig unterhaltsamen Drogen(mafia) Kalauer, was der Film im Großen und Ganzen dann doch nicht ist.
David Oyelowo in der Rolle des klassischen Unglücksraben gelingt es nicht auf Dauer, den Film zu stemmen. Dabei hat er aber den tragenden und vorantreibenden Part. Viele Szenen sind dennoch sehr gelungen und witzig.
Charlize Theron (kaum wiedererkannt!) ist so unhübsch wie seit Monster nicht mehr, dafür aber ein durchtriebenes Stück wie in besten 80er Jahre Yuppie-Filmen (Herr Gekko grüßt aus der Ferne).
Dagegen verblasst Joel Edgerton als ebenfalls skrupelloser und geiziger Firmenboss ein wenig und läuft auch Gefahr, in Klisches zu ertrinken.
Plottechnisch möchte man einiges bieten (wenn plötzlich ein ehemaliger Söldner, einen Drogenkurier mitsamt naiver Freundin und ein mexikanischer Drogenboss ins Spiel kommen, wartet man darauf, dass diese Erzählstränge auf einen Punkt zusammenkommen um…), leider bleibt „Gringo“ auf Dauer doch ein wenig blutleer und fad.
Der ganz große Moment fehlt, auch wenn einige Gags durchaus zu gefallen wissen („Ich ruf zurück!“ :D ) und die Interaktion des Dreiergespanns durchaus mehr Potential im Köcher gehabt hätte.

Schlecht reden möchte ich den Film aber auch nicht, denn über 3/4 der Filmlänge wusste er recht gut zu unterhalten. Zudem ist es ein Genre, in dem große Plottwists nicht unbedingt hingehören, was es zum Ende aber doch ein wenig anstrengend werden lässt.
Wenn der Film die komische Ebene verlässt und die Tragödie um Harry herum aufzeichnet, weiß er mir beinahe noch besser zu gefallen.

Unter dem Strich gibt es für mich einen Erzählstrang zu viel, die Mixtur aus Komödie, Ernsthaftigkeit und Action ist auch ein wenig unausgeglichen, aber gibt man den Charaktären einen Sympathiebonus, bekommt man hier (insbesondere für eine Sneak – will ja gar nicht meckern!!) grundsolide Kost, die vielleicht dann doch mit Blick auf den Cast ein wenig enttäuscht.
Das haben wir alles schon besser gesehen, aber es geht auch wirklich schlimmer.

Let it be
6/10