Antwort auf: Heute habe ich mir folgenden Film angesehen…. (2018)

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DerSchweiger
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@derschweiger

Steig.Nicht.Aus!

Der in der Baubranche tätige Karl kommt von einer Dienstreise unerwartet früh zurück. Die erhoffte Überraschung zum Hochzeitstag gelingt ihm dadurch jedoch nicht – seine Frau ist termingebunden in Eile und es reicht somit nur zu einem „Hallo“.
Rasch werden die Kinder ins Auto gepackt um sie zur Schule zu bringen (was seine Frau jedoch auch nicht spaßig findet [grübel…]). Während der Fahrt entdeckt er ein ihm unbekanntes Handy und der darauf eingehende Anruf wird in den kommenden Stunden sein Leben grundlegend ändern.
Unter den Sitzen sind Bomben angebracht. Wer aufsteht um das Auto zu verlassen, erzwingt ein „Bumm!“
Die vom Erpresser gestellten Forderungen sind zudem nicht sehr einfach zu lösen, wenn man auf dem Autositz gefangen ist… vielleicht gelingt Karl dennoch das Unmögliche.

Da haben wir einen im Vorfeld hochgelobten Thriller „Made in Germany“.
Nun gut, die Story ist jetzt nicht grundlegend neu, tatsächlich bedient man sich an „Anrufer unbekannt“ aus 2015 (von dem ich vorher aber nichts gehört habe). Erinnerungen an „Gegen die Zeit“ und „Nicht auflegen“ werden ebenfalls geweckt.
Das Beste vorneweg: Die Kamera ist in einigen Szenen großartig – beinahe beeindruckend und spannungsfördernd werden einige Szenen aus der Hauptstadt eingefangen.
Die Story an sich – na ja, im Grunde sehr geradlinig und ohne wahren Wow-Effekt.
Schauspielerisch ist es an einigen Stellen durchaus gelungen – wenn wir dieses elende Overacting sämtlicher Beteiligten dann auch mal irgendwie in den Griff bekommen würden.
Ein weiterer Bringer: Die Dialoge sind doch nicht wirklich ernst gemeint? Da wird ein Erpresser in Punkto Ausdrucksfähigkeit als absoluter Depp hingestellt (Wenn du nicht machst, was ich sage… „dann Bumm!“ – nicht einmal, zweimal… gefühlt jeder Satz von ihm endet mit „Bumm“), ist aber in der Lage über Nacht zwei Autos mit Bomben zu bestücken, die er per Fernbedienung zu steuern weiß und überdies über jeden Handgriff Karls Bescheid weiß.
Passt so nicht ganz zusammen – auch das Charakterbild, das von Karl entworfen wird ist eher hanebüchen und scheinbar einem 5-Minuten-Brainstorming entsprungen.
Weitere Bringer wie Hubschrauber im Straßenverkehr, eine schrecklich miese Demo (weil ja auch der eingeschlafene Zuschauer in der letzten Reihe gegen Ende erfahren soll, ob der Streitpunkt nun gut oder böse ist), eine Christiane Paul, die trotz kaum vorhander Einsatzzeit nervt und Hannah Herzsprung, die tatsächlich bloß einen Gesichtsausdruck darbieten darf sind dabei gefühlt bloß die Spitze des Eisbergs.

Ne, „Steig.Nicht.Aus!“ ist kein Totalreinfall wie ich es möglicherweise vorher befürchtet hatte, aber irgendwie will bei mir der Funke nicht überspringen (overacting von Möhring, Christiane Pauls Arbeitsverweigerung, moralische Zeigefinger ohne Ende…) – aber vermutlich hätte ich den Film in einer Hollywood-produktion nicht grundlegend besser empfunden (inhaltlich ist es auch kaum der Rede wert)

Nach Sichtung der Trailer bin ich aber auch irgendwie froh, keinen der beiden Dwayne Johnson Filme gesehen zu haben. Daher wohl auch 0,5 Punkte der Erleichterung mehr ;)

5/10