Heute habe ich mir folgenden Film angesehen…. (2023)

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Dieses Thema enthält 453 Antworten und 17 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Profilbild von hal9000b hal9000b vor 2 Monate.

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    Reparud Rudrepa
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    @reparud_rudrepa

    The Boogeyman (USA/CAN 2023)
    Mittelmaß, einfach nur Mittelmaß. Das wäre aber auch nur unwesentlich anders, wenn es sich nicht um die hundertdrölfte Variante derselben Grusel-Geschichte handeln würde.
    Hat mich schon in den ersten Minuten nicht mitgenommen und dann relativ schnell komplett sitzen lassen, bis das so nebenbei dann vorbeizog.

    4/10 Lichter

    #238640

    Reparud Rudrepa
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    @reparud_rudrepa

    Violent night (USA/CAN 2022)
    Weihnachtsaction der anderen Art. Böse Jungs überfallen an Weihnachten die Villa einer reichen Familie und nehmen alle gefange. Fast alle. Denn sie haben nicht mit einem Gast gerechnet, der sie in die Schranken weist.

    Klingt wie der übliche Weihnachts-Action-Stirb-langsam-Klon. Ist es zu einem gewissen Grad auch, und dann doch nicht. Einfach mal reinschauen; wer auf Action mit etwas Splatter und Komik steht, dürfte zumindest einmal seinen Spaß finden.

    Interessanter Anfang, verliert dann etwas Tempo, um besonders am Ende nochmal ordentlich Fahrt aufzunehmen.

    6/10 leuchtende Weihnachtssterne

    #238649
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    DerSchweiger
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    @derschweiger

    Stellt euch folgendes Szenario vor: Ihr geht regelmäßig in die Sneak und seht vor dem Film wochenlang die selben Trailer. Urplötzlicher taucht einer davon nicht mehr auf, obwohl der Kinostart erst gut drei Wochen später ist… oh oh

    791 km

    Der Klimawandel macht es möglich (Ich bin mir sicher, hier einen Satz aus dem Film wiederzugeben): Ein Sturm bringt eines Abends den Zugverkehr aus München ausgehend zum erliegen. Zum Trost gibt die Bahn Taxigutscheine heraus, mit denen der Zielort angesteuert werden kann.
    Selbstredend sind wenige Minuten nach dem Streckenausfall auch keine Taxis mehr zur Verfügung, bloß das (mal kurz geparkte) Taxi von Joseph steht einsam vor dem Bahnhof.
    Weil nunmal alle die selbe Zielstadt haben, arrangiert man sich mit einer gemeinsamen Fahrt, auf der man sich schließlich näher kommt…

    Der Trailer, der wochenlang ausgestrahlt wurde, war grottenschlecht. Man ahnt hier bereits ein Feuerwerk an schlagfertigen und pointierten Dialogen gepaart mit spektakulärem Humor – und wer nicht gerne lacht, der bekommt die Sekunde drauf eben erklärt, warum das jetzt eigentlich doch witzig sein sollte.
    Ja, man ahnt hier die allseits gefürchtete „Deutsche Komödie“.

    Und tatsächlich bekommt man hier oftmals das übliche Trara: Schauspieler, die eine Rolle sehr betont „spielen“ (Seht mal, eigentlich bin ich nicht so, aber ich tue so als ob… ist das nicht ulkig?…. Frau Berben und Frau Urzendowsky?), man spielt eine Rolle in der man aber gleichzeitig betont, dass die Figur ganz sicher eine Läuterung erfährt (gelle, Herr Król?) und man spricht einfach Youtube und sonstige Social Plattformen Statements in künstlicher Überzeugung heraus (Herr Münchow).
    Und inmitten dieser unlustigen Kappelei (man kennt es aus dem Kasperletheater, wenn Kasperl mit dem Krokodil ringt, den Räuber in den Sack steckt oder die Hexe schimpft) sitzt dann Nilam Farooq, die ihre Gefühle mit kurzen Blicken, dem flüchtigen Verziehen des Mundwinkels o.ä. sichtbar machen kann.
    Sie ist dann auch, die im Laufe des Films ihre Rolle auf die Ereignise reagieren lässt und eine Variation in ihr Schauspiel bringt (Leider nicht immer zum „Guten“, aber das bleibt ja Geschmacksache).
    Alle anderen spielen ihre Rolle von vorne bis Ende genauso wie sie angefangen haben. Einzig die Worte, die in den Dialogen verwendet werden, ändern sich. Hier und da darf auch mal ein Tränchen fließen… dennoch bleibt es das von mir oftmals bemeckerte sture und durch Worte erklärende Spiel.

    Dennoch harmonieren die Darsteller untereinander und schaffen es, den Film bis kurz vor Hamburg mit einer gewissen Leichtigkeit zu tragen. Das in dieser Zeit die üblichen Coming outs, emotionale Rucksäcke etc. lang und breit erklärt werden, sollte zu erwarten sein.
    Dass der Film endet, wie er endet weiß man von Minute eins an – und das ist bei dieser Art Film dann auch nicht das Wesentliche.
    Der Weg ist das Ziel, sagt man so schön – und wenn der mit netten Einfällen, gut aufgelegten (und wandelfähigen) Schauspielern inmitten einer glaubhaften Kulisse aufgezeigt wird, ist doch alles gut.
    Leider kann „791 km“ nicht alles davon bedienen.

    Aber, und das stelle ich oftmals an mir selbst fest, bin ich nicht immer Zielpublikum des jeweiligen Films.
    Während zuletzt in einigen Filmen reichlich HalliGalli von Seiten des Publikums geboten wurde, war es in diesem Film mucksmäuschenstill!
    Vielleicht war es auch die Angststarre ;)
    Nein, ich möchte ja niemanden irgendwelche Filme madig machen und wie immer ist es auch hier nur meine Meinung.
    Gemessen an dem, was ich zuletzt am „Deutschen Humor“ erleben durfte, war das im Grunde schon wohltuend unaufdringlich.
    Die jeweiligen Bilder waren gut gesetzt, das Pacing der Handlung schön gesetzt und der leider übliche Kindergartenwitz (hier: Meine Frau ist schwanger) bleibt nicht vordergründig im Gedächtnis hängen.
    Dazu einmal ein richtig süßer Gag und schon kann man nicht ganz so böse sein.

    Nüchtern betrachtet bleibt „791 km“ kein guter Film weil er jederzeit durchschaubar ist. Gemessen an dem wirklich grottenschlechten Trailer aber deutlich besser als befürchtet.
    Da basltet ja jeder selbst eine Bewertung zusammen, meine lautet hier

    4,5/10

    #238664
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    hal9000b
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    @hal9000b

    Squaring the Circle

    Das war mal endlich wieder eine echt gute Doku. Anton Corbijn (Fans von Depeche Mode und U2 werden ihn kennen) drehte diese Doku über Hipgnosis. Ein Designstudio aus England, das in den 60ern und 70ern für einige der ikonischten Albumcover aller Zeiten verantwortlich war. Erzählt wird wie sie angefangen haben, wie sie gearbeitet haben und wie alles kaputt gegangen ist. Alles sehr authentisch, sehr spannend, toll bebildert und mit Roger Waters, David Gilmoure, Peter Gabriel, Paul McCartney… auch prominent besetzt. Eine Zeit, die es so nie mehr geben wird. Schade. Aber man kann sich dafür die Doku auch häufiger angucken.

    9 / 10 Storms

    #238745
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    hal9000b
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    @hal9000b

    Dark – Staffel 2

    Das beste ist nicht unbedingt zu erwarten bei einer zweiten Staffel: die erste ohne Qualitätseinbußen weiterzuführen. Das gelingt der Serie vortrefflich. Und anders als in so vielen Serien gelingt dies nicht durch noch mehr Handlungsstränge oder neue Figuren sondern indem Fragen auch beantwortet werden.
    Das ist somit weiterhin eine der besten und spannendsten Serien der letzten Jahre.

    9 / 10 Zyklen

    #238757
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    Shane54
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    Premiere von dem neuen Münster Tatort „Der Mann, der in den Dschungel fiel“.

    Auf Einladung vom WDR durfte ich mir gestern schon den neuen Münster Tatort im Cineplex angucken.
    Die Pressekonferenz war wie immer der Stimmungstest, vorallem was Jan Josef Liefers betrifft.
    Es war aber alles mega entspannt. Axel Prahl war wie immer die Stimmungskanone.

    Prominente Unterstützung gibt es im 44. Fall von Boerne und Thiel durch Detlev Buck.

    Es waren noch einige von Cast & Crew vor Ort, um persönlich den 3 von 5 restlos ausverkauften Vorstellungen beizuwohnen.
    Insgesamt über 1200 Leute waren gestern Abend ins Kino gekommen.

    Die neue Folge war an sich okay und natürlich gewohnt trashig.
    Als Spoiler darf ich verraten, dass sich alles um ein Safe House dreht.

    Diese besagte Wohnung in Münster wurde tatsächlich damals vom WDR ausgeschrieben, jeder in Münster durfte also sein privates Objekt als Filmkulisse einreichen – und das taten die Münsteraner zahlreich!

    Sonntag Abend 20:15 Uhr ARD.

    Bewegte Bilder von mir https://youtube.com/shorts/Skk889EfdQI

    #238759
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    Shane54
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    @shane54

    Madonna – The Celebration Tour Köln, 15. November.

    Ja es ist ein Konzert, aber die Inszenierung dennoch fast wie ein Film.

    Insgesamt war es die 6. Tournee, die ich nun live gesehen habe mit vielen Shows in unterschiedlichen Ländern.

    Der reguläre Stehplatz hat für Köln 230€ gekostet, Livenation hat mir allerdings vor Ort ein Upgrade verpasst und ich konnte direkt in den abgesperrten Bereich vor der Bühne marschieren. Die Tickets dort kosteten 500€ aufwärts je nach Stadt.

    Wer Madonna kennt der weiss, vor 22 Uhr kommt sie (fast) nie auf die Bühne.
    So auch in Köln, aber mit Wristband konnte man sich frei bewegen und ich habe tatsächlich noch einige bekannte Gesichter von den letzten Shows getroffen.

    Die Show an sich war krass und das Opening fast schon zu „gewöhnlich“ für Madonna.
    Dennoch war auch hier ganz schnell klar, Bühne und Licht sind die ganz neue Generation!
    Inspiriert ganz offensichtlich vom Awakenings Festival schwebte ein ähnlicher Kreis samt Discokugel über der Bühne.

    Nach 40 Jahren Bühnenkarriere gab es natürlich einen Rundumschlag ihrer Karriere was die Setlist betrifft.
    Ich denke, dass wirklich jeder Fan auf seine Kosten kam.

    Meine Begleitung, die noch nie eine Madonna Show gesehen hatte, war sichtlich erschlagen von den Eindrücken.
    Es ist halt wirklich eher eine filmische Inszenierung, als ein klassisches Konzert.
    Selbst Oliver Kalkofe der in Berlin auf dem Konzert war zeigte sich auf Instagram sehr beeindruckt!
    https://www.instagram.com/p/C0O4AVcshko

    Nach 130 Minuten Spielfilmlänge war Schluss.

    Stärkster Moment Live to tell!
    Heisseste Inszenierung (im wahrsten Sinne des Wortes) The beast within.
    Bildgewaltigstes Spektakel Bedtime story mit Übergang zu Ray of light.

    Da die Europatournee jetzt abgeschlossen ist, darf ich das denke ich spoilern.

    Nach ihrer schweren Krankheit noch im Juni habe ich nicht mehr damit gerechnet, Madonna dieses Jahr überhaupt noch mal auf der Bühne zu sehen.
    Umso erstaunlicher, wie frisch sie aus der ersten Reihe aussieht.

    Es war ein würdiger Abschied von der ganz grossen Bühne, denn mit fast 70 wird sie eine Welttournee in diesem Umfang sicher nicht absolvieren. Knapp 80 Konzerte sind es allein dieses Mal.

    Long live The Queen!

    Und so ging es los https://youtu.be/amftWq5X0UI

    #238762
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    Wanted: The Escape of Carlos Ghosn

    Wanted: The Escape of Carlos Ghosn ist eine vierteilige Dokumentarserie von Apple TV+, die die Geschichte des ehemaligen CEO von Renault-Nissan-Mitsubishi erzählt. Ghosn wurde 2018 in Japan festgenommen und wegen Betrugs und Steuerhinterziehung angeklagt. Er floh 2019 aus Japan in einem Koffer und lebte seitdem im Exil.

    Die Serie ist sehr spannend, vor allem der Teil in dem es um die Flucht selbst geht. Hier kommen die Fluchthelfer von Ghosn persönlich zu Wort und berichten, wie sie vorgegangen sind. Alleine dieser Teil ist den Blick in die Doku Wert.
    Auch Ghosn selbst hat mit dem Team zusammengearbeitet und stellt sich den Fragen. Allerdings ist die Serie teilweise etwas langwierig

    Es wird schnell klar: das ist nicht das Ende der Geschichte und Causa Ghosn wird bestimmt noch weiter gehen. Zu viele haben noch eine Rechnung offen. :)

    Alle 4 Folgen sind auf Apple TV+ abrufbar.

    Fazit: 7/10 Koffer

    #238783
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    Leave the World Behind

    Der Ausflug einer Familie in ein luxuriöses Ferienhaus nimmt eine unheilvolle Wendung,
    als ein Cyberangriff ihre Geräte außer Gefecht setzt und zwei Fremde an ihrer Tür erscheinen.

    Leave the World Behind punktet mit einem spannenden Konzept, starken Schauspielern & einer recht dicht
    inszenierten Story. Gesondert hervorzuheben ist hier die Soundabmischung & die innovativen Kameraschnitte / Bilder.

    Als ich über Sam Esmail als Regisseur & Mahershala Ali in Kombination gelesen habe, war ich angefixt.
    Sam Esmail hat sich bei mir persönlich mit der überragenden Mr. Robot Serie eh ein Denkmal gesetzt.

    Ähnlich wie Mahershala Ali. Der ist für mich einfach immer wieder ein Garant für interessante & sehr starke
    Produktion u.a. Moonlight, Green Book, True Detective, Luke Cage, Swan Song & Alita: Battle Angel.

    Auch die Nebenrollen sind gut besetzt mit Julia Roberts, Ethan Hawke & Kevin Bacon.

    Der Film schafft es über die komplette Laufzeit dich am Ball zu halten, mit stimmungsvoller, musikalischer
    Untermalung deinen Puls zu erhöhen & einfach einen sehr guten Unterhaltungswert zu bieten.

    Die Story besticht nicht mit überraschenden Wendungen & Twists, aber die Anspannung während der Erzählung
    geht dennoch nie verloren. Einzig, das für mich leider etwas abrupte Ende, stoß bei mir etwas negativ auf.

    Am Ende eine starke Netflix Produktion, die von der Handschrift von Sam Esmail lebt & sicherlich eine kleine Überraschung war.

    8.5/10 Leben

    #238791
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    Insidious: The Red Door

    Um ihren Dämonen ein für alle Mal ein Ende zu setzen, müssen Josh und Dalton tiefer als je zuvor in das „Ewigreich“
    vordringen und sich einer Reihe neuer und noch schrecklicherer Schrecken stellen, die hinter der roten Tür lauern.

    Insidious ist leider nur noch ein Franchise, das in eine Richtung geht & das ist steil bergab.
    Die ersten beiden Teile waren noch Genregeheimtipps. Alles andere danach einfach nur noch Durchschnitt.

    Teil 5 bietet absolut nichts Neues. Keine neuen Ideen, nix originelles – Einfach 08/15 Horror !
    Greift lieber ins Regal & schaut euch z.B. Barbarian, Malignant, Conjuring, Es, Sinister, Babadook oder It Follows an.

    5.5/10 Türen

    #238794
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    Lamborghini: The Man Behind the Legend

    Die Lebensgeschichte von Ferruccio Lamborghini, dem Gründer von Lamborghini.

    Lamborghini ist ein solide inszeniertes Biopic geworden. An einigen Stellen vielleicht etwas trocken,
    an einigen Stellen aber auch wirklich sehr interessant, wobei der Wahrheitsgehalt nicht 100% stimmig ist.

    Die Anfangszeit hier hat mir fast besser gefallen als alles was danach kam. Insbesondere die Performance
    von Frank Grillo später wirkte an einigen Stellen leider etwas zu sehr aufgesetzt & an Arroganz kaum zu übertreffen.

    Dem Film hatte etwas mehr Laufzeit gut getan, denn insgesamt wirkt die Erzählung recht schnell & hastig umgesetzt.
    Hier wäre vielleicht etwas mehr Feingefühl & mehr Detailverliebtheit nicht verkehrt gewesen, um die Marke zu zelebrieren.

    Zwischen Le Mans 66 & Lamborghini liegen Welten, dennoch ist Lamborghini definitiv einen Blick wert.
    Wer auf gute Rennsportfilme steht, dem sei noch Rush oder Tage des Donners – Days of Thunder empfohlen.

    Der Lamborghini unter den Rennsportfilmen bleibt aber unangefochten Le Mans 66. Eine absolute Granate !

    6.5/10 Traktoren

    #238800
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    @derschweiger

    Silent Night – Stumme Rache

    Ich stelle mir folgendes Szenario vor: John Woo lädt vorab zu einigen Probedrehs ein, dann streiken die Autoren und sämtliche Dialoge, die für den Film vorgesehen waren, sind nun weg. Was tun? Man hat ja noch die Probeaufnahmen, schneidet sie „clever“ aneinander und verkauft es als innovativen Actionfilm.
    So wird es nicht gewesen sein, aber das Ergebnis kann im Grunde nur durch ein solches Szenario schön geredet werden.

    Nachfolgend haben sich einige Spoiler eingeschlichen (sofern es bei Rache-Action denn „Überraschungen“ geben sollte) – deshalb bitte mit Vorsicht genießen ;)

    Es ist Heiligabend, als Brians Sohn durch eine Kugel sich rivalisierender Gangs getötet wird.
    Im ersten Impuls rennt er den Übeltätern hinterher und wird schließlich von Playa, dem Gangsterboss, niedergeschossen.
    Brian überlebt knapp, doch fortan kann er nicht mehr sprechen.
    „Still“ macht er sich nun an die Arbeit, die Übeltäter zur Strecke zu bringen.

    Ja, die Story ist Standart. Durchschnittsmann macht sich binnen einiger Trainingsmontagen zum Megakiller und legt ein Drogenkartell lahm. Gäbe es doch mehr solche Typen….
    Speziell wird der Zirkus dadurch, dass es nicht nur Brian, sondern nahezu dem gesamten Cast die Sprache verschlägt.
    Das hätte vielleicht sogar gelingen können, wenn der Fokus mehr auf Brian und seinem Umgang mit den Übeltätern gelegt geworden wäre. So aber ist beinahe die Hälfte des Films Altag zu sehen. Brians Frau hat ob seines Sprachverlusts möglicherweise Sprechverbot bekommen, oder zeigt sich schlicht solidarisch… keine Ahnung, warum sie ausschließlich per SMS mit ihm kommuniziert, obwohl sie drei Meter von ihm entfernt steht.
    Genauso alle anderen Situationen, in denen Brian „im Untergrund“ einkaufen geht, ein Kind vor dem Baumarkt knuddelt oder Playa dabei zusieht, wie er Geld unter den armen Kindern verteilt. Nonverbal, denn in Mexiko spricht man nicht miteinander.

    Wie gesagt: Das hätte bei anderer Herangehensweise gelingen können.
    Auch der immer wieder kehrende Fokus auf Brians Verlust und das er ja eigentlich ganz schön traurig ist, wäre in einer Szene erzählt und glaubhaft vermittelbar gewesen – dass es 4-5 Mal wiederholt werden muss, ist dem Guten zu viel.
    Dadurch wird auch die Prämisse, die solchen Rache-Filmen doch auch immer etwas Rohes, Knurrendes und (selbstredend) Gewaltätiges beschert, in vielen Momenten unfreiwillig komisch.
    Gut, Action Komödien gibt es ja auch – hätte auch irgendwie funktionieren können.

    Letztlich, und das hat mich beinahe am meisten erschrocken, tut das „Schauspiel“ durch die Reihe weg ihr Übriges.
    Wenn ich vorige Woche noch über ärgerliche Darstellungen deutscher Schauspieler meckerte, weiß ich nicht so recht, wie ich diese Nichtleistungen in „Silent Night“ beschreiben könnte.
    Niemand, wirklich niemand, kann sich in diesem Szenario der Wortlosigkeit mit irgendeiner Mimik oder Körperlichkeit durch die Szene retten.
    Joel Kinnaman als Brian hat dabei noch den dankbarsten Part. Wenn er 99% des Films mit herunterhängenden Mundwinkeln daherläuft, ist das wohl seinem Verlust zuzuschreiben. Wenn dann mal ein Tränchen kullert… na ja.
    Danach geht es aber schon direkt ins Bodenlose. Playa… was soll das denn für eine Darbietung sein? Ein Cop, der von Brian per USB Stick die Auflösung des Falls bekommt… meine Herren! Ein bisschen Mühe gibt sich da noch Brians Ehefrau, aber wie gesagt: Wenn man seinen Gefühlen allein per SMS Ausdruck verleihen darf, dann ist das eben auch so nur Mist.

    Positiv dagegen einige Actionszenen. Ich selbst frohlocke nie, wenn ein Film nur auf Kloppen und Hauen aufgebaut ist – aber hier wurde man von dem stillen „Unsinn“ befreit. Einige Momente werden lang und intensiv zelebriert, andere mal mit einem Headshot per Schrotflinte gelöst. Das geht in Ordnung.
    Befremdlich dagegen finde ich, dass der Protagonist ganz offensichtlich als „Ar*****ch“ gezeigt wird. Um sein Ziel zu erreichen sterben links und rechts des Weges einige Unschuldige, was er mal eben mit einem Achselzucken abtut. Letztlich ist er dann wieder mit seinem Sohn vereint…. dass dadurch Mama und Ehefrau gleich zweimal in den Hintern getreten bekommt ist dann eben so.

    „Silent Night“ bietet in den letzten 40 Minuten Einiges an Action, dass sich auch ein „Nicht-Action-Purist“ gut anschauen kann. Eingebettet in ein beinahe dümmliches Szenario mitsamt vierseitigem Drehbuch bleibt es aber auch der einzige Gewinn des Films.
    Alles andere ist schlicht schlecht.

    3,5/10

    #238810
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    @hal9000b

    Dune

    Eins meiner absoluten Lieblingsbücher. Ein Epos über Politik, Ränkespiele, religiösen Fanatismus und Krieg. Dass ausgerechnet Lynch daraus einen Star Wars Kontrahenten machen sollte, war eine der größten Fehlentscheidungen Hollywoods und für mich eine der besten. Lynch hat nichts glattgebügelt sondern zieht sein Ding so gut es ging einfach durch. Daraus entsteht zwar kein wirklich guter aber ein faszinierender Film. Das zeigt sich vor allem in den Visionen Pauls oder der ekelhaften Darstellung des Barons. Der Showdown mit seinen Gefechten ist dann eine Last, die Lynch abarbeiten musste.

    9 / 10 Wüstenmäuse

    #238823
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    Bad Boys for Life

    Teil 1 war damals im Kino eine Granate. Seitdem nie wieder gesehen. Grund: weil ich mich von Teil 2 teilweise richtig belästigt gefühlt habe. In meiner Erinnerung war der stupide und menschenverachtend. Ich mag mich täuschen. In Teil 3 sehe ich aber Ansätze davon wieder. Action ist immer gut. Aber hier wird Action so blutig ohne Ironie zelebriert, dass es mir zuviel ist. Da wird nebenbei – vom Filmhelden – erwähnt, dass man schon hunderte umgebracht hat. Dazu ein Humor, der sehr fehl am Platz wirkt. Alles wirkt gezwungen, unharmonisch, asozial.

    4 / 10 kranke Familien

    #238953
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    fkklol
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    @fkklol

    Barbie
    Nette 0815 Story.
    Was man dem Film zugute halten muss. Er nimmt sich (Mattel) nicht ernst.
    Das beste am Film war Ken :lol:

    Aber den Hype drum… Bzw die Einspielergebnisse… Die versteh ich nicht. Naja. Zum einmal anschauen und nicht nachdenken passt der. Hab sogar zweimal gelacht. Also hat der Film ja alles richtig gemacht. Mich unterhalten.

    07/10 Plastikbeine

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