DerSchweiger
@derschweiger
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29. August 2026 um 22:25 #262527
Mutiny
Ihr kennt das: Manchmal ist der Kopf voll mit Dingen, die beschäftigen etc. Dann sitzt du in der Kinolounge und hoffst, dass nichts kommt, dass zum Nachdenken anregt.
Zu Hause bin ich für „Kopf-aus-Filme“ offener als im Kino… aber manchmal ist es eben so.Cole Reed ist ehemaliger….
Ach, tut ja auch nichts zur Sache. Jason Statham ist so ein Statham Typ, der Statham Sachen machen muss.
Dieses Mal auf einem Containerschiff, 20 Schurken und einer Blondine, die tough ist und dann auch gehauen werden darf.Die 90 Minuten gehen im guten Tempo vorbei, es gibt Haue, Knallereien und eine Story, die keinen Bierdeckel ausfüllt.
Also alle Wünsche erfüllt!Das Schauspiel des Hauptcast ist solide. Statham als Statham passt, der weibliche Sidekick ist auch gut aufgehoben. Beim Oberschurken fängt es schon an, nachzulassen. Alle anderen, die mal irgendwie ins Bild huschen, scheinen Verwandtschaft im Geschäft zu haben und so an die Rollge gekommen zu sein.
Ganz ganz übel ist Chaneil Kular: Ich glaubte zuerst, er sei der Sohn eines Sponsors, der eben mal „zeigen“ möchte, was er so vor der Kamera „kann“ (Nichts! Nichts!!). Tatsächlich aber wird er als britischer Schauspieler gelistet, der auch schon Film- und Serienerfahrung aufweißt. Huihuihui….Kurz: Wer Statham will, bekommt hier Statham. Wer es mag, wird sich freuen.
4/1021. August 2026 um 14:32 #262449One night only [Sneak Preview]
Die USA in naher Zukunft: Außerehelicher Sex ist verboten. Damit es mit der Kontrolle dieser Verordnung auch klappt, bekommt jeder Mensch einen Biosensor eingesetzt, der die Behörden sofort darauf hinweißt, wenn sich mindestens ein Single dem Verkehr nähert. Geschieht das dann auch noch ohne Verhütung… uiuiui!
Warum, weshalb, wird zwar erklärt, als sich chinesische Medien über diese Form der Überwachung informieren (einer der wenigen gelungenen Gags), ich war aber irgendwie abgelenkt.Um den Verzicht des Sex nicht in andere Kanäle leiten zu müssen, wird es einmal im Jahr erlaubt, dass sich Singles näher kennenlernen dürfen.
Die Vorfreude ist groß, Kondome und Gleitgel werden auf dem Markt bei mindestens 50 Dollar gehandelt, man macht sich mehr oder weniger schick – aber mal ehrlich: In dieser Nacht kommt jeder ans Ziel.Jeder?
Vor besagter Nacht führt Owen seine Verlobte fein aus (Sushi), was sie wenig begeistert. Prompt teilt sie ihm auch mit, dass sie den jährlichen Verkehr nicht mit ihm, sondern mit dem Nachbarn ausüben möchte.
Seiner rosigen Aussichten beraubt, taumelt Owen nun schwermütig durch die Straßen der Stadt – wo kann er denn nun Druck ablassen?
Dabei trifft er auf Allie, deren Freundin rasch ihren Prinzen gefunden hat und sie nun allein gelassen in der übervollen Bar stehen bleibt. Offerten hat sie genug, aber sie sucht den richtigen Mann. Sex soll kein Akt sein, es soll eine Verbindung zum gewählten Mann herstellen, intensivieren….
Immer wieder treffen die beiden aufeinander, stets nach skurril gescheiterten Stelldicheins.
Das ist mal zum Schmunzeln, mal nicht.
Die richtig guten Gags erscheinen im Hintergrund: Das Plakat von Go´s und No-Go´s eines Singles im Polizeirevier ist sehr gelungen.Man hört oft, dass Monica Barbaro und Callum Turner eine wahnsinnig tolle Chemie verbinde, die den Film besonders liebenswert mache. Fühle ich so nicht. Einzig Barbaro weiß ihre Figur glaubhaft zu spielen – Turner will der unscheinbare, naive und Herz über Sex Typ sein, gleichzeitig aber auch der Supersexy Macker, dem alle Frauen sehnsüchtig hinterherlechzen.
„One night only“ ist trotz seiner Thematik äußerst zahm. Zwar fallen in einigen Szenen links und rechts im Bild einige Figuren in Wollust übereinander her, verharren dabei aber zu oft in der klassischen Umarmung-Knutsch-Pose. Den Witz will man daraus generieren, wo die Menschen nun plötzlich miteinander zu tun haben. Und (hihihi) auch alte Menschen möchten es machen (hihihi).
Trotz aller erzählter Freizügigkeit ist der Film äußerst prüde. Nicht, dass ich enttäuscht darüber bin, zu wenig gesehen zu haben – die Figuren wirken hierdurch nicht mehr ogranisch und das Blabla drumherum ist dann eben nur Gerede.
Das Ende treibt meine Feststellung dann auch in seinen Höhepunkt. Kann man machen.Letztlich wird man den Gedanken nicht los, hier ein Prequel zu „The Purge“ gesehen zu haben. Wie sonst will man die ewige Abstinenz kanalisieren können

„One night only“ ist einerseits leichtfüßig, oberflächlich und in Momenten humorvoll. Die eigentliche Absurdität der Prämisse hätte man aber besser beim Aufzeigen des Alltags von Singles zeigen können. Hierauf hat man vollständig verzichtet.
Die Message bleibt auch so klar: Sex braucht kein Mensch.5,5/10
15. August 2026 um 22:03 #262374Ja, lässt sich mit Brick eigentlich gut vergleichen. Die Dialoge sind hier zwar weniger peinlich, aber völlig nichtssagend und ins Leere laufend.
Auf Netflix bin ich im weitesten Sinne noch mit den Dokus zufrieden – die liefern immerhin, was sie versprechen
14. August 2026 um 23:13 #262322The End of Oak Street [Sneak Preview]
Auch hier hatte ich einmal den Trailer anschauen „müssen“. Große Erwartungen hatte ich irgendwie nicht, das Setting erschien mir zu sehr geklaut.
Anfang der 80er Jahre lebt die Familie Platt in der Oak Street. Eine Klischeebehaftete Straße, jeder kennt jeden, man winkt sich beim Zeitung reinholen, man droht, den Nachbarhund zu töten, wenn er noch einmal in den Garten macht.
Doch scheinbar ist die glückliche Fassade am Bröckeln. Vater Greg schwänzt das Straßenfest um ein paar Lieferungen zu machen (er möchte ein wenig dazu verdienen). Mama Denise ist angesäuert.
Tochter Audrey und Sohn Brian spüren die Schwingungen und vermuten, dass es nicht gut enden wird.
Dabei scheint sich Greg mit allergrößter Mühe am Familienfrieden zu klammern.Mit der Zeit geschehen wundersame Dinge, ehe die Oak Street durch ein gewitterähnliches Phänomen in den Schlamassel gezogen wird.
Es beginnt für alle urplötzlich der Kampf um das Überleben und das Aufrechterhalten von Hoffnung.Wie erwähnt habe ich nicht so viel von dem Film erwartet. Nach gut 15 Minuten saß ich aber seelig lächelnd im Kinosessel und freute mich, eine so runde, stimmige und lebendige Einführung zu sehen.
Die Figuren, die Szenerie, die Nachbarschaft, Hobbies und Interessen, zwischenmenschliche Beziehungen… all das wird gezeigt, ohne es frontal in die Kamera zu erklären.
Die Kamerafahrten sind über den gesamten Film hinweg ein Traum, einige Szenen wahrlich hervorragend eingefangen.
Jede Figur erhält einen Charakter, darf ihn zeigen und ausleben ohne dass die Story oder eine der Figuren „eingreifen“ muss.
Man verliert auch nicht viele Worte der möglichen Erklärung, es gibt keinen Erklärbär.Mit Ewan McGregor und Anne Hathaway hat man einen Cast, der ohnehin wissen sollte, wie Filme funktionieren (obwohl ich „Obi Wan“ nur schwer verzeihen kann).
Für mich ist aber die Tochter, Maisy Stella der heimliche Hingucker. Ihre Breite an glaubwürdig gezeigten Gefühlen ist enorm. Sehr starke Szene im Auto in der Garage, und insbesondere im letzten Drittel mein „Anker“ des Films.Die Prämisse ist natürlich Quatsch. Aber liebenswerter Unfug. Das Gefühl der 80er Jahre, in denen Science Fiction mit Herz gefilt wurde, ließ mich kaum los.
In einigen Augenblicken glaubt man auch, einen alten Spielberg Film zu sehen. Als Greg einen Zaun entlang flüchtet ist das wie eine Zeitreise in die Epoche, in der ich Filme zu lieben lernte.
Insofern bin ich wohl auch emotional befangen.
Häufig erwähne ich eine hanebüchene Story und zucke gelangweilt mit den Schultern. Das kann man hier genauso gut machen – ich verstehe jeden, der den Film als schlechten Klon anderer Genreklassiker versteht.Für mich ist im Film aber auch das Anerkennen der jeweiligen Regeln wichtig. Durch das Dilemma wird hier niemand zum heimlichen Superstar, keine Girlpower rettet den Tag, der Junge erreicht mit seinem Herz auch nicht Lösung des Problems, das andere mit rationalen Gedanken zu analysieren versuchen.
Die Familie bleibt eine normale Familie. Trifft Entscheidungen, die einerseits natürlich den Plot vorantreiben – andererseits aber auch völlig nachvollziehbar erscheinen.Die Effekte in der Nacht sind sehr stark. Am Tag zeigen sie die eine oder andere Schwäche, bleiben aber insgesamt auf einem sehr starken Niveau.
Selbstverständlich kann man den Film an einigen Stellen schnell auseinandernehmen.
Mich hat er aber schon zu Beginn an die Hand genommen und nicht mehr losgelassen. Höchstens in den letzten fünf Minuten.
Eine Szene im letzten Drittel erwischte mich dann unverhofft und ich glaube, ich saß mit offenem Mund da. Passiert kaum – eher so gut wie nie.Mein Kinofreund schnaufte am Ende empört „Sarah Connor“ Crossover mit einem berühmten 90er Jahre Franchise.
Ja, ich verstehe, was er gesehen hat.
Ich sah eine Harmonie in der Story und Umsetzung, wie ich sie schon lange nicht mehr erlebt habe.Als Filmbewertung natürlich keinen Groschen wert, aber so ist das manchmal

[9/10]
14. August 2026 um 22:46 #262320The Last House [Netflix]
Sind diese langen Trailer, in denen beinahe alles verraten wird, Fluch oder Segen?
Auf Youtube bin ich zufällig auf eine Trailerparade der kommenden Horrorfilme gestoßen und habe mal einen Blick riskiert.
Tatsächlich wurde dort die Lust auf zwei Filme geweckt. Gemischte Gefühle hatte ich dann bei „The last House“.
Die eine Hälfte des Trailers versprach ein spannendes Setting, die zweite Hälfte präsentierte dann aber Bilder, auf die ich eher weniger Lust hatte.Eine Familie lebt in ihrem maroden Haus. Der Verkauf steht auch, insbesondere weil Papa Jason kein Geld nach Hause bringt.
Dennoch soll auch dieses Jahr Weihnachten gefeiert werden. Das war Mama Anns Idee – sie verkauft es aber als „das hast du den Kindern versprochen!“.
Sofort weiß ich, dass die Frau wenig Sympathiepunkte bei mir gewinnen wird
Ein Unwetter zieht auf, es regnet. Als man anschließend das Haus verlassen möchte, stellen Mama, Papa, Tochter und Sohn fest, dass sich weder Türen noch Fenster öffnen lassen.
Auch das mutwillige Zerstören von Fensterscheiben führt zu nichts. (An dieser Stelle dachte ich an den Kamin… aber wer bin ich schon.)
Gefangen im eigenen Haus schaut man zu den Fenstern der Nachbarn, winkt freundlich irritiert. Wird schon werden – spätestens als eine Nachbarin vom Joggen zurück kommt und verspricht, Hilfe zu holen.
Hilfe wird aber keine kommen und das Haus bleibt auf lange, lange Zeit verriegelt.
Wir beobachten nun die Familie bei ihrem „Kampf“ ums Überleben….Hier kommen die gefürchteten Worte „Hätte, wäre, wenn… dann…“ ins Spiel. Gefangen im eigenen Haus, mysteriöse Umstände – das klingt doch nach etwas, das mit etwas Spannung umgesetzt werden kann.
Louis Letterier als Regisseur lässt sich aber auf keine solchen Spielchen ein.Spannungsarm, eine Familie, die sich selbst eher kühl und emotionslos gegenübersteht, ein Mysterium, das erst dann greifbar wird, wenn alles zu spät ist.
„The last House“ ist langweilig.
Dinge passieren, dann passiert nicht wirklich was. Szenen, die uns zeigen sollen, wie die Familie nun zusammenwächst… ja ne,
hier wirkt nichts organisch, gewachsen, emotional.Punkten kann der Film im Grunde nur das Gefühl, ein Kammerspiel zu sehen. Das Haus ist gut eingefangen – auch wenn es in den jeweiligen Szenen größer wirkt, als es sein dürfte.
Die meisten Effekte gelingen gut, die Begründung des Lockdowns ist unfug, die damit einhergehenden „Figuren“ strahlen dann auch nicht die Bedrohung aus, die man hätte erwarten können.Man ist geneigt zu sagen: Typischer Netflix Kram. Ob man guckt oder nur zuhört – macht fast keinen Unterschied.
4/10
14. August 2026 um 22:28 #262317You, me, Italy [Sneak Preview]
Gefühlt waren die letzten Sneak Filme eher mau (den Großartigen „The Invite“ ausgenommen) und dann steckte ich vorige Woche im Dilemma. 21 Uhr Sneak, 21:30 Terminator… Trailer, Verlosung, Hiphip Hurra und schwups ist es bei der Sneak auch mal locker 21:40 Uhr ehe es losgeht.
Die Überraschung wollte ich mir noch gönnen… Halle Bailey… OK, genug gesehen
Nicht, weil ich sie nicht ausstehen könnte (ich kenne keinen ihrer Filme), aber wenn ich abwägen muss: romantische Komödie mit einer Amerikanerin in Italien oder Arnie als Killer aus der Zukunft: Was hättet ihr gewählt?The Terminator [Best of cinema]
Tja, was will man sagen. Dürfte hier im Forum schon jeder mindestens einmal geschaut haben.
Anders als @shane54 war ich vom Sound eher unterwältigt. Zumindest die Lautstärke hätte man ein wenig hochdrehen können – insbesondere die Gefechtsszenen in der Zukunft klangen eher kompakt als breit. In den Dialogen absolut fein, am Bild gab es nichts zu meckern.
Die Action auf den Punkt, keine drei Rollen rückwärts und keine Bratpfanne, zum Abwehren von Kugeln. 80er Jahre Klischee-Cops dürfen nicht fehlen.
Das einige Effekte nach mehr als 40 Jahren nicht mehr Top-aktuell aussehen, ist hier vollends zu verschmerzen.
Ein Klassiker und möglicherweise ein Film meiner persönlichen Top10.9/10
30. Juli 2026 um 22:52 #262203The Invite [Sneak Preview]
Es bleibt sexy.
Joe und Angela verbindet ein Problem: Sie sind miteinander verheiratet.
Er arbeitet sichtlich unglücklich an einer Musikschule, hat Rückenprobleme und wird mit „Zieh die Schuhe aus!“ zu Hause begrüßt. Sie scheint ihrerseits auch nicht glücklicher.Da trifft es sich auch nicht gut, dass Angela die Nachbarn zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen hat. Joe ist außer sich – sind sie doch diejenigen, die ihm mit ihren ständigen Sex und lautstarken Orgasmen seinen Schlaf rauben.
Dass sich der Abend dann doch ganz anders als geplant entwickeln wird, sollte jedem klar sein….Ein Kammerspiel in bester „Gott des Gemetzels“ Manier. Ein Thema, dass einerseits eine besondere Tiefe aufweist, andererseits aber mit einer recht mauen Verführungsszene kurzzeitig den Spaß zu nehmen scheint.
Über den Plot mag ich nicht viele Worte verlieren. Nicht, dass allzuviele Spoiler warten würden – sich die Chemie unterhalb der Figuren zu erarbeiten sollte aber als wertvolles Instrument für den Zuschauer zur Verfügung stehen.Der Film sieht richtig gut aus. Der Blick auf die Figuren, auf die Szenen. Farben, Licht… super!
Die Positionierungen der Figuren zueinander ist nach dem Intro bis etwa zum letzten Drittel des Films großartig.
Der Cast ist stark gewählt, Olivia Wild übernimmt neben der Hauptrolle auch die Regie.Ihre Darstellung der Angela ist ein purer Genuss. Vielfältig, emotional, tiefgründig. Seth Rogen erscheint als Ehemann dagegen beinahe eindimensional. Sein Korsett aus Frust und Zynismus wird er auf Dauer des Films nur selten ablegen können.
Penélope Cruz fügt sich unaufgeregt in das Ensemble. Meist stoisch, gelegentlich keck und verführerisch. Die Bandbreite ist gut, in Summe aber wie bei Rogen in zweiter Reihe angesiedelt.
Scenestealer des Films ist Edward Norton!
Alleine mit seiner Präsenz erhält der Film ein ganz neues Niveau. Wo in anderen Filmen durch Geschrei und Grimassen eine preisverdächtige Darstellung vermutet wird, zeigt er hier, dass sehr gutes Schauspiel dann doch ein ganz anderes Niveau hat.
Nicht nur der Blick, das verschmitzte Lächeln – der Gang, seine Körperhaltung, jede Geste auf den Punkt.Auch wenn das Thema ein oder zweimal in den Klamauk abdriften möchte, ist er der Anker, der gemeinsam mit Wilde das Drama hinter der Fassade aufzeigt.
Die beste Filmschemie zweier Figuren untereinander, die ich seit langem gesehen habe!Zum Schluss lässt ihn das Drehbuch leider ein wenig im Stich, schmälert seine Leistung aber in keinster Weise.
Während der Film mit einem Knall zu Enden droht, gibt es noch eine leise, abschließende Szene.
Jedes Wort zu viel hätte sie zunichte machen können; man endet hier aber mit der perfekten Note.
Sehr sehr stark!Warum nun keine Top-Empfehlung?
Die Dialoge, insbesondere im ersten Drittel, sind mir zu sehr „So sprechen wir eben heute in allen Filmen miteinander“. Dieses gezwungen komisch wirkende Erzählen, bei dem nie ein Satz zu Ende gesprochen wird, weil […]
Das zeichnet die Gastgeber leider nicht sehr schmeichelhaft – aber vielleicht ist es eine Form des Wortwitz, die ich einfach nicht verstehe oder teilen kann.
Mit dem Auftreten der Gäste zieht dann etwas Niveau in die Dialoge ein, es wächst, wirkt nebensächlich aber trifft den Punkt des Moments.
Wilde und Norton gehört die Bühne, Cruz hat ihre starken Momente – Rogen „darf“ dann auch mitmachen. Zu sagen, er hätte nicht auch wichtige Momente bekommen, wäre gelogen: Diesen Szenen fehlt aber schlicht der bleibende Eindruck.Das Thema als Spiegel der persönlichen Haltung sich selbst und seinem Partner gegenüber ist gewitzt, in mindestens zwei Momenten aber zu sehr auf „Hihihi, er hat Sex gesagt“ unlustig getrimmt.
Mit 7/10 glaube ich, den Film zu hart abzustrafen, bei 8/10 fehlt mir das durchgängige Niveau.
Vielleicht wächst er aber noch (etwa bei einer Zweitsichtung?).Bis dahin: 7,5/10
30. Juli 2026 um 21:22 #262201Chéri, ich komme! Die Erfindung der Lust [Sneak Preview]
Hin und wieder kommen ja Filme ins Kino, die die Erfindung eines prägenden Gegenstands zeigen. Das kann mal spannend sein (Erfindung der Zeitmaschine), dann aber auch mal zäh – wenn z.B. ein neues tragbares Telefon o.ä. erfunden wird.
Gerne macht man dann die im Zentrum stehenden Figuren kauzig oder stellt ihnen eine Person als Comic Relief zur Seite. Der spannungsarme Plot, kann dann immerhin so angeheitert werden…Fanny hat ein Problem: Sie bekommt keinen Höhepunkt. Nie! Niemals jemals!
Das bringt sie gegenüber ihrer Sexualtherapeutin zur Sprache. Sie lässt sie ihr Dilemma lauthals herausschreien – das volle Wartezimmer nimmt es belustigt zur Kenntnis.
Nun aber das Problem: Sie soll es ihrem Mann gegenüber zur Sprache bringen. Der aber steckt in einer Midlife-Krise, ist arbeitssuchend und ohnehin leicht reizbar.
Schnell wird ihm klar: Er ist schuld daran! Was soll er tun?Rasch werden verschiedene Spielzeuge ausprobiert, ein Swingerclub besucht… am Ende muss wohl Toms Erfindergeist zum Ziel führen.
Das ist stellenweise tatsächlich witzig. Etwa in dem Moment, als Fanny die ersten Spielzeuge ausprobieren möchte und Tom ins Schlafzimmer platzt. Einiges ist albern, anderes geht in Richtung Fremdscham.
Der Nebenplot des Films – der geplante Hausverkauf (weil Papa kein Geld verdient, aber er will nicht verkaufen, aber die Tochter sagt, er soll verkaufen, also lädt sie interessierte Käufer ins Haus ein, aber da ist doch gerade das Thema „Höhepunkt“ und Hihihi, da platzt die in komische Momente rein) ist bloß Stichwortgeber für eine eher gute und eine unangenehme Szene.
Aus den Figuren wird nicht all das herausgeholt, was möglicherweise drinnen gewesen wäre.
Gut, vielleicht hat sich das reale Paar bei der Verfilmung ihrer „Lebensgeschichte“ für diese Inszenierung eingesetzt.Spannend ist es dann zum Ende auch nicht, wenn Fanny das erfundene Produkt in der französischen „Höhle des Löwen“ vorstellt. Ja, wird es denn ein Erfolg?? Wer eine Partnerin zu Hause hat, wird die Antwort schnell erahnen.
„Chéri, ich komme“ ist putzig, locker, unaufgeregt – und kurvt gekonnt um mein Humorzentrum vorbei.
Zwei, drei Momente haben mich gut abholen können, in anderen Szenen hatte ich mir mehr Impact erhofft.OK, kann man gucken. Zu Hause – spart das Geld für andere Kinofilme
5/10
24. Juli 2026 um 13:23 #262162Exit 8 [Sneak Preview]
Ein junger Mann in einer japanischen U-Bahn erlebt einen normalen Weg zur Arbeit. Vollgestopfter Abteil, ein schreiendes Baby, ein das Baby anschreiender Mann, In-Ear-Kopfhörer und gut.
Dann erreicht ihn ein Anruf seiner Ex-Freundin: Sie ist schwanger.
Oh je, was ist zu tun?Der junge Mann will die Station verlassen und stellt nach einigen Abbiegungen fest, dass er sich im Kreis zu laufen scheint.
Und an der selben Ecke erscheint ihm immer wieder der selbe Mann.
Dazu Hinweise an einer Tafel: Wenn Du eine Anomalie siehst, kehre um. Siehst du keine Anomalie, gehe weiter. So würde er der Ausgang letztlich erreichen.Tja, und muss man nur noch überlegen, was denn eine Anomalie sei und was nicht….
Die Nummer basiert wohl auf einem Videospiel. Das wird hoffentlich ein wenig spannender sein

Nun ist die Prämisse ja nicht völlig neu, das Setting dagegen schon.
Das wirkt erfrischend anders. Aber: Ohne wirkliche Highlights und/oder Wendungen dreht sich auch das Aufmerksamkeitsniveau des Zuschauers im Kreis. Gelegentlich stattfindende Dialoge sind wohl nur reingeschrieben, damit irgendwas gesagt wird.
Figuren verändern ihre Verhalten – das mag mal erklärt sein, mal nicht.
Die Auflösung am Ende wird im Grunde schon vor der Hälfte des Films ins Gesicht des Zuschauers geschrien.Wie das nun aber mit dem Zick-Zack um Exit 8 zusammenhängt?….
Die Soundkulisse ist gut und druckvoll. Das Schauspiel ist minimalsitisch, die Story verpufft in Belanglosigkeit.
Der eine oder andere Jumpscare darf nicht fehlen, dazu einige Kreaturen, die wohl auch nur mitmachen dürfen, damit es etwas bedrohlicher wirkt.Im Grunde gibt es auch nichts weiter zu erzählen. Für die Sneak ok, wenn auch arg ermüdend.
Vielleicht eine Überlegung zum Kinotag für 5,- EUR, ansonsten wartet auf den Stream.Gut gemeint, gut gefilmt, ohne Inhalt präsentiert.
5/10
13. Juli 2026 um 21:01 #262091Obsession [Sneak Preview]
Ich wusste von dem Film nichts. Hier und da wurde gemunkelt, der sei geil! Genial! Musste sehen!
Na ja, wird wohl wieder so ein romantisch-traumatisierter Film für Heranwachsende sein…Bear will was von Nikki. Dabei steht doch ganz offensichtlich Sarah auf ihn.
Im Grunde aber weiß man nicht, warum er auf Nikki, nicht auf Sarah steht – Bear ist ein Kauz. Verschludert, „Liebe“ scheint für ihn nur ein Wort zu sein.
Als sich seine Katze an seinen Tabletten totfrisst ist er wohl traurig. Weiß man aber nicht genau, denn er war vorher auch traurig.
Danach sowieso.Als ihm Nikki irgendwie die Tür zu seinen Gefühlen öffnen möchte, schlägt er sie vehemmt zu. Wünscht sich im Anschluss aber, dass sie ihn über alles liebe.
Tja, und da haben wir es: Die Geister, die ich rief… oder ganz banal: Das Sams hat es doch auch schon längst erklärt. Überlege gut, wie du deine Wünsche formulierst!Gut, ist jetzt dumm gelaufen und Nikki liebt Bear nun über alles auf der Welt. Solange der Sex gut ist, ist ja alles in Ordnung, Sobald sie aber komisch wird, exzessiv ihrer Eifersucht frönt und ohne Bear nichts mit ihrem „Leben“ anzufangen weiß, scheint Bear nicht mehr ganz so fein damit zu sein.
Ob man den Wunsch noch irgendwie verfeinern könne? Fragt er die Wunschhotline.
Natürlich nicht!
Geht dann ein Storno?….. Merkste selbst, oder?„Obsession“ hat sehr starke Szenen, die mich richtig erschreckt haben. Der Moment, wo Bear mit Nikki in der Hotline sprechen darf… Wahnsinnig gut!
Nikkis Betteln in der Nacht. Das sind intensive Momente, die nicht viel drumherum benötigt hätten.
Man will aber das „Ist das krass“ Pedal bis ganz unten durchtreten, und dann wird es eben blutig.
Die Szene im Auto ist dann im Kontext tatsächlich einer der Schwächsten Momente des Films.
Über die Nummer mit der Katze bin ich mir nicht schlüssig. Je nach sichtweise halte ich sie für wertvoll, oder aber für totalen Murks. Zum Glück wird es im Film nicht erklärt, insofern kann ich damit noch gut leben.Die erste Hälfte des Films empfand ich als schrecklich dunkel. Nicht dieses sehr gute Dunkel, in denen eine Bedrohung wächst, sich versteckt oder etwas Ungewisses hinterlässt.
Klar wird das ein Stilmittel sein. Kann man mir auch sicher plausibel erklären – die Methotik mag ich trotzdem nicht
Vor Drehbeginn hat man sicher Inde Navarrette zur Seite genommen und gefragt, ob sie so ähnlich performen könne wie eine Mia Goth. Sie so:“Mia wer?“
Und da stecke ich nun in einem Dilemma. Man baut viele Szenen wunderbar auf, lässt im Hintergrund Dinge geschehen, die mich beinahe begeistern. Ein Moment beim „Jungsabend“ ist pures Filmgold und die erste Phase, in der Nikki noch Widerstand leistet, ist sehr stark.
Der Rest ist dann Fratzentheater, Overacting. Mia Goth kann das fast genauso gut – auch dort mag ich es nicht.Tja, was nun? Ich könnte wieder über mein Unbehagen sprechen, dass ich beim Anschauen von toxischen Beziehungen habe („Together“ schaue ich (nicht nur) aus diesem Grund kein zweites Mal mehr an). Oder, dass man dieses dramatische, beängstigende Szenario als Einladung für humorvolle Untertöne nutzen will… manmanman.
Wie bei „Nightborn“ geschrieben: Damit kann mich kein Film vollends gewinnen – im Zweifel eher verlieren.„Obsession“ hat gute Momente, ein Thmea, das im Grunde tot ist und einen Hype, der auch aus seinen niedrigen Produktionskosten hergeleitet wird.
Und ja, das ist nicht hoch genug zu bewerten. Nicht eine Millionen Dollar soll der Wumms gekostet haben! Wenn das nun das Modell der Zukunft sein wird, bin ich mit Vorfreude dabei. Dass der Film dabei (auch Abseits der Dunkelheit) nicht immer gut aussieht, nehme ich dann gerne in Kauf.Verstehe ich den Hype? Ja.
Kann ich ihn teilen? Naja…
Nehme ich dann noch das Gelaber von Regisseur und Hauptdarsteller ins Gewicht, senkt es meine Freude noch weiter.
Und wer sich seriös als junges Talent mit frischen Ideen verwirklichen möchte, der dreht als nächstes natürlich ein Franchise, dass eigentlich so gut wie nie und überhaupt viel zu wenig verfilmt wurde: Texas Chainsaw Massacre.
„Halloween“ war wohl zu Mainstream
– kleiner Spaß :).Abschließend: „Obsession“ greift kein neues Thema auf und weiß es nicht mit vielen Inhalten zu versehen. Stattdessen verlässt man sich auf teils ungewöhnliche Momente (Ja, einige sind gut) und dem Over-the-Top Schauspiel der Hauptdarstellerin.
Gut? OK.
Bester Horrorfilm… hoffentlich nicht.6/10
13. Juli 2026 um 20:18 #262089Nightborn [Sneak Preview]
Man könnte doch ein so einfaches Leben haben:
Irgendwann muss doch irgendjemand mit der Idee dieses Films zu anderen Menschen gegangen sein um sie darauf aufmerksam zu machen und möglicherweise Kaptal für die Verwirklichung zu generieren.
„Das ist ein Film über ein postraumatisches Kapitel nach einer Empfängnis. Die Frau leidet sehr, das Baby wird von ihr als Monster markiert und es gibt ganz viel Blut!“
„Aha, ein Horrorfilm also?“
„Nein, ein Drama mit humoristischen Einflüssen. Und ganz viel Blut“.
„Ach so…. hm….“
„Und es gibt ganz viel toxische Männlichkeit!!“
„Ah… sag das doch gleich! Wie viel Geld brauchst Du dafür?“….Saga und Jon ziehen in das alte (und verfallene) Haus ihrer Großmutter. Raus aus London, rein aufs Land.. in den Wald.
Beiden gefällt der Ort so gut, dass sie beim Spaziergang im Wald gefühlsduselig werden und Saga geschwängert wird.
Irgendwie scheinen die Bäume vor Ort gesteigertes Interesse an dieser Aktion zu haben… könnte aber auch nur ein Eindruck sein
Saga bekommt das Baby, ein Junge, stark behaart und vermutlich hässlich wie nur was (man weiß es nicht, denn der Running Gag des Films ist es, das Gesicht des Babys nie zu zeigen).
Papa liebt den Jungen, Mama nicht.
Sie hasst ihn. Nennt ihn „Das Ding“.
Baby zeigt auch bald, dass es von Mama und Papa nichts wissen will. Es will nur im Wald schlafen.
Dann häufen sich die Merkwürdigkeiten, was in absurden Fütterungen mündet.
Weil das Baby nur schreit und Mama im Grunde nur zurückschreit, würde Papa gerne etwas ändern.
Aber das ist toxisch! Und wie es mit Schurken in „horror-angehauchten“-Filmen ausgeht… na ja.Immerhin kann man „Nightborn“ nicht vorwerfen, wie andere Filme zu funktionieren. Der Film ist laut (75% des Films hört man das Baby – häufig gemeinsam mit der Mutter – plärren. Geschreie ohne Ende, das dann auch die Dialoge verschluckt.)
Muss man mögen, ich konnte irgendwann darüber hinweg hören.
Aber was ist nun das Böse mit dem Baby? Die Haare? Das Schreien?
Hier wird es gaga. Ja, ist horrorüblich.In Summe erinnert er ein wenig an die 90er Stephen-King-C-Movies. Blut, Absurditäten und Humor, der irgendwie Keiner ist.
All das findet man hier auch. Dazu eine „schlüssige“ Auflösung, die völlig aus dem Nichts kommt.
Schauspielerisch darf man hier nicht viel erwarten. Wenn man bei „Hamnet“ das starke Schauspiel einer in Trauer und Verzweiflung aufgehenden Frau sehen konnte, bekommt man hier die „Asylum“-Variante des Ganzen.Das Blut spritzt munter und seit „Ugly Stepsister“ fand ich keinen Kinofilm mehr so eklig wie diesen. Nicht allein wegen den Effekten, sondern auch durch das Einwirken der Figuren.
Die Effekte sind gut, das Finale ist Schrott, dazwischen hat man viel Klamauk.Verutlich besonders wertvoll, weil er die traumtisierende Phase nach einer Geburt spiegelt und den Mann als alleinigen verantworlichten für die Misere darstellt. (Logo, von irgendwem kommt ja der Samen…. böse!)
Bei Ruptert Grin (Ron aus Harry Potter) schnippt man zu Beginn noch mit dem Finger „Ach, der!! Guck, kenn ich“
Außer zwei ordentlichen Szenen bekommt er aber auch nur die Möglichkeit, dümmlich in die Kamera zu schauen.
Ist wohl Kunst, was weiß ich.Warum heutzutage aber alles in (sarkasitsichen) Humor gebettet werden muss, will ich nicht ganz verstehen. Schnell kamen mir Kaliber wie „Der Feind in meinen Bett“ aus längst vergessenen Zeiten in den Sinn, in denen dieses, oder ein ähnliches Thema, aufgearbeitet wurde, ohne dass man sich dabei totlachen sollte.
„Together“, „Ugly Stepsister“, „Obsession“, „Nightborn“ haben was gemeinsam. Wichtige Themen unserer Gesellschaft (sofern man die unbedingt als Basis eines Films sehen möchte) werden auf verschiedene Art schaurig erzählt… aber man soll doch bitte auch drüber lachen können. Weil…?
2/10
28. Juni 2026 um 22:44 #261929The Furious (Kino)
Wer ernsthaft an The Furious etwas auszusetzen hat, der hat auch Filme wie The Raid 1+2, The Night Comes for Us,
The Shadow Strays, Headshot, City of Darkness, The Man from Nowhere & Old Boy in der Vergangenheit nicht genossen.Stimmt in meinem Fall, und ich fühle mich nicht schlecht dabei

Power Ballad – Der Song meines Lebens [Sneak Preview]
Häufig lese ich nach dem Kinobesuch auch mal, was die „Profis“ über den Film denken, den ich geschaut habe. Dazu der eine oder andere Podcast (wenn der Typ mit der Kappe auch mal einen Film korrekt zusammenfasst, höre ich gespannt zu)… und gelegentlich reibe ich mir die Augen.
Geht hier Einigen sicher hin und wieder genauso
Mit dem Veriss auf Filmstarts kann ich hier aber nicht mitgehen.Rick ist Frontman einer Hochzeitsband, die mit launigen Coversongs auftritt. Man lebt das alte und ewige Rockerimage – Jeans, Lederjacke, Sonnenbrille – gelegentlich dann die Lesebrille.
Bei einer Hochzeit werden sie vom Brautpaar gebeten, einen Freund mit auf die Bühne zu lassen. Mache man eigentlich nicht so, erklärt Rick – aber weil Danny ein ehemaliges Mitglied einer Boy-Band ist, macht man eine Ausnahme.
Der Gig funktioniert, man freut sich über die Werbung auf Social Media und zufällig tauschen sich Rick und Danny spät am Abend über ihr Musikerleben aus. Es wird getrunken, gekifft, gejamt…Die Wochen vergehen, ehe Rick entsetzt feststellen muss, dass einer seiner Songs, die an jenem Abend gemeinsam gespielt wurden, in den Charts auftaucht. Ohne die Nennung seiner Mitwirkung.
Das ist mies, gemein, ungehobelt!
Weil es kein Demo des Songs gibt, will auch niemand so recht glauben, dass ein solcher Welthit von Rick stammt – der aber möchte die Dinge klarstellen….Jetzt kann man es so machen, wie manch ein Kritiker und den Film als Komödie betrachten. Vorab: Damit werdet ihr nicht glücklich!
„Power Ballad“ ist ein insgeheim stiller Film, der im Grunde auch nur dann funktioniert, wenn man sich irgendwie an die Figur von Paul Rudd binden kann. Mir gelingt es wunderbar, seine Motive sind für mich nachvollziehbar.
Das, was das Drehbuch daraus macht, muss man dann aber wirklich schlucken wollen.
Aber in welchem Film ist dann denn nicht so…Das heitere Miteinander im Film kippt in eine emotionale Schieflage, der ausgeglichene Rick ist nicht mehr wiederzuerkennen.
Danny indes feiert ein Megacomeback mit einem Song, von dem wir glauben sollen, dass er ein Hit sei. Hier bietet sich das größte Manko des Films: Ein Musikfilm, bzw. ein Film über einen Song und dieser klingt wie KI.
Schlecht.
Im übrigen klingt jeder erdachte Song in diesem Film nach Mist. Da sitzen Rick und Danny mit 100 Instrumenten in der Suite und jeder Song, den sie einspielen, klingt wie der Andere. „Boa, wie geil!“ jaulen sie sich zu.
Der Zuschauer muss es irgendwie glauben – kann es aber nicht, denn die Songs, die auf den Hochzeiten gecovert werden, sind echte Hits und man spürt sofort, warum das so ist.Abgesehen hiervon bekommen wir aber eine handvoll liebevoll gebastelte Charaktäre, eine Story, die mit einigen Ausnahmen plausibel und nachvollziehbar wirkt (insbesondere das „Was macht der Ideenraub mit mir?“).
Gefilmt wird sehr klassisch, hell, gibt den Figuren Zeit, sich darzustellen.Dass „Power Ballad“ leider nie bei echten Größen wie „Once“, „Mitten ins Herz“, „Can a Song save your life?“ mithalten kann, lässt sich verzeihen. Dass Regisseur John Carney aber einen solch miesen Song als Hit basteln lässt (und gleichzeitig bei „once“ einen wirklichen Weltklasse Song präsentieren konnte) ist hart.
Sehr schön die Verneigung zum Klassiker „Once“, sehr schlecht Ricks Problemlöseversuch.
Weil der Cast aber die Geschichte meist sehr gut tragen kann und die Coversongs sehr schön eingebettet sind, hat man einen Film zum Mitwippen und Mitfiebern.
Kein großer Wurf, lässt sich Sonntag Nachmittag aber schön auf dem Sofa anschauen.6,5/10
17. Juni 2026 um 21:59 #261769The Furious [Sneak Preview]
So richtig unglücklich war ich in den vergangenen Wochen nicht aus der Sneak gegangen – auch wenn so gut wie kein richtig guter Film lief, trotzdem kann ich mich nur schwer an einige Filme erinnern.
„Weißte noch, der „Blabla?““, unterhält man sich in der Wartezeit vor dem Film. „Ne, den hab ich nicht gesehen.“
„Der lief vor drei oder vier Wochen!“…. achjo….Trotz aller Loblieder, Best-Movie Empfehlungen und „den gucke ich 5x im Kino!“ in Podcast und Co wird mir dieser Film nicht sehr lange im Gedächtnis bleiben.
Frevel, wie kann er nur!!
„Papa“ ist ein Mann ohne Vergangenheit. Stumm dazu. Dafür hat er eine Tochter, die ihre Ferien bei ihm verbringen darf. Seine Frau und ihre Mutter ist tot, sie lebt bei den Großeltern. Warum er nicht zu ihnen ziehen würde? …..
Man mag sich, doch wenn sie an diesem Karate / Kung Fu / Kickboxer Dingsbums aus Holz trainieren soll, schleicht sich schlechte Laune ein.
Die wird auch nicht besser, als Papa mit Tochter zum Friseur geht. Die Situation eskaliert („Mit langen Haaren siehst du Scheiße aus“) und sie läuft davon.
Cool bleiben, Papa – die Friseuse eilt ihr schon hinterher.
Aber obwohl sie nur eine handvoll Sekunden nach dem Kind aus dem Laden eilt, ist es auf der leeren Straße enteilt. Ein humpelnder Junge bittet um ihre Hilfe, denn sein Bruder sei von einem Auto angefahren worden.
Wir lernen: In Südostasien regeln Kinder die Verkehrspannen.Tochter wird entführt, Papa bekommt es zum Glück mit, es gibt Haue, die Schurken kommen mit der Tochter davon, Papa ruht kurz aus und kloppt sich dann den Weg zu seiner Tochter frei.
Inhalt darf man in diesem Film tatsächlich nicht erwarten. Sinnhaftigkeit ohnehin nicht.
Was man bekommt ist Gekloppe, Gehüpfe, Getanze. Sicher, für etwas anderes schaut man sich diese Filme nicht an.
Und im Gegensatz zu jüngeren „Du kannst auf mich schießen, aber ich besiege dich mit einem Löffel“ Beiträgen aus Rom oder dem Valentinstaggedöns ist hier Substanz spürbar.
Augenscheinlich wurde auch nur der Choeograph ausreichend bezahlt. Das Drehbuch lieferte ein Chatbot, die Kamerafahren erscheinen mir veraltet (oder ist das auch so ein Retro-Trend?). Mit Wohlwollen können wir über Schauspiel reden – aber wie gesagt, für so einen Fierlefanz geht keiner in den Film.Bis etwa zur Hälfte hat mich das auch gut unterhalten können. OK, hat ganz viel von „Taken“, macht aber nix. Beeindruckend, wie schnell Papa mit Sandalen rennen kann, später mit Scherben im Fuß.
Und das führt mich auch gleich zum absoluten „Ach, hör auf!“: Die Typen hier sind alle aus Gummi.
Oder Superhelden ohne Kostüm und blauer oder grüner Farbe im Gesicht.
Bei allem minuten-, wenn nicht stundenlangem Gekloppe, gibt es für die Typen keine spürbaren Folgen (außer, das Drehbuch braucht sie nicht mehr). Mehrere Schläge mit einem Vorschlaghammer auf Rücken und Kopf… kein Problem. Messerstiche in sämtliche Körperpartien…. juckt mal kurz, dann geht es weiter.
50 Schurken stürmen auf einen Kerl… hier baut man traditionel auf 80er Jahre Logik: Alle bitte nacheinander, sonst wirds unfair!Das Schauspiel der Kinder ist fast schlimm, die Dialoge im Ganzen noch schlimmer.
Die Oberschurken kommen allesamt aus der Filmhistorie.
Im letzten Drittel liebäugelt man dann sogar mit dem jüngsten „Dracula“, „Jason lives“, „Assault on precinct 13“ und irgendwelchem Superhelden Quatsch. Absturz aus dem fünften Stock? Kein Problem, weiter gehts!
Aber dann den Gegner mit einer Fahrradpedale ausschalten… eieiei.Da verkenne ich sicher den Humor. War bei Bud Spencer und Terence Hill doch früher nicht anders. Man guckt ja nicht wegen der Story, sondern weil die zwei irgendwelche Halunken vermöbeln und sich irgendwelche Sprüche zuwerfen.
Alles ok. Mit Spencer/Hill bin ich aufgewachsen, bin da also befangen. Mit solchem Klamauk habe ich aber keinen Vertrag und schäme mich nicht, es nicht gut zu finden.Hochachtung für das Einstudieren der Kämpfe, aber es langweilt mich ab der Hälfte des Film sehr.
„The Furious“ wird vielen Menschen Spaß machen – mir dann aber leider nicht.
5/10
10. Juni 2026 um 22:09 #261687Good boy [Sneak Preview]
Tommy ist ein Arschloch! Drogen, Gewalt, Beleidigungen am laufenden Band. Man hasst ihn bereits nach zwei Minuten.
Und als ich schon glaubte, es könnte so etwas wie „Anora“ aus männlicher Perspektive werden, nimmt er doch eine bessere Wendung.Denn nach einer durchzechten Nacht wacht Tommy im Keller eines fremden Hauses auf. Dort begrüßt ihn Chris, der sich vorgenommen hat, Tommy zu einem sozial kompatiblen Menschen zu entwickeln.
Neben Chris wohnen dort auch seine Frau Kathry und ihr gemeinsamer Sohn Jonathan (Sonnenschein). Eine Putzfrau spielt auch irgendeine Rolle…Vielleicht hilft es, nicht zu viel über den Film zu erfahren. Tatsächlich wurde ich in dem einen oder anderen Moment auf dem falshcen Fuß erwischt. Das ist zwar nicht superduper, aber ich mag es, den Verlauf nicht gefühlt nach 10 Minuten erahnen zu können.
Alles erinnert irgendwie an „Cloverfield Lane“ und „Clockwork Orange“. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass man hier qualitativ nicht in die Nähe beider Filme gelangt.
Muss man aber nicht, denn zum nebenher wegschauen ist der Film absolut ok.Unlogisch, wirr, unzusammenhängend und schwups tauchen Figuren auf, die dann auch augenblicklich wieder weg sind. Der Impact soll aber nachhallen… gähn!
Einige Momente sind so schräg, dass sie verängstigend sein könnten – man umschifft es jeweils mit einem merkwürdigen Unterton der die Szenen aber einfach nur schräg wirekn lässt. Tendenz unfreiwillig komisch.
Dabei gibt es einige „Aha“ Effekte im Film… Lässt man sie aber liegen, dann hilft es nicht viel.Geguckt, gelacht, sich an den Kopf gefasst und Lust gewonnen, sich nochmal mit Kubrick zu beschäftigen. Könnten Bonuspunkte sein, ich verzichte aber.
Gefilmt ist es auch hier im soliden, genreüblichen Licht. Kamera und Schauspiel gut bis unauffällig.
Sympathien werden für keine der Figuren entwickelt und das killt in der Regel jeden Film (natürlich gibt es Ausnahmen).Kein Murks, aber ich kann nichts richtig Gutes finden, dass hier erwähnt werden müsste.
4/10
10. Juni 2026 um 21:47 #261685Verflucht normal [Sneak preview]
Schottland in den 80er Jahren: John steht vor einem Schulwechsel – die weiterführende Schule ruft. Oder eben das, was man in Schottland besucht.
Dazu ist er der große Torwartstar in seiner Jugendliga. Ein Scout der Rangers (oder Celtics?) hat sich bereits angekündigt.
Damit nicht der Eindruck entsteht, ihm würde es an etwas mangeln: Am ersten Schultag macht er auch gleich ein Mädchen klar.Doch dann verändert sich alles. Was zunächst als nervöses Zucken und Stottern beginnt, endet in einer Krankheit, die zu jener Zeit nicht bekannt ist. Heute kennen wir es es als Tourette-Symptom.
Seine Schulzeit ist im Eimer, er ist der Außenseiter, seine Eltern trennen sich, er muss vor dem Kamin essen, weil er durch seine Ticks „gerne“ das Essen ausspuckt.
Zwanzig Jahre lang lebt er mit harten Medikamenten und gefühlsarmer, distanzierter Mutter.
Bis ihm zufällig ein ehemaliger Schulfreund über den Weg läuft. Durch ihn und dessen, vom Tode gezeichneten, Mutter erfährt er zum ersten Mal Verständnis und Unterstützung.Inhaltlich glaubt man, er folgt dem üblichen Muster und wird dabei doch überrascht.
Das ist stark, überwältigend und tatsächlich auch zum Lachen – was inhaltlich natürlich völlig falsch und deplaziert ist.Robert Aramayo spielt John ab seinen frühen 20ern. Und er ist eine Wucht! Stark! Bisher (für mich) die beste Perfomance des Jahres. Der restliche Cast ist gut, aber außer des Freundes Mutter drängt sich kaum jemand in den erweiterten Fokus.
Alles toll? Leider nein.
Irgendwann in der Mitte des Films droht er, seinen Weg zu verpassen. Klar, das wahre Leben Johns will erzählt sein, er hatte viel Drama erfahren müssen. Mit zwei Stunden ist der Film dann aber auch 15-20 Minuten zu lang.
Nicht, dass die Episoden nicht passen würden…. schwer zu erklären: Es greift nicht ordentlich ineinander.Und doch ist der Film gespickt mit großartigen Szenen – etwa die, wo er zu einer jungen Frau ins Auto steigt, die ebenfalls am Tourette erkrankt ist.
Schwarzhumorig möchte man in einigen Momenten sagen, dass jemand wie John heutzutage auf Berlins Straßen nicht sonderlich auffallen würde – geschweige denn, dass ihm jemand Gewalt antun könnte.Klassisch, schlicht und unaffällig gefilmt. Alles ist gut erkennbar. Keine Experimente mit den Kamerafahrten und on Top Portishead im Soundtrack.
Tja, was willste mehr?
Wie erwähnt, ein wenig zu lang und zu fahrig in der späten Mitte. Und letztlich noch das komische Gefühl, in einem Drama zu sitzen, und sich dabei humorvoll unterhalten zu fühlen. (Das ist aber mein persönliches Dilemma)8/10
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