Heute habe ich mir folgenden Film angesehen…. (2026)

Homepage Forum Community Small Talk Heute habe ich mir folgenden Film angesehen…. (2026)

Dieses Thema enthält 230 Antworten und 11 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Profilbild von Gyre Gyre vor 2 Stunden, 40 Minuten.

Ansicht von 15 Beiträgen - 181 bis 195 (von insgesamt 231)
  • Autor
    Beiträge
  • #261650
    Profilbild von The-Lion-King
    The-Lion-King
    Community Mitglied
    Beiträge: 3995
    @the-lion-king

    The Change [„Anniversary“] (Prime)

    Eine amerikanische Professoren-Familie aus Washington DC wird in ihren Grundfesten erschüttert, als eine
    radikal politische Bewegung namens „The Change“, angeführt von der neuen Freundin ihres Sohnes, das Land erfasst.

    Wenn eine politische Ideologie deine gesamte Familie bedroht & in deren Existenz einschränkt – Das ist The Change.

    Kompromisslos, erschreckend & zeitweise fast unausstehlich mitanzusehen und egal wie konstruiert das vielleicht
    dargestellt wird, ich habe nicht das Gefühl, das der Regisseur hier nicht teilweise Dinge aus unserer Gesellschaft wiederspiegelt.

    Manche werden den Film als eindimensional, provokativ & zu politisch bezeichnen. Das kann man machen. Ich sehe hier aber
    eben auch ein ambitioniertes Drama, das am Rande des Möglichen spielt, und hier & da Grenzen überschreitet, die schocken.

    1-2 überraschende Twists gibt es ebenfalls noch. Das Ende war dann aber eher der „normale“ Weg, der sich erschloss.
    The Change spielt viel an einem Ort, bietet interessante Ansichten & Unterhaltungen, die das Kammerspiel untergraben.

    Schauspielerisch ist das ziemlich starke Kost. Vor allem Phoebe Dynevor, Kyle Chandler & Diane Lane überzeugen hier,
    aber auch die Nebendarsteller mit u.a. Mckenna Grace, Madeline Brewer, Dylan O’Brien & Zoey Deutch machen das klasse.

    Auch mal wieder ein Beweis, das der Trailer zum Film stark war, denn The Change zeigt erst später sein wahres Gesicht.

    08/10 Wörter

    #261670
    Profilbild von The-Lion-King
    The-Lion-King
    Community Mitglied
    Beiträge: 3995
    @the-lion-king

    Spider-Noir – Staffel 1 (Prime)

    Die alternative Version von Spider-Man taucht in einer Version von New York zur Zeit der Großen Depression auf.

    Eine oldschool Spider-Noir Detektivserie im Schwarz-Weiß Look & Nicolas Cage als Hauptfigur. Was für eine positive Überraschung !

    Erstmal sollte man den Mut belohnen eine solche Serie in beiden Farbvarianten zur Verfügung zu stellen.
    Wer das maximale Erlebnis haben möchte, für den führt aber kein Weg an der authentischen Schwarz-Weiß Fassung vorbei.

    Spider-Noir ist nach Sichtung für mich eine absolute Wundertüte. Man nehme einen sehr interessanten Spider-Man Side Character,
    ein spannendes Setting, klasse Schauspieler und einfach diesen atemberaubenden Look verpackt in eine sehenswerte Story.

    Die Serie steht & fällt mit der Castentscheidung für Nicolas Cage & diese sollte sich als brillant herausstellen.
    Hinzu kommt noch ein Bösewicht in Form von Brendan Gleeson, dem Schreiberling Lamorne Morris & der Liebschaft Li Jun Li.

    Regisseur Oren Uziel gelingt hier nach seinen eher durchwachseneren Filme hier ein echter Serienlichtblick. Zusätzlich gibt
    es noch ein tolles Intro, einen top Soundtrack & den Noir Faktor – die düstere, pessimistische Strömung des Kriminalfilms.

    08/10 Black & White

    #261672
    Profilbild von elsmasef
    elsmasef
    Community Mitglied
    Beiträge: 694
    @elsmasef

    Masters of the Universe (2026)

    #261674
    Profilbild von hal9000b
    hal9000b
    Community Mitglied
    Beiträge: 1973
    @hal9000b

    Masters of the Universe (2026)

    Und?

    #261679
    Profilbild von The-Lion-King
    The-Lion-King
    Community Mitglied
    Beiträge: 3995
    @the-lion-king

    Over Your Dead Body (Prime)

    Ein zerrüttetes Ehepaar zieht sich in eine einsame Hütte zurück, doch beide planen insgeheim, den anderen umzubringen.

    Da uns mal wieder ein deutscher Kinostart verwehrt wurde, kam Over Your Dead Body heute frisch in den Stream.

    Schade, denn der recht kurzweilige, humorvolle, aber teils auch sehr brutale FSK 18 Thriller hat mich verdammt gut unterhalten,
    denn er bedient sich jegicher Genre-Klischees, weiß aber zu jeder Zeit, das er sich selber dabei nicht ernst nimmt.

    Sind die ersten 20-30 Minuten etwas ruhiger am Zuschauer vorbeigezogen, geht es dann endlich richtig zur Sache.
    Kurze Einspieler zur Vorgeschichte erläutern den Verlauf der Story & Harry Potter Witze lassen nicht lange auf sich warten.

    Diese Sprüche & Witze nebenher lockern die Stimmung auf, bevor es wieder kaltblütig & kompromisslos zur Sache geht.
    Der Mix gelingt, weil er sich keine Scheuklappen aufsetzt & weil das Duo bestehend aus Samara Weaving & Jason Segel rocken.

    In den Grundzügen erinnerte mich der Film sehr an den 2021er The Trip, der mich ebenfalls unverhofft überraschte. Wer Spaß
    an diesem Genre hat, und dem zwischen Lachen & Brutalität nicht die Zunge im Hals stecken bleibt, der findet hier beste Unterhaltung.

    7.5/10 Ausdrücke

    #261685
    Profilbild von DerSchweiger
    DerSchweiger
    Community Mitglied
    Beiträge: 878
    @derschweiger

    Verflucht normal [Sneak preview]

    Schottland in den 80er Jahren: John steht vor einem Schulwechsel – die weiterführende Schule ruft. Oder eben das, was man in Schottland besucht.
    Dazu ist er der große Torwartstar in seiner Jugendliga. Ein Scout der Rangers (oder Celtics?) hat sich bereits angekündigt.
    Damit nicht der Eindruck entsteht, ihm würde es an etwas mangeln: Am ersten Schultag macht er auch gleich ein Mädchen klar.

    Doch dann verändert sich alles. Was zunächst als nervöses Zucken und Stottern beginnt, endet in einer Krankheit, die zu jener Zeit nicht bekannt ist. Heute kennen wir es es als Tourette-Symptom.
    Seine Schulzeit ist im Eimer, er ist der Außenseiter, seine Eltern trennen sich, er muss vor dem Kamin essen, weil er durch seine Ticks „gerne“ das Essen ausspuckt.
    Zwanzig Jahre lang lebt er mit harten Medikamenten und gefühlsarmer, distanzierter Mutter.
    Bis ihm zufällig ein ehemaliger Schulfreund über den Weg läuft. Durch ihn und dessen, vom Tode gezeichneten, Mutter erfährt er zum ersten Mal Verständnis und Unterstützung.

    Inhaltlich glaubt man, er folgt dem üblichen Muster und wird dabei doch überrascht.
    Das ist stark, überwältigend und tatsächlich auch zum Lachen – was inhaltlich natürlich völlig falsch und deplaziert ist.

    Robert Aramayo spielt John ab seinen frühen 20ern. Und er ist eine Wucht! Stark! Bisher (für mich) die beste Perfomance des Jahres. Der restliche Cast ist gut, aber außer des Freundes Mutter drängt sich kaum jemand in den erweiterten Fokus.

    Alles toll? Leider nein.
    Irgendwann in der Mitte des Films droht er, seinen Weg zu verpassen. Klar, das wahre Leben Johns will erzählt sein, er hatte viel Drama erfahren müssen. Mit zwei Stunden ist der Film dann aber auch 15-20 Minuten zu lang.
    Nicht, dass die Episoden nicht passen würden…. schwer zu erklären: Es greift nicht ordentlich ineinander.

    Und doch ist der Film gespickt mit großartigen Szenen – etwa die, wo er zu einer jungen Frau ins Auto steigt, die ebenfalls am Tourette erkrankt ist.
    Schwarzhumorig möchte man in einigen Momenten sagen, dass jemand wie John heutzutage auf Berlins Straßen nicht sonderlich auffallen würde – geschweige denn, dass ihm jemand Gewalt antun könnte.

    Klassisch, schlicht und unaffällig gefilmt. Alles ist gut erkennbar. Keine Experimente mit den Kamerafahrten und on Top Portishead im Soundtrack.
    Tja, was willste mehr?
    Wie erwähnt, ein wenig zu lang und zu fahrig in der späten Mitte. Und letztlich noch das komische Gefühl, in einem Drama zu sitzen, und sich dabei humorvoll unterhalten zu fühlen. (Das ist aber mein persönliches Dilemma)

    8/10

    #261687
    Profilbild von DerSchweiger
    DerSchweiger
    Community Mitglied
    Beiträge: 878
    @derschweiger

    Good boy [Sneak Preview]

    Tommy ist ein Arschloch! Drogen, Gewalt, Beleidigungen am laufenden Band. Man hasst ihn bereits nach zwei Minuten.
    Und als ich schon glaubte, es könnte so etwas wie „Anora“ aus männlicher Perspektive werden, nimmt er doch eine bessere Wendung.

    Denn nach einer durchzechten Nacht wacht Tommy im Keller eines fremden Hauses auf. Dort begrüßt ihn Chris, der sich vorgenommen hat, Tommy zu einem sozial kompatiblen Menschen zu entwickeln.
    Neben Chris wohnen dort auch seine Frau Kathry und ihr gemeinsamer Sohn Jonathan (Sonnenschein). Eine Putzfrau spielt auch irgendeine Rolle…

    Vielleicht hilft es, nicht zu viel über den Film zu erfahren. Tatsächlich wurde ich in dem einen oder anderen Moment auf dem falshcen Fuß erwischt. Das ist zwar nicht superduper, aber ich mag es, den Verlauf nicht gefühlt nach 10 Minuten erahnen zu können.
    Alles erinnert irgendwie an „Cloverfield Lane“ und „Clockwork Orange“. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass man hier qualitativ nicht in die Nähe beider Filme gelangt.
    Muss man aber nicht, denn zum nebenher wegschauen ist der Film absolut ok.

    Unlogisch, wirr, unzusammenhängend und schwups tauchen Figuren auf, die dann auch augenblicklich wieder weg sind. Der Impact soll aber nachhallen… gähn!
    Einige Momente sind so schräg, dass sie verängstigend sein könnten – man umschifft es jeweils mit einem merkwürdigen Unterton der die Szenen aber einfach nur schräg wirekn lässt. Tendenz unfreiwillig komisch.
    Dabei gibt es einige „Aha“ Effekte im Film… Lässt man sie aber liegen, dann hilft es nicht viel.

    Geguckt, gelacht, sich an den Kopf gefasst und Lust gewonnen, sich nochmal mit Kubrick zu beschäftigen. Könnten Bonuspunkte sein, ich verzichte aber.
    Gefilmt ist es auch hier im soliden, genreüblichen Licht. Kamera und Schauspiel gut bis unauffällig.
    Sympathien werden für keine der Figuren entwickelt und das killt in der Regel jeden Film (natürlich gibt es Ausnahmen).

    Kein Murks, aber ich kann nichts richtig Gutes finden, dass hier erwähnt werden müsste.

    4/10

    #261699
    Profilbild von The-Lion-King
    The-Lion-King
    Community Mitglied
    Beiträge: 3995
    @the-lion-king

    Obsession (Kino)

    Der Wunsch eines hoffnungslosen Romantikers nach der Liebe seiner Schwärmerei löst einen dunklen Zauber aus.

    Ein Horrorthriller, der nahe an der absoluten Perfektion eines Filmes kratzt & somit ein echte Genreperle darstellt.

    Es ist vollkommen verrückt, was Curry Barker hier mit einem Budget von ca. 750.000$ gezaubert hat.
    Locker mehr als 230 Mio. bisher eingespielt & das zu meiner absoluten Überraschung vollkommen zurecht.

    Obsession bringt das Fass mit mehr & mehr Spielzeit zum Überlaufen, weiter zum Überlaufen, weiter zum Überlaufen
    … „und noch ein Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“ in einer Art und Weise, die mich sprachlos gemacht hat.

    Hier & da wird etwas überspitzter Humor eingebaut, der aber an den richtigen Stellen sehr gut funktioniert,
    bevor ihr wisst es … Kein Tropfen mehr groß genug ist, um das zu beschreiben, was an der Leinwand vor sich geht.

    Das ist alles fantastisch in Szene gesetzt, die Bildsprache ist atemberaubend, die Kameraeinstellungen wie ein Gedicht
    und der plötzliche Wandel von Momenten & Situationen, die auf dich einprasseln, eigentlich nicht in Worte zu fassen.

    Ich bin gespannt, was Backrooms nächste Woche noch zu bieten hat, aber die (Horror)genrekrone hängt verdammt hoch.
    Michael Johnston spielt seine Rolle schon famos, aber die Bandbreite von Inde Navarrette ist gigantisch.

    Wenn hier keine Nominierung bzw. Awards für Schauspieler & Film folgen, dann bin ich ehrlicherweise komplett enttäuscht.
    Obsession wird dem Hype gerecht, er liefert über die komplette Laufzeit ab & endet unerwartend, sodass man sich fast kneifen muss.

    9.5/10 Tropfen

    #261703
    Profilbild von The-Lion-King
    The-Lion-King
    Community Mitglied
    Beiträge: 3995
    @the-lion-king

    Disclosure Day (Kino)

    Ein Science-Fiction-Thriller, indem die Wahrheit über das Universum auf keinen Fall verbreitet werden darf.
    Ein Aktivist und eine Wetterexperti sind allerdings in Besitz von unwiderlegbarem Beweismaterial.

    Man merkt an an einigen Stellen, das Lichtblicke aufflackern, aber die Handschrift von Steven Spielberg
    verliert mit stetiger Laufzeit, immer mehr an frischen Ideen & endet fast plötzlicher als erwartbar.

    Disclosure Day hat sehr gute Momente, aber eben auch eher durchschnittlichere, vorhersehbare Storyversatzstücke,
    die am Ende zwar ganz okay zusammenlaufen, aber den Eindruck, einer nicht vollends überzeugenden Erzählung, standhalten müssen.

    Einige Logikfehler fallen deutlich auf, besonders bei Verfolungungsjagden & den Einstellungen dazu,
    merkt man schnell, das man nicht lange darüber nachdenken sollte, denn es ist eher Mittel zum Zweck.

    Der Beginn ist spannend umgesetzt, in der Mitte fehlen die Höhepunkte & am Ende sind es vielleicht die besten
    15-20 Minuten, bevor es abrupt endet, und man den Zuschauer dann mit seiner Seherfahrung im Trockenen stehen lässt.

    Das ist verschmerzbar, genau wie die Thematik rund um die mediale Veröffentlichung von Beweismaterial,
    die heute einfach nicht mehr zeitgemäß erscheint, aber ich denke das ist einfach Spielbergs Ansicht bzw. Darstellung.

    Wer das ausblenden kann, genau wie CGI Tiere & „märchenhafte“ Szenen, die einen etwas aus der Welt herausbrechen lassen,
    der findet mit Disclosure Day dennoch einen sehenswerten Film, aber eben auch keinen, der lange im Gedächtnis bleiben wird.

    Schauspielerisch können vor allem Emily Blunt, Josh O’Connor, Colin Firth & Colman Domingo überzeugen.

    07/10 Leben

    #261769
    Profilbild von DerSchweiger
    DerSchweiger
    Community Mitglied
    Beiträge: 878
    @derschweiger

    The Furious [Sneak Preview]

    So richtig unglücklich war ich in den vergangenen Wochen nicht aus der Sneak gegangen – auch wenn so gut wie kein richtig guter Film lief, trotzdem kann ich mich nur schwer an einige Filme erinnern.
    „Weißte noch, der „Blabla?““, unterhält man sich in der Wartezeit vor dem Film. „Ne, den hab ich nicht gesehen.“
    „Der lief vor drei oder vier Wochen!“…. achjo….

    Trotz aller Loblieder, Best-Movie Empfehlungen und „den gucke ich 5x im Kino!“ in Podcast und Co wird mir dieser Film nicht sehr lange im Gedächtnis bleiben.
    Frevel, wie kann er nur!! ;)

    „Papa“ ist ein Mann ohne Vergangenheit. Stumm dazu. Dafür hat er eine Tochter, die ihre Ferien bei ihm verbringen darf. Seine Frau und ihre Mutter ist tot, sie lebt bei den Großeltern. Warum er nicht zu ihnen ziehen würde? …..
    Man mag sich, doch wenn sie an diesem Karate / Kung Fu / Kickboxer Dingsbums aus Holz trainieren soll, schleicht sich schlechte Laune ein.
    Die wird auch nicht besser, als Papa mit Tochter zum Friseur geht. Die Situation eskaliert („Mit langen Haaren siehst du Scheiße aus“) und sie läuft davon.
    Cool bleiben, Papa – die Friseuse eilt ihr schon hinterher.
    Aber obwohl sie nur eine handvoll Sekunden nach dem Kind aus dem Laden eilt, ist es auf der leeren Straße enteilt. Ein humpelnder Junge bittet um ihre Hilfe, denn sein Bruder sei von einem Auto angefahren worden.
    Wir lernen: In Südostasien regeln Kinder die Verkehrspannen.

    Tochter wird entführt, Papa bekommt es zum Glück mit, es gibt Haue, die Schurken kommen mit der Tochter davon, Papa ruht kurz aus und kloppt sich dann den Weg zu seiner Tochter frei.

    Inhalt darf man in diesem Film tatsächlich nicht erwarten. Sinnhaftigkeit ohnehin nicht.
    Was man bekommt ist Gekloppe, Gehüpfe, Getanze. Sicher, für etwas anderes schaut man sich diese Filme nicht an.
    Und im Gegensatz zu jüngeren „Du kannst auf mich schießen, aber ich besiege dich mit einem Löffel“ Beiträgen aus Rom oder dem Valentinstaggedöns ist hier Substanz spürbar.
    Augenscheinlich wurde auch nur der Choeograph ausreichend bezahlt. Das Drehbuch lieferte ein Chatbot, die Kamerafahren erscheinen mir veraltet (oder ist das auch so ein Retro-Trend?). Mit Wohlwollen können wir über Schauspiel reden – aber wie gesagt, für so einen Fierlefanz geht keiner in den Film.

    Bis etwa zur Hälfte hat mich das auch gut unterhalten können. OK, hat ganz viel von „Taken“, macht aber nix. Beeindruckend, wie schnell Papa mit Sandalen rennen kann, später mit Scherben im Fuß.
    Und das führt mich auch gleich zum absoluten „Ach, hör auf!“: Die Typen hier sind alle aus Gummi.
    Oder Superhelden ohne Kostüm und blauer oder grüner Farbe im Gesicht.
    Bei allem minuten-, wenn nicht stundenlangem Gekloppe, gibt es für die Typen keine spürbaren Folgen (außer, das Drehbuch braucht sie nicht mehr). Mehrere Schläge mit einem Vorschlaghammer auf Rücken und Kopf… kein Problem. Messerstiche in sämtliche Körperpartien…. juckt mal kurz, dann geht es weiter.
    50 Schurken stürmen auf einen Kerl… hier baut man traditionel auf 80er Jahre Logik: Alle bitte nacheinander, sonst wirds unfair!

    Das Schauspiel der Kinder ist fast schlimm, die Dialoge im Ganzen noch schlimmer.
    Die Oberschurken kommen allesamt aus der Filmhistorie.
    Im letzten Drittel liebäugelt man dann sogar mit dem jüngsten „Dracula“, „Jason lives“, „Assault on precinct 13“ und irgendwelchem Superhelden Quatsch. Absturz aus dem fünften Stock? Kein Problem, weiter gehts!
    Aber dann den Gegner mit einer Fahrradpedale ausschalten… eieiei.

    Da verkenne ich sicher den Humor. War bei Bud Spencer und Terence Hill doch früher nicht anders. Man guckt ja nicht wegen der Story, sondern weil die zwei irgendwelche Halunken vermöbeln und sich irgendwelche Sprüche zuwerfen.
    Alles ok. Mit Spencer/Hill bin ich aufgewachsen, bin da also befangen. Mit solchem Klamauk habe ich aber keinen Vertrag und schäme mich nicht, es nicht gut zu finden.

    Hochachtung für das Einstudieren der Kämpfe, aber es langweilt mich ab der Hälfte des Film sehr.

    „The Furious“ wird vielen Menschen Spaß machen – mir dann aber leider nicht.

    5/10

    #261775
    Profilbild von hal9000b
    hal9000b
    Community Mitglied
    Beiträge: 1973
    @hal9000b

    Fight Club (Disc)

    Es gibt Filme, die sieht man im perfekten Augenblick. Das werden Lieblingsfilme. Aber ob man den Augenblick wiederholen kann? Das ist die Frage. Vielleicht verliert er die Magie beim zweiten oder dritten Schauen?
    Dieser nicht.
    Meilenstein.

    10 / 10 Regeln

    #261789
    Profilbild von The-Lion-King
    The-Lion-King
    Community Mitglied
    Beiträge: 3995
    @the-lion-king

    The Furious (Kino)

    Ein Vater kämpft erbittert gegen skrupellose Entführer, um seine entführte Tochter zu retten.

    Regisseur Kenji Tanigaki liefert einen absoluten Meilenstein ab & überzeugt mit dem vielleicht besten
    & brachialsten Actioner der letzten Dekade. Hier knallt, scheppert, schlägt & bricht es im Sekundentakt.

    Wer ernsthaft an The Furious etwas auszusetzen hat, der hat auch Filme wie The Raid 1+2, The Night Comes for Us,
    The Shadow Strays, Headshot, City of Darkness, The Man from Nowhere & Old Boy
    in der Vergangenheit nicht genossen.

    Hier wird nicht lange gefackelt. Nach den ersten 10 Minuten geht es direkt los & es hört einfach bis zum Ende nicht
    mehr auf. Das unterkühlte & brutale Setting ist stimmungsvoll umgesetzt, der Sound(track) scheppert, die äußerst
    brutalen Kämpfe & Fights sind brillant inszeniert & der Film ist ein absoluter Genuss in Sachen Kampfchoreografie.

    Die Intensität mit noch ausgefeilterer & abwechslunsgreicher Choreografie in The Furious, sowie extrem langen,
    dynamischen Kamerafahrten übertreffen jeden vorangegangenen Filme in einer Art Leichtigkeit, die geisteskrank erscheint.

    Hinzu kommen Charaktere, bei denen jeder eine besondere Eigenschaft in den Kampf mitbringt und das macht auch
    die Kämpfe wahnsinnig unterhaltsam & sehenswert, da man immer wieder neue Elemente am laufenden Band entdecken kann.

    Im Gegensatz zum primären Fokus auf Silat in The Raid treffen bei The Furious unterschiedlichste Stile aufeinander.
    Von Wushu über Karate bis hin zu Judo und Taekwondo. Die Choreografie wird in atemberaubenden, langen Takes eingefangen,
    in denen Action-Fans jeden Schlag und Tritt nachvollziehen können, ohne von schnellen Schnitten verwirrt zu werden.

    The Furious ist für mich persönlich ein perfekter Martial-Arts-Film, an dem ich einfach NICHTS aussetzen kann.
    Seit The Raid 1&2 habe ich auf so einen Kracher gewartet & Regisseur Kenji Tanigaki schafft das Unfassbare.

    Nur etwas traurig war ich darüber, das Iko Uwais hier leider nicht dabei war. Wenn man jetzt aus den letzten 10 Jahren
    nochmal alle Kämpfer in einen Film packen würde, dann könnte man dem gesamten Genre vielleicht nochmal die Krone aufsetzen.

    10/10 Takes

    #261791
    Profilbild von The-Lion-King
    The-Lion-King
    Community Mitglied
    Beiträge: 3995
    @the-lion-king

    They Will Kill You (HBO)

    Eine Frau beginnt als Haushälterin in einem New Yorker Hochhaus zu arbeiten, unwissend
    über die mysteriösen Verschwindungsfälle. Die Gemeinschaft birgt dunkle Geheimnisse.

    Ein Film, der mich fast komplett kalt gelassen hat. Die Story Schwamm drüber, die Anleihen unübersehbar, die Charaktere
    Abziehbilder & die Action(szenen) zerschnitten. Einzig der Blutgehalt ist wahnsinnig hoch + die FSK 16 unverständlich niedrig.

    Einzig die Performance von Zazie Beetz kann das noch bisschen rausreißen. Da schau ich mir lieber nochmal Ready or Not an.
    Die Konkurrenz in dem Bereich bzw. Genre ist in den letzten Jahr größer geworden, und da kann They Will Kill You nicht mithalten.

    Geschmäcker sind einfach verschieden, aber nach The Furious erscheint alles eigentlich wie ein Kindergeburtstag.
    Entweder man zieht es komplett durch oder eben nicht. Am Ende kann auch das komplett deplatzierte CGI Schwein nix retten.

    06/10 Stockwerke

    #261810
    Profilbild von The-Lion-King
    The-Lion-King
    Community Mitglied
    Beiträge: 3995
    @the-lion-king

    If I Had Legs I’d Kick You (HBO)

    Während Lindas Leben um sie zusammenbricht, versucht sie, mit der mysteriösen Krankheit ihres Kindes, ihrem abwesenden
    Ehemann, einer vermissten Person und der zunehmend feindseligen Beziehung zu ihrer Therapeutin zurechtzukommen.

    Ein Film, der Magenschmerzen verursacht & wahnsinnig unangenehm mitanzuschauen ist, aber die Botschaft umso wichtiger erscheint.
    Man durchlebt viele Welten voller Schmerz, Einsamkeit & einer Verantwortung gegenüber seiner Familie & sich selber.

    Die Nominierung bei den letzten Oscars (Best Performance by an Actress in a Leading Role) für Rose Byrne ist nachvollziehbar,
    denn diese vollumfänglichen Emotionen musst du auch erstmal rüberbringen. Das kann sich durchaus sehen lassen.

    Auch die etwas kleineren Rollen von Conan O’Brien, Danielle Macdonald & A$AP Rocky sind harmonisch mit der Story verwoben.
    Über der ganzen Thematik schwebt immer so ein unsichtbares Tuch, das zeitweise verwirren, aber auch belebend wirken kann.

    If I Had Legs I’d Kick You ist ein Sinnbild der Gesellschaft, wenn alles über einen hereinbricht. Ob privat oder beruflich,
    und man es einfach nicht mehr schafft aus dem Chaos zu entkommen & immer wieder nur Pflaster zur Linderung findet.

    Ein starker Film, der aber aufgrund des hervorgerufenen Gefühls nicht zu einer Zweitsichtung einlädt, dennoch ein bemerkenswertes Projekt.

    07/10 Pfade

    #261838
    Profilbild von The-Lion-King
    The-Lion-King
    Community Mitglied
    Beiträge: 3995
    @the-lion-king

    Backrooms (Kino)

    Eine Tür im Keller eines Möbelhauses führt zu einem endlosen Labyrinth aus unheimlichen Räumen.

    Erst Obsession, dann The Furious & jetzt auch noch Backrooms. Was ein Feuerwerk im Kinojuni !

    Es braucht nicht viel um einen hervorragenden Film zu zaubern. Es braucht keinen bekannten Regisseur oder Namen,
    kein unendliches Budget & schon gar nicht eine Wiederbelebung von alten Titeln aus der Vergangenheit.

    Es genügt eine Idee, die alles verändert, und dich in ein Szenario wirft, das dich permanent fesselt & lange nicht mehr
    loslassen wird. Liminal Spaces sind das große Schlagwort.

    In Kombination mit der fantastischen Kameraarbeit, den toll ausgestatteten Looks der Zimmer, dem rhythmisch einsetzenden
    Sound an den richtigen Stellen, erschafft er ein Film, der diese spürbar paralysierende Atmosphäre über die gesamte Laufzeit trägt.

    Der Fokus auf die Figuren, auf die Emotionen in ihren Gesichtern ist der Weg den Backrooms zelebriert.
    Chiwetel Ejiofor & Renate Reinsve sind ein hervorragendes Duo und liefern hier ein echtes Schauspielwunderwerk ab.

    Kane Parsons revolutioniert diese Grundidee und baut sie weiter aus, mit Horrorelementen, die dich verwundern lassen.
    Am Ende setzt er noch ein Ausrufezeichen, ohne alles auszuerzählen & macht so noch viel mehr Lust sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.

    Liminal Spaces sind physische oder mentale Übergangsorte. Der Begriff stammt vom lateinischen Wort limen (Schwelle).
    Im modernen Internet-Kontext bezeichnet man damit verlassene, aber oft alltägliche Orte wie Einkaufszentren, Flure oder Parkplätze.
    Sie wirken durch die Abwesenheit von Menschen oft unwirklich, nostalgisch, vertraut, aber gleichzeitig unheimlich.

    09/10 Backrooms

Ansicht von 15 Beiträgen - 181 bis 195 (von insgesamt 231)

Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.