DerSchweiger
@derschweiger
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9. April 2018 um 21:16 #136930
Der dunkle Turm
Wenn man den Thread hier verfolgt, kann man einschätzen wie die einzelnen Leute bewerten. Einige vergeben streng Punkte, einige sind sehr großzügig mit dem Wort Meisterwerk. Ich vergebe wohl zu häufig 8-9 Punkte (sehr gut) und zu selten Werte unter 5 (miserabel bis schlecht). […]
4 / 10 easter eggsNa, da sind wir gar nicht mal so weit auseinander
Eigentlich schade, aber da helfen auch keine Ausreden des Regisseurs. Ich habe vorige Woche gehört, dass wohl eine TV-Serie zur Buchreihe in Planung sei… na dann3. April 2018 um 21:23 #136645Der Dunkle Turm
Um mal meine Ausführung von oben ein wenig zu konretisieren @blu-ray-dealer-2

Ich war vor gut zwei Jahren voller Aufregung als ich hörte, Stephen Kings monumentalstes Werk (wohlgemerkt in einer 8-teiligen Reihe angesiedelt), das in zahlreichen seiner weiteren Romane und Kurzgeschichten mehr oder weniger offensichtliche Referenzen aufweist, ins Kino komme.
Muss natürlich ein Mehrteiler sein, Harry Potter lässt grüßen…Dann sah ich den Trailer und hatte schlagartig keine Lust mehr auf das Teil. Dazu die Offenbarung, dass der Film nur stellenweise Bezug auf die Buchreihe nimmt und mit etwas mehr als 90 Minuten auch recht hastig abgeschlossen sein will.
Das ist ungefähr so wie eine 90 Minuten Fassung vom „Herr der Ringe“ – kann man machen, wird aber aller Voraussicht nach ziemlich mies.Kurz zum Plot: Jake Chambers wird in seinen Träumen von Visionen eines unheinvollen Mannes in Schwarz geplagt, der einen Turm im Zentrum von Irgendwo zu vernichten versucht. Ein Mann mit Revolver (wir ahnen es: Der Revolvermann) spielt in seinen Träumen ebenfalls eine bedeutende Rolle, allerdings weiß Jake damit nichts anzufangen.
Er spürt jedoch, dass diese Personen existieren und dass ihr mögliches Aufeinandertreffen von großer Bedeutung sein wird.
Um seine Visionen zu verarbeiten, zeichnet er sie auf und versinkt quasi in ihnen. Seine Mutter sieht dies mit großer Sorge und nach langem Überlegen, soll er in eine psychiatrische Anstalt, wo ihm geholfen werden soll.Derweil bereitet Roland (der Revolvermann) in Mittwelt seinen Rachefeldzug gegen den Mann in Schwarz vor – wobei dieser seinerseits ein Interesse am Tod Rolands hat. Ziel seines Schaffens bleibt jedoch die Zerstörung des Dunklen Turms.
Damit wir alle wissen, was es mit dem „Dunklen Turm“ auf sich hat, wird zu Beginn des Films ein Zweiteiler eingeblendet – es muss ja alles seine Ordnung haben und Zeit für Erklärungen wird es in Folge ohnehin nicht geben.
Mit dem Wissen, dass Kings Werk bestenfalls als Anleihe für diesen Film dienen würde, war ich während dem Schauen erschrocken über den Murks, der mir hier vorgelegt wurde.
Könnte ich all das vergessen, was ich in seinen 8 Romanen gelesen habe (und dazu sämtliche Referenzen in anderen Romanen), dann hätte ich einen zwar bildstarken Fantasy Film, der jedoch auf erzählerischer Ebene stark in Richtung B-Movie tendiert.
Da helfen auch die zahlreichen – mehr oder weniger offensichtlichen – Zitate aus Kings Werken nichts. Ob nun von Shining gesprochen wird, Pennywise Erwähnung findet und so weiter und so fort… es hilft einfach nichts.
Idris Elba ist mir zuweilen eher positiv aufgefallen – seine Rolle hier ist aber absoluter Unfug. Dazu hat er keinerlei charakteristische Gemeinsamkeit mit Roland aus den Büchern.Matthew McConaughey – der Mann in Schwarz – spielt ok (Kommender Randal Flag in „The Stand“ Remake??). Er kann es weniger auffällig, aber auch um Weiten großartiger. Man muss beiden Darstellern aber auch zugute halten, dass das Drehbuch keinen Raum für Schauspiel liefert.
Tom Taylor als Jake Chambers ist in einigen Szenen in der Tat gut anzuschauen. Hilft das in der Summe?
Ich muss zugeben, schon wirklich schlechteres gesehen zu haben. Optisch macht man hier in der Tat nicht sehr viel verkehrt, wer aber auch nur eine Idee vom „Dunklen Turm“ hat (ja, warum soll er denn bitte zerstört werden? Wer ist der Crinsom King, der beudutungsschwer in den Ring geworfen wird? Der Mann in Schwarz will den Turm zesören.. bitte was?… und es geht immer so weiter) der wird möglicherweise den Tränen nah sein.Nun möchte man sich aber auch damit herausreden, „Der Dunkle Turm“ sei eher eine Fortsetzung der Buchreihe, eine Alternative zu dem bereits bekannten… aber ehrlich, dann lasst es doch ganz sein.
Der Stoff ist warhlich nicht unverfilmbar und bietet auch Spannung für drei Teile (Man liebt ja Trilogien), aber das hier ist ein Brei einiger Zutaten, die herz- und lieblos zusammengewürfelt, zerstampft und gründlich versalzen auf den Filmteller gelegt werden.Mein persönlicher WTF Moment: Der Mann im Schwarz hat ein Büro mitsamt Chefsessel!!
Ich will damit bestimmt nicht sagen, dass ihn niemand gut finden könne – der Film wird von einigen sicher als gut bewertet – aber für mein Dafürhalten (mit Wissen um die Romane) ist es ein grausig schlechter Film, in dem Schauspieler und Budget gnadenlos verbrannt wurden.
Aufgrund persönlicher Frustration eher 0-1, wenn ich versuche, es objektiv einzuordnen, landen wir immerhin noch bei 3/10
3. April 2018 um 14:17 #136629The Stand Miniserie von 1994 7/10
Alle vier Folgen sind so wie die erste zu bewerten. Liebe zum Detail ist dabei, aber viele Chancen wurden vertan. Ein Remake zu diesem grandiosen Werk von Stephen King ist vonnöten.
Die Darsteller agierten größtenteils recht gut, lediglich Milly Ringwald war eine echte Zumutung.
Ja. Die alten King TV Verfilmungen. Fand die auch immer sehr gut. Aber auf ein Remake kann ich hier gern verzichten. Kommt eh nur wieder Kernschrott wie bei ES bei raus.
Ich befürchte eher einen Murks wie „Der dunkle Turm“
2. April 2018 um 21:56 #136597Die Darsteller agierten größtenteils recht gut, lediglich Milly Ringwald war eine echte Zumutung.
Au weia, das hab ich so gar nicht mehr in Erinnerung. Im „Breakfast Club“ fand ich sie klasse… hast mir aber Lust auf den Film/Serie gemacht, werde ich mir sicher demnächst mal wieder anschauen
29. März 2018 um 19:41 #136467Hellraiser
Es geht weiter mit einem Genre-Klassiker. Dies ist sicher einer der Horrorfilme schlechthin. Nach Jahren habe ich ihn wieder angeschaut. Er ist wahnsinnig gut gealtert. Warum? Als junger Film-, Horrorfan fand man Hellraiser noch aufgrund der Cenobiten und dem Gore genial. Heute finde ich den Film auch gut weil die Geschichte auch was taugt und die Cenobiten Teil der Popkultur geworden sind. Der Film ist die erste Regiearbeit von Clive Barker. Da hätte viel in die Hose gehen können. Aber, bis auf die Frisuren, fühlt sich alles frisch an. Die Geschichte über bedingungslose Liebe ist der Kern. Die Cenobiten eher nur Beiwerk aber die sind so extrem gut geraten, so ikonisch. Natürlich haben sie über die Jahrzehnte an Schrecken verloren. Wer hat schon Angst vor einem Pinhead, der in jeglicher Form überall mal vorkommt? Nichts desto trotz. Schauspieler sind gut, Kamera und Ausstattung für eine low budget Produktion spitze und die Masken und Effekte erst recht. Klassiker.
10 / 10 Schmerzen
Am 27.4. zeigt unser Kino den Film in der „Klassiker“ Reihe. Habe meinen Platz schon gebucht und freu mich wie doof – hoffentlich bin ich hinterher immer noch so euphorisch

Deine Ausführungen unterschreibe ich vollumfänglich – leider erlitt „Hellraiser“ einen Serientod. 1+2 grandios, 3 schon arg grenzwertig, danach alles einfach Banane
29. März 2018 um 17:31 #136457The Guest (2014)
Eine echte Überraschung! Aufgrund der doch sehr spärlichen Amazon-Rezensionen habe ich eher einen durchschnittlichen bis langweiligen Film erwartet und wurde doch positiv sehr überrascht. The Guest hat mir außerordentlich gut gefallen. Eine echte Offenbarung!
Ich fand den Film durchgehend spannend und gut erzählt. Sympatische Schauspieler, keine vorhersehbare Story und gut gespielt. Auch technisch macht der Film eine hervorragende Figur: satte Farben, guter Kontrast und ein gut abgemischter dynamischer Mehrkanal-Sound (dt. DTS-HD Master Audio). Das ganze ist dann verpackt in einer Sonderverpackung, die man nur von der früheren DVD-Zeit her kennt. 9/10The Guest kommt in einer Limited Edition (Super-Jewel-Case mit DVD und Booklet) daher und wird derzeit bei Amazon.de für nur 4,79€ inkl. VSK angeboten.
Ich kann den Film nur jeden wärmsten empfehlen!
Und falls Ihr den schon gesehen habt oder bereits euer eigen nennt, würde mich mal interessieren, wie Ihr so über den Film denkt. Wie hat euch der Film so gefallen?
Ich kann mich dunkel daran erinnern, den Film vor einiger Zeit gesehen zu haben (war es auf Sky?). So richtig konnte ich mich nicht mehr erinnern, der Trailer brachte mich aber wieder auf die Sprünge.
Heute kann ich gar nicht mehr sagen, warum ich den Film weder gut noch schlecht empfand. Einiges wirkte mir wohl doch zu aufgesetzt und einige Szenen boten Referenzen, denen der Film nicht gerecht wurde (oder erinnerte an Momente, die ich schon gefühlt 100 Mal in Filmen gesehen habe).
Wenn er mal auf Prime gestreamt werden kann, schaue ich wohl nochmal rein – so aus dem Stehgreif kann ich den Daumen weder heben noch senken. Möglich auch, dass es der falsche Film zur falschen Zeit war – so was gibts ja auch
29. März 2018 um 17:27 #136456Gringo
Mögt ihr eigentlich die Beatles?
Harold hat einen durchaus schlechten Tag. Zunächst erfährt er, dass seine Frau sein gesamtes Geld verprasst hat (und sich dabei Geschäftsfrau im teuren Luxusbüro schimpft) und er somit pleite ist. Und als sei das noch nicht genug, erfährt er von seiner anstehenden Entlassung (natürlich ohne Abfindung).
Mit seinen Chefs Richard und Elaine soll er aber vorher noch ein mexikanisches Werk zur Herstellung von Marihuana-Pillen besuchen um „Ungereimtheiten“ im Verkauf des Rohstoffs zu lösen.
Dort beschließt er, sich entführen zu lassen um eine Lösegeldzahlung aus der „Entführungs-versicherung“ des Unternehmens zu erhalten – bloß dumm, dass diese gekündigt wurde.Der Trailer zeigt einen rasanten und witzig unterhaltsamen Drogen(mafia) Kalauer, was der Film im Großen und Ganzen dann doch nicht ist.
David Oyelowo in der Rolle des klassischen Unglücksraben gelingt es nicht auf Dauer, den Film zu stemmen. Dabei hat er aber den tragenden und vorantreibenden Part. Viele Szenen sind dennoch sehr gelungen und witzig.
Charlize Theron (kaum wiedererkannt!) ist so unhübsch wie seit Monster nicht mehr, dafür aber ein durchtriebenes Stück wie in besten 80er Jahre Yuppie-Filmen (Herr Gekko grüßt aus der Ferne).
Dagegen verblasst Joel Edgerton als ebenfalls skrupelloser und geiziger Firmenboss ein wenig und läuft auch Gefahr, in Klisches zu ertrinken.
Plottechnisch möchte man einiges bieten (wenn plötzlich ein ehemaliger Söldner, einen Drogenkurier mitsamt naiver Freundin und ein mexikanischer Drogenboss ins Spiel kommen, wartet man darauf, dass diese Erzählstränge auf einen Punkt zusammenkommen um…), leider bleibt „Gringo“ auf Dauer doch ein wenig blutleer und fad.
Der ganz große Moment fehlt, auch wenn einige Gags durchaus zu gefallen wissen („Ich ruf zurück!“
) und die Interaktion des Dreiergespanns durchaus mehr Potential im Köcher gehabt hätte.Schlecht reden möchte ich den Film aber auch nicht, denn über 3/4 der Filmlänge wusste er recht gut zu unterhalten. Zudem ist es ein Genre, in dem große Plottwists nicht unbedingt hingehören, was es zum Ende aber doch ein wenig anstrengend werden lässt.
Wenn der Film die komische Ebene verlässt und die Tragödie um Harry herum aufzeichnet, weiß er mir beinahe noch besser zu gefallen.Unter dem Strich gibt es für mich einen Erzählstrang zu viel, die Mixtur aus Komödie, Ernsthaftigkeit und Action ist auch ein wenig unausgeglichen, aber gibt man den Charaktären einen Sympathiebonus, bekommt man hier (insbesondere für eine Sneak – will ja gar nicht meckern!!) grundsolide Kost, die vielleicht dann doch mit Blick auf den Cast ein wenig enttäuscht.
Das haben wir alles schon besser gesehen, aber es geht auch wirklich schlimmer.Let it be
6/1028. März 2018 um 00:27 #136391Bright [Netflix]
Gestern wieder einmal der täglichen Empfehlung von Netflix gefolgt. Der Trailer konnte mich kaum abholen, und dem Film gelingt es, das sogar noch zu toppen

Ich weiß gar nicht mal, ob die Ausgangslage derart gut ist, dass sie mir grundsätzlich gefallen könnte -> vielleicht ja, aber dann nicht als Parabel unserer Rassenkonflikte. Orks, die mit Basecap, XXXXL Trikot und Protzklunkern im Ghetto herumlümmeln, Elfen, die als „fantastischer“ Yuppie die Finanz- und übrige Welt regieren und dazwischen irgendwo die Menschen – die, um es auf die Spitze zu treiben, auch mal mit einem Schwert herumspringen dürfen.
Als wäre ein Herr der Ringe im Hier und Heute nicht schon des Ganzen zu viel, wird noch eine Mixtur 5. Element dazugemischt und eine Sondereinheit (magische Polizei?) ins Getümmel geworfen.Kennt ihr noch „Spacecop L.A.“? Gab es mal als Film, später auch als Serie (oder umgekehrt?)
Den Film fand ich seinerzeit recht gut. Der Vorteil des Films: Die Aliens wurden als Personen gezeichnet, die ein Leben haben – Träume, Wünsche, einen Alltag. Wer erinnert sich nicht mit freudigen Ekel an die saure Milch, die sie getrunken haben?
So etwas vermisse ich bei „Bright“ in nahezu jedem Moment.„Bright“ hat unter dem Strich so gar nichts, was ich gut finde. 90 – 100 Millionen Dollar Budget? Na ja, was so dunkle Hintergassen und -höfe eben so kosten

Kleiner Spaß… aber ne, das war nun mal gar nix.
Einen Pluspunkt gibt es für den Ork, der zumindest hier und da versuchen durfte, einen Charakter darzustellen.3/10
27. März 2018 um 19:14 #136322@derschweiger
Ich stimme dir in allem zu!
Und daher hab ich den Film als besser empfunden bzw. würde ihn besser bewerten, alleine weil er vieles so gut macht.
Aber ja, zum Ende hin wird das Bier doch leider etwas zu sehr schal.ja, ich habe in der Tat mit mir gerungen, hatte auch schon 6,5 da stehen – aber wer mich kennt weiß, dass die 6 Punkte recht gute Punkte sind

Ich finde es grundsätzlich schade, wenn eine aufgebaute Atmosphäre/Stimmung so jäh ins „gewöhnliche“ gezogen wird, deshalb reagiere ich da mitunter etwas strenger
27. März 2018 um 15:02 #136313The Ritual [Netflix]
Eine Gruppe befreundeter Männer plant einen gemeinsamen Urlaub, als einer von ihnen bei einem Überfall ums Leben kommt. Um ihn zu gedenken, nehmen sie seinen Wunsch auf, in Schweden auf Wanderschaft zu gehen.
Als sich einer von ihnen am Bein verletzt, kommt die Überlegung auf, den Wanderweg zu verlassen und eine Abkürzung durch den Wald zu nehmen. Ob sich das als gute Idee herausstellt?Die Story an sich ist in zwei Minuten erzählt und jeder Filmkenner weiß auch schon, was sich da so abspielen mag.
Dennoch weiß der Film, insbesondere in der ersten Hälfte, sehr gut zu unterhalten. Keine allzuschaurige Mär, sondern ein gutes Zusammenspiel der Charaktäre, prima Bilder und eine angenehme Atmosphäre.
Das Muster klappt allerdings nach der ersten Nacht in einer verlassenen Hütte zusammen. Ab hier wird genretypisch dezimiert, „im Dunkeln“ getappt und am Ende dem Unheil ins Auge geblickt.Neben den glaubwürdigen Charaktären wirkt sich auch die Entwicklung (oder Zerbröckelung?) ihrer Freundschaft plausibel aus. Zwar gibt es hier auch den trotzigen „Dann geh ich alleine [ins Verderben]“ Typ, aber der Umgang mit dem drohenden Unheil ist weniger hysterisch und effekthandelnd wie in übrigen „Und weg bist du“-Gruslern.
Doch dann naht auch bald das Ende, und – Oh graus!! – es ist schlecht.
Zwischendrin hatte ich die unbegründete Hoffnung, dass es ein bestimmter Charakter ins Ziel schafft (das nicht alle durchkommen mag in diesem Zusammenhang wohl hoffentlich kein Spoiler sein) – die Hoffnung wurde mir allerdings geraubt. Schade, so hätte man dem Zuschauer vielleicht doch ein „Oh“ entlocken können.In der Zeit, in der der Film mit minimalistischen Gesten arbeitet, finde ich ihn richtig gut. Als dann die Stimmung kippt und man in gewohnter Manier das „Schrecken im Wald“ Szenario anbietet, wird es arg dünn. Zwar retten die Darsteller (solange sie noch da sind) über einige Stolpersteine hinweg, aber es verhindert leider nicht, dass dem Film zum Ende arg die Puste ausgeht.
Sehr schade, dennoch das zuletzt beste, das ich auf Netflix schauen konnte.6/10
22. März 2018 um 20:46 #136128Star Trek: Discovery / Season 1
Irgendwie wirkt es ja schon befremdlich, wenn die Crew in ihren „Freizeitklamotten“ DISCO auf ihren Shirts prangern hat… auf die Idee musst Du mal kommen

Star Trek ist für mich zum Glück keine Heilige Kuh, allerdings mag ich die klassischen Episoden und viele Kinofilme sehr gerne (Nein, die von JJ nicht). TNG und Voyager fand ich zuweilen auch ganz schön, mit anderen Ablegern des Universums hatte ich wenig bis keine Berührungen. Daher bin ich vielleicht auch ein wenig unbedarft an die Serie herangegangen.
Im Vorfeld habe ich allerdings mitbekommen, dass die Serie die Fanbase ziemlich spaltet – von 0 bis 10 war wohl alles vertreten.Nachdem ich die ersten beiden Episoden geschaut hatte, spielte ich aber mit dem Gedanken, es sein zu lassen.
Das war mir eindeutig zu eintönig, schwarz/weiß, hölzern und allein der Prolog der ersten Folge reicht für einen munteren Shitstorm.
Meine Frau fand es allerdings recht ansprechend und so blieb ich eben mit dran.Zwar bietet die Serie viele Verweise auf das klassische ST Universum, das mir vertraute Gefühl kam jedoch zu keinem Moment auf. Über das Aussehen der Klingonen mag ich mal gerade so hinwegsehen (irgendwie dann doch nichts Neues), aber warum sprechen die alle, als hätten sie den Mund voller heißer Kartoffeln? Schauspieler hätte es unter der Maske auch nicht bedarft, da ist ja an Mimik nichts auszumachen. Sehr schade, aber die Zeichnung der ultimativ bösen und ehrlosen Ehrenkrieger ist mir da auch etwas zu viel.
Sonequa Martin mochte ich in „The Walking Dead“ schon eher nicht, und auch hier gewinnt sie keine Sympathiepunkte bei mir (ob das Drehbuch so etwas überhaupt im Sinn hatte würde ich gar nicht mal unterschreiben).
Neben ihr bekommen zwei, drei Charaktäre etwas Sendezeit ab, was im Grunde sehr schade ist, denn hier sah ich bedeutend mehr erzählerisches Potential.Letzteres gilt für die gesamte Serie: Da wäre mehr drin gewesen. Dass die Folgen in sich nicht abgeschlossen sind und jeweils mit einem Cliffhanger enden, kann ich verschmerzen (fand ich bei Galactica allerdings erheblich besser umgesetzt), dass am Ende aber mal sowas von gar nix erzählt wurde, finde ich schade.
Ob man mit den letzten Episoden nicht auch den erzählerischen Kosmos (kanon) des klassischen ST (ich glaube, JJ hatte sich ja schon einige Freiheiten genommen) verlassen hat?
Bin da allerdings zu wenig Trekkie um das fundiert belegen zu können
Unter dem Strich: Zu viel Schwarz/weiß, auch wenn ich es nicht so schlimm finde, dass insbesondere in der frühen Zeit der Förderration noch arg menschliche Gesinnungen (Rache, Egoismus) existieren, ist für mich ok.
Ein dünnes Drehbuch und viele vertane Chancen, dazu Klingonen, deren Gegrunze man wahrlich schwer aushalten kann.
Möglicherweise bricht „Discovery“ mit einigen Dingen, die dem Trekkivesum wichtig sind, aber das ist für mich nicht der größte Kritikpunkt – allein die letzte Folge hält vor Augen, welch dramaturgische Schwächen vorherrschen.
Dass man nun mit Nostalgie Pur in die nächste Staffel locken will, halte ich für ein arg billiges Mittel, das mir in der Form überhaupt nicht zu gefallen weiß.„Discovery“ erforscht im Grunde noch gar nichts (jedenfalls nicht den Weltall) und sucht möglicherweise noch nach dem eigenen Weg. Nicht schlimm, es gab schon Schlimmeres, allerdings lies mich das Ganze dann auch viel zu kalt, um es gut zu finden.
5,5/10
22. März 2018 um 14:44 #136115(Incident in a) Ghostland
Achtung: Spoilergefahr!
Eins vorweg: Horror, Grusel, Torture ist nix für die Sneak! Was da im Publikum abgeht ist widerlich und unerhört.. sicher, Angst übertüncht man in Gesellschaft mit gekünsteltem Gelächter, aber das hier ging mir bei „Winchester“ schon arg auf den Senkel, gestern wurde dann aber wirklich der Vogel abgeschossen. Hauptsache wir lauschen in andächtiger Stille einem „Dirty Grandpa“ – man könnte ja einen der vielen tiefgehenden Scherze verpassen…Colleen erbt das weit abgelegene Haus ihrer Tante, das irgendwo im Niemandsland steht. Gemeinsam mit ihren Töchtern Beth und Vera macht sie sich auf die Fahrt dorthin. Beide pupertierenden Mädels gehen sich ziemlich auf die Nerven, hoffentlich bringt der Tapetenwechsel etwas Ruhe in das Zusammenspiel.
Kaum haben die Frauen ihre Koffer ins (schrullige) Haus gebracht, werden sie von zwei Schlächtern überfallen, die sie töten und vergewaltigen wollen (Reihenfolge: Random).
Colleen gelingt es, beide mit letzter Kraft unschädlich zu machen.
Beth, die den Überfall schadlos überstanden hat, entwickelt sich 16 Jahre später zur erfolgreich(st)en Horror-Schriftstellerin und stellt nun ihr persönlichstes Werk „incidents in a ghostland“ vor.
Doch bevor sie ihren Erfolg feiern kann, erhält sie von ihrer Schwester (die es beim Überfall übel erwischt hat) einen alamierenden Anruf.Zwischenzeitlich musste ich mal nachfragen, ob da ein gewisser Herr Zombie seine Finger im Spiel hatte und nach vielen Jahren wieder etwas Wind in seine Filme bekommen hat (nein, hat er nicht).
Insgesamt lässt mich der Film etwas ratlos zurück. Ich führte ja schon mal an, dass ich mit Torture/Rape/etc nicht so viel anfangen kann, und da war das Gesehene dann doch etwas – nun ja – happig.
Allerdings, und so viel sei verraten, wer auf uncut Gore und harte Revenge-Streifen steht, der wird hier nicht viel Freude haben. In einigen Szenen hatte ich das Gefühl, dass der Film nicht gänzlich uncut ist – ist allerdings nur eine Vermutung (habe und werde das nicht googeln).Zu gute halten möchte ich, dass der Film einen Twist aufweißt, der für mich eher unerwartet kam. Alles Weitere ist bussiness as usual, weniger blutig aber leider auch arg plausibel.
Da wird gewürgt, bis Erbrochen wird, geschrien, geweint, gekrazt, in die Hose gemacht – misshandelt, vergewaltigt (wenngleich auch „nur“ außerhalb des Bildbereichs).
Leider verliert der Film bei der Inszenierung der „Bösewichte“. Die sind in der Tat – neben ihrer perversen Gewaltätigkeit – einfach lächerlich inszeniert. Hier finden keine Dialoge oder Motive einen Ausdruck. Das mag den Film möglicherweise das geben, was er braucht, für mich jedoch fehlt da etwas Wesentliches.Wer in die Welt des Torture oder Terror mal reinschnuppern möchte, und dem dabei „Last house on the left“ (z.B. -> ihr seht, dass ich da wahrlich nicht up-to-date bin
) zu alt ist, der kann mal einen Blick riskieren.
Vielleicht nicht zwingend im Kino, denn so lustig wie alle getan haben, war es tatsächlich nicht.
Wer sich gerne und öfter in dem Genre bewegt, wird möglicherweise vieles vermissen.Unter dem Strich kann ich nicht bewerten, inwiefern sich der Film im Universum des bloßen Angst-und-Gewaltkinos einreihen darf (ich fand ihn „sehenswerter“ als z.B. „I spit on your grave“, einfach weil ich dieses Revenge-Gore Zeugs nicht abhaben kann). Er hätte um Einiges verstörender auf mich wirken können, wenn z.B. die Täter nicht derart „billig“ in Szene gesetzt worden wären und dazu viel zu viele Zitate (etwa TCM) und arg billige Twists eingefügt worden wären. Dann haben wir aber auch den ein oder anderen erhellenden Moment und eine Schreibmaschine, die ihren Zweck erfüllt.
Der Score war hier und da ein wenig ärgerlich plaziert, gegen Ende in zwei Momenten aber auch sehr wirksam eingesetzt. So ganz ohne Gedudel hätte ich es in einigen Szenen wohl intensiver empfunden – sagen wir in diesem Fall also mal „Glück gehabt“.
Vielleicht wirken sich nun auch die Manieren des Publikums auf die Gesamtnote aus, aber das ist wahrlich kein Film, für den ich eine Empfehlung aussprechen möchte.5/10
15. März 2018 um 20:44 #135880Midnight Sun – Alles für Dich
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich voriges Jahr „Du neben mir“ schauen durfte. Als nun der Prolog von „Midnight Sun“ die Sneak erhellte, war der persönliche Frust bei mir entsprechend hoch.
Bella hat einen Gendefekt, der ihr den Kontakt mit Sonnenlicht unmöglich macht. So lebt sie seit ihrer Kindheit „gefangen“ im Haus ihres Vaters (Mama starb leider früh), der sich trotz aller Beschwerlichkeiten stets fürsorglich und herzlich um sie kümmert. Homeschool in den USA macht auch die „Graduate“ möglich, welche letztlich den Ausschlag für die (wer würde es vermuten?) Teenie-Liebesgeschichte gibt.
Um ihren Abschluss zu feiern, geht Bella abends zum Bahnhof, um vor unbekannten Passanten auf der Gitarre zu spielen.
Wie aus dem Nichts taucht dort Charlie – ein junger Mann aus der Nachbarschaft, in den sich Bella bei ihren täglichen Blicken aus dem Fenster vor vielen Jahren verliebt hat – auf, der seinerseits keine Lust auf eine Abschlussfeier mit seinen Freunden hat.
Fortan lernen sich die beiden ein wenig besser kennen, es knistert und knastert, Papa bekommt die heimliche Hysterie und Bellas beste Freundin befeuert sie darin, endlich mal die Sau rauszulassen.
Etwas arg konstruierte Umstände stellen das junge Glück jedoch bald auf eine harte Probe….Ich bin mir durchaus bewusst, dass ich nicht die Zielgruppe dieses Films bin und kann daher nicht allzustreng mit dem Gesehenen umgehen.
Um es aber vorwegzunehmen: Im direkten Vergleich zu „Du neben mir“ ist dies ein richtig guter Film. Verzichtet man jedoch auf diesen Quervergleich, dann benötigt man als Kenner von Lovestories durchaus starke Nerven.
Kaum ein Klischee der jungen, ersten Liebe wird ausgelassen.
Dass es nicht zum Totalabsturz kommt, liegt vor allem an dem recht sympathischem Cast.Ein Film, der keine Lorbeeren erwarten darf, aber aufgrund der Darsteller dennoch zu seinen Punkten kommt. Inhaltlich ist alles schon erzählt, und das, was möglicherweise wissenswert gewesen wäre, wurde totgeschwiegen… so ist das eben, man muss Prioritäten setzen

4/10
11. März 2018 um 11:52 #135700Wahrscheinlich muss man diesen Film als Kind gesehen und geliebt haben, damit man damit warm wird
Und selbst dann wird es manchmal knapp mit dem Mögen

Wenn ich an die „Killer“ meiner Jugend denke, dann kommt eigentlich nur Michael Myers noch gut weg – Freddy, Jason, Chucky – allesamt Kult, ohne Frage, allerdings schaffe ich heute keinen Film aus diesen Reihen ohne Unterbrechung. Selbst Reboots dieser Filme (moderne Optik – selber inhaltlicher Unfug) können mich nicht locken.
Mit der Verklärung wird allzuschnell aufgeräumt, deswegen behalte ich die Momente doch auch lieber im Kopf und hole sie mir nicht wieder ins Wohnzimmer
9. März 2018 um 15:24 #135631Winchester
[Enthält mitunter SPOILER]
Den Trailer hatte ich zuvor einmal gesehen und fand ihn semi-fesselnd. Mir erklärte sich der Zusammenhang zwischen Wirr-Warr-Haus und Geisterbahn nicht so richtig. Nun gut, die Sneak brachte da ein wenig Licht ins Dunkel.Sarah Winchester erbt nach dem Tod ihres Mannes dessen Firma und sein Vermögen. Dass dieses Geld mit dem Tod vieler Menschen beschafft wurde, lastet schwer auf ihr.
Darüber hinaus aber leidet sie auch möglicherweise an Wahnvorstellungen, denn die Geister von Verstorbenen, die durch eine Kugel aus einer Winchester Waffe getötet wurden, mahnen sie an, Räume nach ihren Angaben zu entwerfen.
Dr. Eric Price, drogenabhängiger Psychologe und trauernder Witwer, erhält von der Winchester-Gesellschaft den Auftrag, Sarah Winchester hinsichtlich ihrer Geistesverfassung zu untersuchen und entsprechend ein Gutachten abzugeben (selbstredend mit dem Ziel, die wirre Witwe zu entmündigen).
Um den drohenden Bankrott zu entgehen, willigt er ein.
Was zunächst nach einem leichten Frage-und-Antworten Spiel aussieht, entwickelt sich zu einer Fahrt in der Geisterbahn, in der Eric auch mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird.Ja, das brachte auch schon der Trailer zu Tage und irgendwie ist da inhaltlich auch gar nicht viel zu erwarten.
Man nehme eine skurille Kulisse, werfe etwas Poltergeist und Besessenen-Spuk hinein und erhalte einen Gruselfilm, den es in der Form schon zu Hauf gab.
Gelobt indes wird die „Botschaft“ des Films, dass Schusswaffen ein Tötungswerkzeug seien (ja gut… echt?) und das irgendwie nicht so schön sei – jedenfalls hadert Witwe Winchester damit und die Verstorbenen „Winchester Opfer“ bekräftigen Sie in ihrer Haltung – zumindest auf ihre recht spezielle Art.Folgen wir dem Film und halten diese Botschaft im Hinterkopf, wird einem schnell bewusst, dass wahlweise Drehbuch und/oder Geister [der Film basiert ja auf wahren Begebenheiten] mal schnell in typisch amerikanischer Doppelmoral im Namen der Rache rumballern und nach Vergeltung schreien.
Helen Mirren spielt solide. Im Verlauf des Films ist ihr auch ausschließlich ein Gesichtsausdruck aufgetragen worden. Jason Clark als Dr. Price trägt den Film als anfänglicher Zweifler (liegen die übersinnlichen Wahrnehmungen doch sehr wahrscheinlich an seinem Drogenkonsum) und später als unfreiwiliger Held, der die Bewohner des Winchester-Haus beschützen will.
Dort leben neben den Bediensteten des Hauses auch Sarahs Nichte mitsamt Sohn.„Winchester“ bietete einige nette Schreckmomente, spoilert die Auflösung des Films recht früh und bietet zudem viel Raum zum Kopfschütteln. Wie in solchen Filmen oftmals üblich, haben die Personen keine bis kaum Tiefen. Der Charakterwandel des Dr. Price erfolgt auch im 08/15 Muster und Nichte+Sohn scheinen bloß im Film integriert, um einige Geisterszenen zu ermöglichen.
Man kann den Machern des Film wahrlich nicht vorwerfen, sie wüssten nicht, wohin sie mit dem Titel wollten. Man folgt stringend den ausgelutschten Mustern klassischer Gruselfilme und platziert vermeintliche Schocker mal mehr, mal weniger gut.Optisch ist „Winchester“ tatsächlich schön anzuschauen. Leider entpuppt sich das wirre Konstrukt der Winchester-Mansion am Ende als lose Worthülse… so richtig viel bekommen wir leider nicht davon zu sehen.
Das ist in meinen Augen wohl auch der bedeutenste Kritikpunkt. Wenn man schon im Trailer bedeutungsschwer auf das Gebäude eingeht, dann möchte ich auch etwas davon haben.„Winchester“ ist grundsolie. Aufgrund von Helen Mirrens Auftritt möglicherweise mit etwas höheren Erwartungen vor Start, welche aber nicht richtig eingehalten werden können.
Ein Film, der insbesondere vor der anbahnenden Auflösung trotz zunehmenden Tempo langatmig wirkt und seinen Platz im Einheitsbrei klassisch-moderner Grusler einrehmen wird.
Wäre das letzte Drittel besser verfasst worden, hätte es allerdings auch nicht zu Höhenflügen gereicht.5/10
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