DerSchweiger
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3. März 2022 um 18:58 #222749
Hot Summer Nights
1991 stirbt Daniels Vater. In unkontrollierter Trauer bringt er seine Mutter an ihre Grenzen, die ihn dann kurzerhand für die Sommerferien zu seiner Tante ins sonnige Cape Cod schickt. Und dieser Sommer, wird ihn dort „zum Mann (bzw. Erwachsenen)“ machen – wie es so schön in der Inhaltsbeschreibung steht.
Das Prime-Bildchen zum Film hat mich ehrlich gesagt nicht fangen können, die durchweg positiven Meinungsbilder machten mich dann aber doch neugierig.
Tatsächlich konnte mich „Hot Summer Nights“ bis fast zum Ende packen. Dabei weiß ich gar nicht mal so genau, warum. Die drei Hauptdarsteller agieren für sich ordentlich bis sehr gut, ihre Beziehung untereinander kann ich aber nicht so richtig spüren. Da hat es ein wenig an guter Chemie gefehlt, dennoch funktionieren die Szenen recht gut.
Egal ob nun der romantische Part, die Momente des Aufeinandertreffens zweier „Außenseiter“ oder die (wie so oft) filmisch geschönte Drogenwelt – es wirkt innerhalb des Erzählstrangs plausibel, jedoch bleibt beim Zuschauen das Gefühl, als würde ich eine gespielte Doku sehen.Prominent wird das Jahr 1991 beworben, das Lebensgefühl und die Unbekümmertheit im Sonnenscheinv(sind die 80er schon wieder out??)…davon erlebt man tatsächlich kaum etwas, würde der an einigen Stellen zu aufdringlich eingespielte Soundtrack den Zuschauer/Zuhörer nicht mit aller Macht darauf stoßen lassen.
„Hot Summmer Nights“ sieht gut aus, hat in den ersten 15 Minuten eine gelungene Einführung (die so leider auch schon oft gesehen wurde) und nimmt die jeweiligen Gefühlsmomente des Trios zum Anlass, um immer wieder Tempo einzustreuen.
Nachvollziehbar ist es dennoch nicht immer und warum der „große Sturm“ bereits zu Beginn als bedeutungschwerer Grund des finalen Dramas herhalten muss… ja klar, Symbolhaftigkeit. Aber es ginge doch vielleicht mit weniger ausgestreckten Fingern „Da seht! Seht!! Der Sturm im Kontrast zur sonnigen Seite!!“ Ja, ach so.Der Erzählform des Films kommt man dann auch zum Ende auf die Schliche. Ist tatsächlich nett, aber eine spürbare Bindung zur Handlung kann sie auch nicht aufweisen.
Das klingt alles wieder nach Mimimi, und ja, so richtig werde ich damit nicht warm. Warum mir der Film dann doch gut gefallen hat, wissen nur die Götter

Nein, ernsthaft: Der Hauptdarsteller Cast (wenngleich ohne gefühlte Bindung zueinander) ist gut anzusehen, das erzählerische Tempo ist gut gewählt, die Gefühlswelten der Figuren sind nachvollziehbar und man beschönigt dumme Taten nicht als „naive Handlungen, die nochmal ausgebügelt werden konnten“. Das ist einerseits sehr stark, auch wenn einige erzählerischen Tiefen (wenn man sie so nennen will) bei dieser Form des Endes auf der Strecke bleiben.
Aber vielleicht ist es diese Unvollkommenheit, die es lebhaft macht.Für mich eine positive Überraschung.
7/10
3. März 2022 um 18:26 #222747The Apartment – Willkommen im Alptraum
Sarah strebt eine Karriere im Mode-Bussiness an, ist zerstritten mit ihrem Vater und hat einen Job, in dem sie Überstunden machen muss (Schreck lass nach!). Auf der Suche nach einer neuen Wohnung bewirbt sie sich für ein Appartmant in einer familiär anmutenden Community. Als sie den Zuschlag erhält, ist die Freude groß. Doch die Nächte sind furchtbar gruselig… ob sie sich mit dem schnuckeligen Nachbar trösten kann??
Zugegeben, das klingt recht einfallslos und man vermutet auch bald, was da möglicherweise im Busch sein könnte (besonders wenn man innerhalb des letzten Jahres einen ähnlich anmutenden Film über ein Seniorenheim gesehen hat…).
Nur ist es leider wie so häufig: Die Idee könnte eine große Nummer in Serien wie „Twillight Zone“ und Konsorten sein, will aber als großer Film funktionieren.Nicole Bryden Bloom als Sarah macht insbesondere ab der Hälfte des Films eine gute Figur, stößt aber auch durch das wenig hergebende Drehbuch an ihre Grenzen.
Alle anderen Darsteller sind nunmal da, stören nicht – bringen aber auch keinerlei Highlights in den Film.Mir schien es während dem Schauen, als wenn sich der Regisseur über die Makel des Drehbuchs bewusst war, sie aber mit Szenenbildern und Kameraeinstellungen zu kaschieren versuchte.
Das ist leider nicht gelungen. Die Kamera ist hierfür immer zu dicht an den Personen, insbesondere an Sarah, dran. Kluge, interpretationswürdige Szenen entstehen in keiner Sekunde, aufkommende Dramatik wird schwuppdiwupp unter den Teppich gekehrt und im klassischen bloody-thriller-Stil zur Strecke gebracht.Das funktioniert für ein schmerzloses Anschauen, aber haften bleibt irgendwie gar nichts. Sämtliche Figuren bleiben maximal oberflächlich und auch Sarahs Wandlung innerhalb der Community beäugt man bloß mit mildem Interesse. Das hätte stark gezeichnet werden können, hätte aber andererseits auch mehr Sorgfalt im Drehbuch verlangt.
Unter dem Strich bleibt dem Zuschauer eine Mahnung: Augen auf bei der Wohnungssuche!!
5/10
25. Februar 2022 um 22:17 #222600(Fear) The Walking Dead – Finale Season(s)
Vor ein paar Jahren meldete ich mich vom Sehbetrieb, was dieses Serien-Universum betrifft, offiziel ab.
Dann schrieb mir eine Freundin im Winter und meinte, ich solle da nochmal einen Blick riskieren – die Serienwelten gehen in die letzte Runde, da könnte was passieren…Vorher ließ ich mich grob auf den aktuellen Stand bringen (entweder hatte sie es eilig, oder es gab nicht viel zu erzählen) und dann wagte ich es doch nochmal.
Ab hier: Vorsicht!! Wer die Folgen des letzten Herbst/Winter nicht gesehen hat, wird hier einige Spoiler mitgeteilt bekommen.
Noch vorischtiger: Ich habe mich nicht im Guten von der Serie getrennt, möglicherweise bin ich dem Gegebenen nicht objektiv genug und der Ton ist nicht immer wohlwollend.
Ich versuche, mich kurz zu fassen…The Walking Dead – Season 11.1
OK, die Dinge änderten sich also. Zuerst mal das Gute: Rick und Michonne sind nicht mehr da dabei. Gefällt mir zunächst recht gut. „Baby“ Judith ist nun Nachwuchs-Sheriff – finde ich putzig, leider hat die Serie aber nie ein richtig glückliches Händchen mit Kinderdarstellern. Maggie ist zurück (ihr Fehlen ging an mir vorbei, daher völlig emotionslos zur Kenntniss genommen) und Negan ist jetzt ein „Guter“.
Daryl und Carol sind noch dabei, der Rest ist gefühlt egal.
So startete ich also unter neuen Voraussetzungen in den ersten Teil des Staffelfinales und am Ende von 8 Folgen bleibt unter dem Strich: Ist halt so wie immer.
Von Fans und Kritikern wird die Staffel bisher über den grünen Klee gelobt, die Staffeln davor scheinen nicht das höchste Niveau gehabt zu haben.Dinge, die mich vorher zu sehr störten, sind allerdings beibehalten worden. Es gibt in jeder heiklen Szene den „Trottel des Tages“, der im Momenten der Stille wahlweise Dinge durch die Gegend wirft oder bei Kilometer freier Sicht, von einem auf dem Boden liegenden Walker gefressen wird. Manmanman, aber der Running-Gag scheint ein must-have zu sein.
Die Stories an sich scheinen toterzählt. Wie oft trifft die Crew andere Gangs, leistet sich einen Trashtalk um dann am Ende die Hütten abzubrennen (bevorugt die Eigenen). Hier kommt Daryl also wieder in den Genuss, eine andere Gang kennenzulernen. Gottgeführt, weil der eigene Priester kein Interesse an seinem Herrn und Hirten mehr hat. Soll hier ein Charakterkonflikt erzeugt werden? Dann aber gähnende Langeweile.
Dialoge und Szenen die ins Nichts führen. Dabei mochte ich einst die Folgen, in denen die Charaktäre etwas mehr Tiefe erhielten. Daryl und Beth in der Hütte? Großartig! Da war der spätere Tod von Beth tatsächlich ein harter Schlag.
Heute weiß man, wie einst bei Star Trek: Kommmt ein Nebendarsteller auffällig oft ins Bild gelaufen, ist es ziemlich sicher seine letzte Folge.Dann sehen wir das Commonwealth und ach, hatten wir nicht schon mal Woodbury? OK, damals lief keiner in Stormtrooper Outfit durch die Straßen, aber das Städtchen aus der 3. Staffel verhieß ähnlich gute Zeiten.
Ganz egal, welche Ordnung hier nun herrsch: Kenner der Serie werden es möglicherweise ahnen – Die Stadt wird von unserer Gang auch noch kaputt gemacht. Warum? Finden wir noch raus, aber irgendwer wird schon so richtig böse sein (denn im Walking Dead Universum gelingt es nur den Bösen, eine Oase mit funktionierender Infrastruktur und langfristig gesichertem Wohlstand auf die Beine zu stellen).
Spannend? Zugegeben: Ja, das hier hat Potential, wenn man es dann hoffentlich nicht zu plump in die Tonne haut.Was tatsächlich gut gelungen ist: Maggie ist nun der Wolf im Schafspelz. Was ihr in Folge nach meinem Abschalten wohl alles widerfahren ist? Es tat ihr nicht gut, moralisch wird sie sich bald nicht mehr über Erzfeind Negan stellen dürfen (Schüsse in den Rücken der „Feinde“ waren zumindest nie seins). Wie sich das nun gestaltet, wenn der alte Kern der Crew damit konfrontiert wird, verspricht Spannung. Hier, und nur in diesem Kontext, fehlt tatsächlich Rick. Das hätte ein wirklich bitteres Finale werden können, wenn sich die Beiden dann im Kampf gegenüber stehen würden. Aber wir haben ja noch Judith dafür in der Hinterhand

Ja, lässt man das erste Drittel des Finales auf sich wirken, dann kann hier noch spannende Momente geschrieben werden. Weiterhin ein (zu) großes Manko ist die Fülle an Figuren, die plötzlich wichtig werden und mehr und mehr in die Folgen reingeschrieben werden.
Die Serie wird noch mit großen Verlusten aufwarten dürfen, aber ob dieser (Over?)Kill dann auch wirklich sinnig gestaltet wird, oder bloß Effekhascherei werden wird, bleibt abzuwarten.
Mein Tip: Von den übrig gebliebenen „Big Playern“ wird es Negan nicht lebendig ins Ziel schaffen. Dazu Eugene, aber ist er inzwischen Big genug?Fear the Walking Dead – Staffel 7
Ist das tatsächlich auch die letzte Staffel? Möglich, ein Comeback-Crossover mit der Mutterserie halte ich aber für schwierig.
Wieder eingestiegen in die Serie bin ich tatsächlich mit Staffel 7, den Bumms aus Staffel 6 habe ich damit verpasst.
Für mich ist das OK, hat FTWD hatte ohnehin nie eine kontinuierliche Stimmung halten wollen. Das Apokalyptische Fallout Szenario ist dann also irgendwie die Sahne auf der Kirsche, oder so.
Aber was haben wir hier? Zum Glück kaum noch jemanden aus Season 1! Die Bilder, die Szenengestaltung, das Tempo (wenngleich auch mit zu viel Bremse) und die damit einhergehenden Möglichkeiten liegen inzwischen im höhren Niveau als TWD. Einzig mit den Charaktären will man nicht so richtig warm werden. In jeder Staffel drehen sich eine oder mehrere Personen emotional und deutungschwer im Kreis, in der nächsten Staffel dann gefühlt anders herum.
Bestes Beispiel hierfür (wieder einmal) Victor. Hui, jetzt ist er also der ultimative Bösewicht (natürlich mit einem Paradies unter seinen Füßen, während unsere Helden im nuklear verstrahlten Outland herumgeistern!!)…ach ne, je näher es der Halbzeit geht, kommen ihm doch Zweifel, und Tränen, und Mimimi…
Man lobt ihn ja als einen Charakter, der aus jeder Situation seinen Vorteil ziehen kann. Mag sein, aber jedes Mal nach dem selben Schema? Irgendwann haben auch die guten Figuren aufgehört, sich zu entwickeln, bzw. werden zu Personen geschrieben, die als ihr böser/guter Zwilling agieren, bloß um die Story voranzutreiben. Das könnte hier für Alicia zutreffen. Nun gut, lebenden Toten will man das noch verzeihen.Tatsächlich aber stört mich hier, wie einfach man sich aus den jeweiligen Situationen befreien kann. Eine Atombombe schlägt ein und schwuppdiwupp hat jeder unserer „Guten“ eine komplette Strahlenschutzausrüstung zur Hand? Ja echt? Cool!
Eine insgesamt gute Tonalität wird dann mit einer Nonsense-Folge völlig aus ihren Stukturen gerissen. Wrestling mit Zombies? Cool? …
Das Dilemma mit dem aufgeblähten Cast hat man hier nicht, und doch bläht man die Folgen auf, als müsste man 100 Personen unterbringen müssen. Erzählerisch wird hier zu oft auf die Bremse getreten, ein Spannungsgefühl will sich mir nicht einstellen, eher ein „Mach mal hin jetzt!“. In anderen Momenten werden gute Stilmittel bis zur Ermüdung wiederholt („Blick aus der Maske heraus“).
OK, das spricht dann wohl auch dafür, dass ich kein großer Freund dieses Unviersums werde.TWD: World beyond
Nach Angaben meiner Freundin war eine Sichtung der ersten Staffel nicht zwingend nötig, das steigert die Lust auf die Serie dann zugegeben nur minimal.
Staffel 2 (und auch letzte Staffel?) soll einige dringende Fragen des Walker-Universums aufklären – eine Rückkehr von Rick sei nur durch diese Serie möglich…?
Nun gut, kurz gesagt: Was Staffel 2 bisher zu zeigen hatte, war dann doch recht blöd.
Dabei gab es durchaus vielversprechende Themen, Szenen und Motive. Anstatt sich darauf zu fokusieren, und dabei möglicherweise auf die Hälfte des Casts verzichten zu müssen und das Setting um zahlreiche Nebenschauplätze zu reduzieren, darf man im klassischen Mutterserien-Ton mit ansehen, wie die Guten die Behausungen der Bösen kaputt machen (die wiederum – ihr werdet es erraten – in mutmaßlicher vorapokalyptischer Ordnung bei fließendem Wasser, Strom und Heizung leben, währen die Guten… ach!!).
Gut? Nein!
Kommt Rick zurück? Mir egal.. andererseits gäbe es so doch die mögliche Konfrontation mit Maggie?Ich muss zugeben: So richtig kalt lässt mich das zuletzt Gesehene nicht. Dafür war ich zu lange mit Freude und Spannung dabei, ehe sich ständig wiederholende Dummheiten in den Drehbüchern überhand nahmen.
Dennoch glaube ich, dass man sich zwischenzeitlich zu sehr in die Irre geschrieben hat – das kommende Ende scheint dann aber für Vieles entschädigen zu wollen. Es drohen große Bumms, traurige Tode und der Sieg der Guten?
Tatsächlich bin ich ein wenig hin und her gerissen: Der große Wurf ist die Serie nicht mehr. Auch die Ableger schwächeln zu oft, als dass man es als „sehr gut“ bezeichnen könnte.
Und doch läuft es auf Momente hinaus, die Spannung und einen gewissen Kick versprechen. Ob das alles so eingehalten werden kann? Da habe ich zugegeben Zweifel.
Als Nicht-Leser der Comics habe ich keine Idee, was da noch alles kommen könnte. Aber wahrscheinlich wird man ein Ende wählen, das nicht Dem der Comics entspricht.Egal wie: Ich habe Rolands Gang in den Dunklen Turm (Stephen King) überwunden, das kann selbst dieser Kosmos hier nicht mehr toppen

Fazit: TWD Mittelteil des Finales hat begonnen. Ich werde mir es aber am Stück, bzw. in kürzeren Abständen anschauen. Das Spannungspotential, die jeweilige Folge unbedingt schauen zu müssen und dann Spaß daran zu haben, darüber zu rätseln, wie es in der nächsten Folge weitergehen könnte, ist nicht mehr gegeben.
Hier glaube ich noch an eine „OK“ Wendung.FTWD kann ich mir als Serie für Nebenbei vorstellen. Mit der Wahl der Bilder macht man gute Arbeit, der Rest wird dann beim LP/CD Sortieren seine Dienste leisten können.
World Beyond kann dann bleiben, wo es bis vor Kurzem für mich war: Außerhalb meines Kenntnisbereichs.
Falls hier Anhänger der Serie über meine Unkenntniss die Hand vor die Stirn schlagen, bitte ich um Nachsicht. Das anzuschauen ist irgendwie wie der Sex mit der Ex von vor einigen Jahren. Kurz nochmal spannend, ein optimistischer Blick in die gemeinsame Zukunft kann es jedoch nicht hervorrufen (zumindest stelle ich mir die Situation so vor
)
Dass ich seither 3 oder 4 Staffeln „verpasst“ habe, mag dazu führen, dass ich jetztige Hauptfiguren nicht als solche erkenne – mag aber auch am stellenweise beliebigen Storytelling liegen.Wie geht es euch mit dem Serienkosmos? Weiterhin gut oder schon immer doof? Oder wird es erst jetzt richtig spannend?
Sorry dafür, dass es hier etwas länger wurde, aber der „Gedanke“ musste dann mal raus – und wird oben genannter Freundin dann auch bei Zeiten um die Ohren gehauen

TWD: 5/10 (gutes Konflikt- und Storypotential vorhanden)
FTWD: 6/10 (in der Summe gefühlt etwas blöder, dafür stimmen öfter Tempo und fast immer Bild)
WB: —15. Februar 2022 um 22:16 #222242Ach so… dann muss ich mich mal näher damit auseinandersetzen. Für mich klingt jeder Kanal irgendwie nach Abo, habe da völlig den Überblick verloren, wo wer was anbietet. Bin daher eigentlich auch nur (wenn überhaupt) über meine jetzigen Abos im Bilde.
Aber ja, die Neusichtung verschiebe ich definitv auf ein andermal, gibt noch den einen oder anderen Titel, den ich die nächsten Wochen zuerst schauen möchte.
15. Februar 2022 um 15:10 #222227Ja, es war „The Loft“ auf filmtastic

Dass es ein Remake ist, wusste ich gar nicht – danke für den Hinweis. Wäre ja nicht das erste Mal, dass der frische Anzug aus US nicht unbedingt der Bessere ist.Mit der „Zweitsichtung“ nehme ich mir dann Zeit, bis er irgendwo frei zu schauen ist
14. Februar 2022 um 19:04 #222209The Loft
Fünf verheiratete Männer teilen sich ein Loft, um sich dort heimlich mit ihren Geliebten zu treffen. Sofern die Terminabsprachen untereinander eingehalten werden, sollte das doch eine prima Idee sein.
Als eines Tages eine tote Frau im Bett aufgefunden wird, ist der Trubel natürlich groß.
Wie konnte das passieren, und wer war es? Und warum?Vorweg: Hitchcock hätte mit weniger Nebenschauplätzen und mehr Kammerspiel sicherlich etwas Großartiges daraus basteln können – diesem Film gelingt es nicht wirklich, durchgängig die Spannung aufrecht zu halten.
Dafür dienen dann Rückblenden, persönliche „Ehemomente“ der einzlnen Männer und die eine oder andere Liebelei als auflockerndes Mittel.
Das funktioniert zugegeben recht passabel, auch wenn ich kein allzugroßer Freund von Rückblenden bin.
Das Motiv, um das hier eine Story gesponnen wird, ist dann am Ende doch eher mau, aber das Gefühl hat man schon zur Mitte des Films. Wirklich nachvollziehbar ist es nicht.Dennoch ist der Film keine Gurke. Das Tempo ist gut, die Darsteller wissen in den meisten Momenten zu gefallen. Schwierig war für mich, den Wirbel um die „Femme Fatale“ nachzuempfinden, aber da hat ja jeder andere Vorlieben.
Einige Szenen hätte man sich schenken können und der Twist nach dem Twist ist dann wieder mindestens Einer zu viel.Insgesamt war „The Loft“ nett anzuschauen und hat mich zu später Stunde immerhin nicht einschlafen lassen

6/10
14. Februar 2022 um 18:49 #222207Modern Love
Entstanden aus persönlichen Geschichten einer Kolumne der New York Times sieht man hier verschiedene Episoden über das Glück und Drama der Liebe.
Staffel 1
Gezeigt werden unterschiedliche Menschen in unterschiedlichen Situationen mit verschiedenen Facetten des Themas Liebe.
Das klingt möglicherweise abschreckend, aber die Tonalität der Geschichten ist in den meisten Fällen sehr angenehm anzuschauen und ein toller Kontrast zu meinen üblichen Sehgewohnheiten
Bermerkenswert: Auch wenn nicht immer alle Happy sind / bleiben, lies mich jede Episode mit einem optimistischen Lächeln zurück.
Hervorheben würde ich die Episoden „Nimm mich so, wie ich bin, wer auch immer ich bin“, „Ihre Ein-Personen-Welt“ und „Das Rennen wird schöner, wenn es sich seiner letzten Etappe nähert“.
Die übrigen Folgen sind auch auf einem guten Niveau, und auch wenn es mitunter arg dialoglastig ist, sind die Gespräche doch immer angenehm anzuhören.Staffel 2
hat mich zugegeben weniger gefangen.
„Die Straße des Lebens“ hat sich bei einer Laufzeit von 36 Minuten tatsächlich wie eine Stunde angefühlt. Obendrein war sie sehr einseitig und vorhersehbar.
Andere Folgen sind weiterhin auf einem starken Niveau (Inhalt + Gefühl), etwa „Eine zweite Umarmung, mit weit geöffneten Herzen und Augen“ oder „Von Eulen und Lerchen“.
Zwei Folgen sprechen direkt ein jüngeres Publikum an. „Bin ich…? Das Quiz“ trifft den Zeitgeist und ist gut gespielt… nimmt mich aber leider nicht so mit wie Staffel 1 oder die zwei guten Folgen der Staffel 2.Dann haben wir „Im Wartezimmer entfremdeter Eheleute“ und „Fremde im Zug“, die mir schon beinahe unsympatisch sind. OK, bei „Fremde im Zug“ kann ich beim Thema Covid nicht anders – da fehlt mir zugegeben die Objektivität.
Dennoch wirkt Staffel 2 wie wenn eine Band ein Album mit B-Seiten veröffentlicht (nennen wir es mal „Reload“). Da lassen sich sicher einige Perlen finden, aber in der Regel hat es einen Grund, warum die Tracks keine A-Titel sind.
Hier sieht man deutlich, warum diese Geschichten keinen Einzug in Staffel 1 finden konnten.Staffel 1 daher 7,5/10
Staffel 2 „leider“ 5/10Doch weil hier das Gute überwiegt, insgesamt 7/10
14. Februar 2022 um 18:26 #222205Der Rausch
Vor einiger Zeit habe ich von diesem Film gehört und war interessiert, wie man das Thema denn umsetzen werde.
Martin ist Lehrer… und die Luft ist raus. Die Bindung zu den Schülern hat er verloren, sein Unterricht ist öde, und auch seine Frau verliert die Lust an der Ehe (bzw. ihm).
Während einer Party sprechen seine Freunde darüber, dass ein finnischer Philosph (?) die These aufstellt, der Mensch sei nur bei einem konstanten Promillegehalt von 0,5 zu Bestleistungen fähig.
Prompt treten Martin uns seine Freunde einen Selbstversuch an.Der Gedanke scheint gar nicht so abwegig, wenn man sich daran erinnert, welch muntere Abende / Stunden man selbst im angeheiterten Zustand verbracht hat.
Allerdings scheint die Theorie auch seine Lücken zu haben… vielleicht erinnert sich hier jemand an einen Vollrausch, der gar nicht so sexy im Abgang war.Der Film zeigt dankenswerterweiße, dass die Medaille Alkohol zwei Seiten hat. Beide werden eindringlich und fesselnd inszeniert und man ist gewillt, über das Pro und Contra von Alkohol (in mehr als geringen Mengen) zu diskutieren.
Mads Mikkelsen macht in vorderster Front einen klasse Job. Großartige Darstellung der verschiedenen Gefühlsmomente, deren Folgen jederzeit nachvollziehbar sind.
Auch der Rest vom Cast macht die Sache sehr gut.Amazon listet den Film u.a. in der Kategorie Comedy… so weit würde ich nicht gehen, auch wenn einige Szenen im anfänglichen Rausch erheiternd sind. Über allem hängt aber ständig (zumindest für mich) eine dunkle Wolke. „Der Rausch“ funktioniert daher möglicherweise besser als Drama.
Zwei Stunden, die fesseln und beinahe im Flug vergehen – ein Finale, das die Gemüter spalten könnte.
(Ein Happy End sehe ich hier nicht, aber ich verstehe, wenn andere anders empfinden).Ein mutiger Film mit interessanten Sichtweisen. Wird in naher Zukunft nochmal geschaut!
8/10
14. Februar 2022 um 18:06 #222200Deinen Argumenten kann ich gut folgen und ja, Sheriff ist die bessere Bezeichnung seines neuen Jobs… vor lauter Meckern habe ich das so schon gar nicht mehr mitbekommen

Tatsächlich wechselt die Serie schon hin und wieder den Ton. Nach dem Massaker bei den Sandleuten drückt er ja auch ziemlich aufs Gas (und trifft dabei natürlich auch die falsche Entscheidung… aber immerhin nachvollziehbar).Wenn ich mir die vielen guten Nostalgiemomente rauspicke, dann kommt die Serie tatsächlich ein bisschen besser weg, aber insgesamt überwiegen für mich die Stirnklatscher.
Und auch wenn 4,5 hart klingt/aussieht – das ist für mich immer noch Mittelmaß, also noch „OK“. Vielleicht sind wir ja doch nicht so weit auseinander, wie unsere Punkte es ausdrücken mögen
13. Februar 2022 um 19:25 #222161The Book of Boba Fett
Schon seit einiger Zeit dämmerte mir, dass für mich alten Herren im Grunde nur Episode IV bis VI einen fest Platz in meinem Filmherz behalten werden. Die Prequels nehme ich mit, auch wenn es hier schon viel Grund zum Meckern gibt.
Auf die Sequels hatte ich mich seinerzeit zwar gefreut, spätestens ab Episode VIII aber jede Hoffnung auf weitere Freude in dieser weit, weit entfernten Galaxie aufgegeben.Das heißt natürlich nicht, dass es anderen auch nicht gefallen wird… und seitdem Marvel aus jedem Namen drei Filme + xy Crossover/United/wasweißich Filme aus dem Hut zaubert, will man mit der Marke Star Wars scheinbar nicht hinten anstehen.
„Roque One“ hielt ich noch für gut, „Solo“ ist Quatsch und andere Serien (das meiste ist wohl Anime) habe ich seit jeher gemieden.
Mich interessiert zugegeben die Geburt,Kindheit, Schulzeit und möglicherweise mehrfache Todeszeiten eines (z.B.) Darth Maul nicht – selbst schuld, wird man sagen.Den Mandalorianer habe ich mal eingeschaltet, aber irgendwie keinen Zugang finden können (vielleicht schlechtes Timing, vielleicht auch s.o.).
Nun gut, für mich gibt es ein Leben ohne Marvel, da wird es auch ohne Star Wars gehen…Dann kam „Book of Boba Fett“ und genaugenommen weiß ich gar nicht, warum ich eingeschaltet habe… vermutlich aber eine durchaus gute Erinnerung an die Original Trilogie. Zwar hatte Boba da keine große Screentime, zum Kult hat es dennoch gelangt und seinen Slpastick Tod hatte ich seit jeher ein wenig bedauert.
Nun öffnet sich also eine neue Tür und „Tadaa“ – Boba lebt!
Ab hier vorsicht! Spoiler und eigene Meinungen können folgen…
„The Book of Boba Fett“ setzt einige Hebel in Gang, die mir ein schönes Wiedersehensgefühl wecken. Ja, das Setting mag ich, diese Alienrasse hat mir gefallen… oh, da war Luke auch schon mal… Familie Hutt ist auch dabei, ach, als wäre man nie weg gewesen.
Das passiert teils in angenehmer Weise, in anderen Momenten wirkt es aber zu aufgesetzt und blöd.Nach der vierten Episode dachte ich, „Was ist das denn für ein Klamauk?“.
Zunächst: War die Figur des Boba Fett schon immer ein Trottel? Sorry dafür, aber möglicherweise DER Kopfgeldjäger der Galaxie stellt sich hier in einigen Szenen derart verblödet dar, dass es schon weh tut.
Seine Android-Freundin hilft ihm zum Glück erklärend aus, wenn er mal wieder irgendwas nicht kapiert oder einfach Unsinn erzählt… oder tatsächlich im Wartezimmer des Bürgermeisters (autsch) Platz nehmen will. Das sehe ich durchaus als Schwäche in der Umsetzung.
Dann aber: (Und vielleich schon mal sorry, falls ich da etwas falsch verstehe) Wer hatte die Idee Temuera Morrisson als Schauspieler auftreten zu lassen? Also ohne Helm. Dieses Nicht-Schauspiel ist stellenweise kaum zu ertragen.
Dazu darf er selten dämliche Sätze raushauen („Geh und mach viele Babys“ ist vielleicht ein ewiges Highlight im Star Wars Kosmos) und in Szenen agieren, für die er auch nicht zwingend das Alter, bzw. die Physis hat.Lange fragte ich mich, ob es allein an ihn liegt, dass mir die Serie nicht gefällt… aber tatsächlich habe ich auch arge Probleme mit der Sprache und der Nähe zu unserem Alltag, die hier vorgestellt wird. Vielleicht sehe ich das zu kritisch und/oder habe die OT in besserer Erinnerung als sie eigentlich ist, aber mir ist, als würde man da „gewählter“ mit den Worten umgehen, die gesprochen werden dürfen.
Fragen über Fragen (z.B. Warum will Boba seine Rüstung aus dem Maul zaubern, wenn er mit ihr rausgeflogen kam?, Kümmert sich niemand in der Serie um Sicherheitslücken?, Wie glaubt Boba, sämtliche Gangsterbosse zu besiegen, wenn er nur eine handvoll Leutchen um sich hat – die dann zu allem Überfluss in Krisensituationen auch nicht wissen, was sie tun sollen…)
Im Grunde wollte ich da mit der Serie aufhören (wohin der Weg geht, war mir derart egal, weil es absolut spannungsarm inszeniert ist), dann schaltete ich aber doch noch Folge 5 an und fragte mich, ob ich nicht versehentlich die Serie gewechselt hatte. Ne, war alles richtig so. Eine Folge ohne Boba Fett – und schwups ist sie die Beste bisher.
Folge 6 hinterher, und was ein schönes Wiedersehen. Hat die Serie Luke, R2D2 und Co gebraucht? Eigentlich nicht, aber wenn auch diese Folge positiv aus dem Brei der 7 Folgen heraussticht läuft mit der eigentlichen Serie etwas schief.
Ich will Folge 6 auch nicht besser bewerten als sie ist, das ganze Spektakel hätte man auf 10 Minuten straffen können, aber zugegeben: Das „Ach, das kenne ich daher, das habe ich hier gesehen… etc etc) funktioniert wie geschmiert und hinterlässt Spuren.Dann kommt es zum Finale und tja… Boba ist halt wieder am Start. Gründe, die nach 5 Minuten keine Gründe mehr sind (Schutz der Bevölkerung um dann die halbe Stadt in Trümmer zu hauen), ein Inszenario, das bloß aus Schnipseln vom Reißbrett stammen kann… Spaß macht es mir keinen.
Nun kann man ja entgegnen, dass hier die Leuterung eines Kopfgeldjägers zum liebenden und schützenden Oberhaupt einer Stadt gezeigt werden sollte… aber dann ist man meiner Meinung nach völlig am Thema vorbeigerannt.
Tja, was also hat es gebracht? Boba Fett wird für mich der 3 Minuten Kopfgeldjäger der OT bleiben, diesen Schmarn versuche ich schnellstmöglich zu vergessen.
Optisch läuft dagegen vieles gut, auch das Schwelgen in Erinnerungen an einigen Schauplätzen gefällt mir.
Der Serie an sich hat es kaum geholfen, eine gute Geschichte zu erzählen.Tatsächlich hätte ich mich hinterher gefreut, wenn ich die Serie gemeinsam mit einigen Freunden geschaut hätte um den Unfug bei einem Schluck Bier und ganz viel Gelächter genießen zu können. (Hat der/die das jetzt wirklich gesagt? Warum tut er/sie nun das?)
So war es tatsächlich arg ernüchternd und unfreiwillig erheiternd.Sorry, wenn das nun der Weg ist, den man mit Star Wars gehen möchte (Episode 9 schlug ja ein ähnliches Kapitel auf), dann bleibe ich eingesperrt in Wohlgefallen mit meinen Episoden IV-VI und nehme die Isolation von sämtlichen neuen Scharmützeln aus diesem Kosmos mit Freude in Kauf – ging ja auch vor Boba Fett ganz gut.
Sorry dafür, dass ich mich hier so auslasse, aber selten hat mich eine Serie bei anfangs hohen Erwartungen so ratlos zurückgelassen.
-Und wenn die Sänfte nicht zerbrochen ist, spaziert Familie Hutt noch heute-4,5/10
7. Februar 2022 um 13:04 #221964Die Serie hatte ich letztes Jahr entdeckt und in einem Wasch geschaut. Köstlich! Staffel 2 kommt da leider nicht mehr ran.
Wer „Libero“ mag, wird Wull lieben
Netter Blick in vergangene Zeiten, schön dass Amazon auch solche Sachen im Programm hat
4. Februar 2022 um 19:22 #221850Stowaway
Eine bemannte Rakete startet zum Mars, um den Roten Planeten für die anstehende Kolonialisierung vorzubereiten.
An Bord sind die Pilotin Marina, die Ärztin Zoe und der Biologe David.
Bereits kurz nach dem Start fällt eine Abweichung zur Simulation auf – ein Abbruch der Mission wird dennoch nicht empfohlen.
Bald jedoch kommt die böse Überraschung und der Flug zum Mars entwickelt sich zum Kampf ums Überleben…Das klingt nach Spannung und Nervenkitzel und auch der Cast macht Lust auf einen zweiten Blick (Toni Collette, Anna Kendrick, Daniel Dae Kim, Shamier Anderson).
Die „Innen-“ und „Außenaufnahmen“ sehen gut aus…. und damit hat es sich leider auch schon.Ich bin sicher kein Experte, was Raumflüge, NASA Trips, Sonnenstürme, Ersatzteile auf Raumfahrten etc etc angeht, aber das, was uns hier serviert wird, scheint mit Logik nicht ganz so viel zu tun zu haben.
Damit meine ich nicht, dass z.B. Aliens in „Alien“ für meinen Alltag logisch sind – sie sind es aber im abgesteckten Kosmos des Films. „Stowaway“ möchte ein Film aus dem Hier und Jetzt sein, und da erbitte ich ein wenig mehr Sorgfalt.Lässt man diesen Aspekt dann doch großzügig außer Acht, liegt der Fokus auf dem Kammerartigen Stil, den diese Art Film nunmal mit sich bringt. Wir haben hier mindestens drei sehr begabte SchauspielerInnen, doch hier wird man das Gefühl nicht los, sie arbeiten bloß streng nach Vorschrift.
Die Chemie, die zwischen den Charaktären in dieser Story und in dieser Situation einfach da sein muss, fehlt an allen Ecken und Enden. Sicher hat jeder hier sein persöniches Päckchen zu tragen, und selbst wenn man die Diskussion um den Faktor Lebenserhaltung ernst nehmen möchte, fehlt mir einfach der Bezug zur jeweiligen Person. Jede/r spricht viel in diesem Film, aber spürbar wird leider nichts.
Ein Fehlschlag folgt dem Nächsten… immerhin passt die Optik des Films.„Stowaway“ zeigt, wie schwierig dieses (Sub)Genre zu verfilmen ist und verdeutlicht, warum Filme wie „Gravity“, „Ad Astra“ und von mir aus auch „Passengers“ richtig gut sind – auch wenn man in ihnen einige Schwächen erkennen mag. „Stowaway“ gehört ganz klar nicht in diese Kategorie, auch wenn das Potential sicher vorhanden ist.
Dennoch ließ sich der Film „angenehm“ schauen, doch trotz emotionalem Finale verpufft die Erinnerung an den Film, sobald der TV ausgeschaltet ist.
Vielleicht bin ich hier auch zu pingelig, aber für Hirn-aus-und-Spaß-dabei fehlt das Tempo und die Action.Trotz aller Kritik mochte ich hier die Optik, die Schauspieler (auch wenn sie mit gezogener Handbremse agieren) und das Setting.
5/10
2. Januar 2022 um 17:04 #221005@toykuehn
Danke für Deine Rückmeldung, dann sehen wir ja Aspekte des Films ähnlich.
„Inside“ kenne ich nicht, aber nach kurzer Recherche konnte ich rausfinden, dass er mit „Martyrs“ und „High Tension“ (den ich seinerzeit uncut sah) zu den Big 4 des französischen Terror Movies gehört – was auch immer sowas wert sein mag
„High Tension“ ist ein Film, den man sich durchaus anschauen kann – wobei der Twist am Ende auch nur einmal funktioniert, besonders verstörend empfand ich ihn jedenfalls nicht, eher schonungslos brutal (anders als z.B. „Irreversibel“)
Am Ende sprichst du etwas ganz Entscheidendes an: Man muss auch die nötige Stimmung haben, um sich auf dieses Genre einzulassen. Möglicherweise steht nach „Martyrs“ die Tür bei mir noch einen Spalt offen und ich wage einen Blick, falls nicht, glaube ich damit auch ganz gut klar zu kommen
1. Januar 2022 um 21:31 #220983Martyrs (original + Remake)
So bin ich manchmal – eigentlich hatte ich mit dem Genre abgeschlossen (siehe „I spit…“), dann wedelt da eine Werbung für „Martyrs“ auf Channel XY rein und schwups hat man mich am Haken.
Zugegeben geistert der Titel schon Jahren um mich herum. Einige Bekannte kamen immer wieder auf Titel wie „Frontiers“ oder „Guinnea Pig“ zurück um dann mit „Martyrs“ abzuschließen.Bei Filmen mit solchem Ruf habe ich nicht immer gute Erfahrungen machen können – „A Serbian Film“ bleibt für mich zeitlebens Hassobjekt und in diesem Fall verbiete ich eine Diskussion mit mir über die Kunst, Politik in Filme zu transportieren o.ä. – „Die letzten 120 Tage von Sodom“ war ebenfalls ein Schlag in die Magengrube, den ich dreimal unterbrechen musste. (Hier hingegen bin ich – wie zu sonst jedem anderen Film auch – über jede Diskussion zu haben).
Nun sagte man mir also, „Martyrs“ ist der härteste Sch*** den man sehen kann. Puh… ich alter Mann, ob ich das verkrafte?
Vorweg: Ich konnte
Habe ich mich zuvor über schreckliche Schnittfassungen bei „I spit…“ ausgelassen, muss ich das im Grunde auch hier machen. Ohne jedwede Hintergrundinfo ging ich (naiv) davon aus, dass der Film so ziemlich komplett laufen würde.
Die Schnitte im Film sind aber derart gut gesetzt, dass ich (unwissender) es nicht bemerkt hatte.
Ein Blick auf Schnittberichte sagte mir dann aber, dass knapp 6 Minuten fehlen… hui!Zur Hanndlung kann man im Grunde wenig sagen, wenn man nicht das Ende ansprechen möchte.
Ohne auch nur einen Hauch davon zu ahnen, um was es denn geht, war ich eine zeitlang auf dem falschen Fuß erwischt worden. Auf einen krankhaften Kampf mit Dämonen hätte ich nicht allzuviel Lust gehabt, was im Anschluss offenbart wurde, war aber zugegeben auch keine leichte Kost.Die nachträgliche Recherche zum Film war beinahe spannender als der Film an sich – von „Sowas hat die Welt nicht gebraucht“ über „öder und langweiliger Torture-Porn“ bis hin zu „philosophischem Meisterwerk“ ist jede Meinung vorhanden und jede wird bis aufs Blut bekämpft/verteidigt.
In der Summe war der Film für mich unangenehmer anzuschauen als z.B. „Hostel“, wirkt in den letzten Momenten auch tatsächlich beinahe wie ein Kunstwerk (was „Hostel“ zu keiner Sekunde ist).
Letztlich konnte bei mir aber nicht der Funke überspringen. Dass mir im Film die finale Folterszene fehlt kann ein schlagendes Argument sein – möglicherweise auch nicht.
Der Film hinterlässt ein unangenehmens Gefühl nach Filmende, dass ich bei anderen „Torture“ Machwerken meist nicht empfinde. „Ghostland“ war für mich eindringlicher, vielleicht weil dort immer noch der Funke Hoffnung über allem schwebte – bei „Martyrs“ war es eben jene Hoffnungslosigkeit, die es ab der Hälfte des Films jede Sekunde mit sich trägt.Final: Macht es den Film gut, wenn man die letzte Szene (bzw. einen Suizid davor) beinahe philosophisch diskutieren kann, obgleich es schlicht um langanhaltende Folter geht? Es hebt die Diskussionen zumindest auf ein anderes Level. Die hier angeführte Motivation, das Leiden Weniger in Kauf zu nehmen, um möglicherweise eine Beitrag für alle Anderen zu leisten ist natürlich harter Tobak.
Tatsächlich begibt sich der Film in dieser Motivation auf die Erzählebene eines Clive Barker – zumindest hätte ich mir in seinen frühen Werken ein solches Thema sehr gut vorstellen können. Nicht nur optisch hat mich der Film einige Male an „Hellraiser“ denken lassen.Das Remake habe ich dann einen Tag später angeschaut. Im Erzähfluss ist er über lange Strecken identisch zum Original, bietet hinten raus dann aber andere Motive der Gewalt und Folter.
Ist das gut? Keine Ahnung, es ist anders und in der Struktur spürbar amerikanischer inszeniert.
Das macht ihn dann auch eher wenig diskutabel und lässt ihn gefühlt als Einheitskost des Gewaltfilms abtun.Kann ich bei Filmen wie „I spit…“ noch über einen gewissen Grad an Unterhaltung sprechen, kann ich das hier nicht wirklich behaupten.
Da ich ihn nur Cut gesehen habe, kann ich nicht sagen, wie es sich beim Uncut-Sichtung verhalten hätte… So war es OK, den Film gesehen zu haben.
Vermutlich war es der Schauplatz des Geschehens, der mich dann final entrücken ließ – es mutet in der Mitte des Films ja an, als sei man bei Superhelden zu Hause und würde versehentlich die Tür zum geheimen Labor öffnen oder so… na ja.„Martyrs“ hat sich seinen Ruf offensichtlich verdient, denn anders als andere Gewaltepen spielt er mit der Frage nach dem höheren Sinn. Ob das gefällt oder nicht, ist nunmal ansichtssache.
Ich glaube, ich kann denjenigen folgen, die ihn für äußerst wertvoll betrachten, verstehe aber auch vollends diejenigen, die ihn als krankes Machwerkt bezeichnen.
Sprachlos bin ich vielleicht bei denen, die ihn als gewaltarm titulieren…Tja, viel Lärm um nichts hier – interessant wäre zu wissen, wie andere hier über den Film denken.
Für mich zum Schließen einer „Bildungslücke“ gut genug, aber die philosophische Ebene des Films hat mich beim Betrachten doch nur kurz berührt.
Vielleicht wichtiger innerhalb seines Genres wie „schlichte“ Gewaltexzesse, aber für mich wahrlich nicht ansprechend genug, um lobend darüber zu sprechen.4/10
1. Januar 2022 um 18:41 #220979I spit on your grave – 1 und Folgeteile
Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich das Remake gesehen habe. Damals Uncut, was ich in der einen oder anderen Szene möglicherweise bereut hatte. Vor ein paar Wochen dann die Neusichtung auf einem Amazon-Channel, der 14 Tage gratis buchbar war.
Gebucht hatte ich wegen eines anderen Titels, aber wenn man schon mal drin ist…
Tja, was soll man zu diesen Filmen sagen? Vor ein paar Jahren beklagte ich bei „Ghostland“, dass ich a) zu alt für den Sch*** bin und b) zu wenig Einblick in die Materie habe um abschätzen zu können, ob der Film für das Genre nun „hart“ genug ist oder nicht.
„I spit…“ genießt natürlich auch aufgrund seines Titels einen gewissen Ruf. Das Original aus den 70ern(??) hatte ich im Anschluss mitsamt Doku angeschaut und ja – für die damalige Zeit war das natürlich ein Ding.
Für Gore-Liebhaber ist dann eher das Remake zu empfehlen.Nun hatte ich aber das Pech, die Filme im Channel in gekürzter Form bestaunen zu dürfen. Im Grunde macht mir das heute nichts mehr (früher wäre ich wegen sowas sofort auf 180 gewesen), eigentlich schaue ich Filme aufgrund der erzählten Geschichte und nicht allein wegen möglicher Effekgewitter. Die Geschichten hinter „I spit…“ sind dann auch denkbar einfach erzählt: Frau wird (merhrfach) vergewaltigt und misshandelt, ehe sie zum Sterben in die Büsche oder Kanalisation (je nach Handlungsort) geworfen wird. Sie rappelt sich auf und lässt ihre Peiniger spüren, was sie von der ganzen Sache hält.
Sicher, hier wird man emotional mehr gefordert als bei einem „Freitag der 13.“, aber der Zweck des Films ist im Grunde der selbe.Festzuhalten ist, dass das Remake durchaus eine Daseinsberechtigung hat, wenngleich man nicht damit beginnen sollte, das „Wie schafft sie sowas?“ zu hinterfragen

Cut jedoch keinerlei Empfehlung wert – selbst wenn man den Film vorher nicht gesehen hat, springen einem die erzwungenen Kürzungen förmlich ins Auge. Schrecklich!!
Das selbe Spiel dann in Teil 2 + 3, die ich vorher noch nicht gesehen hatte, aber mit Sicherheit mit geringer Fehlerquote aufzählen kann, wo gekürzt wurde.Teil 2 ist für mich der wohl beklemmenste Teil gewesen. Im US Hinterland sieht die Landschaft immerhin noch einladend aus, eine graue Metropole des Ostblocks dagegen kann in Sachen einladender Optik so gar nicht gewinnen. Das verlädt wohl auch dazu, die Menschen an sich „schmutziger“ zu schreiben, als in 1 und 3. Gut hieran, das „Wie schafft sie sowas?“ wird immerhin beleuchtet. Ob es in der Summe Sinn macht, kann jeder für sich entscheiden.
Sicher wurde im vorgesehenen Cut sehr explizit gemordet und gefoltert, die Amazon Sichtung verrät das aber nur an den blutigen Füßen der Dame (ich kann mich gerade nicht erinnern, ob sie tatsächlich Schuhe trägt).
Sei´s drum, eine 1:1 Kopie des ersten Teils, bloß in die unzivilisierte Welt des Ostens verlegt.Teil 3 dann hat mich tatsächlich überrascht. Wir treffen die Protagonistin des ersten Teils wieder, die offenbar versucht, ihren Weg zurück in den Alltag zu finden.
Unterstützt wird sie von einer Psychologin und einer Selbsthilfegruppe, in der sie auch sogleich eine Freundin findet. Mit ihr startet sie einen kleinen Rachefeldzug durch die Straßen der Stadt, bis die Freundin dann tot aufgefunden wird.
Unsere „Heldin“ weiß dann auch, wer der Täter ist und versucht, sich ihm anzunehmen, da die Polizei (mal wieder) keinen Plan hat.
Am Ende wird es dann doch leider Murks, der finale Twist gar ist möglicherweise näher an der Realität als das vorher Gesehene, aber dennoch blöd.Mir gefiel der Gedanke, die Heldin zu sehen, wie sie nun ihren Weg zurück ins Leben sucht. Dass das alleine keinen Gore-Streifen bringen würde, ist ja auch klar – aber warum nicht ein Drama als Fortsetzung für einen Horrorstreifen?
Sei´s drum, sobald der Vorhang fällt und auch hier das Blut spritzen darf bekommt man es wieder mit mehr oder weniger nachvollziehbaren peinigenden Exekutionen zu tun.
Von der Prämisse her gefiel mir Teil 3 tatsächlich am besten, was vielleicht auch an der gedrosselten Gewaltdarstellung liegen mag (ja, hier wird es auch eklig, aber es ist kein Best-of Kill Festival wie in 1+2).Tja, was mache ich nun damit? Ich hänge zugegeben dann doch eher an den alten Schinken, z.B. „The last house on the left“ (1972), kann aber auch verstehen, wenn jemand einen gewissen Reiz in dieser Reihe sieht.
Auch wenn man kein Freund von zu viel Blut oder Gewalt ist, sollte die Nummer uncut geschaut werden.Die Reihe bekommt von mir solide 5/10 zugesprochen, wobei Teil 2 eher drunter liegt, Teil 3 einen Tick drüber.
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