DerSchweiger
@derschweiger
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14. März 2019 um 16:43 #146407
Das Apartement
Diesen Monat läuft mein MGM Probeabo aus und dadurch schaue ich mir jeden zweiten Abend einen Klassiker oder ein fast vergessenes Highlight (ja, manchmal ist Highlight auch schlicht Nostalgie) an.
Neulich war es „Das Apartement“ aus 1960.
Eine Kollegin von mir würde sagen: „Iiihh! Der ist alt und dem fehlt die Farbe! Sowas gucke ich nicht“ – da würde/wird sie ein ewiges Meisterwerk versäumen.C.C.Baxter ist Sachbearbeiter in einem Versicherungsunternehmen. Das liegt ihm gut, denn er mag Zahlen. In seiner Firma ist Baxter sehr beliebt, besitzt er doch ein großes und schönes Apartement in der City. Dieses überlässt er mehrmals die Woche einigen seiner Kollegen und Vorgesetzten (in der Hoffnung, dadurch einen schnellen beruflichen Aufstieg zu erreichen), damit sie dort ihren Affären frönen können.
Da Baxter selbst Single ist, kommt ihm das meist recht gelegen – bloß die kalten Nächte auf der Parkbank stören ein wenig. Allerdings hat er ein Auge auf die Fahrstuhlführerin Fran geworfen, die ihm gegenüber zwar höflich ist, ihm aber offenbart, dass sie bereits anderweidig vergeben ist.
Als der Personalchef Sheldrake von Baxters Apartement erfährt und sich ein heimliches Örtchen für seine Liebesstunden mit seiner Affäre „erkauft“, bekommt Baxter ungewollt Einblicke in Fran´s Liebesleben.Auch wenn es in diesem Film noch hübsche Frauen gibt, die im Fahrstuhl den Gästen die Knöpfe drücken, Schwarze Schuhputzer ins Büro zitiert werden und der Mann noch (fast) jederzeit Herr der Lage ist, so ist die Geschichte um den nach Liebe suchenden Baxter und der von der Liebe verlassenen Fran beinahe zeitlos.
Dabei ist gar nicht alles FriedefreudeEierkuchen und bis zum Ende kann man sich als Zuschauer nicht sicher sein, ob Baxter nicht doch ein Stück persönlichen Glücks abbekommen darf.Der Unvergessene Jack Lemmon trägt den Film mit einer melancholischen Freundlichkeit, dass es in einigen Szenen beinahe weh tut. Shirley MacLaine ist zuckersüß und wird in den stillen Szenen in Baxters Apartement großartig durch Licht und Kamera in Szene gesetzt!
Dazu noch Fred MacMurray, der als Sheldrake beinahe die gesamte Damenwelt seiner Etage zu seinen Liebschaften zählen durfte und dabei in seiner Rolle sehr gut aussieht.
Die Rollenverteilung der moralisch und unmoralisch handelnden Personen scheint auf dem ersten Blick klar erkennbar zu sein, doch sowohl Zeitgeist als auch feine Zwischentöne zeigen, dass das gar nicht so klar ist.
Baxter schließlich als moralisch Aufrechten zu sehen, wäre stark vereinfacht.
Dennoch ist es seine Figur, die am meisten menschelt. Auch wenn er in seinen Handlungen und Motiven immer wieder herumschlingert, so sind sie jederzeit nachvollziehbar.
Das, was mir hinterher beiahe am besten gefällt: Billy Wilder gelingt es in seiner tragischen Komödie, die Verlierer und moralisch unbedarften Figuren nicht bloßzustellen sondern den Blick auf den persönlichen Gewinn zu legen.Selbstredend lassen sich die Feinzeichnungen nicht in die heutige Zeit übertragen (Das Telefonat mit Sheldrake und seiner Geliebten, nachdem er von ihrem Selbstmordversuch erfahren hat, ist zum Brüllen), aber der Kern der Dinge existiert auch heute noch und ist beinahe gesellschaftlich etabliert.
Aber auch wenn man nicht zu tief in die moralische Ebene eintauchen möchte, ist der Film allerbeste Unterhaltung (allerdings durch seine Laufzeit nicht für „Zwischendurch“).
9/10
5. März 2019 um 20:24 #146235Castle Rock
Zufällig bin ich auf die Serie gestoßen und war allein aufgrund des Titels entzückt.
Castle Rock ist eine fiktive Stadt, die in einigen Romanen und Erzählungen von Stephen King Schauplatz des Geschehens ist.
Zu dieser Serie gibt es keine Romanvorlage, vielmehr trifft hier Alan Pangborn („Stark“ und „Needful Things“) auf Peronen, die zwar nicht dem Kingschen Kosmos entspringen, sich aber unzweifelhaft darin befinden könnten. Etwas weit hergeholt vielleicht noch die Figur der Jackie Torrance, die wohl die Nichte von Jack Torrance („Shining“) ist.Nach dem Selbstmord des Gefängnisdirektors aus Shawshank („Die Verurteilten“) will seine Nachfolgerin mal ordentlich aufräumen. Dabei stößt man in einem verlassenen Trakt des Gefängnisses einen eingekerkerten Gefangenen. Aus dem jungen Mann ist allerdings nicht mehr herauszuholen als die Worte „Henry Deaver“.
Henry ist Anwalt und ein Kind der Stadt. Aus „familiären“ Gründen musste er mit 11 Jahren den Ort verlassen, seine Rückkehr wird mit Argwohn betrachtet.
Zu Hause muss Henry feststellen, dass seine Adoptivmutter an Demenz leidet und ihr ehemaliger außereheliche Flirt Alan Pangborn eingezogen ist.Welche Verbindung aber besteht zwischen dem Namenlosen und Henry? Und welche Geheimnisse lauern im Städchen Castle Rock?
*Ab hier leichte Spoiler*
Das Gerüst aus netten Ideen, etwa das Integrieren von Charaktären und Schauplätzen aus Kingschen Werken und dazu die Besetzung von Bill Skarsgard („ES“) und Sissy Spacek („Carrie“) in tragenden Rollen der Serie mach Lust, die Serie zu starten.
Schnell aber die Ernüchterung – ist das lahm!!
Im Grunde macht man es ja durchaus richtig: Die Charaktäre werden gut eingeführt, man nimmt sich Zeit, die Gegebenheiten vorzustellen… aber irgendwie kommt dabei keinerlei Spannung auf.
Zwar möchte man erfahren, was es nun mit dem Kerl im Gefängnis auf sich hat, warum er einen Anwalt rufen lässt, mit dem er aber nicht reden möchte und inwiefern die Familiengeschichte der Deavers und der Wald zur Auflösung beitragen können… aber alles dreht sich im Kreis.
In einer Folge heißt es sinngemäß, dass die Zeit viele Wendungen nutze. Der Mann, der heute tot ist, ist in einer anderen Zeit(dimension?) am Leben.So wird im Grunde eine Geschichte aus der Vergangenheit bis zum Erbrechen aus verschiedenen Blickwinkeln und mit unterschiedlichen Wahrheiten beleuchtet. Das dauert und dauert – dabei ist es nicht einfach, inmitten der Zeitsprünge den Überblick zu behalten und natürlich noch, aus welcher Sicht die Dinge wahrgenommen werden.
An anderer Stelle habe ich gelesen, dass die Serie so strukturiert sei, wie ein Roman des King. Dort nimmt er sich auch viel Zeit für Einführungen, betrachtet mehrere Charakätre intensiv und stellt deren Intensionen vor um dann doch irgendwann auf einen Plot zuzusteuern.
Dieser Plot, oder der Moment, wo die Dinge richtig spannend werden, kommt hier nie richtig zum Vorschein.
Das Lesen eines Buches gleicht nicht dem Schauen einer Serie, das wird hier unmissverständlich klar.Zwar scheint man mit den agierenden Figuren (irgendwie mit Außnahme der Jackie Torrance – sie wird aber vermutlich für Staffel 2 eine höhere Bedeutung erfahren) viel richtig zu machen, aber alles eiert nur so vor sich hin.
Und wenn man glaubt, die Szene im Wald oder das Drama in der Familie schon zu Genüge gesehen zu haben – voila, vielleicht wollen wir es nochmal aus dieser Perspektive betrachten?Klar, die letzten Minuten der letzten Folge machen dabei auch deutlich, dass es so gewollt ist.
Das Ding hier ist durchaus zähe Kost, wird aber auch Viele finden, die es mögen. Im Grunde möchte ich es auch mögen, aber dafür hat mich die Serie zu wenig abholen können.
Bleibende Eindrücke: Eine großartige Sissy Spacek und das Gefühl, dass Bill Skarsgard ohne Clownsmaske noch gruseliger aussieht.
Von den großartigen Geschichten, die dieses Stadt hervorgebracht („Cujo“, „Dead Zone“, „Stark“, „Needful Things“) oder Pate gestanden hat („Das Spiel“, „Sara“, „Love“) ist hier leider insbesondere inhaltlich nichts zu sehen.
Für das, was da aufgelöst wurde, sind die 10 Episoden a 60 Minuten viel zu lang.Für die Erinnerungen und die Lust, nochmals ältere King Werke zu schauen / lesen bekommt es Bonuspunkte, aber eine Verbeugung an King wurde meiner Meinung nach in „Stranger Things“ deutlicher spürbar als in diesem angedeuteten Kniefall.
Ich glaube, selbst wenn ich alle Easter-Eggs erkannt hätte, würde ich kaum besser bewerten können.6/10
3. März 2019 um 20:39 #146203A quiet place
So, jetzt habe ich den Film also auch schauen können

Einer der Gruselfilme, die so viele positive wie negative Reaktionen hervorgerufen hat. Die Prämisse ist spannend, wenn auch nicht völlig neu (die Untoten aus diversen Filmen/Serien lassen grüßen). Aber neu muss es ja nicht immer sein, wenn man sich bemüht, eine Geschichte zu erzählen und nicht Effekt an Effekt klatschen zu wollen.
Zumindest in diesem Punkt gewinnt „a quiet place“. Es ist kein reines Schreck-an-Schreck Szenario und immer wieder wird eine fast bedächtige Erzählweise gewählt.Leider lassen sich hier auch einige Ungereimtheiten nicht verleugnen. Teils sind sie dem Genre geschuldet (die immer währende Frage: Woher kommen die Viecher, wie haben sie es geschafft, die Erde (oder unsere Seite der Dimension??) zu erreichen? etc. etc.), teils sind sie aber auch dem Drehbuch geschuldet. Letztere stören dann leider doch arg, aber die Darsteller (Emily Blunt leider nicht so sehr) reißen das Ruder mit starkem Spiel herum.
Hinten raus weiß ich leider nicht, was ich von dem Ganzen halten soll. Starke Bilder (die Monster nehme ich da mal aus), tolle Darsteller, ruhige Erzählweise und eine Bedrohung, die – zumindest in der ersten Filmhälfte – mehr zu spüren als zu sehen ist, hinterlassen einen guten Eindruck.
Dann hat der Film aber ein Ende, und das ist daneben – aber ein konsequentes Produkt der vorherigen „Fehler“. Dennoch will es mir nicht gefallen.Es bleibt im Grunde das Gefühl, einen guten Film gesehen zu haben, auf dem vermeidbare Schatten liegen.
6,5/10
28. Februar 2019 um 21:31 #146142Trautmann
– oder: Der Genickbruch zu Wembley1945 gerät Bernd Trautmann im Norden Englands in Kriegsgefangenschaft. Dekoriert mit dem Eisernen Kreuz wird er vom Kommandant des Gefangenenlagers besonders argwöhnisch beäugt.
Während der Gefangenschaft halten sich die „Krauts“ mit Fußball die Stimmung hoch. Zufällig entdeckt dort der Coach der örtlichen Fußballmannschaft das besondere Talent Trautmanns als Torwart – und um den drohenden Abstieg zu verhindern, soll der Gefangene das Ruder rumreißen.
Doch Trautmann möchte nicht nur Spiele gewinnen, sondern auch das Herz Margarets, die dummerweiße Tochter des Trainers und Freundin des Kapitäns der Mannschaft ist.Wer sich ein wenig mit Fußball auseinandergesetzt hat, dem wird der Name Trautmann als Ausnahmetorhüter und erster ausländischer „Spieler des Jahres“ in England ein Begriff sein.
Unvergessen seine Sprünge und Paraden – sowie ein noch nie da gewesenes Torwartspiel. „Unsterblich“ machte sich Trautmann im Pokalfinale 1956, als er sich während des Spiels das Genick brach und dennoch weiter spielte.Der Film fokusiert sich dabei aber weniger auf den Fußball an sich, sondern stellt vielmehr den Charakter Trautmann und seinem Streben nach Akzeptanz im traumatisierten Nachkriegsengland in den Fokus.
Das geschieht zum Glück nicht staubtrocken sondern auch mit einer Brise britischem Humor, der insbesondere durch die sich entwickelnde Nähe mit der Familie Friar entsteht.
Das Suchen nach Normalität und das Auseinandersetzen mit Vorurteilen und Ablehnung der englischen Bevölkerung sind ebenfalls Thema des Films – fühlen sich allerdings etwas abgeschwächt an.
Auch will man Trautmann vermutlich nicht alleine als hadernden Antisoldat zeigen – Aussagen wie „Ich habe doch nur meine Pflicht getan“ kommen verständlicherweise nicht sehr gut bei der örtlichen Bevölkerung an.Der Film hat erzählerisch gute Momente, wird im Grunde nicht langweilig (sofern man sich ein wenig für den Rasensport intessiert) und hat leider doch eine gravierende Schwäche.
Trautmann altert nicht.
Während den 10 Jahren, die im Film erzählt werden, bedarf es zwar keiner dramatischen Falten- und Glatzenbildung, aber am Beispiel der Margeret wird dieses Manko schnell deutlich. Schade, dafür hätte es doch sicher Möglichkeiten gegeben. Sicher, Kleider machen Leute – aber alleine das Wechseln der Gefangenenuniform mit einem edlen Parka macht den Protagonisten optisch nicht 10 Jahre älter.Als Biopic mit einigen künstlerischen Freiheiten (Kriegsverbrechen) weiß Trautmann zu gefallen. Wer sanft pöpeligen britischen Humor mag, darf ebenfalls mal einen Blick riskieren, selbst wenn die Sportschau nicht als wöchentlicher Pflichttermin eingetragen ist.
Harry Melling (aka Dudley Dursley aus Harry Potter) als übellaunigen Kommandant des Gefangenenlagers hatte ich nicht wieder erkannt
Gut so, seine Rolle weiß allerdings mit einem dramaturgischen Kniff zum Ende aber tatsächlich zu gefallen.7/10
24. Februar 2019 um 19:45 #145964Escape Room
6 Personen, die unterschiedlicher kaum sein können, begegnen sich aufgrund mysteriöser Einladungen in einem Escape Room. Tatsächlich aber haben sie alle etwas Gemeinsam, was sie in den Fokus unbekannter Escape Room Maker rücken ließ. Dem Gewinner erwarten 10.000 Dollar. Um das Geld geht es aber nicht sehr lange, denn schon bald keimt der Verdacht auf, dass die Escape Rooms nicht nur so tun, als seien sie gefährlich…
Mehr muss man nicht wissen, auch wenn der Film im letzten Drittel dann doch wichtiger und vielschichtiger erscheinen möchte, als er letztlich ist.
In seiner Struktur ähnelt „Escape Room“ „Cube“. Hier hat man sich aber allerhand Mühe beim Gestalten der verschiedenen Rooms gemacht. Während Room 1 noch relativ stimmig und mit einigen Rätseln versehen ist, geht man fortan über die Optik – wobei man sich schon fragen darf, wie solche Räume in einem alten Fabrikgebäude entstehen können und ob die zahlende Kundschaft im Darknet tatsächlich einen derart hohen finanziellen Aufwand erlauben kann.
Sei´s drum, wenn man sich darüber keine Gedanken macht, dann begegnet man Kandidaten, die nicht völlig dumm daher kommen und die verschiedenen Aufgaben auch relativ hopp lösen können.*Spoiler*
Kommen wir zur Auflösung kann man sagen, dass der letzte Twist und einladende Wink zur Fortsetzung arg blöd ist. Twist 1 könnte man immerhin noch so hinnehmen, aber das Verzichten auf ein wirkliches Ende senkt dann doch ein wenig die Stimmung. Ähnliche Fortsetzungformate wie „Final Destination“ oder „Saw“ haben mich ab Teil 2 nicht abholen können – ich bezweifle, dass es hier anders sein könnte.
*Spoiler Ende*Schade drum, denn bis auf eine wunderliche Charakterentwicklung im Kandidatenteam haben die Darsteller den Film gut tragen können. Die Spannung ist aufgrund des „Epilogs“ zwar stark gesunken, aber die Fluch aus den einzelnen Räumen ist durchaus nett anzusehen (wenn man dabei keine Fragen stellen mag).
Der ruckelnde D-Box Sitz war zwar weniger intensiv und pointierter eingesetzt als bei „Robin Hood“ – aber mal ehrlich: so was braucht man doch nicht.
6/10
9. Februar 2019 um 23:39 #145685Mein Bester & ich
Bryan Cranston und Kevin Hart im US Remake von „Ziemlich beste Freunde“. Kann man so machen – zumindest kommt es nicht wirklich unerwartet, wenn eine frische europäische Idee mit hohen Verkaufszahlen das Interesse Hollywoods weckt.
Vermutlich bin ich der Einzige Mensch in Deutschland, der die Vorlage nicht gesehen hat (obgleich ich die Limited Edition hier stehen hatte). Stimmung und möglicher Zeitpunkt zum Schauen kamen irgendwie nie zusammen und nun hat mich die Sneak also zumindest inhaltlich aufklären können.
Die Story dürfte somit keine Überraschung sein: Milliardär erleidet einen Unfall und ist Querschnittsgelähmt. Schlimmer trifft ihn der Tod seiner Frau und ginge es nach ihm, würde er nicht mehr lange leben. Seine Assistentin wünscht sich für ihn aber ein längeres / erfüllteres Leben und sucht nach einem Lebenshelfer. Frisch entlassener Häftling stolpert dabei unvermittelt in ein Vorstellungsgespräch und dessen respektlose und ungebildete Art lassen den Milliardär aufhorchen. Gelingt es durch einen solchen Tölpel, das Ableben zu beschleunigen?
Grundsätzlich macht der Film nicht viel verkehrt. Kevin Hart spielt sogar arg zurückhaltend (für seine Verhältnisse), was ich wohlwollend zur Kenntnis genommen habe. Ihm ist ein gewisses Bemühen nicht abzusprechen.
Das habe ich bei Cranston allerdings ein wenig vermisst. Zwar spielt er den depressiven und übel launigen Querschnittsgelähmten überzeugend, in den Szenen mit weiteren Emotionen wirkt er jedoch arg zurückhaltend. Da hätte ich ein wenig mehr erwartet – wenngleich es zugegeben „meckern“ auf höherem Niveau ist.Die Überraschung des Films ist für mich jedoch Nicole Kidman. Dass es ihr gelungen ist, sich derart „klein“ zu spielen, ist für mich das heimliche Highlight des Films.
„Mein Bester und ich“ ist solide Remakekunst aus Hollywood. Ob das Original auf einem ähnlichen Level schwebt kann ich nicht beurteilen und kann die Wertung daher auch nicht beeinflussen.
In seinem Plot vorhersehbares Kino, dem zum Ende noch die Kurve gelingt, aber durch die eher nebeneinander spielenden Charaktäre keinen Grund für Freudensprünge liefert.
Gut anzusehen ist er, der Humor passt auch in vielen Momenten aber dennoch bleibt das Gefühl, es hätte schöner sein können.6,5/10
3. Februar 2019 um 16:25 #145479The Cured
Nach dem Ausbruch des Maze-Virus verwandelten sich infizierte Menschen in mordlüsterne „Monster“ – einer Zombie-Variante. Tatsächlich konnte die Forschung ein Heilmittel finden, welches bei den meisten Infizierten anschlug.
Die nicht „Heilbaren“ werden in Gefängnisähnlichen Einrichtungen untergebracht, wo ein Euthanasie-Programm für Abhilfe sorgen soll.
Größtes Dilemma der Geheilten: Sie können sich an alles erinnern, was sie im infizierten Zustand getan haben.Natürlich ist der Großteil der Bevölkerung auch nicht sonderlich gut auf die Rückkehrer zu sprechen. Eine Wiedereingliederung in die Gesellschaft ist so also nur äußerst schwierig zu vollziehen. Vor der Seuche hoch angesehene Menschen, die während der Krise als Killer durch die Straßen liefen, finden sich nun als Straßenfeger wieder, was vor allem Connor wurmt. Einst erfolgreicher Anwalt, nun von der eigenen Familie verstoßen (was so ein Muttermord eben auslösen kann) sitzt er nun im Auffangheim und ruft zu einer Rebellion der Geheilten auf.
Senan dagegen findet ein zu Hause bei seiner Schwägerin Abbie und ihrem Sohn Luke. Die Eindrücke der jüngeren Vergangenheit wiegen jedoch schwer, was ein „gesundes“ Miteinander sichtlich erschwert. zudem trägt Senan ein düsteres „Geheimnis“ mit sich.
Schon bei „It comes at night“ konnte ich verstehen, dass man die meist, bzw. andauerende depressive und hoffnungslose Stimmung im Film mit den Nachwehen der Katastrophe begründen mag. So wird es wohl auch in der Praxis sein, aber mir als Zuschauer fällt es dann auf Dauer schwer, dem Film zu folgen.
Zwar bietet Irland ein ähnliches schönes Setting wie seinerzeit „28 days later“, das Fehlen eines abwechlungsreichen Erzähltempos lässt den Film jedoch eher wie eine längere Folge von „Black Mirror“ wirken.
In einem kurzen Augenblick wird das allgegenwärtige Depressive von einem Moment der Heiterkeit durchbrochen.
Ich hätte mir hier tatsächlich mehr dieser Momente gewünscht um dem stetigen grau etwas Farbe beizufügen.Sicher kann man hier viele politische Ambitionen herauslesen (Flüchtlingsproblematik, Ausgrenzung, Integration etc. tollkühne Beobachter sehen auch etwas vom Holocaust [grübel] ), das bringt aber alles nichts, wenn es lediglich innerhalb der ersten Minuten als dramaturgische Vorlage genutzt wird um es im weiteren Verlauf beinahe gänzlich zu ignorieren.
Vielleicht sieht man darin aber auch mehr, als es letztlich sein möchte.Am Ende ist es aber das, was es ist: Ambitioniert aber unterdurchschnittlich gelöst.
4/10
3. Februar 2019 um 15:59 #145476Rampage – Big meets Bigger
Ein Gorilla, ein Wolf und ein Krokodil kommen in die Stadt… Was wie ein Witz beginnt, ist im Grunde die Handlung dieses Actionspektakels.
Herrlich zusammengefasst – Danke sehr

Von der Story her natürlich ein reiner Kopfschschüttler – auch wenn man die Vorlagen „King Kong“ und „Godzilla“ innerhalb eines Monster-Kosmos als, nun ja, nachvollziehbar auffasst.
Dennoch hat mich der Film überraschend positiv abgeholt. Ähnlich wie bei Jumanji gelingt es, gewissen Nonsense mit Sympathie zu verpacken, auch wenn der Cast hier nicht annähernd so gut harmoniert wie im Dschungel.Größter Kritikpunkt für mich (wie in nahezu allen Filmen, die in jüngerer Zeit gesehen habe [was vermutlich darauf deuten lässt, dass ich mich Stück für Stück von der Materie entferne]): Hopp Hopp, Hau Ruck und fertig ist das Supermonster, umgehend garniert mit wissenschaftlichen Erklärungen, angereichert mit der absoluten Lösung zum Wiederherstellen der natürlichen Ordnung. Für Spannung will hier aber augenscheinlich nicht gesorgt werden und das Erklimmen eines Wolkenkratzers von drei „Supermonstern“ soll das Highlight des Films sein.
Für meinen Geschmack zu mager.Schön dagegen der gelegentliche Witz, der allerdings nicht zum Mitlachen animiert (wäre ja noch schöner
)
Positiv noch: Hollywood scheint das 9/11 Trauma hinter sich gelassen zu haben – wie sonst könnte der heimliche Star des Films einen Flieger in einen Wolkenkratzer werfen dürfen.Rampage hat mich beinahe über die gesamte Spielzeit überzeugen können. Dafür, dass ich kein Freund vom monumentalen Gekloppe im Finale bin, kann der Film letztlich nichts – ändert aber auch nichts daran, dass vor allem die Minuten um den Skyscraper für mich nur laue Luft waren.
Zählt man zusammen, dass ich kein „Freund“ von The Rock bin, gar nichts von Negan (bzw. Jeffrey Dean Morgan – der im Grunde nicht anders agiert als in TWD -> bloß sein lieber Knüppel fehlt) halte und der übrige Cast wahrlich zu vernachlässigen ist, wirkt es doch verwunderlich, dass ich den Film eher positiv bewerten würde.
Keine Ahnung, was es ist: Muss wohl mit dem grünen Dunst zusammenhängen
6/10
Edit: Warum das Zitat nun als Meines ausgegeben wird, weiß ich nicht. Der Ruhm gebührt @reparud_rudrepa
31. Januar 2019 um 15:06 #145376Nobody´s Fool
Danica steht in einer Werbefirma vor dem persönlichen Durchbruch und sieht einer lukrativen Beförderung entgegen.
Zu Hause wartet dann ihre große Liebe auf sie. Per Chat. Wie jeden Tag seit einem Jahr. Gesehen hat sie ihn nie (schuld daran sind die Arbeit auf einer Bohrinsel und der schlechten W-LAN Verbindung), doch er ist ihr Traummann, Seelenverwandter – schlicht: DER Kerl.
Es könnte so schön sein, würde ihre Schwester Tanya nicht aus dem Gefängnis entlassen werden. Da ihre Mutter sie nicht aufnehmen möchte, kommt sie eben in Danicas Appartement unter.
Als Tanya von Danicas Flirt hört, kommen ihr Zweifel an der Echtheit Charlies – außerdem sieht der Typ im Coffeeshop doch auch süß aus….Wenn ihr jemanden kennt, den ihr überhaupt nicht leiden könnt und der euch fragt, welchen coolen Film ihr ihm für Februar empfehlen könnt, dann schickt ihn in diesen Film.
Tiffany Haddish (bekannt aus Brüllern wie „Night School“ und „Girls Trip“) wird hier erneut auf das hilflose Publikum losgelassen und zieht Grimassen am laufen Band (ein Kevin Hart in „Bestform“ würde vor Neid erblassen), reißt zotige Sprüche, explizite P***y und Sch***z Witze, erleidet einen Orgamsmus während sie zusieht, wie der Typ im Coffeeshop den Cappuccino aufschäumt… nebenbei will sie hin und wieder ihrer Schwester das „Schwarze aus dem Gesicht hauen“ usw usf.
An ihrer Seite darf Tika Sumpter zeigen, dass sie im Grunde nicht weiß, wie sie zur Schauspielerin wurde. Zwar gibt sie zu Beginn noch die intelligente und erfolgreiche Frau von heute – doch ihr könnt sicher sein, dass dieser Eindruck nicht von Dauer sein wird.Knapp zwei Stunden wird man hier mit schauspielerischen Unzulänglichkeiten konfrontiert, die mit einer großen Portion Tourette abgerundet werden.
Irgendwie kann einem da Omari Hardwick als Coffeeshop Besitzer schon leid tun – allerdings durchschaut man auch bald hier, dass wahlweise kein Talent vorhanden ist oder schlicht nicht verlangt wird.
Zudem weiß Regisseur und Autor Tyler Perry nicht so wirklich, was er mit dem Murks überhaupt ausdrücken möchte. Nach gefühlten 3 Stunden Fratzen und Unsinn schlittert der Film unversehens in eine (grottige) Romanze um anschließend den Hauch von Seriosität wie ein Kartenhaus zusammenfallen zu lassen.
Doch bis es soweit ist, hat man sich seinem Schicksal ohnehin schon längst ergeben.
Für so einen Mist müsste man „-„Punkte einreichen können…0/10
27. Januar 2019 um 23:18 #145319In der Creditscene von Split ist Mr. Glass zu sehen

Hoppla, meine natürlich Bruce Willis :-D
27. Januar 2019 um 21:28Danke – auf die Idee muss man mal kommen

Weil ich diese lästigen Szenen nach dem Film nicht mag, schau ich zu Hause schon fast grundsätzlich keinen Abspann mehr – erhöht dabei zumindest den Überraschungseffekt wie Diesen hier
27. Januar 2019 um 14:04 #145309Bis zu den ersten Bewertungen zu Glass war mir gar nicht bewusst, dass es sich mit Unbreakable und Split um eine Trilogie handelt. Hatte Split vor einiger Zeit zwar geschaut, aber mir war da bewusst keine Anleihe aufgefallen. Woran erkennt man die?
Hier höre ich außerdem zum ersten mal was richtig Gutes über den Film – werde sicher mal einen Blick riskieren, wenn er erirgendwo frei zu schauen ist.Tomb Raider:
Irgendwann, vor langer Zeit, hatte ich mal eines der Tomb Raider Spiele auf irgendeiner PS2/3 gespielt und war mäßig begeistert. Einige Zeit später gab es dann die optische Veränderung Lara´s, was wohl in der Fanbase einigen Trubel verursacht hat. Nun also wird Frau Croft auch im Film „minimalistischer“ dargestellt – finde ich auf den ersten Blick ganz gut, wobei ich bei den Trailer leichte Zweifel im darstellenden Spiel von Alicia Vikander hatte.
Nach dem Schauen sind diese Zweifel zwar nicht vollends bestätigt worden, aber irgendwie konnte der Funke nicht ganz rüberspringen. Darin sehe ich aber vornehmlich Probleme mit dem Drehbuch und der Regie. Was hier geboten wird, kommt kaum über B-Movie Niveau heraus (von einigen grottigen CGI Effekten [habe ich mal erwähnt, dass ich es nicht verstehe, warum man es nicht sein lässt, wenn es offensichtlich nicht gelingen will??] mal wieder zu schweigen), wobei das nunmal auch das Kreuz vieler „Schatzsucher“-Filme ist. Selbst Indy 4 kann sich davon nicht gänzlich freisprechen lassen.
Anfangs mochte ich noch einige Genretypischen „Au Backe!“-Momente verzeihen [Puzzle zur Testamentsverlesung], aber irgendwie zieht sich das ohne Sinn und Verstand durch den ganzen Film.
Dass man dabei wohl größeres Augenmerk auf „Wiedererkennbare“ Schauplätze oder Rätsel legte als auf eine durchdachte Story, ist für Nicht-Gamer irgendwie ärgerlich.
Dieses ständige Husch-Husch, das nicht herbeischaffen von Spannungsmomenten, ein lästiger Lord Croft (Dass ein berühmter und erfahrener Forscher derart dümlich agiert muss wohl mit einer Art Höhlendemenz zu tun haben) und ein Finale, das derart beliebig und uninspiriert dahingerotzt wird, wowie sämtliche vorangegangen 1000 Jahre und ungelöste Rätsel (die selbstverständlich binnen Sekunden / Minuten gelöst werden) machen es trotz „Hirn aus, Popcorn rein“ Methode schwer, nicht unruhig zu werden.Zwar bekommt Lara auch ziemlich viel Haue und Wunden (kann mich nicht erinnern, dass Jolie derart „leiden“ musste), aber das ist stets temporär und ohne jedwede Folgen. Entweder führt man das Wunderserum ein oder man lässt sie auch mal sichtlich auf die Zähne beißen, humpeln, nach Luft ringen wenn etwaige Strapazen auf sie warten.
ABer vermutlich ist das so mit Gameverfilmungen (wobei ich da zugegeben auch keine sehr großen Erfahrungen habe. „Resident Evil“ fällt mir in der Sparte als Gesehen noch ein). Und weil ich vermutlich kein einziges Easter-Egg erkennen konnte, hat sich mein Sehvergnügen auch in Grenzen gehalten – insbesondere ab Fallschirm / Lord Croft hab ich nur meiner Frau zuliebe weitergeschaut.
4/10
21. Januar 2019 um 15:15 #145202@reparud_rudrepa
Ich saß damals in der Sneak und war versucht, das zweite Mal den Saal vorzeitig zu verlassen (das erste Mal bei „Schatz, nimm Du sie“).
Bei Filmen bin ich ja durchaus leidensfähig, aber das hier hat mich wirklich an die Grenzen gebracht.
Zwischen dem hier und „Before“ sehe ich immerhin die selben Vorzeichen, dass sich zwei Unbekannte für eine arg begrenzte Zeit sehen und sich näher kommen. Ich vermute, ein bisschen wollte man in diese Richtung steuern, aber wie schon erwähnt, kann ich den wahren Anlass dieser Story nicht fassen :/Mr. Mercedes [Staffel 2]
Mit Staffel 2 verfilmt man in 10 Episoden also im Grunde das Szenario aus „Mind Control“ -> Band 3 der Hodges Trilogie von Stephen King.
Meiner Meinung nach klar das schwächste Buch der Reihe und insgesamt im jüngeren King-Kosmos am unteren Ende anzusiedeln (spontan fallen mir nur „Puls“ und „Wahn“ ein, die mir weniger gut gefallen haben).Brady Hartsfield liegt nach seinem gescheitertem Amoklauf im Koma. Bill Hodges traut dem Frieden nicht ganz und möchte Brady lieber tot als still vegetierend sehen und „besucht“ ihn täglich im Krankenhaus.
Seine Freunde betrachten die anhaltende „Mercedes Manie“ mit einiger Sorger, zumal Bill in seiner neu gefundenen Rolle als Privatdetektiv nicht gänzlich glücklich wird.Unterdessen nutzt Dr. Babineau ein illegales, nur in China getestetes, Medikament um Brady´s Vitalfunktionen zu beleben. Einigen Druck erhält er dabei von seiner Frau, die sich ihrerseits große Karrierehoffnungen im Vertrieb des Medikaments macht, als auch einem Staatsanwalt, der einen genesenen Brady vor Gericht bringen möchte – um in einem möglichen Jahrhundertprozess an Ruhm und Ehre zu gelangen.
Tatsächlich hat das Medikament eine gewisse Wirkung, und mit der Zeit findet Brady zu alter Stärke zurück – ohne dabei jedoch das Gefängnis seines im Koma liegenden Körpers verlassen zu können.Arg phantastisch kommt der Roman her, und auch wenn die klug gewählten Stilmittel den telepathischen Unsinn für den Zuschauer greifbar machen, bleibt dann doch ein fader Beigeschmack.
Acht Folgen lang nimmt man sich hierfür viel Zeit, beleuchtet Motive und Charaktäre der involvierten Personen, ehe es dann in den letzten zwei Folgen aber mal so richtig flott zu Ende geht.
Sehr schade, denn das tolle Trio Bill, Holly und Jerome hätten da etwas Bodenständigeres verdient gehabt.Auch wird das klare Erzählschema der ersten Staffel fallen gelassen. So finden sich einige Längen und unnötige Szenen in den jeweiligen Folgen. Im Vergleich zum Roman finden sich einige teils gravierende Änderungen. Ist z.B. eine Spielekonsole in „Mind Control“ ein permanentes Werkzeug Bradys, seine Rachepläne in die Tat umzusetzen, so findet sie hier nur beinahe nebensächlich Einzug. Dazu dann noch in Folge unnötige und dadurch störende „Andeutungen“ den Lesern gegenüber (z.B. Jeromes Schwester)
Den Ausgang zu einem Gerichtsdrama hat es im Roman ebensowenig gegeben, was ich hier allerdings weniger störend empfand.
Brady Hartsfield als böse Bedrohung, die für viel Unheil sorgt, existiert in dieser Form jedoch nicht mehr.
Zwar sterben Menschen und einige werden bedroht, doch packend und spannend wie Staffel 1 war es nicht.Schön anzushen bleibt weiterhin das Zusammenspiel der Charaktäre aus Staffel 1, während die „Neuen“ nicht so recht in das gewachsene Klima involviert werden können.
Schade, da hätte ich mir lieber „Finderlohn“ in Serie gewünscht – aber man kann ja nicht immer Glück haben
Ein dicker Bonus durch Staffel 1 und durch ein schönes Klima der ersten 3-4 Folgen etwas besser bewertet als letztlich empfunden
6,5/10
20. Januar 2019 um 11:19 #145179Destination Wedding (USA 2018)
Wow, was für ein Film! Was für ein unfassbar schlechter Film! Eine Frau, ein Mann, eine Zufallsbekanntschaft. Beide mit dem selben Ziel, eine Hochzeitsfeier. Dummerweise können die beiden sich von Anfang an nicht ausstehen…
Was den Stempel der Romantikkomödie trägt, ist zu keinem Punkt romantisch oder lustig. Keanu Reeves und Winona Ryder sind mit viel Wohlwollen einigermaßen durchschnittlich, was aber keine Rolle spielt, da die Figuren total unsympathisch sind (damit mögen die Schauspieler Teile ihre Aufgaben gut machen, aber das kostet viel Reputation, insbesondere bei einer Romantikkomödie). Das Schlimmste aber ist, dass zw. Reeves und Ryder nicht ein Hauch von Chemie besteht, mit zwei Blechdosen in den Hauptrollen hätte es nicht schlechter sein können.
Knapp 90 Minuten allerdümmstes, pausenloses, nerviges Gesabbel, „Destination Wedding“ ist ne ganz große Zumutung und ein wunderbares Beispiel dafür, wie eine Screwballcomedy nicht funktioniert.
1/10 FlugreisenDen „durfte“ ich mir letzten Juli in der Sneak anschauen und war ähnlich betroffen wie Du.
„Schlimmer geht irgendwie immer, auch wenn ich nach diesem Film nicht weiß, was ihn noch unterbieten soll. (Außer gewollt schlechtem B/C/D-Trashfilmen ->fliegende Haie lassen grüßen)
Frank und Lindsay sind auf eine Hochzeit eingeladen, und schon bei ihrem ersten Aufeinandertreffen am Flughafen fliegen verbal die Fetzen. Man mag sich nicht, das ist eindeutig und unwiderrufbar.
Zu dumm, dass sie dann auch noch im Flieger nebeneinander sitzen, im Hotel direkt aneinander grenzende Zimmer haben und beim Hochzeitsessen die einzigen Gäste an ihrem Tisch sind.
Und wenn man sich nichts zu sagen hat, dann redet man trotzdem.
Irgendwas.
Und hört nicht mehr auf.
Es kommt, wie es kommen muss – Hund und Katz kommen zusammen (oha, wird doch hoffentlich kein Spoiler sein!!).Der Film kommt in den Kritiken überraschend gut weg, Vergleiche mit den großartigen „Before sunrise“ und „Before sunset“ werden bemüht („Before midnight“ hat mir leider nicht mehr gefallen) und lassen sich aufgrund des Storykonstrukts nicht verleugnen.
Wo die Qualität des Films hergeredet werden soll, kann sich mir leider nicht erschließen.Ich wage mal den Vergleich: Ethan Hawke und Julie Delpy haben in der „before“ Reihe harmoniert, ihr Aufeinandertreffen, ihre Gespräche und ihr Werdegang waren glaubhaft und einfühlsam.
Bei „Destination Wedding“ hat der Zuschauer das Gefühl, dem Betriebsausflug einer integrativen Einrichtung für Erwachsene beizuwohnen. Nicht bloß das arg narzistische und mit Ticks behaftete Filmpaar darf bis zum Fremdschämen Handicaps zur Schau stellen – auch relevante Gäste der Hochzeit werden derart dumm und fern einer respektvollen Darstellung zur Schau gestellt, dass man den Regisseur am liebsten schütteln möchte.
Stellenweise glaubt man, Szenen aus einem Helge Schneider Film zu sehen -> womit wir bei „gewolltem Trash“ sind.Dass Keanu Reeves (noch dämlicher spielend als in „Bill & Ted“) und Winona Ryder (schrecklich, dieses „Schauspiel“!!) keine Ernsthaftigkeit in ihren Rollen oder gar dem Projekt sehen, ist offensichtlich. Was die Intention des Drehbuchschreibers und Regisseurs war, bleibt mir unklar.
Ein Film, der einziger Dialog sein soll – wobei beide Protagonisten die erste Hälfte des Films gar nicht mal miteinander sprechend sonder vielmehr sich gegenseitig ungefragt an den Kopf werfen, was sie schreckliches über den jeweils anderen denken.
Soll vielleicht witzig sein. Oder entlarvend. Oder der Gesellschaft den Spiegel vorhalten – oder gar schlicht unterhalten?
In meinen Augen, kann er davon gar nichts.
So dreist und sozial unvermögend wie seine Charaktäre – und komme mir jetzt keiner mit „Sehgewohnheiten abseits des Mainstreams“ oder so. Man kann das Anderssein rechtfertigen, aber Qualität kommt dadurch keine ins Haus.Einer der dümmsten Filme, die ich bisher schauen „durfte“.
0/10“11. Januar 2019 um 16:35 #144973Mr. Mercedes [Staffel 1]
Als Stephen King den ersten Roman seiner Bill Hodges Reihe veröffentlichte, dachte ich mir noch: Das würde sich doch prima verfilmen lassen. Kein Übersinnlicher Quatsch, kein Horror und keine amoklaufenden Tiere oder Geräte – nur ein Krimi, dazu ein Guter. [Nicht falsch verstehen: Ich mag sehr viele seiner Werke, insbesondere auch seine frühen Horrorromane]
Durch das 0,99 EUR Monatsabo auf Starzplay bin ich nun in den Genuss der Serie gekommen.
Dabei wurden (wie auch schon bei „11.22.63“) einige Inhalte des Romans verändert – dies jedoch völlig nachvollziehbar und in das Konstrukt der Serie auch höchst glaubwürdig ersetzt.Bill Hodges ist pensionierter Detective. Sein Leben ist ein trauriger Rausch und auch die Flirtversuche seiner Nachbarin Ida prallen wirkungslos an ihm ab. Gründe hierfür sind die Trennung von seiner Frau, die inhaftierte Tochter und ein ungelöster Fall, der Hodges Letzter gewesen war.
Dabei hatte ein Unbekannter einen Mercedes in eine Menschenmenge gesteuert, wovon 16 gestorben sind.
Doch plötzlich meldet sich der Killer bei ihm -> wird er Hodges den Rest geben oder ist es doch der Auftakt einer neuen Ermittlung?Der Cast ist großartig besetzt! Brendan Gleeson als alkoholisierter und manisch depressiver Pensionär passt für die Rolle wie die Faust aufs Auge. Auch sein Widersacher Harry Treadaway als Brady Hartsfield (ja ok, wer der Killer ist, bleibt nicht lange geheim), der das irre Keller-/ Mutterkind darstellt, macht einen sehr starken Job.
Dazu Kelly Lynch, Mary-Louise Parker, Jharrel Jerome und Breeda Wool in glaubhaften und schön gespielten Nebenrollen. Dazu noch Justine Lupe als Holly, die insbesondere zum Ende der Staffel und vor allem in Staffel 2 das Zusammenspiel mit Gleeson zu einem Genuss macht.Viel fehlt mir inhaltlich zum Roman nicht. Am ehesten noch der Plot des Computerhackens, der zwar folgenschwer eingestreut wird, dabei aber irgendwie aus dem Zusammenhang gerissen wirkt.
Als Leser des Romans fühlte ich mich zwar beim Schauen stets „up to date“, wie das auf Nichtkenner der Vorlage wirkt, ist dann vielleicht auch was anderes. Allerdings ist das auch Meckern auf hohem Niveau.
Einige Veränderungen zum Ende der Story fand ich nicht verkehrt. Das dafür beinahe gänzlich auf einen weiteren Nebencharakter verzichtet wurde, halte ich für wenig dramatisch.Die deutsche Fassung der Serie scheint (insbesondere was das Massaker und einige Szenen mit Hartsfield und seiner Mutter betreffend) arg geschnitten zu sein. Sicher ist die Darstellung des Tötens im Roman gewohnt explizit und schonungslos, das Fehlen dieser Szenen im bewegten Bild fehlt mir allerdings nicht wirklich.
Natürlich kann man darüber streiten, ob geschnittene Filme / Serien überhaupt geschaut werden sollen, und grundsätzlich halte ich eine Zensur im Erwachsenenfilm auch etwas widersinnig – ich vermisse hier jedoch nichts.
Ob ich nun in Folge 1 eine Frau zermatscht unter den Rädern des Wagens anschauen darf oder nicht, lässt mich völlig entspannt einschlafen. Wichtiger finde ich den Umgang mit dem Terror, das Zeigen der betroffenen Zeugen (und des Täters) und hier macht die Serie, in meinen Augen, alles richtig.Leider (und das bemerke ich außerhalb der Wertung) wird der zweite Band der Reihe „Finderlohn“ unter den Teppich gekehrt – spielt dort „Mr. Mercedes“ nur eine an den Rand gedrängte Rolle als ständiger Schatten über Hodges. Dennoch ein sehr lesenswerter Roman, der dem ersten Band in nicht viel nachsteht.
Leider bedient Staffel 2 den dritten Band (und zudem im King-Kosmos fast schwachen Roman) „Mind Control“, welcher mir beim Lesen keine allzugroße Freude brachte.
Sei´s drum, trotz aller Skepsis scheint Staffel 2 (nach Sichtung von 2 Folgen) besser zu sein, als die Romanvorlage…Für Staffel 1 von mir 8,5/10
11. Januar 2019 um 15:53 #144971The Possession of Hannah Grace
Megan ist beinahe wieder clean, als Polizisten wird sie jedoch nicht wieder arbeiten können. Eine Freundin verhilft ihr zu einer Stelle im örtlichen Krankenhaus. Dort darf sie die Nachtschicht im Leichenkeller ausführen. Klingt äußerst ruhig – und das Beste: Sie ist allein.
Allerdings nicht lange, denn bald wird die halb verbrannte und intensiv verstümmelte Leiche einer jungen Frau eingeliefert. Dazu gesellen sich die Geister der Vergangenheit -> oder treibt gar wahrlich etwas Übernatürliches sein Unwesen?Große Spoiler kann man hier wahrhaft nicht bringen, bedient „The Possession…“ doch wahrlich alles, was man schon in dem Genre mehrfach gesehen hat. Dazu derart mit dem Holzhammer und einer glasklaren „To-Do-Liste“, die wirklich beinahe jede Genremacke übernimmt (unsinnige Kreuzigungsposen inklusive), ohne dabei wirklich einen Inhalt zu liefern. Natürlich werden die gewohnt üblichen Bauernopfer auftauchen, bei denen allerhöchstens eine Spannung entsteht, wenn man vorher auf die Reihenfolge des Ablebens wettet. Dazu unterdurchschnittliches Dialogverfahren und ein Dämon, der allzu billig und sinnfrei auf die Leinwand geworfen wird.
Noch etwas tiefenpsychologisch in die Narrenkiste gegriffen („Exit“) und fertig ist die Story.
Dabei ist der Film auch recht dunkel abgefilmt. Das kann man gut machen, oder etwa nicht so gut – wie hier gesehen. Das Beste dabei für die Darsteller: Ihre Mimik wird in dem ständigen Schattengebilde kaum wahrgenommen, also können sie beinahe so agieren, wie sie wollen
Gut gemacht ist die übrige Optik, inkl. passabler Exorzismusszene. Die Figuren sind genreüblich mittelmäßig gezeichnet. Immerhin fallen einige Facetten auf die Hauptdarstellerin, die aufgrund des restlichen Drehbuchs allerdings wie Perlen vor die Säue geworfen wirkt.
Grottenschlecht ist der Film nicht – eher unterdurchschnittlicher Standard – aber weder Thema noch Dramaturgie konnten mich eine Sekunde lang fesseln. Das haben andere durchschnittliche Vertreter immerhin ein wenig besser hinbekommen.Aber was solls -> Wer noch immer einen guten Dämonenfilm sucht, der kann mal einen Blick auf „Dämon“ von 1998 werfen. Bockstarker Film, der auch ohne blödes CGI-geprotze richtig gut aussieht.
Aus der Leichenkammer gefiel der 2016er „The Autopsy of Jane Doe“ auch trotz (oder wegen?) weniger Klimmbimm erheblich besser. Dann lieber die Zeit für zwei Filme investieren und sich gut unterhalten fühlen (wobei „Autopsy…“ auch kein Knaller per se ist), anstatt sich über diese Mache hier zu wurmen.3,5/10
(und da möchte man nachträglich „Plötzlich Familie“ und „Manhatten Queen“ mit einem Punkt stärker loben
) -
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