DerSchweiger

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    Hungrig – Les Affames

    Man mag es kaum glauben, aber ich war mal jung und zu der Zeit mochte ich gerne Zobmbiefilme, recht knapp gefolgt von Terror-movies.
    Terror brauche ich heute nicht mehr, Zobmie vielleicht dann, wenn es etwas beinhaltet, das mich fesseln kann.
    TWD schaue ich aufgrund nicht wechseln wollender Inhalte und dämlicher Storylines nicht mehr, FTWD konnte ich schon aufgrund der Charaktäre nie leiden und ansonsten waren die jüngsten filmischen Umsetzungen des Genre nicht zwingend das, was mich bei Laune halten konnte (Man denke da an „Puls“ – gähn)
    Tatsächlich war „Maggie“ einer der besten Zombiestreifen, die ich in jüngster Zeit gesehen habe und mit „Hungrig“ wäre beinahe ein weiterer dazu gekommen.

    Die Basis der Story ist immer dieselbe: Irgendeine (ungeklärte) Ursache machte aus Menschen untote, nach Menschenfleisch gierende Wesen. Der Film beleuchtet dabei die neue Lebenswelt von einigen Überlebenden in der kanadischen Provinz, ehe sie zufällig aufeinandertreffen und gemeinsam eine sichere Bleibe aufsuchen.

    Robin Aubert macht hier vieles richtig, aber beinahe genauso viel versemmelt er.
    Ein düsteres, hoffnungslos erscheindendes Szenario mit beeindruckenden Bildern wird nur allzu oft ein schrecklich kindischer und unlustiger Humor zur Seite gestellt.
    Während man sich also darin übt, sich in die (teils gut gezeichneten) Charaktäre einzufinden, kommen da „Brüller“, die nichtmal in „Shaun of the dead“ oder „Zombieland“ gelungen wären.
    Betrachtet man dabei die ernsthafte Seite des Films, bekommt man durchaus Elemente, die es anzuschauen lohnen.
    Neblige Wälder, darin verharrende Untote, Überlebende, die in ständiger Stille durch das Land ziehen – dabei stets konsequent die Regeln des geschaffenen Kosmos folgend. (Also nix mit 100 Untote gegen einen, der dann mit einer Steinschleuder bewaffnet alle umsenst).
    Auf der anderen Seite dann aber dieses billig übertriebene splatterinferno und die unbeantworete Frage, wann genau die Untoten das Seminar für moderne Kunst absolviert hatten.

    Nach Sichtung des Trailers hatte ich große Hoffnung, und hier hätte tatsächlich etwas Bemerkenswertes entstehen können (sofern man dem Zombiegenre denn überhaupt noch was Innovatives entlocken kann).
    Durch höchst albernen Humor, gefühlten 100 Litern zu viel Kunstblut und anderen unschönen Pannen, werden dem Film einige eindringliche Szenen kaputt gemacht.

    Am Ende steht die Frage: Will das eine Zombiekomödie sein? Dafür ist der Grundton zu ernst.
    Soll es etwa ein kunstvoller Streifen sein? Dafür ist der Humor 1. zu plump und 2. zu deplaziert. Mit den Szenenbildern und einem ernsthafteren Kontext hätte es in diese Richtung gehen können.

    „Hungrig“ lädt ein, gesehen zu werden und so richtig bedauern kann man es hinterher nicht. Allerdings wirkte er auch nicht auf mich so, wie es der Trailer versprochen hat.
    5/10

    #135530
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    The Cloverfield Paradox

    Das Öl auf der Erde wird knapp und es droht ein Dritter Weltkrieg. Um eine neue Energiequelle aufzutun arbeiten diverse Wissenschaftler auf einer Raumstation mit einem Teilchenbeschleuniger.
    Beinahe 2 Jahre lang bleiben sie ohne Ergebnis und die Lage auf der Erde scheint zu eskalieren, bis sich tatsächlich ein erstes Erfolgserlebnis einstellt.
    Doch sollten sich die Wissenschaftler nicht zu schnell freuen, einige Dingen scheinen von nun außerordentlich aus dem Ruder zu laufen.

    Ich bin mit zugegeben geringer Erwartungshaltung an den Film gegangen, weil ich vorher schon äußerst schlechte Kritiken dazu gehört hatte. Nach dem schon fast großartigem „10 Cloverfield Lane“ hatte ich hier einen spannenden „Abschluss“ des Cloverfield Kosmos erwartet. Tja, Abschluss wohl ja, aber spannend?

    In Filmen störe ich manchmal sehr an „Kleinigkeiten“. Hier etwa die notorisch chinesisch sprechende Wissenschaftlerin, während alle anderen sich bemühen, untereinder mit mehr oder weniger starkem Akzent Englisch zu sprechen. Während aber niemand mit ihr in ihrer Landessprache spricht, scheinen dennoch alle Anwesenden sie zu verstehen. Wie gesagt: Eine Kleinigkeit, aber das will sich mir nicht ganz erschließen.
    Der Ablauf der Story ist altbekannt und schon 100 mal gesehen. Alien lässt grüßen – nur sind es dieses Mal Würmer (oh weh).
    Für was einen Quatsch so eine Anomalie alles herhalten darf… meine Güte. Klar, auf so einer Station ist ein Entkommen nicht ganz so einfach, aber warum nicht in der Art der Darstellung auf „10 Cloverfield“ zurückgreifen? Weniger ist manchmal mehr, hier wird so Vieles in den Film geschmissen, dass man tatsächlich fassungslos zurückbleibt.

    „… Paradox“ grüßt in einigen Szenen die beiden Vorgänger Filme, was mal schön, mal ärgerlich in Szene gesetzt wird. Mehr als ein Gimmick ist die Handlungsebene auf der Erde nicht, und das ist dann ob ihrer Holzhammer-Bedeutsamkeit doch wirklich enttäuschend.

    Gut gefallen hat mir tatsächlich die Optik, auch die Darsteller erschienen mir in ihren Rollen authentisch (wenngleich auch hilflos unterfordert). Klar gibt es schlechtere Vertreter des Genres, aber nach „10 Cloverfield“ wiegt der Titel (zumindest in meinen Augen) auch etwas schwerer, was den eher unterdurchschnittlichen Sci-Fi Mysterium von der Klippe stößt.
    In Punkto „jüngste Sci-Fi Wurst“ dann schon auf Augenhöhe mit „Life“ -> einfach enttäuschend.

    3,5/10

    #135418
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    Black Mirror (Netflix)

    Eine Serie, die eine pessimistische Sicht auf unsere nahe Zukunft, insbesondere im Umgang der zu erwartenden technischen Möglichkeiten, aufzeigt.
    Hier haben wir also so was wie den modernen Aufguss der „Twilight Zone“, „Outer Limits“, von mir aus auch „Tales from the Crpt“ und ähnliche Formate.
    Der Unterschied (zumindest in meiner Wahrnehmung): Zuletzt genannte Serien fanden für ihre Episoden unterschiedliche Inhalte und Heransgehensweisen (zugegeben, bei Tales weniger als bei meinem Favorit Twilight), während Black Mirror im Grunde den selben Stiefel Episode für Episode runterspielt.
    Sicher, die Stories unterscheiden sich inhaltlich, andere Schauspieler, andere Orte, mal lustig, mal „ernst“ – aber in 80% der Folgen hat der Mensch einen Chip im oder am Kopf.

    Das Loslassen der menschlichen Schwächen und Unzulänglichkeiten um Effektiver, weniger emotionsbeladen usw usf. zu sein, wird ausnahmslos in ein sehr schlechtes Licht gestellt (was ich vom Grundsatz her beführworte).
    Im Grunde geht es oftmals um die Rückkehr zur Menschlichkeit, zum Zulassen von schmerzhaften Gefühlen, dem Verlust der absoluten Kontrolle. Vertraue deinem Instinkt, nicht der Maschine.

    Ja, und das nunmehr in der 4. Staffel…. gähn…. ist teilweise richtig unterhaltend, an anderen Stellen aber von der ersten Minute an vorhersehbar und schon oftmals gesehen.
    Insgesamt kommt die Serie bei den Zuschauer gut bis sehr gut an, warum aber Episoden wie „Abgestürzt“ und „Männer aus Stahl“ derart gut wegkommen, kann ich aufgrund jahrelanger Sehgewohnheiten aber nicht nachvollziehen.
    Für eine jüngere Generation, deren Lebensmittelpunkt tatsächlich Facebook, Youtube und Konsorten stehen, sind insbesondere die Social-Media Episoden wahrscheinlich großartige Serienkost.

    Meine Favoriten der Serie spielen dabei auch nicht vordergründig den erhobenen Zeigefinger, sondern platzieren ihn in ihrer Story. „White Christmas“, „Von allen gehasst“, „San Junipero“ heben sich erfreulich von den übrigen Episoden ab, die leider allzuhäufig ihre Längen aufweisen (und erzählerische Innovation vermissen lassen).

    Wie „The Twilight Zone“ schaue ich gerne mal eine Episode vor dem Schlafengehen. Erzähle ich aber heute noch gerne von Episoden aus einer Uralt-Serie, vergesse ich hier allzu oft bereits am nächsten Tag, was ich da eigentlich gesehen habe.
    „Das gab es noch nie!“… na ja, aber gut, dass jede Generation zum „Damit auseinandersetzen“ angeregt wird.

    Von 2/10 (Männer aus Stahl)
    bis 7,5/10 (Von allen gehasst)

    ist alles dabei.

    #135372
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    Operaton: 12 Strong

    Nach 9/11 fackelt das amerikanische Militär nicht lange und entsended unter dem Tarnmantel einer geheimen Operation sechst Special-Forces Teams nach Afghanistan, um die sich dort verschanzten Taliban empfindlich zu schalgen, da sie führende Mitglieder der al-Qaida aufgenommen haben.
    Vor Ort gibt es ein kurzes verbales Gerangel darum, welcher Trupp die Ehre erhält, den ersten Angriff auf die strategisch wichtige Stadt Masar-e Scharif anzuführen, um diese einnehmen zu können.
    Captain Mitch Nelson erhält den Zuschlag und erfüllt mit Freude und Tatendrang machen sich die 12 Soldaten auf, ihren afghanischen Verbündeten zu treffen, der den Feind bereits ausspioniert haben will.

    „Operation: 12 Strong“ thematisiert in weiterer Form das amerikansische Trauma nach 9/11, die geballte Wut und das Empfinden, den Taliban mal so richtig zeigen zu wollen, wer denn wirklich den dicksten Hammer mit sich trägt.
    Dazu ein etwas oberflächlicher Clash of Cultures, als die 12 Mann starke Truppe auf ihren afghanischen Verbündeten trifft und anstatt mit dickem Gefährt, auf den Rücken von Pferden und Maultieren durch die Bergwelt Afghanistans reisen muss.
    Kriegerischer Pathos und herrliches Schwarz-weiß Malen, machen einen Kriegsfilm der altbekannten Sorte.
    Einige Dialoge allerdings sind wahrlich schön pointiert, etwa wenn der afghanische Heerführer die Amerikaner nicht Befreier, sondern als weiteres Volk in Afghanistan sieht, dass sich wahlweise mit diesem oder jenem Clan bekämpft.

    Der Feind wird indes in einer einzigen Szene dargestellt und ausreichend portraitiert, in der ein führender Taliban eine Frau erschießt, die ihren Mädchen das Lesen und Schreiben gelehrt hatte.

    Trotz viel Krach, Geballer und Geschreie fiel es mir richtig schwer, wach zu bleiben.
    Eindimensional, mit einem Hauch von Buddy-Faktor gewürzt und dem betont meschenfreundlichen Auftreten der Amerikaner (seht doch, er gibt dem armen Jungen einen Lutscher!) höchst langweilig und mit 0 Wiederholungsfaktor.
    Hatte ich voriges(?) Jahr den ähnlich angelegten Streifen „13 Hours“ schon wenig wohlwollend kommentiert, fällt mir hier tatsächlich wenig Nettes ein.
    Einzig die leicht bissigen Auseinandersetzungen zwischen Amerikaner und Afghane ob ihrer Motivation, Ängste und Perspektiven lässt aufhorchen. Leider reduziert man sich dann doch lieber darauf, die technische Überlegenheit der amerikanischen Kriegsführung zu lobpreisen. Ihren Mut und Siegeswillen in ausweglosen Situationen selbstredend betonend ist „Operation: 12“ Strong ein Film, der womöglich zur Kinovorstellung in Amerika die Landesflagge wehen lässt, hierzulande wahrscheinlich den passionierten „Call of dut“ oder „Medal of Honor“ Spieler ansprechen wird.[Was von mir keinerlei Wertung beinhaltet! Eines der beiden Spiele habe ich auch mal gespielt ;) ]

    Inhaltlich nichts Neues, Bildlich unspektakulär und in Punkto Strategie und Zielführung zu weit von mir weg, um mich damit in irgendeiner Weise ansprechen zu können.
    Einzig Michael Shannon lässt in einigen Szenen offenbaren, dass er mit den Hauch von Facetten agieren kann.
    Unter dem Strich: Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen!

    3/10

    #135367
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    @reparud_rudrepa
    Dann mal willkommen im Club :D
    Deinen Anführungen habe ich tatsächlich nichts hinzuzufügen, wir ihr wisst, sehe ich das beinahe genauso.
    Schön aber, dass Du mir die „BMX-Bande“ zurück ins Gedächtnis rufst!! :D Hach, waren das Zeiten als man noch mit so Dingern das dörfliche Idyll beeindrucken konnte :)

    Weiß aber nicht, ob ich mir den demnächst nochmal anschauen werde – momentan hab ich wieder große Lust auf die „Tripods“ :D

    #135272
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    @psychoklaus
    Danke für Deinen Einwurf. Wie gesagt, ich kann durchaus verstehen, wenn jemand die Serie (sehr) mag, bei mir ist der allereletzte Funken dann doch nicht übergesprungen. Das ist nicht völlig schlecht, aber auch nicht mehr als besser Durchschnitt (was bei den jüngsten Veröffentlichungen auch was heißen will ;) )
    Deine Anmerkung zu Winona unterschreibe ich mal – verflixt, ich dachte früher, sie sei ne Gute.
    Auch störend empfand ich oftmals dieses Wabernde Durchschreiten der Welten. Das sieht zugegeben recht gut aus, aber die Tore zwischen den Welten sind doch starr und offen (Baum, Labor, Mauer in der Schule).

    Sehr schön dagegen, dass eine kleine Ursache, eine große Wirkung entfalten wird. Der ausgestoßene Pilz vom Pilzmann und die verfaulten Kürbisse in S02E01 find ich schön passend.

    Schön, dass man sich hier versteht, auch wenn man anderer Meinung ist. Gerade bei „Get out“ wurde ich oftmals mit „Dann hast du den Film nicht verstanden!“ konfrontiert. Kann sein – ändert aber nichts an meiner Meinung :)

    #135271
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    ES (2017) 8/10

    Seht meine Review – ich bin noch hin und her gerissen.

    Zu viel hat mich gestört, um dem Film eine höhere Bewertung zu geben, aber zuviel hat mir richtig gefallen um weiter nach unten zu gehen.

    Definitiv ein Film, den ich mir ein weiteres Mal anschauen werde.

    Die „Deleted Scenes“ sind sehr zu empfehlen – manche hätten in den Film GEMUSST.

    Ja, es (soll) kommt ja noch in diesem Jahr ein Director´s/Extended Cut auf den Markt @sascha74 ;)<noscript>;)</noscript>

    Och nö, echt? Dann lass ich mein bestelltes Steelbook doch lieber da, wo ich es bestellt habe – so ein Mist :/

    #135249
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    Stranger Things (Netflix)

    Ich gebe zu, ich war sehr neugierig auf die Serie. Horror/Suspense/Mystery in moderner Optik aber im Flair der 80er Jahre – ja, wie geil!
    Hinterher kann ich zwar verstehen, worüber man redet, aber nachvollziehen kann ich die Lobpreisungen nicht.
    „Stranger Things“ ist wahrlich ein Aufguss 80er Jahre Elemente. Warum man aber ständig „Stand by me“ als Pate der Serie hinstellt, will sich mir nicht offenbaren. Ja, ein bisschen „E.T.“, ganz viel „ES“ und in der Optik fühle ich mich auch nach „Silent Hill“ verschlagen. (Das mit dem Synthie Sound die „Tripods“ in mein Gedächtnis gerufen wurden, fand ich zugegeben richtig gut ;) )
    Zahlreiche Gimmicks der 80er rühren den Nostalgie Faktor und fertig ist eine Serie, die inhaltlich sehr rasch geschildert ist. Ausführlicher kann man darüber reden, welche Szene eine Hommage an welchen Film/Darsteller/Regisseur etc. ist.
    Ich glaube, hiermit gewinnt „Stranger Things“ die meisten Zuschauer.

    Das ist in der Summe gar nicht mal verkehrt. Etwas Weiteres, dass mir hier positiv auffällt: Kein Darsteller ist besonders gutaussehend! Hier bekommt man tatsächlich so etwas wie das Gefühl, den Leuten von Nebenan zuzuschauen, wie sie den verschwundenen Freund zurückbekommen und dabei das Rätsel der ersten großen Liebe zu lösen versuchen.

    Das klingt in der Summe tatsächlich äußerst positiv, aber die 8 Folgen der ersten Staffel konnten mich wahrlich nur teilweise in Folge 1 und 8 abholen. Dazwischen gab es dann doch zu viele Szenen mit „Fremdcharaktären“ die bloß eingestreut wurden, um diese oder jene Szene zu ermöglichen. Auch wenn ich es gerne langsam und beruhsam mag, das war mir doch stellenweise zu sehr Kaugummi.

    Eine Serie, die ihre großen Pluspunkte aufgrund ihrer offen gezeigten Referenzen und dem Nostalgiefaktor „Kult“, zu gewinnen weiß. Der Trend zeigt, dass es so läuft (Retro-Konsolen werden zu hohen Preisen auf den Markt geworfen, Neuverfilumgen wollen einem „alten“ Film den Anstrich der Moderne verleihen).
    Ich verstehe, wenn die Serie ihre Fans hat, fühle mich als Kind der 80er leider aber nicht so sehr abgeholt wie in der heiteren Serie „Red Oaks“ oder dem etwas anstrengendem „Holt and catch fire“.

    Dennoch habe ich damit begonnen, Staffel 2 zu schauen und erfahre, dass der Serie das zunehmende Tempo besser steht.

    6,5/10

    #135245
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    Get out

    Vorhin beim Tippspiel bin ich darüber gestolpert: Das Ding ist für den Besten Film nominiert?!?
    Man lernt nie aus, aber ich kann mich erinnern, dass es auch mal Mad Max in die engere Auswahl geschafft hat – was darüberhinaus „Dunkirk“ da verloren hat… nun ja…

    Aber was ist „Get out“ nun? Hatte vorher nichts von dem Film gehört, einzig die Bluray mal in den Verkaufsregalen gesehen und ob des Covers wenig bis gar nicht interessiert an dem Film gewesen.
    Kürzlich gesehen und als – naja – Genremix irgendwie akzeptabel. Gepackt hat mich der Film zu keiner Sekunde, auch wenn einige Anleihen an „Die Frauen von Stepford“ und anderer Klassiker, umgekehrter Rassismus und ein zu Beginn nicht ganz offensichtlicher Verlauf der Story.
    Damit wäre das Beste aus meiner Sicht erzählt. Jeder weitere HickHack, eine Fährte hier, ein Hinweis dort und eine sehr zähe Erzählung bereiten mir mehr Überdruss als Sehfreude. Die Auflösung des Spektakels zeigt freundlicherweise, dass man sich dann doch nicht so ernst nimmt, wie man es zunächst vorgibt zu tun.
    Erinnert mich irgendwie auch irgendwie an „Cabin in the Woods“, in der Altbekanntes ja auch irgendwie verquarkt wurde um dann etwas respekvoll Respektloses anzubieten. (Nein, den Film mag ich nicht ;) )
    „Get out“ hätte meiner Ansicht nach mehr in eine Episode der „Twilight Zone“ oder moderner „Black Mirror“ gepasst, die 130 gesehenen Minuten sind mir da sicher mindestens 40 Minuten zu lang (jedenfalls gefühlt. Ich versehe ja auch, dass der Regisseur all das Wichtige zeigen wollte)

    „Get out“ scheint momentan recht gut in das Vermarktungsklima zahlreicher Veröffentlichungen zu passen. Einige deutliche Referenzen zu Filmklassikern, womöglich noch das Gefühl von Nostalgie hinzupacken, und fertig ist der Quotenhit. Schön, wenn es gelingt, aber hier zeigen die „Originale“ dann doch, dass sie besser sind. Trotz all der verqueren Gesellschaftskritik.

    Bester Film 2017?
    4/10

    #135154
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    Molly´s Game

    Molly Bloom verpasst 2002 als drittbeste Skifahrerin in Freestyle durch einen Sturz die Chance auf die Olympischen Spiele und durch eine schwere Verletzung auch ihre Sportlerkarriere.
    Da sie sich in den Kopf gesetzt hatte, nach dem Gewinn der Goldmedaille Jura zu studieren, jobt sie im Gefühl der Leere als Kellnerin und bald als Assistentin eines Hollywood Produzenten (der sich auf dem Immobilienmarkt verzockt hat und ständig pleite ist). Nach einigen Erniedrigungen wird sie als Empfangsdame und Organisatorin von Untergrund-Pokerturnieren eingesetzt.
    Schnell wittert sie hier die Chance, selbst groß Karriere zu machen. Nach einem Zerwürfniss mit ihrem Boss und durch Unterstützung des „Schauspielers X“ erhält sie nunmehr die große Chance.
    Dass sie Jahre später mittellos auf der Suche nach einem Anwalt ist, hat durchaus seine Gründe….

    Eins vorweg: Poker ist nicht meins, da kann Pro7 und Sport1 veranstalten, was sie wollen. Da finde ich Curling durchaus spannender als Menschen mit Sonnenbrille dabei zuzusehen, wie sie Karten halten und hin und wieder diese auch wieder ablegen.
    Jessica Chastain darf hier wieder eine Frau spielen, die nicht auf den Mund gefallen ist und ihre Umwelt an ihrem IQ teilhaben lassen möchte.

    Und dennoch funktioniert der Film recht gut. Das Erzähltempo ist klug gewählt, die zwei/drei parallelen Erzählstränge stehen sich nicht gegenseitig im Weg und mit Idris Elba und Kevin Costner hat man zwei Darsteller an Bord, die in entscheidenden Szenen den Film durchaus vorantreiben können.
    Als Nicht-Leser von Mollys Biografie (ja, der Film beruht auf wahren Begebenheiten) erkenne ich die unter dem Schutz der Anonymität dargestellten Hollywood und Sportgrößen nicht, die in den illustren Pokerturnieren ihr Geld liegen lassen dürfen.
    Das fällt allerdings nicht zu sehr ins Gewicht, sind sie doch auf Dauer des gesamten Films höchstens für den Staatsanwalt und dem Verteidiger von größeren Interesse.

    Je nach Outfit ist Jessica Chastain fabelhaft anzuschauen, dass sie zudem großes schauspielerisches Talent mitbringt, erhöht die Freude über das Gesehene.
    Inhaltlich ein Film, der mich nicht ansatzweise so sehr mitnehmen konnte wie z.B. „Casino“, aber der durchaus zu unterhalten weiß.
    Damit ist er wahrlich kein „Must-see“, aber in den Highlights der jüngeren Sneak-Geschichte im oberen Drittel anzusiedeln.
    Und auch wenn es mir niemand glauben mag: Kevin Costner ist ein Guter!!

    7,5/10 (Das Auge schaut schließlich mit ;) )

    #135043
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    1922 (Netflix)

    Nach „Das Spiel“ eine weitere King-Verfilmung, die ich mir am WE angeschaut habe.
    Nun gut, schlecht ist er nicht, aber irgendwie haftet ihm der übliche Status an, den auch „A good marriage“, „Big Driver“ oder eben auch „Das Spiel“ innehaben: Mal geschaut, OK, mehr muss nicht.

    Unnötig zu erwähnen, dass mit ein wenig Mut auch mal etwas Starkes rauskommen könnte. So hat man inhaltlich wie optisch wenig Neues (unterm Strich: alles schon mal da gewesen). Aufgrund seiner Erzählweise kurz vorm Einschlafen anzusiedeln, wobei es darstellerisch um Längen besser als beim „Konkurrenten“ Das Spiel ist.

    5/10 (der King-Bonus spielt da tatsächlich eine Rolle)

    #134969
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    Closed!
    Vielen Dank für die freundlichen Anfragen und unkomplizierten Verhandlungen. :)

    #134955
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    Das Spiel (Netflix)

    In jüngster Zeit gab es ja wieder eine kleine Welle an King-Verfilmungen. „Das Spiel“ weckte hier schnell mein Interesse, auch wenn ich den Roman nicht zu den Stärksten des King zähle.
    Schön anzuschauen war, dass das Setting beinahe komplett übernommen wurde.

    Gerald und Jessie entschließen sich nach einer zuletzt eher unbefriedigenden Ehe, ein Wochenende im Sommerhaus zu verbringen. Der als erstes angedachte Rollen- und Fesselspielsex endet im Disaster, als Gerald tot zusammenbricht, während Jessie mit Handschellen am Bett gefesselt da liegt.
    Doch anstatt helfender Nachbarn betreten ungebetene Gäste das Zimmer – und Jessie beginnt ihren Kampf ums Überleben.

    Insgesamt wirkt der Film auf mich, als wäre er in den frühen 90ern hängengeblieben. Das ist im Grunde nicht verkehrt, allerdings lässt der Film dabei Dramatik und Tiefe vermissen. Die inneren Konflikte Jessies und ihr Kampf mit den realen Bedrohungen sind doch etwas lahm inszeniert.
    Allerdings bietet der Film auch einen sehr starken Auftritt des „Schattenmanns“ (Den ich mal so nenne – ich weiß nicht mehr, wie er im Buch genannt wurde). Alles in allem jedoch ein Film, der sich um Nähe zur Vorlage bemüht, dabei aber leider doch nur an der Oberfläche kratzt.
    Allerdings – wer sich die nicht zwingend beste Vorlage des King aussucht, kann nicht mit einem Meisterwerk um die Ecke kommen.
    Gemessen an der Vorlage kommt „Das Spiel“ also doch noch relativ gut davon.

    5/10

    #134921
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    Die Verlegerin

    2x hintereinander einen für den Oscar nominierten Film in der Sneak? Hui, das geht ja ab…

    1971 deckt die New York Times auf, dass die Regierung mitsamt Präsidenten das amerikanische Volk hinsichtlich des Vietnamkriegs jahrelang belogen hat.
    Promt folgt eine einstweilige Verfügung an die Times, keine weiteren Berichte aus streng vertraulichen und als geheim eingestuften Regierungspapieren zu veröffentlichen.
    Ben Bradley – Chefredakteur der Lokalzeitung Washington Post – wittert den großen Wurf und möchte die Story zu seiner machen. Bald wird der Whistleblower ausfindig gemacht und mit ihm knapp 4000 Seiten höchst geheimer Papiere.
    Katharine Graham – Herausgebering der Post – obliegt die Entscheidung, ob der Artikel in den Druck kommt oder nicht.
    Trotz aller Rufe nach Pressefreiheit: Für Graham und Bradley droht im schlimmsten Fall nicht weniger als eine Haftstrafe…

    Spielberg, Hanks, Streep – ja, guck mal an. Allein durch ihre Beteiligung muss(!) zwingend eine Nominierung her.
    Aber ist es ein Film, der gesehen werden muss? Ich vergleiche mal mit „Spotlight“, in dem durch Recherche und Hartnäckigkeit einer Zeitung ein großer Skandal aufgedeckt werden konnte. Dort waren vielleicht weniger wichtig klingende Mitwirkende am Werk, allerdings hat der Film gefesselt und unterhalten.
    Zumindest Ersteres kann „Die Verlegerin“ nicht bieten.
    Was soll mich hier fesseln? Der typisch amerikanische Kampf um das Recht nach Freiheit, Gleichheit etc.? (Ja, schaut man dann „Wind River“ kommt man obgleich der Doppelmoral aus dem Lachen nicht mehr raus).

    Worauf eigentlich liegt der Fokus des Films? Auf Meryl Streep, die in ihrer Rolle nach dem Tod ihres Mannes Herausgeberin einer mäßig laufenden Zeitung ist und in einer Männerdomäne um Anerkennung und Selbstbestimmung kämpft? Auf Tom Hanks, der als Chefredakteur nicht müde wird, die Wichtigkeit der Pressefreiheit zu predigen – koste es eben, was es wolle? Auf den Skandal an sich?
    Der Trailer verspricht ja schon wenig Spannung und Dramatik, und für den nicht-amerikanischen Zuschauer ist es durchaus schwer, ob des Inhalts vor Freude aus dem Sessel zu springen.
    In Punkto Darstellung ist alles wie gehabt: Streep und Hanks spielen toll. Oscarreif? Ne. Gemessen an dem, was beide zustande bringen können, ist es doch eher besser Durchschnitt.
    Viele Szenen bringen ein stilles Statement (etwa, wenn sich Streep durch eine Menge vor der Tür stehender und wartender Frauen drängt, um in einen ausschließlich den Herren vorgesehen Raum betritt um dort in Verhandlungen zu treten), was handwerklich durchaus zu gefallen weiß.

    Gerne wird der Film dieser Tage als Fingerzeig an Trump und dessen Umgang mit Mitarbeitern der Presse – und der Pressefreiheit an sich, genannt. Klar, wenn ich politisch oder sozialkritisch davon betroffen bin, dann schaue ich mit Spannung, wie es die Menschen 1971 auf den Weg brachten, mit langem Atem und Hartnäckigkeit einen Präsidenten aus dem Weisen Haus zu schreiben… ich muss mich wiederholen: Mich hat er nicht mitnehmen können.
    Sicher gibt es großartige Szenen, etwa der Dialog von Streep mit dem ehemaligen Verteidigungsminister (mit dem sie persönlich befreundet ist) über dessen Vergehen, dem generellen Verständnis füreinander und den doch zu erwartenden Konsequenzen.
    Doch auch mit Hilfe vieler, mit leichter Heiterkeit eingestreuten Szenen, die die typische Handschrift Spielbergs aufweißen, ist es für mich kein Film, der mehr als Kurzweile zu bieten hat.
    Würde das Prädikat „Nominiert für Bester Film, Beste weibliche Hauptdarstellerin, etc“ nicht über den Film stehen, hätte ich mich auch weniger hiermit auseiandergesetzt.
    So aber suche ich nach dem Gefühl „Ja, wirklich klasse!“…

    Unter dem Strich leistet Spielberg vielmehr „zwischen den Zeilen“ durchaus Sehenswertes ab, von Streep und Hanks habe ich beeindruckenderes gesehen (was aber kein Ausruf von Kritik ist :) )
    Wo „Die Unbestechlichen“ auf ganzer Länge glänzen konnte, geht „Der Verlegerin“ etwas die Puste aus.

    6,5/10

    #134885
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    Besten Dank! Freut mich, dass alles geklappt hat :)

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